Schlagwort: 2. Weltkrieg

  • De Gaulles Appell vom 18. Juni 1940 – bis heute im Gedächtnis der französischen Republik

    De Gaulles Appell vom 18. Juni 1940 – bis heute im Gedächtnis der französischen Republik

    Der 18. Juni 2025 markiert nicht nur den 85. Jahrestag eines historischen Rundfunkaufrufs, sondern auch den formellen Einzug des Originalmanuskripts der Rede in die „Armoire de fer“, dem französischen Nationalarchiv. Das Dokument, versehen mit handschriftlichen Notizen und Ergänzungen, trägt den Entwurf einer Rede von Charles de Gaulle, die Frankreich zur Fortsetzung des Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime aufrief. Während sie heute als ein wichtiges Symbol der Résistance gilt, wurde sie am Tag der Ausstrahlung kaum gehört. Das aus zwei beidseitig beschriebenen Seiten bestehende Original, versehen mit durchgestrichenen Passagen und hastigen Notizen, vermittelt Authentizität und Dringlichkeit. Es zeigt, dass Charles de Gaulle bis zuletzt am Wortlaut feilte – ein Beleg für die Ernsthaftigkeit der Situation. Die Rede wurde im Londoner Exil formuliert, unmittelbar nachdem de Gaulle von Winston Churchill ein Sendezeitfenster auf BBC Radio erhalten hatte. Die Rede zielte nich…

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  • Normandie 2025: Erinnern für die Ewigkeit – Der 81. Jahrestag des D-Day

    Normandie 2025: Erinnern für die Ewigkeit – Der 81. Jahrestag des D-Day

    Die Klänge der Nationalhymnen, das Schweigen von Tausenden und der Wind, der über die Klippen von Colleville-sur-Mer streicht – der 6. Juni 2025 war mehr als nur eine Gedenkveranstaltung. Es war ein stilles Versprechen an die Vergangenheit, das sich Jahr für Jahr wiederholt: Wir vergessen euch nicht.

    Vor der Kulisse des amerikanischen Soldatenfriedhofs, direkt oberhalb von Omaha Beach, ehrten Frankreichs Verteidigungsminister Sébastien Lecornu und sein US-amerikanischer Amtskollege Pete Hegseth die Gefallenen der Operation Overlord. Der 81. Jahrestag der Landung in der Normandie wurde zu einem emotionalen Ereignis, das die Herzen der Anwesenden berührte – und weit darüber hinaus.

    „Männer mit außergewöhnlichem Mut“

    9.387 weiße Kreuze. Jedes steht für ein Leben, für eine Geschichte – für einen mutigen Schritt in Richtung Freiheit. Lecornu fand klare Worte: Es seien „gewöhnliche Männer mit außergewöhnlichem Mut“ gewesen, die Frankreich aus der Umklammerung des Naziterrors befreit hätten. Seite an Seite mit den Alliierten, mit der Résistance und der Roten Armee.

    Pete Hegseth knüpfte daran an: Der Einsatz dieser Soldaten sei kein Opfer gewesen, sondern ein Vermächtnis. „Sie kämpften, damit unsere Kinder und Enkel es nicht müssen“, betonte er. Und schob hinterher: Auch heute müssten Frankreich und die USA gemeinsam gegen Bedrohungen der Freiheit stehen – nicht mit Waffen allein, sondern mit Haltung.

    Ein Moment, der unter die Haut ging

    Die Atmosphäre war feierlich und ergreifend. Eine Ehrenformation spielte die Hymnen, eine Trompete blies die „Sonnerie aux Morts“. Dann: eine Gedenkminute. Niemand sprach. Niemand musste es. Die Stille sagte alles.

    Blumen wurden niedergelegt, unter anderem am Denkmal für die Schlacht um die Normandie. Einer der berührendsten Momente war zweifellos der Auftritt von Wilbur „Jack“ Myers. Der Veteran, einst Kanonier auf einem Sherman-Panzer, war wenige Tage nach dem D-Day in Frankreich angekommen. Mit glitzernden Augen und fester Stimme sagte er: „Ich bin sehr glücklich, heute hier zu sein.“ Und er ließ es sich nicht nehmen, eine Botschaft zu senden: Liebe und Brüderlichkeit – das seien die Lehren dieses Tages.

    Gegen das Vergessen

    Doch eine Frage stellt sich immer drängender: Wie lange leben noch Zeitzeugen wie Jack Myers? Und wie können ihre Geschichten weitergetragen werden?

    Ein Ansatz ist „L’Hommage aux héros“ – ein neues Projekt in den Départements Calvados und Manche, das Geschichte erlebbar machen will. Es soll ein immersiver Gedenkpfad werden, eine Zeitreise durch den D-Day. Geplant war die Eröffnung bereits 2024 zum 80. Jahrestag – verzögert sich also. Aber der Gedanke zählt: Erinnern darf nicht im Archiv enden. Erinnern muss gelebt werden.

    Wie kann man tiefer eintauchen?

    Wer über das, was am 6. Juni 1944 geschah, mehr wissen will, hat viele Möglichkeiten. Antony Beevors Buch „D-Day: Die Schlacht um die Normandie“ bietet detaillierte Analysen. Cornelius Ryans „Der längste Tag“ schildert die dramatischen Stunden der Invasion. Und wer lieber schaut als liest, für den lohnt sich der gleichnamige Dokumentarfilm oder auch die Originalaufnahmen vom D-Day, die heute aufwendig restauriert vorliegen.

    Vielleicht liegt der Schlüssel zum Verständnis nicht nur in Zahlen und Daten. Sondern in Momenten. In Bildern. In Erzählungen, die uns fühlen lassen, was Mut wirklich bedeutet.

