Schlagwort: Cannabis

  • Drogenkonsumenten im Visier: Frankreich verschärft seine Null-Toleranz-Strategie

    Drogenkonsumenten im Visier: Frankreich verschärft seine Null-Toleranz-Strategie

    Eine breit angelegte Kontrollaktion in den Bouches-du-Rhône markiert einen neuen Kurs in der französischen Drogenpolitik. Mit 1.200 Einsatzkräften und verschärften Bußgeldern will Paris ein deutliches Signal setzen – nicht nur für Dealer, sondern auch für Gelegenheitskonsumenten. In 23 Städten des südfranzösischen Départements Bouches-du-Rhône, darunter auch Marseille, haben Polizei und Gendarmerie am 28. Januar 2026 eine groß angelegte Kontrollaktion gegen Drogenkonsumenten gestartet. Die dreitägige Maßnahme ist Teil einer politischen Neuausrichtung, die Staatspräsident Emmanuel Macron Mitte Dezember 2025 in Marseille angekündigt hatte: Die Geldbuße für den Besitz von Drogen soll von derzeit 200 auf 500 Euro angehoben werden. Daran zeigt sich, dass Frankreich seinen repressiven Kurs im Umgang mit illegalen Substanzen verschärft – mit Fokus auf den Endverbraucher. Konsum unter Generalverdacht Die Bilder sind eindeutig: Polizisten auf Fahrrädern durchkämmen das Viertel Belsunce, ein soz…

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  • Macron erhöht Bußgeld für Drogenkonsumenten – Symbolpolitik oder Strategiewechsel?

    Macron erhöht Bußgeld für Drogenkonsumenten – Symbolpolitik oder Strategiewechsel?

    Ein Satz, ein Signal: „Es ist nicht festlich, sich zu berauschen.“ Mit dieser Aussage untermauerte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am 16. Dezember 2025 in Marseille die Ankündigung, das Bußgeld für Drogenkonsum auf 500 Euro anzuheben. Die Maßnahme soll die Drogenpolitik verschärfen – doch Kritiker sprechen von Symbolpolitik ohne Substanz. Eine Maßnahme mit Signalwirkung Bei einem Austausch mit Leserinnen und Lesern der Regionalzeitung La Provence kündigte Macron an, dass die sogenannte amende forfaitaire délictuelle (AFD) – eine pauschale Geldstrafe für den Besitz oder Konsum illegaler Drogen – von bislang 200 auf 500 Euro erhöht werde. Die Begründung des Präsidenten war eindeutig: „Man muss ans Portemonnaie gehen – sich zu berauschen ist kein Fest.“ Die Bußgeldregelung wurde 2020 unter dem damaligen Innenminister Gérald Darmanin eingeführt, um Polizei und Justiz zu entlasten. Sie ermöglicht es, Drogenkonsumenten direkt vor Ort mit einer Geldstrafe zu belegen,…

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  • Frankreichs Drogenszene im Umbruch – Wenn Kokain das Cannabis vom Thron stößt

    Frankreichs Drogenszene im Umbruch – Wenn Kokain das Cannabis vom Thron stößt

    Es wirkt wie ein tektonischer Ruck unter der Oberfläche eines lange stabilen Gefüges: Erstmals übertrifft in Frankreich die wirtschaftliche Bedeutung des Kokainmarkts jene des Cannabis. Eine Entwicklung, die sich zwar seit Jahren angekündigt hat, nun aber mit der Wucht einer unangekündigten Springflut in den statistischen Daten steht. Grundlage dafür ist eine Anfang Dezember veröffentlichte Untersuchung des Observatoire français des drogues et des tendances addictives, die den Zeitraum von 2010 bis 2023 mit einer seltenen Präzision ausleuchtet.Ein Befund, der nicht nur überrascht, sondern Fragen aufwirft – und politische wie gesellschaftliche Implikationen nach sich zieht. Der französische Gesamtmarkt für illegale Drogen erreicht demnach inzwischen ein jährliches Volumen von rund 6,8 Milliarden Euro. Den größten Anteil daran hält, entgegen jahrzehntelanger Gewohnheit, nicht mehr das allgegenwärtige Cannabis, sondern das Kokain: etwa 3,1 Milliarden Euro fließen in diesen Markt, während …

