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  • Vertrauen Fehlanzeige: Warum Frankreichs neuer Premier Lecornu schon jetzt auf wackeligen Füssen steht

    Vertrauen Fehlanzeige: Warum Frankreichs neuer Premier Lecornu schon jetzt auf wackeligen Füssen steht

    Ein Drittel. Mehr nicht. Gerade einmal 35 Prozent der Französinnen und Franzosen sprechen Sébastien Lecornu zum Start seines Amts als Premierminister ihr Vertrauen aus. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Toluna-Harris Interactive für den Sender LCI. Und Lecornu ist kein Unbekannter – er war Verteidigungsminister, Macron-Vertrauter, Mann der Apparate. Doch jetzt, auf der großen Bühne, beginnt seine Amtszeit mit einem lauten Misstrauensvotum aus der Bevölkerung. Ein Einzelfall? Leider nein. Auch andere Studien bestätigen den Trend: Public Sénat misst ihm 34 Prozent Vertrauen zu, Odoxa spricht von einem Absturz der Zustimmung um 9 Prozentpunkte innerhalb nur einer Woche. Der neue Premierminister ist also nicht nur neu – er ist bereits angezählt. Kein Tiefpunkt, aber doch tief Klar, Lecornus Zahlen sind nicht historisch einzigartig. In der jüngeren französischen Geschichte hat es Premierminister mit ähnlich schwierigen Starts gegeben. Doch ein zweitschlechtester Vertrauenswert seit 2012 –…

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  • Frankreich vor dem Stillstand: Generalstreik am 18. September legt das Land lahm

    Frankreich vor dem Stillstand: Generalstreik am 18. September legt das Land lahm

    Frankreich steht am Donnerstag, dem 18. September 2025, vor einer der größten gesellschaftlichen Mobilisierungen der letzten Jahre. Was schon jetzt absehbar ist: Das öffentliche Leben wird an diesem Tag in vielen Bereichen nahezu zum Erliegen kommen. Acht große Gewerkschaften rufen gemeinsam zum Streik auf – ein Signal von seltener Einigkeit, das Erinnerungen an die heftigen Proteste gegen die Rentenreform von 2023 wachruft. Im Kern der Auseinandersetzung steht das Sparpaket der Regierung: 43,8 Milliarden Euro Kürzungen im Haushalt 2026. Auch der neue Premierminister Sébastien Lecornu, erst seit wenigen Tagen im Amt, hat daran bisher nichts geändert. Für die Gewerkschaften ein Affront – und für das Land eine Belastungsprobe.

    Züge, Busse, Bahnen: Der Verkehr bricht ein Am stärksten betroffen: der Transportsektor. Bei der SNCF werden nur 30 bis 40 Prozent der Züge fahren – egal ob TGV, Intercités oder Regionalzüge. Wer zur Arbeit pendeln muss, sollte also besser frühzeitig planen oder i…

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  • Dijon im Ausnahmezustand: Tödliche Schüsse mitten in der Stadt

    Dijon im Ausnahmezustand: Tödliche Schüsse mitten in der Stadt

    Ein lauer Samstagabend, die Cafés voll, das Pflaster glänzt im Laternenlicht – und plötzlich zerreißt das Knattern von Schüssen die Normalität. Es war kurz nach Mitternacht am 7. September, als eine Szene wie aus einem Mafiafilm den Alltag im Herzen von Dijon durchbrach. Zwei Männer in einem Buggy wurden ins Visier genommen, von einem Roller aus. Der Fahrer, gerade einmal 23 Jahre alt, starb sofort. Sein Beifahrer, 26, liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Die Brutalität dieser Attacke hat die Stadt erschüttert. Dijon, wo man sonst an Senf, Wein und die stolze Geschichte der Herzöge denkt, steht seit dieser Nacht für etwas anderes: für eine Gewalt, die sich mitten ins Herz der Stadt geschlichen hat. Vier Verdächtige vor Gericht Nur wenige Tage nach der Tat meldeten die Ermittler einen Durchbruch. Vier junge Männer wurden festgenommen und am 12. September einem Haftrichter vorgeführt. Drei von ihnen sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Der älteste, 27, ist kein Unbekannter: bereits…

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  • „Flammenmeer ohne Gnade“ – Spanien und Portugal kämpfen gegen die größten Waldbrände des Jahres

    „Flammenmeer ohne Gnade“ – Spanien und Portugal kämpfen gegen die größten Waldbrände des Jahres

    Ein Waldbrand brennt nicht einfach. Er lodert, er tobt, er frisst sich durch Land, Leben, Hoffnung.

