Schlagwort: christiane taubira

  • Das Gesetz Taubira: Als Frankreich begann, seine koloniale Vergangenheit neu zu betrachten

    Das Gesetz Taubira: Als Frankreich begann, seine koloniale Vergangenheit neu zu betrachten

    Am 10. Mai 2001 verabschiedete Frankreich ein Gesetz, das das Verhältnis der Republik zu ihrer eigenen Geschichte dauerhaft verändern sollte: das sogenannte Taubira-Gesetz. Ein Vierteljahrhundert später gilt es als einer der bedeutendsten erinnerungspolitischen Wendepunkte der Fünften Republik. Erstmals erkannte ein europäischer Staat den transatlantischen Sklavenhandel und die Sklaverei offiziell als Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. Hinter dieser historischen Zäsur stand eine damals außerhalb der Überseegebiete noch vergleichsweise wenig bekannte Abgeordnete aus Französisch-Guayana: Christiane Taubira. Ihr Gesetzestext, der nach teils kontroversen Debatten verabschiedet wurde, eröffnete in Frankreich eine neue Phase der Auseinandersetzung mit Kolonialismus, Erinnerungskultur und republikanischem Universalismus. Ein Bruch mit der bisherigen Erinnerungspolitik Vor 2001 war die Sklaverei zwar Bestandteil schulischer Lehrpläne und des nationalen Geschichtsbildes, allerdings meist r…

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  • Erinnerungspolitik als Kampffeld: Der Streit um den 10. Mai in Vierzon

    Erinnerungspolitik als Kampffeld: Der Streit um den 10. Mai in Vierzon

    Die Entscheidung der neuen Stadtverwaltung von Vierzon hat in Frankreich eine landesweite Debatte ausgelöst. Die kommunale Koalition aus Rechtsaußenparteien, darunter das Rassemblement National und Reconquête!, verzichtete darauf, die traditionelle Gedenkfeier zum 10. Mai auszurichten – jenem nationalen Erinnerungstag zur Abschaffung der Sklaverei. Offiziell begründete die Stadtführung den Schritt mit Sparzwängen, geringer öffentlicher Beteiligung und der Einschätzung, es handle sich nicht um eine verpflichtende nationale Zeremonie. Doch weit über die Stadtgrenzen hinaus wird der Vorgang als politisches Signal verstanden. Der stellvertretende Bürgermeister Yves Husté verwies auf die angespannte Finanzlage der Kommune. Vierzon müsse sparen, die Verschuldung sei hoch, Rechnungen blieben unbezahlt. Die Kosten der Veranstaltung hätten sich auf rund 1.500 Euro belaufen. Zudem habe „niemand teilgenommen“, erklärte Husté, und die Erinnerung an die Sklaverei habe „keinen Bezug zur Gegenwart“. …

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