Kategorie: Wirtschaft

  • Eskalation im transatlantischen Handelsstreit: Neue Zölle belasten Beziehungen

    Eskalation im transatlantischen Handelsstreit: Neue Zölle belasten Beziehungen

    Am Mittwoch sind die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte in Höhe von 25 Prozent in Kraft getreten. Diese Maßnahme hat unmittelbare Gegenreaktionen der Europäischen Union ausgelöst, die mit eigenen Zöllen auf US-Produkte im Wert von 26 Milliarden Euro antworten will.

    Die US-Regierung begründet die Zölle mit dem Schutz der nationalen Sicherheit und der heimischen Industrie. Trump argumentiert, dass exzessive Stahl- und Aluminiumimporte die nationale Sicherheit der USA bedrohen und wirft insbesondere China vor, den Weltmarkt mit billigem Metall zu fluten.

    Reaktion der Europäischen Union

    Die Europäische Union betrachtet die US-Zölle als ungerechtfertigt und schädlich für transatlantische Handelsbeziehungen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte die Maßnahmen mit der Begründung, dass Zölle eine zusätzliche Steuer darstellen, die Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen belaste. Die EU plant daher, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, die US-Produkte wie Bourbon-Whiskey, Jeans, Motorräder, Boote und Erdnussbutter betreffen.

    Diese Gegenmaßnahmen sollen in zwei Phasen umgesetzt werden. In der ersten Phase, beginnend am 1. April, werden Zölle auf US-Produkte im Wert von etwa acht Milliarden Euro erhoben. In der zweiten Phase, nach Konsultation der Mitgliedstaaten und Interessengruppen, sollen Mitte April weitere Zölle auf US-Waren im Wert von 18 Milliarden Euro folgen.

    Historische Parallelen und wirtschaftliche Auswirkungen

    Die aktuellen Entwicklungen erinnern an den Handelskonflikt zwischen der EU und den USA während Trumps erster Amtszeit. Damals führte die Einführung von Zöllen auf europäische Stahl- und Aluminiumimporte zu Vergeltungszöllen der EU auf US-Produkte wie Jeans, Bourbon-Whiskey und Motorräder. Während der Amtszeit von Präsident Joe Biden wurde ein Stillhalteabkommen geschlossen, das die Zölle entschärfte.

    Die erneute Eskalation des Handelsstreits könnte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Die neuen US-Zölle betreffen Exporte der EU im Gesamtwert von 26 Milliarden Euro, was etwa fünf Prozent der gesamten Warenexporte der EU in die USA entspricht. US-Importeure könnten bis zu sechs Milliarden Euro an zusätzlichen Importzöllen zahlen müssen.

    Auch die deutsche Stahlindustrie zeigt sich besorgt. Vertreter der Branche betonen die angespannte Lage und fordern eine konsequente Anpassung der EU-Schutzmaßnahmen, um den Importdruck zu mindern.

    Politische Dimension und Ausblick

    Die EU zielt mit ihren Gegenmaßnahmen darauf ab, politischen Druck auf die USA auszuüben. Durch die gezielte Auswahl von Produkten aus Trump-Hochburgen, wie Bourbon-Whiskey und Motorräder, sollen insbesondere Unternehmen in republikanisch geprägten Bundesstaaten getroffen werden.

    Trotz der verhärteten Fronten betonte von der Leyen die Bereitschaft der EU zu Verhandlungen. Sie hob hervor, dass eine Eskalation des Konflikts weder im Interesse der europäischen noch der amerikanischen Wirtschaft liege.

    Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es den beiden Wirtschaftsmächten gelingt, den Konflikt durch Verhandlungen zu entschärfen oder ob sich der Handelsstreit weiter zuspitzt.

    Autor: P.T.

  • Die Prägung des Elon Musk: Wie seine Kindheit im Südafrika der Apartheid ihn formte

    Die Prägung des Elon Musk: Wie seine Kindheit im Südafrika der Apartheid ihn formte

    Der Milliardär und nun auch Berater von Donald Trump wuchs in einer Zeit des Zerfalls der weißen Herrschaft in Südafrika auf. Er besuchte zunächst eine rein weiße Schule und später eine liberalere Institution.

    Mit seinem imposanten, doppelgeflügelten Hauptgebäude aus rotem Backstein und Schulhymnen, die direkt aus dem Liederbuch des britischen Harrow School entnommen wurden, ist die Pretoria Boys High School ein Abbild der englischen Privatschulen, die sie 1901 nachahmen sollte.

    Pretoria Boys High School
    Pretoria Boys High School

    Elon Musk, der sich inzwischen zu einer der mächtigsten Persönlichkeiten der US-Politik entwickelt hat, verbrachte seine letzten Schuljahre in den 1980er Jahren als Tagesschüler auf dem üppig begrünten Campus in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria. Unweit von dort lag das großzügige Haus seines Vaters in Waterkloof, einem wohlhabenden Vorort Pretorias, dessen Straßen im Frühling von violetten Jacaranda-Blüten gesäumt sind.

    Kindheit in einer umkämpften Gesellschaft

    Während Südafrika in den letzten Jahren der Apartheid von Aufständen erschüttert wurde, verlief das Leben in den weißen Enklaven vergleichsweise friedlich und wohlhabend. 1984 kam es in den schwarzen Townships zu massiven Protesten, und 1986 verhängte die weiße Minderheitsregierung den Ausnahmezustand. Doch in den wohlhabenden weißen Vierteln schien der Konflikt weit entfernt.

