Schlagwort: Bekleidungsindustrie

  • Konsum: Wie viele Kleidungsstücke werfen die Franzosen jedes Jahr weg?

    Konsum: Wie viele Kleidungsstücke werfen die Franzosen jedes Jahr weg?

    Eine Studie hat ergeben, dass Franzosen nur etwa 30% ihrer Kleidung wirklich tragen. Ein Einblick in das Problem der Überkonsumation von Kleidungsstücken.

    Im Jahr 2022 wurden 3,3 Milliarden Kleidungsstücke und Schuhe auf dem französischen Markt verkauft, was 827.000 Tonnen Gewicht entspricht. Im Durchschnitt hat jeder Franzose im Jahr 2022 etwa 48 Kleidungsstücke gekauft, was einem Anstieg von 33% in weniger als zehn Jahren entspricht. Im Kleiderschrank eines Mannes findet man jedes Jahr 20 neue Artikel, darunter fünf T-Shirts. Der Schrank einer Frau enthält jedes Jahr 35 neue Teile, einschließlich sieben Unterwäschesets.

    Nur 10 bis 12% der in Frankreich weiterverkauften Kleidung sind Second-Hand
    Bei Kindern zählt man 59 neue Kleidungsstücke pro Jahr, darunter zehn T-Shirts, sechs Hosen und drei Pullover. Diese Kaufwut wird durch die sogenannte Fast Fashion angeheizt, die den traditionellen Rhythmus von zwei Mode-Kollektionen pro Jahr beendet hat. Jetzt gibt es jede Woche eine neue Kollektion. Die Ultra-Fast-Fashion beschleunigt diesen Trend noch weiter, der Riese Shein fügt täglich mehr als 7.200 neue Modelle auf seiner Website dem Angebot hinzu.

    Während sich die weltweite Produktion von Kleidung zwischen 2000 und 2014 verdoppelt hat, hat sich ihre Lebensdauer um ein Drittel verkürzt. In Frankreich werden nur 10 bis 12% der Kleidung als Second-Hand weiterverkauft. 80% enden auf Deponien oder werden verbrannt.

  • Umwelt: Eine Fabrik recycelt gebrauchte Textilien

    Umwelt: Eine Fabrik recycelt gebrauchte Textilien

    Die Textilindustrie ist für 4 % aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Daher recycelt das Unternehmen Renaissance Textile gebrauchte Stoffe und bringt sie wieder in den Umlauf.

    Frisch gewaschene und gebügelte Krankenschwestern- und Arztkittel. Jedes Jahr durchlaufen 3.700 Tonnen Wäsche die Wäscherei des Krankenhauses in Nantes (Loire-Atlantique). Doch seit September 2022 werden selbst beschädigte Kleidungsstücke nicht mehr weggeworfen. Die Kleidung wird nun sortiert, um sie zu recyceln. Dank dieser Aktion hat das Krankenhaus bereits 15 Tonnen Stoff recycelt und seinen CO2-Fußabdruck um ein Zehntel reduziert.

    Kleidung wird zu Fasern verarbeitet
    150 km entfernt hat das Unternehmen Renaissance Textile eine Lösung gefunden, um der Arbeitskleidung ein zweites Leben zu geben. Die Kleidung wird zunächst zerschnitten und dann zu Fasern verarbeitet. 85 % des Materials werden auf diese Weise zurückgewonnen und wiederverwertet. Mit 4.000 Tonnen recycelter Kleidung pro Jahr können 12.000 Tonnen Kleidung hergestellt werden. Dabei handelt es sich sowohl um eine wirtschaftliche als auch um eine ökologische Herausforderung. Durch das Recycling in Frankreich kann die Textilbranche, die heute zu 80 % in Asien fertigen lässt, wieder nach Frankreich geholt werden. Innerhalb von drei Jahren sollen drei weitere Produktionslinien entstehen und 110 Arbeitsplätze geschaffen werden.

  • Hitzewelle: Neue Kleidung soll gegen grosse Hitze schützen

    Hitzewelle: Neue Kleidung soll gegen grosse Hitze schützen

    Angesichts der immer häufigeren und stärkeren Hitzewellen ist die Textilindustrie innovativ und die Forschung konzentriert sich auf Kleidungsstücke, die helfen sollen, die Hitze besser zu vertragen. 

    Für viele Menschen sind die Hitzewellen, die sich über das Hexagon gelegt haben, schwer zu ertragen. Um besser mit den heissen Temperaturen umgehen zu können, entscheiden sich manche Menschen für kühlende Kleidung. Ein Busunternehmen bevorzugt eine Weste, die ähnlich wie eine Kühltasche funktioniert und ihren Träger 5 bis 6 Stunden lang kühl hält. Die Investition für den Kauf dieser Westen beträgt 60 Euro pro Weste. „Die Investition ist eindeutig interessant, da sie die Arbeitsbedingungen verbessert“, erklärt Josselin Guiavarch, der Betriebsleiter des Unternehmens in einer Reportage von France 2.

    Um die Hitzewellen zu parieren, die Frankreich in Zukunft wohl immer häufiger heimsuchen werden, forschen Unternehmen an der Entwicklung neuer Kleidung, die kühl hält. Das Ziel ist ein doppeltes, da diese neuen Kleidungsstücke nicht nur die Menschen erfrischen, sondern auch dafür sorgen, dass ihre Träger keine Klimaanlage nutzen müssen, was wiederum Energie spart. „Die Herausforderung bei diesen Textilien wird (…) darin bestehen, zum thermischen Komfort der Person beizutragen und gleichzeitig einen übermäßigen Energieverbrauch zu vermeiden“, erklärt Isabelle Cornu, stellvertretende Direktorin des Europäischen Zentrums für Innovative Textilien auf France 2.

