Schlagwort: Abfall

  • Dollemard: Frankreichs offene Wunde am Meer

    Dollemard: Frankreichs offene Wunde am Meer

    Eine Steilküste, die bröckelt. Eine Altlast, die nie verschwunden ist. Und eine Stadt, die jahrzehntelang wegschaute: Die Geschichte der Deponie von Dollemard bei Le Havre liest sich wie ein Lehrstück darüber, wie leichtfertig der Mensch mit seiner Umwelt umgeht – und wie schwer es ist, die Folgen wieder einzufangen. Das Erbe unter der Kreide Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Le Havre in Trümmern. Der Wiederaufbau verlangte Platz, viel Platz – und eine Lösung für all die Schuttberge, Metalle, verbogenen Träger, zerstörten Gebäude. Die Lösung war schnell gefunden: Ein Hangstück an der Küste, etwas außerhalb, wurde kurzerhand zur Müllkippe erklärt. Dorthin wanderte alles, was nicht mehr gebraucht wurde. Doch der Ort, der später Dollemard genannt wurde, blieb kein reiner Bauschuttplatz. Jahrzehntelang karrten Lastwagen alles heran, was entsorgt werden musste: Kühlschränke, Betonteile, Plastik, Autowracks, sogar alte Grabsteine. Offiziell? Kaum kontrolliert. Legal? Irgendwie ja, aber im Grund…

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  • Weniger Müllabfuhr in La Rochelle: Ein Experiment mit Folgen

    Weniger Müllabfuhr in La Rochelle: Ein Experiment mit Folgen

    La Rochelle geht neue Wege – und sorgt dabei für ordentlich Gesprächsstoff. Statt wie bisher wöchentlich, kommt die Müllabfuhr in der Hafenstadt an der französischen Atlantikküste jetzt nur noch alle zwei Wochen. Ziel der Maßnahme: Müll vermeiden, Ressourcen schonen und ein ökologisches Umdenken bei den Bürgerinnen und Bürgern anstoßen.

    Doch wie gut funktioniert das in der Praxis?

    Wenn der Müll länger liegen bleibt

    Ein Spaziergang durch die Straßen von La Rochelle reicht, um zu sehen, dass nicht alle begeistert sind. Vor allem Gewerbetreibende wie Sandrine Leroy, eine Bäckerin aus der Innenstadt, schlagen Alarm: „Das zieht Ratten und anderes Ungeziefer an – und wohin soll ich all den Abfall lagern? So geht das nicht“, klagt sie.

    Kein Wunder, denn bei einem Betrieb wie einer Bäckerei fällt täglich viel organischer Abfall an. Wenn der dann zwei Wochen liegen bleibt, wird’s nicht nur unappetitlich, sondern hygienisch brisant.

    Zahlreiche Bürger machen mit – aber nicht alle

    Die Stadt verfolgt ein klares Ziel: Weniger Müll, mehr Bewusstsein. Wer dennoch zusätzliche Abholungen benötigt, kann sie gegen Gebühr buchen – ein Anreiz, sich umweltbewusster zu verhalten. Eine Bewohnerin berichtet: „Wir machen unsere Joghurts selbst, trinken Leitungswasser – wir versuchen schon, ein bisschen zu reduzieren.“

    Ein schöner Ansatz, der zeigt: Manche sind bereit, mitzumachen. Andere jedoch fühlen sich überrumpelt. Gerade für Familien oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen ist die Müllreduktion nicht so leicht umzusetzen, wie es auf dem Papier klingt.

    Ein ambitionierter Plan

    Bürgermeister Jean-François Fountaine lässt sich nicht beirren. Für ihn steht fest: Es muss weniger verbrannt und mehr wiederverwertet werden. Um das zu erreichen, plant die Stadt ein hochmodernes Sortierzentrum. Das soll künftig dafür sorgen, dass der Müll besser getrennt und effektiver verwertet werden kann – eine Investition in die Zukunft.

    Man fragt sich unwillkürlich: Ist das der Anfang eines neuen Trends, den bald auch andere Städte aufgreifen werden?

    Zwischen Ideal und Wirklichkeit

    Der Spagat zwischen ökologischer Verantwortung und praktischer Umsetzbarkeit ist nicht einfach. Während einige die Initiative loben und als Schritt in die richtige Richtung feiern, sehen andere vor allem Probleme im Alltag: Gestank, Platzmangel, Hygiene – und die zusätzlichen Kosten bei Mehrbedarf.