    „Während das Land als Ganzes brannte und im Chaos versank, lebten wir in unseren grünen Vororten in völliger Sicherheit und führten ein ganz normales Leben“, erinnert sich Jonathan Stewart, ein ehemaliger Mitschüler Musks. „Es gab diese wohlhabende Gruppe, und alle anderen wurden ausgeschlossen.“

    Musk, geboren 1971 in Pretoria, äußerte sich kürzlich auf seiner Plattform X über die „offen rassistischen Gesetze“ in Südafrika. Er stimmte einem Beitrag zu, in dem behauptet wurde, dass weiße Südafrikaner wegen ihrer Hautfarbe verfolgt würden. Diese Äußerungen kamen kurz bevor Donald Trump, in dessen Regierung Musk nun eine wichtige Rolle spielt, eine Anordnung unterzeichnete, die Südafrika der Diskriminierung weißer Afrikaaner bezichtigte und finanzielle Hilfen für das Land kürzte.

    Die politische Rolle Musks

    Musk verließ Südafrika 1989 und zog über Kanada in die USA. Wie groß sein Einfluss auf Trumps Anordnung war, bleibt unklar, doch es scheint unwahrscheinlich, dass seine Sichtweise dem US-Präsidenten unbekannt blieb. Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump die angebliche Verfolgung weißer Landwirte in Südafrika thematisiert, nachdem ein Bericht auf Fox News ihn auf das Thema aufmerksam gemacht hatte.

    Musk, Trump

    Musk ist inzwischen tief in die politischen und wirtschaftlichen Konflikte Südafrikas verwickelt. Er kritisiert die Landreformgesetze, die darauf abzielen, die immer noch große Ungleichheit im Land zu reduzieren. Obwohl Weiße nur 7 % der Bevölkerung ausmachen, besitzen sie über 70 % des landwirtschaftlichen Bodens. Musk behauptet, diese Gesetze seien rassistisch und kämen Diebstahl gleich. Zudem lehnt er Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stärkung Schwarzer Unternehmer ab, die er als diskriminierend betrachtet.

    Die Schulzeit: Vom Außenseiter zum „durchschnittlichen“ Schüler

    Musk begann seine weiterführende Schulzeit an der Bryanston High School in Johannesburg, einer rein weißen, englischsprachigen Schule. Dort wurde er schwer gemobbt. 1985 wurde er so brutal zusammengeschlagen, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Nach diesem Vorfall wechselte er mit seinem Bruder Kimbal zur Pretoria Boys High School.

    Dort galt das Klima als vergleichsweise liberal. 1981 war die Schule die erste staatliche Bildungseinrichtung, die einen schwarzen Schüler aufnahm. Der damalige Direktor Malcolm Armstrong setzte sich für demokratische Werte ein und pflegte sogar Kontakte zur damals noch verbotenen Oppositionspartei ANC. Einige Lehrer teilten diese Haltung, andere nicht.

    Musk selbst war weder besonders auffällig noch ein Außenseiter. „Er war eine ganz durchschnittliche Persönlichkeit“, erinnert sich ein ehemaliger Mitschüler. „Kein Sport-Ass, kein Nerd, kein Punk – er hatte einfach seine Gruppe von Freunden.“

    Politische Ansichten und ihre Wurzeln

    Musk hat sich lange als unpolitisch oder moderat beschrieben. Er unterstützte bis 2020 stets die Demokraten, bevor er sich nach rechts orientierte. Doch sein Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen scheint sehr tief zu gehen.

    Sein Großvater war in den 1930er Jahren in Kanada Mitglied einer technokratischen Bewegung mit faschistischen Tendenzen, die eine Herrschaft durch Experten statt durch gewählte Politiker forderte. Später zog er nach Südafrika – angeblich, weil ihn das rassistische System dort anzog.

    Musks heutige Bewunderung für autoritäre Führungsstile lässt sich möglicherweise auf diese familiäre Prägung zurückführen. Er unterstützt offen Trumps Vorstellung, dass der Präsident nahezu uneingeschränkte Macht haben sollte. Auch seine Sympathie für rechtsextreme Parteien wie die Alternative für Deutschland (AfD) sorgt international für Aufsehen.

    Musk, Tesla

    Verlorene Geschichte?

    Einige ehemalige Mitschüler spekulieren, dass Musks Sicht auf Südafrika von dem Umstand beeinflusst ist, dass er den eigentlichen Übergang von der Apartheid zur Demokratie nicht miterlebt hat. 1994 wurde Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt. Doch viele weiße Südafrikaner tun sich bis heute schwer mit den wirtschaftlichen Veränderungen.

    Die Regierungspartei ANC hat es nicht geschafft, die extreme Ungleichheit in Südafrika zu beseitigen. Obwohl staatliche Programme schwarze Unternehmen fördern, liegt die Arbeitslosenquote unter Schwarzen weiterhin fünfmal höher als unter Weißen. Das Land kämpft zudem mit einer der höchsten Mordraten weltweit.

    Es ist nicht unüblich, dass weiße Südafrikaner sich diskriminiert fühlen. Im Februar demonstrierten Hunderte von ihnen vor der US-Botschaft in Pretoria mit Schildern wie „Danke, Präsident Trump“ und „Make South Africa Great Again“.

