Schlagwort: Algerienkrieg

  • Heute in der Geschichte: Der 17. Oktober – Ein Tag im Zeichen des Widerstands, der Kunst und des Wandels

    Heute in der Geschichte: Der 17. Oktober – Ein Tag im Zeichen des Widerstands, der Kunst und des Wandels

    Der 17. Oktober ist ein Tag, an dem sich historisch bedeutsame Ereignisse in verschiedenen Teilen der Welt zugetragen haben. Große politische Bewegungen, tragische Ereignisse und künstlerische Meilensteine hinterließen ihre Spuren – besonders in Frankreich. Dieser Tag erinnert an das Streben nach Freiheit, an Kampf und Wandel, aber auch an die dunkleren Kapitel der Geschichte.

    Frankreich und der Algerienkrieg: Der Massaker von Paris 1961

    In der französischen Geschichte ragt der 17. Oktober 1961 als düsteres Kapitel heraus. Mitten im Algerienkrieg, der seit 1954 zwischen Frankreich und der algerischen Unabhängigkeitsbewegung FLN (Front de Libération Nationale) tobte, kam es in Paris zu einem schockierenden Ereignis, das bis heute nachhallt: dem sogenannten Massaker von Paris.

    Die algerische Gemeinschaft in Frankreich organisierte an diesem Tag eine friedliche Demonstration gegen eine Ausgangssperre, die ausschließlich Algeriern auferlegt worden war. Der Pariser Polizeipräfekt Maurice Papon, der bereits wegen seiner Kollaboration mit dem Vichy-Regime während des Zweiten Weltkriegs umstritten war, befahl eine brutale Niederschlagung des Protests. Es wird geschätzt, dass bis zu 200 Demonstranten von der Polizei getötet wurden – viele wurden in die Seine geworfen, andere brutal zusammengeschlagen oder auf offener Straße erschossen.

    Die Regierung hielt die Ereignisse jahrzehntelang geheim, und es dauerte bis in die 1990er Jahre, bevor eine offizielle Anerkennung stattfand. Der 17. Oktober 1961 erinnert heute an die Opfer staatlicher Gewalt und an das oft vergessene Leid der algerischen Bevölkerung im kolonialen Frankreich.

    Die Geburt des Barockmalers Jean-Jacques Henner (1829)

    Ein weiteres bedeutendes Ereignis in der französischen Geschichte, das mit dem 17. Oktober verknüpft ist, ist die Geburt des Künstlers Jean-Jacques Henner im Jahr 1829. Henner war ein herausragender Maler des 19. Jahrhunderts und bekannt für seine realistischen und gleichzeitig von zarter Schönheit geprägten Gemälde. Besonders seine Porträts und Akte erlangten große Anerkennung. Sein Stil verbindet klassizistische Einflüsse mit Elementen des aufkommenden Impressionismus.

    Henner gewann 1858 den renommierten Prix de Rome, was ihm ermöglichte, mehrere Jahre in Italien zu verbringen und sich von den großen Meistern der Renaissance inspirieren zu lassen. Heute erinnert das Musée Henner in Paris an sein Werk – ein kleines, aber beeindruckendes Museum, das seine feinfühlige Kunst und seine bedeutende Rolle im Übergang zwischen Realismus und Impressionismus würdigt.

    International: Der Schwarze Montag an der Wall Street (1987)

    Nicht nur in Frankreich war der 17. Oktober ein Tag großer Umwälzungen. Auch die globale Wirtschaftsgeschichte hat an diesem Datum einen einschneidenden Moment erlebt – den Schwarzen Montag von 1987. An diesem Tag stürzte der Dow-Jones-Index um über 22 Prozent ab, was den größten prozentualen Verlust in der Geschichte des US-Aktienmarktes darstellt. In einem wahren Kaskadeneffekt löste der Crash Panikverkäufe in den Finanzzentren der Welt aus und führte zu schweren wirtschaftlichen Turbulenzen, die fast überall zu spüren waren.