    Gleichzeitig hat die Debatte einen entscheidenden Vorteil: Sie bringt die Frage der Müllvermeidung wieder ins Bewusstsein. Denn so bequem der wöchentliche Abholservice auch war – er hat auch dazu beigetragen, dass vieles achtlos weggeworfen wurde.

    Ein Blick in die Zukunft

    La Rochelle will mehr. Nicht nur bei der Abfallpolitik, sondern auch in anderen Bereichen der städtischen Ökologie. Es geht um nachhaltige Mobilität, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Die aktuelle Änderung ist also nur ein Puzzleteil eines größeren Plans.

    Bleibt die Frage: Wird dieser ehrgeizige Kurs langfristig von der Bevölkerung getragen – oder kippt die Stimmung, wenn der nächste Sommer den Müll unangenehm riechen lässt?

    Fest steht: La Rochelle ist mutig vorangegangen. Jetzt liegt es an den Bürgerinnen und Bürgern, den neuen Rhythmus anzunehmen – oder auch, mit der Stadtverwaltung in den Dialog zu treten, wenn’s an der Umsetzung hakt.

    Von C. Hatty

  • Elsässische Gemeinde belegt auf den Boden geworfenen Abfall mit 1.000 € Geldstrafe

    Elsässische Gemeinde belegt auf den Boden geworfenen Abfall mit 1.000 € Geldstrafe

    Wer einen Zigarettenstummel oder eine Dose auf den Boden wirft, muss bis zu 1.000 Euro Strafe zahlen. Im elsässischen Obernai hat die Stadtverwaltung beschlossen, hart durchzugreifen, um Umweltsünder abzuschrecken.

    In Obernai (Departement Bas-Rhin) kann es mit einer Geldstrafe von 1.000 Euro belegt werden, wenn man seine Zigarettenkippe oder anderen Abfall achtlos auf den Boden wirft. Die Stadtverwaltung führte die Strafe schon im Jahr 2021 ein. Die Bilanz fällt drei Jahre später gemischt aus. Das Ergebnis ist nicht perfekt, aber Bernard Fischer, der Bürgermeister, bereut die Entscheidung nicht. Für Pascal Weyer, Reinigungskraft der Gemeinde, ist der Unterschied allerdings deutlich: „Vor drei Jahren haben wir immerhin 250 Zigarettenstummel pro Tag gesammelt, im Moment sind es nur noch etwa 50 pro Tag.“

    In den letzten drei Jahren wurde kein einziges Bußgeld verhängt. Für die Stadtpolizei ist die Aufgabe fast unmöglich. „Es ist sehr kompliziert, Leute auf frischer Tat zu ertappen, da sie große Angst vor einem Bußgeld haben, und sobald sie eine blaue Uniform sehen, werden sie misstrauisch und warten, bis wir ihnen den Rücken zuwenden“, erklärt Dominique Lotz, stellvertretender Leiter der Stadtpolizei von Obernai. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden seit der Einführung des Bußgeldes immerhin 70 % weniger Abfälle von den öffentlichen Straßen und Plätzen entsorgt.

  • Prozess: 10.000 Tonnen Müll illegal in gnaz Frankreich verteilt

    Prozess: 10.000 Tonnen Müll illegal in gnaz Frankreich verteilt

    Der Angeklagte soll in Frankreich fast 10.000 Tonnen Abfall illegal entsorgt haben. Der Prozess gegen Johnny Demeter wurde am Montagmorgen, dem 18. Dezember, in Lille eröffnet.

    Seit vier Jahren verschmutzen Hunderte Tonnen Müll und Bauschutt aus Belgien die Böden der ländlichen Gebiete an der Mosel. Sie wurden von Kriminellen dort abgeladen, die auf diese Weise mehr als ein Dutzend französische Gemeinden durch illegale Mülldeponien verschmutzt haben. Seit Montag, dem 18. Dezember, stehen neun Personen in Lille (Nordfrankreich) vor Gericht. 2019 mussten die Bewohner von Rédange (Moselle) mit ansehen, wie mehrere Lastwagen 250 Tonnen Abfall auf einem Privatgrundstück abkippten. „Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, war mir zum Heulen zumute“, gesteht Jessica Dautruche, Mitglied des Kollektivs „J’aime ma forêt“ (Ich liebe meinen Wald), vor der Kamera des Senders France 2.