    Die Nostalgie mancher älterer Weißer für die Apartheid-Ära ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. „Damals hatten wir keine Kriminalität, es gab keine Probleme. Schwarze und Weiße verstanden sich gut“, sagte Musks Vater Errol in einem Interview. „Alles funktionierte. Das ist die Realität. Natürlich wollen die Leute das nicht hören, aber es ist die Wahrheit.“

    Musk und seine Geschwister hatten über Jahre ein durchaus schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater. Laut Biograf Walter Isaacson terrorisierte Errol seine Kinder mit stundenlangen Schreiattacken. Mutter Maye Musk warf ihm zudem körperliche Gewalt vor – Vorwürfe, die Errol bestreitet. 2017 kam es zum endgültigen Bruch, als Errol ein Kind mit seiner 30 Jahre jüngeren Stieftochter bekam.

    Trotzdem hält Musk weiterhin Kontakt zu ihm. Laut Errol schreiben sie sich fast täglich. „Natürlich kann er nicht immer antworten, dann macht das sein Assistent“, sagte er kürzlich in einem Interview.

    Musk zwischen Vergangenheit und Zukunft

    Elon Musk ist eine der einflussreichsten Figuren der Gegenwart. Seine Technologieunternehmen prägen die Zukunft, doch seine politischen Positionen werfen Fragen auf. Ob seine Kindheit im auseinanderbrechenden Apartheid-Südafrika seinen heutigen Kurs bestimmt, bleibt eine offene Debatte.

    Fest steht: Musk ist nicht nur ein Unternehmer, sondern auch ein politischer Akteur – mit wachsendem Einfluss auf die globale Bühne.

    Von P.T.

    Musk mit seinem Sohn, X Æ A-Xii, im Oval Office, 11. Februar 2025 (Official White House Photo by Daniel Torok)
  • SNCF: Startschuss für den Sommer – Bahnfahrkarten ab dem 12. März buchbar

    SNCF: Startschuss für den Sommer – Bahnfahrkarten ab dem 12. März buchbar

    Wer seine Sommerferien mit der Bahn plant, sollte sich diesen Termin vormerken: Ab Mittwoch, dem 12. März, startet der Vorverkauf für die begehrten Tickets der SNCF.

    Früh dran sein lohnt sich

    Die französische Bahngesellschaft hat angekündigt, dass Fahrgäste ab diesem Datum ihre Reisen mit den Hochgeschwindigkeitszügen TGV Inoui und Intercités für den Zeitraum zwischen dem 5. Juli und dem 31. August buchen können. Wer auf der Südost-Achse unterwegs ist, hat sogar die Möglichkeit, Fahrkarten bis zum 13. Dezember zu ergattern.

    Noch besser sieht es für diejenigen aus, die mit einem Ouigo Grande Vitesse oder einem internationalen TGV Inoui reisen möchten – für diese Verbindungen sind Buchungen bis zum 13. Dezember 2025 möglich.

    Die Sommerferien in Frankreich beginnen offiziell am 5. Juli. Wer also nicht in letzter Minute ein überteuertes oder gar ausverkauftes Ticket ergattern will, sollte sich rechtzeitig um seine Buchung kümmern.

    Preisvorteile für clevere Planer

    Das Prinzip ist bekannt: Frühbucher profitieren von günstigen Preisen. Die SNCF bietet für ihre Hochgeschwindigkeitszüge ein Preissystem an, das sich nach der Nachfrage richtet – je früher die Buchung, desto attraktiver die Tarife.

    Gerade in den Ferienzeiten sind beliebte Strecken wie Paris – Marseille, Paris – Bordeaux oder Lyon – Nizza schnell ausgebucht. Besonders Familien oder Gruppen sollten sich also nicht allzu lange Zeit lassen.

    Was ist mit den Nachtzügen?

    Die Nachtzüge der SNCF – Intercités de Nuit – sind ebenfalls eine interessante Option für Sommerreisende. Zwar sind diese Verbindungen oft weniger zahlreich, bieten aber den Vorteil, dass man eine Übernachtung spart und ausgeruht am Ziel ankommt. Auch hier gilt: Wer früh bucht, hat die besten Chancen auf günstige Preise und einen bequemen Liegeplatz.

    Ein Tipp für flexible Reisende

    Wer nicht an feste Termine gebunden ist, kann sich mit einem SNCF Max Avantage-Abonnement oder speziellen Rabattkarten zusätzliche Preisvorteile sichern. Auch die Wahl eines Reisetags unter der Woche kann helfen, günstige Tarife zu ergattern – denn freitags und sonntags sind die Preise oft höher als an einem Dienstag oder Mittwoch.

    Fazit: Schnell sein oder tief in die Tasche greifen

    Die Erfahrung zeigt: Beliebte Sommerverbindungen sind schnell vergriffen. Wer also noch nicht genau weiß, wann er verreisen möchte, sollte zumindest schon einmal einen groben Plan machen – und dann ab dem 12. März schnell zuschlagen.

    Bleibt nur noch die Frage: Meer, Berge oder doch lieber eine Städtetour?

    Von C. Hatty

  • Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada eskaliert: Neue Zölle und Drohungen gegen die Autoindustrie

    Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada eskaliert: Neue Zölle und Drohungen gegen die Autoindustrie

    Der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Kanada von bisher 25 Prozent auf 50 Prozent zu erhöhen. Diese Maßnahme soll bereits ab dem 12. März in Kraft treten.

    Trump begründete diesen Schritt mit einer Entscheidung der kanadischen Provinz Ontario, die einen 25-prozentigen Aufschlag auf Stromexporte in die USA eingeführt hat. Dieser Aufschlag betrifft US-Bundesstaaten wie Michigan, Minnesota und New York, die auf kanadische Stromlieferungen angewiesen sind.

