Schlagwort: Bandenkriminalität

  • Narcomorde: Eine alarmierende Zunahme junger Auftragskiller in Frankreich

    Narcomorde: Eine alarmierende Zunahme junger Auftragskiller in Frankreich

    Die Drogenkriminalität fordert in Frankreich weiterhin viele Opfer, und auch wenn die Zahl der Todesfälle in den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 leicht zurückgegangen ist, bleibt die Entwicklung besorgniserregend. Von Januar bis Juni dieses Jahres starben 42 Menschen durch Auseinandersetzungen rund um Drogengeschäfte – ein Rückgang von 19 % im Vergleich zum Vorjahr, jedoch ein deutlicher Anstieg gegenüber 2021 und 2022. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache, und der Chef des Office central de lutte contre le crime organisé, Yann Sourisseau, ist alarmiert. Die Statistiken belegen nicht nur eine hohe Anzahl von Opfern, sondern auch eine Zunahme der Brutalität und der Beteiligung immer jüngerer Täter. Es ist kein Geheimnis, dass Drogenkriege in Städten wie Marseille und Paris schon seit Jahrzehnten wüten, doch die Tendenz, dass immer jüngere Menschen in diese tödlichen Konflikte hineingezogen werden, zeichnet ein besonders düsteres Bild. Ein erschreckender Trend: Immer jüngere Täter…

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  • Marseille: Jugendliche in der Spirale des Drogenhandels – Täter und Opfer werden immer jünger

    Marseille: Jugendliche in der Spirale des Drogenhandels – Täter und Opfer werden immer jünger

    In Marseille hat sich die Lage rund um den Drogenhandel in den letzten Jahren dramatisch verschärft. Doch was besonders schockiert, ist das „ultrarajeunissement“ – die zunehmende Verjüngung sowohl der Täter als auch der Opfer. Zwei tragische Fälle innerhalb weniger Tage werfen ein neues, düsteres Licht auf die Zustände in der Stadt. Der Staatsanwalt von Marseille, Nicolas Bessone, spricht von einer „beispiellosen Brutalität“ und einem „Verlust jeglicher moralischer Orientierung“. Zwei Fälle, die erschüttern Am vergangenen Mittwoch wurde ein 15-jähriger Junge Opfer eines grausamen Mordes – er wurde mit 50 Messerstichen regelrecht abgeschlachtet und schließlich bei lebendigem Leib verbrannt. Nur zwei Tage später, am Freitag, erschoss ein 14-jähriger mutmaßlicher Auftragskiller einen VTC-Fahrer (vergleichbar mit einem Uber-Chauffeur). Beide Vorfälle, so stellte sich heraus, waren Teil von Vergeltungsaktionen zwischen rivalisierenden Banden im Rahmen des Drogenhandels. Das jüngste Opfer, d…

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  • Echirolles: Eine ganze Wohnanlage geräumt, um dem Drogenhandel Einhalt zu gebieten

    Echirolles: Eine ganze Wohnanlage geräumt, um dem Drogenhandel Einhalt zu gebieten

    Die Stadt Echirolles, im Süden von Grenoble, zieht drastische Maßnahmen, um dem ausufernden Drogenhandel entgegenzuwirken: Die Bewohner einer kompletten Wohnanlage müssen innerhalb von drei Tagen ihre Wohnungen verlassen. Der Grund? Die seit Jahren zunehmende Bedrohung durch Drogendealer, die nicht einmal davor zurückschrecken, leerstehende Wohnungen zu besetzen und das Leben der Anwohner zu gefährden.

    Die Entscheidung zur Räumung betrifft das Gebäude „Le Carrare“, das mit seinen 80 Wohnungen eigentlich ein Zuhause für viele war – doch seit 2021 ist es zu einem regelrechten Hotspot des Drogenhandels geworden. Was harmlos begann, entwickelte sich zu einem großen Problem: Mehrere Schießereien allein in diesem Sommer – Menschen wurden verletzt, die Polizei war immer häufiger vor Ort. Die Lage ist außer Kontrolle geraten.

    Ein schwieriger Schritt für die Sicherheit

    Die Bürgermeisterin von Echirolles, Amandine Demore, zog die Reißleine. In einer Mitteilung erklärte sie: „Die Bewohner müssen das Gebäude verlassen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.“ Es gibt zu viele Risiken – nicht nur durch die Dealer und ihre kriminellen Machenschaften, sondern auch durch die vielen Schäden an der Infrastruktur des Gebäudes. Brände und Stromschläge seien nicht mehr auszuschließen, das Leben der Bewohner sei in akuter Gefahr.

