Schlagwort: Atomenergie

  • Wie Emmanuel Macron die Atomkraft stärken will

    Wie Emmanuel Macron die Atomkraft stärken will

    Für die Atomindustrie beginnt eine entscheidende Woche mit der Übernahme der Turbinensparte von General Electric und einer Rede von Emmanuel Macron, die am Donnerstag, den 10. Februar, in Belfort erwartet wird. Am Montag, dem 7. Februar, soll EDF das Turbinengeschäft für Atomkraftwerke von General Electric übernehmen. Die Fabrik für diese riesigen Teile, die zu den leistungsstärksten der Welt gehören, soll nach sieben Jahren im Besitz des US-Konzerns wieder unter französischer Flagge laufen. Im Jahr 2015 hatte Alstom sie an General Electric verkauft. Mit dieser Übernahme unterzeichnet die EDF (Électricité de France SA ) eine strategische Investition im Wert von 270 Millionen Dollar (240 Millionen Euro). Die Investition ist vor allem vom französischen Staat gewollt, der weiterhin Hauptaktionär der EDF ist. Es ist auch ein starkes Symbol für Emmanuel Macron, um den Verkauf an die Amerikaner rückgängig zu machen, den er selbst unterzeichnet hatte, als er noch Wirtschaftsminister war. Dies…

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  • Ardèche: Feuerwehreinsatz wegen eines Brandes im Atomkraftwerk Cruas-Meysse

    Ardèche: Feuerwehreinsatz wegen eines Brandes im Atomkraftwerk Cruas-Meysse

    Das Feuer brach aufgrund einer Überhitzung in einem Belüftungskanal aus. Es habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit noch auf die Produktion, versichert der Kraftwerksbetreiber EDF.

    Die Feuerwehr war am Sonntag, 6. Februar, im EDF-Kernkraftwerk Cruas-Meysse, das in der Ardèche am Ufer der Rhône liegt, im Einsatz, um einen Brandausbruch zu löschen, berichtet France Bleu Drôme Ardèche. Der Brand wurde durch die Erhitzung eines Lüftungsschachts verursacht, der sich im Maschinenraum des Produktionsblocks Nummer 1 in einem nicht-nuklearen Teil der Anlage befindet.

    Der Alarm ertönte gegen 11.15 Uhr. Drei Löschfahrzeuge mit acht Feuerwehrleuten wurden mobilisiert. Das Feuer konnte um 12.37 Uhr gelöscht werden, also etwas mehr als eine Stunde und 20 Minuten nach Auslösen des Feueralarms. Es musste der interne Plan „Brand außerhalb kontrollierter Bereiche“ umgesetzt werden, um im Falle einer ungünstigen Entwicklung der Situation alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen zu können.

    Laut dem Betreiber EDF hat dieser Brand keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlagen und die Produktion des Kraftwerks. Der Kraftwerksblock Nummer 1 ist an das nationale Stromnetz angeschlossen und funktioniert normal. Die anderen Blöcke waren nicht betroffen. Der Block Nr. 4 des Kraftwerks ist planmäßig abgeschaltet, um eine Teilrevision durchzuführen.

    Lesen Sie auch: Ein EDF-Mitarbeiter wurde im Kraftwerk Cruas-Meysse in der Ardèche radioaktiv kontaminiert

  • Europa: Atomkraft und Gas von der EU-Kommission als nachhaltige Energien eingestuft

    Europa: Atomkraft und Gas von der EU-Kommission als nachhaltige Energien eingestuft

    Es ist ein Vorschlag der Europäischen Kommission: Brüssel beabsichtigt, Gas und Atomkraft als nachhaltige Energien zu klassifizieren. Obwohl es die Meinungen innerhalb der EU spaltet, wird diese neue Klassifizierung die Finanzierung weiterer Atomreaktoren erleichtern.

    Es ist eine Revolution in der Welt der Energie: Die Europäische Kommission hat am Mittwoch, den 02. Februar, die Schaffung eines umstrittenen „grünen“ Labels für Atom- und Gaskraftwerke angekündigt, das unter bestimmten Bedingungen ihren Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel anerkennt.

    Lesen Sie auch: Umwelt: Sind Gas und Atomkraft wirklich grüne Energien?

