Schlagwort: Alzheimer

  • Schwer an Alzheimer erkrankt: Anwalt fordert Freilassung des Terroristen Carlos

    Schwer an Alzheimer erkrankt: Anwalt fordert Freilassung des Terroristen Carlos

    Der venezolanische Terrorist Ilich Ramírez Sánchez, besser bekannt unter seinem Kampfnamen „Carlos“ oder „der Schakal“, könnte nach mehr als drei Jahrzehnten Haft erneut Gegenstand einer juristischen Grundsatzdebatte werden. Sein Verteidiger hat beim zuständigen Pariser Strafvollstreckungsgericht die Freilassung seines Mandanten aus medizinischen Gründen beantragt. Zur Begründung verweist er auf eine fortgeschrittene Alzheimer-Erkrankung, die den heute 76-Jährigen nach seiner Darstellung nicht mehr in die Lage versetze, den Alltag im Gefängnis eigenständig zu bewältigen.

    Der Antrag wirft eine Frage auf, die weit über den Einzelfall hinausreicht: Wie weit reicht das Gebot der Menschenwürde im Strafvollzug – selbst gegenüber einem Mann, der als einer der berüchtigtsten Terroristen des 20. Jahrhunderts gilt und für zahlreiche Tote verantwortlich gemacht wird?

    Antrag auf Haftentlassung aus medizinischen Gründen

    Der Rechtsanwalt des inhaftierten Terroristen wandte sich mit einem Schreiben an die Präsidentin des Pariser Strafvollstreckungsgerichts, das für Terrorismusverfahren zuständig ist. Er fordert eine zeitnahe Anhörung, um über eine Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen zu entscheiden.

    Nach Darstellung der Verteidigung habe sich der körperliche und geistige Zustand des Gefangenen erheblich verschlechtert. Carlos leide an einer fortschreitenden Alzheimer-Erkrankung, verliere zunehmend die Orientierung und sei inzwischen auf Hilfe im Alltag angewiesen. Unter diesen Umständen könne der französische Staat seinem Mandanten ein menschenwürdiges Lebensende außerhalb des Gefängnisses ermöglichen, ohne die rechtsstaatlichen Grundsätze infrage zu stellen.

    Die französische Gesetzgebung erlaubt grundsätzlich eine Haftunterbrechung oder Entlassung aus medizinischen Gründen, wenn ein Gefangener schwer erkrankt ist und eine angemessene Behandlung oder Betreuung im Strafvollzug nicht mehr gewährleistet werden kann. Allerdings gelten bei Terrorismusdelikten besonders strenge Maßstäbe. Das Gericht muss sowohl medizinische Gutachten als auch Sicherheitsaspekte berücksichtigen.

    Mehr als drei Jahrzehnte Haft

    Carlos befindet sich seit seiner Festnahme im August 1994 ununterbrochen in französischer Haft. Der heute 76-Jährige verbüßt mehrere lebenslange Freiheitsstrafen, die auf verschiedene Terroranschläge und Morde zurückgehen.

    Verurteilt wurde er unter anderem wegen der Ermordung dreier Personen in Paris im Jahr 1975 sowie wegen mehrerer Bombenanschläge in Frankreich, bei denen zahlreiche Menschen ums Leben kamen oder schwer verletzt wurden. Hinzu kommt seine Verurteilung wegen des Granatenanschlags auf das Pariser Kaufhaus Drugstore Publicis im September 1974. Bei diesem Attentat starben zwei Menschen, 34 weitere wurden verletzt.

    Die französische Justiz bestätigte seine lebenslange Freiheitsstrafe letztinstanzlich im Jahr 2021. Während des Prozesses zeigte Carlos keinerlei Reue. Vielmehr bezeichnete er sich weiterhin als revolutionären Kämpfer und bekannte sich öffentlich zu zahlreichen Gewalttaten.

    Der Terrorist, der Europa in Angst versetzte

    Ilich Ramírez Sánchez gehörte in den 1970er- und 1980er-Jahren zu den international meistgesuchten Terroristen. Geboren 1949 in Venezuela, schloss er sich früh radikalen palästinensischen Organisationen an und arbeitete zunächst für die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Später agierte er zunehmend eigenständig und baute ein internationales Netzwerk auf, das Kontakte zu verschiedenen militanten Gruppen unterhielt.

