Schlagwort: Allerheiligen

  • La Toussaint in Frankreich – Wenn Blumen der Erinnerung blühen

    La Toussaint in Frankreich – Wenn Blumen der Erinnerung blühen

    Am 1. November steht Frankreich still. Offiziell wegen „La Toussaint“, dem katholischen Hochfest Allerheiligen. Doch was in den Kalendern als religiöser Feiertag notiert ist, ist in Wahrheit ein zutiefst familiäres Ritual – eine stille Rückbesinnung auf jene, die gegangen sind.

    Auf den Friedhöfen leuchten dann die Farben. Chrysanthemen, wohin das Auge blickt. Tausende Franzosen strömen zu den Gräbern ihrer Verstorbenen, mit Blumen, Kerzen und Erinnerungen im Gepäck. Es ist ein Tag der stillen Gespräche mit jenen, die man nie ganz gehen lässt. Und genau hier, an der Schnittstelle zwischen Tradition und Alltag, zeigt sich ein feiner, aber bedeutender Unterschied zu Deutschland und Österreich.

    Was bedeutet „La Toussaint“ wirklich?

    Wörtlich übersetzt heißt „La Toussaint“: Allerheiligen. Es ist das katholische Hochfest, das – wie auch in Deutschland – all jener Heiligen gedenkt, die keinen eigenen Namenstag haben. Doch in Frankreich ist dieser Feiertag mehr als liturgische Routine. Er ist emotional aufgeladen.

    Denn in der Praxis ist „La Toussaint“ auch ein Tag der Toten. Ja, offiziell folgt erst am 2. November „Allerseelen“ – der Tag, an dem die katholische Kirche der verstorbenen Gläubigen gedenkt. Doch in Frankreich ist das Gedenken längst auf den 1. vorverlegt worden. Warum? Weil dieser Tag arbeitsfrei ist. Und weil Erinnerung sich nicht an Dogmen hält.

    Ein Land geht auf den Friedhof

    Schon am Vormittag füllen sich die Parkplätze rund um die Friedhöfe. Familien – drei Generationen oft – stehen gemeinsam am Grab, wechseln verblasste Gestecke gegen frische Blumen aus, zünden Kerzen an, erinnern sich. Es ist ein Ritual, das weder laut noch schwermütig ist. Eher wie ein vertrauter Besuch bei alten Freunden.

    Blumenläden und Gärtnereien erleben in diesen Tagen Hochbetrieb. Besonders gefragt: Chrysanthemen. Die Blume hat sich zur stillen Botschafterin dieses Feiertags entwickelt – robust, farbenprächtig und mit starker Symbolkraft. Sie steht für Unvergänglichkeit und wird in Frankreich fast ausschließlich zum Totengedenken genutzt. Wer sie im Oktober im Garten pflanzt, braucht also ein gutes Gespür für kulturelle Codes.

    Und was ist mit Allerseelen?

    Am 2. November, dem eigentlichen „Jour des Morts“, bleibt Frankreich im Alltagsbetrieb. Kein Feiertag, keine schulfreie Zeit, keine überfüllten Friedhöfe. Theologisch ist dieser Tag zwar bedeutend – aber im kollektiven Bewusstsein findet das Gedenken oft schon am Tag zuvor statt. Eine gewisse Pragmatik, könnte man sagen. Oder vielleicht auch: gelebter Alltag.

    In Deutschland und Österreich hingegen hat Allerseelen einen stärkeren Stellenwert. Gerade in katholisch geprägten Regionen wie Bayern oder Tirol werden an diesem Tag Messen gefeiert, Kerzenlichter brennen in Fensterrahmen und Friedhöfe füllen sich erneut. In Frankreich dagegen ist das Totengedenken am 1. November fest verankert – als emotionale Klammer aus Heiligenverehrung und Familiengedächtnis.

    Religiös? Familiär? Beides!

    Frankreich zeigt hier ein typisches kulturelles Muster: Die Trennung zwischen dem Spirituellen und dem Weltlichen verläuft nicht streng – sie verschmilzt. Laizismus hin oder her: Wenn es um die Erinnerung an Verstorbene geht, steht nicht der dogmatische Rahmen im Vordergrund, sondern das persönliche Bedürfnis. Selbst Menschen, die sich sonst als konfessionslos verstehen, pilgern am 1. November zu Gräbern.

    In Großstädten wie Paris mag das Ritual leiser daherkommen – doch selbst dort sind die Blumenstände rund um Friedhöfe in dieser Zeit kaum zu übersehen. Auf dem Land hingegen, in Regionen wie der Auvergne, der Provence oder der Bretagne, ist der 1. November fast so etwas wie ein familiäres Pflichtprogramm.

