Kategorie: Wirtschaft

  • Kupferklau legt Züge und Telekommunikation lahm

    Kupferklau legt Züge und Telekommunikation lahm

    Der Diebstahl von Kupferkabeln nimmt in Frankreich dramatische Ausmaße an. Besonders betroffen: die französische Staatsbahn SNCF und der Telekommunikationsriese Orange. In den Hauts-de-France kämpfen Polizei und Unternehmen gegen gut organisierte Banden, die auf das begehrte Metall aus sind – mit teils verheerenden Folgen für den Bahn- und Kommunikationsverkehr.

    Der wachsende Markt für gestohlenes Kupfer

    Kupferdiebstahl ist kein neues Phänomen, doch der aktuelle Preis von rund 9.000 Euro pro Tonne macht das Metall für Kriminelle besonders attraktiv. Die Folgen spüren Unternehmen wie Orange und die SNCF besonders heftig.

    Um dem Problem Herr zu werden, führten die Behörden am 18. März eine großangelegte Kontrollaktion durch. Zeitgleich wurden in Nordfrankreich und Belgien Metallhändler überprüft – in der Hoffnung, einen kriminellen Ring auszuheben oder gestohlene Kabel sicherzustellen.

    Bereits beim ersten Kontrollbesuch in einem Metallverwertungsbetrieb nahe Lille wird die Polizei fündig. Ein erfahrener Techniker von Orange erkennt auf den ersten Blick gestohlenes Material: Verkohlte Kabelreste, die nach seiner Schätzung rund 300 Kilo wiegen. Das bestätigt den Verdacht, dass hier illegal gehandelt wird.

    Bahnverkehr lahmgelegt

    Die Auswirkungen dieser Diebstähle sind enorm. Ein einziges gestohlenes Kabel kann den Zugverkehr ganzer Regionen lahmlegen.

    Das zeigt sich eindrücklich in Arras, einer Stunde südlich von Lille. Noch in der Nacht vor den Razzien wird dort ein neuer Diebstahl entdeckt. Marie-Céline Masson, Verantwortliche für SNCF Réseau in den Hauts-de-France, beschreibt das Problem drastisch: „Ein paar hundert Meter gestohlene Kabel – und schon steht der gesamte Bahnverkehr am Bahnhof Lille-Flandres still.“

    Das ist nicht nur für Bahnkunden ärgerlich. Auch Autofahrer leiden darunter: Fallen die Bahnsignale aus, schließen sich die Schranken an Bahnübergängen automatisch und bleiben unten – bis das Problem behoben ist.

    Millionenverluste und lebensgefährliche Folgen

    Für Orange ist der Schaden ebenfalls enorm. Laut Pierre Couture, Regionalleiter des Unternehmens, wurden allein 2024 bereits 2.500 Kupferdiebstähle registriert. Der finanzielle Schaden? In Millionenhöhe.

    Doch das eigentliche Problem geht über wirtschaftliche Verluste hinaus. „Wenn diese Kabel durchtrennt werden, sind viele Menschen betroffen – Unternehmen, Notfalldienste, ältere Menschen. Manche sind noch immer auf Kupferleitungen angewiesen, etwa für medizinische Notrufe“, warnt Couture. In manchen Fällen könne das sogar lebensgefährliche Konsequenzen haben.

    Hohe Strafen – aber reicht das?

    Kupferdiebstahl ist kein Kavaliersdelikt. Wer erwischt wird, muss mit bis zu fünf Jahren Gefängnis und 375.000 Euro Geldstrafe rechnen. Doch die Aussicht auf hohe Gewinne scheint viele nicht abzuschrecken.

    Die Frage bleibt: Wie können Unternehmen und Behörden diesen kriminellen Kreislauf effektiv stoppen? Die bisherigen Maßnahmen – verstärkte Kontrollen, Überwachung der Schrottplätze, härtere Strafen – zeigen nur begrenzten Erfolg. Solange Kupfer ein gefragter Rohstoff bleibt, dürfte der Kampf gegen die Diebe weitergehen.

