Schlagwort: Cannes 2025

  • Verbeugung vor dem Meister: „Marcel et Monsieur Pagnol“ – ein animiertes Denkmal für den Vater der Provence

    Verbeugung vor dem Meister: „Marcel et Monsieur Pagnol“ – ein animiertes Denkmal für den Vater der Provence

    Wenn sich ein vielfach preisgekrönter Animationskünstler wie Sylvain Chomet an eine Ikone wie Marcel Pagnol wagt, darf man Großes erwarten – oder zumindest ein Wagnis. Und tatsächlich: „Marcel et Monsieur Pagnol“ ist weit mehr als nur ein klassischer Biopic. Es ist eine zärtliche, visuell poetische …

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  • „Ein einfacher Unfall“ – wie Jafar Panahi in Cannes dem iranischen Regime die Stirn bot

    „Ein einfacher Unfall“ – wie Jafar Panahi in Cannes dem iranischen Regime die Stirn bot

    Der rote Teppich in Cannes war dieses Jahr nicht nur ein Laufsteg für Glamour, sondern auch eine Bühne für politische Botschaften. Mit dieser Auszeichnung hat der iranische Regisseur Jafar Panahi mehr als nur einen Filmpreis gewonnen – er hat ein Zeichen gesetzt. Am 24. Mai 2025 wurde Panahi für sei…

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  • Iranischer Mut, der bewegt: Jafar Panahis „It Was Just an Accident“ gewinnt Goldene Palme

    Iranischer Mut, der bewegt: Jafar Panahis „It Was Just an Accident“ gewinnt Goldene Palme

    Ein Sieg, der mehr ist als nur Kino: Der iranische Regisseur Jafar Panahi hat mit seinem Film „It Was Just an Accident“ die Goldene Palme beim 78. Filmfestival von Cannes gewonnen – und damit nicht nur die Jury, sondern die gesamte Filmwelt aufgerüttelt. Panahi, bekannt für seine unerbittliche Haltu…

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  • Sabotage am Mittelmeer: Stromausfall in Cannes und Nizza legt Schwachstellen offen

    Sabotage am Mittelmeer: Stromausfall in Cannes und Nizza legt Schwachstellen offen

    Als Cannes am Samstagmorgen in den Tag starten wollte, wurde die Glitzerwelt des Filmfestivals jäh von der Realität eingeholt. Eine großflächige Strompanne verdunkelte nicht nur die Leinwände – sie warf ein Schlaglicht auf die Verwundbarkeit unserer modernen Infrastruktur. Der Verdacht: Sabotage.

    Stromausfall im Rampenlicht

    Ausgerechnet während des renommierten Filmfestivals wurde Cannes, zusammen mit weiten Teilen des Departements Alpes-Maritimes, von einem massiven Stromausfall getroffen. Über 160.000 Haushalte waren betroffen – eine beängstigende Zahl in einer Region, die zu dieser Zeit vor Touristen und Prominenten nur so wimmelt.

    Der erste Vorfall ereignete sich früh morgens in Tanneron im benachbarten Département Var. Ein Brand brach in einer Hochspannungsanlage aus. Wenige Stunden später dann der nächste Schlag: In Villeneuve-Loubet wurden drei von vier Trägern eines Hochspannungsmastes durchtrennt – ganz offensichtlich mutwillig. Laut Staatsanwalt Damien Savarzeix handelt es sich um „einen böswilligen Akt“. Zufall? Wohl kaum.

    Zwischen Generatoren und rotem Teppich

    Trotz der angespannten Lage – Cannes hielt sich aufrecht. Die Abschlusszeremonie des Festivals konnte dank im Voraus installierter Notstromaggregate stattfinden. Die Organisatoren hatten offenbar ein gutes Gespür für Krisenvorsorge. Dennoch kam es zu Unterbrechungen bei einigen Filmvorführungen. Auch die Telekommunikation litt.