    Ein kultureller Spiegel

    Was dieser Feiertag über Frankreich verrät? Dass Erinnerung dort nicht ins Private verbannt wird, sondern ihren festen Platz im öffentlichen Raum hat. Dass der Tod nicht nur in Liturgie, sondern auch in sozialen Ritualen weiterlebt. Und dass der 1. November – obwohl „nur“ ein Tag im Kalender – ein Fenster öffnet, durch das Vergangenheit und Gegenwart einander still zunicken.

    Vielleicht ist das auch eine Antwort auf die Frage, warum dieser Tag in Frankreich eine so starke gesellschaftliche Präsenz hat. Es geht nicht nur um Religion. Es geht um Zugehörigkeit, um Familiengeschichte, um das, was bleibt.

    Fazit

    Allerheiligen ist in Frankreich kein Tag für fromme Predigten, sondern ein lebendiges Zeichen für kollektives Erinnern. Während Allerseelen in Deutschland und Österreich als zusätzlicher Gedenktag bewusst zelebriert wird, verschmilzt in Frankreich das Heiligen- und Totengedenken am 1. November zu einem einzigen, kraftvollen Ritual.

    Ein Ritual, das nicht laut sein muss, um Wirkung zu zeigen.

    Autor: C.H.

  • Zwischen Grusel und Gedenken: Wie Frankreich Halloween feiert

    Zwischen Grusel und Gedenken: Wie Frankreich Halloween feiert

    Kürbisse leuchten, Kinder geistern durch die Straßen, und in Bars glitzern Spinnweben aus Plastik. Halloween – das ursprünglich keltische Fest mit nordamerikanischem Turboantrieb – hat auch Frankreich längst erreicht. Und doch bleibt es hier ein Fest mit eigenen Regeln, eigenem Rhythmus, eigenem Cha…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • 1. November: Ereignisse und Wendepunkte in der Geschichte

    1. November: Ereignisse und Wendepunkte in der Geschichte

    Der 1. November ist ein Datum, das in der Weltgeschichte nicht nur mit der Feier des Allerheiligen, sondern auch mit bedeutenden Ereignissen und dramatischen Wendepunkten verbunden ist. Ob im Bereich der Religion, der Kultur, der Wissenschaft oder der politischen Entwicklung – dieser Tag hat viele Geschichten zu erzählen. Besonders in Frankreich, aber auch weltweit, fand der 1. November immer wieder Beachtung und markierte das Ende oder den Beginn wichtiger Veränderungen. Werfen wir einen Blick auf die Ereignisse, die diesen Tag prägten.


    Allerheiligen – Ein Tag des Gedenkens und Feierns

    Bevor wir in spezifische historische Ereignisse eintauchen, lohnt es sich, die Bedeutung des Allerheiligen-Tages hervorzuheben. Seit dem 7. Jahrhundert feiern Christen in Europa am 1. November Allerheiligen, einen Tag, an dem der Heiligen und Märtyrer gedacht wird. Für die katholische Kirche ist dieser Tag von tiefer Bedeutung und wird vielerorts mit Prozessionen und Gedenkfeiern begangen. In den katholischen Gegenden Frankreichs ist Allerheiligen ein Feiertag – auch wenn die Traditionen und Bräuche heute eher mit einer ruhigen Besinnlichkeit und weniger mit pompösen Feierlichkeiten verbunden sind.

    Mit dem Allerheiligen verbindet sich auch die „Nacht der Geister“, Halloween, die am Vorabend, dem 31. Oktober, ihren Ursprung hat. Obwohl Halloween ursprünglich auf die britischen Inseln zurückgeht, wurde es weltweit, besonders in den USA, zu einer großen Feier und kam von dort aus zurück nach Europa. So beginnt der 1. November in vielen Teilen der Welt mit den Nachklängen von Kürbislichtern und Maskenfesten.


    1755 – Das Erdbeben von Lissabon: Die religiöse und philosophische Erschütterung Europas

    Am 1. November 1755 erschütterte ein schweres Erdbeben die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Es war einer der verheerendsten Naturkatastrophen des 18. Jahrhunderts und ein Ereignis, das in ganz Europa nachhaltige Schockwellen auslöste. Gegen neun Uhr morgens begann die Erde zu beben, und innerhalb von Minuten wurden große Teile der Stadt zerstört. Die Katastrophe traf die Stadt an einem kirchlichen Feiertag – zahlreiche Gläubige hatten sich zu Allerheiligen in Kirchen versammelt, die beim Einsturz Tausende begruben. Eine nachfolgende Flutwelle und ein Großbrand töteten zehntausende Menschen und zerstörten fast die gesamte Stadt.

