Schlagwort: Bercy

  • Baden im Fluss: Paris entdeckt Seine und Marne neu

    Baden im Fluss: Paris entdeckt Seine und Marne neu

    Noch vor wenigen Jahren klang die Vorstellung fast wie eine nostalgische Postkarte aus einer anderen Zeit: Menschen, die mitten in Paris in der Seine schwimmen. Im Sommer 2026 gehört dieses Bild nun tatsächlich zum Alltag. Acht kostenlose und überwachte Badestellen entlang der Seine und der Marne öffnen ihre Zugänge für die Öffentlichkeit und markieren einen weiteren Schritt bei der Rückeroberung der Flüsse als Lebensraum.

    Besonders im Fokus stehen die drei neuen Badezonen innerhalb von Paris. Sie verbinden Erholung, Sport und Stadtleben auf eine Weise, die lange kaum vorstellbar war. Am Bras de Grenelle, gegenüber der Freiheitsstatue auf der Île aux Cygnes, entsteht ein Badebereich mit spektakulärer Kulisse. Wer hier ins Wasser steigt, schwimmt mit Blick auf eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

    Im Osten der Hauptstadt wartet die größte Anlage auf Besucher. Die Badezone von Bercy bietet mehrere Schwimmbecken, großzügige Liegeflächen und viel Platz für Familien, Sportler und Sonnenhungrige. Mitten im historischen Zentrum erhält zudem ein neuer Standort zwischen Pont Louis Philippe und Pont Marie die Aufgabe, die bisherige Badezone am Bras Marie zu ersetzen. Alle drei Anlagen stehen kostenlos zur Verfügung und werden während der Öffnungszeiten von Rettungsschwimmern überwacht.

    Doch nicht nur Paris profitiert von dieser Entwicklung. Auch entlang der Marne wächst das Angebot. Die beliebten Badestellen in Joinville le Pont und Maisons Alfort kehren nach ihrem erfolgreichen Start zurück. Bereits in den vergangenen Sommern lockten sie zahlreiche Besucher an, die das seltene Vergnügen genossen, direkt im Fluss zu baden. Liegewiesen, sichere Zugänge und abgegrenzte Schwimmbereiche schaffen dort fast schon Urlaubsstimmung vor den Toren der Hauptstadt.

    Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Seine einmal zu einem Badeparadies werden könnte?

    Schließlich galt das Baden über Jahrzehnte als ausgeschlossen. Verschmutzung, Schiffsverkehr und gesundheitliche Risiken machten die Flüsse für Freizeitaktivitäten ungeeignet. Viele Pariser kannten die Seine nur als Kulisse für Spaziergänge oder Bootsfahrten.

    Die Wende begann mit einem ehrgeizigen Sanierungsprogramm. Milliardeninvestitionen flossen in die Verbesserung der Wasserqualität. Alte Abwasserleitungen wurden modernisiert, fehlerhafte Anschlüsse repariert und neue Speichersysteme geschaffen, um Verschmutzungen bei Starkregen besser zu kontrollieren. Die Olympischen Spiele 2024 wirkten dabei wie ein Beschleuniger. Plötzlich stand die Wasserqualität der Seine im internationalen Rampenlicht.

    Ganz ohne Herausforderungen läuft das Projekt jedoch nicht. Die Wasserqualität bleibt ein sensibles Thema. Nach heftigen Regenfällen gelangen nach wie vor zusätzliche Belastungen in die Flüsse. Deshalb finden regelmäßige Kontrollen statt. Wird ein Grenzwert überschritten, schließen die Behörden einzelne Badebereiche vorübergehend. Für Besucher bedeutet das zwar gelegentlich eine Einschränkung, gleichzeitig sorgt dieses Vorgehen für ein hohes Maß an Sicherheit.

    Genau darin liegt einer der größten Unterschiede zur Vergangenheit. Die neuen Badezonen sind keine improvisierten Zugänge zum Wasser, sondern professionell betreute Anlagen mit klaren Sicherheitsstandards. Besucher erhalten aktuelle Informationen zur Wasserqualität und profitieren von einer ständigen Überwachung.

    Mehr noch: Das Projekt verändert die Beziehung der Menschen zu ihren Flüssen. Die Seine und die Marne dienen längst nicht mehr nur als Verkehrswege oder Kulissen für Touristenfotos. Sie entwickeln sich wieder zu Orten der Begegnung, der Erholung und des städtischen Lebens.

    Ist das nicht genau die Art von Stadtentwicklung, die viele europäische Metropolen anstreben?

