Kategorie: Vermischtes

  • Hungerstreik in Frankreich: 300 ausländische Ärzte kämpfen um ihre Zukunft

    Hungerstreik in Frankreich: 300 ausländische Ärzte kämpfen um ihre Zukunft

    Frankreichs Gesundheitssystem ist auf sie angewiesen – doch ihre Lage bleibt prekär.

    Seit dem 5. März befinden sich über 300 ausländische Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Hebammen im Hungerstreik. Sie protestieren gegen die ausbleibende Anerkennung ihrer Abschlüsse, die ihnen von Präsident Emmanuel Macron und Ex-Premierminister Gabriel Attal versprochen wurde. Am Samstag planen sie eine Demonstration vor dem Gesundheitsministerium.

    „Wir halten die Krankenhäuser am Laufen – und sind trotzdem rechtlos“

    Die Protestierenden gehören zur Gruppe der praticiens à diplôme hors-Union européenne (padhue) – medizinische Fachkräfte mit Abschlüssen aus Nicht-EU-Staaten. Obwohl sie in französischen Krankenhäusern unverzichtbar sind, verdienen sie oft nur ein Drittel des Gehalts ihrer französischen Kollegen. Zudem müssen sie alle sechs Monate um die Verlängerung ihres Vertrags bangen.

    „Wir haben alle möglichen Wege ausgeschöpft“, erklärt Abdelhalim Bensaïdi, Diabetologe in Nanterre seit über sechs Jahren. Seine Frustration ist spürbar: „Wir wurden immer wieder vertröstet. Dabei sind wir es, die manche Krankenhäuser am Laufen halten!“

    Ein Prüfungsverfahren voller Ungerechtigkeiten

    Die einzige Möglichkeit zur Anerkennung: Eine strenge Prüfung, die épreuve de vérification des connaissances (EVC). Doch selbst wer die erforderliche Punktzahl erreicht, scheitert oft – weil nicht alle Plätze vergeben werden. „20 % der verfügbaren Plätze wurden nicht zugewiesen“, kritisiert Bensaïdi. „Das ist willkürlich!“

    Viele ausländische Mediziner haben Jahre in Frankreich gearbeitet, die Sprache gelernt und bewiesen, dass sie unverzichtbar sind. Dennoch wird ihnen die dauerhafte Anerkennung verweigert.

    Der Protest geht weiter

    Die Situation der padhue wirft grundsätzliche Fragen auf: Warum lässt Frankreich dringend benötigte Ärzte in Unsicherheit leben, während das Gesundheitssystem ohnehin unter Druck steht?

    Die Hungerstreikenden wollen nicht nachgeben. „Wir wollen nur das, was uns zusteht: Würde, Anerkennung und eine Zukunft in diesem Land“, sagt Bensaïdi entschlossen.

    Am Samstag werden sie erneut auf die Straße gehen – in der Hoffnung, endlich Gehör zu finden.

    Von C. Hatty

  • Rekordfund in Dunkerque: Fast 10 Tonnen Kokain beschlagnahmt

    Rekordfund in Dunkerque: Fast 10 Tonnen Kokain beschlagnahmt

    Ein Schlag gegen den Drogenschmuggel – und doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

    Am vergangenen Wochenende haben französische Behörden im Hafen von Dunkerque eine Rekordmenge an Kokain sichergestellt. Fast 10 Tonnen der Droge waren in einem Container versteckt, wie französische Medien berichten. Damit handelt es sich um die größte jemals in Frankreichs Festland beschlagnahmte Menge. Die nationale Strafverfolgungsbehörde gegen organisierte Kriminalität (Junalco) leitet die Ermittlungen.

    Ein rasanter Anstieg der Kokainimporte

    Dieser Fund ist kein Einzelfall. Erst im Dezember 2024 wurden am Hafen von Le Havre zwei Tonnen Kokain entdeckt. Zwei Verdächtige wurden damals unter anderem wegen organisierten Drogenschmuggels angeklagt. Doch die Zahlen zeigen eine noch dramatischere Entwicklung: Allein in diesem Jahr konnten französische Behörden 53,5 Tonnen Kokain sicherstellen – eine Steigerung von 130 % gegenüber 2023.