    Seinen weltweiten Bekanntheitsgrad erreichte Carlos durch den Überfall auf die Opec-Konferenz in Wien im Dezember 1975. Gemeinsam mit seinem Kommando nahm er zahlreiche Erdölminister als Geiseln und zwang sie auf eine spektakuläre Flucht über mehrere Länder. Die Aktion machte ihn endgültig zu einer Symbolfigur des internationalen Terrorismus.

    In Frankreich wurde sein Name insbesondere mit einer Serie von Bombenanschlägen verbunden, die Anfang der 1980er-Jahre das Land erschütterten. Die Anschläge richteten sich gegen Bahnhöfe, öffentliche Einrichtungen und andere zivile Ziele. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Die Anschlagsserie trug wesentlich dazu bei, dass Frankreich seine Anti-Terror-Gesetzgebung verschärfte und den Ausbau spezialisierter Ermittlungs- und Sicherheitsbehörden vorantrieb.

    Nach jahrelanger Flucht gelang französischen Sicherheitskräften 1994 die Festnahme des Terroristen im Sudan. Er wurde nach Frankreich gebracht und befindet sich seitdem in verschiedenen Hochsicherheitsgefängnissen.

    Der Gesundheitszustand im Mittelpunkt

    Im Mittelpunkt des aktuellen Verfahrens steht nicht die Schuldfrage, sondern ausschließlich der medizinische Zustand des Gefangenen. Das zuständige Gericht wird prüfen müssen, ob tatsächlich eine schwere Demenzerkrankung vorliegt und ob die gesundheitliche Situation eine weitere Inhaftierung noch zulässt.

    Hierfür dürften unabhängige Sachverständige den Gesundheitszustand beurteilen. Gleichzeitig werden die Strafvollzugsbehörden darlegen müssen, ob eine angemessene medizinische Versorgung innerhalb des Gefängnisses weiterhin gewährleistet werden kann. Auch die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft dürfte im Verfahren Stellung beziehen.

    Aus juristischer Sicht reicht allein ein hohes Alter nicht aus, um eine Haftentlassung zu rechtfertigen. Entscheidend ist vielmehr, ob die Erkrankung ein Ausmaß erreicht hat, das eine Fortsetzung der Haft mit den gesetzlichen Vorgaben und den menschenrechtlichen Verpflichtungen Frankreichs unvereinbar erscheinen lässt.

    Zwischen Vergeltung und Menschenwürde

    Der Antrag berührt einen der schwierigsten Bereiche des modernen Strafrechts. Einerseits stehen die außergewöhnliche Schwere der begangenen Straftaten sowie das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen im Mittelpunkt. Andererseits verpflichtet der Rechtsstaat seine Behörden dazu, die Menschenwürde jedes Gefangenen zu achten – unabhängig von dessen Vergangenheit.

    Diese Grundsätze ergeben sich sowohl aus dem französischen Recht als auch aus der Europäischen Menschenrechtskonvention. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat wiederholt betont, dass selbst schwerste Straftäter Anspruch auf eine menschenwürdige Behandlung und angemessene medizinische Versorgung besitzen.

    Eine mögliche Haftentlassung würde daher weder die rechtskräftigen Urteile noch die historische Verantwortung des Terroristen relativieren. Ebenso wenig käme sie einer nachträglichen Begnadigung gleich. Vielmehr müsste das Gericht ausschließlich beurteilen, ob der Gesundheitszustand des Gefangenen eine weitere Inhaftierung rechtlich noch zulässt.

    Die Entscheidung dürfte deshalb weit über den Fall Carlos hinaus Beachtung finden. Sie wird erneut zeigen, wie ein demokratischer Rechtsstaat das Spannungsverhältnis zwischen berechtigtem Strafanspruch, öffentlicher Sicherheit und dem Schutz der Menschenwürde selbst gegenüber einem der berüchtigtsten Terroristen der Nachkriegsgeschichte austariert.

