Kategorie: Wirtschaft

  • SNCF will Fahrpreise für den TGV Inoui im Jahr 2024 um 2.6 % erhöhen

    SNCF will Fahrpreise für den TGV Inoui im Jahr 2024 um 2.6 % erhöhen

    Wenige Stunden nach der Bekanntgabe ihrer Jahresergebnisse 2023 wurde auch bekannt, dass die SNCF die Fahrpreise für den TGV Inoui um 2,6 % erhöhen wird. Die Preise für den TGV Ouigo werden hingegen unverändert bleiben.

    Zugfahren in Frankreich wird in diesem Jahr teurer werden. Die Preise für den TGV Inoui werden 2024 im Vergleich zu 2023 um 2,6 % steigen, wie die SNCF bei der Vorstellung ihrer Jahresergebnisse bekannt gab. Die Preise für den TGV Ouigo werden sich hingegen nicht ändern. Auch die Preise für die Carte Avantage werden unverändert bleiben.

    Im Jahr 2023 waren die Preise für den TGV insgesamt um 5 % gestiegen.

    Ein Großteil des Anstiegs der TGV-Fahrkarten ist auf die höheren Preise für die Gleisnutzung zurückzuführen. Um die Eisenbahninfrastruktur nutzen zu können, muss SNCF Voyageurs bei der Gesellschaft SNCF Réseau eine Durchfahrtsgebühr entrichten, deren Höhe immerhin 40 % des Endpreises einer Fahrkarte ausmacht.

    Ein Nettogewinn von 1,3 Milliarden Euro.
    Die SNCF kündigte am Mittwoch einen Nettogewinn von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2023 bei einem Umsatz von 41,8 Milliarden Euro an. Ein Jahr zuvor hatte sich der Nettogewinn des Eisenbahnunternehmens auf 2,4 Milliarden belaufen. Dies ist das dritte Jahr in Folge, in dem die Konten der SNCF im grünen Bereich liegen. Das Unternehmen hatte mit steigenden Stromkosten (+14 %) und den Streiks gegen die Rentenreform zu kämpfen, was insgesamt etwa 350 Millionen kostete.

    Für 2024 plant die SNCF, 11,7 Milliarden Euro in den Kauf von Zügen, die Regeneration des Netzes und die Renovierung von Bahnhöfen zu investieren.

    Im vergangenen Jahr beförderte die SNCF etwa 156 Millionen Fahrgäste. Das ist ein Rekord. Aber auch ein Problem: Die TGV-Flotte ist begrenzt und die Nachfrage explodiert. Die neuen TGV-M-Züge, die mehr Sitzplätze bieten werden, will der Hersteller Alstom frühestens im Sommer 2025 ausliefern.

  • Klima: Axa Frankreich hat 2023 etwa 400 Millionen Euro für „Klimaschäden“ aufgewendet

    Klima: Axa Frankreich hat 2023 etwa 400 Millionen Euro für „Klimaschäden“ aufgewendet

    Das bedeutet einen Anstieg von „30-40%“ im Vergleich zum Durchschnitt der zehn vorangegangenen Jahre.
    „Die Kosten werden weiter wachsen. Das ist unvermeidlich. Es wird leider immer mehr Naturkatastrophen geben“, sagt Guillaume Borie, Generaldirektor von Axa France.

    „Im Jahr 2023 haben wir etwa 400 Millionen Euro für die Übernahme von Klimaschäden ausgegeben“, sagte Guillaume Borie, Generaldirektor von Axa France, am Montag, dem 19. Februar, im französischen Nachrichtensender Franceinfo. Das sind „30 bis 40% mehr als der Durchschnitt der zehn vorangegangenen Jahre“, fügte Borie hinzu. Die Stürme Ciaran und Domingos, Folgen des Klimawandels, trafen Ende 2023 auf Frankreich. Die Region Pas-de-Calais war von beeindruckenden Überschwemmungen betroffen. „Insgesamt gibt es bei diesen drei Ereignissen mehr als 40.000 Kunden, die direkt von Axa betreut wurden“, so Guillaume Borie.

