Kategorie: Wirtschaft

  • Explosion der Unternehmenspleiten in Frankreich: Nach-Covid-Effekt oder dauerhafte Krise?

    Explosion der Unternehmenspleiten in Frankreich: Nach-Covid-Effekt oder dauerhafte Krise?

    Frankreich erlebt eine besorgniserregende Welle von Unternehmensinsolvenzen. Mit über 66.000 Insolvenzen in den letzten zwölf Monaten – ein Anstieg von über 20 % im Vergleich zum Vorjahr – wurde ein neuer Rekord erreicht. Diese Entwicklung wirft die Frage auf: Handelt es sich um eine vorübergehende Nachwirkung der Pandemiehilfen oder um eine tiefgreifende wirtschaftliche Krise?

    Der Hintergrund: Wirtschaftliche Belastungen häufen sich

    Die Covid-19-Pandemie hatte durch die staatliche „Quoi qu’il en coûte“-Politik viele Unternehmen vor dem Aus bewahrt. Mithilfe staatlich garantierter Kredite (PGE) und umfangreicher Unterstützungsprogramme konnten zahlreiche Betriebe ihre Betriebskosten trotz sinkender Einnahmen decken. Doch die Rückzahlung dieser Hilfen sowie die steigenden Energie- und Materialkosten setzen die Unternehmen nun massiv unter Druck. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die etwa 95 % der Insolvenzen ausmachen. Branchen wie Bau, Einzelhandel sowie Gastronomie und Hotellerie leiden am stärksten. Der Bausektor allein steht für 22 % aller Insolvenzen.

    Ein Nachholeffekt der Pandemie?

    Viele Experten sehen die aktuelle Entwicklung auch als Nachwirkung der Pandemie. Während der Corona-Krise wurden Insolvenzen durch staatliche Hilfen künstlich niedrig gehalten. Thierry Millon, Direktor der Studienabteilung des Beratungsunternehmens Altares, bezeichnet die aktuellen Zahlen als „progressive Regulierung“. Während vor der Pandemie durchschnittlich 59.000 Insolvenzen pro Jahr verzeichnet wurden, lag die Zahl in den letzten Jahren deutlich darunter. Die heutige Welle sei daher zum Teil ein Aufholprozess.

    Eine Krise für die Kleinsten

    Für Marc Sanchez, Generalsekretär des Syndikats der Selbstständigen und kleinen Unternehmen (TPE), geht die Krise jedoch weit über einen Nachholeffekt hinaus. Die gestiegenen Energiepreise, hohe Inflationsraten und die anhaltend schwache Nachfrage seien strukturelle Probleme. Besonders alarmierend: Immer mehr Unternehmer geben freiwillig auf. Laut Sanchez ist die Zahl der freiwilligen Geschäftsaufgaben im Jahr 2024 um 10 % gestiegen. Viele Unternehmer hätten „den Glauben verloren“, sagt er. Sie ziehen sich zurück, bevor sie in die Insolvenz rutschen.

    Ein düsterer Ausblick

    Die französische Wirtschaft steht unter Druck. Die Wachstumsrate stagniert bei 1,1 %, während das öffentliche Defizit auf über 6 % des BIP angestiegen ist. Vor diesem Hintergrund hat die Regierung unter Michel Barnier ein Sparprogramm in Höhe von 60 Milliarden Euro angekündigt. Besonders heikel: Geplante Kürzungen bei Förderprogrammen für Unternehmen, darunter Zuschüsse für Einstellungen, Ausbildungsförderungen und Energiehilfen.

    Die Unsicherheit über die Zukunft dieser Unterstützungen verstärkt die schwierige Lage vieler Unternehmen. Marc Sanchez warnt, dass der „soziale und politische Druck“ die ohnehin fragile Unternehmensstimmung weiter verschlechtert. Investitionen, Einstellungen und Innovationen bleiben aus, was die wirtschaftliche Erholung zusätzlich bremst.

    Die strukturellen Herausforderungen

    Obwohl die staatlichen Hilfsprogramme kurzfristig erfolgreich waren, haben sie langfristige Probleme nicht gelöst. Frankreich hat eine vergleichsweise niedrige Recyclingrate von insolventen Unternehmen, und der Zugang zu Wachstumskapital für kleine und mittlere Unternehmen bleibt eine Herausforderung. Hinzu kommt, dass steigende Energiekosten, globale Unsicherheiten und Inflation viele Geschäftsmodelle auf die Probe stellen.