    Die Zeremonie 2025 hat eines deutlich gemacht: Die Erinnerung lebt – so lange Menschen sich versammeln, Namen aussprechen, Geschichten erzählen. Vielleicht ist das sogar unsere wichtigste Aufgabe in diesen unruhigen Zeiten.

    Denn – Hand aufs Herz – wer schützt unsere Freiheit, wenn wir das Vergangene vergessen?

    Autor: Andreas M. B.

  • Was der 30. März der Welt brachte – Revolutionen, Verträge und ein bisschen Rock’n’Roll

    Was der 30. März der Welt brachte – Revolutionen, Verträge und ein bisschen Rock’n’Roll

    Manche Daten in der Geschichte fliegen unter dem Radar. Andere sind wie Magneten für große Wendepunkte – der 30. März gehört definitiv zur zweiten Sorte. An diesem Tag wurde Geschichte geschrieben, verhandelt, erschüttert und gefeiert. Weltweit, aber besonders auch in Frankreich.

    Werfen wir einen Blick auf das, was die Welt an einem 30. März bewegt hat – von mittelalterlichen Aufständen bis hin zu Rocklegenden mit Gitarre in der Hand.

    1282: Die Sizilianische Vesper – Blutiger Aufstand zur Vesperzeit

    Palermo, 30. März 1282, am Ostermontag. Während der Abendmesse – der Vesper – passiert etwas Unerwartetes. Die Bevölkerung der Stadt erhebt sich gegen die französischen Besatzer unter Karl von Anjou. Ein Funke reicht, um ein wahres Inferno zu entzünden: Hunderte Franzosen werden in einer Nacht niedergemetzelt. Was folgt, ist ein Krieg, der ganz Süditalien erschüttert.

    Die „Sizilianische Vesper“ wird zu einem Wendepunkt. Das Königreich Sizilien zerbricht – Peter III. von Aragon wird neuer Herrscher der Insel. Das französisch beherrschte Festland bleibt eigenständig als Königreich Neapel. Dieses Ereignis hat nicht nur eine neue geopolitische Ordnung in Südeuropa geschaffen, sondern auch ein bleibendes Misstrauen gegenüber ausländischer Herrschaft hinterlassen, das sich bis heute in Teilen der sizilianischen Kultur widerspiegelt.

    1867: Russland verkauft Alaska – Der große Tausch gegen 7,2 Millionen Dollar

    Russland hatte genug – Alaska war weit, wild und militärisch kaum zu halten. Also wurde ein Deal mit den Vereinigten Staaten ausgehandelt. Am 30. März 1867 unterschrieb US-Außenminister William Seward den Kaufvertrag: Für 7,2 Millionen Dollar – das sind umgerechnet etwa zwei Cent pro Hektar – wechselte das heutige Alaska den Besitzer.

    Damals hielten viele Amerikaner den Kauf für unsinnig – „Seward’s Icebox“ wurde das neue Territorium höhnisch genannt. Doch der Spott verstummte schnell. Mit dem Fund von Gold, später Öl, wurde Alaska ein strategischer und wirtschaftlicher Glücksgriff. Und heute? Das Gebiet ist nicht nur reich an Ressourcen, sondern auch ein geopolitisch wichtiger Außenposten gegenüber Russland. Ironie des Schicksals, nicht wahr?

    1912: Der letzte Ritt von Karl May

    Ein anderer 30. März markierte das Ende einer literarischen Ära. Der deutsche Schriftsteller Karl May, Schöpfer von Winnetou und Old Shatterhand, stirbt an diesem Tag. Seine Romane – oft geschrieben, ohne dass er jemals die beschriebenen Orte besucht hatte – prägten das Bild vom „Wilden Westen“ für ganze Generationen im deutschsprachigen Raum.

    May war nicht nur ein Phänomen der Unterhaltungswelt. Seine Bücher behandelten immer auch Themen wie Gerechtigkeit, kulturelles Verständnis und Menschlichkeit – Werte, die auch heute noch in einer zunehmend polarisierten Welt hochrelevant sind.

    1945: Heidelberg bleibt stehen

    Der Zweite Weltkrieg neigt sich dem Ende zu, doch in vielen deutschen Städten tobt noch der Kampf. Nicht so in Heidelberg. Am 30. März 1945 marschieren amerikanische Truppen in die Stadt ein – kampflos. Kein Widerstand, keine Bombardierung. Und so bleibt die Altstadt mit ihren Barockbauten erhalten.

    Heute profitiert Heidelberg – im Gegensatz zu vielen anderen Städten – noch immer von diesem Moment. Der Tourismus boomt, Studierende aus aller Welt strömen an die altehrwürdige Universität. Manchmal entscheidet eben ein einziger Tag über das Gesicht einer Stadt für Jahrhunderte.

    1981: Ein Attentat, das die USA erschütterte

    In Washington D.C. geschieht am 30. März 1981 ein Attentat, das um die Welt geht. Der frisch gewählte US-Präsident Ronald Reagan wird von John Hinckley Jr. angeschossen. Nur knapp entgeht er dem Tod. Die USA halten den Atem an, doch Reagan überlebt – und gewinnt mit seiner humorvollen Art in der Krise zusätzliche Sympathien. Seine berühmte Bemerkung an die Ärzte im OP? „Ich hoffe, Sie sind alle Republikaner.“

    Solche Sätze prägen ein Image. Und tatsächlich festigte das Attentat nicht nur Reagans politische Position, sondern veränderte auch die Sicherheitsmaßnahmen für Staatsoberhäupter weltweit.