    Autor: C. Hatty

  • Hollywood gegen KI: Stars fordern Schutz des Kinos vor künstlicher Intelligenz

    Hollywood gegen KI: Stars fordern Schutz des Kinos vor künstlicher Intelligenz

    Ben Stiller, Cate Blanchett, Guillermo del Toro, Paul McCartney – wenn sich so viele Hollywood-Größen zusammentun, dann geht es um mehr als nur einen Film. In einem offenen Brief an die US-Regierung haben über 400 Persönlichkeiten der Unterhaltungsbranche gefordert, die Rechte von Filmschaffenden und Musikern besser vor künstlicher Intelligenz (KI) zu schützen. Ihr Gegner? Kein Geringerer als die Tech-Giganten OpenAI und Google.

    Der Kampf um den kreativen Schutz

    Was ist der Stein des Anstoßes? KI-Modelle wie die von OpenAI und Google benötigen Unmengen an Daten, um zu lernen – darunter auch geschützte Inhalte aus Film und Musik. Die großen Konzerne streben an, ihre Modelle auf einem möglichst breiten Spektrum an urheberrechtlich geschützten Werken zu trainieren. Doch genau das bringt Hollywood auf die Barrikaden.

    In dem Schreiben an das Weiße Haus warnen Stars und Branchenvertreter davor, dass eine Aushöhlung des Urheberrechts nicht nur die Kreativbranche bedrohe, sondern auch eine wirtschaftliche Gefahr darstelle. Die amerikanische Unterhaltungsindustrie generiert jährlich über 230 Milliarden Dollar an Gehältern und beschäftigt mehr als 2,3 Millionen Menschen. Wenn KI uneingeschränkt auf geschützte Werke zugreifen darf, könnte dies zahlreiche Arbeitsplätze und die Qualität künstlerischer Produktionen gefährden.

    Trump öffnet die Türen für KI

    Donald Trump hat seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus eine klare Richtung vorgegeben: weniger staatliche Regulierung, mehr wirtschaftlicher Spielraum für Tech-Firmen. Anfang des Jahres unterzeichnete er ein Dekret, das bürokratische Hürden für KI-Entwicklungen abbaut. Ziel: Die USA sollen im globalen KI-Wettbewerb nicht ins Hintertreffen geraten.

    OpenAI und Google argumentieren, dass eine Beschränkung ihres Trainingsmaterials die Vereinigten Staaten im KI-Rennen ins Abseits stellen könnte. Besonders im Blick: China. Dort entstehen leistungsfähige Modelle wie DeepSeek, ein fortschrittlicher KI-Chatbot, der mit minimalem Ressourceneinsatz eine enorme Effizienz erreicht hat. Die Sorge wächst, dass Länder wie China die USA technologisch überholen könnten, wenn deren Unternehmen nicht dieselben Möglichkeiten erhalten.

    Hollywoods Angst vor einer KI-Revolution

    Die Bedenken der Filmindustrie sind keineswegs unbegründet. Schon 2023 gab es eine historische Streikwelle in Hollywood, bei der Drehbuchautoren und Schauspieler unter anderem für strengere Regeln im Umgang mit KI kämpften. Am Ende einigte man sich mit den Studios auf bestimmte Schutzmechanismen – doch nun fürchten viele, dass diese Vereinbarungen nicht ausreichen.

    Denn während die kreativen Köpfe gegen den KI-Einsatz kämpfen, sehen Produzenten und Studios darin eine Möglichkeit, Kosten zu senken. Künstliche Intelligenz könnte Drehbücher schreiben, visuelle Effekte generieren oder gar digitale Schauspieler erschaffen – mit einem Bruchteil des bisherigen Budgets. Die Konsequenzen für menschliche Künstler? Noch unklar, aber die Sorge, dass Arbeitsplätze wegfallen und die Kunst an Seele verliert, ist allgegenwärtig.

    Wohin steuert die Unterhaltungsbranche?

    Hollywood steckt in einem Dilemma: Soll man sich gegen den technologischen Fortschritt stemmen oder Wege finden, ihn zu integrieren, ohne dabei die menschliche Kreativität zu opfern? Die Antwort darauf ist noch nicht gefunden.

    Klar ist nur: Der Kampf zwischen Künstlern und Tech-Konzernen hat gerade erst begonnen. Und wer am Ende die Hauptrolle in dieser Geschichte spielt – Mensch oder Maschine –, wird sich erst noch zeigen.

    Autor: Catherine H.