    Das Vorhaben, das die 27 EU-Mitgliedstaaten spaltet, hat bereits den Zorn vieler Umwelt-NGOs und die Zweifel der Finanzwelt geweckt. Am Morgen einigten sich die EU-Kommissare bei ihrer wöchentlichen Sitzung auf eine Liste von Kriterien, mit denen Investitionen in Atom- oder Gaskraftwerke zur Stromerzeugung als „nachhaltig“ eingestuft werden können. Ein Privileg, das bislang nur erneuerbaren Energien vorbehalten war.

    Lesen Sie auch: Atomkraft: Regierung rechnet mit der Inbetriebnahme neuer Reaktoren ab 2035

    Diese Klassifizierung soll dabei helfen, private Gelder für Aktivitäten zu mobilisieren, die die Treibhausgasemissionen reduzieren. Sie ist Teil des Ziels der EU, bis 2050 CO2-neutral zu werden. „Heute erreichen wir einen weiteren wichtigen Schritt“ hin zu diesem Ziel. „Wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, denn wir haben weniger als 30 Jahre Zeit, um dies zu erreichen“, sagte die EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Mairead McGuinness, auf einer Pressekonferenz. Frankreich, das seine Kernenergiebranche als Quelle für kohlenstofffreien Strom wiederbeleben will, und mitteleuropäische Länder wie Polen und die Tschechische Republik, die ihre stark verschmutzenden Kohlekraftwerke ersetzen müssen, haben die Initiative unterstützt.

    Umweltschützer kritisieren jedoch die Einbeziehung von Gaskraftwerken, die CO2 ausstoßen, und der Atomkraft wegen ihres radioaktiven Abfalls und des Unfallrisikos. Eine kleine Gruppe von Ländern, darunter Österreich und Luxemburg, die von Deutschland angeführt wurden, kämpfte darum, die Atomenergie auszuschließen. Berlin, das immer noch Kohlekraftwerke betreibt, setzt auf den Aufschwung von Wind- und Solarenergie sowie auf neue Gaskraftwerke, um seine Versorgung zu sichern, trotz der Kritik an seiner Abhängigkeit von Russland. Österreich, Dänemark, die Niederlande und Schweden haben das „grüne“ Label für Gas in einem gemeinsamen Brief angefochten.

    Brüssel antwortet, dass die erneuerbaren Energien, die bereits von der Kommission mit dem Gütesiegel versehen wurden und weiterhin eine Priorität der europäischen Politik darstellen, aufgrund ihrer von Umwelteinflüssen und daher unsicheren Produktion allein nicht in der Lage sein werden, die steigende Stromnachfrage zu decken. Daher ist es notwendig, übergangsweise auch Investitionen in stabilere und steuerbarere Energieerzeugung zu fördern. Die Kommission argumentiert, dass der Text die Fondsunternehmen dazu verpflichtet, ihre gesamten Gas- und Atomaktivitäten offenzulegen, so dass Investoren, die dies wünschen, diese aus ihrem Portfolio ausschließen können.

    Das Dokument war am Abend des 31. Dezember an die 27 EU-Staaten verschickt worden. Seitdem hat es sich trotz Kritik kaum verändert. Es enthält strenge Bedingungen für Atom- und Gaskraftwerke, darunter eine zeitliche Begrenzung und die Verpflichtung, die besten verfügbaren Technologien einzusetzen. Für den Bau neuer Atomkraftwerke müssen die Projekte vor 2045 eine Baugenehmigung erhalten haben. Arbeiten, die die Lebensdauer bestehender Kraftwerke verlängern, müssen vor 2040 genehmigt werden.

    Für Gas schreibt die Kommission eine Obergrenze für CO2-Emissionen vor: weniger als 100 g pro kWh, eine Schwelle, die nach Meinung von Experten mit den derzeitigen Technologien nicht erreichbar ist. Für Kraftwerke, die ihre Baugenehmigung vor dem 31. Dezember 2030 erhalten, wird der Grenzwert auf 270 g angehoben, sofern sie ältere Werke ersetzen, die wesentlich mehr Schadstoffe ausstoßen. Während eines Zeitraums von vier bis sechs Monaten, der am Mittwoch beginnt, kann das Europäische Parlament den Text mit einfacher Mehrheit ablehnen. Theoretisch könnte sich auch der Europäische Rat dagegen aussprechen, sofern sich mindestens 20 Mitgliedsstaaten einig werden, was derzeit jedoch außer Reichweite zu sein scheint.