    Man stelle sich das Bild vor: internationale Stars im Scheinwerferlicht – und draußen? Funkstille. Keine Netzabdeckung. Keine Lichtschalter, die reagieren. Eine groteske Szene zwischen Glamour und Stromausfall.

    Ermittler unter Hochspannung

    Die Behörden reagierten schnell. Die Gendarmerie übernahm die Ermittlungen, unterstützt von Spezialeinheiten aus Marseille. Im Fokus stehen jetzt Videoaufzeichnungen und Mobilfunkdaten – der Versuch, die Täter über digitale Spuren zu entlarven.

    Der Präfekt der Alpes-Maritimes, Laurent Hottiaux, sprach von „Angriffen auf die Unversehrtheit kritischer Infrastrukturen“. Der lokale Abgeordnete Éric Ciotti legte verbal noch eine Schippe drauf: ein „klarer terroristischer Akt“, so seine Einschätzung. Er fordert harte Konsequenzen.

    Wie sicher sind unsere Stromleitungen eigentlich – vor allem in Zeiten, in denen ein Event wie das Filmfestival zur internationalen Bühne wird?

    Ein drittes Ereignis – oder die Spitze des Eisbergs?

    In der Nacht zum Sonntag kam es zu einem weiteren Vorfall: Ein Trafohäuschen in Nizza wurde in Brand gesetzt. Die Tür wurde offenbar gewaltsam geöffnet. Rund 45.000 Haushalte waren betroffen.

    Zufall oder Serie? Noch gibt es keinen bestätigten Zusammenhang, aber die zeitliche Nähe lässt kaum jemanden kalt. Bürgermeister Christian Estrosi sprach ebenfalls von einem „böswilligen Akt“. Die Bevölkerung ist alarmiert, viele stellen sich inzwischen dieselbe Frage: Handelt es sich um koordinierte Sabotage?

    Ein Weckruf für die Energie-Infrastruktur

    Diese Serie von Angriffen zeigt eines sehr deutlich – unsere Energieversorgung ist ein fragiles System. Und dieses System gerät aus dem Gleichgewicht, wenn gezielt an den Schwachstellen manipuliert wird. Experten fordern daher bereits mehr Schutz für kritische Infrastrukturen.

    Gerade in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen und wachsender sozialer Spannungen im Inland wirkt ein solcher Sabotageakt wie ein Brennglas – er zeigt, wie leicht unsere Zivilisation aus der Bahn geraten kann, wenn jemand es darauf anlegt.

    Ein weiteres Problem: Die meisten dieser Anlagen sind außerhalb der Städte gelegen, schwer einsehbar und oft nur unregelmäßig überwacht. Ein gut vorbereiteter Täter braucht nicht viel, um großen Schaden anzurichten.

    Was bleibt?

    Ein mulmiges Gefühl – trotz wiederhergestellter Stromversorgung. Die Bilder der dunklen Straßen, die hektischen Szenen in den Notzentralen, die ratlosen Gesichter der Techniker – sie werden bleiben. Mindestens bis geklärt ist, wer hinter diesen Taten steckt und warum.

    Die Sicherheitskräfte stehen unter Druck. Die Bevölkerung erwartet Antworten. Und Cannes? Hat erneut bewiesen, dass es nicht nur für Glanz, sondern auch für Krisenresilienz steht.

    Doch so ein Festival lebt nicht nur vom Glamour. Es lebt auch von Licht. Und das – wie wir jetzt wissen – kann ganz plötzlich verschwinden.

    Von Andreas M. Brucker

  • Cannes 2025: Große Namen, große Geschichten – und ein Hauch Rebellion

    Cannes 2025: Große Namen, große Geschichten – und ein Hauch Rebellion

    Der rote Teppich von Cannes glänzt dieses Jahr mit einer Mischung aus Hollywood-Glamour, politischer Schärfe und künstlerischer Radikalität.