    Doch was war der Auslöser? Ein kompliziertes Zusammenspiel aus Computerhandel, geopolitischer Unsicherheit und einer allgemeinen Angst vor Inflation und hohen Zinsen. Die plötzliche Katastrophe verdeutlichte, wie anfällig die globalisierten Finanzmärkte waren – ein Gefühl, das nach der Krise von 2008 erneut zur Gewissheit wurde. Der Schwarze Montag von 1987 wirkt bis heute nach, da er die Grundlagen für moderne Schutzmechanismen im Handel und an den Finanzmärkten schuf.

    Die Friedensnobelpreisträgerin Mairead Corrigan (1976)

    Am 17. Oktober 1976 wurde die nordirische Friedensaktivistin Mairead Corrigan mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Sie hatte sich während des Nordirlandkonflikts (auch „The Troubles“ genannt) für die gewaltfreie Lösung der Auseinandersetzungen zwischen katholischen Nationalisten und protestantischen Unionisten stark gemacht. Gemeinsam mit Betty Williams gründete sie die Bewegung „Peace People“, die sich aktiv für die Beendigung der Gewalt einsetzte.

    Corrigan, selbst Zeugin der brutalen Eskalationen in Belfast, kämpfte dafür, Brücken zwischen den verfeindeten Gemeinschaften zu bauen und Frieden durch Dialog zu erreichen. Die Verleihung des Nobelpreises an sie und Williams sollte ein Zeichen setzen: Es gab Hoffnung auf eine friedliche Lösung – selbst in einem so tief gespaltenen Land wie Nordirland.

    Die Schlacht von Cedynia (972)

    Noch weiter zurück in der Geschichte fand am 17. Oktober 972 die Schlacht von Cedynia statt, ein Schlüsselmoment in der frühen polnischen Geschichte. Der Herzog Mieszko I., der als erster historisch belegter Herrscher Polens gilt, kämpfte gegen das Heilige Römische Reich und verteidigte die Grenzen seines Reiches. Dieser Sieg markierte einen wichtigen Moment in der Konsolidierung der polnischen Herrschaft und legte den Grundstein für die spätere Entwicklung des polnischen Staates.

    Mieszko I. gilt heute als Vater der polnischen Nation, und die Schlacht von Cedynia symbolisiert den Beginn des nationalen Selbstbewusstseins. Die Erinnerungen an diesen Sieg wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder wachgerufen, besonders in Zeiten, in denen Polen um seine Existenz kämpfen musste.

    Abschlussgedanken

    Der 17. Oktober ist ein Datum, das in vielerlei Hinsicht die menschliche Geschichte widerspiegelt – die dunklen und die hellen Momente. Ob in Frankreich, wo die algerische Bevölkerung für ihre Freiheit kämpfte, oder in der internationalen Finanzwelt, wo die Märkte plötzlich kollabierten – dieser Tag ist geprägt von Aufständen, Krisen, aber auch von künstlerischen und friedensstiftenden Momenten.

    Ein Tag, der zeigt, dass Geschichte oft in Wellen verläuft: auf dramatische Abstürze folgen manchmal große Aufbrüche.

  • Die Harkis: Hintergrund und Definition

    Die Harkis: Hintergrund und Definition

    Harkis ist ein Sammelbegriff für die algerischen Muslime, die während des Algerienkrieges auf Seiten Frankreichs gegen die Nationale Befreiungsfront (FLN) kämpften. Der Begriff leitet sich vom arabischen Wort „Harka“ ab, was so viel wie „Bewegung“ oder „mobile Einheit“ bedeutet. Die Harkis umfassten reguläre Soldaten, Freiwillige und lokale Milizionäre, die aus verschiedenen Gründen, darunter Loyalität, wirtschaftliche Vorteile oder Ablehnung der FLN-Ideologie, beschlossen, Frankreich zu unterstützen.

