Schlagwort: Atomunfall

  • Feueralarm im Atomlabor: Was wirklich in Fontenay-aux-Roses geschah

    Feueralarm im Atomlabor: Was wirklich in Fontenay-aux-Roses geschah

    Ein Funken, ein Feuer, ein Hauch von radioaktiver Gefahr – und dann die Entwarnung. Was sich am Donnerstagnachmittag im südwestlich von Paris gelegenen Forschungszentrum des französischen Commissariat à l’énergie atomique (CEA) zutrug, klingt wie das Drehbuch eines Katastrophenfilms. Doch die Realität war – zum Glück – weniger dramatisch. Eine Person wurde verletzt, kontaminiert und wieder dekontaminiert. Das klingt auf den ersten Blick nach einem gravierenden Zwischenfall. Doch wie gefährlich war das Ganze wirklich? Was ist passiert in Fontenay-aux-Roses, einem Ort, der bislang eher durch seine ruhigen Straßen als durch atomare Schlagzeilen auffiel? Ein Labor mit Geschichte – und Risiken Der Vorfall ereignete sich nicht in einem aktiven Forschungsbereich, sondern in einem alten, seit 1995 stillgelegten Labor, das einst der Aufarbeitung abgebrannter Brennelemente diente. Ein Ort, an dem früher mit hochradioaktiven Stoffen hantiert wurde – und der nun, 30 Jahre später, nach und nach zur…

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  • Die englische Atomanlage Sellafield stellt eine Bedrohung für ganz Europa dar

    Die englische Atomanlage Sellafield stellt eine Bedrohung für ganz Europa dar

    Nach Recherchen, die etwa ein Jahr dauerten, behaupten Journalisten des Guardian nun, dass die britische Atomanlage Sellafield für die Europäer gefährlich werden könnte. Die Anlage weist Lecks auf, aus denen Radioaktivität austritt und die Anlage war berits mehrfach Ziel von Cyberangriffen. Die hochsensible Atomanlage Sellafield – die als die gefährlichste in ganz Europa gilt – steht heute im Mittelpunkt des Interesses nicht nur der britischen Behörden, sondern auch der europäischen Entscheidungsträger. Es war eine einjährige Untersuchung, die von unseren Kollegen des Guardian durchgeführt wurde, die das Feuer entfachte. Die Journalisten kamen zu dem Schluss, dass die Anlage, die an der Irischen See liegt, eine nicht zu unterschätzende Bedrohung für Europa darstellt. Auf dem 6 km² großen Gelände der Anlage befindet sich unter anderem das älteste Kernkraftwerk der Welt mit 400 Gebäuden und 10.000 Angestellten. Sellafield beherbergt außerdem das größte Plutoniumlager der Welt. Hier stell…

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  • Warum organisiert die Präfektur in den Vogesen einen „Verteilungsplan“ für Jodtabletten?

    Warum organisiert die Präfektur in den Vogesen einen „Verteilungsplan“ für Jodtabletten?

    Im Département Vosges sind die Einwohner besorgt über ein Schreiben aus ihrem Rathauses, in dem über einen Plan zur „Verteilung von Tabletten mit stabilem Jod“ informiert wird, einem Produkt, das bei Atomalarm eingesetzt wird. Erst Verwunderung, dann Sorge bei vielen Menschen in den Vogesen. Seit Anfang August erhielten viele Einwohner des Departements ein ungewöhnliches Schreiben von ihrem Bürgermeisteramt. Das Schreiben informiert sie über einen Plan zur „Verteilung von stabilen Jodtabletten (…) für alle Gemeinden in den Vogesen“. Inmitten des Krieges in der Ukraine lässt diese Ankündigung aufhorchen, nicht zuletzt weil die Nachrichten über die Sicherheit des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja beunruhigend sind. Gibt es aber wirklich Grund zur Sorge? Seitens der Präfektur der Vogesen spricht man von einer „klassischen Aktualisierung des Verteilungsplans“: „Auf Antrag des Präfekten ist ein Plan zur Verteilung von stabilen Jodtabletten für alle Gemeinden der Vogesen vorgesehe…

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  • Ukraine-Krieg: Warum liefert Frankreich Jodtabletten an die Ukraine?

    Ukraine-Krieg: Warum liefert Frankreich Jodtabletten an die Ukraine?