    Paris setzt damit ein starkes Zeichen. Fast ein Jahrhundert nach dem Badeverbot kehrt eine Tradition zurück, die Generationen von Einwohnern verloren gegangen war. Die Flüsse werden wieder Teil des Alltags. Kinder planschen am Ufer, Familien verbringen warme Sommertage auf den Liegewiesen, und Büroangestellte gönnen sich nach Feierabend eine Abkühlung im Wasser.

    Die acht Badestellen entlang von Seine und Marne stehen deshalb für weit mehr als nur Sommervergnügen. Sie symbolisieren den erfolgreichen Versuch, Natur und Stadt enger miteinander zu verbinden. Was früher als unmöglich galt, wirkt heute erstaunlich selbstverständlich. Und ganz ehrlich: Ein Sprung ins kühle Wasser mit Blick auf die Pariser Skyline klingt doch nach einer ziemlich guten Idee.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Steuerlast auf dem Prüfstand: Bardella wettert gegen Pläne zur Erhöhung der Grundsteuer

    Steuerlast auf dem Prüfstand: Bardella wettert gegen Pläne zur Erhöhung der Grundsteuer

    Die französische Regierung plant eine Reform der Grundsteuer – und trifft damit auf lautstarken Widerstand von rechts. Jordan Bardella, Vorsitzender des Rassemblement National (RN), nutzt die Gelegenheit, um sich als Verteidiger der Mittelschicht zu positionieren. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die wachsende politische Brisanz steuerpolitischer Maßnahmen in einem wirtschaftlich angespannten Frankreich. Frankreichs Haushaltslage ist angespannt. Die Regierung unter Premierminister Sébastien Lecornu steht unter wachsendem Druck, neue Einnahmequellen zu erschließen, um die Defizitziele zu erreichen. Vor diesem Hintergrund hat das Finanzministerium (Bercy) angekündigt, die sogenannten „fichiers logements“ – eine Art Datenbasis zur Bewertung des Wohnraumbestands – zu aktualisieren. Diese Aktualisierung dürfte nach einem Bericht der Zeitung Le Parisien rund 7,4 Millionen Immobilien betreffen und durchschnittlich zu einer Erhöhung der Grundsteuer (taxe foncière) um 63 Euro führen. Die Maßn…

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  • CumCum-Skandal entfacht in Frankreich Streit zwischen Parlament und Wirtschaftsministerium

    CumCum-Skandal entfacht in Frankreich Streit zwischen Parlament und Wirtschaftsministerium

    Im Frühsommer 2025 gerät der französische CumCum-Skandal wieder in den Fokus – dieses Mal mit einem Machtspiel zwischen Parlament und Ministerium für Wirtschaft („Bercy“), wobei der Einfluss mächtiger Banklobbies die Integrität der Gesetzgebung infrage stellt. Präzises Vorgehen – politische und administrative Stellschrauben Ursprünglich 2018 durch die „CumEx Files“ enthüllt, ist CumCum eine steuerliche Umgehungsstrategie, die Aktionären hilft, Steuern auf Dividendenzahlungen zu umgehen. Auslandsinvestoren übertragen kurz vor Dividendenzahlungen ihre Aktien an eine französische Bank; anschließend kassiert diese steuerfrei Dividenden und überweist nach Abzug einer Provision das Kapital zurück. Der Schaden für den französischen Staat belief sich auf rund 33 Milliarden Euro über zwanzig Jahre. Ende Februar 2025 verabschiedete das französische Parlament eine Gesetzesänderung zur Schließung dieser Schlupflöcher. Doch bereits im April veröffentlichte Bercy eine Anwendungsvorschrift mit weitre…

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  • Frankreichs Sparkurs 2026: 40 Milliarden Euro fehlen – aber trotzdem keine Steuererhöhungen?

    Frankreichs Sparkurs 2026: 40 Milliarden Euro fehlen – aber trotzdem keine Steuererhöhungen?

    Der Gürtel wird enger geschnallt – und zwar spürbar. Frankreich steht vor einer gewaltigen finanziellen Herausforderung: Um das öffentliche Defizit bis 2026 auf 4,6 % des Bruttoinlandsprodukts zu senken, braucht es laut Wirtschaftsminister Eric Lombard satte 40 Milliarden Euro an zusätzlichen Einsparungen. Eine Zahl, die aufhorchen lässt. Und ein Plan, der auf den ersten Blick mutig – auf den zweiten fragwürdig erscheint. Keine Steuererhöhungen für Mittelstand und Unternehmen Was auffällt: Der Sparkurs soll nicht über neue Steuern für die Mittelschicht oder Unternehmen finanziert werden. Bercy, das französische Finanzministerium, hat diesen Weg ausdrücklich ausgeschlossen. Ein politisches Signal an die bürgerliche Mitte – und ein klares Bekenntnis gegenüber dem wirtschaftsfreundlichen Teil der Regierungskoalition, bestehend aus Renaissance, Horizons, MoDem und den konservativen Republikanern. „Wir werden weniger ausgeben – aber besser“, so Lombard. Klingt pragmatisch. Aber was heißt da…

