Schlagwort: Bassin d'Arcachon

  • Große Quallen vor Arcachon: Warum jetzt immer mehr dieser Meerestiere an den Stränden auftauchen

    Große Quallen vor Arcachon: Warum jetzt immer mehr dieser Meerestiere an den Stränden auftauchen

    Wer derzeit an den Stränden des Bassin d’Arcachon oder an der Atlantikküste der Gironde ins Wasser möchte, blickt oft erst einmal aufmerksam aufs Meer. In den vergangenen Tagen häufen sich Berichte über ungewöhnlich große Quallen in Küstennähe. Manche Urlauber entscheiden sich deshalb gegen ein Bad, andere beobachten die faszinierenden Tiere lieber vom Strand aus. Der Anblick wirkt beeindruckend, doch in den meisten Fällen steckt dahinter ein ganz normales Naturphänomen.

    Während der Sommermonate gelangen Quallen regelmäßig aus dem offenen Atlantik an die Küste. Verantwortlich dafür ist das Zusammenspiel aus Wind, Gezeiten und Meeresströmungen. Vor allem nach längeren Phasen mit westlichen Winden treiben die Tiere in Richtung Strand und sammeln sich in geschützten Buchten oder flachen Küstenbereichen. Rund um Arcachon lässt sich dieses Schauspiel fast jedes Jahr beobachten – mal stärker, mal schwächer.

    Die aktuelle Wetterlage verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Ruhige See und vergleichsweise warme Oberflächengewässer sorgen dafür, dass die Quallen länger in Küstennähe bleiben. Statt rasch wieder aufs offene Meer hinauszutreiben, verweilen sie oft mehrere Tage in Strandnähe. Genau deshalb fallen sie Urlaubern derzeit besonders häufig auf.

    Auch die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen dürften ihren Teil dazu beitragen. Viele Quallenarten wachsen bei wärmerem Wasser schneller, und günstige Bedingungen fördern ihre Vermehrung. Trotzdem sehen Meeresbiologen keinen Grund, jedes quallenreiche Jahr ausschließlich mit dem Klimawandel zu erklären. Die Bestände schwanken von Natur aus erheblich. Strömungen, das Nahrungsangebot und der Fortpflanzungserfolg spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

    Warum lösen Quallen trotzdem so viel Unbehagen aus? Vor allem ihre Größe beeindruckt. Manche Exemplare erreichen einen Schirmdurchmesser von mehreren Dutzend Zentimetern, dazu kommen lange Tentakel, die sich scheinbar endlos durchs Wasser ziehen. Wer so einem Tier beim Schwimmen begegnet, bekommt schnell Respekt – und das ist durchaus verständlich.

    Doch groß bedeutet nicht automatisch gefährlich. Einige der häufig vorkommenden Arten verursachen lediglich leichte Hautreizungen, andere stechen deutlich schmerzhafter. Deshalb raten Rettungsschwimmer grundsätzlich davon ab, Quallen anzufassen – weder im Wasser noch am Strand. Selbst angespülte Tiere besitzen häufig noch aktive Nesselzellen und können schmerzhafte Verletzungen verursachen. Da gilt ganz klar: Finger weg.

    Trotz der zahlreichen Sichtungen gibt es an den meisten Stränden keine Badeverbote. Die örtlichen Rettungsdienste beobachten die Situation aufmerksam und informieren Besucher, falls größere Quallenfelder in Ufernähe treiben. Wer baden möchte, sollte dennoch umsichtig bleiben. Quallen lassen sich meist problemlos umschwimmen, Kinder verdienen besondere Aufmerksamkeit, und nach einem Stich empfiehlt sich das Abspülen der betroffenen Stelle mit Meerwasser. Halten die Beschwerden an oder fallen stärker aus, schafft eine medizinische Untersuchung Sicherheit.

    Quallenblüten gehören seit jeher zum natürlichen Rhythmus des Atlantiks und treten besonders zwischen Juni und August regelmäßig auf. Vielleicht fallen sie in diesem Sommer auch deshalb stärker auf, weil gleichzeitig besonders viele Menschen an den Stränden unterwegs sind und Beobachtungen innerhalb weniger Minuten über soziale Netzwerke geteilt werden. Wer kennt das nicht?