    Was bringt die Zukunft?

    Die Frage, ob es sich um einen kurzfristigen Nachholeffekt oder eine tiefergehende Krise handelt, bleibt offen. Während einige Experten wie die Banque de France den Optimismus wahren und von einer „kontrollierten Regulierung“ sprechen, deutet die Lage bei den TPE auf eine langfristige Belastung hin. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die geplanten Sparmaßnahmen die Situation entschärfen können oder ob sie die wirtschaftliche Belastung weiter verschärfen. Klar ist, dass die Stabilität kleiner und mittlerer Unternehmen entscheidend für die Erholung der französischen Wirtschaft sein wird.

  • Reduzierte Prämien für Elektroautos: Französische Regierung kürzt staatliche Unterstützung

    Reduzierte Prämien für Elektroautos: Französische Regierung kürzt staatliche Unterstützung

    Die französische Regierung hat eine deutliche Kürzung der finanziellen Unterstützung beim Kauf von Elektroautos angekündigt. Ab sofort beträgt der maximale Bonus nur noch 4.000 Euro, wie Regierungssprecherin Maud Bregeon am 27. November bestätigte. Diese Entscheidung ist Teil eines Maßnahmenpakets, das angesichts eines stark belasteten Haushaltsrahmens die Förderung umgestaltet und einkommensabhängig staffelt.

    Was ändert sich genau? Bisher lag die Höchstprämie für den Kauf eines Elektroautos bei 7.000 Euro. Mit der neuen Regelung wird der Bonus wie folgt angepasst:

    Maximalbetrag von 4.000 Euro: Für Haushalte mit niedrigem bis mittlerem Einkommen. Gestaffelte Kürzungen: Für einkommensstärkere Haushalte wird der Bonus auf 3.000 oder 2.000 Euro reduziert. Sofortige Wirkung: Der entsprechende Erlass tritt nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft und gilt für alle Anträge, die ab diesem Zeitpunkt gestellt werden.

    Für Personen, die bereits Anträge eingereicht oder den Kaufprozess gesta…

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  • Mercosur-Abkommen: Frankreich und Polen sagen „Nein“

    Mercosur-Abkommen: Frankreich und Polen sagen „Nein“

    Die Debatte um das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur-Bündnis (Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay) spitzt sich zu. Frankreich hat sich offiziell gegen das Abkommen gestellt – und findet in Polen einen neuen Verbündeten. Gestern stimmte die französische Nationalversammlung mit einer überwältigenden Mehrheit von 484 zu 70 Stimmen gegen das Abkommen in seiner aktuellen Form. Obwohl das Votum nicht bindend ist, stärkt es die Position der französischen Regierung gegenüber der EU-Kommission. Die Handelsministerin Sophie Primas sprach von einem „demokratischen Mandat“, das Frankreichs Haltung legitimiert.

    Warum lehnt Frankreich das Abkommen ab? Die Bedenken sind vielfältig, aber ein Punkt dominiert die Diskussion: faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Landwirte. Laut Landwirtschaftsministerin Annie Genevard gefährdet das Abkommen die Existenz vieler Bauernhöfe in Europa. Insbesondere billigere Agrarimporte aus dem Mercosur könnten die europäisc…

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  • Ryanair droht mit Rückzug aus Frankreich – Debatte um steigende Ticketabgaben

    Ryanair droht mit Rückzug aus Frankreich – Debatte um steigende Ticketabgaben

    Die irische Billigfluglinie Ryanair sorgt mit einer deutlichen Drohung für Unruhe: Sollte die französische Regierung ihre Pläne zur Erhöhung der Passagiersteuern durchsetzen, will die Airline ihre Aktivitäten in zehn regionalen Flughäfen einstellen. Besonders betroffen wären kleinere Flughäfen wie Nîmes, die stark von Ryanair abhängen. Doch worum genau geht es, und was steht auf dem Spiel?

