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  • Bugatti in Mülhausen: Wenn automobile Träume auf Geschichte treffen

    Bugatti in Mülhausen: Wenn automobile Träume auf Geschichte treffen

    Ein Hauch von Luxus, der Duft großer Automobilgeschichte und eine außergewöhnliche Begegnung zwischen Vergangenheit und Zukunft: Das Automobilmuseum in Mülhausen öffnet diesen Winter seine Türen für eine der faszinierendsten privaten Bugatti Sammlungen Europas. Vom 28. November 2026 bis zum 7. März 2027 gastiert die Schweizer Pearl Collection von Fritz Burkard im Elsass. Rund ein Dutzend seltener Automobile erzählen von technischem Wagemut, grenzenloser Leidenschaft und einer Marke, die seit mehr als einem Jahrhundert ihren ganz eigenen Weg verfolgt.

    Es gibt Automobile, die uns von einem Ort zum anderen bringen. Und dann gibt es Bugatti.

    Fahrzeuge, bei deren Anblick selbst Menschen stehen bleiben, die sich normalerweise herzlich wenig für Motoren, Pferdestärken oder technische Raffinessen interessieren. Ein Bugatti besitzt diese besondere Ausstrahlung, die sich nur schwer in Zahlen ausdrücken lässt. Seine Formen erzählen von Geschwindigkeit, seine Details von handwerklicher Präzision und seine Geschichte von einem Mann, der sich mit gewöhnlichen Lösungen niemals zufriedengab.

    In diesem Winter rückt Mülhausen ins Zentrum dieser außergewöhnlichen Automobilwelt.

    Die elsässische Stadt, ohnehin ein bedeutender Schauplatz europäischer Industriegeschichte, empfängt eine Ausstellung, die selbst unter erfahrenen Automobilsammlern für Aufmerksamkeit sorgt. Unter dem Titel „Bugatti – The Pearl Collection by Fritz Burkard“ präsentiert das Automobilmuseum MNA Mülhausen – Collection Schlumpf eine Auswahl aus einer der bemerkenswertesten privaten Sammlungen Europas.

    Die Ausstellung vereint historische Anfänge mit modernen Meisterwerken. Manche Fahrzeuge entstanden in winzigen Stückzahlen, andere erreichten Geschwindigkeiten, die lange eher nach Science Fiction klangen als nach Straßenverkehr.

    Und mittendrin steht eine Geschichte über Menschen, die Automobile nicht einfach besitzen, sondern lieben.

    Eine Schweizer Sammlung mit einer ganz eigenen Seele

    Hinter der Pearl Collection steht der Schweizer Sammler Fritz Burkard. Seine Leidenschaft gilt außergewöhnlichen Automobilen, deren Bedeutung weit über ihren materiellen Wert hinausreicht.

    Denn eine Sammlung dieser Größenordnung entsteht nicht allein durch finanzielle Möglichkeiten. Sie verlangt ein Gespür für Geschichte, technische Besonderheiten und jene kleinen Details, die ein ohnehin seltenes Fahrzeug zu etwas Einmaligem machen.

    Burkards Pearl Collection folgt dabei keinem gewöhnlichen Ausstellungskonzept. Ihre Fahrzeuge spiegeln persönliche Vorlieben und eine ausgeprägte Begeisterung für automobile Ingenieurskunst wider.

    Der Name „Pearl Collection“ passt erstaunlich gut zu diesem Gedanken. Perlen entstehen nicht am Fließband. Jede einzelne besitzt ihren eigenen Charakter, ihre eigene Geschichte und ihre unverwechselbare Ausstrahlung.

    Ähnlich verhält es sich mit den Automobilen dieser Sammlung.

    Einige gehören zu den berühmtesten Modellen der jüngeren Bugatti Geschichte. Andere sind so selten, dass selbst leidenschaftliche Kenner sie bislang kaum außerhalb von Fotografien oder exklusiven Veranstaltungen zu Gesicht bekamen.