    Frankreichs Innenminister Bruno Retailleau sprach in diesem Zusammenhang von einer „submersion“ der Drogenflut, einem „weißen Tsunami“. Die Aussage verdeutlicht, mit welcher Wucht der Kokainhandel das Land überschwemmt.

    Warum solche Funde wenig am Drogenmarkt ändern

    Auch wenn 10 Tonnen auf den ersten Blick nach einem gigantischen Erfolg aussehen – Experten sehen das anders. Die abgefangenen Mengen sind oft nur ein Bruchteil dessen, was tatsächlich nach Europa gelangt. Die Logistik der Kartelle ist gut organisiert: Während eine Lieferung beschlagnahmt wird, erreichen unzählige andere unbemerkt ihr Ziel.

    Kokain wird längst nicht mehr nur in Südamerika produziert. Westafrika hat sich als wichtiger Umschlagplatz etabliert, von wo aus die Drogen auf Schiffe verladen und über europäische Häfen wie Antwerpen, Rotterdam, Hamburg oder eben Dunkerque geschmuggelt werden.

    Was bedeutet das für Frankreich?

    Die steigenden Mengen an sichergestelltem Kokain zeigen, dass Frankreich ein zentrales Einfallstor für die Drogenkartelle bleibt. Hafenstädte wie Dunkerque und Le Havre stehen zunehmend im Fokus der Schmuggler, weil sie große Warenströme abwickeln und es trotz verstärkter Kontrollen immer wieder gelingt, Drogen unbemerkt einzuschleusen.

    Während Polizei und Zoll Erfolge verbuchen, bleibt das Problem bestehen: Die Nachfrage nach Kokain ist ungebrochen hoch. Und solange das der Fall ist, wird der „weiße Tsunami“ nicht abebben.

    Von C. Hatty

  • Capendu gegen die Lastwagenflut: Ein Dorf wehrt sich

    Capendu gegen die Lastwagenflut: Ein Dorf wehrt sich

    Capendu, ein kleines Dorf im Département Aude, hat genug. Trotz eines klaren Durchfahrtsverbots für Lastwagen bahnen sich immer wieder tonnenschwere Kolosse ihren Weg durch die engen Straßen – mit fatalen Folgen. Anwohner und der Bürgermeister sind entnervt, während Lkw-Fahrer sich über lange Umwege beklagen. Ein Konflikt, der mittlerweile eskaliert.


    Lkw-Fahrer trotzen dem Verbot

    Seit drei Monaten gilt auf der Departementstraße, die durch Capendu führt, ein Durchfahrtsverbot für schwere Fahrzeuge. Grund dafür sind Straßenbauarbeiten, die eine großräumige Umleitung erforderlich machen. Doch nicht alle Lkw-Fahrer akzeptieren die neue Regelung.

    „Ich fahre nach Trèbes“, rechtfertigt sich ein Fahrer, der von der Gendarmerie angehalten wird. Der vorgeschriebene Umweg koste ihn bis zu einer Stunde extra – eine Zeit, die viele Berufskraftfahrer nicht erübrigen wollen oder können. Also suchen sie nach einer Abkürzung und landen in den schmalen Gassen von Capendu. Ein fataler Fehler.


    Schäden an Häusern und Infrastruktur

    Die Straßen des Dorfes sind nicht für riesige Lastwagen gemacht. Sobald ein Lkw sich seinen Weg durch das historische Zentrum bahnt, ist das Chaos programmiert. „Sie haben diese Mauer hier hinten eingerissen – und die Laterne gleich mit!“, berichtet eine Anwohnerin und zeigt auf die deutlich sichtbaren Schäden an einer Hausfassade.

    Und das ist kein Einzelfall. Immer wieder bleiben Lkw hängen, beschädigen Gebäude oder blockieren den Verkehr, weil sie schlicht nicht um die engen Kurven kommen. Ein Dorf im Ausnahmezustand – Tag und Nacht.


    Der Bürgermeister filmt die Sünder

    Bürgermeister Philippe Rappeneau ist mit den Nerven am Ende. Um das Ausmaß der Verstöße zu dokumentieren, greift er zu drastischen Maßnahmen: Er filmt die Lastwagen, selbst mitten in der Nacht.