    Steigende Steuern – ein Dorn im Auge der Airline

    Der Kern des Streits liegt in der geplanten Steuererhöhung ab 2025. Die Abgabe, die derzeit bei 2,63 Euro pro Ticket für innereuropäische Flüge liegt, soll auf bis zu 9,50 Euro steigen. Die Maßnahme ist Teil eines größeren Plans der französischen Regierung, den Flugverkehr stärker an den Kosten für Umweltschäden zu beteiligen. Für Ryanair, deren Geschäftsmodell auf günstigen Ticketpreisen basiert, ist das inakzeptabel. Die Airline spricht von einer Verdreifachung der Kosten, die sie an ihre Kunden weitergeben müsste – ein schwerer Schlag für das Konzept des „Low-Cost-Fliegens“.

    Die möglichen Folgen: Leere Terminals und weniger Mobilität

    Kleinere Flughäfen wie Nîmes, die in hohem Maße von Ryanair abhängig sind, könnten durch einen Rückzug der Airline in eine Krise geraten. Viele dieser Standorte bieten nur wenige Verbindungen, oft ausschließlich durch Billigfluganbieter. Ein Wegfall von Ryanair würde also nicht nur finanzielle Einbußen für die Flughäfen bedeuten, sondern auch für die lokalen Regionen, die auf Tourismus und Geschäftsreisende angewiesen sind. Die Sorge geht aber über die Wirtschaft hinaus: Reisende, die auf günstige Flüge angewiesen sind, könnten ihre Mobilität stark eingeschränkt sehen.

    Regierung bleibt hart

    Trotz der Drohung gibt sich die französische Regierung unbeeindruckt. Sie bezeichnet das Verhalten von Ryanair als „Erpressung“ und hält an den geplanten Steuererhöhungen fest. Das Ziel: Eine fairere Kostenverteilung zwischen Flugreisenden und der Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf den Klimaschutz. Für viele Kritiker erscheint Ryanairs Argumentation wenig stichhaltig – andere Fluglinien, so die Regierung, hätten schließlich ähnliche Bedingungen zu tragen.

    Was sagen die Passagiere?

    Während Ryanair die drohenden Steuererhöhungen als existenzielle Bedrohung darstellt, zeigen sich manche Passagiere gelassener. „Wenn ich für einen Flug zehn Euro mehr zahlen muss, ist das in Ordnung, solange es den Klimaschutz voranbringt“, erklärt ein Reisender am Flughafen von Marseille. Andere hingegen fürchten, dass höhere Preise das Ende der Ära günstiger Flugreisen einläuten könnten. Eine ältere Frau, die regelmäßig ihre Familie im Ausland besucht, fragt: „Werden sich normale Leute dann noch Fliegen leisten können?“

    Ein Spiel mit hohem Einsatz

    Ob Ryanair seine Drohung wahr macht, bleibt abzuwarten. Es ist nicht das erste Mal, dass die Airline mit einem Rückzug droht, um politischen Druck auszuüben – ein beliebtes Mittel im Konflikt mit Behörden und Regierungen. Oft lenkt die Airline im letzten Moment ein oder handelt spezielle Abkommen aus, die ihre Kosten reduzieren. Doch die französische Regierung scheint dieses Mal entschlossen, nicht nachzugeben.

    Ryanairs Strategie mag kurzfristig Druck ausüben, birgt jedoch Risiken: Ein Rückzug aus zehn Flughäfen würde nicht nur den betroffenen Regionen schaden, sondern auch Ryanairs eigenen Marktanteil in Frankreich gefährden. Andere Fluggesellschaften könnten die Lücke füllen und Kunden abwerben.

    Wohin führt die Debatte?

    Die Diskussion über die Steuererhöhung zeigt die schwierige Balance zwischen Klimaschutz, wirtschaftlichen Interessen und sozialer Gerechtigkeit. Günstige Flugpreise haben die Mobilität vieler Menschen revolutioniert, doch sie gehen oft auf Kosten der Umwelt. Ryanairs Drohung wirft eine zentrale Frage auf: Wie viel sind wir bereit, für nachhaltigen Luftverkehr zu zahlen – und welche Verantwortung tragen die Fluglinien selbst?

    Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Regierung und Ryanair eine Einigung erzielen oder ob die Airline ihre Drohung tatsächlich umsetzt. Klar ist: Der Ausgang dieses Konflikts könnte wegweisend für die Zukunft des europäischen Luftverkehrs sein.