    Die Rolle der Harkis im Algerienkrieg

    Während des Algerienkrieges spielten die Harkis eine entscheidende Rolle für die französische Armee. Sie dienten als Aufklärer, Übersetzer, Führer und nahmen an Kampfeinsätzen teil. Ihre Ortskenntnisse und Fähigkeit, sich in der lokalen Bevölkerung zu bewegen, machten sie zu wertvollen Verbündeten der französischen Streitkräfte. Allerdings wurden sie oft in gefährlichen Situationen eingesetzt und litten unter hohen Verlusten.

    Das Schicksal der Harkis nach dem Krieg

    Mit dem Evian-Abkommen von 1962, das den Algerienkrieg beendete und Algerien die Unabhängigkeit gewährte, fand sich Frankreich in einer schwierigen Lage bezüglich der Harkis. Trotz ihrer Dienste für Frankreich wurden viele von ihnen zurückgelassen und der Rache der FLN und der neuen algerischen Regierung ausgesetzt. Schätzungen zufolge wurden Tausende von Harkis getötet, während diejenigen, die nach Frankreich fliehen konnten, oft in Flüchtlingslagern unter schlechten Bedingungen lebten.

    Langfristige Auswirkungen und Anerkennung

    Die Geschichte der Harkis und ihre Behandlung nach dem Krieg hinterließen tiefe Wunden in der algerischen Gemeinschaft in Frankreich und führten zu einer anhaltenden Debatte über Gerechtigkeit, Anerkennung und Entschädigung. Erst in den letzten Jahrzehnten hat der französische Staat begonnen, die Leistungen und das Leiden der Harkis und ihrer Familien anzuerkennen.

    Die jüngste Verurteilung Frankreichs durch die Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wegen der schlechten Lebensbedingungen, denen Harkis in den Aufnahmelagern ausgesetzt waren, ist ein weiterer Schritt in Richtung Anerkennung ihrer Opfer.

    Obwohl die Harkis nicht im Zweiten Weltkrieg, sondern im Algerienkrieg dienten, bleibt ihre Geschichte ein wesentlicher und oft übersehener Teil der französischen Militärgeschichte. Ihre komplexe Rolle und das darauffolgende Schicksal beleuchten die Schwierigkeiten kolonialer Kriege und die langfristigen Auswirkungen auf Individuen und Nationen. Die fortlaufenden Bemühungen um Anerkennung und Gerechtigkeit für die Harkis und ihre Familien zeigen, dass die Aufarbeitung dieser Geschichte noch lange nicht abgeschlossen ist.

  • Abkommen von Evian: 60 Jahre später gedenkt Frankreich des Endes des Algerienkriegs

    Abkommen von Evian: 60 Jahre später gedenkt Frankreich des Endes des Algerienkriegs

    Der französische Präsident Emmanuel Macron wird am Samstag im Élysée-Palast eine Zeremonie zum 60. Jahrestag des Abkommens von Évian und des Waffenstillstands in Algerien leiten. Rund 200 Gäste sind geladen. 60. Jahrestag des Abkommens von Evian und des Waffenstillstands in Algerien mit einer Zeremonie im Élysée-Palast, bei der Emmanuel Macron erneut für eine „Beruhigung“ der Erinnerungen auf beiden Seiten des Mittelmeers plädieren wird. Der Jahrestag wird mit einer gewissen Ruhe und Diskretion begangen, mitten im Wahlkampf, drei Wochen vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen. Sechzig Jahre später ist der 19. März 1962, der Tag, an dem der Waffenstillstand zwischen der französischen Armee und den algerischen Unabhängigkeitskämpfern in Kraft trat, immer noch umstritten. Er wurde 2012 per Gesetz als „Nationaler Tag des Gedenkens und der Besinnung auf die zivilen und militärischen Opfer des Algerienkriegs und der Kämpfe in Tunesien und Marokko“ festgeschrieben. Viele in Frankreich…

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  • Algerienkrieg: „Das Massaker vom 26. März 1962 ist unverzeihlich“, sagt Emmanuel Macron

    Algerienkrieg: „Das Massaker vom 26. März 1962 ist unverzeihlich“, sagt Emmanuel Macron