    Für Urlauber besteht deshalb kein Anlass, den Badeurlaub abzubrechen. Mit etwas Aufmerksamkeit und einem respektvollen Abstand zu den Meerestieren steht einem Tag am Atlantik meist nichts im Weg. Oft verändert sich die Windrichtung schon nach wenigen Tagen – und mit ihr verschwinden auch die Quallen wieder aus den Badezonen.

    Christine Macha

  • Verschmutzte Austern im Becken von Arcachon: Ermittlungen gehen weiter

    Verschmutzte Austern im Becken von Arcachon: Ermittlungen gehen weiter

    Das Becken von Arcachon, berühmt für seine Austernzucht, steht erneut im Zentrum eines Umwelt-Skandals. Nach starken Regenfällen kam es zu Überflutungen, die offenbar Abwasser in die Austernparks spülten. Die Folge: eine Kontamination, die bereits im Dezember 2023 zu zahlreichen Fällen von Magen-Darm-Erkrankungen führte und den Verkauf der Austern zeitweise stoppte.

    Ein altbekanntes Problem – das eskaliert

    Wer in der Gemeinde Lanton wohnt, kennt das Problem nur zu gut: Sobald es stark regnet, laufen die Abwasserkanäle über. Fäkalien und andere Verunreinigungen fluten die Straßen und fließen schließlich ins Meer. Doch diesmal scheint der Fall schwerwiegender zu sein.

    Einige Experten warnen schon lange davor, dass das Abwassersystem des Beckens nicht für die zunehmend extremen Wetterbedingungen ausgelegt ist. Und die Vorwürfe gehen noch weiter: Es wird untersucht, ob es zu illegalen Einleitungen durch eine Tochtergesellschaft des Wasserversorgers Veolia gekommen ist.

    Garde à vue und politische Konsequenzen

    Die Affäre hat mittlerweile eine juristische Dimension erreicht. Eine hochrangige Vertreterin von Veolia sowie die Direktorin des Syndikats für Abwasserentsorgung (SIBA) wurden bereits mehrere Stunden lang in Polizeigewahrsam genommen. Am 18. Februar wurde zudem der Bürgermeister von Arcachon von den Behörden befragt.

    Umweltaktivisten und Austernzüchter haben genug. Ein Zusammenschluss mehrerer Verbände hat Klage wegen „Ökozids“ eingereicht. „Das Becken ist eine besonders empfindliche Umweltzone. Die Vorfälle sind zu gravierend, um sie einfach hinzunehmen“, erklärt Thierry Lafon, Austernzüchter aus Gujan-Mestras.

    Wie geht es weiter?

    Noch sind viele Fragen offen: War das Desaster eine unvermeidliche Folge der starken Regenfälle – oder hätten die Behörden es verhindern können? Und falls es zu illegalen Abwassereinleitungen kam, wer trägt die Verantwortung?

    Eines ist sicher: Die Austernzüchter brauchen schnelle Antworten. Denn jede weitere Kontamination gefährdet nicht nur die Umwelt, sondern auch eine der wichtigsten wirtschaftlichen Ressourcen der Region.

    Autor: C.H.

  • Wieder auf Kurs: Die Austern aus dem Becken von Arcachon erleben ein Comeback

    Wieder auf Kurs: Die Austern aus dem Becken von Arcachon erleben ein Comeback

    Weihnachten und Austern – das ist in Frankreich Tradition. Doch für die Austernzüchter des Beckens von Arcachon war das letzte Jahr eine Katastrophe. Ein Virus, der auf den Menschen übertragbar war, führte zu einem Verkaufsverbot und riss der Branche buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Dieses Jahr jedoch sieht alles anders aus – nicht perfekt, aber besser. Können die Züchter mit diesem Comeback ihre Verluste ausgleichen?


    Ein Tiefpunkt als Wendepunkt

    Stellen Sie sich das vor: 40 % Ihres Jahresumsatzes, weg – und das ausgerechnet zur lukrativsten Zeit des Jahres. Genau das passierte Olivier Laban, dem Präsidenten des Regionalen Muschelzuchtkomitees von Arcachon. Weihnachten, eine Zeit, in der die Hälfte des Jahresumsatzes erwirtschaftet wird, fiel ins Wasser. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, wurde die Krise zum Anstoß für Veränderungen.