  • Die Wiedergeburt der Forges de Tarbes: Wie Europas Rüstungsindustrie auf Hochtouren läuft

    Die Wiedergeburt der Forges de Tarbes: Wie Europas Rüstungsindustrie auf Hochtouren läuft

    Noch vor wenigen Jahren stand das französische Unternehmen Les Forges de Tarbes kurz vor der Schließung. Heute jedoch brummt die Produktion wie nie zuvor. Getrieben von der steigenden Nachfrage nach Munition – insbesondere durch den Krieg in der Ukraine und den allgemeinen Wiederaufrüstungsbedarf Europas – ist die Fertigung von 155-mm-Artilleriegranaten zur obersten Priorität geworden.

    Die Forges de Tarbes, die zum Unternehmen Europlasma gehören, sind der einzige Produktionsstandort in Frankreich für diese Art von Artilleriemunition. Ihre Aufgabe: Die Herstellung der hohlen Granatenkörper, die später mit Sprengstoff gefüllt und in den Einsatz geschickt werden.

    Doch wie konnte sich dieses Unternehmen aus der Krise zu einem unverzichtbaren Bestandteil der europäischen Verteidigungsindustrie entwickeln?


    Von der Schließung bedroht – jetzt unverzichtbar

    Noch 2021 stand Les Forges de Tarbes vor dem Aus. Ohne große Aufträge war das Überleben des Betriebs fraglich. Doch mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine 2022 änderte sich alles.

    Die Nachfrage nach Artilleriemunition explodierte förmlich, und plötzlich waren Produktionsstätten wie die in Tarbes heiß begehrt. Im Jahr 2024 wird das Werk fast 60.000 Granatenkörper herstellen – ein rasanter Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Derzeit liegt die Produktionsrate bei 2.000 Granaten pro Woche, doch bis Ende des Jahres soll diese Zahl auf 15.000 pro Monat steigen.

    Und das ist erst der Anfang. Langfristig könnte die Kapazität auf 20.000 Granaten pro Tag erhöht werden – eine enorme Zahl, aber im Vergleich zu Russland dennoch bescheiden. Dort liegt die Produktionskapazität bei 50.000 Granaten täglich.

    Doch Europlasma produziert nicht nur für die Ukraine. Auch andere europäische Länder bestellen Artilleriemunition, darunter die Tschechische Republik, die kürzlich einen Auftrag über 50.000 Granatenkörper erteilt hat.


    Neue Standorte für die europäische Rüstungsproduktion

    Die Forges de Tarbes sind mittlerweile ein zentraler Akteur, aber das reicht nicht aus. Um die Produktion weiter zu steigern, plant Europlasma den Ausbau zusätzlicher Standorte.

    Ein vielversprechendes Projekt ist die Wiederbelebung des Unternehmens Valdunes in Nordfrankreich. Ursprünglich spezialisiert auf die Produktion von Eisenbahnrädern, soll das Werk künftig auch großkalibrige Granaten fertigen.

    Doch damit nicht genug: Europlasma zeigt auch Interesse an den Fonderies de Bretagne, einem ehemaligen Zulieferer der Automobilindustrie. Falls die Übernahme gelingt, könnte hier täglich die Produktion von über 20.000 mittleren Kalibergranaten (120 mm) aufgenommen werden.

    Diese Expansion ist mehr als nur ein geschäftlicher Schritt – sie ist eine Antwort auf die drängende Frage nach der europäischen Verteidigungsfähigkeit.


    Die Herausforderungen der Hochskalierung

    Trotz der wachsenden Nachfrage gibt es zwei große Hürden, die das Wachstum der Rüstungsproduktion bremsen:

    1. Fachkräftemangel
      Die Forges de Tarbes kämpfen mit einem akuten Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften. Besonders gefragt sind Schweißer, Schmiede und Kesselbauer – Berufe, die in den letzten Jahrzehnten immer weniger junge Menschen erlernen wollten.
    2. Fehlende Maschinen und lange Lieferzeiten
      Ein weiteres Problem ist die Anschaffung der notwendigen Maschinen. Besonders die Spezialwerkzeuge und Formen für die Produktion der Granaten sind schwer zu bekommen. Die steigende Nachfrage nach diesen Anlagen hat die Lieferzeiten verdoppelt, was den Produktionshochlauf verzögert.