    Die Entscheidung klingt hart, aber sie ist – laut der Bürgermeisterin – alternativlos. Es ist einfach zu gefährlich geworden, dort zu wohnen. Viele der betroffenen Familien stehen nun vor einer ungeplanten Zwangsumsiedlung, und das innerhalb von nur drei Tagen. Doch die Stadt verspricht Hilfe: Gemeinsam mit staatlichen Behörden werden Lösungen für die Umsiedlung der Bewohner gesucht.

    Ein Gebäude im Griff der Banden

    Das Problem des Drogenhandels ist in vielen französischen Städten kein neues Thema – doch in Echirolles hat es eine neue Dimension erreicht. Was einmal ein bloßer Umschlagplatz für Drogen war, hat sich in eine regelrechte „Gang-Kriegszone“ verwandelt. Mehrere Schießereien in der Umgebung des Wohnhauses, besonders in den letzten Monaten, haben die Lage entscheidend verschärft.

    Die Bürgermeisterin beschreibt es so: „Die Schäden durch den Drogenhandel haben das Leben der Bewohner seit Jahren vergiftet.“ Und ja, wenn man genauer hinsieht, spricht sie nicht nur von materiellen Schäden – sondern auch von psychischen. Die ständige Angst, von einer Kugel getroffen zu werden, der Nervenkitzel, wenn man aus dem Fenster sieht und nicht weiß, ob die Dealer einen bemerken, die Hilflosigkeit, wenn man nachts Schüsse hört – all das lastet schwer auf den Menschen, die dort leben.

    Hoffnung auf einen Neuanfang?

    Die zwei heute erlassenen Verfügungen machen das Gebäude offiziell unbewohnbar. Damit will die Stadt die Hausverwaltung dazu zwingen, dringende Sicherheitsarbeiten vorzunehmen. Ein solcher Schritt ist nicht nur ein Signal an die kriminellen Banden, sondern auch an die Bewohner: Es gibt Hoffnung auf ein sichereres Leben, auch wenn der Weg dorthin steinig ist.

    Aber ist das wirklich der einzige Weg? Die Menschen, die jetzt ihre Sachen packen müssen, fragen sich wahrscheinlich, warum es erst so weit kommen musste. Wieso konnte der Drogenhandel in den letzten Jahren so ungestört florieren? Warum wurde das Problem nicht früher in den Griff bekommen?

    Echirolles steht nun an einem Scheideweg – mit der Räumung von „Le Carrare“ setzt die Stadtverwaltung ein klares Zeichen: Null Toleranz gegenüber dem Drogenhandel. Doch für die Betroffenen bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Sie müssen ihr Zuhause aufgeben und stehen plötzlich vor der Herausforderung, sich woanders ein neues Leben aufzubauen – fernab des Schreckens, den sie über Monate hinweg erlebten.

    Die Frage, die bleibt: Wird dieser drastische Schritt wirklich langfristig Frieden und Sicherheit in den Stadtteil bringen – oder verlagern sich die Probleme nur an einen anderen Ort?

  • Wieder Schießerei in Marseille: Mann schwebt nach Schüssen in Lebensgefahr

    Wieder Schießerei in Marseille: Mann schwebt nach Schüssen in Lebensgefahr

    Die Gewalt in den nördlichen Stadtteilen von Marseille hat erneut zugeschlagen. Am Montagabend, dem 23. September, wurde ein Mann in den Vierzigern im Viertel Belle-de-Mai – einem der berüchtigten Brennpunkte der Stadt – durch Schüsse schwer verletzt. Die Nachrichten, die am nächsten Morgen bekannt wurden, sind erschütternd: Vier Kugeln trafen den Mann im Bauch, eine weitere im Arm. Sein Leben hängt an einem seidenen Faden. Wie konnte es erneut so weit kommen?

    Eine tödliche Routine?

    Marseille, insbesondere die nördlichen Viertel, sind schon lange Schauplätze krimineller Auseinandersetzungen. In den letzten Tagen scheint sich die Spirale der Gewalt nach eine Zeit deutlicher Entspannung wieder zuzuspitzen. Bereits zwei Tage vor dieser neuen Schießerei war der Tod eines 17-Jährigen in der Nähe des „Moulin de Mai“, einem bekannten Drogenumschlagsplatz, die tragische Folge eines bewaffneten Angriffs. Sein Bruder überlebte schwer verletzt. Man fragt sich: Wie lange noch sollen solche Szenarien Teil des Alltags der Stadt am Mittelmeer sein?

