Schlagwort: Armut

  • Armut in Frankreich: Allein in Lyon suchen 14.000 Menschen ein Dach über dem Kopf

    Armut in Frankreich: Allein in Lyon suchen 14.000 Menschen ein Dach über dem Kopf

    Ein Bericht des Senders Franceinfo über den Spendenaufruf des Samu social de Lyon.

    Zum ersten Mal in seiner Geschichte rief der Samu social de Lyon (Departement Rhône) zu Spenden auf, um die Notsituation zu bewältigen. Auf die Frage nach den Beweggründen erklärte Pascal Isard, Generaldirektor von Alynea: „Was diese beispiellose Initiative motiviert hat, ist eine Situation von ebenso beispiellosem Ernst. Derzeit gibt es im Gebiet der Metropole Lyon 14.000 Personen, die eine Unterkunft (…) suchen. Das sind doppelt so viele wie vor fünf Jahren“. Seiner Meinung nach „darf man diese Situation nicht länger hinnehmen“.

    „Babys schlafen im Freien“
    Marie-Charlotte Garin, Abgeordnete der Grünen im Departement Rhône, verbrachte die Nacht zum Donnerstag in einer Schule in Lyon an der Seite eines obdachlosen Paares und ihrer Kinder. Diese Nacht, so versichert sie, habe sie „mit viel Wut“ erlebt. „Es ist nicht normal, dass in einem Land wie Frankreich 2.822 Kinder auf der Straße schlafen“, sagt sie und präzisiert: „Heute gilt in der Metropole Lyon als Kriterium für eine akute Gefährdung und um Kinder sofort in Obdach zu bringen, dass es sich um eine Mutter und ein Kind handeln muss, das jünger als ein Jahr ist.“

    Die Parlamentarierin bedauert, dass „Kinder und Babys im Freien schlafen“, in Lyon wie auch anderswo im Land.

  • Katholische Hilfsorganisation Secours Catholique: Armut in Frankreich verschärft sich – insbesondere für Frauen

    Katholische Hilfsorganisation Secours Catholique: Armut in Frankreich verschärft sich – insbesondere für Frauen

    Das mittlere Einkommen der Menschen, die der Verein betreut, lag im Jahr 2022 bei 538 Euro pro Monat, was einem Tagesbudget von 18 Euro für einen Haushalt entspricht.

    Eine alarmierende Situation. Die Armut in Frankreich verschärft sich und Frauen und Kinder sind besonders gefährdet, warnt die Katholische Hilfsorganisation Secours Catholique in ihrem Jahresbericht, der am Dienstag, dem 14. November veröffentlicht wurde. Das Medianeinkommen der von der Organisation betreuten Personen lag im Jahr 2022 bei 538 Euro pro Monat. Die Katholische Nothilfe hat für ihre Studie die die Daten von 49.250 Personen und Haushalten analysiert, die ihr von ihren Begünstigten übermittelt wurden.

    Dieser Betrag entspricht einem Tagesbudget von 18 Euro, um alle Bedürfnisse des jeweiligen Haushalts zu decken. Und dieser Betrag entspricht weniger als der Hälfte der Armutsgrenze, die von der Organisation für das Jahr 2022 auf 1.211 Euro geschätzt wurde. Vor allem die Inflation, die sich besonders auf die Lebensmittel- und Energiepreise ausgewirkt hat, bedeutete für viele Menschen einen Einkommensrückgang um 7,6 %.

    Zur Bekämpfung der Armut empfiehlt die katholische Organisation insbesondere, die sozialen Mindestbeträge an den Mindestlohn zu koppeln und die Nichtinanspruchnahme von Sozialleistungen zu verhindern, indem die sozialen Dienste zugänglicher gemacht werden.

    Prekäre Situation von Frauen nimmt zu
    Laut dem Jahresbericht hat Secours Catholique im vergangenen Jahr in Frankreich eine Million Menschen betreut, die verschiedene Dienstleistungen wie Lebensmittelhilfe oder soziale Begleitung in Anspruch genommen haben. Unter diesen Personen sind Haushalte mit nur einem Erwachsenen überrepräsentiert (75%). Es handelt sich vor allem um alleinerziehende Mütter (25,7 %) und alleinstehende Frauen (20,9 %).