  • Eine zweite Solidaritätsschicht – Arbeiten ohne Lohn für einen guten Zweck?

    Eine zweite Solidaritätsschicht – Arbeiten ohne Lohn für einen guten Zweck?

    Der französische Senat hat für eine kontroverse Neuerung gestimmt: eine zweite jährliche Solidaritätsschicht, bei der Arbeitnehmer im öffentlichen und privaten Sektor unbezahlt sieben Stunden zusätzlich arbeiten sollen. Die daraus generierten Einnahmen sollen der Finanzierung der Pflege älterer Menschen und der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen zugutekommen. Doch der Vorschlag sorgt für Diskussionen. Worum geht es? Seit 2004 gibt es in Frankreich eine gesetzliche „Solidaritätsschicht“, bei der Arbeitnehmer sieben Stunden pro Jahr ohne Bezahlung arbeiten. Die Arbeitgeber überweisen das eingesparte Geld als Abgabe an die Sozialversicherung, um die sogenannte Autonomiebranche zu finanzieren – diese kümmert sich um ältere und pflegebedürftige Menschen sowie Menschen mit Behinderungen. Der neue Vorschlag des Senats sieht vor, diese Regelung auszuweiten: Sieben weitere Stunden Arbeit ohne Vergütung sollen hinzukommen. Insgesamt würde der Beitrag der Arbeitgeber von 0,3 % der Lohns…

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  • US-Regulierer fordern Aufspaltung von Google: Verkauf von Chrome im Fokus

    US-Regulierer fordern Aufspaltung von Google: Verkauf von Chrome im Fokus

    Die US-Regierung macht Ernst: Google steht im Zentrum eines umfassenden Kartellverfahrens, das weitreichende Konsequenzen haben könnte. Die Kartellrechtsabteilung des Justizministeriums fordert in einem kürzlich eingereichten 23-seitigen Dokument die Zerschlagung von Google. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehört der Verkauf des Chrome-Browsers und Einschränkungen für das Android-Betriebssystem. Diese Schritte sollen den Suchmaschinenmarkt wieder wettbewerbsfähig machen.

    Warum Chrome im Visier steht

    Google Chrome, der weltweit meistgenutzte Webbrowser, ist laut den Regulierern ein „kritischer Zugangspunkt“ zum Internet. Der Verkauf von Chrome würde laut Justizministerium anderen Suchmaschinen ermöglichen, gleichberechtigt im Markt zu agieren. „Es geht darum, Googles Kontrolle über diesen zentralen Zugangspunkt zu beenden“, heißt es im Antrag. Der Browser wurde 2008 eingeführt und hat heute einen Marktanteil von über 60 % – ein entscheidender Vorteil für Google, um die eigene Suchmaschine zu dominieren.

    Einschränkungen für Android

    Die Regulierer verlangen zudem, dass Android keine Bevorzugung von Googles eigener Suchmaschine mehr erlauben darf. Dies könnte bedeuten, dass Hersteller von Android-Geräten alternative Standards festlegen oder andere Suchmaschinen als Standardoption integrieren können.

    Obwohl das Justizministerium Android nicht direkt zum Verkauf fordert, warnen die Behörden: Sollte Google weiterhin gegen Wettbewerbsgesetze verstoßen, könnte eine solche Forderung in Zukunft gestellt werden.

    Zusätzliche Maßnahmen: Transparenz und Datenfreigabe

    Zu den weiteren Strafen gehört ein Verbot von milliardenschweren Abkommen, durch die Google seine Suchmaschine als Standardoption auf Geräten wie iPhones absichert. Google gibt jährlich über 26 Milliarden Dollar aus, um diese Vorinstallationen zu gewährleisten. Die Behörde will solche Verträge künftig verbieten.

    Darüber hinaus soll Google verpflichtet werden, die von Nutzern gesammelten Suchdaten auch Rivalen zugänglich zu machen, um diesen eine bessere Marktposition zu ermöglichen. Auch die Preisgestaltung für Werbeanzeigen in den Suchergebnissen soll transparenter werden, um Wettbewerbern und Werbetreibenden mehr Fairness zu bieten.