    Am 19. Mai 2025 feiern Spike Lee und Denzel Washington die Premiere von Highest 2 Lowest, während Julia Ducournau mit Alpha erneut um die Goldene Palme kämpft. Doch das ist nur der Anfang eines Festivals, das in diesem Jahr besonders viel zu sagen hat.


    Spike Lee & Denzel Washington: Ein Duo mit Haltung

    Vier Jahre nach seinem Juryvorsitz kehrt Spike Lee mit Highest 2 Lowest zurück nach Cannes – diesmal außer Konkurrenz, aber nicht minder eindrucksvoll. Der Film ist eine moderne Neuinterpretation von Kurosawas High and Low und verlegt die Handlung ins heutige New York. Denzel Washington spielt einen Musikmogul, der in eine moralische Zwickmühle gerät, als sein Sohn entführt wird. Mit dabei: ASAP Rocky und Jeffrey Wright.

    Lee bleibt sich treu – politisch, pointiert und visuell kraftvoll.


    Julia Ducournau: Alpha – Zwischen Kindheit und Krise

    Nach dem Schock-Erfolg von Titane präsentiert Julia Ducournau nun Alpha, ihren dritten Spielfilm. Die Geschichte einer jungen Mutter, die in den 1980er-Jahren mit der AIDS-Krise konfrontiert wird, verspricht emotionale Tiefe und gesellschaftliche Relevanz. Mit Golshifteh Farahani und Tahar Rahim in den Hauptrollen setzt Ducournau erneut auf starke Charaktere und eine intensive Bildsprache.

    Ob sie erneut die Palme d’Or gewinnt? Die Spannung steigt.


    Wes Andersons The Phoenician Scheme: Stil trifft auf Politik

    Wes Anderson wagt sich mit The Phoenician Scheme auf neues Terrain. Der Film, eine Mischung aus Spionagethriller und Familiendrama, erzählt die Geschichte des Oligarchen Zsa-zsa Korda (Benicio del Toro), der seine Tochter Liesl (Mia Threapleton), eine Nonne, zur Nachfolgerin bestimmt. Mit einem Star-Ensemble, darunter Tom Hanks und Scarlett Johansson, und einer Handlung, die Kapitalismuskritik und persönliche Erlösung vereint, zeigt Anderson eine düstere, aber dennoch stilisierte Welt.

    Ein Film, der polarisiert – und gerade deshalb fasziniert.


    Weitere Highlights: Von Iran bis Südafrika

    • Jafar Panahi meldet sich mit Un simple accident zurück. Ein kleiner Vorfall löst eine Kette von Ereignissen aus – eine Parabel auf die Unvorhersehbarkeit des Lebens.
    • Oliver Hermanus präsentiert mit The History of Sound eine zarte Liebesgeschichte zwischen zwei Männern während des Ersten Weltkriegs. Paul Mescal und Josh O’Connor brillieren in den Hauptrollen.
    • Tarik Saleh zeigt mit Les Aigles de la République einen politischen Thriller über einen ägyptischen Schauspieler, der in die Machenschaften der Machtelite verstrickt wird.
    • Die Brüder Dardenne sind mit Jeunes Mères vertreten, einem einfühlsamen Porträt junger Mütter in einer betreuten Wohneinrichtung. Ein Film über Hoffnung, Gemeinschaft und den Kampf um ein besseres Leben.

    Dieses Jahr zeigt sich Cannes wieder von seiner besten Seite – ein Schmelztiegel aus Filmkunst, Gesellschaftskritik und emotionaler Kraft. Wer hätte gedacht, dass zwischen Blitzlichtgewitter und Designerroben so viel Substanz steckt?

    Ein Festival, das inspiriert, bewegt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

    Von C. Hatty

  • Bienenalarm in Cannes: Emma Stone zeigt Nerven auf dem roten Teppich

    Bienenalarm in Cannes: Emma Stone zeigt Nerven auf dem roten Teppich

    Was tun, wenn mitten auf dem roten Teppich nicht etwa ein Interview oder ein Blitzlichtgewitter, sondern eine herumschwirrende Biene für Aufsehen sorgt? Für Emma Stone hieß es am 16. Mai beim diesjährigen Filmfestival von Cannes: Haltung bewahren – und zwar mit einem charmanten Lächeln.