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  • Spionageverdacht: Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums in Paris unter Anklage

    Spionageverdacht: Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums in Paris unter Anklage

    Ein brisanter Fall erschüttert das französische Wirtschaftsministerium: Ein dort beschäftigter Beamter wurde in Paris unter dem Verdacht des Spionierens für Algerien angeklagt. Er soll sensible Informationen über Regimegegner weitergegeben haben, die in Frankreich Asyl gesucht haben. Geheime Kontakte zum algerischen Konsulat Der Mann steht im Verdacht, über einen längeren Zeitraum hinweg in engem Austausch mit einem Mitarbeiter des algerischen Konsulats in Créteil gestanden zu haben. Dabei soll er diesem vertrauliche Daten über Oppositionelle übermittelt haben – darunter Informationen zu deren Aufenthaltsstatus und Asylanträgen. Die Anklage wiegt schwer: „Geheime Zusammenarbeit mit einer ausländischen Macht“, „Weitergabe von Informationen, die für die nationale Sicherheit von fundamentaler Bedeutung sind“, „Spionage zugunsten einer fremden Nation“ – die Liste der Vorwürfe lässt keinen Zweifel daran, dass der Fall weitreichende Konsequenzen haben könnte. Ein Opfer oder ein Täter? Der An…

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  • Budgetkrise in Frankreich: Finanzkommission des Parlaments verlangt Haushaltsvorlage 2025 bis Montag

    Budgetkrise in Frankreich: Finanzkommission des Parlaments verlangt Haushaltsvorlage 2025 bis Montag

    Inmitten einer politischen Hängepartie rund um die Ernennung eines neuen Premierministers flammt der Konflikt um den französischen Staatshaushalt für 2025 heftig auf. Eric Coquerel und Charles de Courson, zwei Abgeordnete und Mitglieder der Finanzkommission, die für ihre Entschlossenheit bekannt sind, ziehen nun alle Register. Mit Nachdruck verlangen sie vom Finanzministerium umfassende Unterlagen, um den Budgetentwurf zu prüfen – und das schnellstmöglich. Der Druck steigt Die Uhr tickt. Mit jedem Tag, der ohne eine neue Regierung verstreicht, wächst der Druck auf das französische Wirtschafts- und Finanzministerium. Die Vorbereitungen für das Haushaltsgesetz 2025 laufen auf Hochtouren, doch ohne einen klaren Kurs von oben stehen die Abgeordneten vor einer Art Blackbox. Eric Coquerel, ein bekannter Abgeordneter der Partei La France Insoumise (LFI), und Charles de Courson, eine gewichtige Stimme der zentristischen Fraktion Libertés et Territoires (Liot), haben jetzt anscheinend genug von…

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  • Heute Indochine-Konzert in Bercy mit 5.000 Zusachauern!

    Heute Indochine-Konzert in Bercy mit 5.000 Zusachauern!

    Unglaublich aber wahr: An diesem Samstag werden rund 5.000 Zuschauer auf den Tribünen in Bercy sitzen, um einem Konzert von Indochine beizuwohnen. Diese Testveranstaltung wird mit einer wissenschaftlichen Studie gekoppelt, um mehr über die Covid-19-Ansteckung zu erfahren. Auch Präsident Macron will nach seiner für den frühen Nachmittag geplanten Rückkehr aus Südafrika an diesem Konzert teilnehmen. Etwa 5.000 Zuschauer werden an diesem Samstag, dem 29. Mai, im Palais Omnisport von Bercy in Paris zu den Klängen der Hits von Indochine tanzen, während eines Konzerts, das mit einer wissenschaftlichen Studie verbunden ist und von einer Branche, die von Covid-19 schwer getroffen wurde, sehnsüchtig erwartet wird. Keine Abstand – aber die Maske ist Pflicht. Und um die noch geltende Sperrstunde von 21 Uhr zu respektieren, beginnt das kostenlose Konzert zur Teestunde, mit einem ersten Teil ab 17 Uhr von Etienne de Crécy, bevor um 18 Uhr Nicola Sirkis und seine Band auftreten. Indochine, eine 198…

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