Schlagwort: Blick in die Welt

  • Hunderte Tote nach Erdbeben in Afghanistan – und weitere World-News

    Hunderte Tote nach Erdbeben in Afghanistan – und weitere World-News

    Rettungskräfte versuchten am gestrigen Tag, entlegene Gebirgsregionen im Osten Afghanistans zu erreichen, nachdem ein Erdbeben der Stärke 6,0 mehr als 800 Menschen das Leben gekostet und weitere etwa 3.000 verletzt hatte. Afghanische Behörden warnten, dass die Zahl der Todesopfer wahrscheinlich weiter steigen werde.

    Die Bergungsarbeiten wurden durch Erdrutsche erschwert, die ganze Dörfer von der Außenwelt abschnitten. Nur wenige Länder – darunter Iran, Indien, Japan und die EU – boten der Taliban-Regierung Hilfsleistungen an.

    Das Beben traf ein Land, das bereits mit multiplen Krisen kämpft. Laut den Vereinten Nationen sind über die Hälfte der rund 42 Millionen Afghaninnen und Afghanen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hilfsorganisationen bereiten sich auf einen harten Winter vor – bei schwindenden Mitteln und der Rückkehr von über zwei Millionen afghanischen Flüchtlingen aus Pakistan und dem Iran.


    Brasiliens Demokratie auf dem Prüfstand

    Brasiliens früherer Präsident Jair Bolsonaro muss sich ab heute vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Planung eines Staatsstreichs nach seiner Wahlniederlage 2022. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm mehrere Jahrzehnte Haft.

    Zivil gekleidete Polizeibeamte bewachen Bolsonaros Wohnhaus in Brasília, wo er unter Hausarrest steht – für den Fall, dass er zu fliehen versucht. Er trägt eine elektronische Fußfessel und bestreitet die Vorwürfe.

    Viele Brasilianerinnen und Brasilianer sehen den Prozess als Sieg der Demokratie. Brasilien, das erst vor 40 Jahren die Militärdiktatur überwunden hat, bringt damit zustande, was den USA bisher verwehrt blieb: einen Ex-Präsidenten strafrechtlich wegen des Versuchs, nach einer verlorenen Wahl illegal an der Macht zu bleiben, anzuklagen.

    Doch der Weg dorthin wirft Fragen auf. Denn das Oberste Gericht Brasiliens, insbesondere ein einzelner Richter, hat sich in der Aufarbeitung dieses Falles außergewöhnliche Kompetenzen gesichert – was nun Kritik an eines möglichen Machtmissbrauchs nährt. Das Land bereitet sich auf mögliche Unruhen während des Prozesses vor.

    Das Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof soll zwei Wochen dauern. Die Richter bewerten Beweismaterial, das über einen Zeitraum von fast zwei Jahren gesammelt wurde. Dazu zählt auch die Aussage von Bolsonaros persönlichem Sekretär, der im Rahmen eines Deal mit den Ermittlungsbehörden zugab, an der Planung eines möglichen Staatsstreichs beteiligt gewesen zu sein.


    Xi, Putin und Modi demonstrieren Geschlossenheit

    Beim gestrigen Gipfeltreffen im chinesischen Tianjin präsentierten sich die Staatschefs Chinas, Russlands und Indiens demonstrativ einig: Xi Jinping, Wladimir Putin und Narendra Modi begrüßten sich mit Lächeln und in sehr gelöster Stimmung – wie enge Freunde.

    In seiner Rede kritisierte Xi Jinping unverblümt die USA: Man müsse sich der „Mentalität des Kalten Kriegs, Blockkonfrontation und Schikane“ widersetzen. Russlands Präsident Putin gab dem Westen die Schuld am Krieg in der Ukraine. Indiens Premier Modi betonte die Bedeutung von Multilateralismus und einer inklusiven Weltordnung – also eines Systems, in dem Länder wie Indien mehr Mitspracherecht haben.

    Im Anschluss sprachen Modi und Putin laut russischen Staatsmedien rund 50 Minuten lang miteinander – während einer gemeinsamen Fahrt im Auto Putins zu dem offiziellen Treffen.


    Weitere Nachrichten im Überblick

    • Gaza: Israels neue Offensive in Gaza-Stadt und veränderte Positionen in den Waffenstillstandsverhandlungen deuten darauf hin, dass der Krieg nicht bald enden wird.
    • Russland: Bulgarische Behörden vermuten russische Verantwortliche hinter einer GPS-Störung eines Flugzeugs mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an Bord.
    • Ukraine: Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen im Mordfall eines ehemaligen Parlamentspräsidenten fest – mit mutmaßlicher Beteiligung Moskaus.
    • Australien: Rechtsextreme Proteste gegen Einwanderung bereiten der Regierung Sorgen.
    • Südkorea: Nach einem 18-monatigen Boykott kehren viele Ärztinnen und Ärzte wieder an ihre Arbeitsplätze zurück.
    • Wirtschaft: Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat seinen CEO wegen einer nicht offengelegten Beziehung zu einer Untergebenen entlassen.
    • Mexiko: Drogenkartelle setzen zunehmend moderne Kriegsführungstechnologien ein – darunter auch Drohnen.

    Autor: P. Tiko

  • Erdbeben in Afghanistan: Ein Land am Rand der Belastungsgrenze

    Erdbeben in Afghanistan: Ein Land am Rand der Belastungsgrenze

    Es war kurz vor Mitternacht, als der Boden bebte.
    Ein Erdbeben der Stärke 6,0 erschütterte in der Nacht zum 1. September 2025 die östlichen Provinzen Afghanistans – und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Mehr als 620 Menschen haben ihr Leben verloren, über 1.500 wurden verletzt. Ganze Dörfer in den Provinzen Kunar und Nangarhar sind verschwunden, als hätte jemand sie mit einem Radiergummi von der Landkarte gelöscht.

    Minuten, die alles veränderten

    Das Beben ereignete sich um 23:47 Uhr Ortszeit, nahe der Stadt Jalalabad. Nur acht Kilometer tief lag das Epizentrum – und gerade diese geringe Tiefe machte die Erschütterung so zerstörerisch. In den Distrikten Nur Gul, Soki, Watpur, Manogi und Chapadare stürzten ganze Siedlungen in sich zusammen. Wer dort lebte, hatte kaum eine Chance.

    Die Häuser in der Region sind meist einfache Lehm- und Holzbauten. Für den Alltag tauglich, gegen ein Beben aber machtlos. Eine Sekunde stiller Schrecken, dann nur noch Staub, Splitter, Schreie.

    Blockierte Straßen, isolierte Dörfer

    Auch die Natur selbst stellte sich gegen die Überlebenden. Erdrutsche rissen Straßen weg, machten Täler unzugänglich, schnitten Orte ab, in denen noch immer Menschen unter den Trümmern liegen. Für die Helfer bedeutet das: Zeit verlieren. Zeit, die Menschenleben kostet.

    Ein Wettlauf gegen die Stunden

    Trotz aller Widrigkeiten laufen die Rettungsarbeiten. Teams aus Kunar, Nangarhar und Kabul sind unterwegs. Helikopter fliegen Verletzte in überfüllte Krankenhäuser. Freiwillige graben mit bloßen Händen nach Verschütteten. Niemand will aufgeben.