    In Mülhausen treffen diese besonderen Fahrzeuge erstmals in der angekündigten Zusammenstellung aufeinander.

    Für Besucher bedeutet das eine seltene Gelegenheit, Unterschiede und Gemeinsamkeiten unmittelbar zu entdecken. Was auf Fotografien beinahe unwirklich erscheint, steht plötzlich wenige Schritte entfernt: glänzende Karosserien, raffinierte Lufteinlässe, gewaltige Motoren und Innenräume, in denen technische Perfektion auf luxuriöse Materialien trifft.

    Man muss kein Ingenieur sein, um sich davon begeistern zu lassen.

    Wenn eine Kolonne Bugatti durchs Elsass rollt

    Schon der Weg zur Ausstellung erzählt eine Geschichte für sich.

    Am 26. Oktober 2026 stand ein ungewöhnlicher Transport auf dem Programm. Die meisten Fahrzeuge der Pearl Collection sollten nicht auf geschlossenen Lastwagen nach Mülhausen gelangen, sondern auf eigener Achse von der Schweiz ins Elsass fahren.

    Allein diese Vorstellung besitzt einen besonderen Reiz.

    Eine Kolonne außergewöhnlicher Bugatti auf öffentlichen Straßen – Fahrzeuge, die sonst in sorgfältig klimatisierten Garagen, exklusiven Sammlungen oder bei ausgewählten Veranstaltungen anzutreffen sind.

    Für einen kurzen Moment begegnen sich zwei völlig unterschiedliche Welten. Hier der gewöhnliche Straßenverkehr mit Lieferwagen, Pendlern und Familienautos. Dort automobile Raritäten, deren technische Leistungsfähigkeit weit über das hinausgeht, was der Alltag jemals verlangt.

    Ein Bugatti zwischen Kreisverkehr und Autobahnauffahrt – das hat durchaus etwas Charmantes.

    Die geplante Fahrt unterstreicht zugleich einen wesentlichen Gedanken der Ausstellung: Diese Automobile sind keine bloßen Skulpturen aus Metall, Leder und Carbon.

    Sie entstanden zum Fahren.

    Ihre Motoren, Fahrwerke und aerodynamischen Formen erfüllen konkrete Aufgaben. Selbst die exklusivsten Modelle verkörpern letztlich den Wunsch, Bewegung in ein besonderes Erlebnis zu verwandeln.

    Die Reise zwischen der Schweiz und Mülhausen bildet damit einen reizvollen Auftakt für die Begegnung mit der Pearl Collection.

    Ettore Bugatti und der Mut, anders zu denken

    Um die Faszination dieser Ausstellung wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Blick zurück.

    Sehr weit zurück.

    Ettore Bugatti, 1881 in Mailand geboren, wuchs in einer Familie auf, in der Kunst, Gestaltung und handwerkliches Können zum Alltag gehörten. Sein Vater Carlo Bugatti arbeitete als Möbelgestalter und Künstler. Auch andere Familienmitglieder widmeten sich kreativen Berufen.

    Diese Herkunft prägte Ettore nachhaltig.

    Für ihn war ein Automobil niemals ausschließlich eine Maschine. Es sollte technisch überzeugen, elegant aussehen und in jedem Detail eine unverwechselbare Handschrift tragen.

    Schon in jungen Jahren beschäftigte er sich mit mechanischen Konstruktionen und experimentierte mit Fahrzeugen.

    Ein besonders frühes Zeugnis dieser Begeisterung bildet der Type 1, ein motorisiertes Dreirad, das in der Ausstellung als Ausgangspunkt der Bugatti Geschichte dient.

    Das kleine Gefährt wirkt neben modernen Hypercars geradezu bescheiden.

    Und doch steckt in ihm ein Gedanke, der später eine ganze Automobilmarke prägen sollte: Technik verdient Mut, Neugier und den Willen, bestehende Grenzen zu verschieben.