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  • Frankreich unter Drogen – Warum der Konsum illegaler Substanzen explodiert

    Frankreich unter Drogen – Warum der Konsum illegaler Substanzen explodiert

    Frankreich steht vor einem stillen Umbruch, der nur auf den ersten Blick im Schatten gesellschaftlicher Großthemen steht. Die aktuelle Erhebung des französischen Drogen-Observatoriums OFDT ist eine Zäsur: Der Konsum illegaler Drogen steigt, rapide, flächendeckend, über alle Milieus hinweg.

    Die nüchternen Zahlen klingen wie ein Schockbericht aus einem Land im Kontrollverlust.

    Über eine Million Menschen zwischen 11 und 75 Jahren konsumierten 2023 in Frankreich Kokain – fast doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor. Fast 15 % der Erwachsenen haben schon einmal Substanzen wie Ecstasy, Crack oder Amphetamine ausprobiert. Der tägliche Cannabiskonsum bleibt hoch. Und ein Detail erschüttert besonders: Die Reinheit der Drogen nimmt zu, ihre Preise hingegen kaum – die „Kosten-Nutzen-Rechnung“ für den Konsumenten fällt immer verführerischer aus.

    Aber wie kommt es zu diesem dramatischen Anstieg? Wo sind die Ursachen zu suchen – und was folgt daraus für Politik und Gesellschaft?

    Die Droge auf Bestellung – wie Amazon, nur schneller

    Ein zentrales Stichwort in der Analyse lautet: „ubérisation“. Wer heute in Paris, Lyon oder Marseille Kokain bestellen möchte, muss nicht in dunkle Gassen oder zwielichtige Bars abtauchen. Eine schnelle Nachricht per App, diskrete Übergabe, Lieferung bis zur Haustür. Die Dealer der Gegenwart fahren Motorroller und agieren effizienter als viele Lieferdienste.

    Gleichzeitig sinkt der „psychologische Preis“. Wenn eine Lieferung Kokain so unkompliziert zu haben ist wie eine Pizza, verliert der Drogenkonsum sein einstiges Stigma. Er wird zur Normalität – besonders in einer Gesellschaft, in der Tempo, Stress und Leistungsdruck permanent neue Ventile suchen.

    Kokain als Karriere-Booster – wenn Selbstoptimierung zum Suchtpfad wird

    Die neue Drogenrealität ist nicht mehr auf soziale Brennpunkte beschränkt. Selbst in etablierten Berufsgruppen wird Kokain inzwischen als Mittel zur „Performance-Steigerung“ missbraucht – zwischen Sitzung und Afterwork, zwischen Burnout und Business-Lunch.

    Das „Feierabendbier“ der vergangenen Generationen hat Konkurrenz bekommen – chemisch, synthetisch, wirkungsvoll. Und genau hier liegt eine der gefährlichsten Verschiebungen: Die Droge ist kein Tabubruch mehr, sondern Teil eines Alltags, der auf Effizienz und Anpassung trimmt. Nicht nur Jugendliche auf der Suche nach Rausch und Rebellion greifen zu, sondern auch Eltern, Angestellte, Selbstständige.

    Mehr Polizei? Mehr Therapie? Mehr Prävention? – Frankreichs Drogenpolitik am Scheideweg

    Die bisherigen Antworten der Politik wirken hilflos. Eine starke Zunahme repressiver Maßnahmen hat die Märkte nicht austrocknen können. Im Gegenteil: Die Dealer sind mobiler, anpassungsfähiger, vernetzter denn je.

