Schlagwort: Ameisen

  • Invasive Ameisenart plagt Bewohner von Albi

    Invasive Ameisenart plagt Bewohner von Albi

    In der Plaine des Fourches, einem Viertel der Stadt Albi im Département Tarn, stehen die Bewohner vor einer ungewöhnlichen und zunehmend belastenden Herausforderung. Eine exotische Ameisenart, bekannt als Tapinoma magnum, hat sich in der Region festgesetzt und sorgt für erhebliche Unruhe.

    Ein unerwünschter Eindringling

    Die Tapinoma magnum, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, wurde vor etwa zehn Jahren erstmals bei einer Bewohnerin von Albi gesichtet. Diese invasive Ameisenart zeichnet sich durch ihre außerordentliche Widerstandsfähigkeit gegen herkömmliche Insektizide aus und kann bei Bedrohung auch beißen. Die Ameisen passen sich problemlos an unterschiedliche Temperaturen an und vermehren sich rasant. Innerhalb kurzer Zeit können sie Kolonien mit Hunderttausenden von Individuen bilden.

    Ein Problem, das sich ausbreitet

    Gilles Cousein, ein neuer Bewohner des Viertels, beschreibt die Situation als besonders störend: „Es ist unangenehm, weil es uns zwingt, drinnen zu bleiben. Ich hätte es bevorzugt, wenn der Vorbesitzer mich über dieses Problem informiert hätte.“ Die rasche Ausbreitung der Ameisen macht es für die Einwohner schwierig, ihre täglichen Routinen beizubehalten und den gewohnten Komfort ihres Zuhauses zu genießen.

    Keine einfache Lösung in Sicht

    Laut Olivier Blight, einem Myrmekologen und Forscher am Institut Méditerranéen de Biodiversité et d’Écologie, ist die Bekämpfung dieser Ameisenart fast unmöglich, sobald sie sich etabliert hat. „Es ist praktisch unmöglich, sie loszuwerden“, sagt er. Die lokalen Behörden haben bereits angekündigt, Maßnahmen zu ergreifen und hoffen, die Ausbreitung der Ameisenkolonien eindämmen zu können.

    Ein Aufruf zur Vorsicht

    Dieser Vorfall in Albi wirft ein Schlaglicht auf die Probleme, die invasive Arten verursachen können, und betont die Notwendigkeit effektiverer Kontroll- und Präventionsstrategien. Für die Bewohner der Plaine des Fourches bleibt zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen erfolgreich sein werden und sie bald wieder ihre Häuser und Gärten ohne die ständige Bedrohung durch die Ameisen genießen können. Die Situation in Albi dient als Mahnung, wie wichtig es ist, auf invasive Arten zu achten und schnell zu handeln, um ihre Ausbreitung zu verhindern.

  • Südfrankreich: 800 Meter langes Ameisennest an Strand an der Mittelmeerküste entdeckt

    Südfrankreich: 800 Meter langes Ameisennest an Strand an der Mittelmeerküste entdeckt

    Eine invasive Ameisenart die Dünen am Strand von Carnon im Departement Hérault besiedelt. Ihre Ausbreitung wird von Wissenschaftlern genauestens untersucht und überwacht, da diese Ameisen sehr negative Auswirkungen auf das Ökosystem haben.

    Invasiv, aber an sonnigen Tagen fast unsichtbar. Für Urlauber sind die Ameisen, die sich in den Dünen am Strand in Le Petit Travers in der Gemeinde Mauguio-Carnon eingenistet haben kaum auffällig.

    Direkt hinter den Touristen, unter dem Sand, leben jedoch viele Millionen dieser Insekten. Die kleinen Ameisen aus der Familie der „Tapinoma“ sind weniger als 5 mm groß. Sie sind nicht giftig, haben sich aber in den letzten Jahren so schnell vermehrt, dass sie inzwischen Hunderte von Metern der Küste besiedelt haben. Wissenschaftler sprechen in solchen Fällen von „Superkolonien“.

    Es wird geschätzt, dass sich mindestens einige hundert Millionen Ameisen in dem gesamten Nest befinden, das sich über eine Länge von etwa 800 Metern erstreckt.