    1909 gründete Ettore Bugatti sein Unternehmen in Molsheim im Elsass. Die Region gehörte damals zum Deutschen Kaiserreich und kam nach dem Ersten Weltkrieg wieder zu Frankreich.

    Diese wechselvolle Geschichte erklärt auch den besonderen europäischen Charakter der Marke.

    Italienische Gestaltungstradition, französische Eleganz und elsässische Ingenieurskunst fanden in Molsheim zu einer unverwechselbaren Verbindung.

    Bis heute bleibt dieser Ort untrennbar mit Bugatti verbunden.

    Vom kleinen Dreirad zum technischen Wunderwerk

    Wer den Type 1 betrachtet und anschließend vor einem modernen Bugatti Chiron steht, erlebt mehr als einen Größenunterschied.

    Zwischen beiden Fahrzeugen liegen über 120 Jahre technischer Entwicklung.

    Frühe Motorfahrzeuge verlangten ihren Fahrern einiges ab. Mechanische Zuverlässigkeit war keineswegs selbstverständlich, Straßen boten oft wenig Komfort und jede längere Fahrt glich einem kleinen Abenteuer.

    Moderne Bugatti bewegen sich dagegen in einer Welt hochentwickelter Elektronik, präziser Aerodynamik und extremer Motorleistung.

    Trotzdem verbindet beide Generationen dieselbe Grundidee.

    Ein Fahrzeug soll nicht nur funktionieren. Es soll begeistern.

    Gerade dieser Kontrast macht die Mülhauser Ausstellung so reizvoll. Die Besucher begegnen nicht einfach einer Reihe besonders teurer Automobile, sondern einer Entwicklungsgeschichte voller Experimente, Rückschläge, technischer Durchbrüche und neuer Anfänge.

    Wie viel Erfindergeist steckt eigentlich zwischen einem motorisierten Dreirad und einem Hypercar mit vierstelliger PS Zahl?

    Die Antwort zeigt sich in unzähligen Details.

    In Materialien, die zugleich leicht und widerstandsfähig sind. In ausgeklügelten Kühlsystemen. In Karosserieformen, die den Luftstrom gezielt lenken. Und in Motoren, deren Leistung noch vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar schien.

    Der EB 110: Ein spektakuläres Comeback

    Ein besonders interessantes Kapitel dieser Geschichte trägt den Namen Bugatti EB 110.

    Das Modell entstand während der Wiederbelebung der Marke unter dem italienischen Unternehmer Romano Artioli. Seine Premiere feierte der Supersportwagen 1991, zum 110. Geburtstag Ettore Bugattis.

    Der EB 110 verkörperte damals eine neue technische Vision.

    Mit seinem Zwölfzylindermotor, vier Turboladern und Allradantrieb gehörte er zu den fortschrittlichsten Sportwagen seiner Zeit.

    Seine kantige Gestaltung spiegelt den Zeitgeist der frühen Neunzigerjahre wider. Gleichzeitig kündigte er bereits jene kompromisslose technische Ausrichtung an, die spätere Bugatti Generationen prägen sollte.

    Wirtschaftlich blieb das damalige Unternehmen allerdings nur wenige Jahre bestehen.

    Gerade deshalb besitzt der EB 110 heute eine besondere historische Bedeutung. Er erinnert an eine ambitionierte Wiedergeburt, deren technische Ideen ihrer Zeit teilweise voraus waren.

    In Mülhausen erhält dieses Kapitel einen Platz innerhalb einer größeren Erzählung.

    Denn ohne die bewegte Geschichte zwischen Ettore Bugattis ursprünglichem Unternehmen und der modernen Ära wäre die Marke heute kaum dieselbe.

    Veyron und Chiron: Als Geschwindigkeit neue Maßstäbe bekam

    Mit dem Veyron begann im neuen Jahrtausend eine weitere Epoche.

    Bugatti stellte ein Automobil vor, das extreme Motorleistung mit luxuriösem Komfort verbinden sollte. Der Veyron 16.4 erreichte eine Leistung von 1.001 PS und setzte damit einen Maßstab, der seinerzeit beinahe unglaublich wirkte.