    Doch auch im Gesundheitssystem herrscht Nachholbedarf. Zwar existieren Programme zur Risikoreduktion, doch sie erreichen oft nicht die, die längst mitten im Konsumstrudel gefangen sind. Viele Hilfsangebote richten sich vor allem an Jugendliche – doch der Konsument von heute ist häufig über dreißig, berufstätig, sozial integriert. Und damit: unsichtbar.

    Hinzu kommt eine besorgniserregende soziale Komponente. Wer sich in benachteiligten Stadtteilen bewegt, erkennt rasch: Es gibt keine „zonen blanches“ mehr, keine drogenfreien Räume. Der Handel floriert, oft offen, unter den Augen der Anwohner. Wo Staat und Sicherheit fehlen, übernehmen Netzwerke die Kontrolle – mit fatalen Folgen für das soziale Gefüge.

    Ein Flächenbrand ohne Feueralarm

    Warum schreit niemand? Warum bleibt die mediale und gesellschaftliche Reaktion verhalten, fast schon routiniert?

    Vielleicht, weil das Thema unbequem ist. Weil es nicht in klassische Raster passt. Weil es von vielen Seiten beleuchtet werden müsste – medizinisch, sozial, sicherheitspolitisch, wirtschaftlich. Und weil es keine einfachen Antworten gibt.

    Aber genau darin liegt die journalistische Aufgabe: hinzuschauen, zu benennen, zu differenzieren.

    Was jetzt zu tun wäre – und was nicht mehr reicht

    Frankreich steht an einem Punkt, an dem bloßes Weiter-So gefährlich wird. Die Gesellschaft braucht eine neue Balance – zwischen Kontrolle und Unterstützung, zwischen Strafe und Therapie, zwischen öffentlicher Ordnung und individueller Hilfe.

    Prävention muss dabei auch Erwachsene erreichen, nicht nur Jugendliche. Die gesundheitliche Versorgung muss Drogenkonsum als chronisch-gesellschaftliches Problem begreifen, nicht als moralischen Ausrutscher. Und: Die Bekämpfung des Handels darf sich nicht auf Polizeiaktionen beschränken, sondern muss digital, wirtschaftlich und strategisch neu gedacht werden.

    Die zentrale Frage lautet: Wollen wir weiter so tun, als hätten wir die Kontrolle – oder endlich beginnen, die Realität ernst zu nehmen?

    Denn eines ist sicher: Die Drogen sind da. Sie verschwinden nicht von selbst. Aber unsere Ignoranz könnte sie noch mächtiger machen.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Drogenhandel per Telegram: Digitale Dealerzentrale in Bourg-en-Bresse zerschlagen

    Drogenhandel per Telegram: Digitale Dealerzentrale in Bourg-en-Bresse zerschlagen

    Sie boten Cannabis, Kokain und Ecstasy an – bequem per Chatnachricht. Geliefert wurde an die Haustür oder an diskrete Treffpunkte im Departement Ain. Was klingt wie ein düsteres Kapitel aus einem Roman, war in Bourg-en-Bresse bittere Realität. Doch damit ist jetzt Schluss: Ein professionell organisiertes Drogen-Netzwerk, das über den Messenger-Dienst Telegram agierte, wurde zerschlagen. Acht Verdächtige sitzen fest. Die Ermittlungen begannen Anfang des Jahres – mit einem einzigen Hinweis. Jemand hatte beobachtet, dass sich hinter mehreren Telegram-Accounts ein verdächtig strukturiertes System von Drogenverkäufen entwickelte. Die Justiz in Bourg-en-Bresse schaltete sich ein, die Gendarmerie wurde aktiv. Was folgte, war akribische Ermittlungsarbeit – mit digitalem Spürsinn und klassischer Polizeiarbeit. Am 18. November griffen die Behörden schließlich zu. Die Aktion war minutiös vorbereitet: Gemeinsam mit der lokalen Einheit der Unité nationale cyber (UNC) durchsuchten Beamte der Lyoner …

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  • Drogenkrieg oder Friedensvertrag? Frankreich und Deutschland ringen um die richtige Strategie

    Drogenkrieg oder Friedensvertrag? Frankreich und Deutschland ringen um die richtige Strategie

    Legalize it – oder verbieten bis zur letzten Patrone? Kaum eine Frage spaltet die Drogenpolitik so sehr wie diese: Muss man Drogen legalisieren oder härter bestrafen, um dem Drogenhandel endlich den Boden zu entziehen?