    Viele von ihnen klopfen nach einer Trennung oder Scheidung an die Tür der Organisation. Frauen litten stärker unter der Last von Trennungen in der Ehe und übernähmen allzu oft allein die Verantwortung für die Kinder, so der Verein. Die Armut von Frauen in Frankreich hat in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen, während bis Anfang der 2000er Jahre Männer und Frauen gleichermaßen von Armut betroffen waren, stellt Secours Catholique fest. Frauen machen heute 57,5 % der bedürftigen Menschen aus, mit denen die Organisation zu tun hat, gegenüber 52,6 % im Jahr 1999.

  • Bekämpfung der Armut: Vier Zahlen zeigen den Ernst der Lage in Frankreich

    Bekämpfung der Armut: Vier Zahlen zeigen den Ernst der Lage in Frankreich

    Die französische Regierung will ihren neuen „Solidaritätspakt“ vorstellen. Der Sender Franceinfo veröffentlicht einen Überblick über alarmierende Indikatoren. Nach mehreren Verzögerungen soll der neue Plan der Regierung zur Bekämpfung der Armut, der den Namen „Solidaritätspakt“ trägt, am Montag, dem 18. September, endlich vorgestellt werden. Vor dem Hintergrund der hohen Inflation, die seit Februar 2022 die Kaufkraft der Franzosen schmälert und durch den Krieg in der Ukraine bedingt ist, weckt die neue Strategie der Regierung zur Bekämpfung der Armut große Erwartungen. Dies gilt umso mehr, als sich mehrere Verbände in den letzten Monaten höchst alarmiert gezeigt haben. Auch wenn Wirtschaftsminister Bruno Le Maire „die Idee ablehnt, dass es eine Verarmung der französischen Gesellschaft gibt“, verschlechtern sich mehrere Indikatoren deutlich. 1: Die Quote der Einkommensarmut sinkt nicht. Diese Quote entspricht der Anzahl der Haushalte, die einen Lebensstandard von weniger als 60 % des mi…

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  • Armut: Ein Drittel der Franzosen lebt in Schwierigkeiten

    Armut: Ein Drittel der Franzosen lebt in Schwierigkeiten

    Die prekäre Lage vieler Franzosen nimmt zu. Fast ein Drittel der Bevölkerung Frankreichs hat insbesondere Schwierigkeiten, sich gesund zu ernähren.

    58 % der Franzosen geben an, schon einmal in prekären Verhältnissen gelebt zu haben, oder zu befürchten, in die Armut abzurutschen. Weitere alarmierende Zahlen steigen an: 18 % der Franzosen leben mit einem überzogenen Konto, das sind drei Prozentpunkte mehr als im Jahr 2022. Eine Situation, die es so in Frankreich noch nie gegeben hat. „Das betrifft nicht nur Menschen, die bereits in Schwierigkeiten waren“, warnt Henriette Steinberg, Generalsekretärin des Secours populaire.

    32 % der Franzosen haben auch Schwierigkeiten, sich gesund zu ernähren und drei Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen. Eine Zahl, die ebenfalls deutlich steigt, denn 2017 waren es „nur“ 23 %. Die zunehmende Armut in der Bevölkerung ist auch ein Grund, warum Lebensmittelhilfsorganisationen wie die Restos du Coeur und das französische Rote Kreuz Alarm schlagen, da ihre eigenen Ressourcen drastisch zurückgehen.

    Eine Reportage des Senders France 2:

  • Armut in Frankreich: Der Staat muß 2023 insgesamt 156 Millionen Euro für Nahrungsmittelhilfen bereitstellen

    Armut in Frankreich: Der Staat muß 2023 insgesamt 156 Millionen Euro für Nahrungsmittelhilfen bereitstellen

    Das Ministerium für Solidarität teilte mit, dass der französische Staat im Jahr 2023 insgesamt 156 Millionen Euro für Organisationen bereitstellen werde, die sich für die Nahrungsmittelhilfe bedürftiger Bürger einsetzen. Viele Organisationen geben an, dass sie sich aufgrund der Inflation in den roten Zahlen befinden. Seit mehreren Monaten leiden Organisationen, die in Frankreich Nahrungsmittelhilfe für bedürftige Bürger leisten, unter den Auswirkungen der Inflation und einer wachsenden Nachfrage. Nachdem mehrere Organisationen wie die Restos du Coeur oder das Rote Kreuz die Behörden auf ihre finanzielle Situation aufmerksam gemacht hatten, gab der Staat bekannt, dass er fast 156 Millionen Euro für „lokale und nationale Organisationen, die sich um die Schwächsten kümmern“, bereitstellen werde, so eine am 5. September veröffentlichte Erklärung des Ministeriums für Solidarität. Das Dokument spricht von „mehr als einer Verdoppelung“ dieses Budgets innerhalb von nur „drei Jahren“. Die Regie…