    Die Schauspielerin, die gemeinsam mit Pedro Pascal und Austin Butler ihren neuen Film Eddington vorstellte, wurde unfreiwillig zum Mittelpunkt eines viralen Moments. Eine hartnäckige Biene stahl der Hollywood-Diva und ihren Kollegen kurzfristig die Show – doch was zunächst wie ein peinlicher Zwischenfall wirkte, entwickelte sich zu einer Szene, die das Publikum weltweit zum Schmunzeln brachte.

    „Is that a bee?“ – Wenn Stars ganz menschlich werden

    Manchmal braucht es keine dramatische Pose oder ein ausgefallenes Kleid, um die Herzen der Fans zu erobern – manchmal reicht auch eine kleine Biene. Als das geflügelte Insekt über das Trio hinwegsauste, zuckte Emma Stone erschrocken zusammen, zeigte mit dem Finger und rief: „Is that a bee?“ Schnell suchte sie Schutz hinter Pedro Pascal, der zusammen mit Austin Butler versuchte, die fliegende Störenfriedin zu vertreiben – mit wedelnden Armen und sichtbar amüsiert.

    Das Netz? Reagierte begeistert. Innerhalb weniger Stunden verbreitete sich die Szene auf allen Plattformen, wurde tausendfach geteilt, geliked und mit Kommentaren überschüttet. Plötzlich war sie da: eine der menschlichsten und charmantesten Momentaufnahmen des Festivals.

    Zwischen Café-Chic und Hollywood-Glamour

    Trotz des tierischen Zwischenfalls ließ sich Emma Stone ihre Eleganz nicht nehmen. In einer asymmetrischen, weißen Robe von Louis Vuitton – inspiriert von französischen Kellneruniformen und veredelt mit smaragdgrünem und diamantbesetztem Schmuck – sah sie aus wie aus dem Modehimmel gefallen. Wer so stilvoll eine Bienenattacke übersteht, hat das Rampenlicht wirklich verdient.

    Ihr Outfit wurde prompt von Modekritikern als „mutig und gleichzeitig anmutig“ gefeiert. Und die Szene selbst? Ein Paradebeispiel dafür, wie sich Nahbarkeit mit Glamour verbinden lässt. Oder hat irgendwer je Pedro Pascal dabei gesehen, wie er eine Biene anzublasen versucht?


    Ein Film mit Tiefgang: Eddington

    Doch der Grund ihres Cannes-Auftritts ist mehr als ein Social-Media-Moment. Eddington, das neueste Werk von Regisseur Ari Aster, wurde in Cannes als Weltpremiere vorgestellt – ein Western im Pandemiegewand, tiefgründig und politisch. Spielort: ein kleines Nest im Bundesstaat New Mexico, Zeitpunkt: Mai 2020. Die Welt im Lockdown, Misstrauen in der Luft.

    Joaquin Phoenix spielt den lokalen Sheriff, Pedro Pascal dessen Gegenspieler – den Bürgermeister. Zwischen ihnen entfaltet sich ein beklemmendes Drama über Fake News, Machtkämpfe und persönliche Verluste. Emma Stone verkörpert die Ehefrau des Sheriffs – eine Rolle, die ihrer Figur eine zarte, emotionale Tiefe verleiht.

    Ari Aster schrieb das Drehbuch nach eigenen Worten in einer Zeit „voller Angst und Zweifel“. Eddington ist kein Film für nebenbei. Es ist ein Spiegelbild der jüngsten Vergangenheit – unbequem, ehrlich und packend. Kinostart ist am 18. Juli 2025.