    P. Tiko

  • Tod im Altersheim von Roubaix – ein Verbrechen, das unbequeme Fragen stellt

    Tod im Altersheim von Roubaix – ein Verbrechen, das unbequeme Fragen stellt

    Es war eine jener Nachrichten, die zunächst unscheinbar wirken und sich dann, Satz für Satz, als Abgrund entpuppen. Eine 75-jährige Frau stirbt Ende November in einem Pflegeheim im nordfranzösischen Roubaix. Nicht an Altersschwäche, nicht an einer Krankheit. Sondern an den Folgen einer Gewalttat – mutmaßlich verübt von einem Mitbewohner. Ein Ort, der Schutz versprechen soll, wird zur Bühne eines Dramas, das weit über die Mauern dieses Altersheims hinausweist. In der Nacht vom 19. auf den 20. November eskaliert im Pflegeheim Les Jardins du Vélodrome eine Situation, deren genaue Abläufe nun Gegenstand einer richterlichen Untersuchung sind. Eine Frau wird schwer verletzt aufgefunden, in kritischem Zustand in das Universitätsklinikum Lille eingeliefert. Eine Woche kämpfen Ärzte um ihr Leben. Am 27. November stirbt sie. Zurück bleibt Fassungslosigkeit – bei Mitbewohnern, beim Pflegepersonal, bei den Angehörigen. Die Staatsanwaltschaft von Lille reagiert Anfang Dezember und eröffnet ein Ermi…

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  • Brutale Überfälle: Wenn das eigene Zuhause zur Falle wird

    Brutale Überfälle: Wenn das eigene Zuhause zur Falle wird

    Ein gewaltsamer Überfall erschüttert Marseille – nicht wegen seiner Brutalität allein, sondern wegen der Zielscheibe: ein hochbetagtes Ehepaar, beide über 90 Jahre alt, ehemals als Juweliere tätig, wird im eigenen Zuhause Opfer eines perfiden Home-Jackings. Die Tat wirft nicht nur ein Schlaglicht auf eine zunehmend brutale Form der Kriminalität, sondern auch auf die gesellschaftliche Frage, wie wir mit den Schwächsten in unserer Mitte umgehen. Es ist Freitag, der 24. Oktober, als zwei Männer an der Tür eines gepflegten Apartments in der Avenue du Prado klingeln. Sie geben sich als Mitglieder eines jüdischen Hilfsdienstes aus, angeblich spezialisiert auf die Unterstützung älterer Menschen. Der 94-jährige Mann öffnet arglos – und wird im nächsten Moment brutal überrumpelt. Zu Boden gedrückt, an den Haaren durch die Wohnung gezerrt. Seine Frau, bettlägerig und an Alzheimer erkrankt, wird physisch nicht angegriffen – doch das macht die Szene nicht weniger verstörend. Was folgt, ist ein gez…

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  • Tragödie in Sinceny: Wenn Liebe an Alzheimer zerbricht

    Tragödie in Sinceny: Wenn Liebe an Alzheimer zerbricht

    Ein stilles Haus, eine geschlossene Tür, ein verdächtiges Schweigen. Am Abend des 8. Oktober fand die Polizei im nordfranzösischen Sinceny (Département Aisne) ein älteres Ehepaar tot auf – sie im Wohnzimmer, er im Garten.Was ein friedlicher Lebensabend hätte sein sollen, endete in einem doppelten Drama: Feminzid und anschließender Suizid. Der letzte Abend Nachbarn hatten Alarm geschlagen, weil sie das Paar seit Tagen nicht mehr gesehen hatten. Als die Rettungskräfte eintrafen, lag die 75-jährige Frau reglos auf dem Boden, eine Stichverletzung im Brustbereich. Reanimationsversuche blieben erfolglos.Kurz darauf fanden Gendarmen den Ehemann, 69 Jahre alt, im Garten – tot, offenbar durch eine Schusswaffe.In der Wohnung lag ein Brief. Darin erklärte der Mann seinen Entschluss: Er habe den Tod seiner Frau als „Akt der Erlösung“ gesehen. Sie litt an einer fortgeschrittenen Form von Alzheimer, die Pflege überstieg längst seine Kräfte. Die Ermittler gehen von einem klaren Ablauf aus: Tötung der…

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  • Covid-19 erhöht bei über 65-Jährigen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken

    Covid-19 erhöht bei über 65-Jährigen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken

    Amerikanische Forscher berichten, dass Menschen über 65, die sich mit Covid-19 infiziert hatten, innerhalb eines Jahres nach der Diagnose mit größerer Wahrscheinlichkeit an Alzheimer erkranken können. In einer im Journal of Alzheimer’s Disease veröffentlichten Studie berichten amerikanische Forscher, dass Menschen über 65, die sich mit Covid-19 angesteckt hatten, innerhalb eines Jahres nach der Diagnose mit höherer Wahrscheinlichkeit an Alzheimer erkrankten, als andere. Das höchste Risiko wurde bei Frauen im Alter von über 85 Jahren festgestellt. Die Alzheimer-Stiftung erklärte kürzlich: „Covid-19 kann bei gesunden Menschen akute neurologische Störungen hervorrufen und längerfristig an der Entwicklung von neurodegenerativen Erkrankungen beteiligt sein“. Eine Annahme, die von Forschern der Case Western Reserve University in Cleveland bestätigt wurde. Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler die Gesundheitsakten von über 6 Millionen Menschen, die nicht an Alzheimer erkrankt waren…

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  • Covid-19: Irreparable Auswirkungen auf das Gehirn  – möglicher Zusammenhang mit Alzheimer?