    1998: Russland und die Menschenrechte – ein kurzer Frühling

    Ein kleiner Hoffnungsschimmer blitzte am 30. März 1998 auf: Russland unterzeichnet die Europäische Menschenrechtskonvention. Es war ein symbolträchtiger Schritt Richtung Westen – hinein in eine Welt von Rechten, Demokratie und internationaler Zusammenarbeit.

    Heute, in Zeiten wachsender Spannungen zwischen Russland und dem Westen, wirkt dieser Moment fast wie aus einer anderen Ära. Aber: Er zeigt, dass auch große Systeme manchmal Schwankungen zulassen – zumindest für einen Moment. Wer weiß, ob solche Signale in Zukunft nicht doch wieder eine Rolle spielen.

    Ein bisschen Musik darf nicht fehlen: Eric Clapton wird 80

    Und zum Schluss ein Geburtstagsständchen: Am 30. März 1945 kommt Eric Clapton zur Welt. Der Mann mit der Gitarre, der für viele zur Legende wurde. Blues, Rock, ein Hauch von Soul – Clapton prägte ganze Musikrichtungen. Und auch wenn die Jahre ins Gesicht geschrieben stehen, der Sound bleibt jung.

    Wie viele Menschen weltweit verdanken ihm wohl ihre erste Gitarre, den ersten Griff, das erste Solo im Kinderzimmer?

    Der rote Faden des 30. März

    Was verbindet diese Ereignisse, die auf den ersten Blick kaum etwas miteinander zu tun haben? Vielleicht dies: Der 30. März steht immer wieder für Wendepunkte. Für Aufbrüche, Umbrüche – manchmal tragisch, manchmal hoffnungsvoll. Ein Tag, an dem Geschichte nicht stillsteht, sondern mit Nachdruck ihre Richtung ändert.

    Und manchmal – da reicht eine Messe am Abend, ein Vertrag auf Papier oder eine Kugel, um die Welt in Bewegung zu setzen.

  • 24. März – Wendepunkte, Tragödien und Durchbrüche

    24. März – Wendepunkte, Tragödien und Durchbrüche

    Manchmal sind es scheinbar gewöhnliche Tage, an denen Geschichte geschrieben wird. Der 24. März ist so ein Tag – vollgepackt mit Ereignissen, die in die Annalen eingegangen sind. Von dramatischen politischen Wendungen über technische Pionierleistungen bis hin zu bitteren Tragödien: Ein Blick auf diesen Tag führt uns quer durch die Jahrhunderte, über Kontinente hinweg – und auch mitten hinein ins Herz Frankreichs.


    1944: Das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen

    Rom, 24. März 1944: Als Reaktion auf einen Anschlag der italienischen Widerstandsbewegung, bei dem 33 deutsche Soldaten ums Leben kamen, befahl die deutsche Besatzungsmacht die brutale Ermordung von 335 Zivilisten. In den Ardeatinischen Höhlen südlich der italienischen Hauptstadt wurden die Opfer – darunter viele Juden und politische Gefangene – erschossen und ihre Leichen in den Stollen verscharrt.

    Dieses Kriegsverbrechen brannte sich tief ins kollektive Gedächtnis Italiens ein und ist bis heute ein Mahnmal gegen Vergeltungsterror. Der verantwortliche SS-Obersturmbannführer Herbert Kappler wurde nach dem Krieg verurteilt, allerdings später aus gesundheitlichen Gründen entlassen – ein Umstand, der in Italien für Empörung sorgte.


    1999: Beginn der NATO-Luftangriffe auf Jugoslawien

    Ein weiterer 24. März, ein weiteres Kapitel europäischer Geschichte – dieses Mal jedoch aus der jüngeren Vergangenheit. Im Jahr 1999 begann die NATO ohne UN-Mandat mit Luftangriffen gegen die Bundesrepublik Jugoslawien. Ziel war es, die serbischen Angriffe auf die albanische Bevölkerung im Kosovo zu stoppen.

    Die Militäroperation markierte einen Wendepunkt: Zum ersten Mal griff das westliche Bündnis ein souveränes Land in Europa ohne UNO-Beschluss an – eine bis heute umstrittene Entscheidung. Die Bombardierungen dauerten 78 Tage und endeten mit dem Rückzug serbischer Truppen sowie der Stationierung internationaler Friedenstruppen im Kosovo.

    Was bleibt? Eine Region, die bis heute mit offenen politischen Wunden kämpft – und eine Debatte über Völkerrecht, Moral und politische Verantwortung, die alles andere als abgeschlossen ist.


    1882: Die Entdeckung des Tuberkulose-Erregers

    Am 24. März 1882 verkündete Robert Koch in Berlin eine wissenschaftliche Sensation: die Identifikation des Tuberkulose-Erregers Mycobacterium tuberculosis. In einer Zeit, in der Tuberkulose als „weiße Pest“ wütete und Millionen das Leben kostete, kam dieser Durchbruch einem medizinischen Meilenstein gleich.

    Kochs Erkenntnis legte den Grundstein für spätere Impfungen, Diagnoseverfahren und Therapien – auch wenn die vollständige Kontrolle über die Krankheit bis heute nicht gelungen ist. Sein Vortrag vor der Berliner Physiologischen Gesellschaft dauert nur eine halbe Stunde, doch er veränderte die Welt. Und das ganz konkret: Seit 1982 ist der 24. März der offizielle „Welt-Tuberkulose-Tag“.


    1989: Der Untergang des Öltankers Exxon Valdez

    Früh am Morgen des 24. März 1989 läuft die Exxon Valdez im Prinz-William-Sund vor der Küste Alaskas auf ein Riff. Es dauert nicht lange, bis Tausende Tonnen Rohöl ins Meer strömen – eine der schlimmsten Umweltkatastrophen in der Geschichte der USA.