    Europas neue Rüstungsstrategie

    Der Krieg in der Ukraine hat die europäische Verteidigungspolitik nachhaltig verändert. Während vor 2022 in Europa jährlich 300.000 bis 400.000 Artilleriegranaten produziert wurden, liegt die Zahl heute bei fast zwei Millionen pro Jahr – und sie soll weiter steigen.

    Das Ziel ist klar: Europa will unabhängiger von externen Rüstungsproduzenten werden und eine eigene, leistungsfähige Rüstungsindustrie aufbauen. Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, brachte es kürzlich auf den Punkt:

    „Wir brauchen eine sehr schnelle Erhöhung der europäischen Verteidigungsfähigkeiten – und wir brauchen sie jetzt!“

    Auch der Militärexperte Léo Péria-Peigné vom Institut Français des Relations Internationales (IFRI) sieht eine drastische Veränderung:

    „Die Nachfrage ist enorm, und wenn die politischen Versprechen in die Tat umgesetzt werden, wird der Bedarf weiter steigen.“


    Fazit: Europas Rüstungsindustrie vor einem neuen Zeitalter

    Die Forges de Tarbes stehen sinnbildlich für die neue europäische Realität: Von der Krise zur Hochkonjunktur – angetrieben von geopolitischen Spannungen und der Notwendigkeit, die eigene Verteidigungsfähigkeit zu stärken.

    Ob dieser Boom von Dauer sein wird, hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Wird Europa seine strategische Unabhängigkeit sichern können? Und wird es gelingen, genug Fachkräfte und Maschinen zu finden, um die Produktion weiter hochzufahren?

    Fest steht: Die „Schmieden von Tarbes“ sind nicht mehr das vergessene Unternehmen von 2021. Sie sind heute ein Symbol für den Wandel der europäischen Verteidigungsindustrie – und für eine Zukunft, in der Rüstungsgüter wieder ein wirtschaftlicher Motor sind.

    Ein Artikel von MAB

  • Ein Zeichen der Kontinuität: Emmanuel Macrons Besuch in Berlin

    Ein Zeichen der Kontinuität: Emmanuel Macrons Besuch in Berlin

    Am 18. März 2025 besuchte der französische Präsident Emmanuel Macron Berlin, um die deutsch-französische Zusammenarbeit zu stärken und aktuelle europäische Themen zu erörtern. Dieser Besuch unterstreicht die Bedeutung der bilateralen Beziehungen beider Länder in einer Zeit globaler Herausforderungen. Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz Der Besuch begann mit einem Treffen zwischen Präsident Macron und Bundeskanzler Olaf Scholz im Bundeskanzleramt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Vorbereitung des bevorstehenden EU-Gipfels sowie die weitere Unterstützung der Ukraine. Beide Staatsmänner betonten die Notwendigkeit einer engen Abstimmung innerhalb der Europäischen Union, insbesondere in Fragen der Verteidigung und Sicherheit. Abendessen mit Friedrich Merz Im Anschluss an das Treffen mit dem Bundeskanzler traf Macron den CDU-Vorsitzenden und designierten Kanzler Friedrich Merz zu einem Arbeitsessen. Dieses Treffen wurde als Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem Wahlsieg der Union…

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  • Korruptionsermittlung in Nizza: Durchsuchungen im Rathaus und bei Bildhauer Orlinski

    Korruptionsermittlung in Nizza: Durchsuchungen im Rathaus und bei Bildhauer Orlinski

    Die Korruptionsaffäre um die Skulpturen von Richard Orlinski zieht weitere Kreise. Neue Durchsuchungen fanden am Dienstag, dem 18. März, in mehreren Unternehmen des Künstlers sowie in den Räumlichkeiten der Stadtverwaltung von Nizza und der Region Nizza statt. Im Zentrum der Ermittlungen: mutmaßliche Bestechung und Begünstigung, die auch den amtierenden Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, betreffen könnten.

    Kunst oder Korruption?

    Die Geschichte beginnt 2023 mit einer Ausstellung von Richard Orlinskis Skulpturen in Nizza – organisiert von der Stadt selbst. Was zunächst wie eine gewöhnliche Kunstausstellung aussah, entwickelte sich rasch zu einem Politikum. Laut Recherchen von Mediapart soll Orlinski hochrangigen Politikern Geschenke gemacht haben. Ein klassischer Fall von Kunstsponsoring oder doch ein gezielter Versuch, Einfluss zu nehmen?