    Das Lissabonner Erdbeben hatte eine immense philosophische Wirkung auf das damalige Europa. Gelehrte wie Voltaire hinterfragten die Gerechtigkeit und Güte Gottes angesichts eines so sinnlosen Leidens. In seinem Werk „Candide“ verarbeitete Voltaire das Erdbeben und übte Kritik an der damaligen Vorstellung, dass die Welt „die beste aller möglichen Welten“ sei. Das Erdbeben von 1755 machte klar, dass der Mensch gegenüber der Natur nur wenig Kontrolle hat und dass die Vorstellungen einer „geordneten und gerechten Welt“ möglicherweise einer Illusion gleichkommen.


    1911 – Die Gründung der ersten republikanischen Regierung in China

    Ebenfalls am 1. November, allerdings über 150 Jahre später, fiel ein entscheidender Tag in der Geschichte Chinas: Der 1. November 1911 markiert den Sieg der revolutionären Kräfte, die zum Ende der über zweitausend Jahre währenden chinesischen Monarchie führten. Nach Jahrhunderten der Kaiserherrschaft gelang es den Republikanern, unter Führung von Sun Yat-sen, die letzte chinesische Dynastie, die Qing-Dynastie, abzusetzen.

    Die Gründung der Republik China am 1. November 1911 stellte den Beginn einer neuen Ära für das Land dar. Sun Yat-sens Vision einer modernen und demokratischen Republik stieß auf viel Unterstützung, aber auch auf Widerstände. Obwohl die junge Republik in den Folgejahren von Bürgerkriegen und politischen Spannungen erschüttert wurde, blieb dieser Tag ein Symbol für den Wandel und den Kampf für Freiheit und nationale Souveränität in China.


    1954 – Algerien: Der Beginn des Unabhängigkeitskrieges gegen Frankreich

    Am 1. November 1954 begann in Algerien der Unabhängigkeitskrieg gegen die französische Kolonialmacht, der schließlich zur Unabhängigkeit Algeriens führte und das Ende des französischen Kolonialreichs in Nordafrika einläutete. Die Nationalen Befreiungsfront (FLN) startete mit gezielten Angriffen gegen die französischen Kolonialtruppen und setzte damit ein Zeichen, das auf ein Jahrzehnt von Kampf und Konflikt hindeutete.

    In Frankreich wurde der Ausbruch des Algerienkriegs zunächst unterschätzt. Doch bald wurde klar, dass die FLN entschlossen war, für die Unabhängigkeit Algeriens zu kämpfen. Der Krieg prägte nicht nur die Beziehung zwischen Frankreich und Algerien nachhaltig, sondern auch die französische Innenpolitik und Gesellschaft. Die Algerienkrise führte zu einer erheblichen politischen Krise in Frankreich und trug letztlich zum Rücktritt der Vierten Republik bei – was den Weg für Charles de Gaulle und die Gründung der Fünften Republik ebnete.


    1993 – Die Europäische Union wird Realität: Der Vertrag von Maastricht tritt in Kraft

    Ein weiteres denkwürdiges Ereignis am 1. November war der Inkrafttreten des Vertrags von Maastricht im Jahr 1993, der die Europäische Union (EU) begründete. Der Vertrag hatte bereits 1992 unterzeichnet werden und legte das Fundament für eine tiefere wirtschaftliche und politische Integration der Mitgliedsstaaten. Der Vertrag von Maastricht schuf die Europäische Gemeinschaft und führte zur Einführung des Euro als gemeinsame Währung, was die Grundlage für die heutige EU bildete.

    Für die europäische Gemeinschaft war dies ein Meilenstein – ein Signal an die Welt, dass die europäischen Staaten nach Jahrhunderten der Konflikte eine engere Partnerschaft anstrebten, die durch gemeinsame wirtschaftliche und politische Werte gestützt wird. Der Vertrag stärkte die europäische Identität und trug dazu bei, Europa als eine geeinte politische Kraft auf der Weltbühne zu etablieren.