    „Das wird sich exponentiell entwickeln, es wird weiter wachsen. Das ist unvermeidlich. Es wird leider immer mehr Naturkatastrophen geben“. Um dem zu begegnen, „müssen wir gemeinsam konkrete Lösungen zur Prävention und Begleitung finden, um uns an diese Realität, die der Klimawandel darstellt, anzupassen“. Wie weit werden die Versicherungsgesellschaften die Folgen dieser Katastrophen abdecken können: Wenn wir die richtigen Anpassungsmaßnahmen vornehmen, wenn wir weiterhin unsere Kohlenstoffemissionen reduzieren, um die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu begrenzen, könnte die Welt „versicherbar bleiben“, bekräftigt Guillaume Borie.

    Beitragserhöhung zur Finanzierung der Naturkatastrophen
    Guillaume Borie warnt, dass die Beiträge „bei Axa und den anderen“ Versicherern steigen werden, um die Risiken von Naturkatastrophen abzudecken, die immer häufiger auftreten werden. Aber Borie sagt auch: „Man sollte niemand in Panik zu versetzen, denn es ist nur ein kleiner Teil der Prämie, der für diese Schadensfälle verwendet wird. In einer Prämie für eine Hausratversicherung macht das ein paar Euro pro Monat aus“.

    Guillaume Borie begrüßte die Entscheidung der französischen Regierung, das Beitragsniveau zur Finanzierung von Naturkatastrophen anzuheben: „Das muss unbedingt dauerhaft eingeführt werden. Insgesamt sind das im Durchschnitt für einen Wohngebäudeversicherungsvertrag etwa 15 Euro mehr pro Jahr“, erklärt Borie. „Dank dessen haben wir ein weltweit einzigartiges System, das bewirkt, dass die Versicherten im Falle von Überschwemmungen, im Falle von Dürren perfekt abgesichert sind“, betonte er. Ab dem 1. Januar 2025 wird der Beitragssatz für Naturkatastrophen bei Sachversicherungsverträgen für Wohn- und Gewerbeimmobilien von 12 % auf 20 % angehoben.

  • Frankreich: Welche Hilfen gibt es zur Zeit beim Kauf eines Elektroautos?

    Frankreich: Welche Hilfen gibt es zur Zeit beim Kauf eines Elektroautos?

    Die französische Regierung hat die Beihilfen für den Kauf von Elektrofahrzeugen Anfang dieses Jahres auf die ärmsten Haushalte ausgerichtet, zum Nachteil der wohlhabenderen Haushalte und der Unternehmen. Könnte das die Franzosen in die Arme der billigeren chinesischen Hersteller treiben? Stellantis und Renault bereiten ihre Gegenoffensive vor.

    Das Elektroauto ist mittlerweile fest in den Köpfen der Franzosen angekommen. Elektrofahrzeuge haben im Jahr 2023 immerhin 16,8 % der Neuzulassungen ausgemacht, gegenüber 13,3 % im Jahr 2022. Dieser Erfolg spiegelte sich auch in den Zahlen des vom Staat eingeführten Sozialleasings für 100 € pro Monat wider, das mit über 50.000 Bestellungen in weniger als zwei Monaten ausgeschöpft war. Diese Zahl übertraf die ursprünglichen Ziele der Regierung, die bis Ende 2024 20.000 Fahrzeuge im Sozialleasing anbieten wollte. Angesichts der überaus großen Nachfrage beschloss die Regierung, das Sozialleasing für 2024 bereits im Februar zu beenden und die 2. Runde auf 2025 zu verschieben.

    Dieser Erfolg lässt sich auch dadurch erklären, dass Elektroautos immer noch viel teurer sind als ihre Cousins mit Verbrennungsmotoren, weshalb der französische Staat nach wie vor verschiedene Hilfen gewährt, um den Übergang zur Elektromobilität zu erleichtern. Diese Beihilfen, die sich auf rund 1,5 Milliarden Euro belaufen, belasten die öffentlichen Finanzen, und im Zeitalter der „industriellen Souveränität“ wäre es absurd, wenn die staatlichen Beihilfen auch Autos finanzieren würden, die außerhalb Europas hergestellt werden. Daher auch die im vergangenen Jahr beschlossene Änderung der Regeln für den Umweltbonus, mit der neue Umweltkriterien eingeführt wurden.