    Die Taliban-Regierung hat internationale Hilfsorganisationen um Unterstützung gebeten – eine seltene, aber bittere Notwendigkeit. Denn die Wahrheit ist: Afghanistan steht schon lange am Rand des Zusammenbruchs.

    Ein Land im Dauerkrisenmodus

    Seit Jahren steckt das Land in einer Spirale aus wirtschaftlicher Not, politischen Spannungen und internationaler Isolation. Ausländische Hilfsgelder wurden gestoppt, Sanktionen lähmen die Wirtschaft. Viele Familien leben ohnehin am Existenzminimum. Und nun dieses Erdbeben.

    Die Katastrophe wirkt wie ein Brennglas: Sie zeigt die Schwächen des Systems, die Hilflosigkeit der Behörden, die Not der Bevölkerung. Wer ohnehin kaum etwas hatte, hat jetzt gar nichts mehr.

    Afghanistan – ein Land zwischen den Platten

    Geologisch betrachtet liegt Afghanistan auf einer tickenden Zeitbombe. Hier prallen die Indische und die Eurasische Platte aufeinander, ein Spannungsfeld, das regelmäßig Beben freisetzt.
    Im Oktober 2023 kostete ein Erdbeben über 1.400 Menschen das Leben. Im September 2022 waren es Hunderte. Die Serie will nicht abreißen.

    Und die Bauweise der Häuser – billig, instabil, ohne erdbebensichere Standards – verstärkt jedes Unglück. Man könnte fast sagen: Nicht die Erde tötet, sondern die schlecht gebauten Wände, die über den Menschen zusammenfallen.

    Viele der betroffenen Dörfer liegen abgelegen, zwischen Bergen und Tälern, wo schon in normalen Zeiten Versorgung kaum gesichert ist.

    Ohne Hilfe von außen wird es nicht gehen.

    Hoffnung trotz Trümmern

    Vielleicht liegt in dieser Tragödie die Chance, Afghanistan nicht nur Nothilfe zu bringen, sondern langfristig Strukturen aufzubauen – erdbebensichere Häuser, Frühwarnsysteme, Katastrophenschutz, den Namen auch verdient.
    Denn eines ist sicher: Das nächste Beben kommt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

    Und dann muss das Land besser vorbereitet sein. Damit nicht wieder Hunderte unter Lehm und Staub begraben werden.

    Von C. Hatty

  • Russlands schwerster Angriff auf Kiew seit dem Trump-Putin-Treffen – und weitere World-News

    Russlands schwerster Angriff auf Kiew seit dem Trump-Putin-Treffen – und weitere World-News

    Ein stundenlanger Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew hat gestern mindestens 20 Menschen das Leben gekostet, darunter vier Kinder, wie ukrainische Behörden mitteilten. Es war der massivste Angriff auf die Hauptstadt seit dem Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska vor weniger als zwei Wochen – und ein deutliches Zeichen dafür, dass die jüngste diplomatische Offensive der USA bislang keinen Fortschritt in Richtung Frieden zwischen Russland und der Ukraine gebracht hat.

    „Russland wählt ballistische Raketen statt den Verhandlungstisch“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Social Media. „Es entscheidet sich, weiter zu töten, statt den Krieg zu beenden. Und das bedeutet, dass Russland noch immer keine Angst vor den Konsequenzen hat.“

    Trump hatte sich wiederholt frustriert über Putins Angriffe auf die Ukraine geäußert, jedoch keine seiner angekündigten Sanktionen gegen Russland bislang umgesetzt.

    Treffer auf EU-Vertretung: Bei dem Angriff wurden auch Gebäude der EU-Vertretung und des British Council in Kiew beschädigt. Großbritannien bestellte daraufhin den russischen Botschafter ein, um offiziell Protest einzulegen.

    Weitere Schritte: Selenskyj erklärte, sein Stabschef und der Leiter des nationalen Sicherheitsrats würden sich heute in New York mit Trumps Team treffen, um über Sicherheitsgarantien für ein künftiges Friedensabkommen zu beraten.

    Nach Angaben westlicher Beamter überfliegen russische und mit Russland verbündete Kräfte derzeit regelmäßig Transportwege in Deutschland, über die die USA und ihre Partner Militärgüter in die Ukraine liefern – mithilfe von Aufklärungsdrohnen.


    Widerstand in den eigenen Reihen: Israels Reservisten verweigern den Dienst

    Israel bereitet derzeit eine Großoffensive auf Gaza-Stadt vor und plant dafür die Einberufung Tausender Reservisten. Doch die Regierung ist sich unsicher, wie viele tatsächlich den Einberufungsbefehlen folgen werden.

    In den vergangenen Monaten ist die Zahl der israelischen Reservisten, die nicht zum Dienst erscheinen, stetig gestiegen. Einige sind vom Krieg desillusioniert, viele andere erschöpft – nach langen Einsätzen und Kämpfen an mehreren Fronten, etwa im Libanon, in Syrien und im Westjordanland.

    Während Israels Regierung einen umfassenden Angriff auf Gaza-Stadt angekündigt hat, kontrollieren die Streitkräfte bislang nur wenige Stadtteile. Seit Wochen operieren sie allerdings im Viertel Zeitoun. Neue Satellitenbilder sollen laut der New York Times zeigen, dass der Stadtteil, der noch vor drei Wochen weitgehend unversehrt war, durch israelische Bombardierungen inzwischen nahezu vollständig zerstört worden ist.


    Europa will Sanktionen gegen Iran wiedereinführen

    Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben der UNO gestern mitgeteilt, dass der Iran gegen das Atomabkommen von 2015 verstoßen habe und sie daher planen, die im Rahmen des Abkommens ausgesetzten Sanktionen wieder in Kraft zu setzen.

    Der sogenannte „Snapback-Mechanismus“, der in einer Resolution des UNO-Sicherheitsrats verankert ist, eröffnet ein 30-tägiges Verhandlungsfenster, bevor die Strafmaßnahmen automatisch wieder eingesetzt werden. Der Iran bezeichnete das Vorgehen als illegal und warf den europäischen Staaten vor, damit den laufenden Dialog mit der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) zu untergraben.


    Weitere wichtige Meldungen:

    USA: Lisa Cook, Mitglied im Gouverneursrat der US-Notenbank (Fed), hat Donald Trump verklagt – wegen ihrer Entlassung durch ihn. Zudem verschärft sich der Konflikt in der US-Gesundheitsbehörde CDC: Trump-Unterstützer Robert F. Kennedy Jr. versucht, die Direktorin Susan Monarez zu entlassen.

    Libanon: Die UNO hat beschlossen, ihre Friedensmission im Süden des Landes 2027 zu beenden. Israel begrüßte den Schritt.

    Syrien: Bei israelischen Luftangriffen auf einen Vorort von Damaskus sollen offiziellen Angaben zufolge mindestens sechs syrische Soldaten getötet worden sein.

    Haiti: Die Trump-Regierung schlägt eine deutlich größere internationale Einsatztruppe vor, um die Kontrolle über das von Banden terrorisierte Land zurückzugewinnen.

    Hongkong: Der Prozess gegen den Medienunternehmer Jimmy Lai ist zu Ende gegangen – ob er freikommt, dürfte jedoch von politischen Faktoren abhängen.

    Handel: Trumps drastische Schutzzölle bringen viele US-Kleinunternehmen in Bedrängnis. Länder wie Brasilien und Indien, bislang als verlässliche Produktionsstandorte geschätzt, geraten zunehmend aus dem Fokus.