    Die Müllberge sind immer noch da
    Vier Jahre später sind die Müllberge immer noch da. Um sie entfernen zu lassen, müssten mehr als 200.000 Euro ausgegeben werden. „Die Gemeinde Rédange hat 1.000 Einwohner, da kann man nicht soviel Geld ausgeben…“, kommentiert der Bürgermeister der kleinen Gemeinde, Daniel Cimarelli. Im Zentrum der illegalen Müllentsorgung steht Johnny Demeter. Der aus der Region Paris stammende Mann gab sich als Abfallmakler aus. Bei der Eröffnung des Prozesses in Lille am Montagmorgen hielt er sich bedeckt und sagte nur, dass er alles zutiefst bereue.

  • Rentenreform: CGT ruft Müllabfuhr ab 7. März zu unbefristetem Streik auf

    Rentenreform: CGT ruft Müllabfuhr ab 7. März zu unbefristetem Streik auf

    Die Gewerkschaft CGT ruft ab dem 7. März gegen die geplante Rentenreform zu einem unbefristeten verlängerbarem Streik der „gesamten Branche“ der Abfallwirtschaft auf. Die Gewerkschaft CGT hat am Dienstag einen Aufruf zu einem verlängerbaren Streik der „gesamten Branche“ der Abfallwirtschaft ab dem 7. März veröffentlicht. „Die CGT-Verbände des öffentlichen Dienstes und des Verkehrs rufen (…) in allen Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Körperschaften dazu auf, sich (…) zu versammeln, um den Streik in den Bereichen Müll- und Abfallsammlung, Müllsortierung und -aufbereitung ab dem 7. März und bis zur Rücknahme des Gesetzentwurfs vorzubereiten“, heißt es in einer Erklärung der Gewerkschaft. Bisher ist die CGT die einzige Gewerkschaft, die einen solchen Aufruf veröffentlicht hat, aber die CGT hat beispielsweise in Paris die Mehrheit, sowohl bei den städtischen als auch bei den privaten Müllbetrieben. Die Müll- und Abfallbranche ist aufgeteilt zwischen dem öffentlichen Dienst, de…

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  • Rechnungshof mahnt: Franzosen reduzieren ihren Müll nicht ausreichend

    Rechnungshof mahnt: Franzosen reduzieren ihren Müll nicht ausreichend

    In einem aktuellen Bericht legt der Rechnungshof den Finger auf das französische Abfallaufkommen. Im Durchschnitt produziert ein französischer Einwohner 582 kg Abfall pro Jahr. Diese Zahl liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

    Die Mülltonnen sind voll. Zumindest für den französischen Rechnungshof. In seinem jüngsten Bericht zeigt der Rechnungshof mit dem Finger auf die Müllentsorgung in Frankreich. In dem Bericht heißt es, dass jeder Einwohner Frankreichs im Durchschnitt für 582 kg Müll pro Jahr verantwortlich ist. Dies Volumen ist in den letzten zehn Jahren kaum gesunken. Das Thema ist umso wichtiger, als der Hausmüll nur 12% des in Frankreich produzierten Mülls ausmacht, aber 61,5% der Ausgaben in diesem Bereich, nämlich fast 16 Milliarden Euro, verursacht.

    Die französischen Behörden wollen das Hausmüllaufkommen pro Kopf bis 2030 auf 501 kg senken, was einem Rückgang von 15% entsprechen würde. Laut dem Rechnungshof wird dieses Ziel nur durch entsprechende „Präventionsmaßnahmen“ sowohl in Bezug auf die Mülltrennung als auch auf die Abfallbehandlung erreicht werden können. Laut dem Bericht werden durchschnittlich nur 200 kg des Mülls in Recyclingtonnen geworfen, um anschliessend besser sortiert zu werden. Die Folge: Nur 44% der kommunalen Abfälle konnten 2018 recycelt werden – im Vergleich zu 47% im EU-Durchschnitt. Frankreich hatte sich für 2020 eigentlich ein Ziel von 55% gesetzt. Zum Vergleich: Deutschland recycelt im Durchschnitt 67% seiner Abfälle.