    Frankreich und Deutschland liefern zwei gegensätzliche Antworten – und machen deutlich, dass es längst nicht mehr nur um Substanzen geht. Sondern um Sicherheit, Gesellschaft und den Umgang mit einer Realität, die längst vor der Haustür liegt.


    Frankreichs harter Kurs – und seine Schatten

    In Marseille knallen die Schüsse, in Nanterre greifen Spezialeinheiten durch, in Lille zirkulieren Drogen wie Cola-Dosen im Supermarktregal. Frankreich hat ein Problem mit dem Narcotrafic, dem Drogenhandel – und es ist gewaltig. Die Regierung antwortet mit Härte: mehr Polizei, schärfere Gesetze, längere Strafen. Besitz, Handel, auch kleine Mengen – alles wird rigoros verfolgt. Nicht selten bedeutet das: Jugendlicher mit Joint – 1 Jahr Haft möglich.

    Doch der Erfolg bleibt aus. Die Drogen zirkulieren weiter, die Dealer rekrutieren schneller, als Staatsanwälte Anklagen schreiben können. Und in manchen Vierteln ist der Drogenverkauf längst Alltag – mit eigener Infrastruktur, eigenen Gesetzen, eigenen Autoritäten. Die Szene hat sich fest etabliert – mitten in der Republik.

    Und das wirft Fragen auf. Denn was nützt ein noch so entschlossener Strafapparat, wenn die Wirkung verpufft? Wenn statt Abschreckung Resignation eintritt? Wenn Repression nicht das Netz kappt, sondern nur die sichtbaren Fäden zerschneidet?


    Deutschlands Weg: kontrollieren statt kriminalisieren

    Im Vergleich wirkt Deutschland fast schon liberal. Zumindest beim Thema Cannabis hat sich das Land für einen Richtungswechsel entschieden: Erwachsene dürfen seit diesem Jahr begrenzte Mengen legal besitzen. Clubs statt Clans, Aufklärung statt Abschreckung – so lautet die Devise. Die Polizei? Soll sich künftig auf wirklich gefährliche Substanzen konzentrieren, nicht auf Gelegenheitskonsumenten im Park.

    Der Grundgedanke: Wer den Markt kontrolliert, kann ihn auch zivilisieren. Was legal ist, muss nicht mehr heimlich gekauft werden. Und was aus der Schmuddelecke kommt, kann auch präventiv begleitet werden – mit Beratung, Tests, Hilfe im Notfall.

    Natürlich gibt es Zweifel: Wird der Schwarzmarkt wirklich verschwinden? Wird der Konsum steigen? Wird Deutschland zum Dealer Europas? Niemand weiß das sicher. Aber es ist ein Versuch, einen jahrzehntelangen Teufelskreis zu durchbrechen – und den Fokus zu verschieben: weg vom Strafrecht, hin zur Gesundheitspolitik.


    Zwei Länder, zwei Systeme – und viele Fragen

    Der Vergleich ist aufschlussreich – nicht weil eines der Länder „besser“ wäre, sondern weil beide auf ihre Weise symptomatisch sind. Frankreich steht für den klassischen Sicherheitsstaat: klare Linien, harte Regeln, null Toleranz. Deutschland testet das Gegenteil: Regulierung als Antwort auf Kontrollverlust.

    Die Ergebnisse? Gemischt. Frankreich hat trotz hoher Repression massive Drogenprobleme – sowohl in urbanen Brennpunkten als auch in strukturschwachen Regionen. Deutschland experimentiert noch, die Effekte der Cannabisfreigabe werden sich erst mittelfristig zeigen. Aber schon jetzt zeichnet sich ab: Die Polizei ist entlastet, viele Konsumenten fühlen sich sicherer, die Zahl der Verfahren sinkt.