    „Ich zähle täglich etwa 30 Lkw, die sich nicht an das Verbot halten“, erklärt er. Noch schlimmer: Anwohner rufen ihn regelmäßig an, oft mitten in der Nacht, weil wieder ein Lkw feststeckt und nicht weiterkommt. Ein Bürgermeister als Nachtwächter – nicht gerade das, was er sich unter seinem Amt vorgestellt hatte.

    Doch auch die Behörden sind nicht untätig. Neben der Gendarmerie, die Kontrollen durchführt, gibt es mittlerweile ein kommunales und ein präfekturales Dekret, das die Durchfahrt von Lastwagen offiziell untersagt.


    Strafen zeigen Wirkung – aber nicht genug

    Wer trotzdem durch Capendu fährt, riskiert eine Geldstrafe von 90 Euro und den Verlust von drei Punkten auf dem Führerschein. Für manche Fahrer reicht das aus, um sie von der riskanten Abkürzung abzuhalten – doch längst nicht für alle.

    Die Gemeinde hofft nun, dass die fortlaufenden Kontrollen und strengeren Maßnahmen das Problem endgültig in den Griff bekommen. Denn eines ist klar: Die Geduld der Bewohner ist am Limit. Und wer möchte schon in einem Dorf leben, das sich anfühlt wie eine Autobahnauffahrt?

    Von C. Hatty

  • Prozess wegen Mordes gegen Polizisten im Fall Nahel gefordert

    Prozess wegen Mordes gegen Polizisten im Fall Nahel gefordert

    Die Justiz hat entschieden: Der Polizist, der den tödlichen Schuss auf den 17-jährigen Nahel Merzouk im Juni 2023 in Nanterre abgab, soll wegen Mordes vor Gericht gestellt werden. Diese Nachricht brachte Erleichterung für die Familie des Jugendlichen – doch auch heftige Reaktionen von Polizeigewerkschaften.

    Eine schockierende Wendung – und eine entscheidende Videoaufnahme

    Der Vorfall ereignete sich am 27. Juni 2023, als Nahel Merzouk mit einem Mercedes unterwegs war und von zwei Motorradpolizisten verfolgt wurde. Laut Anklageschrift wurde das Fahrzeug schließlich im dichten Verkehr blockiert. Obwohl Nahel versuchte, wieder anzufahren, bestand nach Ansicht der Ermittler „keine unmittelbare Gefahr“ für die Beamten.

    Zunächst hatte es geheißen, dass der Schütze aus Notwehr gehandelt habe, weil der Jugendliche direkt auf ihn zugefahren sei. Doch dann tauchte ein Video auf, das diese Version widerlegte und landesweit Empörung auslöste. Die Bilder zeigten, dass Nahel zwar versuchte weiterzufahren, jedoch keine aggressive Bedrohung für die Polizisten darstellte.

    Eine im Mai 2024 durchgeführte Rekonstruktion bestätigte schließlich, dass weder Nahel noch die Beamten vor dem Schuss physisch angegriffen worden waren. Laut Staatsanwaltschaft handelte der Polizist in einer „extremen Stresssituation“ und traf eine „unüberlegte Entscheidung“, anstatt als erfahrener Beamter besonnen zu bleiben.

    Mordanklage als logische Konsequenz

    Margot Pugliese, Anwältin der Familie von Nahel, zeigte sich erleichtert über die Mordanklage, kritisierte jedoch, dass gegen den zweiten anwesenden Polizisten keine weiteren Schritte eingeleitet wurden.

    Frank Berton, Anwalt der Mutter des Opfers, betonte, dass es keine andere rechtliche Einordnung als Mord geben könne: „Die Tat war absichtlich, die Tötungsabsicht klar.“ Für Nahels Mutter sei es eine Erleichterung, dass der Kampf um Gerechtigkeit nicht in einem juristischen Winkelzug endet, der den mutmaßlichen Täter vor einem Prozess bewahrt.

    Ganz anders reagierte die Verteidigung des beschuldigten Polizisten. Sein Anwalt, Laurent-Franck Liénard, zeigte sich zwar „nicht überrascht“, betonte jedoch, dass der Schuss „völlig legal“ gewesen sei. Auch die Gewerkschaften sind empört.