    Googles Reaktion: „Radikaler Eingriff“

    Kent Walker, Chief Legal Officer von Google, kritisierte die Vorschläge scharf. In einem Blog-Beitrag bezeichnete er die Forderungen als „radikalen Eingriff“, der nicht nur Google, sondern auch Innovationen im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) bedrohe. Google sieht sich als Vorreiter in der KI-Entwicklung und warnt, dass Einschränkungen bei der Nutzung von KI für Suchanfragen negative Auswirkungen auf Nutzer und Technologie haben könnten.

    Parallelen zu Microsoft: Ein Präzedenzfall

    Die vorgeschlagenen Maßnahmen erinnern an den Versuch, Microsoft in den 1990er-Jahren zu zerschlagen. Damals wurde Microsoft vorgeworfen, seine Marktstellung mit dem Windows-Betriebssystem ausgenutzt zu haben, um Konkurrenz im Browser-Markt zu unterdrücken. Zwar entschied ein Gericht zunächst auf eine Aufspaltung, doch ein Berufungsgericht hob die Entscheidung später auf. Dieser Fall wird voraussichtlich auch das Google-Verfahren beeinflussen.

    Rechtsexperten wie Shubha Ghosh von der Syracuse University sehen die vorgeschlagenen Maßnahmen als weitreichend, möglicherweise über das Ziel hinausgehend. „Die Strafe sollte dem Vergehen entsprechen, und das scheint hier etwas über das Ziel hinauszuschießen“, so Ghosh.

    Was bedeutet das für Google und den Markt?

    Sollte das Gericht die Empfehlungen umsetzen, müsste Google Chrome innerhalb von sechs Monaten verkaufen – ein massiver Einschnitt in das Geschäftsmodell des Unternehmens. Doch Google könnte in Berufung gehen, was den Prozess weiter in die Länge ziehen würde. Bereits jetzt dauert der Rechtsstreit über vier Jahre an.

    Die Maßnahmen könnten auch Signalwirkung für andere Tech-Giganten haben. Unternehmen wie Apple, Amazon und Meta beobachten das Verfahren genau, da ähnliche Kartellvorwürfe gegen sie erhoben wurden.

    Das politische Umfeld

    Ein Machtwechsel im Weißen Haus könnte die Richtung des Verfahrens beeinflussen. Unter der Biden-Administration hatte Jonathan Kanter, Chef der Kartellrechtsabteilung, eine harte Linie gegen Big Tech gefahren. Doch mit dem Amtsantritt von Donald Trump im kommenden Jahr könnte es zu einer Neuausrichtung kommen. Trump äußerte sich zuletzt skeptisch gegenüber einer Zerschlagung von Google und sprach von der Notwendigkeit, „fairere Bedingungen“ zu schaffen, ohne das Unternehmen zu zerstören.

    Ein Wendepunkt für Big Tech

    Die anstehenden Gerichtsverhandlungen, die im April beginnen sollen, könnten eine entscheidende Wende in der Regulierung von Technologiegiganten markieren. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, würde dies nicht nur Google, sondern den gesamten Suchmaschinen- und Browser-Markt nachhaltig verändern. Die Frage bleibt: Ist eine Zerschlagung wirklich der richtige Weg, um fairen Wettbewerb herzustellen, oder schafft sie nur neue Probleme?

  • Mercosur: Warum Frankreich sich allein gegen das Freihandelsabkommen stellt

    Mercosur: Warum Frankreich sich allein gegen das Freihandelsabkommen stellt

    Frankreich kämpft auf verlorenem Posten – zumindest auf europäischer Ebene. Während die EU-Staaten mehrheitlich dem Freihandelsabkommen mit dem Mercosur (Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay und Bolivien) positiv gegenüberstehen, lehnt Paris es vehement ab. Aber warum eigentlich? Und was macht die französische Position so einzigartig? Eine Welle des Widerstands in Frankreich Die Diskussion über das Mercosur-Abkommen schlägt in Frankreich hohe Wellen, besonders bei Landwirten. Seit dem 18. November demonstrieren Bauern landesweit gegen das Abkommen, das den Import von Agrarprodukten aus Südamerika erleichtern soll. Die Sorge: Es droht ein ruinöser Wettbewerb mit Produkten, die unter weniger strengen Umwelt- und Produktionsstandards hergestellt werden. Diese Ängste werden von der Politik geteilt – selten war Frankreichs politische Landschaft so einig. Vom linken bis zum rechten Spektrum, vom Élysée-Palast bis zur Opposition: Alle sprechen sich gegen das Abkommen aus. Sogar 600 Parla…