    Die Ermittlungen zu den aktuellen Schiessereien laufen auf Hochtouren. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass es sich um einen Einzeltäter handelte, der sich dem Opfer bewaffnet zu Fuß näherte und ohne zu zögern das Feuer eröffnete. Ein brutaler und gezielter Angriff – der mittlerweile traurigerweise als typisch gilt für die Auseinandersetzungen in den gefährdeten Stadtteilen von Marseille.

    Ein Teufelskreis ohne Ende?

    Die Frage, die sich viele stellen, ist: Was liegt diesen wiederholten Morden und Mordanschlägen zugrunde? Ist es bloß der Drogenhandel, der die Straßen unsicher macht? Oder sind es soziale Probleme, die junge Menschen in ein kriminelles Umfeld drängen und den Weg für solche Tragödien ebnen? Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem.

    Es ist kaum zu übersehen, dass Drogenhandel und organisierte Kriminalität in diesen Vierteln den Alltag dominieren. „Moulin de Mai“, der Name allein weckt bei den bewohnern von Marseille sofort Assoziationen mit Dealern und Banden, die dort das Sagen haben. Wer dort lebt, weiß, dass ein falscher Schritt – oder auch nur der falsche Zeitpunkt – das Leben kosten kann.

    Eine Stadt unter Beschuss

    Marseille ist eine Stadt voller Kontraste: Das historische Zentrum, das von Touristen und Einheimischen gleichermaßen geliebt wird, steht im scharfen Gegensatz zu den vernachlässigten Vierteln im Norden. Dort ist die Arbeitslosigkeit hoch, Perspektiven für junge Menschen sind oft sehr schlecht, und es mangelt an sozialer und wirtschaftlicher Unterstützung. Das führt dazu, dass Kriminalität und Drogenhandel oft als der einzige Ausweg gesehen werden.

    Aber wie geht es weiter? Kann eine Stadt wie Marseille, die von so vielen sozialen Problemen geplagt ist, jemals die Oberhand über die Kriminalität gewinnen?

    Polizeipräsenz allein reicht nicht aus

    Die Antwort auf die Eskalation der Gewalt in den letzten Jahren war immer dieselbe: verstärkte Polizeipräsenz. Doch viele Kritiker argumentieren, dass das nicht ausreicht. Mehr Polizisten auf den Straßen verhindern vielleicht kurzfristig weitere Schießereien, doch sie bekämpfen nicht die Wurzeln des Problems.

    Es braucht tiefgreifendere Maßnahmen – von Bildungsinitiativen bis hin zu Programmen, die Jugendlichen echte Alternativen bieten. Ohne langfristige Lösungen wird Marseille weiterhin zwischen Momenten der Ruhe und plötzlichen Ausbrüchen von Gewalt hin und her gerissen sein.

    Und die Bewohner?

    Was oft übersehen wird, ist das Schicksal der Menschen, die in diesen Vierteln leben. Für sie sind Schüsse, Polizeisirenen und Gewalt traurige Realität. Diejenigen, die es sich leisten können, ziehen weg – diejenigen, die bleiben, leben in ständiger Angst. Inzwischen wird es für Außenstehende immer schwerer, zu verstehen, wie es sich anfühlen muss, in einem Gebiet zu leben, das von kriminellen Auseinandersetzungen geprägt ist.

    „Man geht raus und weiß nie, ob man zurückkommt“, sagte ein Bewohner des Viertels vor kurzem in einem Interview. Diese Worte hallen nach – denn sie sind bittere Wahrheit für viele.

    Was bringt die Zukunft?

    Es bleibt abzuwarten, wie die Behörden auf diese neuerliche Eskalation reagieren. Die politische und gesellschaftliche Debatte um die Ursachen der Gewalt wird sicherlich weitergehen. Aber wird sich wirklich etwas ändern?

    Die jüngsten Ereignisse zeigen einmal mehr, dass es in Marseille keine einfache Lösung gibt. Soziale Maßnahmen, Polizeiarbeit und gesellschaftliches Umdenken – alles scheint notwendig zu sein, doch das Zusammenspiel dieser Faktoren bleibt schwierig. Aber eins ist sicher: Die Menschen in den betroffenen Stadtteilen dürfen nicht vergessen werden.