    Diese Änderung erschwert allerdings die Berechnung der möglichen Beihilfen. Der Bonus von 7.000 EUR für den Kauf eines Elektroautos ist nunmehr nur noch Personen vorbehalten, deren steuerliches Referenzeinkommen pro Person (entspricht insgesamt dem jährlichen Nettoeinkommen) höchstens 15.400 EUR beträgt (d. h. 1.376 EUR netto monatlich für eine alleinstehende Person). Gewerbetreibende, auf die 45 % der Autokäufe in Frankreich entfallen, können den Bonus nun nur noch für den Kauf eines elektrischen Lieferwagens und in einer Höhe von maximal 2.000 Euro (vorher 3.000 Euro) in Anspruch nehmen.

    Die sogenannte „Abwrackprämie“ oder Umstellungsprämie, die bisher recht großzügig für den Kauf eines schadstoffarmen Verbrennungs- oder Hybridfahrzeugs gewährt wurde, wird nur noch im Austausch für den Kauf eines Elektrofahrzeugs gewährt. Der Höchstbetrag der Umstellungsprämie, die den am wenigsten wohlhabenden Haushalten vorbehalten ist, sinkt um 1.000 EUR auf 1.500 bis maximal 5.000 EUR.

    Beide Förderungen sind für in China hergestellte Modelle, den Tesla Model 3 oder die Autos von MG und BYD de facto ausgeschlossen. Und das ausgewählte Elektroauto darf maximal 47.000 Euro kosten.

    „Das Ziel ist es, den Bonus weiterhin sozial ausgewogen zu gestalten“, erklärte der Minister für den ökologischen Übergang Christophe Béchu am Dienstag der vergangenen Woche. „Im letzten Jahr ging von den 1,5 Milliarden Euro an Beihilfen ein Viertel an die am wenigsten Bemittelten. Zwar werden die Beihilfen für die Besserverdienenden jetzt etwas gekürzt, aber der Durchschnittspreis von Elektroautos sinkt“, sagte der Minister.

    In Deutschland wurde er komplett abgeschafft, die Beibehaltung des Umweltbonus in Frankreich zeigt „das hohe Niveau der staatlichen Unterstützung für die Automobilbranche beim Übergang zu Elektroautos“, freut sich Luc Chatel, Präsident der Platforme Automobile (PFA), in der französische Automobilhersteller und Zulieferer zusammengeschlossen sind. „Wir werden noch vier, fünf Jahre lang auf diese Unterstützung angewiesen sein“, sagt er.

    Es bleibt abzuwarten, ob diese Hilfen eine massive Unterstützung der französischen oder europäischen Fahrzeughersteller von Elektroautos bringen werden. Die Offensive der chinesischen E-Autos auf dem europäischen Markt ist aggressiver denn je und der Ausschluss von der Förderung scheint kein ausreichendes Hindernis für ihre Verkaufserfolge zu sein.

    Die chinesischen Elektroautos profitieren von Chinas technologischem Vorsprung bei Batterien, Motoren und Software, sie haben zwei gewichtige Argumente: Sie haben Reichweiten von über 400 Kilometern, bei manchen Modellen sogar über 600 Kilometern, und sie sind mit Preisen zwischen 20.000 und 50.000 Euro oft wesentlich günstiger als ihre europäischen oder amerikanischen Konkurrenten.

    Angesichts dieser Konkurrenz müssen die europäischen und französischen Hersteller die Herausforderung der Wettbewerbsfähigkeit und Differenzierung annehmen und dafür enorme Investitionen, insbesondere in Batterien, und in neue Modelle tätigen. 2024 erscheint als ein Jahr der Wende für den französischen Stellantis-Konzern mit insgesamt 14 Marken (Peugeot, Citroën, Chrysler, Opel und anderen), dessen weltweite Verkäufe von Elektrofahrzeugen bis 2023 einen Anstieg von 21 % verzeichneten. Renault setzt auf den R5 und den Scenic mit Elektroantrieb.

  • Frankreich senkt Wachstumsprognose für 2024 und will 10 Milliarden Euro im Staatshaushalt sparen

    Frankreich senkt Wachstumsprognose für 2024 und will 10 Milliarden Euro im Staatshaushalt sparen

    Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire schätzte am Sonntagabend das französische Wachstum für 2024 nur noch auf 1 % statt der ursprünglich erwarteten 1,4 %.