    Der in Mülhausen angekündigte Veyron Grand Sport Vitesse gehört zur offenen Hochleistungsversion dieser Baureihe.

    Seine Kombination aus gewaltiger Kraft und offenem Fahrerlebnis besitzt einen ganz eigenen Charakter.

    Wer schon einmal in einem Cabriolet über eine kurvenreiche Landstraße gefahren ist, kennt das unmittelbare Gefühl von Wind, Geräuschen und Landschaft. Beim Grand Sport Vitesse trifft diese Sinnlichkeit auf eine Motorleistung, die weit außerhalb gewöhnlicher Dimensionen liegt.

    Mit dem Chiron führte Bugatti diese Philosophie weiter.

    Sein Achtliter W16 Motor mit vier Turboladern leistete in der ursprünglichen Ausführung 1.500 PS. Dazu kamen ein aufwendig gestalteter Innenraum, eine markante Karosserie und zahlreiche technische Lösungen für Stabilität und Kühlung.

    Das Ergebnis war kein puristischer Rennwagen, sondern ein luxuriöser Hochleistungssportwagen.

    Ein Automobil für Menschen, die Geschwindigkeit und Exklusivität nicht als Gegensätze betrachten.

    Divo, Centodieci und die Kunst der Seltenheit

    Besonders spannend zeigt sich die Pearl Collection dort, wo Bugatti die Grenzen gewöhnlicher Serienproduktion endgültig hinter sich lässt.

    Der Divo gehört zu diesen außergewöhnlichen Modellen.

    Nur 40 Exemplare entstanden. Sein Konzept legt besonderen Wert auf Kurvendynamik, aerodynamischen Abtrieb und eine eigenständige Gestaltung.

    Der Centodieci verfolgt eine andere Idee.

    Er erinnert gestalterisch an den legendären EB 110 und übersetzt dessen charakteristische Merkmale in die Formensprache moderner Bugatti. Lediglich zehn Exemplare entstanden.

    Solche Automobile bewegen sich an der Grenze zwischen technischer Entwicklung und Sammlerkunst.

    Ihre Seltenheit spielt dabei eine wesentliche Rolle. Doch ebenso entscheidend bleibt die gestalterische Individualität.

    Jedes Modell erzählt eine eigene Geschichte über die Wünsche seiner Entstehungszeit.

    Beim Centodieci steht die Erinnerung an eine frühere Epoche im Mittelpunkt. Beim Divo dominieren Aerodynamik und fahrdynamische Präzision.

    Die Ausstellung eröffnet damit einen Blick auf die unterschiedlichen Gesichter moderner Exklusivität.

    Und ganz nebenbei zeigt sie, weshalb ein Bugatti weit mehr sein möchte als ein besonders schnelles Statussymbol.

    Wenn selbst 400 Stundenkilometer nicht das Ende bedeuten

    Zu den eindrucksvollsten Vertretern moderner Bugatti Technik gehört der Chiron Super Sport 300+.

    Sein Name erinnert an einen historischen Geschwindigkeitsmeilenstein.

    2019 erreichte ein speziell vorbereitetes Bugatti Fahrzeug auf Basis des Chiron eine Geschwindigkeit von 490,484 Kilometern pro Stunde. Damit überschritt Bugatti erstmals die Marke von 300 Meilen pro Stunde mit einem entsprechend entwickelten Fahrzeug.

    Die spätere Kleinserie Super Sport 300+ griff diese technische Leistung und die besondere Gestaltung auf.

    Schon die lang gestreckte Karosserie verrät, wie entscheidend Aerodynamik bei solchen Geschwindigkeiten ist.

    Jede Kontur erfüllt einen Zweck.

    Luftströmungen, Kühlung, Reifenbelastung und Fahrstabilität verlangen ein Zusammenspiel unterschiedlichster Ingenieursdisziplinen.

    Wer sich vor einem solchen Fahrzeug wiederfindet, blickt deshalb nicht nur auf ein Symbol außergewöhnlichen Wohlstands.