    Und doch bleibt der Kern des Problems bestehen: der organisierte Handel mit harten Drogen. Crack, Kokain, Heroin – sie machen den Großteil des Umsatzes aus, und hier scheitern beide Länder gleichermaßen. Denn wo Milliarden fließen, ziehen keine Gesetze – sondern Macht, Angst und Gier.


    Bestrafen oder legalisieren – oder beides?

    Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Vielleicht braucht es einen doppelten Ansatz: eine konsequente Verfolgung der Strukturen – kombiniert mit einer Entkriminalisierung der Nutzer. Vielleicht ist die Zeit vorbei, in der man Drogenpolitik nach dem Motto „hart oder weich“ sortieren konnte.

    Wichtiger wäre: Was funktioniert? Was entzieht dem Schwarzmarkt die Luft? Was schützt die Jugend, ohne ganze Generationen zu kriminalisieren?

    Die Frage ist nicht nur juristisch. Sie ist moralisch, sozial, gesellschaftlich. Und sie verlangt Mut – auf beiden Seiten des Rheins.


    Der europäische Blick: Zeit für gemeinsame Wege?

    Es ist paradox: In Europa gibt es einen Binnenmarkt für alles – nur nicht für Drogenpolitik. Die einen verbieten, die anderen liberalisieren, dazwischen herrscht Ratlosigkeit. Doch der Narcotrafic kennt keine Landesgrenzen. Seine Netze reichen von Rotterdam bis Palermo, von Marseille bis Berlin.

    Wie lange kann Europa sich noch leisten, das Thema national zu behandeln? Wäre es nicht klüger, Strategien zu vereinen – Repression da, wo nötig, Prävention da, wo möglich?

    Vielleicht wird in einigen Jahren eine andere Generation auf diese Debatten blicken – und sich wundern, wie lange wir gebraucht haben, um zu erkennen: Nicht das Verbot macht eine Droge gefährlich, sondern der Umgang mit ihr.

    Autor: C. Hatty

  • Drogenlager am Hafen: Polizei entdeckt fast zwei Tonnen Cannabis in Le Havre

    Drogenlager am Hafen: Polizei entdeckt fast zwei Tonnen Cannabis in Le Havre

    Es ist ein Fund, der selbst erfahrene Ermittler überrascht haben dürfte: In einem unscheinbaren Lagerhaus im Hafen von Le Havre entdeckten französische Polizeieinheiten Ende Oktober satte 1,84 Tonnen Cannabis – sorgfältig verpackt, gelagert und offenbar bereit zur Weiterverteilung. Jetzt wird bekannt: Die Operation war Teil einer groß angelegten Ermittlung gegen die organisierte Drogenkriminalität in Frankreich. Le Havre, einer der wichtigsten Frachthäfen Europas, ist ein bekanntes Nadelöhr für internationale Warenströme – und damit auch für den Drogenschmuggel. Immer wieder gelingt es Banden, über den Hafen illegale Substanzen aus Südamerika, Afrika oder Spanien einzuschleusen. Doch dieses Mal war die Polizei den Kriminellen einen Schritt voraus. Am 22. Oktober schlugen Spezialkräfte in einem Lagerhaus der nordfranzösischen Hafenstadt zu. Die Durchsuchung war minutiös vorbereitet – als Ergebnis eines Jahres intensiver Ermittlungsarbeit. Für 15 Verdächtige klickten die Handschellen. Ei…

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  • „Uber coke“ in Sens: Wie ein Drogen-Lieferservice nach Vorbild von Food-Apps aufflog

    „Uber coke“ in Sens: Wie ein Drogen-Lieferservice nach Vorbild von Food-Apps aufflog