    Frankreich wird 2,5 Millionen Packungen Jodtabletten in die Ukraine schicken, um die Gesundheit der Bevölkerung im Falle eines Atomunfalls zu schützen. Um die Ukraine zu unterstützen, hat Frankreich „verschiedene medizinische Produkte“ verschickt, darunter auch Jod, wie Außenminister Jean-Yves Le Drian bestätigte. Die Jodtabletten dienen dazu, das Risiko von Schilddrüsenkrebs zu begrenzen. Denn die Schilddrüse am Halsansatz stellt Hormone her, die für das reibungslose Funktionieren des Körpers wichtig sind, und muss dafür Jod aufnehmen. Bei einem Atomunfall kann radioaktives Jod in die Umwelt gelangen und über die Atmung oder den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln in den menschlichen Körper gelangen, und es besteht die Gefahr, dass es von der Schilddrüse gespeichert wird. Bei einem Atomunfall kann die Schilddrüse durch die Aufnahme von stabilem, also nicht radioaktivem Jod so gesättigt werden, dass sie kein radioaktives Jod mehr aus der Umwelt aufnehmen kann. Wie bei einem Schwam…

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  • Krieg in der Ukraine: Franzosen fragen nach Jodtabletten in den Apotheken

    Krieg in der Ukraine: Franzosen fragen nach Jodtabletten in den Apotheken

    Letzte Woche startete Russland in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gegen 4 Uhr morgens seine Invasion der Ukraine. Am 24. Februar haben russische Soldaten die Kontrolle über das Atomkraftwerk Tschernobyl übernommen. Einige Experten befürchten nun, dass kriegerischen Auseinandersetzungen dazu führen könnten, dass radioaktive Partikel freigesetzt werden. Da Wladimir Putin inzwischen auch seine Abschreckungswaffen in Alarmbereitschaft versetzt hat und damit die Gefahr eines Atomkriegs heraufbeschwört, sind immer mehr Menschen beunruhigt und wollen sich schützen. Sie versuchen, sich in Apotheken mit Jodtabletten zu versorgen. Jodtabletten sollen die Gesundheitsrisiken im Falle einer nuklearen Katastrophe begrenzen. Jod schützt die Schilddrüse vor radioaktivem Jod, das im Falle einer Atomkatastrophe in die Umwelt gelangen kann. Es ist jedoch nur in Apotheken erhältlich, die sich in einer Zone von 20 km rund um ein Atomkraftwerk befinden. Jod sollte allerdings nur auf Anweisung der Behö…

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  • Atomkraft in Frankreich: Zwischenfälle ohne Folgen?

    Atomkraft in Frankreich: Zwischenfälle ohne Folgen?