    Autor: P. Tiko

  • Trump will Klimaschutz weltweit sabotieren – und andere World-News

    Trump will Klimaschutz weltweit sabotieren – und andere World-News

    Donald Trump versucht nicht nur, den Ausstieg aus fossilen Energien in den Vereinigten Staaten zu blockieren. Der US-Präsident übt auch zunehmend Druck auf andere Länder aus, ihre Klimaziele aufzugeben – und stattdessen mehr Kohle, Gas und Öl zu verbrennen.

    Wie die New York Times berichtet, bedient sich Trump dabei handelspolitischer Hebel, Zölle und weiterer wirtschaftlicher Instrumente. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte: Die Regierung werde „die wirtschaftliche und nationale Sicherheit de USA nicht für vage Klimaziele aufs Spiel setzen.“

    Die Maßnahmen, mit denen die Trump-Administration versucht, die Klimapolitik anderer Länder zu beeinflussen, umfassen unter anderem:

    • Androhung von Zöllen, Visabeschränkungen und Hafengebühren für Länder, die einem globalen Abkommen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in der Schifffahrt zustimmen;
    • Einbindung umfassender Verpflichtungen zum Kauf amerikanischer Öl- und Gasprodukte in fast alle Handelsabkommen;
    • Zusammenarbeit mit anderen ölproduzierenden Staaten wie Saudi-Arabien, um Produktionsgrenzen für erdölbasierte Kunststoffe zu verhindern.

    EU-Mitarbeiter und internationale Energieexpert:innen zeigen sich zunehmend beunruhigt über das Ausmaß dieses außenpolitischen Drucks. Wissenschaftlicher Konsens ist: Um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden, müssen Länder schnellstmöglich den Umstieg von fossilen auf saubere Energiequellen wie Wind-, Solar-, Geo- und Wasserkraft vollziehen.


    Indien unter Druck: Trumps Zölle treffen den Subkontinent hart

    Seit Inkrafttreten von Trumps neuen Importzöllen in Höhe von 50 Prozent suchen indische Unternehmen händeringend nach staatlicher Unterstützung. Die Regierung von Premierminister Narendra Modi reagierte mit einem sechsjährigen Hilfsprogramm im Umfang von umgerechnet 28 Milliarden Dollar, das Exporteure bei der Erschließung neuer Märkte und Kreditaufnahme unterstützen soll.

    Industrieverbände fordern darüber hinaus direkte Zuschüsse zu Lohnzahlungen, günstigeren Strom und bessere Kreditkonditionen. Besonders betroffen sind arbeitsintensive Branchen wie die Textilindustrie, die rund zwei Prozent der indischen Wirtschaft ausmacht.

    Ein unerwünschter Nebeneffekt betrifft auch die saubere Energie: Indien hatte in den letzten Jahren gezielt in den Ausbau seiner Solarindustrie investiert – ein Sektor, der nun erheblich unter den amerikanischen Strafzöllen leidet.


    Europas großes Aufrüsten

    Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zwingt Europas Regierungen zum Umdenken. In fast allen Hauptstädten laufen derzeit Gespräche mit Rüstungsunternehmen, begleitet von milliardenschweren Investitionsprogrammen. Verteidigungsausgaben werden dabei nicht nur als sicherheitspolitisch notwendig, sondern auch als wirtschaftlich wichtiges Konjunkturmittel präsentiert.

    Doch Ökonomen warnen: Der Nutzen für die Realwirtschaft bleibe begrenzt, wenn nicht gezielt in Forschung und technologische Innovation investiert werde. Eine reine Vorratsbeschaffung bringe wenig Wachstum. Zudem könnte eine Finanzierung über Steuererhöhungen – im Gegensatz zu kreditbasierten Ausgaben – die Konjunktur zusätzlich bremsen.

    Deutschland etwa hat seine Schuldenbremse faktisch ausgesetzt, um die Aufrüstung über neue Kredite zu finanzieren. Frankreich, Italien und Großbritannien stehen hingegen vor schwierigeren Entscheidungen – ihre Schuldenstände sind bereits sehr hoch, was den fiskalischen Spielraum stark einschränkt.


    Weitere wichtige Meldungen

    • Indien: Mindestens 34 Tote nach schweren Monsunregenfällen mit Erdrutschen und Sturzfluten im indisch kontrollierten Teil von Jammu und Kaschmir.
    • USA: Ein Bewaffneter schoss durch die Fenster einer katholischen Kirche in Minneapolis während einer Schüler-Messe – zwei Kinder starben, 17 weitere wurden verletzt.
    • Gesundheit: Das Weiße Haus entließ die neue CDC-Direktorin, nachdem sie sich weigerte, auf Druck von Robert F. Kennedy Jr. zurückzutreten.
    • Diplomatie: Dänemark bestellte den US-Botschafter ein – Anlass sind Berichte über verdeckte Einflussoperationen in Grönland durch Trump-nahe Akteure.
    • Gaza: Trump traf sich im Weißen Haus mit seinem Sondergesandten Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner, um über die Zukunft des Gazastreifens zu beraten.
    • Ukraine: Die bisherige Ausreisesperre für Männer zwischen 18 und 60 Jahren wurde gelockert – junge Männer dürfen bis zum Alter von 23 Jahren wieder reisen.
    • VAE: Ein ägyptischer Aktivist wurde in die Vereinigten Arabischen Emirate ausgeliefert und dort ohne Gerichtsverfahren festgehalten, weil er arabische Regime kritisiert habe.
    • Deutschland: Neue Anreize sollen helfen, die Personalnot der Bundeswehr zu lindern – sollte das nicht reichen, könnte die Wehrpflicht zurückkehren.
    • Technologie: Der US-Chiphersteller Nvidia übertraf mit einem Umsatzplus von 56 Prozent alle Erwartungen – ein Zeichen, dass der KI-Boom ungebrochen ist.
    • Iran: UN-Inspektoren dürfen erstmals seit dem iranischen Kooperationsstopp wieder Nuklearanlagen besuchen – ein möglicher Schritt zur Wiederherstellung der Kontrolle der Anlagen.
    • Großbritannien: Viele neue, besonders wärmegedämmte Wohnhäuser drohen in den immer heißeren Sommern zu überhitzen – aufwändige Nachrüstungen werden nötig.

    Autor: P. Tiko

  • Indien ist „verwirrt“ von Donald Trump – und andere World-News

    Indien ist „verwirrt“ von Donald Trump – und andere World-News

    Was genau erwarten die USA im Jahr 2025 von Indien?

    Noch vor Kurzem schien die Antwort eindeutig: Indien galt als Amerikas Partner in Asien und als wichtigste Gegenkraft zu China.

    Diese strategische Ausrichtung spiegelte sich in der Vergangenheit in zahlreichen politischen Maßnahmen wider. Die Zusammenarbeit in Technologie und Verteidigung hatte ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Die Vereinigten Staaten ermutigten Unternehmen, ihre Produktion von China nach Indien zu verlagern – und Konzerne wie Apple folgten dieser Aufforderung.