    Sie klingen fast harmlos, diese Spitznamen: „Uber coke“, „Uber shit“. Doch dahinter verbirgt sich ein hochprofessionelles Geschäftsmodell – die Lieferung harter Drogen direkt bis an die Haustür. So geschehen in Sens, einer Kleinstadt im Département Yonne, wo Ermittler nun einen ganzen Ring von Dealern aus dem Verkehr gezogen haben. Die Szene könnte aus einem schlechten Film stammen: Kunden tippen ein paar Nachrichten in eine verschlüsselte App, wenige Minuten später klingelt es an der Tür, und ein „Bote“ übergibt diskret kleine Päckchen voller Kokain oder Heroin. Bezahlt wird bar oder, moderner noch, per Kryptowährung. Keine dunkle Straßenecke, kein stundenlanges Warten – die Bestellung von Suchtmitteln funktioniert so reibungslos wie die von Sushi oder Pizza. Die Parallelen zu Lieferdiensten sind kein Zufall, sondern Teil des Konzepts. Hinter den Kurieren stehen Strukturen, die wie kleine Start-ups organisiert sind. Callcenter-ähnliche Koordinatoren, Fahrer im Schichtbetrieb, Marketin…

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  • Zwischen Repression und Realität – Drogenpolitik in Frankreich und Deutschland

    Zwischen Repression und Realität – Drogenpolitik in Frankreich und Deutschland

    Am 26. Juni, Weltdrogentag, richtet sich der Blick auf ein Thema, das Staaten und Gesellschaften gleichermaßen herausfordert – und das dennoch politisch stiefmütterlich behandelt wird: der Umgang mit Drogen, ihren Märkten, ihren Konsumenten.

    Während Deutschland noch immer um einen konsistenten Kurs ringt, schlägt Frankreich mit aller Härte zu. Ein neues Gesetz, verabschiedet im Frühjahr 2025, erklärt der organisierten Drogenkriminalität den Krieg: Spezialstaatsanwälte, verschärfte Haftbedingungen, die Möglichkeit zur Enteignung, ein erweitertes Kronzeugenprogramm. Der Innenminister spricht von einem „Tsunami des Kokains“ und kriminalisiert zugleich die Konsumenten der Komplizenschaft mit mafiösen Strukturen.

    Doch die Realität ist komplexer – und sie lässt sich nicht mit Verboten wegregeln.

    Frankreichs neue Härte: Abschreckung oder Symbolpolitik?

    Frankreich hat verstanden, dass es ein Problem hat. Der Konsum von Kokain, Cannabis und synthetischen Drogen erreicht Rekordhöhen. Die Drogenwirtschaft ist längst nicht mehr Randphänomen – sie durchzieht Vorstädte, Hafenstädte, Freizeitkultur. Mit ihr wächst die Gewalt: in Marseille, Lyon, Grenoble, selbst in Gefängnissen.

    Doch auf das Drogenelend antwortet der Staat mit militärischer Sprache. Polizeiaktionen, Bargeldverbot, Fahndungsdruck – das sind die Mittel. Die Botschaft: Härte schützt. Der Subtext: Hilfe kostet.

    Therapieprogramme, Prävention, soziale Reintegration? Fehlanzeige. Die französische Linie wirkt, als wolle sie das Problem eindämmen, indem sie es verdrängt und die Symptome bekämpft – nicht indem sie es versteht.

    Deutschland: zwischen Halbherzigkeit und Pragmatismus

    Deutschland wiederum zeigt sich mutiger in der Theorie – und zögerlicher in der Praxis. Die Cannabislegalisierung, medial groß angekündigt, bleibt fragmentarisch: Modellprojekte statt flächendeckender Umsetzung, rechtliche Grauzonen statt klarer Vorgaben. Gleichzeitig fehlen bundesweit koordinierte Suchtstrategien. Drogenkonsumräume gibt es nur in wenigen Städten, und auch dort unter permanentem Legitimationsdruck.