    2000 – Die erste dauerhafte Crew erreicht die Internationale Raumstation (ISS)

    Der 1. November ist auch ein besonderes Datum für die Raumfahrt: Im Jahr 2000, zu Beginn des neuen Jahrtausends, zog die erste Langzeitbesatzung auf die Internationale Raumstation (ISS) ein. Die Astronauten Bill Shepherd (USA), Juri Gidsenko und Sergei Krikaljow (Russland) starteten eine Mission, die bis heute andauert – die dauerhafte Besiedlung der ISS. Seit diesem Tag ist die ISS ununterbrochen bewohnt und wird für wissenschaftliche Experimente, internationale Zusammenarbeit und als Plattform für zukünftige Weltraummissionen genutzt.

    Dieser Moment war nicht nur für die Weltraumforschung bedeutend, sondern auch ein Symbol für den Willen der Menschheit, in Frieden und Zusammenarbeit die Grenzen der Erde zu überschreiten und das Unbekannte zu erkunden. Seit 2000 sind Teams unterschiedlichster Nationalitäten in der ISS im Einsatz und zeigen, dass das Weltall die Menschheit vereinen kann.


    Ein Tag der Veränderung

    Ob es um Erdbeben, Revolutionen, den Weg zur Einheit oder den Aufbruch ins Weltall geht – der 1. November markiert weltweit Wendepunkte. Die Katastrophe von Lissabon lehrte die Menschheit Demut, der Unabhängigkeitskrieg in Algerien ließ die kolonialen Strukturen bröckeln, und die Gründung der EU und der ISS-Stationen zeigten, wie viel Fortschritt durch Zusammenarbeit möglich ist. Heute erinnert der 1. November nicht nur an Heilige und Ahnen, sondern an die Vielseitigkeit menschlicher Geschichte. Was könnte der nächste 1. November bringen?

  • Allerheiligen – Gedenken, Tradition und stille Einkehr in Deutschland und Frankreich

    Allerheiligen – Gedenken, Tradition und stille Einkehr in Deutschland und Frankreich

    Am 1. November feiern Katholiken und viele andere Christen Allerheiligen, ein Fest, das eine lange Geschichte und eine tiefe Symbolik trägt. Doch was steckt genau hinter diesem Feiertag? Und wie wird er in Deutschland und Frankreich begangen? Werfen wir einen Blick auf die Eigenheiten, Rituale und Bedeutungen dieses besonderen Tages – und entdecken die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Nachbarländern.


    Ursprung und Bedeutung von Allerheiligen

    Allerheiligen ist ein Tag, an dem Christen weltweit der verstorbenen Heiligen gedenken. Die Ursprünge des Festes reichen bis ins 4. Jahrhundert zurück, als man begann, nicht nur einzelne, sondern alle Heiligen gemeinsam zu ehren. In der katholischen Kirche wird Allerheiligen offiziell als Hochfest gefeiert. Es ist der Tag, an dem die Gläubigen derjenigen gedenken, die nicht offiziell kanonisiert wurden, aber dennoch ein heiligmäßiges Leben geführt haben.

    Hier hat der Feiertag eine tief spirituelle Bedeutung, die besonders in der symbolischen Verbindung zur Natur – mit dem Herbst, den fallenden Blättern und der hereinbrechenden Kälte – deutlich wird. Allerheiligen erinnert an die Vergänglichkeit, an das Leben und das, was nach dem Tod kommt. Doch der Charakter des Festes ist nicht überall derselbe. Besonders zwischen Deutschland und Frankreich lassen sich interessante Unterschiede erkennen.


    Allerheiligen in Deutschland: Ein stiller Feiertag

    In Deutschland ist Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag in überwiegend katholischen Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland. Für viele bedeutet dieser Tag jedoch mehr als nur einen freien Tag: Er ist eine Gelegenheit, innezuhalten und die Verbundenheit zu verstorbenen Familienmitgliedern und Freunden zu spüren. Die Friedhöfe sind an Allerheiligen Orte der Einkehr und des Gedenkens, die Gräber werden mit Blumen, besonders mit Chrysanthemen, geschmückt, und Grablichter erhellen die düsteren Herbsttage.

    Es ist ein stiller Feiertag, an dem Veranstaltungen und laute Feiern vielerorts untersagt sind. In Bayern und einigen anderen Bundesländern gelten strenge Regelungen: keine Tanzveranstaltungen, keine Partys – die Besinnlichkeit soll gewahrt werden. Das mag zunächst streng klingen, doch für viele Menschen gehört diese Ruhe zum Respekt vor den Verstorbenen dazu.

    Wie spiegelt sich dies im Alltag wider? Für viele Deutsche ist Allerheiligen tatsächlich ein Familientag, an dem man gemeinsam zum Friedhof geht, an die verstorbenen Angehörigen denkt und vielleicht danach in stiller Runde zusammensitzt. Die Herbststimmung, das wechselhafte Wetter und die spürbare Ruhe verleihen dem Tag eine tiefgehende Atmosphäre, die fast meditativ ist.


