Schlagwort: Autoreparatur

  • Verhagelter Sommer: Frankreichs Werkstätten versinken in Reparaturaufträgen

    Verhagelter Sommer: Frankreichs Werkstätten versinken in Reparaturaufträgen

    Der Sommer brachte vielen Regionen Frankreichs nicht nur Hitze und Ferienlaune. Heftige Gewitter mit teils massivem Hagelschlag hinterließen auf Tausenden Fahrzeugen ihre Spuren – und bescherten Karosseriebetrieben und Autowerkstätten eine Auftragswelle, die noch Monate nachhallen dürfte.

    „Das bringt uns enorm viel Arbeit“, lautet der nüchterne Befund vieler Werkstattbetreiber. Hinter diesem Satz steckt ein Problem, das Autofahrer unmittelbar zu spüren bekommen: Die Terminkalender der Betriebe sind voll, Ersatzteile müssen organisiert und beschädigte Fahrzeuge zunächst von Versicherungen begutachtet werden.

    In besonders stark betroffenen Regionen müssen Autofahrer deshalb mitunter mehrere Monate auf einen freien Reparaturtermin warten.

    Die Schäden ähneln sich. Motorhauben und Fahrzeugdächer sehen nach schweren Hagelgewittern aus wie zerbeultes Blech aus der Werkstatt eines wenig talentierten Lehrlings. Kleine und größere Einschläge verteilen sich über die Karosserie, Scheiben zeigen Risse oder sind vollständig zerbrochen. Besonders begehrt sind deshalb Fachleute für die sogenannte lackschadenfreie Ausbeultechnik. Dabei drücken oder ziehen Spezialisten Dellen möglichst zurück, ohne anschließend ganze Fahrzeugteile neu lackieren zu müssen.

    Was früher vielerorts eher zum saisonalen Zusatzgeschäft gehörte, entwickelt sich für manche Betriebe zu einem beträchtlichen Teil ihrer Arbeit. Wiederkehrende Hagelereignisse treffen innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Fahrzeuge gleichzeitig. Genau darin liegt die Herausforderung: Ein einzelnes beschädigtes Auto bringt eine Werkstatt nicht aus dem Takt. Hunderte Fahrzeuge aus derselben Region schon.

    Für Besitzer beginnt nach dem Unwetter deshalb häufig ein Geduldsspiel. Schaden fotografieren, Versicherung verständigen, Begutachtung abwarten, Werkstatttermin vereinbaren – und dann heißt es erst einmal: warten. Wie lange, hängt von der Region, dem Ausmaß der Schäden und der Auslastung des jeweiligen Betriebs ab. Während kleinere Reparaturen teilweise vergleichsweise rasch erledigt werden, liegen die verfügbaren Termine für umfangreichere Karosseriearbeiten in stark belasteten Werkstätten teils mehrere Monate in der Zukunft.

    Auch die Versicherer geraten unter Druck. Nach schweren Hagelzügen treffen innerhalb kürzester Zeit außergewöhnlich viele Schadenmeldungen ein. Jede davon muss erfasst, geprüft und je nach Fall durch einen Sachverständigen bewertet werden. Diese geballte Menge verlängert die Bearbeitungszeiten zusätzlich und wirkt sich wiederum auf die Werkstätten aus, die bei vielen Reparaturen zunächst auf Freigaben warten.

    Für die Branche besitzt die Entwicklung eine bemerkenswerte Kehrseite. Mehr Aufträge klingen zunächst nach guten Geschäften. Doch wenn Stellflächen vollstehen, Kunden täglich nach Terminen fragen und qualifiziertes Personal ohnehin knapp ist, verwandelt sich der vermeintliche Segen schnell in organisatorischen Dauerstress. Mehr Arbeit bedeutet eben nicht automatisch leichter verdientes Geld.

    Der Hagelsommer zeigt damit ziemlich handfest, wie extreme Wetterereignisse ganze Dienstleistungsketten beschäftigen. Vom beschädigten Autodach über den Gutachter bis zum Versicherungsbüro zieht sich eine lange Spur.

    Und während die letzte Gewitterwolke längst verschwunden ist, bleiben ihre Dellen noch monatelang sichtbar.

    Daniel Ivers

  • Bieten französische Werkstätten auch gebrauchte Ersatzteile an, wie es das Gesetz vorschreibt?

    Bieten französische Werkstätten auch gebrauchte Ersatzteile an, wie es das Gesetz vorschreibt?

    Wie kann man die Rechnung für die Wartung und Reparatur seines Autos in Frankreich senken? Ein Gesetz aus dem Jahr 2017 verpflichtet die Werkstätten zwar dazu, gebrauchte Ersatzteile anzubieten, aber es wird nicht immer eingehalten.

    Eine Reparatur durchführen oder ein Teil am Auto austauschen zu müssen, ist oft ein Albtraum für Autofahrer mit kleinem Budget. Um eine Stoßstange austauschen zu lassen, fährt ein Team von France Télévisions zu einem ersten Autohaus. Das Teil ist nicht verfügbar, aber die Werkstatt bietet auch kein gebrauchtes Teil an, wie sie es eigentlich sollte. „Man muss erstmal ein gebrauchtes Teil finden, und die liegen nicht auf der Straße. Und die, die man findet, sind in der Regel schon ziemlich beschädigt“, sagt der Werkstattleiter vor der Kamera.

    Gesetz wird nicht eingehalten
    Eine andere Werkstatt bietet zwar ein gebrauchtes Teil an, rät aber davon ab und druckt schließlich einen Kostenvoranschlag für eine neue Stoßstange aus, der rund 500 Euro beträgt. Die Verpflichtung, gebrauchte Teile anzubieten, wird also nicht eingehalten. Das Gesetz von 2017 ist nicht bindend und ist kompliziert umzusetzen. „Der Markt ist dafür nicht organisiert“, erklärt Yves Carra, Sprecher des Automobilclubs Association vor der Kamera von France 3. Das Team von France Télévisions fand schließlich auf einem Autofriedhof eine gebrauchte Stoßstange für weniger als 100 Euro. Warum wurde sie von den Werkstätten nicht angeboten? „Es ist alles gelistet, aber sie haben nicht gut genug gesucht“, vermutet Fabrice Henriot, Präsident von Allo casse auto.

    Autobesitzer, die ihr Fahrzeug in Frankreich reparieren lassen müssen oder wollen, sollten unbedingt auf einen Kostenvoranschlag mit gebrauchten Ersatzteilen bestehen. Die Reparatur-Beriebe sind dazu gesetzlich verpflichtet!