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  • Sturm Austen legt Nordfrankreich lahm: 161.000 Haushalte ohne Strom – 23 Départements in Alarmbereitschaft

    Sturm Austen legt Nordfrankreich lahm: 161.000 Haushalte ohne Strom – 23 Départements in Alarmbereitschaft

    Sturm Austen trifft Frankreich mit voller Wucht. Am Freitagmorgen, dem 23. Oktober 2026, waren bereits 161.000 Haushalte ohne Strom, zahlreiche Zugverbindungen fielen aus und wichtige Verkehrsachsen mussten gesperrt werden. Besonders schwer betroffen ist die Bretagne. Für insgesamt 23 Départements gilt die zweithöchste Wetterwarnstufe Orange. Auch Paris und die gesamte Île-de-France müssen sich auf heftige Sturmböen einstellen.

    Es ist der erste große Herbststurm des Jahres – und er macht seinem Namen alle Ehre. Bereits am Donnerstagabend erreichte Austen die bretonische Atlantikküste, bevor das Sturmtief in Richtung Normandie weiterzog. Im Laufe des Freitags erfasst das Unwetter zunehmend Nordfrankreich und den Großraum Paris. Erst gegen Abend rechnen die Meteorologen mit einer allmählichen Beruhigung.

    Bretagne besonders schwer getroffen: 128.000 Haushalte ohne Strom

    Die Auswirkungen auf die Stromversorgung sind erheblich. Nach Angaben des französischen Netzbetreibers Enedis waren am Freitag um 7 Uhr insgesamt 161.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen.

    Allein auf die Bretagne entfallen 128.000 Haushalte, knapp 80 Prozent aller gemeldeten Unterbrechungen. Weitere 19.000 Haushalte sitzen in der Region Pays de la Loire ohne Elektrizität da, in der Normandie sind es 14.000.

    Für die Betroffenen bedeutet das vielerorts einen unangenehmen Start in den Tag. Kein Licht, keine funktionierende Kaffeemaschine und möglicherweise eine ausgefallene Heizung – der Herbst zeigt seine ungemütliche Seite.

    Enedis hält mehr als 2.000 Mitarbeiter für Reparatureinsätze bereit. Allerdings dürfen die Techniker erst ausrücken, sobald die Wetterbedingungen sichere Arbeiten ermöglichen. Die Zahl der Stromausfälle dürfte deshalb im Tagesverlauf noch schwanken.

    Wetterwarnstufe Orange in 23 Départements

    Der französische Wetterdienst Météo-France hat für Freitag in 23 Départements die Warnstufe Orange wegen heftiger Windböen ausgerufen.

    Betroffen sind sämtliche vier bretonischen Départements Côtes-d’Armor, Finistère, Ille-et-Vilaine und Morbihan sowie alle fünf Départements der Normandie. Hinzu kommt Loire-Atlantique an der Atlantikküste.

    Weiter nordöstlich gilt die Warnung für Aisne, Nord, Oise, Pas-de-Calais und Somme. Besonders bemerkenswert: Auch die gesamte Île-de-France einschließlich Paris und ihrer sieben umliegenden Départements steht unter Sturmwarnung.

    Die Warnungen treten regional zu unterschiedlichen Uhrzeiten in Kraft. Für mehrere Gebiete rund um Paris sowie für Oise und Aisne rechnen die Meteorologen insbesondere ab der Mittagszeit mit einer deutlichen Verschärfung.

    Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern

    Wie gewaltig Austen bereits über die Küste hinweggefegt ist, zeigen die ersten Windmessungen.

    An der bretonischen Landspitze Pointe du Raz wurde eine Böe von 161 Kilometern pro Stunde registriert. Entlang der bretonischen Küste und am westlichen Ärmelkanal erreichten die Windgeschwindigkeiten verbreitet 120 bis 140 Stundenkilometer.

    Auch im Landesinneren drohen Böen zwischen 100 und 110 Stundenkilometern. In der Île-de-France erwarten die Meteorologen überwiegend 80 bis 90 Stundenkilometer, örtlich sogar 100.

    Besonders angespannt bleibt die Lage im Département Manche. Dort sind an der Küste weiterhin Spitzen von 130 bis 140 Stundenkilometern möglich. Eine spürbare Abschwächung erwarten die Wetterexperten erst am späten Nachmittag.