    Im Nordwesten Spaniens und im Zentrum Portugals haben sich in den letzten zwei Wochen gewaltige Brände entfacht, wie sie die Region seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hat. Ganze Dörfer liegen in Asche, Menschen fliehen in Panik, und während sich ein dichter, grauer Rauchschleier über die Landschaft legt, fragen sich die Menschen: Wie lange noch?

    115.000 Hektar in Spanien – das ist mehr als nur Wald

    Spanien zählt zu den am härtesten betroffenen Regionen. Besonders im Nordwesten toben die Brände ungebremst. 115.000 Hektar sind bereits den Flammen zum Opfer gefallen – das entspricht etwa der Fläche von Berlin und Hamburg zusammen. Mit jedem Tag steigt die Zahl.

    Der Morgen des 15. August beginnt mit einem dichten Nebel aus Rauch, der die aufgehende Sonne verdeckt. Die Luft ist kaum zu atmen. Die Vegetation? Verkohlt. Der Boden? Schwarz wie Kohle. Selbst die Polizei muss umkehren – die Straßen sind von Flammen blockiert, Fluchtwege abgeschnitten. In einem Dorf erzählt eine weinende Frau, was sie gesehen hat: brennende Häuser, brennende Menschen. Sie lebt seit 40 Jahren dort – und hat so etwas noch nie erlebt.

    „Freiwillige! Wir brauchen Wasser!“

    Mit bloßen Händen und Gartenschläuchen versuchen Bewohner verzweifelt, ihre Häuser zu retten. Manche stemmen sich dem Feuer entgegen, um eine Gas-Zisterne zu schützen, die jederzeit explodieren könnte. Es ist ein Kampf David gegen Goliath – nur ohne Schleuder, ohne Schutz, ohne Pause.

    Die Feuerwehren arbeiten rund um die Uhr. Aber gegen einen „Feuersturm“, angetrieben von extremer Trockenheit, Hitze und starken Winden, wirken selbst professionelle Löschzüge oftmals machtlos. Spanien hat nun offiziell die Europäische Union um Hilfe gebeten. Ein Hilferuf – nicht nur für Technik und Menschen, sondern auch für Hoffnung.

    Auch Portugal steht in Flammen

    Nur wenige hundert Kilometer weiter südwestlich bietet sich in Portugal ein ähnliches Bild. Auch hier wüten die Brände unkontrolliert. 60.000 Hektar Wald sind bereits zerstört. Im Zentrum des Landes fressen sich die Flammen durch Pinienwälder, springen von Baumkrone zu Baumkrone – bis sie plötzlich in ein Dorf einbrechen. Haus für Haus wird Opfer der Glut.

    Ein Mann steht neben seinem Auto, das noch qualmt. Er schaut, ob er etwas retten kann – einen Koffer, ein Fotoalbum, ein Stück Leben. In der Nacht zuvor starb ein Mensch im Osten des Landes. Es ist nicht das erste Opfer. Und es wird nicht das letzte sein, wenn das Feuer nicht bald eingedämmt wird.

    Klimakrise trifft Iberische Halbinsel mit voller Wucht

    Die klimatischen Bedingungen sind ideal für Katastrophen: monatelange Trockenheit, hohe Temperaturen, heftige Winde. Die Wälder der Iberischen Halbinsel sind seit Jahren überlastet – ökologisch, klimatisch und organisatorisch. Viele Brände entstehen durch Fahrlässigkeit oder Brandstiftung, doch der eigentliche Brandbeschleuniger ist ein anderer: die Klimakrise.

    Wie soll man einen Flächenbrand löschen, wenn er fast so groß ist wie ein Bundesland?

    Eine ganze Region in Alarmbereitschaft

    Die Brände haben nicht nur ökologische und soziale Folgen – sie gefährden auch die Energieversorgung, den Tourismus, die Landwirtschaft. Inzwischen rücken europäische Löschflugzeuge und Hilfskräfte an. Frankreich, Italien, Deutschland – alle senden Unterstützung. Und doch scheint das Feuer oft schneller als jede Hilfe.

    Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit – und gegen die Natur, die hier keine Gnade kennt.

    Und die Menschen mittendrin?

    Sie kämpfen mit allem, was sie haben: mit Eimern, mit Mut, mit Tränen. Mit ihrer Wut darüber, dass zu lange zu wenig getan wurde. Und mit ihrer Angst, dass das erst der Anfang ist.

    Wie viele Sommer wie diesen wird es noch geben?

    Autor: Daniel Ivers

  • Vier Tote in der Seine: Das rätselhafte Drama von Choisy-le-Roi

    Vier Tote in der Seine: Das rätselhafte Drama von Choisy-le-Roi

    Ein heißer Augusttag, die Sonne brennt auf die Gleise des RER C, als ein Fahrgast aus dem Fenster blickt – und plötzlich erstarrt. Was er sieht, wird wenig später ganz Paris erschüttern: ein lebloser Körper, treibend im Wasser der Seine. Minuten später sind Feuerwehr und Flussbrigade im Einsatz. Was als Routineeinsatz beginnt, entwickelt sich zur makabren Entdeckung: Vier Männer, tot, innerhalb weniger Dutzend Meter aus dem Fluss geborgen. Ein Fund, der mehr Fragen aufwirft als er beantwortet.

    Eine grausige Kette von Funden Die Chronologie klingt wie aus einem düsteren Krimi. Erst ein Körper, dann ein zweiter am Quai, ein dritter in Ästen verkeilt, ein vierter vom Strom weitergetragen. Einer nackt, die anderen bekleidet. Alles an einem einzigen Nachmittag. Die Einsatzkräfte berichten, dass die Leichen vermutlich schon mehrere Tage im Wasser lagen. Der Fluss hat sie gesammelt – wie ein schweigsamer Zeuge, der seine Geheimnisse nur Stück für Stück preisgibt.

    Wer waren die Männer? Vier …

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  • Feuer, ausgebrannte Autos, Rauchwolken bis ins All

    Feuer, ausgebrannte Autos, Rauchwolken bis ins All

    Die eindrucksvollsten Bilder vom verheerenden Waldbrand in der Aude

    Über 13.000 Hektar Vegetation – innerhalb weniger Stunden in Flammen aufgegangen. Der massive Waldbrand in der südfranzösischen Region Aude hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Trotz dem Einsatz von 1.900 Feuerwehrleuten und vielen Löschflugzeugen breitet sich das Feuer weiter aus. Die Bilder sprechen für sich: lodernde Brände, verkohlte Autowracks, dichte Rauchwolken, die sogar aus dem All sichtbar sind.

    👉 Jetzt ansehen: Die eindrucksvollsten Fotos und Videos des Großbrands auf Franceinfo.

  • Feuerwalze: Der Albtraum im Süden Frankreichs

    Feuerwalze: Der Albtraum im Süden Frankreichs

    Es brennt. Lichterloh. Und zwar nicht irgendwo – sondern mitten im sonnengetränkten Süden Frankreichs, im Département Aude. Ein Feuer von biblischem Ausmaß frisst sich durch Dörfer, Wälder und Weinberge, als hätte jemand einen mythischen Flammenkoloss entfesselt. Was mit einem Brandherd bei Ribaute begann, hat sich innerhalb von Stunden zur größten Brandkatastrophe des Jahres entwickelt. Über 13.000 Hektar sind inzwischen bereits Opfer der Flammen geworden. Zum Vergleich: Das entspricht rund 18.000 Fußballfeldern. Und das Feuer ist noch lange nicht besiegt. Eine Schneise der Verwüstung Fünfzehn Gemeinden haben die Flammen inzwischen durchquert – und hinterlassen nichts als verkohlte Erde, rauchende Trümmer und tiefe Verunsicherung. Saint-Laurent-de-la-Cabrerisse, Tournissan, Jonquières – sie alle stehen im Zentrum einer Naturkatastrophe, die kaum jemand in diesem Ausmaß für möglich gehalten hätte. Und mittendrin: mittlerweile rund 1.900 Feuerwehrleute, unterstützt von 500 Einsatzfahrze…

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  • Neue Flammenwalze im Süden Frankreichs – Wie ein Inferno die Corbières verwüstet

    Neue Flammenwalze im Süden Frankreichs – Wie ein Inferno die Corbières verwüstet

    Trockener Wind, sengende Hitze und ein Funke – manchmal braucht es nicht mehr, um aus einem idyllischen Sommertag ein flammendes Desaster zu machen. Im südfranzösischen Département Aude ist genau das jetzt wieder geschehen. Das Ergebnis: Der bislang größte Waldbrand dieses Sommers in Frankreich.