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  • Restos du Coeur: Der französische Staat will 15 Millionen Euro an die Hilfsorganisation spenden

    Restos du Coeur: Der französische Staat will 15 Millionen Euro an die Hilfsorganisation spenden

    Auf dem TV-Sender TF1 kündigte die Ministerin für Solidarität, Aurore Bergé, am Sonntag, dem 3. September, an, dass die Regierung der Organisation Restos du Coeur finanziell helfen werde, da diese aufgrund ihrer finanziellen Schwierigkeiten sonst gezwungen wäre, in diesem Winter die Zahl der Menschen in ihren gemeinnützigen Restaurants zu reduzieren. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten werden die Restos du Coeur in diesem Winter möglicherweise gezwungen sein, die Zahl der Menschen, die von den gemeinnützigen Restaurants profitieren können, drastisch zu reduzieren. Die Verantwortlichen der Organisation rufen zu einer „massiven Mobilisierung der politischen und wirtschaftlichen Kräfte dieses Landes auf, um uns zu helfen, diese Hürde zu nehmen“, wie es Patrice Douret, Präsident der berühmten Wohltätigkeitsorganisation, die 1985 von dem französischen Schauspieler Coluche gegründet wurde, formulierte. „Seit Monaten warnen wir die Regierung vor dieser Situation, wir haben nicht genug Gehör…

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  • Prekarität: Immer mehr Franzosen leben in Armut

    Prekarität: Immer mehr Franzosen leben in Armut

    Das französische Statistikamt Insee veröffentlichte am Donnerstag eine Studie über den Anteil der Menschen in Frankreich, die von materieller und sozialer Entbehrung betroffen sind. Der Anteil der in Armut lebenden Bevölkerung ist seit der Einführung der entsprechenden Untersuchungen im Jahr 2013 noch nie so hoch gewesen.

    Am Donnerstag veröffentlicht das Statistikamt Insee eine Studie über den Anteil der Menschen, die in materieller und sozialer Armut leben. Im Jahr 2022 sind fast 14 % der in Frankreich lebenden Menschen davon betroffen. Das ist der höchsten Stand seit 2013, als die erste Untersuchung durchgeführt wurde.

    Das Insee ermittelt Personen, die nicht in der Lage sind, die Ausgaben für mindestens fünf von dreizehn Elementen des täglichen Lebens zu decken, darunter auch ausreichend zu heizen, sich neue Kleidung zu kaufen oder sich eine Woche Urlaub im Jahr zu leisten. Im Jahr 2021 erreichte der Indikator seinen niedrigsten Stand, was auf die im Laufe des Jahres 2020 eingeführten Einschränkungen und Lockdowns zurückzuführen war, die „die Lebens- und Konsumgewohnheiten der Bevölkerung […] beeinflusst und dadurch die Ausgaben der Haushalte entlastet“ hatten, doch seitdem hat sich der Trend spürbar umgekehrt.

    Schwierigkeiten beim Heizen der Wohnung nehmen stark zu.
    Zwischen 2014 und 2021 lebten 5-7 % der Franzosen in einem Haushalt, der nicht über die finanziellen Mittel verfügte, um die Wohnung angemessen zu heizen. Diese Zahl stieg dem Bericht zufolge auf 10 %. Dieser Anstieg ist sicherlich auf den deutlichen Anstieg der Energiepreise im letzten Winter zurückzuführen, „und insbesondere auf den Anstieg der Preise für Heizöl, einem Heizstoff, den gefährdete Haushalte stärker als andere nutzen“, so das Insee.

    Alleinerziehende und kinderreiche Familien stärker gefährdet
    Alleinerziehende und kinderreiche Familien sind insgesamt stärker dem Risiko einer materiellen Armut ausgesetzt. In dem Bericht heißt es: Im vergangenen Jahr waren „drei von zehn allein erziehende Eltern mit einem Kind, von materieller und sozialer Armut betroffen, bei drei oder mehr Kindern waren es zwei von zehn“.

    Stärker betroffen sind auch die Bewohner von ländlichen und städtischen Gemeinden mit mittlerer Dichte. In diesen Wohngebieten sind die Energieausgaben höher und „die Häufigkeit von Situationen materieller und sozialer Entbehrung nimmt im Vergleich zu 2020 deutlich zu.“ Umgekehrt ist in den großen städtischen Zentren der Trend seit 2020 rückläufig.