    Die Folgen sind verheerend: Hunderttausende Seevögel, Robben, Wale und Fische verenden. Die Küstenregion wird auf Jahre hinaus vergiftet. Die Katastrophe hat weitreichende Konsequenzen – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Wahrnehmung der Ölindustrie. In der Folge verschärfen viele Länder ihre Sicherheitsvorkehrungen für Tankertransporte.


    2015: Germanwings-Flug 9525 – Die Tragödie in den französischen Alpen

    Ein Tag, der sich in das kollektive Gedächtnis Frankreichs und Deutschlands eingebrannt hat: Am 24. März 2015 zerschellte ein Airbus A320 der Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den südfranzösischen Alpen. 150 Menschen sterben.

    Was zunächst wie ein tragischer Unfall aussieht, entpuppt sich als bewusst herbeigeführtes Unglück. Der Co-Pilot Andreas Lubitz, psychisch schwer belastet, hatte das Flugzeug absichtlich in die Berge gesteuert. Der Fall wirft unbequeme Fragen auf: über medizinische Betreuung, über Sicherheitsvorgaben im Cockpit – und über das Schweigen, das psychische Erkrankungen oft umgibt.

    Ein tragisches Mahnmal bleibt: Am Absturzort bei Le Vernet erinnert heute ein stilles Denkmal an die Opfer – und an das Unbegreifliche dieses Tages.


    Frankreich und der 24. März – Mehr als nur Germanwings

    Frankreichs Geschichte am 24. März ist jedoch nicht nur von Katastrophen geprägt.

    Am 24. März 1808 erließ Napoleon Bonaparte das Décret de Bayonne. Dieses Gesetz sollte ursprünglich spanische Truppen kontrollieren, entwickelte sich aber bald zu einem zentralen Werkzeug der französischen Kontrolle über Spanien während der Napoleonischen Kriege. Es ist ein Beispiel dafür, wie rechtliche Maßnahmen als politisches Instrument dienen – und wie Frankreich versuchte, Macht über das europäische Festland zu sichern.

    Ein anderes, fast vergessenes Datum: Am 24. März 1853 wird in Paris das Opernhaus Théâtre Lyrique eröffnet – ein Kulturereignis, das Paris als Zentrum musikalischer Innovationen weiter stärkte. Unter seiner Leitung sollten Werke wie Faust von Gounod und Carmen von Bizet erstmals das Licht der Bühne erblicken.


    Kurios: Der 24. März und das Eis am Stiel

    Ein kleiner Fun Fact am Rande: Am 24. März 1923 wurde in den USA das Patent für das erste industriell hergestellte Eis am Stiel erteilt – damals noch unter dem Namen „Epsicle“. Ein kleiner Moment mit großem Nachhall. Denn wer denkt bei einem heißen Sommertag nicht an diesen süßen Klassiker?


    Ein Tag, der Geschichten schreibt

    Der 24. März zeigt, wie breit das Spektrum der Geschichte sein kann: von grausamen Kriegsverbrechen bis zu medizinischen Durchbrüchen, von politischen Entscheidungen bis zu kulturellen Meilensteinen.

    Was lehrt uns dieser Blick zurück? Vielleicht, dass jeder Tag das Potenzial trägt, Geschichte zu schreiben – auch wenn er zunächst ganz gewöhnlich erscheint. Und manchmal entscheidet nur ein einziger Moment über Erinnerung oder Vergessen.

    Wer weiß, welches Ereignis wohl am kommenden 24. März für Schlagzeilen sorgen wird?

  • Überraschender Fund: Bauer entdeckt sechs Weltkriegsgranaten in seiner Kartoffelernte

    Überraschender Fund: Bauer entdeckt sechs Weltkriegsgranaten in seiner Kartoffelernte

    Ein Landwirt aus Thiant (Nordfrankreich) machte am Montagmorgen eine unerwartete Entdeckung: Mitten in seiner Kartoffelernte tauchten sechs Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Zwar waren die alten Sprengkörper nicht mehr funktionsfähig – doch der Vorfall zeigt erneut, wie hoch das Risiko des Krieges auch 80 Jahre später noch ist.

    Ein explosiver Morgen auf dem Feld

    Der Bauer hatte gerade seine Ernte eingebracht, als er die rostigen Metallkörper bemerkte. Statt sie zu bewegen, tat er das einzig Richtige: Er alarmierte sofort die Polizei und den Notdienst. Die Behörden sperrten das Gelände weiträumig ab, während Sprengstoffexperten anrückten, um die Gefahr zu untersuchen.

    Ein Bewohner eines nahegelegenen Ferienhauses wurde während der Räumung vorsorglich unter Hausarrest gestellt – eine Standardmaßnahme in solchen Situationen. Am Ende stellte sich heraus, dass die Granaten aufgrund ihres Alters stark beschädigt und ungefährlich waren. Doch in vielen Fällen sind solche Funde alles andere als harmlos.

    Kriegsspuren unter unseren Füßen

    Der Fund in Thiant ist kein Einzelfall. Erst vergangene Woche wurde in Paris, nur 2,5 Kilometer von der Gare du Nord entfernt, eine Weltkriegsbombe entdeckt. Dort mussten 200 Menschen evakuiert werden, und weitere Anwohner in einem 500-Meter-Radius wurden aufgefordert, während der Entschärfung in ihren Häusern zu bleiben.

    Besonders in Nordfrankreich, das in beiden Weltkriegen schwer umkämpft war, tauchen immer wieder Blindgänger auf. Schätzungen zufolge liegen noch Tausende von Sprengkörpern im Boden, Überbleibsel der Bombardierungen und Schlachten, die die Region einst verwüsteten.