    Über 11.000 Hektar Land stehen in Flammen. Garrigue, Pinienwälder, Weinberge – alles, was nicht aus Stein ist, droht zu verbrennen. Der Brand hat sich mit atemberaubender Geschwindigkeit ausgebreitet, seit er Dienstagnachmittag im Gebiet rund um Ribaute losbrach. Binnen weniger Stunden frisst sich das Feuer durch 15 Gemeinden. Und es ist noch nicht unter Kontrolle.

    Mittlerweile ist bestätigt: Eine Frau kam in den Flammen ums Leben, in ihrem Haus, das sie nicht mehr rechtzeitig verlassen konnte. Mindestens zwei weitere Personen wurden verletzt, eine von ihnen schwer – mit Verbrennungen, die Lebensgefahr bedeuten. Auch unter den Einsatzkräften gibt es Verletzte: Sieben Feuerwehrleute, zwei davon schwer genug, um im Krankenhaus behandelt werden zu müssen.

    Der Tod und die Verletzten sind tragisch. Aber sie sind nur ein Teil des Leids. Familien stehen vor dem, was einmal ihr Zuhause war – niedergebrannt. Rund 25 Häuser sind bereits zerstört oder schwer beschädigt. Etwa 30 Autos hat das Feuer ebenfalls verschlungen. 2.500 Haushalte sind ohne Strom, weil das Feuer Leitungen zerstört hat. Und eine Familie bangt noch um einen Angehörigen – sie hat den Kontakt mit ihm verloren.

    Trotz aller Anstrengungen der Feuerwehren bleibt der Brand „sehr aktiv“, sagen die Einsatzkräfte. Etwa 1.500 Feuerwehrleute haben in der Nacht auf Mittwoch vor Ort gegen die Flammen gekämpft, weitere 320 sind auf dem Weg. Kanadair-Flugzeuge, Löschhubschrauber, Spezialeinheiten – was Frankreich an Ressourcen hat, ist in Bewegung.

    Aber selbst diese massive Feuerwehrmaschinerie wirkt fast klein gegen das, was sich da entfesselt hat. Die Wetterlage ist gnadenlos: Trockene Böden, Luftfeuchtigkeit bei nur 25 Prozent und Windgeschwindigkeiten zwischen 50 und 60 Kilometern pro Stunde. Eine Kombination, die jeden Brand in Sekunden zu einer Wand aus Feuer werden lässt.

    Und die Lage bleibt dynamisch. Noch immer ist die Autoroute A9, die große Verkehrsader zwischen Perpignan und Narbonne, vollständig gesperrt. Zahlreiche Landstraßen sind nicht mehr passierbar. Ganze Ortschaften sind isoliert – oder evakuiert. Feuerwehrleute arbeiten im Schichtbetrieb, schlafen in ihren Fahrzeugen oder auf dem Boden, immer mit dem Funkgerät im Ohr.

    Was wie ein Katastrophenfilm klingt, ist für tausende Menschen heute brutale Realität. Und die Menschen fragen sich: Wann endet dieses Inferno?

    Im Moment gibt es darauf keine Antwort. Nur die Hoffnung auf einen Wetterumschwung. Oder ein Wunder.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Waldbrände: Südfrankreich bleibt in höchster Alarmbereitschaft

    Waldbrände: Südfrankreich bleibt in höchster Alarmbereitschaft

    Die Hitze klebt in der Luft. Der Wind pfeift durch die dürren Zweige. Und in der Ferne ein züngelndes Glühen – die Vorzeichen sind eindeutig: Frankreich steckt mitten in einer höchst gefährlichen Waldbrandsaison. Besonders der Süden des Landes gleicht einem Pulverfass. Die Behörden schlagen Alarm. Und sie bitten die Bevölkerung um eines: Wachsamkeit.