    Allerheiligen in Frankreich: Lichter, Blumen und lebendige Tradition

    In Frankreich ist Allerheiligen, auf Französisch „La Toussaint“, ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag und wird auf eine ganz eigene Weise gefeiert. Die Franzosen legen Wert auf lebendige und farbenfrohe Traditionen, die das Gedenken positiv prägen. Ähnlich wie in Deutschland besuchen viele Franzosen die Friedhöfe, um die Gräber ihrer Angehörigen zu schmücken – doch in Frankreich steht insbesondere eine Blume im Mittelpunkt: die Chrysantheme. Diese Blume symbolisiert Vergänglichkeit und ist ein festes Element der französischen Grabdekoration zu Allerheiligen. Sie schmückt die Friedhöfe mit ihrer farbigen Vielfalt und wird in großen Mengen gekauft.

    Ein weiterer Unterschied liegt in der sozialen und familiären Bedeutung. Während der deutsche Allerheiligen-Tag meist sehr ruhig und fast privat begangen wird, sieht man in Frankreich oft größere Familiengruppen, die gemeinsam die Friedhöfe besuchen. Die Atmosphäre ist gelassener und nicht selten erfüllt von Gesprächen und gemeinsamen Erinnerungen an die Verstorbenen. Es gibt auch regional unterschiedliche Bräuche, doch die Besinnung auf die Verstorbenen bleibt zentral.

    Ein Detail, das viele vielleicht überraschen wird: In Frankreich findet oft auch das „Jour des Morts“, also der Tag der Toten, am 2. November statt. Dieser Tag ist kein offizieller Feiertag, wird aber in Verbindung mit Allerheiligen als weiterer Gedenktag wahrgenommen. Es ist eine Zeit, die sich sowohl durch Besinnlichkeit als auch durch das Zusammenkommen und den Austausch mit der Familie auszeichnet.


    Ein gemeinsamer Blick auf die Ahnen – zwei Kulturen, ein Gedanke

    Deutschland und Frankreich teilen zu Allerheiligen eine gemeinsame Symbolik, auch wenn der Ausdruck unterschiedlich ist. Der Tod ist kein einfaches Thema, doch beide Nationen haben Wege gefunden, um sich ihrer Ahnen zu erinnern und sich mit ihrer Vergangenheit zu verbinden.

    Allerheiligen erinnert uns in Deutschland, aber auch in Frankreich daran, dass das Leben vergänglich ist. Man könnte fast sagen: Diese Einkehr in die eigene Vergänglichkeit, dieses Innehalten, ist auch ein kulturelles Erbe, das gepflegt wird. Die friedvollen Friedhöfe und die hellen Lichter der Kerzen symbolisieren dabei mehr als Trauer – sie sind ein Zeichen der Liebe und Verbundenheit, das in beiden Ländern tief verwurzelt ist. Gerade in unserer hektischen Zeit ist es erstaunlich, wie diese Traditionen uns Jahr für Jahr zurück zum Wesentlichen führen.


    Moderne Entwicklungen und die Rolle des Konsums

    Interessanterweise ist in beiden Ländern eine ähnliche Entwicklung zu beobachten: Allerheiligen und die Tage rund um den 1. November haben zunehmend auch eine kommerzielle Seite erhalten. Vor allem in Frankreich hat sich Allerheiligen zu einem umsatzstarken Tag für Blumenhändler entwickelt, die im Vorfeld mit speziellen Angeboten und Aktionen Chrysanthemen in Hülle und Fülle verkaufen.

    Auch in Deutschland ist diese Entwicklung spürbar, wenn auch dezenter. Gedenklichter, Grabgestecke und Blumen werden vermehrt in Supermärkten und Gartencentern angeboten. Kritische Stimmen warnen jedoch davor, dass dieser Konsumgedanke den eigentlichen Kern des Feiertages verdrängen könnte – die stille Einkehr, das Nachdenken über die Verstorbenen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit.


    Allerheiligen im Wandel: Ein Blick in die Zukunft

    Wo wird Allerheiligen in einigen Jahren stehen? Werden Tradition und moderne Entwicklungen weiterhin Hand in Hand gehen können? In Deutschland und Frankreich ist der Feiertag noch fest verankert, doch der gesellschaftliche Wandel könnte auch hier Veränderungen mit sich bringen.