  • Die Agentur für nukleare Sicherheit warnt vor einer „beispiellosen Anfälligkeit“

    Die Agentur für nukleare Sicherheit warnt vor einer „beispiellosen Anfälligkeit“

    Laut dem Vorsitzenden der französischen Behörde für nukleare Sicherheit (ASN), Bernard Doroszczuk, betrifft diese Anfälligkeit sowohl die Produktion als auch die Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen. Er verweist auf die Notwendigkeit, mehr „vorausschauend“ zu handeln.

    Die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN) warnt am Mittwoch, 19. Januar, dass die französische Atomindustrie unter einer „beispiellosen doppelten Fragilität“ leidet, sowohl bei der Produktion als auch bei der Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen. Ihr Präsident Bernard Doroszczuk betont die Notwendigkeit, „Sicherheitspuffer“ zu haben, damit es nicht irgendwann zu einer Abwägung zwischen der Versorgungssicherheit und der Sicherheit der Anlagen kommen muss.

    Die Anfälligkeiten bestehen in erster Linie auf der Produktionsebene. Es gibt nicht genügend Spielraum, um unvorhergesehene Ereignisse zu verkraften. Für Bernard Doroszczuk bestätigt dies die aktuelle Situation – in Frankreich sind derzeit etwa 15 Reaktoren gleichzeitig aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Unerwartete Korrosionsprobleme führten mitten im Winter zur Abschaltung von fünf EDF-Reaktoren des 56 Reaktoren umfassenden französischen Kernkraftwerksnetzes und erhöhten die bereits starke Anspannung in der Stromversorgung noch mehr. „Die fehlende Sicherheits-Marge kann besonders durch das Ereignis veranschaulicht werden, das sich im Dezember ereignet hat“, erklärt Bernard Doroszczuk die heutige Situation: die Entdeckung von Spannungsrissen bei mehreren EDF-Reaktoren, die vorsichtshalber abgeschaltet werden mussten. „Man sieht also, dass die Verfügbarkeit von Margen im Stromsystem unerlässlich ist, um mit dem Risiko bei den Kernreaktoren umgehen zu können.“

    Und da EDF gerade dabei ist, auch alle anderen Reaktoren zu überprüfen, könnte sich die Situation in diesem Jahr noch verschlechtern, weil weitere Reaktoren abgeschaltet werden könnten. Angesichts dessen fragt sich der Präsident der ASN: Was passiet, wenn zwölf weitere Reaktoren bis 2035 stillgelegt werden, wie es das Gesetz vorsieht? Bisher hat die EDF nicht nachgewiesen, dass ihre Anlagen bei Bedarf mehr als fünfzig Jahre in Betrieb sein könnten. Zur Zeit werden bei den meisten Reaktoren die 40 Jahre Betriebszeit überschritten.

    Der staatliche Stromversorger sollte sich bei der Überprüfung der Betriebssicherheit seiner Nuklearanlagen beeilen. Denn wenn eine längere Betriebssicherheit nicht gegeben ist, sollte man dies rechtzeitig wissen, um rechtzeitig andere Stromerzeugungssysteme aufzubauen.

    Auch in Bezug auf das Recycling und die Abfallbehandlung zieht die ASN eine gelbe Karte wegen mangelnder Voraussicht. Das betrifft zunächst die Becken, in denen die abgebrannten Brennelemente in La Hague am Ärmelkanal gelagert werden. Dorthin schicken die Kernkraftwerke ihre ausgebrannten Brennstäbe. Die derzeitigen Becken sind fast voll und neue werden erst 2034 fertig sein. Es wird also unumgänglich sein, provisorische Lösungen zu finden, die in Bezug auf die Sicherheit weniger zufriedenstellend sein werden. Dieses Problem war seit 2010 bekannt.