    Bahnverkehr massiv gestört – Brücke von Saint-Nazaire gesperrt

    Wer heute mit dem Zug unterwegs sein möchte, braucht starke Nerven.

    In der Normandie hat die SNCF den gesamten regionalen Bahnverkehr für Freitag eingestellt. Eine schrittweise Wiederaufnahme ist frühestens für Samstag, den 24. Oktober, ab 14 Uhr vorgesehen. Voraussetzung sind günstige Wetterbedingungen und erfolgreiche Sicherheitskontrollen.

    Auch in der Bretagne fallen zahlreiche Regionalzüge aus. Lediglich fünf Vorortverbindungen rund um Rennes bleiben ausgenommen. Auf mehreren Strecken sollen die Züge zwischen 12 und 16 Uhr schrittweise zurückkehren, darunter Quimper–Brest, Rennes–Quimper und Rennes–Saint-Malo.

    Im Großraum Paris gelten ebenfalls vorsorgliche Einschränkungen. Einzelne Zug- und RER-Verbindungen entfallen, andere verkehren mit reduzierter Geschwindigkeit.

    Auch Autofahrer spüren die Folgen. Die Brücke von Saint-Nazaire wurde am frühen Morgen wegen Windböen von mehr als 120 Stundenkilometern vollständig gesperrt. Eine Wetterbesserung gegen 11 Uhr bedeutet allerdings nicht automatisch die Freigabe der wichtigen Loire-Überquerung.

    Gefahr durch umstürzende Bäume und Starkregen

    Neben den heftigen Böen bereiten den Behörden mögliche Überschwemmungen Sorgen. Besonders im westlichen Pas-de-Calais sind die Böden durch vorherige Niederschläge bereits stark durchnässt. Weitere Regenfälle könnten dort zusätzliche Hochwasserwarnungen erforderlich machen.

    Hinzu kommt eine typische Herbstgefahr: Viele Bäume tragen noch reichlich Laub und bieten dem Wind entsprechend große Angriffsflächen. Herabfallende Äste und umstürzende Bäume stellen deshalb ein erhebliches Risiko dar.

    Météo-France empfiehlt, unnötige Fahrten zu vermeiden, lose Gegenstände zu sichern und keinesfalls während des Sturms auf Dächer zu steigen. An der Küste sollten Spaziergänger Abstand zu Deichen, Klippen und Brandungszonen halten. Von Ausfahrten aufs Meer raten die Behörden ausdrücklich ab.

    Für Nordfrankreich steht damit ein turbulenter Freitag bevor. Selbst wenn Austen am Abend allmählich an Kraft verliert, dürften Stromausfälle, beschädigte Infrastruktur und Verkehrsprobleme die betroffenen Regionen noch länger beschäftigen.

    Andreas M. Brucker

  • Sturm Ingrid hält die Bretagne in Atem – Orange Warnstufe bleibt, Entspannung nur in den Alpen

    Sturm Ingrid hält die Bretagne in Atem – Orange Warnstufe bleibt, Entspannung nur in den Alpen

    Der Name Ingrid klingt harmlos, beinahe freundlich. Doch in der Bretagne sorgt diese Depression seit Freitag für nasse Keller, gesperrte Straßen und einen Himmel, der nicht zur Ruhe kommen will. Während sich die Lage am Samstag langsam stabilisiert, bleibt die Situation angespannt – besonders in den westlichen und südlichen Départements.

    Tempête Ingrid zog am Freitag, dem 23. Januar, vor der Küste des Finistère entlang und brachte kräftige Regenfälle, stürmische Böen und hohe Wellen mit sich. Die Meteorologen von Météo-France sprechen von einer allmählichen Abschwächung der Niederschläge und des Winds im Laufe des Samstagnachmittags. Entwarnung klingt anders.

    Denn weiterhin gilt in mehreren Départements die orangefarbene Warnstufe. Der Morbihan und das Ille-et-Vilaine stehen wegen drohender Überschwemmungen unter Beobachtung, im Finistère bleibt die Alarmstufe Orange sowohl für Starkregen als auch für Hochwasser bestehen. Die zuvor aktive Warnung vor Sturmfluten wurde zwar aufgehoben, doch in zahlreichen Gemeinden steht das Wasser noch immer kniehoch in den Straßen.