    Eine Erinnerung aus der Vergangenheit

    Auch wenn die Granaten von Thiant diesmal keine Gefahr darstellten, bleibt die Botschaft klar: Der Krieg mag Geschichte sein – doch seine Überreste sind es nicht. Bauern, Bauarbeiter und Spaziergänger in betroffenen Regionen sind gut beraten, verdächtige Funde sofort zu melden.

    Der Landwirt aus Thiant wird diese Kartoffelernte wohl nicht so schnell vergessen. Und vielleicht fragt man sich beim nächsten Spaziergang durch Nordfrankreich: Was liegt wohl noch alles unter unseren Füßen verborgen?

    Von C. Hatty

  • Sensationelle Entdeckung: Gestohlener Teil der berühmten Tapisserie von Bayeux in Deutschland aufgetaucht

    Sensationelle Entdeckung: Gestohlener Teil der berühmten Tapisserie von Bayeux in Deutschland aufgetaucht

    Ein lange verborgenes Fragment der weltberühmten Tapisserie von Bayeux wurde in Deutschland entdeckt – mehr als 80 Jahre nach seiner heimlichen Entwendung während der Besetzung Frankreichs durch die Nazis. Für Historiker und Kunstexperten ist dies eine kleine Sensation. Doch wie konnte das wertvolle…

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  • Heute in der Geschichte: Der 9. März – Wendepunkte der Weltgeschichte

    Heute in der Geschichte: Der 9. März – Wendepunkte der Weltgeschichte

    Der 9. März ist ein Datum, das auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar wirkt – doch ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass an diesem Tag bedeutende Ereignisse stattfanden. Revolutionen nahmen ihren Lauf, berühmte Persönlichkeiten wurden geboren, und politische Weichen wurden gestellt. Sowohl weltweit als auch in Frankreich markierte dieser Tag Wendepunkte, die bis heute nachwirken.

    Weltweite Ereignisse am 9. März

    1842: Die erste Narkose mit Äther

    Die moderne Medizin verdankt dem 9. März 1842 einen entscheidenden Fortschritt: Der US-amerikanische Arzt Crawford Williamson Long führte erstmals eine Operation unter Äthernarkose durch. Er entfernte einem Patienten einen Tumor – und dieser spürte nichts! Diese bahnbrechende Entdeckung revolutionierte die Chirurgie und legte den Grundstein für die Anästhesie, wie wir sie heute kennen.

    1959: Die Geburt der Barbie-Puppe

    Kaum eine Puppe hat die Kindheit von Generationen so geprägt wie Barbie. Am 9. März 1959 stellte die amerikanische Firma Mattel das Spielzeug erstmals auf der New Yorker Spielwarenmesse vor. Die Schöpferin, Ruth Handler, ließ sich von einer deutschen Puppe namens „Bild-Lilli“ inspirieren und schuf mit Barbie eine der erfolgreichsten Spielzeugfiguren der Geschichte.

    1961: Sputnik 9 – Ein Hund im All

    Am 9. März 1961 startete die Sowjetunion den Raumflug Sputnik 9. An Bord: Ein Hund namens Tscherjuschka, ein Meerschweinchen, einige Mäuse und ein Versuchsmannikin. Ziel des Experiments war es, die Auswirkungen der Schwerelosigkeit zu testen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ersten bemannten Raumfahrt, die nur einen Monat später mit Juri Gagarin folgte.

    1990: Litauen erklärt seine Unabhängigkeit

    Nach Jahrzehnten sowjetischer Herrschaft erklärte Litauen am 9. März 1990 als erste der Sowjetrepubliken seine Unabhängigkeit von der UdSSR. Die Moskauer Führung unter Michail Gorbatschow versuchte, den Schritt rückgängig zu machen, doch die Litauer blieben standhaft. Diese Unabhängigkeitserklärung war ein Signal für die anderen baltischen Staaten und beschleunigte letztlich den Zerfall der Sowjetunion.

    2011: Der Beginn des syrischen Bürgerkriegs

    Anfang März 2011 kam es in der Stadt Daraa zu Protesten gegen das Regime von Baschar al-Assad. Am 9. März eskalierte die Lage weiter, nachdem Sicherheitskräfte brutal gegen Demonstranten vorgingen. Was als Protestbewegung begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem blutigen Bürgerkrieg, der bis heute andauert und Millionen von Menschen zur Flucht zwang.


    Frankreich und der 9. März: Ein Tag der politischen Umbrüche

    1765: Geburt von Joseph Nicéphore Niépce – dem Pionier der Fotografie

    Joseph Nicéphore Niépce, geboren am 9. März 1765 in Chalon-sur-Saône, gilt als einer der Erfinder der Fotografie. Ihm gelang es in den 1820er-Jahren, mithilfe der Heliografie das erste beständige Bild aufzunehmen. Seine Erfindung war eine Revolution – heute wäre unsere Welt ohne Fotografie kaum vorstellbar!

    1796: Napoleon Bonaparte heiratet Joséphine de Beauharnais

    Am 9. März 1796 gab sich Napoleon Bonaparte mit Joséphine de Beauharnais das Ja-Wort. Ihre Beziehung war leidenschaftlich, aber nicht unkompliziert. Obwohl Napoleon Joséphine liebte, ließ er sich 1809 von ihr scheiden – weil sie ihm keinen Thronfolger schenken konnte.

    1815: Napoleon kehrt während der „Herrschaft der Hundert Tage“ nach Paris zurück

    Nach seiner Flucht von der Insel Elba landete Napoleon am 1. März 1815 in Südfrankreich. Sein Marsch Richtung Paris war ein Spektakel: Überall schlossen sich ihm Soldaten an, und am 9. März wurde er von immer mehr Unterstützern gefeiert. König Ludwig XVIII. sah die Gefahr – er befahl den Truppen, Napoleon aufzuhalten. Doch anstatt ihn zu verhaften, liefen sie zu ihrem alten Befehlshaber über. Napoleon war zurück – seine Herrschaft würde allerdings nur 100 Tage andauern.