    Ein umfassender Sparplan ist in Frankreich angesagt. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, der am Sonntag, dem 18. Februar, in der 20-Uhr-Nachrichtensendung des Senders TF1 zu Gast war, gab bekannt, dass er die Wachstumsprognose für 2024 auf 1% nach unten korrigiert habe, ursprünglich war das Wachstum der französischen Wirtschaft auf 1,4% im Jahr 2024 geschätzt worden. „Es ist ein positives Wachstum, das aber den geopolitischen Kontext berücksichtigt“, wie den Krieg in der Ukraine, den Nahostkonflikt, die „sehr starke wirtschaftliche Verlangsamung in China“ und „die Rezession im Jahr 2023 in Deutschland“, rechtfertigte der Wirtschafts- und Finanzminister seine neue Prognose.

    Aufgrund dieser Aussichten lehnte Le Maire jegliche Steuererhöhungen ab, um das Haushaltsdefizit Frankreichs bei 4 % zu halten. „Ich verpflichte mich, wie ich es seit sieben Jahren tue, die Steuern nicht zu erhöhen“, betonte er und fügte hinzu: „Deswegen verdienen wir weniger und deswegen geben wir weniger aus“. Le Maire kündigte einen umfassenden Sparplan der Regierung in Höhe von 10 Milliarden Euro an, der „sofort, in den nächsten Tagen“ bei den Staatsausgaben umgesetzt werden soll, um die Haushaltsziele einzuhalten. Der französische Wirtschaftsminister betonte, dass weder die Sozialleistungen noch die Gebietskörperschaften von einschränkungen betroffen seien.

    „Alle Ministerien werden einen Beitrag leisten, der dem entspricht, was sie im Staatshaushalt repräsentieren“, sagte Bruno Le Maire hinzu und erklärte, dass auf die 10 Milliarden Einsparungen allein 5 Milliarden auf die Betriebsausgaben aller Ministerien und 1 Milliarde auf die öffentliche Entwicklungshilfe entfallen.

  • Französische Landwirte: Gewerkschaft FNSEA erwägt Wiederaufnahme der Protestaktionen

    Französische Landwirte: Gewerkschaft FNSEA erwägt Wiederaufnahme der Protestaktionen

    Nach zwei Wochen Straßenblockaden und teilweise tumultartigen Aktionen stoppten die französischen Landwirte Anfang Februar nach mehreren Ankündigungen von Premierminister Gabriel Attal vorläufig ihren Protest.

    „Es gab nicht einmal den Anfang von Gesprächen“. Der Präsident der Landwirtschafts-Gewerkschaft FNSEA, Arnaud Rousseau, warnte die Regierung am Sonntag, dem 11. Februar, 12 Tage vor der Eröffnung der großen Landwirtschaftsmesse, die vom 24. Februar bis zum 3. März in Paris stattfindet. Als Gast des Senders BFTMV zog der Chef der größten Bauerngewerkschaft eine Wiederaufnahme der Aktionen der Landwirte in Betracht, wenn bis dahin keine konkreten Anstrengungen unternommen würden. „Wir sind nicht im richtigen Tempo (…), wir müssen das Tempo beschleunigen“, warnte Rousseau.

    Arnaud Rousseau erklärte, dass er zwar am Dienstagnachmittag von Premierminister Gabriel Attal empfangen werden solle, aber „seit 10 Tagen“ und der Aussetzung der Blockaden und Aktionen der Landwirte habe es „kein Ministertreffen“ gegeben, weder mit dem Landwirtschaftsminister noch mit dem Premierminister. „Wir haben sehr konkrete Vorschläge auf den Tisch gelegt (…). Wenn man sich über uns lustig macht, könnte der Empfang des Staatspräsidenten am Tag der Eröffnung der Messe natürlich nicht unter den klassischen Bedingungen stattfinden“, warnte Arnaud Rousseau.

    Nach zwei Wochen Straßenblockaden und teilweise tumultartigen Aktionen brachen die Demonstranten Anfang Februar nach drei Ankündigungen des neuen Premierministers Gabriel Attal zu so unterschiedlichen Themen wie Pestiziden, Renten für Landwirte oder synthetisch hergestelltem Fleisch ihre Proteste ab. „Wir wollen konkrete Entscheidungen sehen, die sich in den Betrieben bemerkbar machen“, sagte der Chef der FNSEA, auch wenn „wir verstehen, dass wir, was ein neues Gesetz betrifft, etwas Zeit brauchen“.