    Die aus Nordafrika stammenden Ameisen wurden inzwischen auch in Lyon, Bordeaux und Straßburg gesichtet. Die globale Erwärmung scheint ihre Ausbreitung auf Kosten anderer Arten zu begünstigen.

    Die winzigen Ameisen vermehren sich dermaßen stark, dass sie alle anderen Ameisenarten verdrängen, mit denen sie in Konkurrenz stehen können. Sie können darüber hinaus negative Auswirkungen auf andere Insektenarten haben, die sie anzugreifen versuchen, um sie zu verzehren. Durch Dominoeffekte kann es auch Auswirkungen auf bestimmte Pflanzenarrten geben, befürchten Wissenschaftler.

    Aber woher genau kommen diese Ameisen? Analysen werden derzeit durchgeführt, um das genetische Profil der Insekten zu bestimmen und eine möglichst gezielte Behandlung gegen die Insekten zu entwickeln.

  • Auf unserer Welt leben mindestens 20 Millionen Milliarden Ameisen

    Auf unserer Welt leben mindestens 20 Millionen Milliarden Ameisen

    Einer aktuellen Studie ist es gelungen, eine Schätzung der aktuellen Anzahl von Ameisen auf der Erde zu liefern. Mindestens 20 Millionen Milliarden dieser Insekten sollen den Planeten bevölkern.

    Mindestens 20 Millionen Milliarden Ameisen sollen auf der Erde leben, so eine neue Studie. Wahrscheinlich ist diese Schätzung der weltweiten Population der Ameisen noch viel zu niedrig. Klar ist allerdings, dass sie für das Ökosystem von entscheidender Bedeutung sind.

    Die Bestimmung der Anzahl der Ameisen auf der Erde ist wichtig, um die Folgen von Veränderungen ihres Lebensraums – einschließlich des Klimawandels – abschätzen zu können. Ameisen spielen überall dort, wo sie vorkommen, eine bedeutende Rolle, da sie als Verbreitungsmedium für Pflanzensamen, als Wirt für bestimmte Organismen und als Räuber oder Beute für andere Tiere dienen.

    Frühere Studien hatten bereits versucht, die Zahl der Ameisen anhand einer Schätzung der gesamten Insektenpopulation zu ermitteln, und waren dabei auf eine weitaus geringere Zahl von Ameisen gekommen. Für diesen neuen Versuch, der am Montag in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht wurde, analysierten die Forscher die Ergebnisse von 465 Studien, in denen jeweils die Anzahl der Ameisen lokal vor Ort gemessen wurde.

    Mehr als 15.700 Ameisenarten oder Unterarten.
    Diese Hunderte von Studien verwendeten zwei standardisierte Techniken: das Aufstellen von Fallen, in denen die vorbeiziehenden Individuen für eine bestimmte Zeit gefangen wurden, oder die Analyse der Anzahl der Ameisen, die sich in oder auf einem bestimmten Stück Boden befanden. Die gesamte Biomasse der Ameisen auf der Erde (gemessen in Trockensubstanz) wird auf 12 Millionen Tonnen geschätzt. Das ist mehr als die Biomasse aller wild lebenden Vögel und Säugetiere zusammen und entspricht 20% der Biomasse des Menschen.

    Zwar wurden auf allen Kontinenten bereits Aufzeichnungen gemacht, in einigen großen Regionen gab es bisher aber nur sehr wenige oder gar keine Daten, insbesondere in Zentralafrika und Zentralasien. Daher „ist die wahre Menge der Ameisen wahrscheinlich erheblich höher“, schränkt die Studie die Korrektheit ihres Ergebnisses ein. „Es ist von größter Wichtigkeit, dass diese Lücken geschlossen werden, um ein vollständiges Bild zu erhalten.“

    Laut der Studie gibt es mehr als 15.700 Ameisenarten oder -unterarten und wahrscheinlich noch einmal so viele, die noch nicht entdeckt wurden. Tatsächlich kommen sie überall auf der Erde vor. Aber fast zwei Drittel aller Ameisen kommen in nur zwei Arten von Ökosystemen vor: in tropischen Wäldern und Savannen, so das Ergebnis der Studie. Für die Zukunft planen die Forscher, die Umweltfaktoren zu untersuchen, die die Dichte der Ameisenpopulationen beeinflussen.