    Jahrestag des Endes des Algerienkriegs nähert, sendete das Staatsoberhaupt am Mittwoch, den 26. Januar in einer Ansprache ein neues Signal der Beschwichtigung über diese dunkle Seite der französischen Geschichte. Nach seiner Entschuldigung bei den Harkis im September 2021 wandte sich der Staatschef dieses Mal an die Pieds-noirs, aus Algerien eingewanderte Franzosen. In einer Ansprache am Mittwoch, dem 26. Januar, erinnerte Macron an das Trauma Tausender Familien und bezeichnete das Massaker vom 26. März 1962 in der Rue d’Isly in Algier, bei der mindestens ein Dutzend Demonstranten im französischen Algerien von der Armee getötet wurden, als „unverzeihlich“. Ein Drama, das verschwiegen wurdeEs ist ein weitgehend totgeschwiegenes Drama und eine starke Geste von Seiten Emmanuel Macrons gegenüber den sogenannten Pieds-noirs, aus Algerien eingewanderten Franzosen. „Sechzig Jahre später erkennt Frankreich heute diese Tragödie an. Und ich sage es laut und deutlich: Das Massaker vom 26. März 19…

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  • 17. Oktober 1961: Ein Massaker mitten in Paris

    17. Oktober 1961: Ein Massaker mitten in Paris

    Diese Woche blicken die Franzosen auf einen dunklen Moment in der Geschichte ihres Landes zurück: das Massaker vom 17. Oktober 1961.

    Es geschah war vor genau 60 Jahren, mitten im Algerienkrieg. In Paris demonstrierten Algerier friedlich für die Unabhängigkeit ihres Landes und für die Aufhebung der Ausgangssperre, die gegen sie verhängt worden war. Die Reaktion der Regierung war blutig. Mindestens 200 Menschen wurden getötet, einige von ihnen wurden sogar in die Seine geworfen… Es hat 40 Jahre gedauert, bis die Tatsachen von offizieller Seite anerkannt wurden.

    Am 17. Oktober 1961 wurden Algerier, die friedlich gegen den Algerienkrieg und die Schikanen, denen sie ausgesetzt waren, demonstrierten, von der französischen Polizei in Paris getötet. Ein Massaker, das von Maurice Papon, dem damaligen Polizeipräfekten von Paris, gedeckt wurde.

    Jedes Mal, wenn er zur Saint-Michel-Brücke zurückkehrt, wird Said Abtout in das Grauen jenes 17. Oktobers 1961 zurückversetzt. „Mein ganzes Leben lang, bis ans Ende meiner Tage, werde ich mich an dieses Gemetzel erinnern“, vertraut er dem Sender France 3 an. An diesem Tag strömten 30.000 Algerier in die Pariser Innenstadt. Mit dem friedlichen Marsch wollten sie gegen den Krieg in Algerien und die Schikanen, denen sie ausgesetzt waren, protestieren. Die mit Pistolen und Schlagstöcken bewaffnete Polizei griff mit höchster Brutalität ein.

    Mindestens 200 Tote nach Angaben von Historikern
    „Die Polizisten kamen uns entgegen und begannen, die Menschen zu massakrieren“, sagt Said Abtout. Schläge mit dem Schlagstock auf den Kopf, Tritte mit den Stiefeln gegen den Schädel… So etwas habe ich noch nie gesehen“. Einige Demonstranten wurden sogar in die Seine geworfen. Dieses Massaker wurde von Maurice Papon, dem damaligen Polizeipräfekten von Paris, toleriert und gedeckt.

    Nach offiziellen Angaben starben drei Menschen, doch Historiker schätzen, dass mindestens 200 Demonstranten getötet wurden. Diese Tragödie wurde von Frankreich lange Zeit vertuscht. Historiker und Verbände fordern Frankreich nun auf, die blutige Auflösung der Demonstration vom 17. Oktober 1961 jetzt offiziell als Staatsverbrechen anzuerkennen.