  • 19.8 Milliarden Euro! TotalEnergies verzeichnet 2023 einen Rekordgewinn

    19.8 Milliarden Euro! TotalEnergies verzeichnet 2023 einen Rekordgewinn

    Neuer Rekordgewinn für TotalEnergies im Jahr 2023: Der französische Ölkonzern erwirtschaftete einen Nettogewinn von 21,4 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 19,8 Milliarden Euro.

    Der französische Energiekonzern TotalEnergies erzielte 2023 einen Nettogewinn von 21,4 Mrd. US-Dollar (19,8 Mrd. Euro) und verzeichnete damit nach dem bereits schon außergewöhnlichen Jahr 2022 einen neuen Rekord.

    Trotz eines schwierigen Umfelds für die Öl- und Gaspreise verbesserte der Konzern seinen Nettogewinn mit einem Plus von 19 Mrd. Euro um 4% im Vergleich zum Jahr 2022, dank des „Wachstums bei Kohlenwasserstoffen, insbesondere Flüssigerdgas (LNG) und Strom“, erklärte Konzernchef Patrick Pouyanné am Mittwoch in der Mitteilung über die Ergebnisse des Unternehmens, die über den Erwartungen liegen.

    Der bereinigte Gewinn, die Messlatte für Anleger, ist aufgrund des Rückzugs aus dem Russlandgeschäft geschmälert worden und hätte noch höher ausfallen können.

  • Gironde: 8.000 Hektar Weinberge sollen wegen Überproduktion von Rotwein gerodet werden

    Gironde: 8.000 Hektar Weinberge sollen wegen Überproduktion von Rotwein gerodet werden

    In der Region Gironde fuhren am Mittwoch, den 7. Februar, die Bagger mitten in den Weinbergen auf. Um die Weinproduktion zu reduzieren, sollen 8.000 Hektar in den Weinbergen des Bordeaux gerodet werden.

    Der Bagger reißt Meter für Meter die Früchte einer lebenslangen Arbeit aus der Erde. In der Nähe von Saint-Émilion in der Gironde lässt Luc Bergerie drei Hektar Merlot-Reben roden, die die kontrollierte Herkunftsbezeichnung (AOC) Bordeaux tragen. Stattdessen wird der Weinbauer, der gerade erst den Familienbetrieb übernommen hat, jetzt Mais säen, eine rentablere Art der Landwirtschaft. „Das ist nie ein gutes Gefühl. Man hat so viele Kosten pro Hektar und bekommt dafür keinen Lohn“, bedauert Luc Bergerie auf dem Sender France 2.

    1.200 Weinbauern haben sich für den staatlichen Hilfsplan zur Rodung beworben. Der 58 Millionen Euro schwere Notfallplan wurde von den Weinfachleuten am 6. Dezember 2022 bei einer Demonstration in Bordeaux (Gironde) gefordert. Die Branche befindet sich aufgrund von Überproduktion und einem drastischen Rückgang des Rotweinkonsums in großen Schwierigkeiten. Trotz einer Entschädigung von 6.000 EUR pro gerodetem Hektar ist die Aufgabe von Weinanbauflächen für viele Landwirte eine traurige Notwendigkeit. Die Gironde wird 10 % ihrer Weinberge verlieren, was aber nach Ansicht des Kollektivs Viti 33 nicht ausreichen, um den Berufsstand zu retten.

  • Französischer Rechnungshof: Angesichts des Klimawandels verlieren Skigebiete an Sinn und Wert

    Französischer Rechnungshof: Angesichts des Klimawandels verlieren Skigebiete an Sinn und Wert

    Nur wenige Skigebiete werden ihren Betrieb nach 2050 fortsetzen können, schätzt der Rechnungshof in seinem Bericht.

    Es besteht Gefahr für die Wintersportorte Frankreischs. Der Klimawandel bedroht „das Wirtschaftsmodell des französischen Skisports“, so der Rechnungshof in einem am Dienstag, dem 6. Februar, veröffentlichten Bericht. „Ab den 2000er Jahren begannen der Rückgang der Skiaktivitäten und die zunehmende Unangepasstheit des Immobilienbestands der Stationen, das finanzielle Gleichgewicht der Skilifte und die lokale Wirtschaft, die zum Teil von ihnen abhängt, zu schwächen“, so der Rechnungshof.