    Insbesondere in städtischen Gebieten scheint die Bindung an religiöse Feiertage und Friedhofsbesuche zu schwinden. Die Jugend verbindet Allerheiligen oft weniger mit Tradition und eher mit einem freien Tag. Vielleicht wird sich das Bedürfnis, sich der Vergänglichkeit bewusst zu werden, neue Formen suchen – Formen, die über das klassische Friedhofsbild hinausgehen.


    Allerheiligen – Ein Tag der Erinnerung

    Insgesamt bleibt Allerheiligen sowohl in Deutschland als auch in Frankreich ein Tag der Besinnung und Erinnerung. Die Tradition der Chrysanthemen in Frankreich und der Grablichter in Deutschland symbolisiert die Verbundenheit mit den Ahnen. Allerheiligen erinnert uns daran, dass in der Erinnerung an unsere Vorfahren, in der symbolischen „Kerze im Fenster“, auch ein Trost für uns selbst liegt.

    Vielleicht geht es letztlich darum, das Gedenken nicht als veraltete Tradition, sondern als lebendiges Ritual zu sehen, das uns – egal auf welcher Seite des Rheins – miteinander verbindet.

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Allerheiligen: Fast jeder dritte Franzose glaubt laut einer Umfrage an ein Leben nach dem Tod

    Allerheiligen: Fast jeder dritte Franzose glaubt laut einer Umfrage an ein Leben nach dem Tod

    Immer mehr Menschen, vor allem junge Leute, glauben, dass die menschliche Seele wiedergeboren wird.

    Die Rätsel um das Leben nach dem Tod sind noch lange nicht gelöst. Und jeder hat seine eigene Theorie über das „Danach“. An diesem Allerheiligentag hat das französische Meinungsforschungsinstitut Ifop eine Umfrage unter mehr als 1.000 in Frankreich lebenden Menschen durchgeführt, die einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung* darstellen.

    Laut dieser Studie glauben 31 % der Befragten an ein Leben nach dem Tod. Eine ähnliche Zahl wie im Jahr 2018, die jedoch in den letzten 50 Jahren leicht gesunken ist. Dagegen hat sich der Anteil der Befragten, die von Zweifeln beherrscht sind, im selben Zeitraum verdoppelt: Während sich 1970 16 % nicht entscheiden wollten, waren es 2023 33 %, die keine eindeutige Meinung zu dem Thema hatten. „Das wachsende Interesse an paranormalen und esoterischen Themen kann die Zunahme dieser Unsicherheit erklären“, meint das Institut.

    Übrigens sind junge Menschen am empfänglichsten für diese Fragen und glauben auch am häufigsten an ein mögliches anderes Leben. 41 % der unter 35-Jährigen glauben an ein Weiterleben nach dem Tod, gegenüber 27 % der 35-Jährigen und Älteren.

    Reinkarnation ist attraktiver als das ewige Leben
    Im Jahr 1948 waren fast 6 von 10 Franzosen Anhänger der Idee des ewigen Lebens. 75 Jahre später, „vor dem Hintergrund eines abnehmenden Einflusses der Religion im Alltag“, erklärt das Ifop-Institut, hat sich diese Zahl auf 27 % halbiert.

    Der Glaube an die Reinkarnation hat allerdings in den letzten 20 Jahren zugenommen und ist von 22 % im Jahr 2004 auf 32 % im Jahr 2023 gestiegen. Es ist übrigens der einzige Glaube, der einen Anstieg der Zustimmung unter den Franzosen verzeichnet. Dieser Anstieg wird von der jüngeren Generation getragen, da in der Altersgruppe unter 35 Jahren mehr als 4 von 10 Personen die Idee einer Reinkarnation befürworten.

    Die Vorstellungen von Himmel und Hölle sind in der öffentlichen Meinung mit rund 30 % stabil geblieben. Auch hier sind die jungen Menschen besonders stark vertreten, da fast die Hälfte der unter 35-Jährigen an Himmel und Hölle glauben.

    Was die Bestattung betrifft, so hat auch hier jeder seine eigenen Vorlieben. Die Einäscherung war in diesem Jahr beliebter als die Erdbestattung. Zum ersten Mal wünscht sich eine knappe Mehrheit der Franzosen eine Einäscherung.

    Zwei Drittel der vom Ifop befragten Franzosen sind dafür, die Asche in der Natur oder an einem für die verstorbene Person symbolischen Ort zu verstreuen. Außerdem möchten 44 % eine Beisetzung außerhalb eines Friedhofs vornehmen lassen, was allerdings gesetzlich verboten ist. Ein weiterer Wunsch, diesmal legal, aber nicht für jeden erschwinglich: 1 von 10 Franzosen (11 %) möchte, dass seine Asche auf eine lange Reise in den Weltraum geht.