    Jean-Christophe Picard, Stadtrat der Grünen in Nizza, hatte bereits im März 2024 den Staatsanwalt eingeschaltet. Seine Forderung: Eine Untersuchung, die klären soll, unter welchen Bedingungen die Werke des Künstlers im öffentlichen Raum aufgestellt wurden.

    Ermittlungen ausgeweitet

    Ursprünglich lag der Fall bei der Staatsanwaltschaft von Nizza. Doch angesichts der möglichen Dimensionen des Skandals gab diese das Verfahren im April 2024 an die nationale Finanzstaatsanwaltschaft weiter. Dort wurde im September 2024 offiziell ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption und Begünstigung eingeleitet. Zuständig ist das Office central de lutte contre la corruption et les infractions financières et fiscales – Frankreichs zentrale Behörde zur Bekämpfung von Korruption und Finanzdelikten.

    Die Durchsuchungen vom 18. März waren ein weiterer Schritt zur Aufklärung. Neben Orlinskis Unternehmen standen besonders die Büros der Stadtverwaltung im Fokus. Ziel der Razzien war es, Beweise für mögliche unrechtmäßige Absprachen zwischen dem Künstler und den Behörden zu sichern.

    Reaktionen: Gelassenheit oder Strategie?

    Christian Estrosi, der langjährige Bürgermeister von Nizza, sieht dem Verfahren offenbar entspannt entgegen. Sein Anwalt Mathias Chicheportiche erklärte gegenüber ici Azur: „Eine Durchsuchung ist ein völlig normales Mittel in einer solchen Ermittlung. Mein Mandant hat freiwillig alle relevanten Unterlagen übergeben.“ Er betonte zudem, dass Estrosi weiterhin uneingeschränkt mit der Justiz kooperiere.

    Doch was bedeutet das für die politische Karriere des Bürgermeisters? Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte der Fall weitreichende Konsequenzen haben – nicht nur für Estrosi, sondern für das gesamte politische Gefüge von Nizza.

    Die große Frage: Zufall oder System?

    Orlinski ist kein Unbekannter in der Kunstwelt. Seine Skulpturen, oft große, farbenfrohe Darstellungen von Tieren oder Pop-Art-Ikonen, sind weltweit gefragt. Dass seine Werke in Nizza ausgestellt wurden, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Doch wenn dabei fragwürdige Gefälligkeiten im Spiel waren, könnte sich der Künstler in einem Netz aus politischen und juristischen Problemen verfangen haben.

    Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich der Verdacht erhärtet oder ob es sich um einen Sturm im Wasserglas handelt. Eines ist jedoch sicher: Die Verbindung von Kunst, Politik und Geld sorgt immer wieder für Zündstoff – und Nizza ist keine Ausnahme.

    Von C. Hatty

  • Frankreich verstärkt seine Verteidigungsfähigkeit: Beschleunigte Beschaffung von Rafale-Kampfjets und Investitionen in die nukleare Abschreckung

    Frankreich verstärkt seine Verteidigungsfähigkeit: Beschleunigte Beschaffung von Rafale-Kampfjets und Investitionen in die nukleare Abschreckung

    In einer Zeit zunehmender globaler Unsicherheit hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am 18. März 2025 bedeutende Maßnahmen zur Stärkung der nationalen Verteidigungsfähigkeit angekündigt. Bei einem Besuch auf der Luftwaffenbasis 116 Luxeuil-Saint-Sauveur in Luxeuil-les-Bains (Haute-Saône) erklärte Macron, dass der Staat die Bestellungen des Kampfflugzeugs Rafale erhöhen und beschleunigen werde, um den aktuellen geopolitischen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Entscheidung, die Beschaffung der Rafale-Jets zu intensivieren, unterstreicht Frankreichs Bestreben, seine Luftstreitkräfte zu modernisieren und auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. Die Rafale, entwickelt von Dassault Aviation, gilt als eines der fortschrittlichsten Mehrzweckkampfflugzeuge weltweit und spielt eine zentrale Rolle in der französischen Verteidigungsstrategie. Neben der Aufstockung der Rafale-Flotte kündigte Macron an, dass die Basis in Luxeuil bis 2035 die neueste Version des Rafale sowie den hype…