    Mängel gibt es auch in der MOX-Produktionsanlage von Orano im Departement Gard. MOX ist ein wiederaufbereiteter Brennstoff, der in Kraftwerken ein zweites mal eingesetzt werden soll. Die Lagerkapazitäten für die Produktionsabfälle werden bereits in diesem Jahr überlastet sein. Auch hier hätte man früher neue Lager bauen müssen, kritisiert die ASN.

    Das Ergebnis all dessen ist, dass es zu einem Stau in der Wiederaufbereitungskette kommen kann und die Kraftwerke auf ihren Abfällen sitzen bleiben, was den Betrieb noch weiter stören wird.

    Lesen Sie auch: Atomkraft: Regierung rechnet mit der Inbetriebnahme neuer Reaktoren ab 2035

  • Atomkraft: Regierung rechnet mit der Inbetriebnahme neuer Reaktoren ab 2035

    Atomkraft: Regierung rechnet mit der Inbetriebnahme neuer Reaktoren ab 2035

    Emmanuel Macron hatte Anfang November angekündigt, dass Frankreich den Bau von neuen Reaktoren in Angriff nehmen wolle, doch seitdem wurden keine Einzelheiten zu diesem Vorhaben genannt. Zwei Monate nach den Ankündigungen des Präsidenten gibt es langsam etwas mehr Klarheit. Die neuen Atomreaktoren, die Frankreich bauen will, könnten 2023 zur Genehmigung eingereicht werden, um 2035-2037 in Betrieb genommen zu werden, wie Bérangère Abba, Staatssekretärin im Ministerium für den ökologischen Übergang, am Donnerstag, dem 6. Januar im Senat mitteilte. Es würde sich „um EPR2-Reaktoren handeln, ein Modell, das im Vergleich zu den Erfahrungen mit den vorherigen EPRs verbessert wurde“, sagte sie anlässlich einer Debatte mit Senatoren über die Sicherheit der Atomenergie. „Wir stellen uns einen Zeitplan für die Einreichung der Unterlagen um das Jahr 2023 vor, damit sie 2035-2037 in Betrieb gehen zu können.“ Emmanuel Macron hatte Anfang November angekündigt, dass Frankreich rund 20 Jahre nach der I…

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  • Umwelt: Sind Gas und Atomkraft wirklich grüne Energien?

    Umwelt: Sind Gas und Atomkraft wirklich grüne Energien?

    Brüssel plant, Gas und Atomenergie mit dem Label „grüne Energie“ zu versehen, was Investitionen in diese Energien fördern und die schnellere Erreichung der CO2-Neutralität ermöglichen könnte.

    Sind Gas- und Atomkraftwerke gut für das Klima? Das ist eine sehr umstrittene Entscheidung, die die Europäische Kommission nun zur Abstimmung stellen will. Die Kommission schlägt vor, Gas- und Atomkraftwerke als Energieträger einzustufen, die zum Klimaschutz beitragen, eine Position, die von Frankreich vertreten wird. Pascal Canfin, Vorsitzender des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, sagte: „Wir brauchen alle kohlenstofffreien Energien, um die globale Erwärmung zu bekämpfen“.

    Anti-Atomkraft-Länder lehnen sich gegen den Vorschlag auf.
    Mithilfe dieses Labels würden Investoren ermutigt, ihr Geld in Gas und Atomkraft zu investieren. Doch einige Anti-Atomkraft-Länder wie Deutschland, Österreich und Luxemburg kritisieren den Vorschlag Brüssels als „Provokation“. „Wir können nicht sagen, dass Atomkraft eine nachhaltige Energie ist. Wir sollten kein Geld für neue nukleare Verrücktheiten investieren“, stellt der Europaabgeordnete Damien Carème fest. Um die Maßnahme zu stoppen, müssten sich 20 EU-Mitgliedsländer dagegen aussprechen.

  • Atomkraft in Frankreich: Zwischenfälle ohne Folgen?

    Atomkraft in Frankreich: Zwischenfälle ohne Folgen?

    Tritium-kontaminiertes Abwasser trat am 25. November in einen wasserdichten Tank unterhalb des Atomkraftwerks Tricastin aus. Die Behörde für nukleare Sicherheit versichert, dass kein Risiko bestehe, da die Verschmutzung auf das Innere des Geländes beschränkt sei. Doch nach der Klage eines ehemaligen leitenden Angestellten werden die Zweifel von Atomkraftgegnern genährt.