    Prävention statt Reaktion

    „Wir mussten handeln“, erklärt Laban. Das Ergebnis? Ein rigoroses Überwachungssystem, das seinesgleichen sucht: Wöchentliche Proben über 22 Wochen hinweg, an sieben strategischen Punkten des Beckens. Ein Echtzeitblick auf die Gesundheit der Austernbestände.

    Doch das war nur der erste Schritt. Falls eine Verschmutzung entdeckt wird, werden die Austern sofort aus dem Wasser genommen. In speziellen Tanks verbringen sie dann 28 Tage – ein Prozess, bei dem sie gefiltert und für den Verkauf wieder sicher gemacht werden.

    Diese Maßnahmen sind nicht nur eine Sicherheitsgarantie für die Verbraucher, sondern auch ein Rettungsanker für die Züchter. Denn die Weihnachtszeit ist mehr als nur ein Geschäft – sie ist das wirtschaftliche Rückgrat vieler Familienbetriebe.


    Verbraucher kehren zurück – aber langsam

    Die gute Nachricht: Die Austern sind zurück in den Regalen, und die Kunden kommen ebenfalls zurück. Aber reicht das? Vertrauen, einmal verloren, baut sich nicht über Nacht wieder auf. „Es ist ein Prozess“, gibt Laban zu. Die Branche setzt deshalb auf Transparenz, Qualität und ein wenig Geduld.


    Zukunftsperspektiven

    Wird das Becken von Arcachon langfristig sicherer für die Austernzucht? Die intensiven Tests und neuen Filtermethoden machen Hoffnung. Aber niemand kann garantieren, dass solche Krisen nicht wiederkehren. Die Lektion, die die Züchter jedoch gelernt haben, bleibt: Vorbereitung ist alles. Und vielleicht sind es gerade solche Herausforderungen, die eine Branche zukunftsfähig machen.


    Ein kleiner Luxus mit großer Bedeutung

    Weihnachtsaustern – für viele ein Muss auf dem festlichen Tisch. Doch für die Züchter von Arcachon sind sie weit mehr als ein Symbol des Genusses: Sie sind ein Symbol für Resilienz und den Willen, sich den Widrigkeiten des Lebens zu stellen. Und vielleicht schmecken sie gerade deshalb dieses Jahr ein kleines bisschen besser.

  • Tragödie im Bassin d’Arcachon: Frau stirbt bei Jet-Ski-Unfall

    Tragödie im Bassin d’Arcachon: Frau stirbt bei Jet-Ski-Unfall

    Am Sonntagabend, dem 4. August, ereignete sich im malerischen Bassin d’Arcachon ein tragischer Unfall, der die Gemeinde erschütterte. Zwei Jet-Skis kollidierten gegen 19 Uhr miteinander, was tödliche Konsequenzen hatte. Eine 47-jährige Frau verlor dabei ihr Leben, wie der Sender France Bleu Gironde unter Berufung auf die maritime Präfektur berichtete.

    Schwerverletzter und geschockte Jugendliche

    Der Unfall forderte nicht nur ein Menschenleben. Ein 48-jähriger Mann wurde bei der Kollision schwer verletzt und musste sofort ins Pellegrin-Krankenhaus in Bordeaux gebracht werden. Zudem standen zwei 16-jährige Mädchen unter Schock und wurden ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert, um medizinisch betreut zu werden.

    Strenge Regeln ignoriert?

    Interessanterweise gilt im Becken von Arcachon seit dem 15. Juni ein Verbot für private Jet-Skis, das bis zum 15. September in Kraft ist. Dies soll die Sicherheit in den belebten Sommermonaten gewährleisten. Die maritime Präfektur meldete jedoch, dass es sich bei diesem Unfall um eine organisierte und überwachte Fahrt handelte und nicht um private Jet-Skis.

    Ermittlungen eingeleitet

    Das Drama hat nun rechtliche Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Bordeaux eröffnete eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Die Ermittlungen wurden der nautischen Brigade von Arcachon übergeben, die die Umstände des Unfalls genau unter die Lupe nimmt.

    Der Unfall zeigt einmal mehr, wie gefährlich Wassersportarten sein können, selbst unter Aufsicht. Er hinterlässt viele offene Fragen und eine trauernde Familie.