    Neben der Erhöhung der Zölle auf Metalle drohte Trump auch mit einer signifikanten Erhöhung der Einfuhrzölle auf kanadische Automobile ab dem 2. April, sollte Kanada nicht seine „ungeheuerlichen“ Zölle auf US-Milchprodukte, die zwischen 250 und 390 Prozent liegen, abschaffen. Trump behauptete, solche Maßnahmen könnten die kanadische Autoindustrie „dauerhaft zum Erliegen bringen“.

    In einem weiteren provokanten Schritt forderte Trump Kanada auf, der 51. Bundesstaat der USA zu werden, um solche Handelskonflikte zu vermeiden. Diese Äußerung stieß in Kanada auf breite Ablehnung und wurde als Angriff auf die nationale Souveränität wahrgenommen.

    Die Ankündigungen des US-Präsidenten führten zu Turbulenzen an den Finanzmärkten. Der S&P 500 Index verzeichnete einen Rückgang von 1,2 Prozent, während die Aktienkurse von US-Automobilherstellern aufgrund der erwarteten steigenden Metallkosten fielen. Im Gegensatz dazu stiegen die Aktien von US-Stahlproduzenten.

    Kanadas designierter Premierminister Mark Carney verurteilte die US-Maßnahmen scharf und kündigte eine „starke und gezielte“ Antwort an. Er betonte, dass Kanada nicht nachgeben werde, bis die USA einen respektvollen und fairen Ansatz im Handel zeigten.

    Die Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und Kanada könnte weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft beider Länder haben. Besonders die Automobilindustrie steht im Fokus, da sie stark in die nordamerikanischen Lieferketten integriert ist. Eine weitere Verschärfung der Zölle könnte zu Produktionsstopps und Arbeitsplatzverlusten führen.

    Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob diplomatische Bemühungen eine Deeskalation herbeiführen können. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge, da ein anhaltender Handelskonflikt zwischen zwei der größten Volkswirtschaften der Welt negative Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben könnte.

    Autor: P.T.

  • Belastungsprobe der Welt-Wirtschaft: Trumps Wirtschaftspolitik und ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte

    Belastungsprobe der Welt-Wirtschaft: Trumps Wirtschaftspolitik und ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte

    Die jüngsten Entwicklungen an den US-Finanzmärkten werfen ein Schlaglicht auf die wachsende Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump. Insbesondere die Einführung von Zöllen und andere protektionistische Maßnahmen haben zu erheblichen Turbulenzen an den Börsen geführt. Am Montag verzeichnete der S&P 500 einen Rückgang von 2,7 %, was ihn nahe an 9 % unter sein Allzeithoch brachte, das erst im Vormonat erreicht worden war. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 890 Punkte (2,1 %), während der technologielastige Nasdaq Composite um 4 % nachgab.

    Technologiesektor unter Druck

    Besonders betroffen war der Technologiesektor. Unternehmen wie Tesla und Nvidia erlitten erhebliche Kursverluste. Tesla verzeichnete einen Rückgang von 15,4 %, während Nvidia um 5,1 % fiel. Diese Entwicklungen spiegeln die Besorgnis der Anleger wider, dass Trumps Wirtschaftspolitik, insbesondere die Einführung von Zöllen, die globalen Lieferketten und die Nachfrage nach Technologieprodukten beeinträchtigen könnte.

    Wirtschaftliche Indikatoren und Rezessionsängste

    Die jüngsten Marktbewegungen haben die Diskussion über eine mögliche Rezession in den USA neu entfacht. Obwohl der Arbeitsmarkt derzeit stabile Beschäftigungszahlen aufweist, haben Ökonomen ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert. Goldman Sachs beispielsweise reduzierte seine Schätzung für das US-Wirtschaftswachstum auf 1,7 % gegenüber zuvor 2,2 %, hauptsächlich aufgrund der umfangreicheren als erwarteten Zölle. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession innerhalb des nächsten Jahres wird nun auf eins zu fünf geschätzt.

    Reaktionen der Regierung

    Präsident Trump hat die Bedenken hinsichtlich einer möglichen Rezession heruntergespielt und betont, dass die USA sich in einer Übergangsphase befinden, in der Wohlstand zurück nach Amerika gebracht werde. Er räumte jedoch ein, dass dieser Prozess Zeit benötige. Finanzminister Scott Bessent sprach von einer „Entgiftungsphase“ für die Wirtschaft, in der sie sich von einer Abhängigkeit von staatlichen Ausgaben löse. Diese Aussagen haben jedoch die Unsicherheit an den Märkten nicht verringert.

    Globale Auswirkungen

    Die Auswirkungen von Trumps Wirtschaftspolitik sind nicht auf die USA beschränkt. Auch internationale Märkte haben auf die Unsicherheiten reagiert. Europäische Indizes verzeichneten Verluste, wobei der deutsche DAX und der französische CAC 40 jeweils um über 2 % fielen. In Asien sanken der Hang Seng Index in Hongkong um 1,8 % und der Shanghai Composite um 0,2 %, nachdem China einen Rückgang der Verbraucherpreise im Februar meldete – der erste Rückgang seit 13 Monaten.

    Flucht in sichere Häfen

    In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit suchen Investoren oft Zuflucht in sicheren Anlagen wie US-Staatsanleihen. Dies führte zu einem Anstieg der Anleihekurse und einem entsprechenden Rückgang der Renditen. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel auf 4,22 % gegenüber 4,32 % am Freitag. Seit Januar, als die Rendite noch bei fast 4,80 % lag, ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, was die wachsenden Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung widerspiegelt.