    Wut in der Polizei – und Proteste angekündigt

    Linda Kebbab, Sprecherin der Polizeigewerkschaft Un1té, erklärte, sie sei „fassungslos“ über die Entscheidung: „Welcher Polizist kann noch ruhig schlafen, wenn er jederzeit für einen Einsatz vor Gericht landen könnte?“ Der Verband Alliance nannte die Mordanklage „inakzeptabel“ und rief für Mittwoch um 12:30 Uhr zu landesweiten Protesten vor den Polizeikommissariaten auf.

    Die hitzigen Reaktionen kommen nicht überraschend. Eine Studie der französischen Défenseure des droits aus dem Februar 2024 ergab, dass mehr als die Hälfte der Polizisten und Gendarmen (51,8 %) der Meinung sind, dass der Erfolg ihrer Einsätze wichtiger sei als die strikte Einhaltung der Gesetze.

    Erinnerung an die Unruhen – und ungelöste Fragen

    Nach dem Tod von Nahel brachen in ganz Frankreich Proteste aus. Viele Kommunen, insbesondere in Nanterre, wurden von massiven Ausschreitungen erschüttert. Die damalige Premierministerin Élisabeth Borne versprach mehr Mittel für Problemviertel – umgesetzt wurden letztlich jedoch nur verschärfte Sicherheitsgesetze, wie zuletzt die von Bildungsminister Gabriel Attal initiierte Reform zur Jugendkriminalität.

    Raphaël Adam, der Bürgermeister von Nanterre, erinnerte am Dienstag daran, dass es in erster Linie um Gerechtigkeit gehe: „Unsere Gesellschaft schuldet der Familie von Nahel und allen Bürgern unserer Stadt Wahrheit und Fairness.“

    Nun liegt die endgültige Entscheidung bei einem Untersuchungsrichter, der klären muss, ob es tatsächlich zu einem Prozess kommt. Eines ist jedoch sicher: Dieser Fall wird Frankreich weiterhin spalten.

    Autor: Catherine H.

  • Tödliche Messerattacke in Vitry-sur-Seine: Ein Mann stirbt, ein weiterer verletzt

    Tödliche Messerattacke in Vitry-sur-Seine: Ein Mann stirbt, ein weiterer verletzt

    In Vitry-sur-Seine kam es am Montagabend zu einer blutigen Auseinandersetzung. Zwei Männer wurden mit einem Messer attackiert – für einen von ihnen kam jede Hilfe zu spät.

    Gewaltverbrechen nahe einer Epicerie

    Die Tat ereignete sich in der Nähe eines kleinen Lebensmittelgeschäfts. Als die Rettungskräfte eintrafen, fanden sie einen Mann mit schweren Stichverletzungen am Oberkörper und an den Beinen vor. Trotz sofortiger Reanimationsversuche erlag er seinen Verletzungen noch am selben Abend.

    Ein zweites Opfer, das eine Stichwunde am Bein erlitt, konnte bei Bewusstsein ins Krankenhaus gebracht werden.

    Am Tatort wurde eine mutmaßliche Tatwaffe – ein Messer – sichergestellt.

    Ermittlungen wegen Mordes und versuchten Mordes

    Angesichts der Schwere des Verbrechens hat die Staatsanwaltschaft Créteil eine Untersuchung wegen Mordes und versuchten Mordes eingeleitet. Ein diensthabender Staatsanwalt begab sich noch am Abend an den Tatort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

    Die Ermittlungen wurden an die Kriminalpolizei des Départements Val-de-Marne übergeben. Sie soll nun rekonstruieren, was genau passiert ist und welche Hintergründe die Tat hatte. Ging es um eine persönliche Fehde? Handelte es sich um eine gezielte Abrechnung? Oder war es eine spontane Eskalation?

    Autopsie soll Klarheit bringen

    Um die genauen Todesumstände festzustellen, wurde für Dienstagmorgen eine Autopsie angeordnet. Die Ergebnisse könnten wichtige Hinweise für die Ermittler liefern.

    Die Tat sorgt in der Nachbarschaft für Bestürzung. Anwohner sind geschockt und fragen sich: Hätte dieses Verbrechen verhindert werden können?