    1905: Das Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat wird diskutiert

    Frankreich ist bekannt für seinen strikten Laizismus – die Trennung von Kirche und Staat. Ein entscheidender Moment in dieser Entwicklung war die Debatte am 9. März 1905, die schließlich zum berühmten Gesetz von Dezember 1905 führte. Dieses Gesetz schuf die Grundlage für die strikte Neutralität des Staates in religiösen Fragen.

    1945: Die Japaner besetzen Französisch-Indochina

    Während des Zweiten Weltkriegs stand Französisch-Indochina unter der Kontrolle des Vichy-Regimes, einer von Deutschland abhängigen Marionettenregierung. Am 9. März 1945 setzten die Japaner das französische Kolonialregime ab und übernahmen direkt die Herrschaft. Dieser Schritt beschleunigte später die Unabhängigkeitsbestrebungen in Vietnam, die schließlich zum Indochinakrieg führten.

    1974: Die letzten französischen Truppen verlassen den Südpazifik nach dem Ende der Atomtests

    Frankreich führte seit den 1960er-Jahren Atomtests in Polynesien durch – sehr zum Ärger der lokalen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft. Nach jahrelangen Protesten und Druck aus dem Ausland gab die französische Regierung schließlich nach. Am 9. März 1974 wurde der Rückzug der letzten militärischen Einheiten aus Mururoa und Fangataufa beschlossen.


    Fazit: Der 9. März als Spiegel der Geschichte

    Was für ein Tag! Von revolutionären Erfindungen über politische Umbrüche bis hin zu weltbewegenden Kriegen – der 9. März ist ein Datum, das viele historische Epochen berührt.

    Ob in Frankreich mit Napoleons Rückkehr oder weltweit mit Litauens Unabhängigkeit – dieser Tag zeigt, wie Geschichte sich immer wieder neu schreibt. Wer weiß, welches zukünftige Ereignis eines Tages den 9. März in den Geschichtsbüchern erweitern wird?

  • Bombenfund nahe dem Gare du Nord in Paris: Ein häufiges Ereignis in Frankreich

    Bombenfund nahe dem Gare du Nord in Paris: Ein häufiges Ereignis in Frankreich

    Ein Bombenalarm legte am 7. März den Bahnverkehr rund um den Gare du Nord in Paris lahm. Der Grund? Eine nicht explodierte Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde auf den Gleisen in Saint-Denis entdeckt. Hunderte Züge fielen aus, Tausende Reisende waren betroffen. Doch so spektakulär diese Nachricht auch klingt – solche Funde sind in Frankreich keine Seltenheit.

    13.000 Einsätze in einem Jahr

    Frankreich gleicht stellenweise einem riesigen archäologischen Minenfeld. Allein 2023 rückte der Kampfmittelräumdienst der Zivilschutzbehörde fast 13.000 Mal aus, um alte Kriegsmunition zu entschärfen. Immer wieder tauchen Bomben, Granaten oder Minen auf – sei es in der Normandie, in den Ardennen oder wie zuletzt in Paris.

    Gerade in den ersten Monaten des Jahres häuften sich solche Funde: Ein Taucher entdeckte im Februar eine 450-Kilogramm-Bombe vor der Küste der Insel Tatihou. Am Flughafen Nantes mussten Bauarbeiten gestoppt werden, als eine alte Granate zum Vorschein kam. Ähnliche Funde gab es in Carignan und anderen Regionen.

    Frankreichs verborgene Kriegsrelikte

    Wie kann es sein, dass fast 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs immer noch Bomben aus dem Boden geholt werden? Die Erklärung liegt in der Art und Weise, wie diese Waffen konstruiert wurden. Laut Experten sind Bomben Präzisionsinstrumente – fast wie Uhrwerke. Doch nicht jede explodierte beim Aufprall. Manche blieben einfach im Boden stecken, weil sie in einem ungünstigen Winkel auftrafen.

    Hinzu kommen menschliche Fehler: Manche Sprengsätze wurden mit einer Sicherung abgeworfen, die damals vergessen wurde zu entfernen. Und mit der Zeit arbeiten sich diese Blindgänger durch Erosion, Bauarbeiten oder landwirtschaftliche Tätigkeiten wieder an die Oberfläche.

    Wenn die Bombe gefunden wird – was dann?

    Die Entdeckung einer alten Bombe setzt eine präzise Sicherheitskette in Gang. Zunächst rücken Polizei oder Gendarmerie an, um die Lage zu bewerten. Sie entscheiden, ob der Kampfmittelräumdienst sofort eingreifen muss.

    Gefährlich wird es bei besonders großen Sprengkörpern oder wenn Rauch oder Flammen austreten. In solchen Fällen – wie bei der Bombe am Gare du Nord – erfolgt die Entschärfung umgehend. In weniger akuten Situationen, etwa wenn ein Bauer eine alte Granate auf seinem Feld findet, können sich die Experten auch Zeit lassen. Dann wird das Gebiet abgesperrt, das Geschoss sicher abtransportiert und später kontrolliert gesprengt.

    Die Aufgabe der Bombenräumer

    Frankreich wird seine Altlasten aus den Weltkriegen wohl noch lange mit sich tragen. Jährlich werden rund 450 Tonnen Sprengstoffreste entschärft – eine gewaltige Zahl. Und trotzdem liegen vermutlich noch Millionen unentdeckter Sprengkörper in französischen Böden.