    „Großes radioaktives Leck im AKW Tricastin“. Seit dem Artikel, der am Sonntag von Mediapart veröffentlicht wurde, wird die Diskussion zwischen Befürwortern und Kritikern der Atomindustrie in Frankreich wieder lauter.

    Die am 20. Dezember veröffentlichte Information hatte jedoch nur zu einigen kurzen Artikeln in der Lokalpresse geführt, die sich an die Schlussfolgerungen von EDF gehalten hatte: „Dieses Ereignis hat keine gesundheitlichen Folgen.“ Die französische Behörde für nukleare Sicherheit (Autorité de sûreté nucléaire) hatte den Betreiber am 23. Dezember entlastet und den Vorfall auf Stufe 0 der internationalen Skala für nukleare Ereignisse INES eingestuft. Unter Ereignissen der Stufe 0 sind ungewöhnliche Vorkommnisse zu verstehen, die Abweichungen von den erwarteten Standards zeigen, aber aus Sicht der nuklearen Sicherheit keine Konsequenzen haben.

    Lesen Sie auch: Tricastin: Atomar verseuchtes Wasser tritt aus dem Atomkraftwerk aus

    In Frankreich gibt es bis zu drei solcher Ereignisse pro Tag. Warum zieht dieses Ereignis also mehr Aufmerksamkeit auf sich als die anderen? Wahrscheinlich ist es nicht so sehr das Ereignis selbst, das sich am 25. November 2021 ereignete, sondern der politische Kontext in einer Zeit des Vorwahlkampfs.

    Zunächst zu den Fakten: Zwischen dem 25. November und dem 8. Dezember 2021 sickerten 900 Liter tritiumhaltige Abwässer in den Boden und verursachten eine anormale radiologische Aktivität, wobei der Höhepunkt der Verschmutzung am 12. Dezember in der unterirdischen Wanne erreicht wurde. Die Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) erklärte die Verschmutzung am 23. Dezember für „auf das Innere der geotechnischen Umschließung des Standorts begrenzt“.

    Eine Klage wegen „Gefährdung des Lebens anderer“ und „Verstößen gegen das Umweltgesetzbuch“
    Anfang Oktober 2021 reichte ein EDF-Manager, ein ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung des Kraftwerks Tricastin, beim Pariser Gericht Klage ein, um eine „Politik der Vertuschung“ von Sicherheitsvorfällen und -abweichungen anzuzeigen.

    Lesen Sie dazu auch: Kernkraftwerk Tricastin: Manager prangert “Politik des Verschweigens” an und erstattet Anzeige

    Seine Klage wegen „Gefährdung des Lebens anderer“ und „Verstößen gegen das Umweltgesetzbuch“ ist ein Warnsignal für den Betreiber EDF, das besser daran täte, nach jedem Vorfall schneller und vollkommen transparent zu berichten, wenn er nicht will, dass die Vorfälle von Atomkraftgegnern, die im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen energischer und lauter denn je sind, erfolgreich benutzt werden.

    Lesen Sie auch: Kernenergie: Frankreichs älteste Reaktoren zehn Jahre länger am Netz

  • Tricastin: Atomar verseuchtes Wasser tritt aus dem Atomkraftwerk aus

    Tricastin: Atomar verseuchtes Wasser tritt aus dem Atomkraftwerk aus

    Unter dem Kernkraftwerk Tricastin im Departement Drôme wurde im Grundwasser ein anormales Vorkommen von Tritium festgestellt. Die Leitung des Kraftwerks versichert, dass das Wasser im Fundament des Werks eingeschlossen ist und auf keinen Fall nach außen gelangen kann.

    Es handelt sich um das zweite gemeldete Tritiumleck innerhalb von zwei Jahren. Die Leitung des Kernkraftwerks Tricastin in der Drôme erklärte am Dienstag, dass sie am 15. Dezember ein „signifikantes Umweltereignis“ bei der Atomaufsichtsbehörde gemeldet habe.