  • Gérald Darmanin in Pointe-à-Pitre: Einführung einer Ausgangssperre und Operation „Place nette“

    Gérald Darmanin in Pointe-à-Pitre: Einführung einer Ausgangssperre und Operation „Place nette“

    Der französische Innenminister Gérald Darmanin hat während seines Besuchs im französischen Überseedepartement Guadeloupe entscheidende Maßnahmen ergriffen, um der steigenden Kriminalität in der Region entgegenzuwirken. Sein Besuch in Pointe-à-Pitre ist Teil einer breiteren Initiative, um die öffentliche Sicherheit zu stärken und insbesondere jugendliche Straftaten einzudämmen. Ausgangssperre für MinderjährigeIn einer Reaktion auf die jüngsten kriminellen Vorfälle hat Darmanin die Einführung einer zweimonatigen Ausgangssperre für Minderjährige unter 18 Jahren angekündigt. Diese Maßnahme, die ab nächster Woche gelten soll, sieht vor, dass Jugendliche ab 20 Uhr nicht mehr ohne Begleitung Erwachsener auf den Straßen sein dürfen. „Wir sind besonders davon betroffen, dass in Guadeloupe, und speziell in Pointe-à-Pitre, leider sehr viele Minderjährige in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind“, erklärte der Minister. Operation „Place nette“Zusätzlich zu der Ausgangssperre lässt Darmanin nun au…

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  • Anstieg von Morden und Mordversuchen unter Kriminellen in Frankreich um 38% im Jahr 2023

    Anstieg von Morden und Mordversuchen unter Kriminellen in Frankreich um 38% im Jahr 2023

    Laut Informationen des Senders Franceinfo ist die Zahl der Morde, Mordversuche zwischen Kriminellen und wegen Abrechnungen im Drogenmilieu in Frankreich im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 um 38% gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 418 Personen Opfer solcher Gewaltakte, gegenüber 303 im Jahr 2022. „Es gibt keine Achtung des menschlichen Lebens mehr“, so die Gewerkschaft der Führungskräfte der inneren Sicherheit.

    Die Polizei macht in ihrer Erfassung einen klaren Unterschied zwischen Morden, Mordversuchen unter Kriminellen und den sogenannten Abrechnungen: Letztere bezeichnen Morde zwischen gut identifizierten kriminellen Gruppen mit professionellem Vorgehen, mit dem Ziel, den Gegner zu schwächen. Im Jahr 2023 gab es 85 solcher Fälle, verglichen mit 67 im Jahr 2022, was einem Anstieg von 20% entspricht.

    Ausweitung des Phänomens auf mittelgroße Städte

    Ein besonderer Fokus liegt auf Marseille, das zwar nicht die einzige von Morden unter Kriminellen betroffene Stadt ist, aber dennoch eine besondere Eigenheit aufweist: Die Schwierigkeit, das Phänomen zu quantifizieren, weil es so ausgeprägt ist. Die Justiz spricht nun lieber von „Narkomord“, der sowohl die Abrechnungen unter führenden Mitgliedern der Drogenbanden als auch die Morde an untergeordneten Beteiligten umfasst. Allein im Jahr 2023 zählte der Staatsanwalt von Marseille 49 solcher Fälle.

    „Marseille ist jedoch nicht mehr die einzige Stadt, die unter dem Krieg um Drogenhandel und die Kontrolle über Territorien leidet“, betont Didier Rendu, erster stellvertretender Generalsekretär der Gewerkschaft der Führungskräfte der inneren Sicherheit (SCSI), auf dem Sender Franceinfo. Andere französische Städte wie Nantes, Grenoble, Amiens, Dijon, Valence, Besançon und Lyon sind ebenfalls von Morden unter Kriminellen betroffen. „Wir beobachten eine Ausweitung dieses Phänomens auf mittelgroße Städte“, stellt Didier Rendu fest.

    Zum Beispiel wurden im April und Mai des letzten Jahres vier Personen bei Konflikten zwischen kriminellen Gruppen in Valence in der Drôme getötet. Auch Dijon ist betroffen, mit zwei Morden innerhalb von vier Tagen in dieser Woche. „Diese mittelgroßen Städte erleben das Eintreffen von Teams aus Marseille, die einen Markt etablieren und diesen Markt so profitabel wie möglich gestalten wollen“, erklärt der stellvertretende Generalsekretär des SCSI. Er betont zudem, dass „wir es mit einer zunehmend gewalttätigeren Kriminalität zu tun haben“.