    Er blickt auf das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit.

    Und auf die beinahe verrückte Frage, wie weit sich die Möglichkeiten eines Automobils überhaupt ausreizen lassen.

    Mistral und Bolide: Zwei völlig unterschiedliche Extreme

    Mit dem W16 Mistral und dem Bolide begegnen die Besucher zwei weiteren außergewöhnlichen Interpretationen der Bugatti Philosophie.

    Der Mistral steht für das offene Fahrerlebnis.

    Als exklusiver Roadster verbindet er den legendären W16 Motor mit einer Gestaltung, die Eleganz und technische Kraft betont. Seine offene Karosserie verleiht ihm eine besondere Präsenz.

    Der Bolide dagegen verfolgt einen radikal anderen Ansatz.

    Er entstand als kompromissloses Fahrzeug für die Rennstrecke. Leichtbau, Aerodynamik und extreme Fahrleistungen bestimmen sein Erscheinungsbild.

    Während der Mistral die Verbindung zwischen Luxus und Geschwindigkeit zelebriert, konzentriert sich der Bolide auf maximale Leistung unter Rennstreckenbedingungen.

    Beide Modelle zeigen, wie unterschiedlich dieselbe technische Tradition interpretiert sein darf.

    Für Museumsbesucher entsteht daraus ein reizvoller Vergleich.

    Hier die Eleganz eines offenen Hypercars, dort die beinahe aggressive Zweckmäßigkeit einer Rennmaschine.

    Da staunt selbst der sonst so nüchterne Technikfreund.

    Mülhausen und Bugatti: Eine Verbindung mit Geschichte

    Dass die Pearl Collection ausgerechnet in Mülhausen gastiert, besitzt eine besondere historische Logik.

    Die Stadt liegt nur eine vergleichsweise kurze Fahrt von Molsheim entfernt, dem traditionsreichen Stammsitz von Bugatti.

    Zudem beherbergt Mülhausen mit der Collection Schlumpf eine der bedeutendsten historischen Automobilsammlungen der Welt.

    Ihre Entstehungsgeschichte ist selbst ein Stück elsässischer Industriegeschichte.

    Die Brüder Hans und Fritz Schlumpf sammelten über viele Jahre hinweg außergewöhnliche Automobile. Ihre besondere Leidenschaft galt Bugatti.

    Daraus entstand eine Sammlung von internationalem Rang, deren historische Fahrzeuge bis heute Besucher aus aller Welt anziehen.

    Die Begegnung mit der Pearl Collection erweitert diesen historischen Rahmen um die moderne Bugatti Ära.

    Alte und neue Automobilwelten treten miteinander in einen Dialog.

    Besucher erleben dadurch nicht nur technische Fortschritte, sondern auch den Wandel gesellschaftlicher Vorstellungen von Luxus, Geschwindigkeit und Mobilität.

    Früher galt bereits eine zuverlässige Fahrt über größere Entfernungen als technische Sensation.

    Heute entstehen Automobile, deren Leistungsfähigkeit weit über die Möglichkeiten öffentlicher Straßen hinausgeht.

    Und dennoch bleibt die Faszination erstaunlich ähnlich.

    Ein Winterwochenende zwischen Motorenkunst und Elsässer Lebensfreude

    Die Ausstellung bietet einen wunderbaren Anlass, Mülhausen und das südliche Elsass neu zu entdecken.

    Gerade im Winter entfaltet die Region ihren eigenen Charme.

    Wenn sich die Tage verkürzen, die Straßenlaternen früh aufleuchten und aus den Restaurants der Duft regionaler Spezialitäten zieht, entsteht jene gemütliche Atmosphäre, für die das Elsass so beliebt ist.

    Mülhausen selbst überrascht mit einer Mischung aus Industriearchitektur, historischen Gebäuden, Museen und lebendigen Stadtvierteln.