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  • Maine-et-Loire: Wenn Versicherungen unerschwinglich werden

    Maine-et-Loire: Wenn Versicherungen unerschwinglich werden

    Versicherungen werden teurer – so teuer, dass immer mehr Kommunen sich diese schlicht nicht mehr leisten können. Im Département Maine-et-Loire hat man Konsequenzen gezogen: Bestimmte Gebäude sind nicht mehr versichert. Explodierende Kosten zwingen zum Umdenken Es klingt fast unglaublich: Innerhalb eines Jahres sind die Versicherungskosten für das Département Maine-et-Loire von 155.000 Euro auf 1,3 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht einer Erhöhung von über 800 Prozent. „Wer würde eine solche Steigerung akzeptieren – ob als öffentliche Einrichtung oder Privatperson?“, fragt die Präsidentin des Départements. Eine berechtigte Frage. Die Entscheidung, auf eine Versicherung zu verzichten, hat gravierende Folgen. Zwar bleibt der Schutz für Personenschäden bestehen, doch bei Bränden oder anderen Sachschäden müsste das Département die Kosten selbst tragen. Ein aktuelles Beispiel verdeutlicht das Dilemma: Während der Unruhen von 2023 wurde ein Gebäude der Verwaltung durch ein Feuer schwer …

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  • Sparzwang in Lyon: Metropole muss 60 Millionen Euro einsparen

    Sparzwang in Lyon: Metropole muss 60 Millionen Euro einsparen

    Die finanzielle Lage der französischen Kommunen spitzt sich zu. Um das Haushaltsdefizit des Landes zu senken, verlangt der Staat von den Regionen und Gemeinden drastische Sparmaßnahmen – insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Auch die Metropole Lyon bleibt davon nicht verschont und musste nun einen rigorosen Sparkurs einschlagen. Ein Haushaltsplan unter Druck Lyon, mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern die größte Metropole Frankreichs nach Paris, verabschiedete am 17. März ein Budget von fast vier Milliarden Euro. Doch damit es aufgeht, mussten 60 Millionen Euro eingespart werden. „Man kann es drehen und wenden, wie man will – was der Staat hier von den Kommunen verlangt, ist, einen Kreis ins Quadrat zu pressen“, kommentierte ein Mitglied der linken Opposition die schwierige Haushaltslage. Die Einschnitte betreffen zahlreiche Bereiche: Kulturelle Subventionen sollen 2025 deutlich gekürzt oder sogar gestrichen werden, große männliche Sportvereine erhalten weniger Unterstützung und auch die kommun…

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  • Macron in Luxeuil: Ein Zeichen für Frankreichs militärische Zukunft

    Macron in Luxeuil: Ein Zeichen für Frankreichs militärische Zukunft

    Frankreich rüstet auf – und Emmanuel Macron setzt ein klares Signal. Am Dienstag, den 18. März, besucht der französische Präsident die Luftwaffenbasis 116 „Lieutenant-Colonel Papin“ in Luxeuil-les-Bains, Haute-Saône. Die Basis könnte eine zentrale Rolle in der Verteidigungsstrategie Frankreichs und der NATO übernehmen – möglicherweise sogar mit nuklearer Dimension. Ein Besuch mit geopolitischer Brisanz Der internationale Kontext ist angespannt. Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben die Sicherheitslage in Europa grundlegend verändert. Frankreich positioniert sich zunehmend als eigenständige Militärmacht innerhalb der NATO – unabhängig von den USA, aber in enger Zusammenarbeit mit europäischen Partnern. Macrons Besuch soll die Bedeutung der Luftwaffenbasis in Luxeuil unterstreichen. Schon am Samstag ließ sein Kabinett verlauten, dass der Präsident damit das „Schlüsselelement dieser Basis für die kollektive Verteidigung und regionale Sicherheit“ hervorheben wolle. Doch was bedeut…

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  • Telegram-Chef Pavel Durov verlässt Frankreich und kehrt nach Dubai zurück

    Telegram-Chef Pavel Durov verlässt Frankreich und kehrt nach Dubai zurück

    Pavel Durov, der Gründer und CEO von Telegram, hat Frankreich verlassen und ist zurück in Dubai – obwohl die Ermittlungen gegen ihn noch laufen.