  • Jet-Ski-Verbot: Ein Sommer ohne Jet-Skis im Bassin d’Arcachon

    Jet-Ski-Verbot: Ein Sommer ohne Jet-Skis im Bassin d’Arcachon

    In diesem Sommer müssen Jet-Ski-Enthusiasten in Arcachon auf ihren Adrenalinkick verzichten. Der Verwaltungsgerichtshof von Bordeaux hat der Gemeinde Recht gegeben und den Einspruch der Association nationale des plaisanciers motorisés sowie mehrerer Wassersportunternehmen abgewiesen. Damit bleibt das Verbot für private Jet-Skis an der Küste vor Arcachon bis zum 15. September bestehen.

    Sicherheit geht vor

    Warum dieser drastische Schritt? Die Stadtverwaltung von Arcachon hat im Mai ein Verbot erlassen, das seit dem 15. Juni in Kraft ist. Der Grund: Sicherheitsprobleme, Lärmbelästigungen und zunehmende Konflikte. Seit dem Ende des Covid-Lockdowns hat die Zahl der Jet-Skis dramatisch zugenommen. Die ohnehin schon angespannte Koexistenz mit anderen Bootsfahrern wurde dadurch noch komplizierter.

    Die Gemeinde betonte, dass die Maßnahme notwendig sei, um sowohl die Sicherheit der Wassersportler als auch der Badegäste zu gewährleisten. Stellen Sie sich vor, wie beängstigend es wäre, beim gemütlichen Schwimmen von einem heranrasenden Jet-Ski überrascht zu werden!

    Die rechtliche Auseinandersetzung

    Die Gegner des Verbots argumentierten, dass das Dekret eine Ungleichbehandlung zwischen Jet-Ski-Besitzern und anderen Bootsfahrern darstelle. Trotz dieser Einwände bestätigte der Gerichtshof die Entscheidung der Stadt.

    Interessant ist, dass nur kommerzielle Jet-Ski-Vermieter, die bereits Vereinbarungen mit der Stadt getroffen haben, ihre Maschinen weiterhin ins Wasser lassen dürfen. Dies deutet darauf hin, dass die Gemeinde nicht grundsätzlich gegen Jet-Skis ist, sondern vielmehr nur die unkontrollierte Nutzung eindämmen möchte.

    Ein ähnliches Szenario in Lège-Cap-Ferret

    Auch die benachbarte Gemeinde Lège-Cap-Ferret hat ein ähnliches Verbot verhängt. Die Gegner planen bereits, rechtliche Schritte auch gegen dieses Dekret einzuleiten. Es bleibt abzuwarten, ob sie in diesem Fall mehr Erfolg haben werden.

    Was bedeutet das für den Tourismus?

    Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für den Tourismus in Arcachon haben. Jet-Skis sind ein beliebtes Freizeitgerät, und viele Touristen suchen den Nervenkitzel, den diese Maschinen bieten. Aber die Sicherheit und das Wohlbefinden aller müssen an erster Stelle stehen. Es könnte eine Chance sein, andere, vielleicht weniger riskante und umweltfreundlichere Freizeitaktivitäten zu fördern.

    Ein Sommer der Veränderungen

    Für die Einwohner und Besucher von Arcachon wird dieser Sommer anders sein. Keine lauten Motoren, keine spritzenden Wasserraketen – dafür vielleicht ein ruhigerer, entspannterer Aufenthalt am Meer.

    Ist das Verbot eine notwendige Maßnahme zum Schutz der Allgemeinheit oder ein unnötiger Eingriff in die Freizeitgestaltung? Die Diskussion ist eröffnet – und vielleicht bringt dieser Sommer ohne Jet-Skis ja auch die eine oder andere unerwartete Entdeckung.

    Was auch immer der Fall sein mag, dieser Sommer wird definitiv in die Geschichte von Arcachon eingehen – als der Sommer, in dem die Jet-Skis an Land blieben.

  • Immobilienboom im Bassin d’Arcachon: Die neue Côte d’Azur

    Immobilienboom im Bassin d’Arcachon: Die neue Côte d’Azur

    Das Bassin d’Arcachon in der Gironde erlebt einen wahren Ansturm auf dem Immobilienmarkt. Die Einwohnerzahl ist von 2015 bis 2021 um fast 12 % gestiegen. Überall sprießen Neubauten aus dem Boden, und Bautafeln verkünden fortlaufend neue Projekte. Was einst ein idyllisches Fleckchen Erde war, hat sich in kürzester Zeit zu einem beliebten Ziel entwickelt – eine neue Côte d’Azur sozusagen.