    Neben der berühmten Automobilsammlung lohnt sich beispielsweise ein Besuch der Cité du Train, die der Eisenbahngeschichte gewidmet ist.

    Auch die historische Innenstadt lädt zum Bummeln ein.

    Rund um den Place de la Réunion erzählen farbenfrohe Fassaden und markante Bauwerke von der wechselvollen Vergangenheit der Stadt.

    Während der Adventszeit sorgt der Weihnachtsmarkt für zusätzliche Stimmung. Lichter, geschmückte Stände und regionale Köstlichkeiten verwandeln die Innenstadt in einen winterlichen Treffpunkt.

    Und natürlich gehört zu einem gelungenen Ausflug ins Elsass auch ein gutes Essen.

    Vielleicht ein knuspriger Flammkuchen, eine herzhafte Choucroute oder ein Stück Kougelhopf zum Kaffee.

    Nach einem Vormittag zwischen außergewöhnlichen Bugatti schmeckt das gleich doppelt so gut.

    Eine Ausstellung, die mehr erzählt als PS Zahlen

    Der eigentliche Reiz dieser Sonderausstellung liegt nicht allein im materiellen Wert ihrer Exponate.

    Vielmehr eröffnet sie einen Blick auf die Beziehung zwischen Mensch und Maschine.

    Automobile begleiten unsere Gesellschaft seit mehr als einem Jahrhundert. Sie veränderten Landschaften, Städte, Arbeitswelten und persönliche Lebensentwürfe.

    Bugatti repräsentiert innerhalb dieser Entwicklung eine besonders exklusive, gelegentlich extravagante Seite.

    Hier steht nicht die alltägliche Fortbewegung im Vordergrund, sondern die Suche nach technischer und gestalterischer Vollkommenheit.

    Natürlich bleibt diese Welt nur einem winzigen Kreis von Käufern zugänglich.

    Doch ein Museum schafft etwas, das private Garagen und abgeschlossene Sammlungen nicht leisten: Es macht außergewöhnliche Technik für ein breiteres Publikum erlebbar.

    Ein Kind entdeckt vielleicht zum ersten Mal die faszinierenden Formen eines Hypercars. Ein älterer Besucher erinnert sich beim Anblick des EB 110 an die Sportwagen seiner Jugend. Und ein begeisterter Technikfreund verliert sich in den Details eines Bolide.

    Jeder nimmt etwas anderes mit.

    Genau darin liegt die Stärke einer gelungenen Ausstellung.

    Eine seltene Begegnung zwischen zwei Jahrhunderten

    Bis zum 7. März 2027 bleibt Zeit, diese besondere Zusammenstellung in Mülhausen zu entdecken.

    Die angekündigte Präsentation von rund einem Dutzend Fahrzeugen aus Fritz Burkards Pearl Collection verspricht eine außergewöhnliche Begegnung zwischen historischen Ursprüngen und modernster Automobiltechnik.

    Vom frühen Type 1 bis zu den radikalen Hypercars unserer Zeit spannt sich ein Bogen, der weit über gewöhnliche Automobilgeschichte hinausreicht.

    Er erzählt von Neugier, Leidenschaft, technischen Herausforderungen und dem unermüdlichen Wunsch, Neues zu schaffen.

    Vielleicht ist es genau das, was Bugatti seit Generationen so faszinierend macht.

    Nicht allein die Geschwindigkeit. Nicht nur die Seltenheit. Und schon gar nicht ausschließlich der Preis.

    Sondern die Vorstellung, dass Menschen mit einer Idee beginnen und daraus etwas entwickeln, das andere noch Jahrzehnte später zum Staunen bringt.

    Mülhausen liefert in diesem Winter die passende Bühne dafür.

    Und wer nach dem Museumsbesuch wieder in sein eigenes Auto steigt, betrachtet das vertraute Lenkrad möglicherweise mit einem kleinen Lächeln.

    Schließlich beginnt jede große Automobilgeschichte mit einer ganz einfachen Bewegung: dem Aufbruch.

    Ein Artikel von M. Legrand