    Die Biene und die Oscars: Ein kurioser Seitenhieb

    Dass ausgerechnet eine Biene den Cannes-Auftritt der Oscarpreisträgerin Emma Stone störte, nahmen einige Internetnutzer mit Humor – und einer Prise Ironie. Schnell kursierten Memes, die das Insekt als „Undercover-Fan“ der Oscar-Konkurrentin Lily Gladstone darstellten. Ein witziger Zufall, wenn man bedenkt, dass Gladstone bekennende Bienenliebhaberin ist und einer geretteten Biene einst den Namen „Bee-alzabub“ gab.

    Natürlich ist das alles Quatsch – aber genau solche Anekdoten machen das Festival lebendig und unterhaltsam. Wer hätte gedacht, dass eine Biene in Cannes für mehr Gesprächsstoff sorgen würde als mancher Film?


    Mehr als nur ein roter Teppich

    Der Zwischenfall zeigt einmal mehr: Auch auf einem der prestigeträchtigsten Filmfestivals der Welt geht es manchmal ganz ungekünstelt zu. Statt steifer Posen und unnahbarer Stars gab es Lacher, spontane Reaktionen – und eine sympathische Emma Stone, die einmal mehr bewies, dass ihr Charme nicht nur auf der Leinwand funktioniert.

    Diese kleine Episode war ein Highlight des Abends – nicht trotz, sondern wegen ihrer Unerwartetheit. Und mal ehrlich: Wann hat man zuletzt so herzhaft über einen Auftritt auf dem roten Teppich gelacht?

    Von C. Hatty

  • Tom Cruise rockt Cannes: Letzte „Mission Impossible“ zündet spektakulär auf der Croisette

    Tom Cruise rockt Cannes: Letzte „Mission Impossible“ zündet spektakulär auf der Croisette

    Wenn Hollywood auf französischem Boden landet, dann bleibt das selten leise. Am 14. Mai 2025 bebte die Croisette, als Tom Cruise höchstpersönlich zur Premiere von Mission: Impossible – The Final Reckoning auf dem roten Teppich erschien. Im Schlepptau: Der ikonische Soundtrack der Reihe, ein Fanmeer …

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  • Cannes 2025: Ein Jahrhundert im Spiegel der Frauen – „In die Sonne schauen“ sorgt für Aufsehen

    Cannes 2025: Ein Jahrhundert im Spiegel der Frauen – „In die Sonne schauen“ sorgt für Aufsehen

    Wenn ein deutscher Film die Ehre bekommt, den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes zu eröffnen, ist das allein schon eine kleine Sensation. Doch In die Sonne schauen von Mascha Schilinski ist weit mehr als ein Glücksfall für das deutsche Kino – es ist ein cineastisches Mosaik aus weiblichen Lebe…

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  • Kommentar: Goldener Glanz und große Gefühle – Cannes lebt wieder

    Kommentar: Goldener Glanz und große Gefühle – Cannes lebt wieder

    Kaum ist der rote Teppich ausgerollt, spürt man es förmlich: das Prickeln, das Funkeln, diese Magie, die nur Cannes verströmt. Jahr für Jahr – und doch jedes Mal ein bisschen anders. Jetzt sind sie wieder da, die Stars und Sternchen. Und mit ihnen kehrt ein ganz eigenes Lebensgefühl zurück. Nicht nur für die Filmschaffenden. Für uns alle.

    Denn Cannes ist mehr als nur ein Filmfestival.

    Es ist ein kollektiver Rausch der Sinne. Ein Traum in Echtzeit. Hier weht der Wind des Glamours über der Côte d’Azur – und trägt unsere Sehnsüchte gleich mit in die große weite Welt hinaus. Wenn Schauspielgrößen aus Hollywood, Regiewunderkinder aus Südkorea oder französische Filmlegenden die Stufen des Palais erklimmen, dann wird die Leinwand zur Bühne der Menschlichkeit. Und des Wahnsinns, der dazugehört.

    Ich gebe es zu: Ich liebe Cannes.