    Covid-19: Irreparable Auswirkungen auf das Gehirn – möglicher Zusammenhang mit Alzheimer?

    In jüngster Zeit wurden mehrere Studien durchgeführt, um herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Covid-19 und der Alzheimer-Krankheit gibt. Eine bereits vor der Pandemie entwickelte Hypothese ging schon davon aus, dass eine Infektion zur Neurodegeneration führen kann.

    Trägt die Ansteckung mit Covid-19 zum Risiko bei, an Alzheimer zu erkranken? Mehrere Wissenschaftler versuchen derzeit zu verstehen, warum einige Patienten nach der Erkrankung mit einer schweren Form von Covid-19 anhaltende Symptome aufweisen. Obwohl die Studienergebnisse bislang noch dürftig sind, könnten einige Erkenntnisse einen Zusammenhang zwischen den Anzeichen von Hirnschäden, die sich bei älteren Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt hatten, entwickelt haben, und Alzheimer aufweisen.

    Menschen mit Long-Covid berichteten laut National Geographic, dass sie unter bestimmten kognitiven Einschränkungen litten, die denen der neurodegenerativen Krankheit Alzheimer sehr ähnlich waren. Eine weithin akzeptierte Hypothese besagt, dass Alzheimer „abnormalen hohe Konzentrationen von zwei Proteinen: Beta-Amyloid (…) und Tau“ voraussetzt, berichtet National Geographic. Eine andere Hypothese, die derzeit an Boden gewinnt, geht jedoch davon aus, dass eine Virus-, Bakterien- oder sogar Pilzinfektion eine Reihe von Ereignissen auslösen könnte, die zu einer Neurodegeneration führen.

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    Einige Studien untersuchen, wie ein Virus – SARS-CoV-2 oder ein anderes – eine „molekulare Kaskade auslösen und zu Demenz führen kann“, so National Geographic.
    In einer im Juni 2021 veröffentlichten Autopsiestudie wurden Gehirnproben von acht Patienten, die an einer schweren Form von Covid-19 verstarben, entnommen. Die Ergebnisse zeigten zwar keine Anzeichen eines Virus im Gehirn, fanden aber Mikroglia, Zellen, die als Teil des Immunsystems des Gehirns agieren, mit pathologischen Veränderungen, die denen ähnelten, die bei Alzheimerpatienten beobachtet wurden.

    Eine weitere Studie, die diesen Monat veröffentlicht wurde, ergab, dass Patienten, die wegen einer schweren Form von Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden und kognitive Symptome zeigten, aber keine Demenz in ihrer familiären Vorgeschichte aufwiesen, erhöhte Proteinwerte im Blut hatten, was auf das Vorhandensein von Hirnschäden hindeutet. Solche Proteine werden üblicherweise im Blut gefunden, wenn Patienten neuronale Schäden durch Schlaganfälle oder Sauerstoffmangel erleiden, berichteten die Autoren der Studie.

    Vor kurzem führten Wissenschaftler des National Institutes of Health Autopsien an 44 Patienten durch, die sich mit Covid-19 infiziert hatten. Einige der Patienten starben an der Krankheit, während andere nach einer akuten Infektion noch bis zu sieben Monate lebten. Von den 11 Gehirnen, die sie untersuchten, enthielten 10 das SARS-CoV-2-Virus. Serena Spudich, Professorin für Neurologie an der Yale School of Medicine, sagte dazu: „Die Autopsiedaten waren sehr aufschlussreich, aber es gibt einige Warnungen bezüglich dieser Art von Daten, da es sich um Menschen handelt, die eine schwere Form von Covid-19 hatten und die gestorben sind. Wenn sie sich in den letzten Lebensphasen befinden, passieren alle möglichen schrecklichen Dinge mit dem Körper und dem Gehirn“.

    Störungen auch bei Kindern festgestellt
    Im Oktober 2020 veröffentlichte die Spezialistin für neurokritische Pflege Jennifer Frontera und ihr Team von der NYU Langone Grossman School of Medicine eine Studie, die von National Geographic beschrieben wurde und zeigte, dass 13,5% der Patienten, die nach einer Infektion mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, neue neurologische Störungen entwickelten: Enzephalopathie, epileptische Anfälle oder Schlaganfälle.

