Schlagwort: Bußgeld

  • Kommentar: Wahre Liebe braucht kein Schloss – sondern Vertrauen

    Kommentar: Wahre Liebe braucht kein Schloss – sondern Vertrauen

    Es ist schon erstaunlich, wie fragil die große, ewige Liebe inzwischen geworden ist. Früher genügte ein Versprechen, ein Blick in die Augen oder einfach das ehrliche Gefühl, den richtigen Menschen gefunden zu haben. Heute scheint ein Vorhängeschloss aus dem Souvenirgeschäft unverzichtbar zu sein. Erst wenn es an einer Brücke baumelt und der Schlüssel dramatisch im Fluss versinkt, soll die Liebe plötzlich unzerstörbar sein.

    Ausgerechnet historische Brücken müssen nun die Last tausender Liebesschwüre tragen. Paris kennt das Problem seit Jahren, Marseille, Nizza und nun auch Colmar ziehen die Notbremse. Nicht etwa, weil die Städte etwas gegen Romantik hätten – sondern weil Brücken irgendwann tatsächlich unter dem Gewicht dieser metallenen Gefühlsausbrüche leiden. Welch bittere Pointe: Ausgerechnet die Liebe droht Brücken einstürzen zu lassen.

    Dabei drängt sich eine unbequeme Frage auf. Wer verspürt überhaupt den Drang, seine Liebe mit einem Schloss zu sichern? Menschen, die sich ihrer Beziehung wirklich sicher sind? Oder vielleicht doch eher jene, die insgeheim hoffen, ein Stück Stahl könne festhalten, was im Herzen längst zu wackeln beginnt?

    Die Wahrheit ist oft ernüchternd. Der Schlüssel landet im Wasser, das Schloss bleibt zurück – und Jahre später existiert von der großen Liebe häufig nur noch ein rostiges Andenken. Beziehungen zerbrechen. Menschen verändern sich. Das Schloss hängt weiter am Geländer, als stummer Zeuge eines Versprechens, das längst vom Alltag eingeholt wurde.

    Liebe lässt sich nicht einschließen. Sie lebt von Vertrauen, Respekt, gemeinsamen Erinnerungen und der Bereitschaft, jeden Tag aufs Neue füreinander da zu sein. Kein Metall der Welt ersetzt ein offenes Gespräch. Kein gravierter Name verhindert eine Krise. Kein Vorhängeschloss macht aus einer wackeligen Beziehung eine stabile.

    Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Romantik. Den Menschen an seiner Seite nicht festzuketten, sondern jeden Tag freiwillig bei ihm zu bleiben. Ohne Symbol, ohne Spektakel, ohne Schloss.

    Denn Liebe, die nur hält, weil sie abgeschlossen wurde, war vermutlich nie wirklich frei.

    C. Hatty

  • Liebesschlösser verboten: Colmar zieht der Romantik klare Grenzen

    Liebesschlösser verboten: Colmar zieht der Romantik klare Grenzen

    Wer seine Liebe in Colmar künftig mit einem Vorhängeschloss besiegeln möchte, erlebt eine Überraschung. Die elsässische Stadt hat das Anbringen sogenannter Liebesschlösser an Brücken und Geländern der berühmten „Petite Venise“ offiziell untersagt. Wer das Verbot missachtet, muss mit einem Bußgeld von 300 Euro rechnen. Damit endet eine Tradition, die über Jahre untrennbar zum Bild des romantischen Viertels gehörte.

    Lange Zeit zählten die kleinen Metallschlösser zu den beliebtesten Symbolen für ewige Verbundenheit. Paare aus aller Welt gravierten ihre Namen oder Initialen ein, befestigten das Schloss an einem Geländer und warfen den Schlüssel in die Lauch. Die Botschaft dahinter war einfach: Die Liebe soll für immer halten. Für viele Besucher gehörte dieses Ritual fast schon selbstverständlich zu einem Aufenthalt in Colmar.

    Doch aus der romantischen Geste entwickelte sich im Laufe der Jahre ein ernsthaftes Problem. Immer mehr Schlösser bedeckten die Brüstungen der Brücken, bis von den historischen Geländern kaum noch etwas zu erkennen war. Bewohner und Geschäftsleute schilderten, dass ganze Abschnitte vollständig mit Metall überzogen gewesen seien. Bereits im vergangenen Jahr ließ die Stadt mehrere Hundert Schlösser entfernen. Nun folgt mit dem vollständigen Verbot der nächste Schritt.