  • Algerien: Große diplomatische Spannungen mit Frankreich

    Algerien: Große diplomatische Spannungen mit Frankreich

    Vierundzwanzig Stunden nach der Abberufung des algerischen Botschafters in Paris hält die Eskalation der diplomatischen Spannungen zwischen Frankreich und Algerien weiter an. Durch die Veröffentlichung von Worten, die Emmanuel Macron vor Nachkommen von Kämpfern des Algerienkriegs geäußert haben soll, wurde ein diplomatisches Tauziehen zwischen Frankreich und Algerien ausgelöst. Zunächst einmal ist der algerische Botschafter aus Paris abberufen worden. Einen Tag später gab Algerien bekannt, dass französische Militärflugzeuge den Luftraum des Landes nicht mehr überfliegen dürfen. Nach Ansicht von Slimane Zeghidour, Redakteur bei TV5 Monde, „wollen die algerischen Behörden mit dieser Maßnahme nicht die Flüge der französischen Armee verhindern, sondern ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen. Außerdem ist der algerische Unabhängigkeitskrieg auch nach 60 Jahren noch ein wichtiger diplomatischer Streitpunkt“. Der Journalist kommt zu dem Schluss, dass dieses Kräftemessen „früher oder später…

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  • Emmanuel Macron empfängt heute Vertreter der Harkis im Elysée-Palast

    Emmanuel Macron empfängt heute Vertreter der Harkis im Elysée-Palast

    Rund 300 Personen waren in den Präsidentenpalast eingeladen. Unter ihnen sind Harkis, die den seit sechzig Jahren beendeten Algerienkrieg noch erlebt haben, aber auch ihre Nachkommen, Vereinsvorsitzende und Persönlichkeiten. Frankreich ist dabei, seine Verantwortung für das Leiden der Harkis anzuerkennen. Es ist auf jeden Fall ein „neuer Schritt“, dass Emmanuel Macron am Montag, 20. September vormittags einen Empfang für die Harki-Veteranen gibt, die während des Algerienkriegs an der Seite der französischen Armee gekämpft haben. Etwa 300 Personen wurden in den Elysée-Palast eingeladen. Es handelt sich um Harkis, die heute, sechzig Jahre nach dem Ende des Konflikts, schon recht alt sind, aber auch um ihre Nachkommen, Leiter von Vereinen und Persönlichkeiten. Der Empfang findet fünf Tage vor dem nationalen Ehrentag der Harkis statt, der seit 2003 jedes Jahr am 25. September, vor allem in Südfrankreich, wo sie sehr präsent sind, gefeiert wird. Der Höhepunkt wird eine Rede von Emmanuel Ma…

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  • Macron öffnet die Geheimarchive des Algerienkrieges

    Macron öffnet die Geheimarchive des Algerienkrieges

    Emmanuel Macron machte gestern eine neue Geste zur „Versöhnung der Erinnerungen“ zwischen Franzosen und Algeriern, indem er den Zugang zu geheimen Archiven erleichterte, die die immer noch sensible Geschichte des mehr als 50 Jahre zurückliegenden Algerienkriegs betreffen. Diese Entscheidung markiert eine neue Etappe im Versuch des Staatschefs, die französisch-algerischen Beziehungen wiederzubeleben, indem er sie von den „Tabus“ befreit, die fast 60 Jahre nach dem Ende der Kolonialisierung und des Krieges von 1962 noch immer lebendig sind. Diese „Erinnerungsarbeit“ hat sich seit der Vorlage des Berichts des Historikers Benjamin Stora am 20. Januar beschleunigt und soll bis zum Ende der aktuellen Präsidentschaft noch intensiver werden. Am vergangenen Dienstag hat Emmanuel Macron die französische Verantwortung für die Ermordung des Unabhängigkeitsanwalts Ali Boumendjel im Jahr 1957 anerkannt. „Kolossale Masse“ von Archiven Die Entscheidung zur Öffnung der Archive ist weniger symbolisch al…

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