    Der Wind zeigte am Freitagabend, wozu Ingrid fähig ist. In Quimper wurden Böen mit bis zu 109 Stundenkilometern gemessen, an exponierten Kaps sogar jenseits der 130er-Marke. Der Flughafen Brest meldete mehrere Flugausfälle – betroffen waren unter anderem Verbindungen nach Paris-Charles-de-Gaulle, Marseille, Toulon und Toulouse. Wer dort gestrandet war, brauchte Geduld. Viel Geduld.

    Besonders kritisch bleibt die Lage an den Flüssen. Laut dem Hochwasserportal Vigicrues stehen nun vier Wasserläufe unter orangefarbener Beobachtung: die Laïta und der Odet im Finistère sowie der Blavet und der Oust im Morbihan und angrenzenden Départements. Schäden durch Überflutungen treten bereits auf oder gelten als sehr wahrscheinlich. In Quimperlé ist die Laïta über die Ufer getreten. Bürgermeister Michaël Quernez spricht von einer extrem langsamen Entspannung der Lage – ein weiteres Hochwassermaximum wurde für den Samstagmorgen erwartet. Da hilft kein Schönreden, das Wasser bleibt erst mal.

    Ein kleiner Lichtblick kommt aus den Alpen. Dort hatte Ingrid am Freitagnachmittag einen kurzen, aber intensiven Schneefall ausgelöst. Die Départements Isère, Savoie und Haute-Savoie standen zeitweise unter der Warnstufe „Neige-Verglas“. Diese wurde am späten Abend, gegen 23 Uhr, wieder aufgehoben. Schnee weg, Alarm weg.

    In der Bretagne dagegen heißt es weiter: aufmerksam bleiben, Sandsäcke füllen, Wetter-Apps checken. Ingrid verabschiedet sich langsam – aber sie nimmt sich Zeit.

    Von Andreas M. Brucker

  • Nach Schnee und Eis nun der Orkan – Sturm „Goretti“ soll mit bis zu 140 km/h über Nordfrankreich fegen

    Nach Schnee und Eis nun der Orkan – Sturm „Goretti“ soll mit bis zu 140 km/h über Nordfrankreich fegen

    Kaum werden sich Schnee und Eisglätte in weiten Teilen Nord- und Westfrankreichs verabschiedet heben, kündigt sich bereits der nächste Akt dieses meteorologischen Dramas an. Ein Sturm, der seinem Namen alle Ehre machen dürfte. „Goretti“ lautet der Titel dieses Wetterereignisses, das in der Nacht von Donnerstag auf Freitag den Norden Frankreichs erreichen und insbesondere entlang des Ärmelkanals mit orkanartigen Böen aufwarten soll.

    Am Mittwochmorgen hatte der Schnee noch einmal große Teile des Landes lahmgelegt. In der Île-de-France, in der Normandie, in der Picardie und bis weit in den Westen hinein sorgten Flocken und Eisregen für rutschige Straßen und lange Gesichter. Doch dieser Wintergruß zieht weiter ostwärts, hin zum Massif central und in Richtung Grand Est. Über Paris steigen die Temperaturen bereits wieder über den Gefrierpunkt, der Schnee beginnt zu tauen, die weiße Kulisse verwandelt sich in graubraune Matschlandschaften.

    Bei Météo-France spricht man von einer allmählichen Entspannung, zumindest was Schnee und Frost betrifft. Die Warnstufe Orange wegen Schnee und Glätte gilt bis Mittwochabend noch für 21 Départements, Tendenz fallend. Dennoch bleibt Vorsicht geboten, vor allem in höheren Lagen des Zentralmassivs und in Teilen der Bourgogne-Franche-Comté. Dort droht in der kommenden Nacht gefrierender Regen, ein tückisches Phänomen, das Straßen in spiegelglatte Fallen verwandelt.