    Unternehmensübernahmen trotz Unsicherheit

    Trotz der Marktvolatilität setzen einige Unternehmen ihre Expansionsstrategien fort. So kündigte Rocket die Übernahme des digitalen Immobilienmaklers Redfin in einem Aktiendeal im Wert von 1,75 Milliarden US-Dollar an, was zu einem Anstieg der Redfin-Aktien um 67,9 % führte. Rocket-Aktien hingegen fielen um 15,3 %. Ebenso gab ServiceNow die Übernahme des KI-Assistenten-Herstellers Moveworks für 2,85 Milliarden US-Dollar in bar und Aktien bekannt, was zu einem Rückgang der ServiceNow-Aktien um 7,9 % führte.

    Die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten unterstreichen die Sensibilität der globalen Wirtschaft gegenüber politischen Entscheidungen. Die von Präsident Trump verfolgte Wirtschaftspolitik, insbesondere die Einführung von Zöllen und der Abbau staatlicher Ausgaben, hat zu erhöhter Volatilität an den Märkten geführt. Während einige Unternehmen weiterhin strategische Übernahmen tätigen, bleibt die allgemeine Stimmung von Vorsicht und Unsicherheit geprägt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Politik langfristig auf das Wirtschaftswachstum und die Stabilität der Finanzmärkte auswirken wird.

    Autor: P.T.

  • Früher Frühling: Die ersten französischen Erdbeeren sind da

    Früher Frühling: Die ersten französischen Erdbeeren sind da

    Die süßen, roten Frühlingsboten lassen sich dieses Jahr nicht lange bitten. Dank des milden Wetters in den vergangenen Wochen sind die ersten Gariguette-Erdbeeren bereits auf den Märkten – rund zehn Tage früher als üblich.

    Ein Genuss, der schnell vergriffen ist

    Kaum sind sie da, sind sie auch schon weg. Auf einem Markt in den Landes wechselten die begehrten Früchte für 3,90 Euro pro Schale den Besitzer. Kein Wunder – regionale Produkte liegen im Trend, und die Gariguette kommt oft direkt vom Feld in die Einkaufskörbe. Ein Erzeuger baut sie nur wenige Kilometer vom Markt in Dax an. Kurze Wege, volle Frische.

    Eine Diva unter den Früchten

    Die Gariguette ist keine gewöhnliche Erdbeere – sie hat ihren eigenen Kopf. Feuchtigkeit? Mag sie gar nicht. Deshalb braucht sie sandige Böden, die nach einem Regenguss schnell wieder trocknen. Ein Glück für die Produzenten im Südwesten Frankreichs, deren Region genau diese Bedingungen bietet.

    Thomas Matihio, ein erfahrener Erdbeerbauer, erklärt: „Durch die vielen Sonnenstunden und die Vorteile der Gewächshäuser haben wir festgestellt, dass die Gariguette in den Landes perfekt gedeiht.“

    Doch ihre Zeit ist begrenzt. In vier bis sechs Wochen räumt sie das Feld für andere Erdbeersorten.

    Also, wer sie noch genießen will – besser nicht zu lange warten!

    Von Andreas M. B.

  • Europas Streben nach strategischer Autonomie: Eine notwendige Anpassung an die veränderte Sicherheitslage

    Europas Streben nach strategischer Autonomie: Eine notwendige Anpassung an die veränderte Sicherheitslage

    Am 11. März empfängt Präsident Emmanuel Macron in Paris die Generalstabschefs europäischer Länder, die bereit sind, zur Friedenssicherung in der Ukraine beizutragen. Zwei Tage später werden auch Vertreter der Rüstungsindustrie zu Gesprächen geladen. Marc Feracci, der französische Minister für Industrie und Energie, betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer Anpassung an die veränderten Gegebenheiten und sprach sich für eine strategische Autonomie Europas aus. Die Abhängigkeit Europas von US-amerikanischer Rüstung Die europäischen Mitglieder der NATO beziehen über 60 % ihrer Rüstungsgüter aus den USA, wobei sich dieser Anteil in den letzten fünf Jahren verdoppelt hat. Diese Abhängigkeit birgt das Risiko, dass im Ernstfall die Nutzung dieser Waffen vom Wohlwollen des Lieferanten abhängt. Feracci unterstrich daher die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Strategie, die langfristig angelegt ist. Historische Versuche einer europäischen Verteidigungskooperation Der Wunsch…

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  • US-Unternehmen warnen Investoren: DOGEs staatliche Kürzungen könnten das Geschäft belasten

    US-Unternehmen warnen Investoren: DOGEs staatliche Kürzungen könnten das Geschäft belasten

    Unternehmen warnen Investoren: DOGEs staatliche Kürzungen könnten das Geschäft belasten

    Zu Beginn der Berichtssaison deuten Einreichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC auf Unsicherheit durch die aktuelle Regierung hin, die potenziell wirtschaftliche Probleme verursachen könnte.

    Elon Musks umfassende Umstrukturierung der Bundesregierung in den letzten Wochen hat Auswirkungen auf den privaten Sektor, wo Unternehmen zunehmend Besorgnis über die möglichen Störungen äußern, die diese Veränderungen für ihre Geschäfte mit sich bringen könnten.

    Mit Beginn der ersten Berichtssaison des Jahres warnen Dutzende Unternehmen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Technologie, Immobilien und Verteidigung – Branchen, die von Trumps unternehmensfreundlicher Haltung möglicherweise steigende Gewinne erwartet hatten – in ihren Quartalsberichten und Telefonkonferenzen davor, dass die rasanten Veränderungen in Washington unvorhersehbar sind und ihre Gewinne beeinträchtigen könnten.