    In Frankreich gelten strenge Regeln für die Beerdigung und die Einäscherung. Die Beisetzung muss auf einem Friedhof oder unter sehr speziellen Bedingungen auf einem Privatgrundstück erfolgen. Bei der Einäscherung ist es möglich, die Urne auf einem Friedhof zu beerdigen oder in einem dafür vorgesehenen Kolumbarium beizusetzen, sie auf einem Privatgrundstück zu beerdigen oder die Asche des Verstorbenen in der Natur zu verstreuen. Die Aufbewahrung der Urne in der eigenen Wohnung ist hingegen seit 2008 verboten.

    *Die Studie wurde von IFOP für Plaquedeces.fr vom 5. bis 6. September 2023 mittels eines Fragebogens unter einer Stichprobe von 1.013 Personen im Alter von 18 Jahren und mehr durchgeführt, die einen repräsentativen Querschnitt der französischen Bevölkerung darstellt.

  • La Toussaint (Allerheiligen) und Halloween

    La Toussaint (Allerheiligen) und Halloween

    Der 1. November ist ein christlicher Feiertag, der den Toten gewidmet ist, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland. Ursprünglich gedachte man an diesem Tag der Heiligen, und zwar aller. Die Heiligen waren ab einem gewissen Zeitpunkt zu viele, als dass man jeden an einem eigenen Tag hätte würdig…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Tourismus: Mehr als ein Drittel der Franzosen will in den Ferien zu Allerheiligen verreisen

    Tourismus: Mehr als ein Drittel der Franzosen will in den Ferien zu Allerheiligen verreisen

    Viele Franzosen planen, während der kommenden Herbstferien zu verreisen. Die Hoteliers rechnen laut Wirtschaftsministerium mit steigenden Belegungszahlen bis zum Jahresende.

    Der Tourismus in Frankreich dürfte in den nächsten Wochen auf Hochtouren laufen. Laut dem Wirtschaftsministerium wollen 36 % der Franzosen in den Allerheiligenferien (21. Oktober bis 6. November) ein paar Tage aus dem Alltag ausbrechen. Diese wenigen Ferientage werden vor allem Kurzurlaube sein, und das meist bei der Familie. Wegen einer sehr sonnigen Nachsaison und den Auswirkungen der Rugby-Weltmeisterschaft ist der Tourismus in Frankreich in Hochform und die Fachleute erwarten sogar ein Rekordjahr. Die Branche hat seit Januar fast 44,5 Milliarden Euro eingenommen, das sind fast fünf Milliarden mehr als im Jahr 2022.

    Auch Ausländer werden nach Frankreich kommen, und zwar deutlich mehr als im letzten Jahr zur gleichen Zeit. Tourismusfachleute rechnen mit 20% mehr Spaniern und Österreichern und fast ebenso vielen Briten. Sie rechnen auch mit 30% mehr Kanadiern und 15% mehr Japanern.

    Die Hoteliers reiben sich die Hände, da die erwarteten Auslastungsraten bis zum Jahresende um drei Prozentpunkte gestiegen sind. Diese Zahlen wurden zwar vom Wirtschaftsministerium vor den jüngsten Ereignissen im Ausland und in Frankreich erhoben, aber große Verhaltensänderung der Reisenden werden nicht erwartet.

    Der Preisanstieg wirft allerdings einen Schatten auf das Bild, die Preise stiegen um 20-30% im letzten Sommer und nochmal fast 10% zusätzlich im September. Das Wirtschaftsministerium appelliert an die Vernunft, da die Olympischen Spiele in Paris 2024 bevorstehen, und fordert die Branche auf, bei den Preisen nicht übermäßig aufs Gas zu treten.

    Auch der Preisanstieg bei der Vermietung von möblierten Wohnungen ist sehr deutlich. Die für Tourismus zuständige Ministerin Olivia Grégoire möchte, dass eine Beobachtungsstelle für die Preise „bis Ende des Jahres eingerichtet wird, damit die Verbraucher besser über die Preisschwankungen informiert werden können“. Diese Beobachtungsstelle solle „alle Kategorien touristischer Vermietungen, also sowohl möblierte Vermietungen als auch die klassische Hotellerie“ betreffen und auch nach den olympischen Spielen weiter bestehen.