    Ausschlaggebend für die Entscheidung war vor allem der Schutz der historischen Bauwerke. Nach Angaben der Stadt mussten insgesamt rund 600 Kilogramm Metall von Brücken und Geländern entfernt werden. Dieses zusätzliche Gewicht belastete die Konstruktionen erheblich. Gleichzeitig litt das Erscheinungsbild der historischen Altstadt, deren malerische Kanäle und Fachwerkhäuser jedes Jahr Millionen Besucher anziehen. Gerade die „Petite Venise“ gilt als eines der bekanntesten Fotomotive im Elsass – und genau dieses historische Ambiente möchte die Stadt bewahren.

    Nicht jeder begrüßt die neue Regelung. Besonders Souvenirhändler sehen das Verbot kritisch. Liebesschlösser gehörten über Jahre zu den meistverkauften Erinnerungsstücken. Manche Geschäftsinhaber befürchten nun finanzielle Einbußen und bleiben möglicherweise auf ihren Lagerbeständen sitzen. Einige äußern zudem Zweifel an der rechtlichen Grundlage der Entscheidung.

    Colmar steht mit diesem Schritt allerdings nicht allein. Auch andere europäische Städte mussten erfahren, dass die romantische Tradition ihre Schattenseiten besitzt. In Paris, Rom, Florenz und Venedig führten die wachsenden Mengen an Liebesschlössern ebenfalls zu Einschränkungen oder vollständigen Verboten. Der Schutz historischer Bauwerke erhielt dort letztlich Vorrang vor einer lieb gewonnenen Urlaubstradition.

    Für verliebte Paare bedeutet das jedoch keineswegs das Ende romantischer Erinnerungen. Die malerischen Kanäle, blumengeschmückten Gassen und historischen Fassaden bieten weiterhin unzählige Möglichkeiten für unvergessliche Momente. Nur eines gehört künftig der Vergangenheit an: das Schloss am Brückengeländer.

    Von C. Hatty

  • Frankreich zieht beim Handy am Steuer die Schrauben an

    Frankreich zieht beim Handy am Steuer die Schrauben an

    Ein kurzer Blick aufs Smartphone, eine gelesene Nachricht an der roten Ampel, ein schneller Griff zum Display während der Fahrt – für viele Autofahrer gehört diese Versuchung längst zum Alltag. Frankreich reagiert darauf nun deutlich schärfer. In mehreren Départements drohen Verkehrssündern inzwischen Konsequenzen, die weit über das bekannte Bußgeld hinausgehen: Wer mit dem Handy in der Hand am Steuer erwischt wird, riskiert dort eine sofortige Aussetzung des Führerscheins. Den Anfang machten die Départements Landes, Lot-et-Garonne und Pas-de-Calais. Seit dem 1. Mai 2026 gilt die verschärfte Praxis auch in Charente-Maritime. Die zuständigen Präfekten nutzen dabei bestehende rechtliche Möglichkeiten, um unmittelbar auf gefährliches Verhalten im Straßenverkehr zu reagieren. Statt auf ein langwieriges Verfahren zu warten, kann die Fahrerlaubnis direkt für einen Zeitraum von 15 Tagen bis zu sechs Monaten entzogen werden. Bislang galten landesweit relativ einheitliche Sanktionen. Wer beim T…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Ardèche verschärft Strafen für Handy-Nutzung am Steuer

    Ardèche verschärft Strafen für Handy-Nutzung am Steuer

    Wer in der Ardèche künftig mit dem Smartphone in der Hand am Steuer erwischt wird, muss mit deutlich härteren Konsequenzen rechnen als bisher. Der Präfekt des Départements, Benoît Trévisani, hat eine Maßnahme verteidigt, die in Frankreich bereits für Diskussionen sorgt: Seit dem 1. Juni kann die Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt nicht nur ein Bußgeld und Punkteverlust nach sich ziehen, sondern auch eine sofortige Aussetzung des Führerscheins. Für den Präfekten steht die Begründung außer Frage. Die Zahl der Verkehrstoten in der Ardèche hat ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Bereits in den ersten Monaten des Jahres verloren 19 Menschen auf den Straßen des Départements ihr Leben. Damit wurde schon jetzt die Gesamtzahl der Todesopfer des Vorjahres erreicht. Aus Sicht der Behörden reicht es daher nicht mehr aus, lediglich auf bestehende Sanktionen zu setzen. Die Ardèche zählt zu den ländlich geprägten Regionen Frankreichs. Viele Menschen sind auf das Auto angewiesen, öffen…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Drogenkonsumenten im Visier: Frankreich verschärft seine Null-Toleranz-Strategie