    „Ich hoffe, dass DOGE mit der Zeit möglicherweise ein Rückenwind für Unternehmen wie unseres wird, die sich auf den Staat konzentrieren“, sagte Carl Eschenbach, CEO des HR-Softwareunternehmens Workday, auf einer Investorenkonferenz am Dienstag. „Aber im Moment herrscht viel Unsicherheit, und ich weiß nicht, wann sich das ändern wird.“

    Turbulenzen durch DOGE-Reformen

    Die Besorgnis wächst, während Musks U.S. DOGE Service („Department of Government Efficiency“) mit drastischen Einsparungen in der Regierung für Chaos sorgt. Eine große Zahl von Bundesangestellten wurde entlassen und dann wieder eingestellt, Verträge wurden gekündigt und erneut in Kraft gesetzt, und rechtliche Anfechtungen von DOGEs Maßnahmen haben einige Initiativen gestoppt, während andere fortgesetzt werden konnten.

    Bundesauftragnehmer berichten, dass sie weiterhin im Unklaren darüber sind, welche Teile ihrer Geschäftstätigkeit gekürzt werden könnten. Laut einer von der Washington Post eingesehenen E-Mail des amtierenden GSA-Administrators wurden alle Behördenchefs letzten Monat angewiesen, nicht essenzielle Verträge in jeder Abteilung zu reduzieren.

    Die Unsicherheit betrifft sogar Unternehmen, die nicht direkt von Regierungsaufträgen abhängig sind. Einige Pharmaunternehmen warnten beispielsweise, dass Kürzungen bei der Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung neuer Medikamente verlangsamen könnten. Zwei große Immobilienunternehmen mit bedeutenden Investitionen in Washington, D.C., befürchten, dass Massenentlassungen von Bundesangestellten die Nachfrage nach Büroflächen senken könnten.

    Auswirkungen auf die Märkte

    Investoren nehmen diese Entwicklungen genau unter die Lupe. Seit November haben die Aktien von Unternehmen mit hoher DOGE-Exposition im S&P-500-Index um 20 Prozent nachgegeben, wie eine Analyse der Investmentbank Barclays im letzten Monat ergab.

    „Was tun Sie jetzt? Investieren Sie? Wahrscheinlich sollte man noch abwarten, um genau zu sehen, was am Ende des Tages passiert“, sagte Dominique Toublan, Leiter der US-Kreditstrategie bei Barclays. „Selbst für sich genommen wissen wir, dass Unsicherheit, Risiko und Mehrdeutigkeit eine wirtschaftliche Verlangsamung verursachen können, weil Unternehmen zögern, Entscheidungen über Investitionen und Ausgaben zu treffen.“

    Bisher haben sich viele Unternehmen zu DOGE zurückhaltend geäußert. Doch mit der jüngsten Berichtssaison tauchten Warnungen zunehmend in den gesetzlich vorgeschriebenen Abschnitten ihrer Quartalsberichte auf. Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC verlangt von börsennotierten Unternehmen, dass sie wesentliche Risiken für ihr Geschäft offenlegen – darunter Veränderungen im Wettbewerb, regulatorische Eingriffe oder veränderte Konsumgewohnheiten.

    Gespaltene Reaktionen der Wirtschaft

    Trump trat mit einer unternehmensfreundlichen Agenda an, einschließlich Plänen zur Deregulierung des Umweltsektors und einer weiteren Senkung der Unternehmenssteuer, die er in seiner ersten Amtszeit bereits von 35 auf 21 Prozent gesenkt hatte. Wochen nach Beginn seiner zweiten Amtszeit lobten Wirtschaftsverbände seine Schritte zur Förderung der Öl- und Gasindustrie sowie zur Lockerung von SEC-Vorschriften, die sie als belastend empfanden.

    Doch eine Analyse von SEC-Einreichungen und Unternehmensberichten zeigt ein gemischtes Bild. Neben den Warnungen über DOGE forderten Wirtschaftsverbände wie die US-Handelskammer Trump auf, von seinen Zollplänen abzusehen, da sie die Geschäftskosten erhöhen würden.

    Harrison Fields, ein Sprecher des Weißen Hauses, erklärte, Trump arbeite daran, Unternehmen zu entlasten, indem er Steuern senke, Vorschriften abbaut und „historische Investitionen“ in den USA fördere.

    Einige CEOs äußerten sich öffentlich optimistisch und betonten, dass ihre Produkte und Dienstleistungen für Regierungsbehörden essenziell seien und daher wohl von Kürzungen verschont blieben. In SEC-Einreichungen klang dies jedoch oft vorsichtiger.

    Auswirkungen auf die Verteidigungsindustrie

    „DOGE ist ein großer Gewinn für uns“, sagte Eric DeMarco, CEO des Militärdrohnen-Herstellers Kratos, in einer Analystenkonferenz am 26. Februar. Doch in einem SEC-Bericht vom 5. Februar räumte das Unternehmen ein: „Die potenziellen Auswirkungen von DOGE und die möglichen Absichten des Präsidenten für die Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie sowie für unser Unternehmen sind derzeit nicht absehbar.“

    Kratos, das im vergangenen Jahr 762 Millionen US-Dollar Umsatz mit US-Regierungsaufträgen erwirtschaftete, reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

    Verteidigungsminister Pete Hegseth hat unterdessen seine Abteilungen angewiesen, Kürzungspläne von acht Prozent für jedes der nächsten fünf Jahre vorzulegen – mit nur wenigen Ausnahmen.

