Schlagwort: Arbeitsbedingungen

  • Arbeitsunfälle in Frankreich: Ein dringender Aufruf für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz

    Arbeitsunfälle in Frankreich: Ein dringender Aufruf für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz

    Im Jahr 2023 hat Frankreich eine erschreckend hohe Zahl an Todesfällen bei Arbeitsunfällen zu beklagen. Mit 661 Verstorbenen, was mehr als zwei Todesfälle pro Tag entspricht, steht das Land vor einer ernsten Herausforderung in Bezug auf die Sicherheit am Arbeitsplatz. Diese Statistik wurde besonders am 28. April, dem Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, betont.

    Trauer und Forderungen nach Gerechtigkeit

    Ein besonders tragischer Fall ist der von Amara Dioumassy, einem 51-jährigen Arbeiter malischer Herkunft, der auf einer Baustelle für die Olympischen Spiele in Paris ums Leben kam. Sein Tod löste nicht nur Trauer, sondern auch eine Welle der Forderung nach Anerkennung und Gerechtigkeit aus. Seine Familie und Kollegen beschuldigen seinen Arbeitgeber, teilweise für den Unfall verantwortlich zu sein. Anlässlich seines Todestages versammelten sich Freunde und Familie zu einer Gedenkminute.

    Die Notwendigkeit strengerer Gesetze

    Die hohe Anzahl an Todesfällen hat zu Aufrufen nach strengeren Sicherheitsvorschriften am Arbeitsplatz geführt. Die Gewerkschaft CGT fordert die Einführung neuer Gesetze, um das Risiko von Arbeitsunfällen zu minimieren und eine sicherere Arbeitsumgebung zu schaffen. Dies spiegelt sich in den Worten von Emmanuel Fammery wider, einem Arbeitnehmer in der Logistikbranche, der vor zehn Jahren bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt wurde. Ein Gabelstapler überfuhr sein Bein, was zu einer Amputation führte. Fammery betont, dass dieser Unfall hätte vermieden werden können, wenn sein Arbeitgeber die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten hätte. Sein Fall wurde vor Gericht als „unentschuldbarer Fehler“ des Arbeitgebers anerkannt.

    Ein landesweites Problem

    Die Statistiken und Geschichten wie die von Amara Dioumassy und Emmanuel Fammery beleuchten die dringende Notwendigkeit, die Arbeitsplatzsicherheit in Frankreich zu verbessern. Jeder Unfall, jeder Todesfall ist einer zu viel und hinterlässt eine Lücke in Familien und Gemeinschaften. Es ist unabdingbar, dass sowohl Unternehmen als auch die Regierung zusammenarbeiten, um die Sicherheitsstandards zu erhöhen und somit das Leben von Arbeitnehmern zu schützen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen und strikte Einhaltung von Sicherheitsvorschriften kann die Zahl der Arbeitsunfälle verringert und die Arbeitswelt sicherer gemacht werden.

  • Künstliche Intelligenz wird eines Tages die Menschheit beherrschen – das glauben 35% der Franzosen

    Künstliche Intelligenz wird eines Tages die Menschheit beherrschen – das glauben 35% der Franzosen

    Künstliche Intelligenz ist dabei, sich in allen Bereichen unseres Alltags durchzusetzen. Das französische Umfrageinstitut Ifop wollte wissen, was die Franzosen zu dieser digitalen Revolution sagen.

    Es wird viel darüber gesprochen, es macht neugierig und beunruhigt, und ab 2024 wird künstliche Intelligenz immer mehr in unser Leben treten. Wer fürchtet sie? Wer nutzt sie? Eine Umfrage des Instituts Ifop für learnthings.fr und die auf Daten spezialisierte Agentur FLASHS hat die Einstellung der Franzosen gegenüber der Künstlichen Intelligenz untersucht. Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild. Die Umfrage zeigt, dass 35 % der Franzosen glauben, dass die künstliche Intelligenz eines Tages die Menschheit beherrschen wird.

    51 % der befragten Franzosen äußerten sich besorgt über künstliche Intelligenz, 35 % stehen ihr gleichgültig gegenüber und nur 14 % zeigten sich begeistert von der Entwicklung dieser Technologie. Das Meinungsforschungsinstitut befragte insbesondere Arbeitnehmer, die von der Integration künstlicher Intelligenz in Arbeitsabläufe zwangsläufig stärker betroffen sind.

    Entgegen allen Erwartungen nutzen bereits viele künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz, ohne ihre Vorgesetzten darüber zu informieren. 55 % der französischen Arbeitnehmer, die KI am Arbeitsplatz eingesetzt haben, taten dies also heimlich. Eine große Mehrheit möchte jedoch nichts von Künstlicher Intelligenz hören. 63 % der Arbeitnehmer möchten noch nicht einmal darin geschult werden. 68 % der Arbeitnehmer rechnen mit negativen Folgen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz für ihr Unternehmen.