    Drogenkonsumenten im Visier: Frankreich verschärft seine Null-Toleranz-Strategie

    Eine breit angelegte Kontrollaktion in den Bouches-du-Rhône markiert einen neuen Kurs in der französischen Drogenpolitik. Mit 1.200 Einsatzkräften und verschärften Bußgeldern will Paris ein deutliches Signal setzen – nicht nur für Dealer, sondern auch für Gelegenheitskonsumenten. In 23 Städten des südfranzösischen Départements Bouches-du-Rhône, darunter auch Marseille, haben Polizei und Gendarmerie am 28. Januar 2026 eine groß angelegte Kontrollaktion gegen Drogenkonsumenten gestartet. Die dreitägige Maßnahme ist Teil einer politischen Neuausrichtung, die Staatspräsident Emmanuel Macron Mitte Dezember 2025 in Marseille angekündigt hatte: Die Geldbuße für den Besitz von Drogen soll von derzeit 200 auf 500 Euro angehoben werden. Daran zeigt sich, dass Frankreich seinen repressiven Kurs im Umgang mit illegalen Substanzen verschärft – mit Fokus auf den Endverbraucher. Konsum unter Generalverdacht Die Bilder sind eindeutig: Polizisten auf Fahrrädern durchkämmen das Viertel Belsunce, ein soz…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Knallharte Maßnahme in Frankreichs Südwesten: Handy am Steuer kostet in den Landes jetzt den Führerschein

    Knallharte Maßnahme in Frankreichs Südwesten: Handy am Steuer kostet in den Landes jetzt den Führerschein

    Was bislang als Kavaliersdelikt galt, wird im französischen Département Landes zur ernsten Angelegenheit: Wer am Steuer mit dem Handy erwischt wird, riskiert den sofortigen Verlust seines Führerscheins – mindestens für zwei Wochen. Eine drastische Maßnahme, die nicht aus heiterem Himmel kommt, sondern eine klare Reaktion auf steigende Unfallzahlen ist.

    Seit dem 1. November 2025 gilt in den Landes: Null Toleranz gegenüber Handynutzung während der Fahrt. Autofahrer, die telefonieren, Nachrichten schreiben oder sogar nur das Display ihres Geräts checken, müssen nicht nur mit einem Bußgeld von 135 Euro und dem Abzug von drei Punkten rechnen – sie können jetzt auch direkt den Lappen verlieren. Die Polizei ist in erhöhter Alarmbereitschaft und kontrolliert mit strikter Konsequenz. Wer erwischt wird, bekommt binnen Tagen Post von der Präfektur – mit einem zeitlich befristeten Fahrverbot.

    Die Geduld der Behörden ist am Ende

    Gilles Clavreul, Präfekt der Landes, hat genug. Nach einer mehrwöchigen Aufklärungskampagne sei die Zeit für Nachsicht vorbei: „Wenn das Handy am Steuer die einzige Übertretung ist, reden wir über 15 Tage Fahrverbot. Wer zusätzlich zu schnell ist oder andere Verkehrsregeln missachtet, muss mit bis zu einem Monat rechnen“, erklärt er.

    Die rechtliche Grundlage dafür liefert der französische Code de la Route, der es Präfekten erlaubt, bei gefährlichem Verhalten den Führerschein temporär zu entziehen – auch ohne richterlichen Beschluss. Ein Mittel, das bislang selten angewendet wurde, aber jetzt zum festen Instrument der Verkehrspolitik im Südwesten avanciert.

    Mehr Tote, mehr Härte

    Die Entscheidung kommt nicht von ungefähr. In den Landes sind in diesem Jahr bereits 31 Menschen auf den Straßen ums Leben gekommen – fünf mehr als im Vorjahr. In einem Großteil der Fälle spielte das Smartphone am Steuer eine entscheidende Rolle. Für die Behörden ist das Maß voll: „Wir handeln nicht willkürlich, sondern gezielt. Der Schutz von Leben hat Vorrang“, heißt es aus einem Kommissariat.

    Diese neue Härte scheint von der Bevölkerung durchaus mitgetragen zu werden. Viele Fahrer zeigen Verständnis – einige aus eigener, schmerzhafter Erfahrung. Eine Frau, die kürzlich in einen Auffahrunfall verwickelt war, berichtet: „Die junge Fahrerin hinter mir war mit dem Handy beschäftigt und hat nicht gesehen, dass wir abbremsten. Ich habe jetzt ein Schleudertrauma.“ Die bittere Konsequenz einer Sekunde Unaufmerksamkeit.