    Die Kehrseite des Booms

    Mit dem wachsenden Interesse kommen jedoch auch die Probleme. Immer mehr Anwohner beklagen sich über die rasante Urbanisierung und den stetig zunehmenden Verkehr. Ein nahe gelegenes Dorf, das seinen familiären Charme bewahren wollte, kämpft nun mit Staus und enttäuschten Bewohnern. Ein Anwohner bringt es auf den Punkt: „Nach der Côte d’Azur und der Côte Basque kommt jetzt jeder hierher. Das geht viel zu schnell.“

    Viele sind unglücklich über diese Entwicklung. Ein Paar, das den Rummel satt hat, ist ins Landesinnere gezogen. „Es ist einfach kein ruhiger Ort mehr“, klagen sie. Lokale Verbände gehen noch weiter und werfen manchen Bauprojekten sogar vor, illegal zu sein. Eine Beschwerde wurde beim Verwaltungsgericht eingereicht, ebenso wie Beschwerden gegen touristische Einrichtungen in der Nähe der berühmten Düne von Pilat.

    Ein Paradies in Gefahr?

    Das Bassin d’Arcachon, bekannt für seine malerischen Landschaften und die majestätische Düne von Pilat, zieht seit jeher Touristen an. Doch die jüngste Entwicklung hat viele Bewohner vor den Kopf gestoßen. Sie fürchten, dass ihre Heimat ihre Seele verliert. Die Urbanisierung bringt zweifellos wirtschaftliche Vorteile, aber zu welchem Preis?

    Ein Beispiel verdeutlicht das Dilemma: Ein kleines Fischerdorf am Rand des Beckens hat sich innerhalb weniger Jahre in eine belebte Touristenhochburg verwandelt. Wo einst Fischer ihre Netze flickten, dominieren nun Boutiquen und Cafés das Straßenbild. Ist das der Preis des Fortschritts? Diese Frage stellt sich mehr als einmal beim Spaziergang durch die einst so ruhigen Gassen.

    Neue Projekte und alte Konflikte

    Die Immobilienbranche wittert ihre Chance und investiert kräftig. Neue Wohnanlagen schießen wie Pilze aus dem Boden, und die Nachfrage scheint ungebrochen. Für viele ist das Bassin d’Arcachon der perfekte Rückzugsort aus den hektischen Großstädten. Doch nicht alle sehen diese Entwicklung positiv. Naturschutzverbände und lokale Initiativen wehren sich gegen die ausufernde Bautätigkeit. Sie warnen vor den ökologischen Folgen und den sozialen Spannungen, die der Boom mit sich bringt.

    Ein besonders umstrittenes Projekt betrifft ein großes Ferienresort in der Nähe der Düne von Pilat. Kritiker befürchten, dass der Touristenandrang die empfindliche Dünenlandschaft zerstören könnte. Ein erbitterter Streit ist entbrannt, und die Fronten sind verhärtet.

    Wie weiter?

    Die Zukunft des Bassin d’Arcachon steht auf dem Spiel. Einerseits lockt der Boom neue Investitionen und bringt wirtschaftlichen Aufschwung. Andererseits droht die Region ihre Identität und ihre natürlichen Schätze zu verlieren. Was also tun? Eine nachhaltige und behutsame Entwicklung könnte der Schlüssel sein. Doch dafür müssen alle Beteiligten – Investoren, Anwohner und Politiker – an einem Strang ziehen.

    Ein Ansatz könnte sein, klare Regeln für Neubauten zu definieren und strengere Auflagen für den Umweltschutz einzuführen. Auch der Ausbau der Infrastruktur sollte nicht auf Kosten der Natur gehen. Letztlich braucht es ein Gleichgewicht zwischen Fortschritt und Bewahrung der Tradition.

    Ein Blick in die Zukunft

    Das Bassin d’Arcachon wird zweifellos weiterhin wachsen und sich verändern. Die Kunst wird darin liegen, diese Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken. Vielleicht können zukünftige Generationen auf die aktuellen Herausforderungen zurückblicken und sagen, dass der richtige Weg eingeschlagen wurde. Denn wer möchte schon in einem Paradies leben, das seine Seele verloren hat?