    Wissenschaftlern zufolge wird es noch Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, bis man mit Sicherheit sagen kann, ob die Ansteckung mit Covid-19 zum Risiko, die Alzheimer-Krankheit zu bekommen, beiträgt. Denn trotz ähnlicher Symptome bei Long-Covid und der Alzheimer-Krankheit unterscheiden sie sich erheblich: Alzheimer entwickelt sich allmählich im Laufe der Zeit, während sich der durch Covid-19 verursachte „Gehirnnebel“ schnell einstellt. Im Allgemeinen ist die Alzheimer-Krankheit eine Krankheit der über 65-Jährigen, während kognitive Störungen nach Covid-19 sogar bei Kindern auftreten können, erklärt Ziyad Al-Aly, Leiter des Zentrums für klinische Epidemiologie am Veterans Affairs St. Louis Health Care System in Missouri. „Aber es ist möglich, dass ein besseres Verständnis dieser Art von Hirnschädigung die Tür für die Entwicklung neuer wirksamer Behandlungen gegen Demenz öffnen könnte“, hoffen die Wissenschaftler.

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  • Alzheimer: Gibt es bald ein Impfstoff und eine Behandlung zur Bekämpfung der Krankheit?

    Alzheimer: Gibt es bald ein Impfstoff und eine Behandlung zur Bekämpfung der Krankheit?

    In einer Studie, die in der Zeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht wurde, haben britische und deutsche Forscher eine vielversprechende Behandlung für die Alzheimer-Krankheit vorgestellt. Aber auch einen potenziellen Impfstoff zur Vorbeugung der Erkrankung. Die Alzheimer-Krankheit ist gekennzeichnet durch einen Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, aber auch durch eine Degeneration der exekutiven Funktionen und der Orientierung in Zeit und Raum. Sie ist das Ergebnis einer langsamen Degeneration der Neuronen. Einer der Auslöser der Krankheit ist das Beta-Amyloid-Protein, das natürlicherweise im Gehirn vorkommt. Dieses Protein sammelt sich im Laufe der Jahre unter dem Einfluss verschiedener genetischer und umweltbedingter Faktoren an. Es bildet schließlich Amyloidablagerungen, die auch als „senile Plaques“ bezeichnet werden. Diese Anhäufung induziert eine Toxizität für die Nervenzellen. In einer in der Zeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlichten Studie haben britische und deut…

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  • Covid-19: An Alzheimer erkrankte 73-jährige Frau wird wegen einer falsch datierten Ausgangsbescheinigung bestraft

    Covid-19: An Alzheimer erkrankte 73-jährige Frau wird wegen einer falsch datierten Ausgangsbescheinigung bestraft

    Am Freitag, 4. Dezember, wurde in Vesoul, Haute-Saône, eine 73-jährige Frau mit Alzheimer-Krankheit wegen einer fehlerhaften Ausgangsbescheinigung verurteilt. Sie war im vergangenen April wegen einer falsch datierten Bescheinigung mit einer Geldstrafe belegt worden.

    Am Freitag, dem 4. Dezember, wurde eine 73-jährige Frau, die an Alzheimer erkrankt ist, vom Polizeigericht von Vesoul in der Haute-Saône verurteilt, berichtet France Bleu. Am 28. April, während des ersten Lockdowns, war die alte Dame in einem Geschäft in Luxeuil, 800 Meter von ihrer Wohnung entfernt, einkaufen gegangen. Sie war daraufhin von der städtischen Polizei überprüft worden und hatte eine Ausgangsbescheinigung mit einem falschen Datum vorgelegt. Die Polizei hatte ihr daraufhin eine Geldstrafe auferlegt.

    Ihre Tochter wandte sich dann fassungslos an das Rathaus von Luxeuil und erklärte, dass ihre Mutter seit fünf Jahren krank sei. Der Bürgermeister der Stadt forderte die städtische Polizei sogar auf, die Geldstrafe für die alte Dame zurück zu nehmen. Letztere zahlte am Ende jedoch 166 Euro, den Preis für die erhöhte Strafe bei verspäteter Zahlung.

    Bei der Anhörung am Freitag, dem 4. Dezember, kam es zu unglaublicherweise zu keinem Freispruch, und die Siebzigjährige wurde verurteilt. Selbst der Staatsanwalt hatte ein Gnadengesuch an das Gericht gerichtet.