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  • Frankreichs Bauernproteste: Anhaltender Widerstand gegen das Mercosur-Abkommen

    Frankreichs Bauernproteste: Anhaltender Widerstand gegen das Mercosur-Abkommen

    Die Proteste französischer Landwirte gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) gehen in die nächste Runde. Mit Straßensperren, „Feuern der Wut“ und anderen Aktionen machen die Landwirte ihrem Unmut Luft. Besonders im Fokus steht die Forderung, die Unterzeichnung des seit über 20 Jahren verhandelten Abkommens zu verhindern, das ihrer Ansicht nach die französische Landwirtschaft gefährdet. Ein vielschichtiger Protest Die Mobilisierung wird von unterschiedlichen landwirtschaftlichen Verbänden getragen. Die FNSEA, der größte Bauernverband, und die Jeunes Agriculteurs (JA) setzen ihre Proteste fort, während die rivalisierende Coordination Rurale (CR) ankündigt, den Druck zu erhöhen. Die CR, die derzeit ihren Jahreskongress in der Region Nouvelle-Aquitaine abhält, droht mit einer Blockade des Lebensmitteltransports ab dem 20. November, vor allem im Südwesten Frankreichs. Neben der Ablehnung des Mercosur-Abko…

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  • „Wir arbeiten auf den Cent genau“: Spagat der Bürgermeister angesichts staatlicher Sparmaßnahmen

    „Wir arbeiten auf den Cent genau“: Spagat der Bürgermeister angesichts staatlicher Sparmaßnahmen

    Angesichts der von der französischen Regierung geforderten Haushaltskürzungen stehen viele Bürgermeister vor schwierigen Entscheidungen. Die Maßnahmen, die lokale Gemeinden zu drastischen Einsparungen zwingen, könnten das soziale und kulturelle Leben erheblich beeinträchtigen. Zum Auftakt des Kongresses der französischen Bürgermeister am Dienstag in Paris planen viele Stadtoberhäupter, ihren Unmut öffentlich zu machen. Haushaltsdruck und unmögliche Entscheidungen Emmanuel Sallaberry, Bürgermeister von Talence bei Bordeaux, steht exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen viele Gemeinden konfrontiert sind. Bis 2025 muss er zwei Millionen Euro einsparen – eine Summe, die dem Jahresbudget für die kommunale Polizei oder die Schulkantinen entspricht. Für Sallaberry sind beide Ausgaben essenziell, was die Suche nach Alternativen zu einem schmerzhaften Balanceakt macht. „Es ist Wahnsinn“, so der zentristische Politiker, der die Sparmaßnahmen als „beispiellose Sparpolitik“ bezeichnet. Ä…

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  • Mobilisation der französischen Landwirte gegen EU-Mercosur-Abkommen: „Wir wollen nicht nur zusehen!“

    Mobilisation der französischen Landwirte gegen EU-Mercosur-Abkommen: „Wir wollen nicht nur zusehen!“

    Frankreichs Landwirte sind alarmiert – ab Montag rufen sie zu einem erneuten landesweiten Protest auf. Anlass der Mobilisierung ist die mögliche Unterzeichnung eines Handelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, das massive Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft haben könnte. In einer Zeit, in der viele Bauern bereits finanzielle Engpässe erleben, droht das Abkommen, ihre Existenz zusätzlich zu gefährden. Aufruf zum Protest im ganzen Land Arnaud Rousseau, Präsident des französischen Bauernverbands FNSEA, und Pierrick Horel, Chef des Verbands der jungen Landwirte, stehen an der Spitze dieser Protestbewegung. Sie haben eine klare Botschaft: Die Regierung und die europäische Öffentlichkeit müssen die Bedenken der Landwirte ernst nehmen. „Wir werden ab Montag in jedem Département präsent sein – auch auf den großen Verkehrsachsen und an den Kreisverkehren in Europa, um auf die Widersprüche in der EU-Handelspolitik hinzuweisen,“ e…

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