    Doch die vergangenen Monate haben dieses Bild grundlegend verändert. Nicht nur sind die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten gesunken – auch der Grund dafür bleibt rätselhaft. Niemand in Indien scheint derzeit zu verstehen, weshalb das Verhältnis dermaßen abgekühlt ist oder welche Erwartungen die USA künftig an diese Partnerschaft stellen. (Indiens Außenminister gebrauchte auf einer Pressekonferenz vergangene Woche das Wort „verwirrt“.)

    Seit heute gelten neue US-Zölle von 50 Prozent, und Indien rätselt über die Ursachen dieser Entwicklung – und darüber, wie sich der entstandene Konflikt entschärfen lässt. Zugleich spricht derzeit kaum jemand über das einstige zentrale Ziel dieser Beziehung: eine Zusammenarbeit im Umgang mit China. Dabei war gerade dieser gemeinsame strategische Fokus das Fundament der US-indischen Partnerschaft – und wird es für die künftige Ordnung Asiens bleiben.

    Ein Fallstudie in Widersprüchen

    Indien ist nicht das einzige Land, bei dem die neue US-Handelspolitik im Widerspruch zu geopolitischen Prioritäten steht. Auch Südkorea, Japan und mehrere südostasiatische Staaten sehen sich mit neuen Zöllen konfrontiert.

    Doch im Fall Indiens sind die Widersprüche besonders ausgeprägt: Die neuen Zölle sind extrem hoch – und gleichzeitig war Indiens strategische Bedeutung für Washington über Jahre hinweg außerordentlich hoch.

    Auch Indien verzeichnet gegenüber den USA einen Handelsüberschuss. Die Regierung in Neu-Delhi war sich bewusst, dass dies – zusammen mit Indiens protektionistischer Politik etwa im Agrarsektor – Spannungen hervorrufen könnte. Doch man glaubte, einen Ausgleich gefunden zu haben, der Trump zufriedenstellen würde: Indien begann, verstärkt amerikanische Energieprodukte und Rüstungsgüter zu importieren – um so das Handelsbilanzdefizit zu kompensieren. Bislang scheint dies in Trumps Kalkulationen jedoch kaum eine Rolle zu spielen.

    Gleichzeitig aber kauft Indien in wachsendem Maße russisches Öl. Zu Beginn des Kriegs in der Ukraine machte russisches Rohöl weniger als ein Prozent von Indiens gesamten Ölimporten aus – heute liegt der Anteil bei rund einem Drittel. Indiens Käufe russischen Öls waren Teil der laufenden Handelsgespräche.

    Wäre es bei einer klaren Linie geblieben – etwa der Androhung sekundärer Sanktionen gegen alle Länder, die russisches Öl kaufen –, ließe sich das Vorgehen Trumps nachvollziehen. Doch die Entscheidung, den Fokus ausschließlich auf Indien zu legen, sorgt für maximale Verwirrung: China, der weltweit größte Abnehmer russischer Energie, kauft weiterhin zu Vorzugspreisen – und wurde bisher von vergleichbaren Maßnahmen verschont.

    Moskau, Peking und darüber hinaus

    Während sich die Beziehungen zu den USA verschlechtern, intensiviert Indien seine diplomatischen Bemühungen – insbesondere gegenüber Moskau und Peking. In den vergangenen Wochen reisten sowohl der nationale Sicherheitsberater als auch der Außenminister nach Russland. Beide wurden von Präsident Wladimir Putin empfangen, und beide kündigten einen baldigen Gegenbesuch Putins in Neu-Delhi an. Premierminister Narendra Modi wiederum bereitet sich auf eine Reise nach China vor – die erste seit sieben Jahren.

    Über zwanzig Jahre US-Indien-Strategie wurden in den vergangenen vier Monaten praktisch auf den Kopf gestellt. Heute sucht das frühere Gegengewicht zu China seinerseits ein Gegengewicht – zu Donald Trump.

    (Dieser Tex basiert auf einem Artikel der New York Times)


    Trump versucht, eine Fed-Gouverneurin zu entlassen

    Ein schwerer juristischer Konflikt deutet sich in Washington an, nachdem Donald Trump angekündigt hatte, Lisa Cook – eine von sieben Gouverneurinnen der US-Notenbank Federal Reserve – wegen angeblicher Hypothekenbetrugsfälle zu entlassen. Cook erklärte gestern, sie werde Klage einreichen, um gegen die Entlassung vorzugehen, da der Präsident „keine Befugnis“ zu ihrer Abberufung habe.

    Die Federal Reserve soll eigentlich unabhängig von politischem Druck agieren. Doch Trump hat in den vergangenen Wochen eine Serie öffentlicher Angriffe auf Mitglieder der Notenbank gestartet – mit dem Ziel, Zinssenkungen zu erzwingen.


    Weitere wichtige Nachrichten

    • Ukraine: Erstmals seit Beginn des Krieges konnten russische Truppen Ortschaften in der Region Dnipropetrowsk einnehmen. Der Energiekrieg zwischen Russland und der Ukraine verschärft sich: Gegenseitige Angriffe auf Stromnetze sowie Öl- und Gasanlagen nehmen massiv zu.
    • Israel: Das Sicherheitskabinett trat zusammen, ließ jedoch offen, wie es mit einem Vorschlag für eine Waffenruhe im Gazastreifen weitergeht. Das Militär erklärte – ohne Belege vorzulegen –, der Angriff auf ein Krankenhaus in Gaza, bei dem auch 5 Journalisten getötet wurden, habe der Zerstörung einer Hamas-Kamera gedient.
    • Australien: Die Regierung beschuldigt den Iran, im vergangenen Jahr antisemitische Angriffe auf australischem Boden organisiert zu haben – und kündigte den Abbruch diplomatischer Beziehungen an.
    • Großbritannien: Nigel Farage, Chef der rechtspopulistischen Partei Reform UK, legte ein Programm vor, das die Abschiebung von bis zu 600.000 Migranten ohne Papiere vorsieht – im Falle eines Wahlsiegs.
    • Deutschland: Ein Friedensabkommen für die Ukraine ist nicht in Sicht. Dennoch wird bereits darüber diskutiert, ob Deutschland künftig Soldaten zur Absicherung eines möglichen Abkommens entsenden sollte.
    • Klimawandel: Die chinesischen Solar-Exporte nach Afrika steigen sprunghaft an.

  • Israelische Luftangriffe auf Krankenhaus in Gaza töten fünf Journalisten – und weitere World-News

    Israelische Luftangriffe auf Krankenhaus in Gaza töten fünf Journalisten – und weitere World-News

    Zwei israelische Luftangriffe trafen gestern ein Krankenhaus in Khan Younis und forderten dabei 20 Todesopfer – unter ihnen fünf Journalisten. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sprach von einem „tragischen Fehler“ und kündigte eine Untersuchung durch das Militär an.

    Es war einer der tödlichsten Vorfälle mit Journalisten im Verlauf des seit bald zwei Jahren andauernden Kriegs. Das Gesundheitsministerium in Gaza, das die Opferzahlen veröffentlichte, berichtete zudem von Dutzenden Verletzten. Die getöteten Journalisten arbeiteten für Medien wie Reuters, Associated Press und Al Jazeera.