    Gesundheitsbranche und Technologieunternehmen reagieren unterschiedlich

    Während einige Unternehmen Risiken durch DOGE sehen, bleiben andere gelassen.

    Pharmaunternehmen wie ImmunityBio, PMV Pharmaceuticals, Rezolute und Ventyx Biosciences warnten in ihren Berichten, dass Kürzungen im FDA-Personal ihre Geschäftsstrategien beeinträchtigen könnten. Die FDA entließ Hunderte von befristet angestellten Mitarbeitern, einige wurden jedoch wieder eingestellt, und weitere Kürzungen könnten folgen.

    „Störungen im Betrieb der FDA aufgrund dieser Politik könnten unser Geschäft erheblich beeinträchtigen“, hieß es in einer SEC-Einreichung von Rezolute im vergangenen Monat.

    Doch größere Pharmaunternehmen wie Eli Lilly zeigten sich weniger besorgt. Eli-Lilly-CEO Dave Ricks betonte in einem Interview mit der Washington Post am 26. Februar, dass die FDA weitgehend von Kürzungen verschont bleiben werde, da etwa die Hälfte ihres Budgets aus Gebühren der Industrie stammt.

    „Fast das gesamte Personal für innovative Medikamente wird über Gebühren finanziert, nicht durch Steuergelder“, erklärte Ricks. „Wenn diese Leute entlassen werden, spart die Regierung also kein Geld.“

    Marty Makary, Trumps Kandidat für den Vorsitz der FDA, erklärte in seiner Anhörung am Donnerstag, dass er eine „unabhängige Überprüfung des Personals“ durchführen werde.

    Auch im Gesundheitswesen sorgt DOGE für Unsicherheit. Encompass Health, einer der größten Betreiber von Reha-Kliniken in den USA, erklärte in seinem Jahresbericht am 28. Februar, dass man nicht vorhersagen könne, ob DOGE und andere regulatorische Änderungen zu Kürzungen bei Medicare führen würden – ein wesentlicher Bestandteil der Einnahmen des Unternehmens.

    Trump hat zwar versichert, keine Kürzungen bei Medicare oder Medicaid vorzunehmen. Doch der überparteiliche Congressional Budget Office erklärte am Mittwoch, dass die einzigen Wege zur Umsetzung des vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Haushaltsentwurfs vom 25. Februar eine Reduzierung dieser Programme um mindestens 880 Milliarden Dollar über zehn Jahre sei.

    Während einige Unternehmen vorsichtig bleiben, äußert sich die Technologiebranche überwiegend optimistisch. Mark Lynch, CFO von Appian, verglich die Situation mit einem Sturm:

    „Es gibt gerade einen Hurrikan in der Regierung, und wir sind im Keller. Wir sind geschützt – aber nicht völlig immun.“

    Autor: P. Tiko

  • Trump schließt eine Rezession nicht aus – Auswirkungen der Zölle auf die US-Märkte

    Trump schließt eine Rezession nicht aus – Auswirkungen der Zölle auf die US-Märkte

    Trumps Eingeständnis wirtschaftlicher Turbulenzen stellt eine Kehrtwende zu seiner bisherigen Rhetorik dar und steht im Kontrast zu den beruhigenden Aussagen seiner Berater.

    US-Präsident Donald Trump wollte eine mögliche Rezession in diesem Jahr nicht ausschließen, während die Wirtschaft unter den Folgen seiner Zollpolitik und seinen Bemühungen zur Wiederbelebung des US-amerikanischen Produktionssektors leidet. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview räumte er ein, dass es „eine gewisse Zeit“ brauche, bis die Amerikaner die positiven Auswirkungen seiner Maßnahmen spüren würden.

    Diese Anerkennung wirtschaftlicher Unsicherheiten markiert einen Wandel in Trumps bisheriger Rhetorik, die schnelle Erfolge versprach. Sie widerspricht auch den Erklärungen seiner eigenen Berater, die am Sonntag versicherten, dass keine Rezession drohe. Trump spielte zudem den Rückgang des Aktienmarktes herunter – obwohl er jahrelang dessen Anstieg als eigenen Erfolg verbucht hatte. In dem am Donnerstag aufgezeichneten Interview mit Fox News erklärte er: „Man muss das Richtige tun, auch wenn die Märkte das nicht mögen.“

    Das Eingeständnis der wirtschaftlichen Turbulenzen ist besonders bemerkenswert, da Trump maßgeblich von der Unzufriedenheit der Wähler über die Inflation unter Präsident Joe Biden profitierte. Doch während Bidens letzte Amtsjahre eine Verlangsamung der Inflation brachten, übernahm Trump eine insgesamt stabile und robuste Wirtschaft.

    Unsicherheit über wirtschaftliche Aussichten

    Trump versuchte, Biden für die Entwicklung von Aktienmärkten, Inflation und Gesamtwirtschaft verantwortlich zu machen – jene Themen, bei denen er nun seine Wähler auffordert, die bisherigen Probleme zu ignorieren.