    Das bedeutet für Bauarbeiter, Landwirte oder Spaziergänger: Die Wahrscheinlichkeit, über eine Kriegsbombe zu stolpern, ist nicht so gering, wie man vielleicht denkt. Wer einen verdächtigen Gegenstand findet, sollte eines auf keinen Fall tun – ihn anfassen.

    Von C. Hatty

  • 31. Januar: Ein Tag voller Wendepunkte in der Geschichte

    31. Januar: Ein Tag voller Wendepunkte in der Geschichte

    Jeder Tag hat seine eigene Geschichte – und der 31. Januar ist da keine Ausnahme. Ob in Frankreich oder anderswo auf der Welt, dieses Datum markierte bedeutende politische Umbrüche, wissenschaftliche Durchbrüche und kulturelle Meilensteine. Von dramatischen Ereignissen der Französischen Revolution bis zur Eroberung des Weltalls – werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Geschehnisse dieses Tages.


    Revolution und Restauration: Frankreich am 31. Januar

    1793: Frankreichs Revolution wird radikaler

    Der Januar 1793 war in Frankreich eine Zeit des Umbruchs – und des Schreckens. Nur wenige Tage zuvor, am 21. Januar, hatte die Französische Revolution mit der Hinrichtung von König Ludwig XVI. eine dramatische Wende genommen. Doch die Revolutionäre in Paris hatten keine Zeit für lange Trauer oder Feierlichkeiten. Am 31. Januar 1793 beschloss der französische Nationalkonvent, die Grenzen der Republik weiter zu sichern: Er erklärte offiziell den Krieg gegen Großbritannien und die Niederlande.

    Diese Entscheidung sollte weitreichende Folgen haben. Frankreich geriet in eine Reihe von Koalitionskriegen, die über ein Jahrzehnt andauern und letztlich den Aufstieg Napoleons Bonaparte ermöglichen sollten. Doch im Moment der Kriegserklärung war die Lage in Frankreich instabil – wirtschaftliche Krisen, innere Revolten und eine wachsende Radikalisierung führten zur Schreckensherrschaft unter Robespierre.

    1879: Frankreichs Republik festigt sich

    Ein weiteres bedeutendes Ereignis in Frankreichs Geschichte fand am 31. Januar 1879 statt: Jules Grévy wurde als Präsident der Dritten Republik vereidigt. Warum war das so wichtig? Weil es den endgültigen Abschied vom Bonapartismus bedeutete. Der vorherige Präsident, Patrice de MacMahon, ein Anhänger der Monarchisten, hatte versucht, die Republik zu schwächen und eine Rückkehr zur Monarchie zu ermöglichen. Doch das Parlament stellte sich dagegen – und MacMahon musste zurücktreten.

    Mit Grévys Wahl wurde die Republik gefestigt. Es war ein Zeichen, dass sich Frankreich von den turbulenten Jahren des Zweiten Kaiserreichs erholte und einen stabileren, demokratischen Weg einschlug.


    Ein Blick über Frankreich hinaus: Weltweite Ereignisse am 31. Januar

    1865: Das Ende der Sklaverei in den USA

    Ein epochales Ereignis in der Geschichte der Menschenrechte geschah am 31. Januar 1865: Der US-Kongress verabschiedete den 13. Verfassungszusatz, der die Sklaverei in den Vereinigten Staaten offiziell abschaffte.

    Dieser Moment war der Höhepunkt eines jahrzehntelangen Kampfes gegen die unmenschliche Praxis der Sklaverei, die Millionen von Afroamerikanern brutal unterdrückte. Doch damit war der Kampf um Gleichberechtigung noch lange nicht vorbei – die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von Rassentrennung und Diskriminierung. Dennoch bleibt der 31. Januar 1865 ein Tag, an dem die USA einen entscheidenden Schritt in Richtung Gerechtigkeit machten.

    1958: Die USA antworten auf den Sputnik-Schock

    Am 4. Oktober 1957 hatte die Sowjetunion mit „Sputnik 1“ den ersten Satelliten ins All geschossen – ein Schock für die USA, die befürchteten, im Wettlauf um die Raumfahrt und militärische Vorherrschaft ins Hintertreffen zu geraten. Doch am 31. Januar 1958 gelang die Antwort: Die USA schickten ihren ersten eigenen Satelliten, „Explorer 1“, ins All.

    Dieser Start markierte den Beginn des amerikanischen Raumfahrtprogramms und legte den Grundstein für die NASA, die ein Jahr später gegründet wurde. Die Raumfahrt war nicht mehr nur eine wissenschaftliche Herausforderung, sondern ein politisches Symbol – ein Zeichen dafür, wer in der Welt die technologische Vorherrschaft innehatte.

    1943: Die deutsche 6. Armee kapituliert in Stalingrad

    Eine der bedeutendsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs fand am 31. Januar 1943 ihr dramatisches Ende: Die 6. Armee der Wehrmacht unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus kapitulierte in Stalingrad.

    Diese Niederlage war ein Wendepunkt im Krieg – es war das erste Mal, dass eine ganze deutsche Armee vernichtend geschlagen wurde. Hitler hatte Paulus befohlen, bis zum letzten Mann zu kämpfen, doch die Lage war aussichtslos: Hunger, Kälte und ständige sowjetische Angriffe zwangen die Deutschen zur Aufgabe.

    Mit der Kapitulation begann der Rückzug der deutschen Truppen aus der Sowjetunion, und Stalingrad wurde zum Symbol für die Wende im Zweiten Weltkrieg.