    Die Autoren des Berichts gehen davon aus, dass alle Skigebiete in Frankreich bis 2050 die Folgen der globalen Erwärmung deutlich zu spüren bekommen werden. Und nur „einige wenige Skigebiete können darauf hoffen, ihren Betrieb über diesen Zeitpunkt hinaus fortzusetzen“.

    Kunstschnee als kurzfristige Lösung
    Der Rechnungshof bemängelt, dass „die in den Bergen durchgeführten Anpassungsmaßnahmen im Wesentlichen auf der Schneeproduktion beruhen“, die nur „eine kurzfristige Wirkung“ hat, da „ihre Kosten hoch sind und ihre Wirksamkeit mit steigenden Temperaturen tendenziell abnimmt“.

    Nicht zu vergessen „die Auswirkungen der Schneeproduktion auf die Wasserressourcen“, die „in vielen Gebieten unterschätzt“ zu werden scheinen, so der Bericht. Nach Ansicht des Rechnungshofs „wäre es notwendig, dass die Genehmigungen für die Entnahme von Wasser für die Schneeproduktion die Klimaprognosen stärker berücksichtigen“.

    Mangel an Koordination und Planung
    Was die Maßnahmen zur Diversifizierung der Aktivitäten betrifft, so sind diese „selten auf ein echtes Projekt gestützt“, urteilt der Rechnungshof. „Sie werden nach dem Zufallsprinzip durchgeführt und neigen häufig dazu, das Skimodell zu reproduzieren, das auf hohen Investitionen und hohen Besucherzahlen beruht, ohne einen Geschäftsplan, der es ermöglicht, ihre wirtschaftliche Relevanz festzustellen“. Außerdem „sind die Initiativen der Gebietskörperschaften kaum aufeinander abgestimmt“.

    Der Bericht kritisiert auch die derzeitige „ökologische Planung des Staates, die für den Tourismussektor in den Bergen wenig sinnvoll ist“ und „keine wirkliche Dynamik des Wandels auslösen kann“. Dasselbe gilt laut dem Dokument auch für die Regionen. Der Rechnungshof schlägt vor, eine Steuerung der Bergstationen einzuführen, die nicht mehr allein der kommunalen Ebene unterliegt. Ausserdem schlägt die Institution vor, einen Fonds für die Anpassung an den Klimawandel einzurichten, der Maßnahmen zur Diversifizierung und zum Rückbau von Anlagen finanzieren soll.

    Der Präsident des Rechnungshofs, Pierre Moscovici, erklärte vor der Presse: „Wir müssen ganz klar unsere Vision ändern, eine neue Governance einführen, den Fokus erweitern, Ressourcen finden – denn es sind jährlich etwa 92 Millionen Euro an Investitionen erforderlich, um zu einem diversifizierteren Modell zu gelangen, das ein Modell für „vier Jahreszeiten“ und für alle Arten von Stationen ist“.

  • Gaspreise in Frankreich: Warum werden die Rechnungen steigen – obwohl die Tarife sinken?

    Gaspreise in Frankreich: Warum werden die Rechnungen steigen – obwohl die Tarife sinken?

    Obwohl der Referenzpreis für Gas seit Jahresbeginn gesunken ist, hat die Regierung angekündigt, dass die Rechnungen der Haushalte je nach Vertrag um 5,5 bis 10,4 % steigen werden. Ein Anstieg, der laut der Kommission für Energieregulierung „mit einem Rückgang des Verbrauchs“ zusammenhängt.

    Nach den Strompreisen ist nun auch der Gaspreis an der Reihe. Vor einigen Tagen war es lediglich Flurfunk, jetzt ist es offiziell. Emmanuelle Wargon, die Vorsitzende der Kommission für Energieregulierung, hat bestätigt, dass ab dem 1. Juli die Gasrechnung je nach Vertrag um 5,5 bis 10,4 % steigen wird. Diese Ankündigung könnte überraschen, da der Referenzpreis für Gas (PRVG) zu Beginn des Jahres um fast 4% gesunken ist.

    Das von Emmanuelle Wargon vorgebrachte Argument zur Rechtfertigung dieses Anstiegs hat den Zorn vieler Verbraucher hervorgerufen:

    „Freuen wir uns, unser Gasverbrauch ist gesunken, wir werden weniger bezahlen. Aber: Nein, denn der Preis wird trotzdem steigen, um die….Rohre zu bezahlen.“; oder auch „Skandal! Die Vorsitzende der Energie-Regulierungskommission, Frau Wargon, kündigt einen Anstieg des Gaspreises aufgrund des geringeren Verbrauchs der Franzosen an“, heißt es im sozialen Netzwerk X (ex-Twitter).