    „Double Tap“-Angriff: Zwei Schläge auf dasselbe Ziel

    Ein Live-Video des in Kairo ansässigen Senders Al-Ghad TV zeigte die unmittelbaren Folgen der ersten Explosion im Nasser-Krankenhaus. Die Aufnahmen, die von der New York Times verifiziert wurden, zeigen Rettungskräfte, die einen weißen Leichensack eine Treppe hinuntertragen. Kurz darauf wird eine zweite Explosion live übertragen. Ob es sich um einen sogenannten „Double Tap“ handelte – also eine gezielte zweite Attacke auf denselben Ort –, ließ das israelische Militär unbeantwortet. Menschenrechtsorganisationen verurteilen solche Taktiken regelmäßig scharf.

    Kontext: Journalisten unter Beschuss

    Der Gaza-Krieg ist für Medienschaffende besonders gefährlich. Nach Angaben des Committee to Protect Journalists sind bislang mindestens 192 Journalistinnen und Journalisten ums Leben gekommen. Internationale Reporterinnen und Reporter dürfen nicht frei aus Gaza berichten – deshalb ist die Weltöffentlichkeit in hohem Maße auf palästinensische Journalisten vor Ort angewiesen.

    Die Opfer

    Unter den fünf getöteten Journalistinnen und Journalisten befanden sich unter anderem Mariam Dagga, eine 33-jährige Bildjournalistin und freie Mitarbeiterin der Associated Press, sowie Hussam al-Masri, Kameramann für Reuters.


    Trump empfängt Südkoreas Präsidenten – und lobt Nordkoreas Kim Jong-un

    Bei seinem ersten Treffen mit Südkoreas Präsident Lee Jae Myung im Weißen Haus überraschte US-Präsident Donald Trump mit demonstrativer Nähe zum nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un. Trump, der Kim bereits 2019 begegnet war, betonte erneut seine „gute Beziehung“ zu ihm, sprach von Nordkoreas „großem Potenzial“ und bot an, ein Treffen zwischen Kim und Lee zu vermitteln.

    Lee wiederum lobte zunächst die goldverzierte Einrichtung des Oval Office und bezeichnete Trump als Friedensstifter – obwohl sich in den US-südkoreanischen Bezihungen zuletzt starke Spannungen zeigten. Trump, der sich wiederholt wohlwollend über autoritäre Herrscher äußert, kündigte an, einer weiteren Begegnung mit Kim „in geeigneter Zukunft“ offen gegenüberzustehen.

    Kontext: Neue Töne aus Seoul – doch Pjöngjang blockt ab

    Seit seinem Amtsantritt im Juni betont Präsident Lee immer wieder seine Bereitschaft, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abzubauen. Doch Nordkorea hat erst im vergangenen Monat ein Gesprächsangebot aus Seoul abgelehnt.


    Das Ende von Chinas einst größtem Immobilienkonzern

    China Evergrande, einst der größte Immobilienentwickler des Landes, wurde gestern von der Börse in Hongkong genommen. Der Niedergang des Unternehmens hatte eine Immobilienkrise ausgelöst, die Chinas Wirtschaft nun schon seit fünf Jahren belastet – ein Ende ist nicht in Sicht.

    Evergrande war vor 16 Jahren an die Börse gegangen und geriet 2021 in die Schlagzeilen, als das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar nicht mehr nachkommen konnte. Der Fall offenbarte die strukturellen Schwächen der chinesischen Wirtschaft und die übermäßige Abhängigkeit vom Immobiliensektor als Wachstumsmotor.


    Weitere Schlagzeilen:

    • Vietnam: Wegen Taifun Kajiki ordnet die Regierung die Evakuierung von über 325.000 Menschen an – betroffen ist ein breiter Streifen zwischen Hanoi und Da Nang.
    • US-Notenbank: Präsident Trump hat Lisa Cook aus dem Board of Governors der Federal Reserve entfernt – ein rechtlich fragwürdiger Schritt, der die Unabhängigkeit der Notenbank infrage stellt.
    • Migration: Kilmar Abrego Garcia, ein zuvor abgeschobener Migrant, wurde in den USA erneut festgenommen und könnte nun nach Uganda deportiert werden.
    • Ukraine: Während andere Armeen schwangere Soldatinnen frühzeitig aus dem Dienst nehmen, dienen Frauen in der Ukraine oft bis zum siebten Schwangerschaftsmonat.
    • Technologie: Elon Musks KI-Unternehmen xAI verklagt Apple – es wirft dem Tech-Konzern vor, OpenAI bevorzugt zu behandeln.
    • Dänemark: Nach dem Stopp eines Offshore-Projekts vor Rhode Island durch die Trump-Regierung verliert der dänische Windkraftkonzern Ørsted massiv an Börsenwert.
    • Deutschland: Die Staatsanwaltschaft hat einen früheren US-Militärberater angeklagt – er soll versucht haben, geheime Informationen an China zu verkaufen.
    • Wirtschaft: Keurig Dr Pepper übernimmt das europäische Kaffeeunternehmen JDE Peet’s für rund 18 Milliarden US-Dollar.
    • Wissenschaft: Chinesische Forscher melden die erfolgreiche Transplantation einer Schweinelunge in einen hirntoten Menschen.
    • Musik: Die nordirische Rap-Gruppe Kneecap sagt ihre US-Tour ab – Hintergrund ist ein Rechtsstreit in Großbritannien sowie Kritik an israelkritischen Aussagen der Band.

    Autor: P. Tiko

  • Könnte die Ukraine den Donbas aufgeben? Und andere World-News

    Könnte die Ukraine den Donbas aufgeben? Und andere World-News

    Es ist unklar, wohin die jüngsten Bemühungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine führen werden. Doch eines steht fest: Der Donbas – ein rohstoffreiches Gebiet, das die beiden Regionen Donezk und Luhansk umfasst – wird im Zentrum jeder Verhandlung stehen.

    Russlands Präsident Wladimir Putin fordert von der Ukraine, den gesamten Donbas aufzugeben, einschließlich jener Gebiete, die sich derzeit unter Kontrolle Kiews befinden. In diesem Gebiet leben über 200.000 Ukrainer – in Städten wie Kramatorsk und Slowjansk. Eine Abtretung dieses Territoriums an Russland könnte jedoch die innenpolitische Position des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj massiv schwächen. Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung eine solche Entscheidung ablehnt.

    Die Abgabe des Donbas käme einer Aufgabe der vielleicht wichtigsten Verteidigungslinie der Ukraine gleich. Wenn man dieses Gebiet an Russland übergäbe, erhielte Moskau all die strategischen Vorteile, die aktuell der Ukraine zugutekommen – und könnte diese gegen sie nutzen. Das ist es, wovor sich die Ukrainer am meisten fürchten.

    Ein Terrain mit großer militärischer und symbolischer Bedeutung

    Derzeit kämpfen ukrainische Soldaten an der Frontlinie in der Region Donezk – ein Kampf, der enorme Ressourcen bindet. Militärstrategen betonen, dass ein Rückzug aus dem Donbas Russland nicht nur strategisches Gelände überlassen, sondern auch das Selbstverständnis der Ukraine als souveräner Staat untergraben würde.

    Analysten und ehemalige Regierungsvertreter sind sich einig: Der einzige Weg, wie Selenskyj eine Gebietsabtretung politisch vermitteln könnte, wäre im Gegenzug eine verbindliche Sicherheitsgarantie durch die USA. Doch seit Präsident Donald Trump eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine de facto ausschliesst, ist eine solche Garantie nicht zu erkennen.