    Die größte Sorge der französischen Arbeitnehmer gilt dem Erhalt der Arbeitsplätze. Sie befürchten eine mögliche Streichung von Arbeitsplätzen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz. Vier von zehn Arbeitnehmern sind der Meinung, dass KI irgendwann den Großteil ihrer Arbeit übernehmen wird. 27 % glauben sogar, dass dies bereits in den nächsten zehn Jahren geschehen wird.

  • Lyon: Vier-Tage-Woche für 5.500 städtische Bedienstete

    Lyon: Vier-Tage-Woche für 5.500 städtische Bedienstete

    Die Die Metropole Lyon bietet ihren Beschäftigten ab diesem Herbst die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit auf freiwilliger Basis auf eine Viertagewoche umzustellen. Das Experiment will diese Berufe attraktiver machen.

    nach dem Ende der diesjährigen Sommerferien führt die Metropole Lyon, die zweitgrößte Stadt Frankreichs, die Viertagewoche für ihre Angestellten ein. Das bedeutet natürlich nicht, dass die betroffenen Arbeitnehmer weniger arbeiten werden. Die Metropole Lyon bietet ihnen auf freiwilliger Basis an, ihre Arbeitszeit neu zu organisieren.

    Die städtischen angestellten können vier Tage pro Woche, viereinhalb Tage pro Woche oder abwechselnd an vier und fünf Tagen pro Woche arbeiten. Jeder Angestellte kann so die Länge seiner Arbeistzeit selbst bestimmen, aber insgesamt muss natürlich die gesetzlich vorgeschriebene 35-Stunden-Woche dabei herauskommen. Es ist also klar, dass die Mitarbeiter, die sich freiwillig für diesen Versuch gemeldet haben, jeden der vier Tage ein bisschen länger arbeiten müssen. Sie können zum Beispiel früher anfangen, später aufhören oder ihre Mittagspause verkürzen.

    Die Metropole Lyon führt dieses Experiment durch, um die angebotenen Berufe attraktiver zu machen, da die Kommunalverwaltungen Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter einzustellen. Zweitens geht es darum, die Fehlzeiten mit „maßgeschneiderteren“ Dienstplänen für jeden Bediensteten zu verringern. Und schließlich und vor allem geht es darum, die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu verringern. Viele Mütter, die bei der Metropole Lyon angestellt sind, arbeiten zu 80 %, was eine Art erzwungene Teilzeitbeschäftigung darstellt. Wenn sie sich für die Viertagewoche entscheiden, können sie wieder ein volles Gehalt erhalten, ohne ihre spürbar Freizeit zu beschneiden.

    Das Modell der Viertagewoche kommt in Frankreich in kleinen Schritten voran. Nach Angaben des Arbeitsministeriums haben bereits etwa 10.000 Arbeitnehmer in Frankreich eine Viertagewoche. Die Idee bahnt sich ihren Weg in die öffentliche Debatte, insbesondere seit der Gesundheitskrise, die unser Verhältnis zur Arbeit und zu unserer Freizeit verändert hat.

    Aber es geht manchmal auch anders: Bei einer Behörde in der Picardie entschieden sich im Frühjahr nur drei Bedienstete von 284 unbefristet Beschäftigten für die 36-Stunden-Woche in vier Tagen, die von der Geschäftsleitung vorgeschlagen wurde. Das bedeutete neun Stunden Arbeit pro Tag, zu denen noch die Fahrzeit für den Hin- und Rückweg hinzukam. Die Beschäftigten hatten also keine Zeit mehr, ihre Kinder zur Schule zu bringen oder von der Schule abzuholen…

  • Nach 14 Stunden erzwungener Arbeit starb Christian bei einem Unfall: Arbeitgeber wurde verurteilt

    Nach 14 Stunden erzwungener Arbeit starb Christian bei einem Unfall: Arbeitgeber wurde verurteilt

    Gestorben, weil er zu viel gearbeitet hatte. Ein Fahrer einer Reinigungsmaschine war von seinem Arbeitgeber gezwungen worden, bis zu 15 Stunden am Tag zu arbeiten. Dieser wurde nun wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Und der Fall ist noch nicht abgeschlossen.

    Er musste mehr als 70 Stunden pro Woche arbeiten. Am Tag seines Todes, Donnerstag, dem 7. Juli 2016, hatte er 14 Stunden lang hintereinander am Steuer seiner Industriekehrmaschine gesessen.