    Abschließend bleibt zu hoffen, dass das Bassin d’Arcachon ein Beispiel für nachhaltige Entwicklung wird – ein Ort, an dem die Menschen gerne leben und den sie ebenso gerne besuchen, ohne dass die Natur und das Erbe auf der Strecke bleiben. Wer weiß, vielleicht finden sich eines Tages Lösungen, die das Beste aus beiden Welten vereinen.

  • Greta Thunberg protestiert in Bordeaux gegen umstrittenes Öl-Projekt im Bassin d’Arcachon

    Greta Thunberg protestiert in Bordeaux gegen umstrittenes Öl-Projekt im Bassin d’Arcachon

    Die Umweltaktivistin Greta Thunberg wird am Sonntag, dem 11. Februar, in der Gironde erwartet, wo sie an einer Demonstration gegen die Ölförderung im Becken von Arcachon teilnehmen wird.

    Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg setzt ihren Aufenthalt in Frankreich fort, um gegen Projekte zu demonstrieren, die sie für umweltschädlich hält. Nachdem sie sich am Samstag, dem 11. Februar, mit anderen Aktivisten gegen den Bau der Autobahn A69 im Departement Tarn protestiert hatte, wird sie am Sonntag um 14 Uhr in Bordeaux zu einer Demonstration gegen die Erschliessung neuer Ölquellen im Becken von Arcachon erwartet.

    Ein Projekt des kanadischen Unternehmens Vermilion sieht vor, in La Teste-de-Buch im Becken von Arcachon acht neue Ölbohrungen durchzuführen. Der Antrag, der 2023 eingereicht wurde, sieht vor, dass die neuen Bohrungen von bereits bestehenden Plattformen aus vorgenommen werden.

    Laut der Mission Régionale d’Autorité Environnementale (MRAE) de Nouvelle-Aquitaine haben neuere Studien bisher unerschlossene Ölreserven identifiziert. Diese sollen sich in einer Tiefe von 2.200 bis 3.200 Metern befinden.

    Am 13. November gab die für die öffentliche Untersuchung des Projekts zuständige Kommissarin eine positive Stellungnahme zur Förderung dieses Erdölvorkommens ab.

    Das kanadische Unternehmen betreibt bereits rund 40 Bohrlöcher in der Nähe von Cazaux ebenfalls in der Gironde. Auf dem Gelände sollen täglich etwa 1.500 Barrel Öl gefördert werden.

    Das Cazaux-Vorkommen wurde 1959 entdeckt. Das Unternehmen Esso erhielt damals eine Konzession, die fünfzig Jahre lang laufen sollte. Im Jahr 2006 wurde diese jedoch von Vermilion aufgekauft. Im Jahr 2010 wurde die Konzession schließlich bis 2035 verlängert.

    „Das Vorkommen von Cazaux befindet sich in einem Gebiet mit vielfältigen Umweltsensibilitäten“, so die MRAE. In der Tat weist das betroffene Gebiet, das sich im Wald befindet, zahlreiche Umweltbesonderheiten auf: Natura-2000-Gebiete, Trinkwasserentnahmen, hohe Waldbrandgefahr.

    Für das Umwelt-Kollektiv „Stop Pétrole Bassin d’Arcachon“ ist das Projekt inkohärent mit dem Vorhaben der Regierung, den Verbrauch fossiler Energieträger bis 2028 um 35 % zu senken.

    Im Gespräch mit unseren Kollegen von 20 Minutes meinte der französische Umweltminister Christophe Béchu, dass man „aus einer Form von Umweltheuchelei herauskommen muss, die darin bestünde, die Förderungen in Frankreich zu schließen, um den Anteil des Öls, den wir importieren, zu erhöhen.“

    Das Hulot-Gesetz von 2017 schreibt vor, dass alle Öl- und Gasbohrlöcher in Frankreich bis 2040 stillgelegt werden müssen. Aber bis dahin „kann man in Frankreich noch etwas mehr als 15 Jahre lang fossile Brennstoffe fördern“, erklärt Francis Perrin, Forschungsdirektor am Iris (Institut für internationale und strategische Beziehungen), gegenüber 20 Minutes. Also könnte auch die Dauer der Ölförderung im Cazaux-Feld bis 2040 verlängert werden.