    Ukrainische Verfassung

    Außerdem sieht die ukrainische Verfassung strikte Hürden für jegliche Gebietsabtretung vor. Laut Artikel 73 darf eine Änderung des Staatsgebiets nur durch ein landesweites Referendum erfolgen, das von einer Volksinitiative mit mindestens drei Millionen Unterschriften aus zwei Dritteln der Regionen angestoßen werden muss. Artikel 133 der Verfassung der Ukraine betont zudem die territoriale Integrität durch die explizite Auflistung aller Landesteile, einschließlich Donezk, Luhansk, Cherson, Saporischschja und der Krim.

    Präsident Selenskyj lehnt bisher Gebietsabtretungen strikt ab und verweist darauf, dass ihm dafür kein verfassungsmäßiges Mandat zusteht – einzig die Bevölkerung könne darüber entscheiden. Völkerrechtlich wäre eine Gebietsabtretung nur dann legitim, wenn sie freiwillig und ohne äußeren Druck erfolgt. Ein unter Zwang zustande gekommenes Abkommen würde gegen internationales Recht verstoßen. Somit wären jegliche territoriale Zugeständnisse ohne verfassungsgemäßes Referendum sowohl innenpolitisch als auch völkerrechtlich unzulässig.

    Weitere Entwicklungen rund um den Ukrainekrieg

    – Sergej Lawrow, russischer Außenminister, erklärte gestern, dass kein Treffen zwischen den Präsidenten Russlands und der Ukraine geplant sei.
    – Seit 2022 haben die USA rund 6.000 Einzelpersonen und Unternehmen mit Sanktionen belegt, die in Verbindung zur russischen Kriegsführung stehen – dennoch dauert der Krieg unvermindert an.


    Südkoreas Präsident trifft Trump

    Wenn Südkoreas Präsident Lee Jae Myung heute zum ersten Mal im Weißen Haus mit Donald Trump zusammentrifft, dürfte es zunächst gemeinsame Themen geben. Beide Politiker überlebten Attentatsversuche und beide haben öffentlich den Wunsch geäußert, Nordkoreas Machthaber zu treffen.

    Doch über den Umgang mit China könnten sich die Positionen rasch verhärten. Die Trump-Administration drängt Seoul, mehr Verantwortung für die eigene Verteidigung zu übernehmen – insbesondere vor dem Hintergrund der wachsenden Rolle der in Südkorea stationierten US-Truppen bei der Abschreckung Chinas. In Seoul wächst die Sorge, dass im Falle eines chinesischen Angriffs auf Taiwan und einer US-Reaktion von südkoreanischem Boden aus, China und Nordkorea gleichzeitig eine zweite Front auf der koreanischen Halbinsel eröffnen könnten.

    Im Handel gibt es ebenfalls offenen Gesprächsbedarf: Zwar wurde vergangenen Monat eine Grundsatzeinigung erzielt, laut der Trump die Zölle auf südkoreanische Produkte auf 15 Prozent senken will – im Gegenzug für ein Investitionspaket von 350 Milliarden US-Dollar in den USA. Doch die Details stehen noch aus. Zudem fordert Trump, dass Seoul seine jährlichen Zahlungen für die Stationierung von US-Truppen auf südkoreanischem Boden auf 10 Milliarden Dollar erhöht – das wäre mehr als das Neunfache des derzeitigen Beitrags.


    Israel: Streit um den Kriegsdienst

    Erstmals in der Geschichte Israels werden ultraorthodoxe Juden zum Wehrdienst einberufen – und viele von ihnen verweigern den Dienst. In der vergangenen Woche kam es zu Protesten ultraorthodoxer Gruppen.

    Während der Wehrdienst für die meisten jüdischen Israelis Pflicht ist, waren ultraorthodoxe Juden bisher davon befreit – eine Regelung, die durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs im vergangenen Jahr aufgehoben wurde. Die jahrzehntelange Sonderstellung wurde schon lange von großen Teilen der Bevölkerung kritisiert. Der seit fast zwei Jahren andauernde Gaza-Krieg verschärft die Spannungen nun erheblich: Der Streit droht, Premierminister Benjamin Netanjahus fragile Koalition weiter zu destabilisieren und vertieft die gesellschaftlichen Bruchlinien im Land.


    Weitere Nachrichten im Überblick

    USA: Kilmar Abrego Garcia, ein Migrant, der irrtümlich nach El Salvador abgeschoben wurde, kehrte am Freitag zurück – nun droht ihm die Abschiebung nach Uganda.
    Raumfahrt: Die von Elon Musks Unternehmen SpaceX entwickelte Starship-Rakete steht vor dem zehnten Testflug, nachdem frühere Starts scheiterten.
    China: In Erwartung des Taifuns Kajiki wurden über 20.000 Menschen von der Insel Hainan evakuiert.
    Gaza: Ein Bericht von Ernährungsexperten konstatiert eine dramatische Hungerkrise für Teile des Gazastreifens. Die US-Regierung reagierte zurückhaltend; Israels Premier Netanjahu nannte den Bericht eine „glatte Lüge“.
    Iran: Zwei Monate nach einem israelischen Angriff auf ein berüchtigtes Gefängnis wurden rund 600 Insassen wieder dorthin verlegt.
    Pakistan: Hunderte Menschen wurden wegen angeblicher Blasphemie im Internet verhaftet. Menschenrechtsgruppen sprechen von systematischer Provokation.
    Kroatien: Der umstrittene Sänger Marko Perković („Thompson“) – bekannt für Nazi-Gesten bei Konzerten – zieht derzeit die größten Menschenmengen seiner Karriere an.

    Autor: P. Tiko

  • Angriff auf die Demokratie: Trump vor den Midterms 2026

    Angriff auf die Demokratie: Trump vor den Midterms 2026

    Ein Jahr vor den Zwischenwahlen in den USA verschärft Präsident Donald Trump seine Bemühungen, das politische Spielfeld zugunsten der Republikaner neu zu vermessen. Im Zentrum seiner Strategie stehen zwei altbekannte, aber nun systematisch verbunden eingesetzte Instrumente: das Redistricting – also die Neuziehung der Wahlkreise – sowie eine politische Kampagne gegen die Briefwahl. Beide Maßnahmen zielen darauf, strukturelle Mehrheiten im Kongress zu sichern und die Macht über die demokratischen Abläufe zugunsten der eigenen Anhängerschaft zu verschieben.

    Wahlkreise als Machtinstrument

    Die kartografische Neuordnung der politischen Landschaft gehört in den Vereinigten Staaten zum festen Bestandteil des föderalen Systems. Sie folgt dem Zehnjahresrhythmus des Zensus und dient offiziell der Anpassung des Repräsentantenhauses an demographische Veränderungen. In der Praxis ist daraus jedoch ein parteipolitisches Instrument geworden, dessen taktischer Einsatz mittlerweile weit über den ursprünglich vorgesehenen Rahmen hinausgeht. Einzelne Bundesstaaten betreiben das sogenannte Mid-Decade-Redistricting – also die außerplanmäßige Neuzuordnung von Wahlkreisen, häufig mit dem Ziel, die politische Macht der jeweils regierenden Partei zu festigen.