  • Kaufkraftverlust: Franzosen kaufen weniger Kleidung

    Kaufkraftverlust: Franzosen kaufen weniger Kleidung

    Viele Franzosen sind von der Inflation und dem Mangel an Kaufkraft betroffen und sehen sich gezwungen, Ausgaben für Kleidung zu zu minimieren. Das belegen die Verkaufszahlen des Textilgewerbes, die seit Januar 2022 rückläufig sind.

    Die Leiterin eines Bekleidungsgeschäfts stellt fest, dass die Kunden seit Januar dieses Jahres nicht immer kommen. „Man kann ganze Tage damit verbringen, dass niemand in den Laden kommt“, beklagt Olivia Kharoubi gegenüber France Télévisions. Seit der Pandemie sind die Käufer seltener geworden, was geringere Umsätze zur Folge hat. Der Trend beschleunigt sich mit den steigenden Lebenshaltungskosten.

    „Kleidung und Schuhe erscheinen mir zunehmend sinnlos“, meint eine Kundin. „Ich finde sie zu teuer“, gesteht eine andere. Eine solche Situation hat die Ladenbesitzerin Olivia Kharoubi seit der Eröffnung ihres Geschäfts noch nie erlebt. In ihrem Lager stapeln sich die Kartons, das Lager leert sich nicht. Auch Schuhgeschäfte sind betroffen. Einige Geschäfte verzeichnen seit Januar fast 20% weniger Umsatz.

  • Auch die Preise für Kleidung werden in diesem Jahr steigen

    Auch die Preise für Kleidung werden in diesem Jahr steigen

    Wie viele andere Produkte könnte auch Kleidung in den kommenden Wochen und Monaten spürbar teurer werden. Die Baumwollpreise sind nämlich um 45% gestiegen und erreichten im Februar sogar eine Höhe, die man seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hat.

    Zuletzt war es der exponentielle Anstieg der Benzin- und Dieselpreise, der sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat. Zuvor, im Laufe des Jahres 2021, stiegen aufgrund der weltweiten Pandemie auch die Kosten für Baurohstoffe sowie für bestimmte Lebensmittel.

    Laut einer im Dezember 2021 veröffentlichten Studie des französischen Statistikamts Insee stieg der Verbraucherpreisindex innerhalb eines Jahres um 2,8%. Der spektakulärste Anstieg, den viele Franzosen an ihren Energierechnungen bemerkten, betraf die Energie mit +18,5% im Jahr 2021. Das Insee stellt auch einen Preisanstieg bei den Sachgütern fest (3,3%).

    Nach Energie, Lebensmitteln und Baurohstoffen könnten nun auch andere Güter teurer werden: Kleidung. Das Insee hatte bereits einen Anstieg der Verbraucherpreise für Bekleidung und Schuhe um 3% für das Jahr 2021 festgestellt. Und es sieht nicht so aus, als würde sich dieser Trend bald umkehren.

    Ähnlich wie die Rohstoffe im Baugewerbe sind auch die Rohstoffe für die Herstellung von Kleidung in letzter Zeit stark angestiegen. Viele Kleidungsstücke werden aus Stoffen wie Polyester und Nylon hergestellt, bei denen es sich um Erdölderivate handelt, deren Preis in letzter Zeit stark gestiegen ist.

    Aber auch bei einem anderen wichtigen Textilrohstoff sind die Kosten in die Höhe geschnellt: Die Preise für Baumwolle sind 2021 um 45% gestiegen und erreichten im Februar mit 1,29 USD pro Pfund einen Preis, den es seit zehn Jahren nicht mehr gegeben hat. Und auch die Bio-Baumwollbranche bleibt von diesem Anstieg nicht verschont. In Indien, das neben China einer der größten Produzenten von Bio-Baumwolle ist, sind die Preise laut Branchendaten innerhalb eines Jahres um 90% gestiegen.

    Nun legen die Bekleidungshersteller angesichts dieser seit mehreren Monaten anhaltenden Preissteigerungen Vorräte an, um nicht den vollen Preis zahlen zu müssen. Doch diese höhere Nachfrage führt wiederum zu höheren Preisen. Ein Teufelskreis, aus dem es schwer sein wird, auszubrechen, zumal die Preisspitzen zu einem Zeitpunkt auftreten, an dem die Produktions- und Transportkosten ebenfalls Rekordhöhen erreicht haben, was wiederum auf die Energiekosten zurückzuführen ist, da die Textilindustrie einen hohen Verbrauch von Gas und Strom für die Herstellung von Kleidung sowie von Öl und anderen Energieträgern für den Transport hat.

    Es bleibt jetzt abzuwarten, wie die Bekleidungsunternehmen mit dieser Situation umgehen werden und wie sie sich auf die Verkaufspreise auswirken könnte. Denn je nach Marge werden einige Unternehmen wahrscheinlich ihre Preise erhöhen müssen. Umgekehrt versichern einige große Konzerne wie das schwedische Unternehmen H&M, dass sich die höheren Rohstoff- und Produktionskosten nicht auf die Preise ihrer Kleidung auswirken werden.

    Wie dem auch sei, all das könnte dem Second-Hand-Verkauf, der in letzter Zeit immer mehr Anhänger findet, einen weiteren Schub verleihen. Viele Verbraucher kaufen gebrauchte Kleidung und Schuhe, sei es aus Kostengründen oder aus Umweltbewusstsein. Schliesslich ist die Bekleidungsindustrie eine der umweltschädlichsten Industrien überhaupt.