    Es ist ein Umgang, der vorsichtig liberal wirken möchte, ohne Verantwortung wirklich zu übernehmen. Wo Frankreich repressiv handelt, verliert sich Deutschland im halbherzigen Mittelweg.

    Was fehlt, ist das Dritte: die Fürsorge

    Der Mensch hinter der Sucht verschwindet in beiden Modellen. Frankreich blendet ihn aus. Deutschland übersieht ihn.

    Dabei ist klar: Repression kann punktuell notwendig sein – gegen Dealer, gegen organisierte Strukturen. Regulierung kann sinnvoll sein – etwa bei Cannabis, wo Entkriminalisierung Märkte kontrollieren und Konsumrisiken verringern kann.

    Doch der Kern liegt dazwischen: in der Fürsorge. In der Bereitschaft, Sucht als Erkrankung zu behandeln – nicht als moralisches Versagen. In der Einsicht, dass Prävention nur wirkt, wenn sie nah an den Lebenswelten der Menschen stattfindet – und nicht in Broschüren endet. In der Erkenntnis, dass Reintegration mehr ist als Therapievorschläge – sie bedeutet sozialen Anschluss, Arbeit, Würde.

    Europäische Verantwortung: mehr als nationale Modelle

    Es ist an der Zeit, dass sich die europäische Drogenpolitik von nationalen Symbolkämpfen löst. Die Probleme sind grenzüberschreitend – ihre Lösungen müssen es ebenfalls sein. Dazu gehört eine koordinierte Strafverfolgung ebenso wie ein gemeinsames Verständnis von Regulierung und Versorgung. Dazu gehören Daten, Austausch, gemeinsame Standards.

    Frankreich und Deutschland könnten gemeinsam vorangehen – wenn sie ihre jeweiligen Schwächen überwinden: die französische Fixierung auf Strafe, die deutsche Angst vor klarer Linie.

    Was bleibt vom Weltdrogentag?

    Ein politischer Weckruf – kein Anlass zum Schulterklopfen. Weder repressives Pathos noch liberale Rhetorik helfen weiter, solange die Betroffenen allein bleiben. Es braucht eine nüchterne, verantwortungsvolle Politik, die drei Säulen vereint:

    1. Repression dort, wo Gewalt und organisierte Kriminalität herrschen.
    2. Regulierung dort, wo Märkte kontrollierbar sind.
    3. Fürsorge dort, wo Menschen Hilfe brauchen.

    Zwischen Frankreichs Härte und Deutschlands Halbherzigkeit liegt Raum für politischen Realismus – und humanitäre Vernunft.

    Von Andreas M. Brucker

  • Drogenkrieg auf hoher See: Frankreich schlägt in der Karibik zu

    Drogenkrieg auf hoher See: Frankreich schlägt in der Karibik zu

    Frankreich zeigt Flagge – und zwar deutlich. In einem beispiellosen Schlag gegen den internationalen Drogenhandel hat die Marine nationale innerhalb von nur zehn Tagen fast vier Tonnen Rauschgift sichergestellt. Die jüngsten Einsätze im Rahmen der Operation „Carib Royal“ in den Antillen zeigen: Die französischen Streitkräfte lassen in der Karibik nicht locker. Zwei spektakuläre Einsätze – zwei Volltreffer Der 13. Mai war alles andere als ein gewöhnlicher Tag auf hoher See. Eine schnelle, nicht gekennzeichnete Schmugglerbarke wurde in der Karibik abgefangen – und das mit Erfolg. An Bord: über drei Tonnen Cannabis, fein säuberlich in 118 Ballen verpackt. Fünf Männer klickten die Handschellen, und das Ermittlungsverfahren wanderte direkt zur interregionalen Staatsanwaltschaft in Fort-de-France. Ein harter Schlag gegen die kriminellen Netzwerke. Doch das war erst der Anfang. Nur neun Tage später, am 22. Mai, ging den französischen Streitkräften ein weiteres „dickes Fischlein“ ins Netz. Ein…

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