    In den Départements Bouches-du-Rhône, Var und Vaucluse hat Météo-France die höchste Alarmstufe ausgerufen – „Vigilance Rouge“. Was das bedeutet? Die Gefahr eines Feuers ist nicht nur hoch, sie ist sehr hoch. Und wenn es brennt, dann brennt es richtig – schnell, unkontrollierbar, mit zerstörerischer Wucht.

    Warum ist die Lage dieses Jahr so angespannt?

    Das liegt vor allem an einer gefährlichen Wetter-Mischung: brütende Temperaturen, ausgedörrte Vegetation und starke Winde. Der Mistral fegt über die Ebenen, die Tramontane wirbelt Staub durch die Täler. Manchmal mit bis zu 100 Stundenkilometern. Das reicht, um ein kleines Glutnest in einen lodernden Flächenbrand zu verwandeln.

    Für die Feuerwehrleute heißt das: Ausnahmezustand.

    Denn unter diesen Bedingungen werden selbst kleine Brände zu einem Kampf gegen Windmühlen. Die Flammen fressen sich durch ausgetrocknete Wälder, überspringen Wege, entzünden Hecken und Häuserdächer. Und das in einer Geschwindigkeit, die Mensch und Maschine an ihre Grenzen bringt.

    Wie reagieren die Behörden?

    Mit klaren Ansagen. In den Bouches-du-Rhône zum Beispiel ist der Zugang zu 23 der 25 Waldmassive komplett untersagt. Auch in anderen Départements gelten harte Beschränkungen. Wer trotzdem einen Ausflug wagt, riskiert nicht nur ein Bußgeld – sondern auch das Entfachen einer Katastrophe.

    Was also tun – oder besser: Was lassen?

    Keine Grillpartys im Freien. Keine Gartenarbeiten mit Funkenflug. Und bitte, bitte: Keine achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel. Es braucht nur einen winzigen Funken – und ein einziger unbedachter Moment kann verheerende Folgen haben.

    Klingt streng? Vielleicht. Aber in diesem Sommer geht Sicherheit vor.

    Zur Unterstützung der Bevölkerung hat der französische Staat ein modernes Warnsystem etabliert: FR-Alert. Dieses System versendet automatisch Warnmeldungen direkt auf die Mobiltelefone von Personen, die sich in gefährdeten Gebieten befinden. Eine digitale Sirene, wenn man so will – die nicht nur alarmiert, sondern auch klare Handlungsempfehlungen liefert.

    Ein Schritt in Richtung flächendeckender Prävention.

    Doch Technik allein reicht nicht. Es braucht Verantwortung – von jeder und jedem Einzelnen. Das Feuer löscht sich nicht von selbst. Und die Feuerwehr kann nicht überall gleichzeitig sein. Der Schutz von Mensch, Tier und Natur beginnt im Kopf. Mit Achtsamkeit. Mit Rücksicht. Und mit der Bereitschaft, eigene Pläne hinter das Wohl aller zu stellen.

    Die gute Nachricht? Viele halten sich bereits daran. Die Solidarität wächst, das Bewusstsein auch. Gemeinden informieren, Nachbarn helfen einander, Schulen und Medien klären auf. Frankreich rückt zusammen – gegen die Flammen und mit dem Wissen darum, wie schnell aus einem Sommertag ein Albtraum werden kann.

    Denn eines ist klar: Die Gefahr ist real.

    Von C. Hatty

  • Frankreich brennt: Diese Regionen sind am stärksten von Waldbränden bedroht

    Frankreich brennt: Diese Regionen sind am stärksten von Waldbränden bedroht

    Jeden Sommer kämpft Frankreich gegen lodernde Flammen, die ganze Landstriche verwüsten. Der Klimawandel wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Während der Süden traditionell die höchsten Risiken trägt, geraten nun auch bislang verschonte Regionen ins Visier des Feuers. Welche Gebiete sind besonders gefährdet – und wie verändert sich die Landkarte der Brandrisiken?