    Die kommenden Tage werden entscheidend sein – möglicherweise führt die Spurensuche schon bald zu einem Verdächtigen.

    Von C. Hatty

  • Das Renteneintrittsalter in Frankreich: Forderungen der Gewerkschaften und europäischer Vergleich

    Das Renteneintrittsalter in Frankreich: Forderungen der Gewerkschaften und europäischer Vergleich

    LESERFRAGE: „Welches Renteneintrittsalter wollen die französischen Gewerkschaften?Schon die Rente mit 64 ist doch für andere europäische Länder nicht realisierbar!?“

    Die Debatte über das Renteneintrittsalter ist in Frankreich seit Jahren ein zentrales politisches Thema. Insbesondere die geplante Anhebung des gesetzlichen Rentenalters von 62 auf 64 Jahre führte 2023 zu landesweiten Protesten und Streiks. Die französischen Gewerkschaften spielten dabei eine maßgebliche Rolle und vertraten klare P…

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  • Tragisches Ende einer Wanderung: Vermisster Mann tot in der Bergregion von Lure gefunden

    Tragisches Ende einer Wanderung: Vermisster Mann tot in der Bergregion von Lure gefunden

    Ein 66-jähriger Wanderer, der seit Donnerstag in der Bergregion von Lure verschwunden war, wurde am Montag tot aufgefunden. Die Gendarmerie hat eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände seines Todes zu klären.

    Ein groß angelegter Sucheinsatz

    Seit Sonntag suchten Rettungskräfte nach dem Mann, nachdem seine Familie Alarm geschlagen hatte. Trotz intensiver Bemühungen konnte der 66-Jährige erst am Montagvormittag geortet werden – sein lebloser Körper lag auf der Nordseite der Bergkette, in der Nähe des Gipfels, auf dem Gebiet der Gemeinde Noyers-sur-Jabron.

    Beteiligt an der Suche waren die Spezialkräfte des Peloton de Gendarmerie de Haute Montagne (PGHM) aus Jausiers, die ein mit einem Lifeseeker ausgestattetes Suchhelikopter einsetzten.

    Moderne Technologie half bei der Lokalisierung

    Der Lifeseeker spielte eine entscheidende Rolle bei der Ortung des Vermissten. Dieses Gerät nutzt Mobilfunksignale, um das Handy einer vermissten Person aufzuspüren – selbst in entlegenen Gebirgsregionen ohne Netzabdeckung. Durch diese Technologie konnte der Wanderer schließlich gefunden werden.

    Unfall als wahrscheinlichste Todesursache

    Die Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet, um die genaue Ursache des Todes zu klären. Bisher deuten die ersten Erkenntnisse darauf hin, dass es sich um einen Unfall handelte.

    Ein tragischer Ausgang für eine Wanderung – die Risiken in abgelegenen Bergregionen werden oft unterschätzt. Vielleicht wäre die Geschichte anders ausgegangen, wenn der Mann früher als vermisst gemeldet worden wäre?

    Von Catherine H.

  • Papst Franziskus erneut auf Beatmung angewiesen – Sorge um seine Gesundheit wächst

    Papst Franziskus erneut auf Beatmung angewiesen – Sorge um seine Gesundheit wächst

    Papst Franziskus kämpft weiterhin mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen. Nach zwei akuten Atemausfällen am Montag musste der 88-jährige Pontifex erneut auf eine nicht-invasive mechanische Beatmung zurückgreifen. Die jüngsten Komplikationen verschärfen die bislang schwerste Gesundheitskrise seines Pontifikats.

    Erneute Atemnot – Ärzte greifen ein

    Laut einer Erklärung des Vatikans führte eine erhebliche Schleimbildung in den Bronchien zu einem Bronchospasmus – einer Verengung der Atemwege, die das Atmen massiv erschwert. Um die Blockaden zu lösen, führten Ärzte im römischen Gemelli-Krankenhaus zwei Bronchoskopien durch und entfernten dabei große Mengen an Sekret.

    Trotz der ernsthaften Komplikationen betonte der Vatikan, dass Franziskus während der Eingriffe wach, orientiert und kooperativ gewesen sei.