  • Gironde: Präfektur verbietet „das Ernten und Vermarkten sämtlicher Muscheln im Becken von Arcachon“

    Gironde: Präfektur verbietet „das Ernten und Vermarkten sämtlicher Muscheln im Becken von Arcachon“

    Bereits seit Mittwoch müssen „die Muscheln, die in diesen Gebieten geerntet oder gefischt wurden, aus dem Verkauf genommen werden“, so die Präfektur. Der Präfekt des Departements Gironde kündigte am Mittwoch, dem 27. Dezember, in einer Erklärung, „das vorübergehende Verbot der Fischerei, der Ernte und der Vermarktung zum Verzehr aller Muscheln im Bassin d’Arcachon und auf der Banc d’Arguin“ an. Dies geschah aufgrund mehrerer Fälle „kollektiver Lebensmittelvergiftungen“, die „den für die Gesundheitssicherheit zuständigen Stellen zur Kenntnis gebracht wurden“. Die regionale Gesundheitsagentur Nouvelle-Aquitaine stellte am 25. und 26. Dezember 2023 einen „Anstieg der Notaufnahmen wegen gastrointestinaler Symptome im Zusammenhang mit ein und derselben Lebensmittelquelle (Lebensmittelvergiftungen und kollektive Lebensmitteltoxizitäten)“ fest. „Untersuchungen zur Rückverfolgbarkeit sind noch im Gange, aber mehrere Meldungen deuten darauf hin, dass Austern aus dem Bassin d’Arcachon die Ursach…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Neue Ölbohrungen in der Nähe von Arcachon: „Ein sehr schlechtes Signal“ für die Umwelt

    Neue Ölbohrungen in der Nähe von Arcachon: „Ein sehr schlechtes Signal“ für die Umwelt

    Am Montag wurde von der zuständigen Behörde eine positive Stellungnahme zu einer geplanten Ölbohrung in La Teste, nahe der Bucht von Arcachon, abgegeben. „Man kann nicht der ganzen Welt Lektionen erteilen, durch die verschiedenen Klimakonferenzen wandern und diese Art der Ausbeutung des Planeten fortsetzen“, kritisiert ein Regionalrat aus der Region Nouvelle-Aquitaine. „Das ist vor allem ein sehr schlechtes Signal“, kritisiert Vital Baude, grüner Regionalrat der Region Nouvelle-Aquitaine, der am Dienstag, den 21. November, Gast bei dem Sender Franceinfo war. Die zuständigen Behörden hatten gerade grünes Licht für die Erschließung von acht neuen Ölbohrlöchern in La Teste, in der Nähe des Bassin d’Arcachon, gegeben. Nach Meinung von Vital Baude müsse die Priorität jedoch darin bestehen, „in den ökologischen Übergang zu investieren“ und das Hulot-Gesetz von 2017 einzuhalten, das vorsieht, „keine neuen Ölbohrungen mehr durchzuführen“ und „bis 2040 die Einstellung der Förderung anzustreben“…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Muscheln aus Arcachon dürfen wegen Kontamination mit E.coli-Bakterien nicht verkauft werden

    Muscheln aus Arcachon dürfen wegen Kontamination mit E.coli-Bakterien nicht verkauft werden

    Die Präfektur des Departements Gironde verbot am Dienstag den Verkauf und den Fang von Venus- und Herzmuscheln aus dem Bassin d’Arcachon aufgrund einer Kontamination mit dem Bakterium Escherichia Coli. Austern sind nicht betroffen. Seit Dienstag dürfen im Bassin d’Arcachon keine Venusmuscheln und Herzmuscheln mehr gefischt und verkauft werden. Die Präfektur des Departements Gironde hat einen Erlass veröffentlicht, der den Fang – ob beruflich oder als Freizeitbeschäftigung – und den Verkauf dieser Meeresfrüchte verbietet. Eine gute Nachricht für die Austernzüchter, die in den vergangenen Wochen von den Novemberstürmen besonders gebeutelt wurden: Austern sind nicht betroffen. Die Herzmuscheln und Venusmuscheln seien laut „den Ergebnissen der Analysen, die vom Staat mit Unterstützung von Ifremer“, dem französischen Forschungsinstitut für die Nutzung des Meeres, durchgeführt wurden, mit Escherichia-coli-Bakterien verseucht, meldete die Präfektur am Dienstag. Sie kündigt außerdem an, dass b…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…