    In republikanisch regierten Staaten wie Texas wurde unlängst eine neue Wahlkarte verabschiedet, die darauf abzielt, die demokratische Opposition gezielt zu schwächen. Dazu zählen unter anderem die Auflösung urbaner Wahlbezirke mit hoher demokratischer Wählerschaft sowie die Neuverteilung von Minderheitenstimmen auf mehrere Distrikte, um deren Einfluss zu verringern. Die republikanische Mehrheit begründet diese Maßnahmen mit Effizienz und demografischer Repräsentation, während Kritiker von einer systematischen Verzerrung des Wählerwillens sprechen. Dass sich auch von den Demokraten geführte Bundesstaaten inzwischen dieser Logik bedienen, zeigt die politische Normalisierung eines einst umstrittenen Mittels.

    Angriff auf die Briefwahl

    Parallel zur Neuordnung der Wahlkreise richtet sich Trumps Rhetorik erneut gegen die Briefwahl, die er bereits nach seiner Niederlage 2020 als Einfallstor für Wahlbetrug dargestellt hatte – ohne je Belege dafür zu liefern. Die Briefwahl erfreut sich bei bestimmten Wählergruppen großer Beliebtheit, insbesondere bei demokratisch orientierten Menschen sowie älteren und urbanen Wählerschichten. Ihre Bedeutung hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht: Bei den Präsidentschaftswahlen 2024 nutzte etwa ein Drittel der Wählerschaft diese Möglichkeit.

    Trump hat nun angekündigt, die Briefwahl per Dekret abschaffen zu wollen. Zwar liegen dem keine klaren legislativen Grundlagen zugrunde, doch die Ankündigung genügt, um Misstrauen zu säen und politisches Momentum zu erzeugen. In der Realität unterliegt das Wahlrecht weitgehend der Hoheit der Bundesstaaten – ein flächendeckendes Verbot der Briefwahl wäre juristisch kaum haltbar. Doch das Narrativ bleibt wirkungsmächtig. In mehreren republikanischen Staaten wurden seit 2021 bereits restriktive Maßnahmen gegen die Briefwahl erlassen, etwa durch verkürzte Fristen, zusätzliche Identifikationspflichten oder die Einschränkung von Abgabestellen.

    Der Trumpismus als Systemfrage

    Diese Entwicklungen sind Ausdruck eines umfassenderen Machtanspruchs. Donald Trump versucht nicht nur, die institutionellen Bedingungen künftiger Wahlen zu seinen Gunsten zu beeinflussen, sondern auch die politische Kultur der Vereinigten Staaten nachhaltig zu verändern. Die gezielte Auswahl loyaler Kandidaten, die Umgestaltung des republikanischen Apparats und juristische Vorstöße gegen demokratische Organisationen zeugen von einer zentralistischen Strategie, die auf Kontrolle und Disziplinierung setzt.

    Begleitet wird diese strukturelle Offensive von einer diskursiven Aushöhlung demokratischer Selbstverständlichkeiten. Wenn Wahlergebnisse nicht mehr als Resultat eines gemeinsamen Regelwerks verstanden werden, sondern als manipulierbare Größe im parteipolitischen Wettbewerb erscheinen, geraten die Grundlagen demokratischer Legitimität ins Wanken. Der Zweifel wird zur politischen Ressource, die Mobilisierung geschieht nicht trotz, sondern gerade wegen des Misstrauens in das System.

    Die republikanische Führung unter Trump verfolgt damit eine doppelte Strategie: Einerseits wird der institutionelle Rahmen künftiger Wahlen gezielt verändert, andererseits wird die Vorstellung gestärkt, das bestehende System sei strukturell gegen die eigene Bewegung gerichtet. Diese Dynamik erhöht nicht nur den Druck auf demokratische Institutionen, sondern rückt auch die Midterms 2026 ins Zentrum eines umfassenden Machtkampfs um die amerikanische Demokratie.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Europa und die USA konkretisieren ihr Handelsabkommen – und weitere World-News

    Europa und die USA konkretisieren ihr Handelsabkommen – und weitere World-News

    Die EU und die USA sind im vergangenen Monat einem Handelskrieg ausgewichen, als sie ein Abkommen über gegenseitige Zölle ankündigten. Bislang handelte es sich dabei jedoch lediglich um eine Absichtserklärung. In den darauffolgenden Wochen feilten Unterhändler beider Seiten an den Details – nun wurden die konkreten Vereinbarungen veröffentlicht.

    Das Grundgerüst des Deals bleibt dabei unverändert: Die USA erheben einen Zollsatz von 15 Prozent auf die meisten Waren aus der EU. Dies betrifft auch Arzneimittel – Europas wichtigstes Exportgut in die Vereinigten Staaten –, die weiterhin mit 15 Prozent verzollt werden. Dies gilt auch dann, wenn Washington wie erwartet ein neues Zollpaket für ausländisch produzierte Medikamente verabschiedet, das Abgaben von bis zu 200 Prozent vorsieht.

    Komplexer gestaltet sich die Lage bei Autos. Laut den nun veröffentlichten Details bleiben die hohen US-Zölle auf europäische Fahrzeuge zunächst bestehen. Erst wenn die EU ein Gesetz zur Senkung der Zölle auf zahlreiche US-Produkte einführt, sollen diese Zölle auf 15 Prozent festgelegt werden. Europäische Autobauer sehen sich derzeit mit einem geltenden US-Zollsatz von 27,5 Prozent konfrontiert.

    Erste Reaktionen
    Europäische Beamte haben mit „verhaltener Erleichterung“ auf das Abkommen reagiert. Es entspreche im Wesentlichen den Erwartungen, und die nun schriftlich fixierten Vereinbarungen gäben den Unternehmen in der EU ein Mindestmaß an Planungssicherheit.

    Folgewirkungen auf den transatlantischen Handel

    Die Zölle unter Präsident Trump werden vielfältige Auswirkungen auf den Handel zwischen Europa und den USA haben.

    • Einige US-Kleinunternehmen sehen sich durch die Zölle gezwungen, in den „Überlebensmodus“ zu wechseln.
    • Trumps Drohung, kommende Woche 50 Prozent Zölle auf Importe aus Indien zu erheben, wird große Belastungen für US-Unternehmen im Bereich Dienstleistungen mit sich bringen.

    Ukraine identifiziert gefallene Soldaten

    Seit Juni sind in der südukrainischen Region Odesa die sterblichen Überreste von rund 6.000 Soldaten eingetroffen – Teil eines Austauschabkommens mit Russland. Forensische Teams arbeiten nun daran, die Toten zu identifizieren und ihren Angehörigen zu übergeben.

    Dieser massive Rücktransport Verstorbener ist eines der wenigen greifbaren Ergebnisse dreier Runden von Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Diese Zahl gibt jedoch nur einen Bruchteil des Gesamtbildes wieder: Über 70.000 Menschen gelten in der Ukraine seit Beginn des Krieges als vermisst.

    Kurz nachdem Ex-Präsident Trump Gespräche im Weißen Haus zur Beendigung des Krieges mit em ukrainischen Präsidenten Selenskyj und europäischen Spitzenpolitikern geführt hatte, startete Russland laut Angaben der ukrainischen Luftwaffe einen massiven Angriff mit fast 600 Drohnen und 40 Raketen auf ukrainische Städte.

    Trotz demonstrativer Rhetorik aus Washington ist ein echter Durchbruch in Richtung Frieden derzeit nicht absehbar.