    Kuriose und bemerkenswerte Ereignisse am 31. Januar

    Neben den großen politischen und militärischen Umbrüchen gab es auch einige bemerkenswerte – und teils skurrile – Ereignisse, die am 31. Januar stattfanden:

    • 1950: US-Präsident Harry S. Truman kündigt die Entwicklung der Wasserstoffbombe an – eine neue Stufe des Wettrüstens im Kalten Krieg.
    • 1985: Die weltweit erste erfolgreiche Leihmutterschaft endet mit der Geburt eines Kindes in England. Ein medizinischer Durchbruch, der ethische Debatten auslöste.
    • 1961: Der Schimpanse Ham wird als erstes Lebewesen ins All geschickt und kehrt lebend zurück. Ein wichtiger Test für die späteren bemannten Raumfahrtmissionen.

    Der 31. Januar: Ein Tag voller Wendepunkte

    Was macht den 31. Januar so besonders? Er war ein Tag der Kriegsentscheidungen, politischer Weichenstellungen und wissenschaftlicher Durchbrüche. Frankreich festigte seine Republik, Amerika schaffte die Sklaverei ab, die Raumfahrt erreichte neue Höhen und Stalingrad besiegelte Hitlers Niederlage.

    Die Geschichte zeigt uns, dass selbst ein einziges Datum über Sieg oder Niederlage, Fortschritt oder Rückschritt entscheiden kann. Wer weiß – vielleicht wird der 31. Januar in Zukunft erneut als Tag in die Geschichtsbücher eingehen.

  • Historische Ereignisse an einem 31. Dezember: Ein Blick auf die Welt und Frankreich

    Historische Ereignisse an einem 31. Dezember: Ein Blick auf die Welt und Frankreich

    Der 31. Dezember, bekannt als Silvester, markiert nicht nur den Übergang ins neue Jahr, sondern war auch Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse. Werfen wir einen Blick auf einige dieser denkwürdigen Momente weltweit und in Frankreich.

    Weltweite Ereignisse

    • 406 n. Chr.: Völkerwanderung über den Rhein: An diesem Tag überquerten Vandalen, Alanen und Sueben den zugefrorenen Rhein bei Mainz und drangen ins weströmische Gallien ein. Dieses Ereignis gilt als bedeutender Moment in der Völkerwanderung und trug zum Zerfall des Weströmischen Reiches bei.
    • 1600: Gründung der Britischen Ostindien-Kompanie: Königin Elisabeth I. erteilte der Britischen Ostindien-Kompanie das königliche Privileg, Handelsrouten in den Ostindischen Raum zu erkunden. Dies legte den Grundstein für das britische Kolonialreich in Indien. On This Day
    • 1857: Ottawa wird Hauptstadt von Kanada: Königin Victoria bestimmte Ottawa zur neuen Hauptstadt der Provinz Kanada, was den Weg für die spätere Entwicklung der Stadt ebnete.
    • 1879: Edisons erste öffentliche Demonstration der Glühlampe: Thomas Edison präsentierte erstmals öffentlich seine funktionierende Glühlampe und leitete damit eine neue Ära der Beleuchtung ein.
    • 1999: Rücktritt von Boris Jelzin: Der russische Präsident Boris Jelzin trat überraschend zurück und übergab die Amtsgeschäfte an Wladimir Putin, was die politische Landschaft Russlands nachhaltig veränderte.

    Ereignisse in Frankreich

    • 1908: Attentat auf Georges Clemenceau: In Paris gab ein Korse namens Anton Benedetti sechs Schüsse auf das Fenster des Büros von Ministerpräsident Georges Clemenceau ab. Clemenceau blieb unverletzt. Benedetti begründete seinen Anschlag damit, dass Clemenceau eine zuvor erteilte Lotteriebewilligung zurückgezogen habe.
    • 1908: Flugrekord von Wilbur Wright in Le Mans: Wilbur Wright stellte in Le Mans einen Flugweltrekord auf, indem er in 2 Stunden, 25 Minuten und 23 Sekunden eine Strecke von 124,7 Kilometern zurücklegte. Dieser Erfolg markierte einen bedeutenden Fortschritt in der Luftfahrtgeschichte.
    • 1929: Liquidationsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich: Im Zuge des Young-Plans schlossen das Deutsche Reich und Frankreich ein Liquidationsabkommen, das finanzielle Fragen zwischen den beiden Ländern regelte.
    • 1944: Ungarn erklärt Deutschland den Krieg: Die ungarische Gegenregierung unter Béla Dálnoki-Miklós erklärte dem Deutschen Reich den Krieg, was die politischen Verhältnisse in Europa während des Zweiten Weltkriegs weiter veränderte.

    Kulturelle Ereignisse

    • 1901: Uraufführung von Tschechows „Drei Schwestern“: In Moskau wurde Anton Tschechows Drama „Drei Schwestern“ erstmals aufgeführt und gilt seither als Meisterwerk der Theaterliteratur.

    Wissenschaftliche Fortschritte

    • 1911: Zweiter Nobelpreis für Marie Curie: Marie Curie erhielt ihren zweiten Nobelpreis, diesmal in Chemie, für ihre Arbeiten zur Radioaktivität. Sie war die erste Person, die zweimal mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
    • 1963: Erstes gemeinsames Musizieren von Jerry Garcia und Bob Weir: Jerry Garcia und Bob Weir, die späteren Gründungsmitglieder der Grateful Dead, spielten erstmals gemeinsam Musik in Palo Alto, Kalifornien.

    Der 31. Dezember ist somit nicht nur ein Tag des Feierns und des Abschieds vom alten Jahr, sondern auch ein Datum, das in der Geschichte zahlreiche bedeutende Ereignisse verzeichnet. Von politischen Umwälzungen über wissenschaftliche Durchbrüche bis hin zu kulturellen Meilensteinen – dieser Tag spiegelt die Vielfalt menschlicher Errungenschaften und Herausforderungen wider.