    Der immer unverblümtere Gebrauch von Kriegswaffen

    Neu ist, dass diese Morde nicht mehr ausschließlich das Privileg hochrangiger Krimineller sind. Auch andere Bandenmitglieder zögern nicht mehr, zu schießen, um zu töten oder das gegnerische Lager zu terrorisieren. Der Gebrauch von Waffen, immer öfter auch Kriegswaffen, wird immer enthemmter, „manchmal mit immer jüngeren Akteuren“, beobachtet Didier Rendu. Letztes Jahr wurden unter den 8.000 in ganz Frankreich von der Polizei beschlagnahmten Waffen fast 300 als Kriegswaffen eingestuft. „Es wird aus nichtigem Anlass geschossen, mit Kriegswaffen“, beklagt der Gewerkschaftler, der auch bedauert, dass „Menschen das Verständnis für den Wert des menschlichen Lebens verloren haben“.

    Am Mittwoch kündigte der französische Innenminister an, dass „mehr als 120 Festnahmen“ in drei Tagen im Département Bouches-du-Rhône im Rahmen der Operation „Saubere Stadt“ durchgeführt wurden, die von den Sicherheitskräften in Marseille und im Département durchgeführt wurde. Am Dienstag besuchte Emmanuel Macron überraschend Marseille, um die Verdienste der Operation „Saubere Stadt XXL“ zu loben, die am Montag in den Bouches-du-Rhône gegen die Drogenbanden begonnen hatte. Diese Großoperation soll mehrere Wochen dauern, mit Hunderten von Polizisten, Gendarmen und Zollbeamten, die in Marseille im Einsatz sind.

  • Prostitution: 13 Verdächtige nach der Zerschlagung eines internationalen Netzwerks in Frankreich und Spanien verhaftet

    Prostitution: 13 Verdächtige nach der Zerschlagung eines internationalen Netzwerks in Frankreich und Spanien verhaftet

    Ein kolumbianisches Prostitutionsnetzwerk wird verdächtigt, mindestens 40 Frauen ausgebeutet zu haben. Dank zweier junger Frauen, denen die Flucht gelang, konnten die Ermittler nun dieses Netzwerk zerschlagen.

    13 Verdächtige wurden am Dienstag, dem 2. März in Frankreich (drei in Südfrankreich, acht in Spanien, einer in Italien und einer in Rumänien) nach der Zerschlagung eines riesigen internationalen Prostitutionsnetzwerks verhaftet, meldet Franceinfo. Es handelt sich um ein kolumbianisches Netzwerk, das im Verdacht steht, mindestens vierzig junge Frauen ausgebeutet zu haben. Acht in Spanien verhaftete Kolumbianer werden in den nächsten Tagen nach Frankreich überführt, um dem Richter in Montpellier vorgeführt zu werden, der in diesem Fall ermittelt.

    Der verhaftete Italiener wird verdächtigt, den jungen Frauen, die aus Lateinamerika, Kolumbien, Paraguay und der Dominikanischen Republik kamen, falsche spanische Aufenthaltsgenehmigungen verschafft zu haben.

    Zwei jungen Frauen gelang die Flucht.
    Die Ermittler konnten dieses Netzwerk dank zweier junger Kolumbianerinnen aufdecken, denen die Flucht aus einer Wohnung in Montpellier gelungen war. Sie waren gekidnappt, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen worden.

    Es wurde eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet, die von der Kriminalpolizei in Montpellier und der Zentralstelle für die Bekämpfung des Menschenhandels (OCRTEH) durchgeführt wurde. In monatelangen Ermittlungen fanden die Fahnder heraus, dass ein Familienclan kolumbianischer Herkunft mit Sitz in Barcelona rund vierzig junge Frauen ausbeutete. Die Opfer kamen aus Lateinamerika in der Hoffnung, Arbeit zu finden, aber vor Ort zwang man sie, sich zu prostituieren.

    Der kolumbianische Clan verwaltete von Barcelona aus, in einer zum Callcenter umfunktionierten Wohnung, alle Bewegungen und alle Termine der jungen Frauen. Bei einer Durchsuchung wurden 27.000 Euro in bar gefunden.

    Die Zentralstelle zur Bekämpfung des Menschenhandels hat mit Unterstützung mehrerer Einheiten der Kriminalpolizei bereits 33 Opfer befragt und identifiziert.

    Für Kommissar Elvire Arrighi, Leiterin der OCRTEH: „Dies ist eine Zerschlagung eines Menschenhandelsnetzes von noch nie dagewesenem Ausmaß, die von der Kriminalpolizei in perfekter internationaler Zusammenarbeit durchgeführt wurde. Es war ein sehr strukturiertes Netzwerk, mit einer sehr großen Anzahl von Opfern“, fügt sie hinzu.