    WEITERE NACHRICHTEN

    • Migration: Erstmals seit Jahrzehnten verlassen mehr Migranten die USA, als neu einwandern, wie eine aktuelle Studie zeigt. Abschiebungen unter Trump erreichten ein neues Rekordhoch.
    • Trump: Ein Berufungsgericht in New York hob eine Geldstrafe in Höhe von 500 Millionen Dollar gegen den US-Präsidenten auf, bestätigte jedoch seine Verurteilung wegen Betrugs.
    • Wahlpolitik: In Texas und Kalifornien stimmten die Staats-Parlamente über neue Zuschnitte von Wahlkreisen ab, die den Ausgang der Kongresswahlen 2026 maßgeblich beeinflussen könnten.
    • Gaza: Das israelische Militär stationierte Bodentruppen in etwa einem Viertel von Gaza-Stadt. Unklar bleibt, ob und wann eine großangelegte Offensive beginnt.
    • Nord-Stream-Attentat: In Italien wurde ein Ukrainer festgenommen, der als Drahtzieher des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipelines im Jahr 2022 gilt.
    • Seltene Erden: Die USA verhandelten über eine Partnerschaft zum Abbau strategisch wichtiger Mineralien in Brasilien – bevor die neuen Zölle angekündigt wurden.
    • Spionage: Der US-Matrose Jinchao Wei wurde verurteilt, weil er Informationen über amerikanische Kriegsschiffe an China verkauft hatte.

    Autor: P. Tiko

  • Israel rückt auf Gaza-Stadt vor und genehmigt neue Siedlungen im Westjordanland – und weitere World-News

    Israel rückt auf Gaza-Stadt vor und genehmigt neue Siedlungen im Westjordanland – und weitere World-News

    Israel hat gestern die Errichtung von 3.400 neuen Siedlungseinheiten im besetzten Westjordanland genehmigt und gleichzeitig mit Bodentruppen die Außenbezirke von Gaza-Stadt erreicht – mit dem erklärten Ziel, die Stadt vollständig einzunehmen. Beide Entwicklungen lassen die Aussichten auf einen Waffenstillstand oder die Schaffung eines palästinensischen Staates in weite Ferne rücken.

    Beobachter werten die aktuellen Entscheidungen als Ausdruck eines innenpolitischen Kalküls von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der offenbar den Positionen der extremistischen Partner in seiner Koalition nachgibt, um seine Macht zu sichern – auch auf Kosten wachsender internationaler Isolation Israels.

    Gaza-Stadt: Nach Angaben israelischer Militärvertreter wurden bereits Zelte in den Süden des Gazastreifens verlegt, um dort Menschen unterzubringen, die durch die bevorstehende Offensive vertrieben werden. Dem Plan zufolge sollen israelische Truppen die Stadt einkesseln und der Zivilbevölkerung über Checkpoints die Flucht nach Süden ermöglichen – mit dem Ziel, dabei Kämpfer der Hamas zu identifizieren und auszuschalten. Anschließend sei ein massiver Vormarsch in die Stadt geplant. Der israelische Armeesprecher erklärte, das Militär habe „die nächste Phase des Krieges eingeleitet“.

    Siedlungsbau: Das genehmigte Siedlungsprojekt mit dem Namen „East One“ liegt im Kerngebiet des besetzten Westjordanlands. Menschenrechtsorganisationen und mehrere europäische Staaten warnen, dass die Umsetzung dieses Projekts das Gebiet zerschneide und die Aussicht auf einen zusammenhängenden palästinensischen Staat weiter untergrabe.

    „Die Idee eines palästinensischen Staates wird vom Tisch gewischt“, verkündete Israels Finanzminister Bezalel Smotrich, ein Vertreter des ultrarechten Spektrums, nach der Kabinettsentscheidung.


    Russland verstärkt Offensive zur Einnahme weiterer ukrainischer Gebiete

    Während US-Präsident Donald Trump öffentlich auf eine Friedenslösung zwischen Russland und der Ukraine drängt, erhöht der russische Präsident Wladimir Putin den militärischen Druck – offenbar mit dem Ziel, möglichst große Gebietsgewinne zu sichern, bevor es zu Verhandlungen kommt. Dies könne die Ukraine in eine Verhandlungsposition der Schwäche zwingen.

    Laut Presseberichten operieren russische Truppen derzeit in kleinen, schwer ortbaren Gruppen. Diese Einheiten dringen heimlich in ukrainisches Gebiet vor, formieren sich neu, greifen an und wiederholen diesen Prozess – eine Strategie des schleichenden Vormarschs bei gleichzeitiger Minimierung der Aufklärungsmöglichkiten durch ukrainische Streitkräfte.

    Diplomatie: Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte gestern, Moskau bestehe darauf, Teil der Gespräche über zukünftige Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu sein – eine Forderung, die europäische und ukrainische Vertreter als realitätsfern zurückweisen. Die Äußerung deutet auf die nach wie vor tiefen Gräben in den laufenden Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs hin.


    Xi Jinping besucht Tibet – strategisches Signal aus Peking

    Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat gestern überraschend die tibetische Hauptstadt Lhasa besucht – sein erster offizieller Besuch dort seit 2021. Die sehr sichtbar inszenierte Reise unterstreicht Pekings Bemühen, die Kontrolle über die Region weiter zu festigen, insbesondere mit Blick auf eine mögliche Nachfolgedebatte für den 90-jährigen Dalai Lama.

    In seiner Ansprache rief Xi zu einer strikteren Regulierung religiöser Angelegenheiten auf. Der tibetische Buddhismus solle „an die sozialistische Gesellschaft angepasst“ werden – eine Formulierung, die Beobachter als Ausdruck wachsender ideologischer Kontrolle werten.


    Weitere wichtige Meldungen weltweit:

    • Afghanistan: Bei einem Busunglück in der Provinz Herat nahe der iranischen Grenze kamen mehr als 70 Menschen ums Leben.
    • Indien: Anhaltender Starkregen überschwemmt die Straßen Mumbays. Die Stadt steuert auf einen neuen Niederschlagsrekord zu.
    • USA: Donald Trump forderte den Rücktritt des US-Notenbankgouverneurs – ein weiterer Schritt in seiner Kampagne zur Umgestaltung der Federal Reserve.
    • Iran: Die Auswirkungen des US-Luftangriffs auf die iranische Atomanlage Fordo sind auch Wochen später noch unklar.
    • Genderpolitik in den USA: Die Trump-Administration forderte persönliche Daten von Kindern an, die geschlechtsangleichende Behandlungen erhielten – darunter Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern.
    • Weltraum: Astronomen haben einen neuen Mond des Planeten Uranus entdeckt. Damit erhöht sich die Zahl seiner bekannten Trabanten auf 29.
    • Bildung: Die Visa-Vergabepraxis der US-Regierung und Einreiseverbote führen dazu, dass viele internationale Studierende den Semesterstart in den USA verpassen werden.
    • Handelspolitik: Angesichts von Trumps Zöllen und wachsender Sorge um ihre nationale Souveränität prüfen Mexiko und Kanada eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit.
    • Westafrika: Der unregulierte Handel mit Potenzmitteln entwickelt sich in Ländern wie der Elfenbeinküste zu einem wachsenden Gesundheitsproblem.
    • Italien: Die Beerdigung des langjährigen Fernsehmoderators Pippo Baudo, einer Ikone des italienischen Fernsehens, rief landesweit starke emotionale Reaktionen hervor.

    Autor: P. Tiko