  • Armut in Frankreich nimmt seit 35 Jahren nicht ab – extreme Armut „besteht fort“

    Armut in Frankreich nimmt seit 35 Jahren nicht ab – extreme Armut „besteht fort“

    4,8 Millionen Menschen in Frankreich lebten im Jahr 2020 unterhalb der Armutsgrenze, so das Observatoire des inégalités, das Frankreich ein Land anprangert, das große Armut „fortbestehen lässt“. „Nach Jahrzehnten des Rückgangs ist die Armut in Frankreich nun schon seit 35 Jahren nicht mehr gesunken“, beklagt die Beobachtungsstelle für Ungleichheiten am Dienstag, dem 6. Dezember. In ihrem dritten Bericht über Armut in Frankreich stellt die Organisation fest, dass sich die Armut seit Anfang der 2000er Jahre „stabilisiert“ hat und jedes Jahr „zwischen 6,5% und 8,5% der Bevölkerung“ betrifft. „500.000 mehr Arme“ in 20 Jahren. Laut dem Statistikinstitut Insee waren im Jahr 2020 in Frankreich 4,8 Millionen Menschen arm. Das bedeutet, dass sie unterhalb der Armutsgrenze leben, die auf 940 EUR pro Monat für eine alleinstehende Person festgelegt ist. Zwar gibt es in Frankreich „500.000 arme Menschen mehr“ als Anfang der 2000er Jahre, doch „die Armut explodiert nicht“, so die Beobachtungsstelle…

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  • Seine-Saint-Denis: Zahl der Obdachlosen erreicht neuen Höchststand

    Seine-Saint-Denis: Zahl der Obdachlosen erreicht neuen Höchststand

    Die Zahl der Obdachlosen in Seine-Saint-Denis erreicht einen neuen Rekord, wie France Inter berichtet. Nach Angaben des Samu Social konnten am Montag fast 740 Anträge auf Unterbringung in Obdachlosenunterkünften nicht bewilligt werden. Etwa hundert Kinder unter vier Jahren blieben auf der Straße.

    Die Zahl der Obdachlosen in Seine-Saint-Denis erreichte am Montag, dem 28. November, einen traurigen Rekord, wie France Inter berichtet. Der Verein Interlogement 93, der die Notrufnummer 115 – den Samu social de Seine-Saint-Denis – betreibt, meldete, dass von den 739 Anträgen auf Unterbringung in Obdach, die am Montag, dem 28. November, im Departement eingingen, kein einziger erfüllt werden konnte.

    Unter den Menschen in Not, die am 28. November ihr Glück versuchten, befanden sich 278 Minderjährige, darunter 100 Kinder unter vier Jahren, aber auch 45 schwangere Frauen.

    Immer mehr Kinder werden obdachlos, weil es keine ausreichende Menge an Notunterkünften gibt.

    „Einige dieser Menschen rufen uns seit drei oder vier Monaten jeden Abend an, jeden Tag“, betont Valérie Puvilland, die Leiterin des Notrufservices 115.

    12.000 Menschen werden derzeit in Seine-Saint-Denis, dem ärmsten Departement des französischen Mutterlandes, in Notunterkünften in Obhut genommen.

  • Vernichtender Bericht des Secours catholique: Die Armut in Frankreich verschärft sich

    Vernichtender Bericht des Secours catholique: Die Armut in Frankreich verschärft sich

    Das Durchschnittseinkommen der Menschen, die von der Katholischen Nothilfe unterstützt werden, beträgt nur 548 Euro pro Monat. Weniger als 5 Euro: Laut einem Bericht von Secours Catholique hat fast die Hälfte (48%) der von der Organisation betreuten Personen weniger als 5 Euro pro Tag zur Verfügung. Das Durchschnittseinkommen der von der Organisation unterstützten Personen lag im Jahr 2021 bei nur 548 Euro pro Monat. Ausgaben wie Miete, Energierechnungen und Versicherungen verschlingen im Durchschnitt etwa 60% des Einkommens dieser Haushalte in prekären Situationen. Alleinerziehende Mütter machen ein Viertel der von Secours catholique betreuten Haushalte aus, gefolgt von alleinstehenden Männern (22,4%), die häufig arbeitslos oder nicht erwerbstätig sind, und Ausländern, die 50% der von der Organisation unterstützten Haushalte ausmachen. Die wachsende Armut in Frankreich scheint noch nicht ausreichend im Blickfeld der Politiker angekommen zu sein. Tatsache ist aber auch, dass viele Mens…

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