    Der Rechnungshof nennt einige Möglichkeiten, wie Frankreich die Abfallreduzierung verbessern könnte. Als Beispiel nennt er unter anderem die Ausweitung der sogenannten „anreizorientierten Preisgestaltung“. Das Ziel: Die Haushalte sollen die Müllabfuhr nicht mehr nach dem Wert ihrer Wohnung, sondern nach der Menge des anfallenden Mülls bezahlen. Derzeit sind nur etwa 6 Millionen Haushalte von dieser Maßnahme betroffen, wie TF1 Info berichtet. Der Staat hatte sich eigentlich zum Ziel gesetzt, bis 2020 mindestens 15 Millionen Haushalte zu erreichen.

    Der Rechnungshof zeigt auch mit dem Finger auf den Tourismus. Da die touristischen Aktivitäten zu zusätzlichen Abfallmengen führt, regt der Rechnungshof die Einführung eines „Zuschlags auf die Kurtaxe“ in bestimmten Gebieten an.

  • Umwelt: Ein bretonisches Unternehmen recycelt Zigarettenstummel zu Stadtmöbeln

    Umwelt: Ein bretonisches Unternehmen recycelt Zigarettenstummel zu Stadtmöbeln

    Die Firma MéGO stattet Gemeinden, Autobahnraststätten und sogar Stadien aus, insbesondere zur Zeit der Frauenfußball-WM.

    Die Zahl ist astronomisch. Jedes Jahr werden in Frankreich 30 Milliarden Zigarettenstummel weggeworfen, 40% davon landen in der Natur. In einem Versuch, das Verhalten von Rauchern zu ändern, kamen Mitglieder der Assoziation, Zéro Mégot, am Samstagnachmittag, 5. Juni, in Deauville an, nachdem sie 380 km in der Seine geschwommen waren, um den Weg einer weggeworfenen Zigarettenkippe aus der Hauptstadt zu rekonstruieren. Es gibt bisher noch kein organisiertes und finanziertes Netzwerk für das Recycling von Zigarettenkippen. Doch einer Firma gelingt es schon seit vier Jahren, daraus Möbel zu machen.

    Was MéGO heute mit den Zigaretten herstellt, sind im Wesentlichen verschiedene Bänke für Stadtmöbel. Sie statten Kommunen, Autobahnraststätten und Stadien für die Frauenfußball-WM aus. MéGO ist vier Jahre alt und befindet sich in der Nähe von Brest. Das Unternehmen verarbeitet rund zehn Tonnen Abfall pro Jahr. „Wenn Sie zum Beispiel Outdoor-Möbel sehen, haben Sie immer eine Sitzfläche aus Holz oder Plastikspanplatten. Wir verwenden die Zigarettenfilter, die wir thermokomprimieren, um die Stadtmöbel herzustellen“, erklärt Bastien Lucas, Direktor des Unternehmens.

    Ein echtes Ökosystem
    Der Zigarettenstummel wird zum Rohstoff. Er besteht aus Kunststoff, ist aber ein hochgiftiger Gegenstand, der zur Reinigung behandelt werden muss. Zigaretten enthalten Nikotin, Formaldehyde und Teer. In der Fabrik werden sie von den Zigarettenstummeln getrennt und dann wie der Sondermüll aus Krankenhäusern behandelt. Das Unternehmen hat ein echtes Ökosystem rund um das Recycling geschaffen.

    MeGo organisiert die Sammlung von Zigarettenkippen in der Region Paris, indem sie Aschenbecher in mehreren Pariser Stadtteilen aufstellen, insbesondere in Meudon, Levallois und Sèvres. Früher waren die Raucher nicht über die Umweltauswirkungen einer Zigarettenkippe informiert. Sobald man sie aber informiert hatte, hat die große Mehrheit der Raucher begonnen, ihre Kippen in die bereitgestellten Recycling-Aschenbecher zu werfen.

    MéGo hat eine Kette und ein Ökosystem in einem Bereich geschaffen, an dem bald auch Tabakhersteller beteiligt sein werden. Wie bei Kleidung oder Verpackungen müssen sie die Behandlung ihrer Abfälle finanzieren. Das Gesetz zur Kreislaufwirtschaft verlangt die Schaffung einer Wertschöpfungskette, die derzeit noch in der Erprobung ist. Jeder neue Akteur, der produktiv in dieser Kette tätig wird, wirkt sich auch positiv auf den Recyclingsektor aus.