    Tritium-kontaminiertes Abwasser trat am 25. November in einen wasserdichten Tank unterhalb des Atomkraftwerks Tricastin aus. Die Behörde für nukleare Sicherheit versichert, dass kein Risiko bestehe, da die Verschmutzung auf das Innere des Geländes beschränkt sei. Doch nach der Klage eines ehemaligen leitenden Angestellten werden die Zweifel von Atomkraftgegnern genährt. „Großes radioaktives Leck im AKW Tricastin“. Seit dem Artikel, der am Sonntag von Mediapart veröffentlicht wurde, wird die Diskussion zwischen Befürwortern und Kritikern der Atomindustrie in Frankreich wieder lauter. Die am 20. Dezember veröffentlichte Information hatte jedoch nur zu einigen kurzen Artikeln in der Lokalpresse geführt, die sich an die Schlussfolgerungen von EDF gehalten hatte: „Dieses Ereignis hat keine gesundheitlichen Folgen.“ Die französische Behörde für nukleare Sicherheit (Autorité de sûreté nucléaire) hatte den Betreiber am 23. Dezember entlastet und den Vorfall auf Stufe 0 der internationalen Skala für nukleare Ereignisse INES eingestuft. Unter Ereignissen der Stufe 0 sind ungewöhnliche Vorkommnisse zu verstehen, die Abweichungen von den erwarteten Standards zeigen, aber aus Sicht der nuklearen Sicherheit keine Konsequenzen haben. Lesen Sie auch: Tricastin: Atomar verseuchtes Wasser tritt aus dem Atomkraftwerk aus In Frankreich gibt es bis zu drei solcher Ereignisse pro Tag. Warum zieht dieses Ereignis also mehr Aufmerksamkeit auf sich als die anderen? Wahrscheinlich ist es nicht so sehr das Ereignis selbst, das sich am 25. November 2021 ereignete, sondern der politische Kontext in einer Zeit des Vorwahlkampfs. Zunächst zu den Fakten: Zwischen dem 25. November und dem 8. Dezember 2021 sickerten 900 Liter tritiumhaltige Abwässer in den Boden und verursachten eine anormale radiologische Aktivität, wobei der Höhepunkt der Verschmutzung am 12. Dezember in der unterirdischen Wanne erreicht wurde. Die Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) erklärte die Verschmutzung am 23. Dezember für „auf das Innere der geotechnischen Umschließung des Standorts begrenzt“. Eine Klage wegen „Gefährdung des Lebens anderer“ und „Verstößen gegen das Umweltgesetzbuch“ Anfang Oktober 2021 reichte ein EDF-Manager, ein ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung des Kraftwerks Tricastin, beim Pariser Gericht Klage ein, um eine „Politik der Vertuschung“ von Sicherheitsvorfällen und -abweichungen anzuzeigen. Lesen Sie dazu auch: Kernkraftwerk Tricastin: Manager prangert “Politik des Verschweigens” an und erstattet Anzeige Seine Klage wegen „Gefährdung des Lebens anderer“ und „Verstößen gegen das Umweltgesetzbuch“ ist ein Warnsignal für den Betreiber EDF, das besser daran täte, nach jedem Vorfall schneller und vollkommen transparent zu berichten, wenn er nicht will, dass die Vorfälle von Atomkraftgegnern, die im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen energischer und lauter denn je sind, erfolgreich benutzt werden. Lesen Sie auch: Kernenergie: Frankreichs älteste Reaktoren zehn Jahre länger am Netz
  • Tricastin: Atomar verseuchtes Wasser tritt aus dem Atomkraftwerk aus

    Tricastin: Atomar verseuchtes Wasser tritt aus dem Atomkraftwerk aus

    Unter dem Kernkraftwerk Tricastin im Departement Drôme wurde im Grundwasser ein anormales Vorkommen von Tritium festgestellt. Die Leitung des Kraftwerks versichert, dass das Wasser im Fundament des Werks eingeschlossen ist und auf keinen Fall nach außen gelangen kann.

    Es handelt sich um das zweite gemeldete Tritiumleck innerhalb von zwei Jahren. Die Leitung des Kernkraftwerks Tricastin in der Drôme erklärte am Dienstag, dass sie am 15. Dezember ein „signifikantes Umweltereignis“ bei der Atomaufsichtsbehörde gemeldet habe.

    Im Grundwasser, das sich in dem unterirdischen Fundament des Kraftwerks befindet, wurden ungewöhnlich hohe Mengen des radioaktiven Stoffes Tritium festgestellt. Ein Wert von 1.000 Bq/l ist bereits meldepflichtig, am 12. Dezember wurde ein Spitzenwert von 28.900 Bq/l Tritium gemessen.

    Das Kraftwerk erklärt, dass das verseuchte Wasser in der Struktur des Fundaments eingeschlossen ist, „wie in einer Schachtel“, und keine Gefahr für die äußere Umgebung darstellen kann. Die Tritiumwerte sind derzeit wieder auf 11.000 Bq/Liter gesunken. Das radioaktive Material wird jedoch voraussichtlich „einige Monate“ nachzuweisen sein.

    Die Kraftwerksleitung meldete, sie wisse, woher das Leck komme: Drei Wochen zuvor habe ein Betriebsmanöver zu einer Überfüllung eines Tanks geführt, aus dem 900 Liter Abwasser ausgetreten seien. Diese Abwässer flossen in eine Flusswasserrinne und sickerten dann in den Grundwasserspiegel unter dem Kraftwerk.

    In Frankreich gibt es derzeit eine Debatte über Sicherheit und Nachhaltigkeit der Atomenergie, die durch Ankündigungen Emmanuel Macrons hinsichtlich des weiteren Ausbaus der Kernenergie in Frankreich angekurbelt wurde.

    Lesen Sie auch: Kernenergie: Emmanuel Macron kündigt den Bau neuer Reaktoren an