  • Allerheiligen: Chrysanthemen sind der Renner

    Allerheiligen: Chrysanthemen sind der Renner

    Für Floristen macht die Zeit um Allerheiligen einen sehr wichtigen Teil des Jahresumsatzes aus.

    Die Chrysantheme ist das Symbol für Allerheiligen. Man liebt sie für ihre lebhaften und farbenfrohen Blütenblätter. „In ein paar Wochen werden sie noch genauso schön sein“, sagt eine Frau auf dem Sender France 2. In einem Gartencenter im Departement Côtes d’Armor sind die Kunden von den Chrysanthemen begeistert. „Sie ist lokal und wird nicht aus dem Ausland herangeschafft, das ist besser für den Planeten“, freut sich eine andere Frau. Die Händler hier haben die Blume zu einer ihrer Spezialitäten gemacht.

    30 Millionen Chrysanthemen werden durchschnittlich an Allerheiligen verkauft.
    Ende Oktober beginnt in diesem betrieb eine Verkaufsphase mit etwa 20.000 Chrysanthemen. Der Prozess ist gut eingespielt: „Wir sind ein Team von 65 Personen, das komplett auf die Chrysantheme ausgerichtet ist“, erklärt Franck Lepère. In den letzten Jahren wurden zu Allerheiligen durchschnittlich 30 Millionen Chrysanthemen in Frankreich verkauft, das sind etwa 20% des Jahresumsatzes der französischen Floristen-Branche.

  • Urlaub: Strände in Frankreich sind voll … zu Allerheiligen!

    Urlaub: Strände in Frankreich sind voll … zu Allerheiligen!

    Unglaublich, aber wahr! Mitten in den Herbstferien mussten aufgrund des milden Wetters die Bademeister und Rettungsschwimmer wieder an die Strände Frankreichs. Viele Franzosen freuen sich auf Badeferien!

    Überfüllte Strände, dieses Ende Oktober fühlt sich in Biscarrosse (Landes) wie Juli an. Am Strand herrschen 26 °C und im Wasser 19 °C. Selbst bei bedecktem Himmel lassen es sich einige nicht nehmen, ins Wasser zu gehen, aber nicht ohne einen Anflug von Besorgnis. „Es ist schon beunruhigend, dass wir jetzt solche Temperaturen haben“, sagt ein Mann auf dem Sender France 2. Eine Frau fügt hinzu: „Das ist nicht normal!“

    Nicht unerhebliche Kosten für die Stadtverwaltung
    Die Urlauber sind gekommen, um zu genießen. Aber auch die Aufsicht ist wichtig. Raphaël Pouey, Rettungsschwimmer, und sein Team patrouillieren daher an den vier Stränden ihrer Stadt. „Jetzt sind wir von den Osterferien bis zu den Allerheiligenferien hier“. Die Überwachung der Strände muss angepasst werden. Da nun die Überwachung durch Rettungsschwimmer bis Allerheiligen ausgedehnt werden musste, rechnet die Stadtverwaltung mit spürbaren Mehrkosten. Angesichts der Besucherzahlen bereut man diese Investition jedoch nicht.

  • Herbstferien: An Allerheiligen sind die Campingplätze Frankreichs voll ausgelastet

    Herbstferien: An Allerheiligen sind die Campingplätze Frankreichs voll ausgelastet

    Der Herbst fühlt sich wie Somme an, mit ungewöhnlich hohen Temperaturen, die das Geschäft der Tourismusbranche beflügeln. In Agay im Departement Var ist der Campingplatz voll.

    Auf dem 4-Sterne-Campingplatz folgt eine Ankunft auf die andere. Eine Familie kommt, um die Schlüssel für ihren Bungalow abzuholen. „Wir sind gekommen, um am Meer zu laufen, wir lieben es zu wandern“, sagt eine Urlauberin aus Saint-Etienne (Loire) gegenüber France 2. Wie sie entschieden sich Dutzende von Touristen dafür, ein paar Tage im Var zu verbringen. Ein Paar kam mit seinen beiden Kindern aus Avignon (Vaucluse). „In den Allerheiligenferien ans Meer kommen zu können, ist wirklich toll“, schwärmt Emmanuelle.

    Insgesamt sind auf diesem Campingplatz etwa fünfzig Bungalows belegt. In den beiden Schwimmbädern der Anlage profitieren Eltern und Kinder von einem besonders angenehmen Wetter. Die außergewöhnlich milden Temperaturen sorgen für sehr hohe Besucherzahl in den Herbstferien. Ein Hauch von Indian Summer, der bis zum 6. November anhalten soll.