    Auf die Frage der Fox-News-Moderatorin Maria Bartiromo in der Sendung „Sunday Morning Futures“, ob er in diesem Jahr mit einer Rezession rechne, antwortete Trump: „Ich hasse es, solche Dinge vorherzusagen. Es gibt eine Übergangszeit, weil das, was wir tun, sehr groß ist. Wir bringen Wohlstand zurück nach Amerika. Das ist eine große Sache. Und es braucht immer eine gewisse Zeit.“

    Auf dem Rückflug nach Washington von seinem Anwesen Mar-a-Lago verteidigte Trump seine vorsichtige Haltung gegenüber einer möglichen Rezession. „Natürlich zögert man. Wer weiß das schon?“ Gleichzeitig äußerte er jedoch Optimismus in Bezug auf die langfristigen wirtschaftlichen Perspektiven. „Wartet einfach ab“, sagte er. „Wir werden Jobs haben. Wir werden offene Fabriken haben. Es wird großartig werden.“

    Er wies darauf hin, dass seine Wirtschaftspolitik sich nicht von den jüngsten Kursverlusten an den Märkten beeinflussen lassen sollte, da er entschlossen sei, Zölle gegen verschiedene Länder zu verhängen – insbesondere gegenüber China. Auch Mexiko und Kanada stehen vor neuen Zöllen, deren Einführung Trump allerdings wiederholt aufgeschoben hat.

    Seit Trumps Amtsantritt am 20. Januar ist der S&P-500-Index um 3,8 Prozent gesunken und liegt 6 Prozent unter seinem Höchststand vom 19. Februar. Das Verbrauchervertrauen befindet sich auf einem 15-Monats-Tief, da Sorgen über Entlassungen und steigende Preise zunehmen.

    Auswirkungen der Zölle auf den Markt

    Trump erklärte, dass die Märkte kurzfristig auf seine Maßnahmen reagieren würden, langfristig jedoch die Grundlagen für eine starke Wirtschaft gelegt würden. „Wenn man nach China schaut, haben sie eine 100-Jahres-Perspektive. Wir denken in Quartalen, und das funktioniert nicht. Man muss das Richtige tun“, sagte er über die Börse. „Wir schaffen eine enorme Grundlage für die Zukunft.“

    Er kritisierte zudem Unternehmen, die „Klarheit“ über die Zollpolitik forderten, und nannte solche Aussagen „fast nur ein Schlagwort“. Zudem deutete er an, dass die Zölle möglicherweise weiter steigen könnten.

    Die Regierung hat bereits mehrfach Zölle gegen Kanada und Mexiko verschoben, doch in dem Interview sagte Trump, dass der 2. April die endgültige Frist sei. Ab Mittwoch treten zudem separate 25-Prozent-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte in Kraft.

    Inflation als politisches Thema

    Inflation belastet die Verbraucher weiterhin, doch Trump versucht, deren Bedeutung herunterzuspielen. Während die Vogelgrippe die Eierpreise weiter steigen ließ, nachdem sie bereits unter Biden angestiegen waren, forderte Trump die Amerikaner auf, sich nicht darauf zu konzentrieren. Am Samstag teilte er einen Artikel des konservativen Aktivisten Charlie Kirk mit der Überschrift: „Hört auf, euch über die Eierpreise zu beschweren – Trump spart den Verbrauchern Millionen.“

    Trumps Regierung versucht, das Narrativ über Inflation zu verändern, nachdem sie Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris jahrelang dafür kritisiert hatte. Nun argumentieren Trump und sein Team, dass ihre „America First“-Wirtschaftspolitik stärker auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und Chancen im Inland ausgerichtet sei als auf niedrige Preise für Verbraucher.

    „Der Zugang zu billigen Waren ist nicht der Kern des amerikanischen Traums. Der amerikanische Traum basiert auf der Idee, dass jeder Bürger Wohlstand, sozialen Aufstieg und wirtschaftliche Sicherheit erreichen kann“, sagte Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag vor dem New York Economic Club. „Zu lange haben die Architekten multilateraler Handelsabkommen dies aus den Augen verloren. Internationale Wirtschaftsbeziehungen, die den Amerikanern nicht nützen, müssen neu bewertet werden.“

    Unterschiedliche Einschätzungen zur Rezessionsgefahr

    Handelsminister Howard Lutnick sagte am Sonntag in der NBC-Sendung „Meet the Press“, dass es keine Pläne gebe, die Stahl- und Aluminiumzölle zu ändern – und im Gegensatz zu Trump wies er Bedenken über eine Rezession zurück.

    Die Federal Reserve Bank of Atlanta prognostiziert mittlerweile, dass die US-Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2025 um 2,8 Prozent sinken wird – nach fast drei Jahren Wachstum. Ökonomen definieren eine Rezession als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum.

    Während Trumps Berater weiterhin eine Rezession für unwahrscheinlich halten, argumentieren viele Ökonomen, dass die von Trump verhängten Zölle die Preise erheblich in die Höhe treiben könnten und damit den Spielraum für Zinssenkungen einschränken würden. Der Wiederaufbau des US-amerikanischen Produktionssektors sei zudem weitaus komplexer als die bloße Wiedereinführung von Handelsbarrieren.

    Zudem haben Ökonomen Zweifel an Trumps Versprechen, das Haushaltsdefizit zu reduzieren, während gleichzeitig Sozialprogramme wie Sozialversicherung und Medicare unangetastet bleiben sollen. Besonders in Kombination mit weiteren von ihm geplanten Steuersenkungen erscheine eine Reduzierung des Defizits unwahrscheinlich.

    „Die Menschen müssen verstehen, dass wir ein Defizit von zwei Billionen Dollar haben und Donald Trump versuchen wird, den Haushalt der Vereinigten Staaten auszugleichen“, sagte Lutnick. „Wir werden die Produktion zurückbringen, das ist unser Ziel. … Wird es Verzerrungen geben? Natürlich. Ausländische Waren werden teurer, aber amerikanische Produkte werden günstiger.“

    Autor: P. Tiko

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