    Während sich der Winter also langsam zurückzieht, schiebt sich von Westen her ein deutlich milderes, aber alles andere als harmloses Wetterereignis ins Land. Der Sturm „Goretti“ nimmt Kurs auf Frankreich und bringt nicht nur milde Luft, sondern vor allem Wind. Viel Wind. An den nördlichen Küsten des Landes rechnen Meteorologen mit Böen um die 100 Kilometer pro Stunde. Entlang der Küste des Ärmelkanals, von der Normandie bis zum Nord-Pas-de-Calais, sind sogar Spitzen von 120 bis 140 km/h möglich.

    Patrick Marlière, Meteorologe und Leiter des privaten Wetterdienstes Médias-Weather, spricht von einem ausgewachsenen Sturmereignis. Besonders betroffen seien das Département Manche sowie die Küstenabschnitte der Normandie und des äußersten Nordens. Dort, wo der Ärmelkanal ohnehin selten zur Ruhe kommt, könnten die Böen nun an der Grenze zum Orkan kratzen. Um es salopp zu sagen: Da bleibt kein Hut auf dem Kopf.

    Die Dynamik dieses Wetterumschwungs liegt in der klassischen Konstellation winterlicher Sturmlagen. Kalte Luftmassen ziehen ab, von Westen drängt atlantische Warmluft nach, der Luftdruck fällt rapide, die Druckunterschiede treiben den Wind an. Gleichzeitig steigen die Temperaturen spürbar. Zunächst erreichen sie wieder das jahreszeitliche Mittel, im Verlauf des Freitags könnten sie sogar darüber hinausgehen. Winterjacke an, Winterjacke aus – das Wetter fordert derzeit eine gewisse Flexibilität.

    Doch die milderen Temperaturen haben ihren Preis. Der Sturm bringt nicht nur Wind, sondern auch kräftige Niederschläge. Besonders heikel bleibt die Lage dort, wo der Boden noch ausgekühlt ist. In der Seine-Maritime etwa drohen weiterhin gefrierende Regenfälle. Regen, der auf kalten Asphalt trifft und binnen Sekunden zu Glatteis erstarrt. Die Folge: blockierte Straßen, Unfälle, stillstehender Verkehr. Wer hier unterwegs ist, braucht Geduld, Vorsicht und idealerweise Winterreifen in Bestform.

    Die vergangenen Stunden haben gezeigt, wie schnell sich die Lage zuspitzen kann. Lastwagen quer auf der Fahrbahn, Autos im Straßengraben, Züge mit Verspätung. Der Alltag gerät ins Rutschen, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Und auch wenn der Schnee nun verschwindet, bleibt die Wetterlage angespannt. Der Sturm könnte zusätzlich Bäume entwurzeln, Dächer beschädigen, Fährverbindungen beeinträchtigen. Entlang der Küste rechnen die Behörden mit starkem Wellengang und örtlichen Überschwemmungen.

    Ein kurzer Blick nach vorn offenbart, dass der Winter sich noch nicht vollständig geschlagen gibt. In den aktuellen Wettermodellen taucht für das kommende Wochenende erneut ein kleines Fragezeichen auf. Für den äußersten Norden Frankreichs besteht die Möglichkeit, dass am Samstagmorgen oder am Sonntagnachmittag noch einmal Schneeflocken fallen. Kein großes Comeback, eher ein kurzes Gastspiel. Aber wie immer bei Schnee gilt: sicher ist erst, was tatsächlich vom Himmel fällt.

    Diese Abfolge von Schnee, Eis, Tauwetter und Sturm wirkt wie ein komprimierter Querschnitt durch den Winter. Sie zeigt, wie schnell und drastisch sich Wetterlagen verändern können. Für Meteorologen ist das ein spannendes, für Einsatzkräfte ein anstrengendes, für viele Bürger ein nervenaufreibendes Szenario. Man arrangiert sich, flucht leise, zieht den Schal enger und hofft, dass der Sturm schnell weiterzieht.

    Frankreich steht in diesen Tagen wettertechnisch unter Hochspannung. Die gute Nachricht: Extreme Kälte ist vorerst nicht mehr in Sicht. Die weniger gute: Ruhe ebenso wenig. Wer an der Küste lebt oder unterwegs ist, sollte Fenster sichern, Autos nicht unter alten Bäumen parken und die Wetterwarnungen ernst nehmen. Goretti kommt, bläst kräftig durch – und erinnert daran, dass der Winter auch ohne Schnee ganz schön ungemütlich sein kann.

    Von Daniel Ivers