    Der Süden: Altbekanntes Brandgebiet

    Ein Erlass vom 6. Februar 2024 klassifizierte die Wälder und Forste von 24 Départements als hochgradig brandgefährdet. Darunter:

    Provence-Alpes-Côte d’Azur – Bouches-du-Rhône, Var, Vaucluse, Alpes-Maritimes, Alpes-de-Haute-Provence, Hautes-Alpes

    Occitanie – Gard, Hérault, Aude, Ariège, Aveyron, Lozère, Tarn, Pyrénées-Orientales, Hautes-Pyrénées

    Nouvelle-Aquitaine – Gironde, Landes, Dordogne, Lot, Lot-et-Garonne, Pyrénées-Atlantiques

    Auvergne-Rhône-Alpes – Ardèche, Drôme

    Korsika – Haute-Corse, Corse-du-Sud

    Hier treffen dichte, oft dürre Vegetation, sommerliche Hitze, Trockenheit und Wind aufeinander – ein Cocktail, der Waldbrände begünstigt wie Zunder.

    Doch das Feuer zieht nach Norden und Westen

    Das Risiko bleibt inzwischen aber längst nicht mehr auf den Mittelmeerraum beschränkt. 2025 wurde die Liste der gefährdeten Départements erneut ausgeweitet – diesmal auf Regionen, die man bisher kaum mit Feuersbrünsten verband: Charente, Cher, Eure, Indre-et-Loire, Loire, Loiret, Maine-et-Loire, Sarthe, Savoie, Deux-Sèvres, Tarn-et-Garonne und Vienne.

    Was heißt das? Ganz einfach: Der Waldbrand ist zum französischen Nationalproblem geworden.

    Bretagne – die neuen Flammeninseln

    Ein bitteres Erwachen erlebte die Bretagne im Sommer 2022, als Feuer in den Monts d’Arrée wüteten. Seitdem gelten 167 bretonische Kommunen als gefährdet:

    Côtes-d’Armor: 15
    Finistère: 42
    Ille-et-Vilaine: 60
    Morbihan: 49

    Besonders im Fokus stehen die Presqu’île de Crozon, die Monts d’Arrée, die Montagnes Noires, die Wälder um Rennes-Liffré-Corbière, der Brocéliande-Wald, die Landes de Lanvaux sowie der morbihanische Küstenstreifen rund um Auray.

    Brennpunkte: Gemeinden mit höchstem Risiko

    Manche Kommunen stechen in der Risikoliste hervor:

    Terssac (Tarn) – Gefährdet durch Waldbrand, ohne Präventionsplan.

    Carmaux (Tarn) – Gleiches Problem: Risiko ja, Schutzplan nein.

    Saliès (Tarn) – Ebenso ohne Plan gegen Feuergefahr.

    Le Bosc (Hérault) – Verwundbar, aber mit Schutzplan seit 2013.

    Les Matelles (Hérault) – Ebenfalls präventiv ausgestattet.

    Le Puech (Hérault) – Hat ebenfalls seit 2013 einen Plan Départemental de Protection des Forêts contre les Incendies.

    Diese Beispiele zeigen: Ob mit oder ohne Präventionsplan – die Bedrohung ist real, und ein Stück weit sind alle Regionen Frankreichs dem Feuer ausgeliefert.


    Droht ein Sommer voller Sirenen?

    Die Behörden rüsten sich landesweit:

    Präventionspläne: In allen gefährdeten Départements entstehen umfassende Waldbrandschutzpläne, zugeschnitten auf jedes einzelne Forstgebiet.

    Aufklärungskampagnen: Bürger werden für den richtigen Umgang mit offener Flamme und glimmender Kippe sensibilisiert. Kein Grillabend ohne wachsame Augen mehr.

    Überwachung: Kameras und Patrouillen sichern die Wälder und reagieren bei kleinsten Rauchfahnen.

    Feuerwehrschulungen: Besonders in neu betroffenen Regionen werden Feuerwehrkräfte auf Waldbrände spezialisiert. Löschtechniken, Geländetaktik, schnelles Eindämmen – all das ist plötzlich nicht mehr nur ein Thema für Südfrankreich.

    Ein Land passt sich an – oder verbrennt

    Eines ist klar: Der Klimawandel zwingt Frankreich zu einer neuen Realität. Vorbeugung, Sensibilisierung und eine robuste Löschinfrastruktur sind längst kein Luxus mehr, sondern ein Überlebensprinzip – für Menschen, Häuser, Tiere und jahrhundertealte Wälder.

    Autor: Andreas M. B.