    Nicht, weil ich Fan von Glitzer bin. Oder weil ich auf dekadente Partys abfahre – im Gegenteil. Sondern weil Cannes jedes Jahr aufs Neue daran erinnert, was Kino sein kann. Und was es mit uns macht. Es rührt uns zu Tränen, es bringt uns zum Lachen, es lässt uns träumen, lieben, zweifeln. Manchmal sogar alles auf einmal.

    Zwischen Weltpremieren und Standing Ovations wird in Cannes etwas freigelegt, das im Alltag oft untergeht: unsere Fähigkeit zu staunen.

    Wie oft lassen wir uns im Alltag noch überraschen? Wann haben wir zuletzt wirklich mitgefühlt, ohne Ironie, ohne Distanz?

    Natürlich, es ist auch ein Spiel. Die High Heels klackern extra laut, die Sonnenbrillen sind übergroß, und das Lächeln sitzt wie festgetackert. Aber wer genau hinschaut, erkennt darunter die kleinen Regungen, die echten Momente. Nervosität. Stolz. Hoffnung.

    Die Kamera liebt alles davon.

    Und wir? Wir lieben, dass es sie gibt – diese kleinen Fluchten aus dem Gewöhnlichen. Cannes ist der Ort, an dem aus Ideen Geschichten werden, aus Träumen Filme, und aus Momenten Erinnerungen. Das klingt kitschig, ich weiß. Aber es ist wahr.

    Zwischen all dem Glanz steht Cannes auch für eine Bühne des Widerspruchs.

    Kunst trifft Kommerz. Statements prallen auf Schönfärberei. Und genau das macht es spannend. Hier darf – und soll – gerungen werden. Um Wahrhaftigkeit. Um Haltung. Um Sichtbarkeit. Cannes ist kein neutraler Raum, nie gewesen. Sondern ein Ort, an dem sich Kultur, Politik und Zeitgeist küssen – oder aneinander abarbeiten.

    Es sind auch unbequeme Filme dabei. Werke, die weh tun, verstören, aufrütteln. Filme, die nicht jeder versteht – oder verstehen will. Aber auch die brauchen ihren Platz. Gerade hier. Gerade jetzt.

    Und dann sind da natürlich die Träume.

    Die, die mit Herzklopfen anreisen. Die jungen Regisseur:innen, die unbekannten Schauspieler, die Drehbuchautoren, deren Werk erstmals das Licht der Leinwand erblickt. Für sie ist Cannes kein Laufsteg – es ist ein Sprungbrett. In eine Zukunft, von der sie schon als Kind geträumt haben.

    Diese Energie – man kann sie beinahe greifen.

    Ich erinnere mich an mein erstes Mal in Cannes. Es war heiß, die Luft schwer vom Parfum der Stars und der Aufregung der Massen. Ich stand in der Menge, ohne Einladung, ohne Aussicht auf einen Sitzplatz. Aber als das Licht im Saal ausging und der erste Film begann, war alles vergessen. Nur noch Bilder, Musik, Gefühl.

    Das war Magie. Und sie bleibt.

    Also ja – jetzt sind sie wieder da. Die Stars. Die Sternchen. Die Geschichten, die wir brauchen wie das Salz in der Suppe.

    Cannes zeigt uns, was wir längst wussten und doch immer wieder vergessen: Das Kino ist lebendig. Und es gehört uns allen.

    Ein Kommentar von C. Hatty

  • Gaza am Rand des Roten Teppichs: Der Schatten des Krieges über Cannes

    Gaza am Rand des Roten Teppichs: Der Schatten des Krieges über Cannes

    Die Sonne, das Meer, der Glamour – Cannes ist wie jedes Jahr bereit für Blitzlichtgewitter, Premieren und große Gefühle. Doch 2025 zieht sich ein tiefer Schatten über die Croisette. Der Nahostkonflikt, insbesondere das Drama um Gaza, rückt diesmal unübersehbar ins Zentrum des renommierten Filmfestiv…

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