    Für die Vorsitzende der Regulierungskommission ist dieser Anstieg der Rechnungen „im Wesentlichen mit der Tatsache verbunden, dass der Verbrauch sinkt“. Aber genau das war ja das Ziel des von der Regierung eingeführten Sparplans, für den eine Werbekampagne mit dem Namen „Jede Geste zählt“ die Franzosen dazu ermutigte, ihren Verbrauch zu senken, wofür sie den berühmten Slogan „Je baisse, j’éteins, je décale“ (Ich senke, ich schalte aus, ich verschiebe) benutzte.

    Auf die Frage der Journalistin Apolline de Malherbe auf dem Sender RMC erklärte Emmanuelle Wargon, dass man zwischen dem Preisanstieg für das „Gasmolekül“, das in die Rohre gefüllt wird, und der Instandhaltung der Infrastruktur, d. h. der Rohre, durch die dieses Gas fließt, unterscheiden müsse.

    „Das ist nur die Realität der Kosten für die Nutzung des Netzes. Die Ausgaben für die Instandhaltung der Rohre steigen leicht an, wegen der Inflation, der höheren Löhne … Ganz zu schweigen davon, dass man in Rohre für das neue grüne Gas investieren muss“, erklärte Emmanuelle Wargon im Gespräch mit Apolline Matin.

    Zusätzlichen Ausgaben, die man auf ein sinkendes Verbrauchervolumen aufteilen muss. „Das macht ein bisschen mehr pro Verbraucher“, so Emmanuelle Wargon.

    Konkret werden sich die Auswirkungen auf die Verbraucherrechnung ab Juli 2024 wie folgt beziffern:

    • 5,5 % bzw. + 7,3 € (inkl. MwSt.) pro Monat auf die Gesamtrechnung eines durchschnittlichen Gasheizungskunden.
    • 10,4 %, d. h. + 2,2 € inkl. MwSt. pro Monat auf die Gesamtrechnung eines Kunden, der Gas für Warmwasser und Kochen verwendet.
  • „Die Supermärkte ziehen uns nackt aus“ – Landwirte lassen in Supermarkt die Hüllen fallen

    „Die Supermärkte ziehen uns nackt aus“ – Landwirte lassen in Supermarkt die Hüllen fallen

    Landwirte haben sich in einem Carrefour-Supermarkt in Lescar, in der Nähe von Pau (Pyrénées-Atlantiques), ausgezogen, um ihre schlechten Lebensbedingungen und die großen Gewinnspannen der Industrie und des Handels anzuprangern.

    Kein Verspritzen von Gülle oder verschütteter Mist. Am Samstag, dem 3. Februar, zogen Landwirte der Confédération Paysanne stattdessen ihre Kleider aus. Sie taten das im Hypermarkt Carrefour in Lescar, in der Nähe von Pau (Departement Pyrénées-Atlantiques) vor den Augen der verblüfften und belustigten Kunden. Die Landwirte wollten damit ihre Lebensbedingungen und die Gewinnspannen der Industrie und des Handels anprangern.

    „Die Supermärkte und die Agrarindustrie ziehen uns nackt aus“, sagt Étienne Breton, Sprecher der Confédération paysanne du Béarn, in der Zeitung SudOuest. „Das monatliche Einkommen aus der Tätigkeit der Bauern liegt im Durchschnitt bei 1.200 Euro. Wenn man bedenkt, dass der Berufsstand durchschnittlich 55 Stunden pro Woche arbeitet, macht das 5,50 Euro pro Stunde (…) Hinter diesen Zahlen verbergen sich große Unterschiede, wie die 20 % der Bauern, die überhaupt kein Einkommen erzielen können“.

    Die 40 Landwirte aus den Departements Pyrénées-Atlantiques, Gers und Hautes-Pyrénées, die an der Aktion teilnahmen, haben vor sich Produkte ausländischer Herkunft gehortet. Im Visier hatten sie auch die Macht der „Einkaufszentralen, die allein über den Wert der Agrar- und Lebensmittelproduktion entscheiden“.