    Am Tag seines Todes hatte Christian, so hieß der Angestellte der Firma France Balayage, schon bis sechs Uhr morgens am Flughafen von Beauvais gearbeitet, bevor er sich auf den Weg zu einer Baustelle im Departement Somme machte. Dort sollte er um neun Uhr ankommen. Auf der Fahrt verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und starb. Bei der Autopsie wurden weder Alkohol noch Betäubungsmittel in seinem Blut gefunden. Das Fahrzeug wies keine Mängel auf. Es war also Christians Arbeitsrhythmus, auf den die Ermittler mit dem Finger zeigten. Am Vortag hatte Christian seine Frau angerufen und ihr über seine Arbeitgeber gesagt: „Sie wollen meinen Tod“.

    Das Unternehmen und seine Führungskräfte wurden verurteilt
    der Chef des Unternehmens, Pierre Léraillé und sein Sohn Nicolas, wurden jetzt vom Strafgericht in Beauvais verurteilt. Der eine zu acht Monaten Haft auf Bewährung, der andere zu 24 Monaten Haft auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung durch vorsätzliche Verletzung einer Sicherheits- oder Sorgfaltspflicht im Rahmen einer Beschäftigung. Außerdem ist es beiden drei Jahre lang untersagt, ein Unternehmen zu führen. Das Unternehmen France Balayage muss eine Geldstrafe von 10.000 EUR zahlen.

    Im Februar nächsten Jahres soll über eine Entschädigung der Hinterbliebenen des Opfers entschieden werden. Ihre Anwältin wird versuchen, die Anerkennung eines „unentschuldbaren Fehlverhaltens des Arbeitgebers“ zu erreichen. Dadurch können sie neben den Leistungen, auf die sie nach dem französischen Sozialversicherungsgesetzbuch schon jetzt Anspruch haben, eine zusätzliche Entschädigung erhalten, die aus einer Rente oder einer hohen Einmalzahlung bestehen kann, sowie Schadenersatz, der auch sehr hoch ausfallen kann.

    Zur Erinnerung: Die Höchstarbeitszeit in Frankreich beträgt laut Arbeitsgesetzbuch zehn Stunden pro Tag, es kann aber Ausnahmen geben. Man kann diese Obergrenze überschreiten, muss dafür aber die Zustimmung der Arbeitsaufsichtsbehörde einholen. In jedem Fall darf die Obergrenze von 12 Stunden pro Tag bzw. 60 Stunden pro Woche nicht überschritten werden.

  • Zwei Todesfälle am Arbeitsplatz wegen der Hitzewelle in Frankreich

    Zwei Todesfälle am Arbeitsplatz wegen der Hitzewelle in Frankreich

    Die Arbeitsaufsichtsbehörde meldete zwei tödliche Arbeitsunfälle, die sich in der vergangenen Woche in Südwestfrankreich und der Bretagne ereignet haben und vermutlich auf die große Hitze zurückzuführen sind.

    „Zwei tödliche Arbeitsunfälle, die möglicherweise mit einer Hitzeexposition in Verbindung stehen, wurden Santé publique France“ von der Arbeitsaufsichtsbehörde gemeldet, erklärte die Agentur für öffentliche Gesundheit in einer Pressemitteilung. Der erste Todesfall ereignete sich in Okzitanien am 12. Juli, der zweite einige Tage später in der Bretagne. Public Health France machte keine weiteren Angaben zur Art dieser Todesfälle, zum genauen Datum oder zur Identität der Opfer.

    Wie in anderen europäischen Länder auch, herrschte in Frankreich in den letzten Tagen eine heftige Hitzewelle, in deren Verlauf zahlreiche Temperaturrekorde gebrochen wurden. Dies galt auch für die Bretagne, in der einer der beiden Todesfälle am Arbeitsplatz gemeldet wurde. Es muss zwar noch bestätigt werden, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Hitzewelle und den Todesfällen gibt, aber die Meldung erfolgt in einem europäischen Kontext, der von mehreren Todesfällen bei Arbeitnehmern geprägt ist, die Opfer extremer Temperaturen geworden sind.

    Gewerkschaften halten Warnungen für unzureichend
    Die anderen Todesfälle, die sich in Spanien und Italien ereigneten, betrafen Personen, die in Lagerhäusern arbeiteten und Beschäftigte in der Landwirtschaft.

    Diese Todesfälle haben die Debatte über die Arbeitsbedingungen während Hitzeperioden neu entfacht und den Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) dazu veranlasst, die Einführung von „Höchsttemperaturen für die Arbeit“ zu fordern.

    In Spanien, Großbritannien und Frankreich haben die Behörden vermehrt Warnungen veröffentlicht, in denen sie Beschäftigte, deren Arbeit dies erlaubt, zur Telearbeit auffordern und mahnen andere Angestellte und Arbeiter, sich bei grosser Hitze zu schonen.