    Im Grundwasser, das sich in dem unterirdischen Fundament des Kraftwerks befindet, wurden ungewöhnlich hohe Mengen des radioaktiven Stoffes Tritium festgestellt. Ein Wert von 1.000 Bq/l ist bereits meldepflichtig, am 12. Dezember wurde ein Spitzenwert von 28.900 Bq/l Tritium gemessen.

    Das Kraftwerk erklärt, dass das verseuchte Wasser in der Struktur des Fundaments eingeschlossen ist, „wie in einer Schachtel“, und keine Gefahr für die äußere Umgebung darstellen kann. Die Tritiumwerte sind derzeit wieder auf 11.000 Bq/Liter gesunken. Das radioaktive Material wird jedoch voraussichtlich „einige Monate“ nachzuweisen sein.

    Die Kraftwerksleitung meldete, sie wisse, woher das Leck komme: Drei Wochen zuvor habe ein Betriebsmanöver zu einer Überfüllung eines Tanks geführt, aus dem 900 Liter Abwasser ausgetreten seien. Diese Abwässer flossen in eine Flusswasserrinne und sickerten dann in den Grundwasserspiegel unter dem Kraftwerk.

    In Frankreich gibt es derzeit eine Debatte über Sicherheit und Nachhaltigkeit der Atomenergie, die durch Ankündigungen Emmanuel Macrons hinsichtlich des weiteren Ausbaus der Kernenergie in Frankreich angekurbelt wurde.

    Lesen Sie auch: Kernenergie: Emmanuel Macron kündigt den Bau neuer Reaktoren an

  • Kann Atomkraft wirklich eine Lösung für das Klima sein?

    Kann Atomkraft wirklich eine Lösung für das Klima sein?

    Emmanuel Macron hat angekündigt, in Frankreich neue Atomreaktoren bauen zu wollen. Im Land spaltet die Atomenergie jedoch die Meinungen, da sie zwar weniger Treibhausgase ausstößt, aber auch grosse Risiken birgt. Die Kernenergie ist bereits eines der Kernthemen der nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2022. Die Kandidaten streiten sich bereits über dieses Thema. Während Emmanuel Macron ankündigte, den Bau von Atomreaktoren in Frankreich „wieder ankurbeln“ zu wollen, ist der Grünen-Kandidat Yannick Jadot seinerseits der Meinung, „immer denselben Unsinn zu wiederholen, wird nie zum Erfolg führen“. Die Befürworter der Kernenergie sind der Meinung, dass sie ein unverzichtbarer Verbündeter im Kampf gegen den Klimawandel ist. Atomstrom ist die Stromerzeugung, die am wenigsten Treibhausgase ausstößt, mit nur sechs Gramm CO2-Kohlenstoff pro Kilowattstunde, im Vergleich zu sieben bei Windkraft, 55 bei Solarenergie oder noch schlimmer Kohle mit über einem Kilogramm. Das IPCC (International Pa…

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  • Atomkraft: Rechnungshof warnt vor „Unsicherheiten“ beim Bau neuer Reaktoren

    Atomkraft: Rechnungshof warnt vor „Unsicherheiten“ beim Bau neuer Reaktoren

    Präsident Emmanuel Macron kündigte in seiner letzten Fernsehansprache am 9. November die Wiederaufnahme des Baus von Atomreaktoren an. Der Atomsektor ist von vielen Zweifeln umgeben. Der Rechnungshof warnte am Donnerstag, dem 18. November, vor den „Unsicherheiten“, einen neuen Kernkraftwerkspark „innerhalb angemessener Fristen und zu angemessenen Kosten“ zu bauen. Emmanuel Macron hat gerade beschlossen, ein neues Reaktorbauprogramm zu starten, ohne bislang zu präzisieren, dass es sich dabei um klassische Reaktoren oder Kleinreaktoren handelt. Der Bau neuer Stromerzeugungsanlagen – ob nuklear oder erneuerbar – „erfordert nunmehr dringende Entscheidungen, um unsere Versorgung bis zum Jahrzehnt 2040 zu gewährleisten“, betonte der Rechnungshof in seiner Veröffentlichung. Dies war bereits die Schlussfolgerung des jüngsten Berichts des Netzbetreibers RTE, denn der französische Atompark wird immer älter. Bedarf an mehr Kraftwerken in der Zukunft. Im Anschluss an die Veröffentlichung von RTE h…

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