    Handy, GPS und die Grauzonen

    Nicht jede Kontrolle verläuft konfliktfrei. Ein Fahrer wurde angehalten, weil sein Smartphone sichtbar in der Windschutzscheibe befestigt war. „Ich nutze es als Navigationsgerät, wie ein Tablet“, rechtfertigte er sich. Der Gendarm blieb hart: „Das ist gefährlich und behindert Ihre Sicht – es ist ein klarer Verstoß.“

    Diese Szene steht exemplarisch für das Dilemma moderner Mobilität: Smartphones sind längst Teil des Fahralltags, dienen als GPS, Musikquelle oder Kommunikationsmittel. Doch wo endet der sinnvolle Einsatz – und wo beginnt die Gefahr?

    Ein Modell für ganz Frankreich?

    Die Landes sind mit dieser Initiative landesweit Vorreiter. Noch hat kein anderes Département vergleichbare Maßnahmen ergriffen, doch Experten erwarten, dass sich das schnell ändern könnte. Die Erfolgskriterien dafür liegen auf der Hand: weniger Unfälle, weniger Tote – und ein spürbarer Mentalitätswandel im Straßenverkehr.

    Denn eines ist klar: Wer hinter dem Steuer aufs Handy schaut, fährt sekundenlang blind – und gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen. Ist es da nicht nur logisch, wenn der Staat eingreift, bevor es zu spät ist?

    Die Landes haben ein Zeichen gesetzt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es Schule macht.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Bekenntnis oder Verkehrsverstoß? Warum Autofahrer in Südfrankreich zur Kasse gebeten werden

    Bekenntnis oder Verkehrsverstoß? Warum Autofahrer in Südfrankreich zur Kasse gebeten werden

    In den Pyrénées-Orientales weht er an jeder Ecke: der gelb-rote katalanische Streifen. Auf Balkonen, Schaufenstern, ja selbst auf Autokennzeichen. Und genau da beginnt das Problem – oder wie es manche sehen: der Widerstand. Ein kleiner Sticker auf dem Nummernschild, ein ebenso kleines Zeichen des Stolzes. Für die einen eine Bagatelle, für die anderen eine Ordnungswidrigkeit, die bis zu 135 Euro kosten kann. „S’il faut payer, je paierai“ – Wenn der Stolz teurer wird Auf einem Parkplatz in Perpignan, unweit der Grenze zu Spanien, zuckt eine junge Fahrerin mit den Schultern: „C’est interdit ? Je ne savais pas du tout.“ Verboten? Davon hatte sie keine Ahnung. Und sie ist nicht allein. Zahlreiche Autofahrer in der Region kleben sich kleine Katalonien-Sticker auf ihr Nummernschild – meist direkt über das offizielle Symbol der Region Okzitanien. Ein symbolischer Akt mit politischem Unterton. „Wir sind Katalanen, keine Okzitanier“, erklärt ein Mann, der seinen Sticker stolz auf dem Blech zeigt…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Grüner Ärger im Pariser Untergrund: 150-Euro-Strafe für eine Zimmerpflanze

    Grüner Ärger im Pariser Untergrund: 150-Euro-Strafe für eine Zimmerpflanze

    Man stelle sich vor: Sonntagmorgen, die Sonne blinzelt, ein entspannter Ausflug, eine Pflanze im Arm – und plötzlich ein Bußgeld über 150 Euro. Genau das ist Salomé passiert, einer jungen Journalistin aus Paris. Ihr „Vergehen“? Sie transportierte ihre grüne Mitbewohnerin, eine Strelitzie, durch den Pariser U-Bahnhof République. Eine Pflanze, die zur Kontroverse wurde Salomé war mit einer Freundin unterwegs, als sie von einer RATP-Mitarbeiterin gestoppt wurde. Sie dachte zunächst an eine Routinekontrolle. Doch dann kam der Schlag: „150 Euro Strafe – wegen der Pflanze.“ Ungläubig fragte sie noch nach dem Betrag, rechnete mit 20 oder 30 Euro. Doch die Zahl blieb. Ein echter Schlag ins Gesicht – wegen eines grünen Blattes zu viel? Sie war nicht allein mit ihrem Unverständnis. Was darf in die Metro – und was nicht? Laut Reglement der RATP dürfen Gepäckstücke maximal 75 cm groß sein, längliche Gegenstände dürfen bis zu zwei Meter betragen, wenn sie senkrecht getragen werden. Salomés Strelitz…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…