    Nach sieben Monaten in Frankreich, wo er wegen Vorwürfen verhaftet wurde, dass seine Plattform für kriminelle Aktivitäten genutzt wurde, meldete sich der 40-Jährige nun aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zurück.

    „Der Prozess läuft weiter, aber es fühlt sich großartig an, wieder zu Hause zu sein“, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal.

    Ermittlungen laufen weiter

    Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte, dass Durov weiterhin unter Beobachtung steht. Allerdings seien die „gerichtlichen Auflagen“ zwischen dem 15. März und dem 7. April ausgesetzt worden. Einschränkungen für seine Ausreise aus Frankreich gab es offenbar nicht.

    Laut der britischen Zeitung The Guardian flog der Unternehmer am Samstagmorgen von genau jenem Flughafen in Frankreich ab, an dem er im vergangenen August verhaftet wurde – eine Reise von rund 3.300 Meilen.

    Durov bedankte sich bei den Ermittlungsrichtern, seinen Anwälten und seinem Team für ihre „unermüdlichen Bemühungen“. Telegram habe sich jahrelang an gesetzliche Vorschriften gehalten und diese sogar übertroffen, wenn es um Moderation, Zusammenarbeit und den Kampf gegen Kriminalität gehe, betonte er.

    Ein umstrittener Unternehmer mit bewegter Vergangenheit

    Durov ist eine schillernde Figur in der Tech-Welt. Geboren in Russland, gründete er 2013 Telegram und verließ sein Heimatland ein Jahr später, nachdem er sich geweigert hatte, die VKontakte-Profile von Regierungskritikern zu sperren. Kurze Zeit später verkaufte er die Plattform und zog weiter. Heute besitzt er neben der VAE-Staatsbürgerschaft auch die französische.

    Telegram zählt weltweit mehr als 950 Millionen Nutzer. Besonders beliebt ist die Plattform in Russland, Osteuropa und dem Nahen Osten – aber auch bei rechtsextremen Gruppen in den USA.

    Vorwürfe: Kriminelle Aktivitäten auf Telegram

    Der Grund für die juristischen Probleme? Französische Behörden werfen Durov vor, nicht genug gegen kriminelle Aktivitäten auf Telegram zu unternehmen. Drogenhandel, Betrug, Kinderpornografie – all das finde auf der Plattform statt, so die Anschuldigungen. Durov selbst bestreitet die Vorwürfe vehement und nennt seine Verhaftung „fehlgeleitet“ und „überraschend“.

    „Telegram ist kein anarchisches Paradies“, stellte er klar. Er kritisierte zudem, dass man ihn als CEO für die Vergehen Dritter zur Verantwortung ziehen wolle – mit Gesetzen aus einer Zeit, in der es noch nicht einmal Smartphones gab.

    Ein Experte verglich Telegram gegenüber der BBC gar mit dem „Darknet in deiner Hosentasche“ – ein harter Vorwurf gegen eine der weltweit am häufigsten genutzten Messenger-Apps.

    Kampf gegen illegale Inhalte – ein neuer Kurs?

    Trotz seiner Kritik kündigte Durov an, dass Telegram verstärkt gegen illegale Inhalte vorgehen werde. „Während 99,999 % unserer Nutzer nichts mit Kriminalität zu tun haben, hinterlässt die 0,001 %, die es tun, einen schlechten Eindruck – und gefährdet das Vertrauen in die gesamte Plattform.“

    Sein Ziel für 2024: Die Moderation auf Telegram soll nicht mehr in der Kritik stehen, sondern als Vorbild dienen.

    Ein erster Schritt in diese Richtung? Im Dezember ging Telegram eine Partnerschaft mit der britischen Internet Watch Foundation ein, um bestimmte illegale Inhalte automatisch zu erkennen und zu entfernen.

    Ob das ausreicht, um die Kritiker zu besänftigen, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Pavel Durov bleibt eine der umstrittensten Figuren der digitalen Welt – und Telegram eine Plattform, die sowohl Millionen Fans als auch mächtige Feinde hat.

    Autor: C. Hatty