    Auf und Ab in der Genesung

    Die Ereignisse vom Montag stellen einen weiteren Rückschlag in einem ohnehin unsteten Krankheitsverlauf dar. Noch am Sonntag hatten Ärzte verkündet, dass der Papst nicht mehr auf Beatmung angewiesen sei. Doch nur einen Tag später kam es erneut zu einem kritischen Zustand – ein deutliches Zeichen dafür, dass er sich weiterhin in einer gefährlichen Phase der Genesung befindet.

    „Heute war ein komplizierterer Tag“, räumte ein hochrangiger Vatikanbeamter ein, der anonym bleiben wollte. Die Schleimbildung sei eine natürliche Reaktion des Körpers auf die bakterielle Infektion, die zur doppelten Lungenentzündung geführt hat. Die gute Nachricht: Es gebe keinen Anstieg der weißen Blutkörperchen, was darauf hindeutet, dass sich die Infektion nicht weiter ausbreitet.

    Ungewisse Prognose

    Obwohl keine neue Infektion vorliegt, bleibt unklar, wann Franziskus aus dem Krankenhaus entlassen werden könnte. Ein Experte für Atemwegserkrankungen aus Rom, der nicht direkt an der Behandlung beteiligt ist, warnte: Sollte die Atemnot eine Nachwirkung des Vorfalls am Freitag sein – als der Papst Erbrochenes eingeatmet hatte –, wäre das weniger besorgniserregend. Falls sie jedoch direkt mit der Lungenentzündung zusammenhängt, könnte dies bedeuten, dass die Infektion doch noch nicht unter Kontrolle ist.

    Bereits in seiner Jugend musste Franziskus einen Teil eines Lungenflügels entfernen lassen, was seine derzeitige Situation noch komplizierter macht. Die katholische Welt verfolgt seine Genesung mit Sorge – in St. Peter’s Square wird seit letzter Woche allabendlich der Rosenkranz für ihn gebetet, und weltweit werden Messen für seine Gesundheit abgehalten.

    Hoffnung und Besorgnis

    Trotz der jüngsten Rückschläge gibt es auch ermutigende Zeichen. Der Papst verbrachte eine ruhige Nacht, frühstückte am Morgen und las die Zeitungen – ein kleiner, aber bedeutender Lichtblick.

    Doch die Frage bleibt: Wird sein Körper stark genug sein, um diese Krise zu überstehen? Die kommenden Tage werden entscheidend sein.

    Von C. Hatty

  • La Réunion nach dem Zyklon Garance: 90.000 Haushalte ohne Strom – Schäden enorm

    La Réunion nach dem Zyklon Garance: 90.000 Haushalte ohne Strom – Schäden enorm

    Drei Tage nach dem verheerenden Zyklon Garance kämpft die Insel La Réunion mit massiven Zerstörungen. Vier Menschen haben ihr Leben verloren, 90.000 Haushalte sind noch immer ohne Strom, und die Infrastruktur ist schwer beschädigt.

    Verwüstete Straßen und entwurzelte Strommasten

    Die Hafenstadt Saint-Gilles-les-Bains im Westen der Insel ist besonders schwer betroffen. Hier hat der Sturm nicht nur Gebäude beschädigt, sondern auch unzählige Trümmer ins Wasser geschleudert. Die Bewohner räumen auf, so gut es geht – aber es ist eine Mammutaufgabe. Die Wassermassen stiegen rasant an und rissen Straßen mit sich, hinterließen klaffende Löcher, zerstörten Brücken und ließen ganze Viertel zeitweise unerreichbar werden.

    Dazu kommt der Zusammenbruch der Stromversorgung. Viele Strommasten sind umgeknickt oder komplett aus ihrer Verankerung gerissen. Die Reparaturarbeiten laufen auf Hochtouren, aber die Schäden sind enorm.

    „Der Sturm hat mein Haus einfach mitgenommen“

    Ein besonders erschütterndes Beispiel für die Wucht des Zyklons schildert eine Bewohnerin: „Eine Wasserfallkaskade hat sich plötzlich einen neuen Weg gesucht und meine ganze Wohnung frontal getroffen.“ Ihr Haus? Fast komplett weggeschwemmt. Für viele Menschen auf der Insel bedeutet Garance einen Neuanfang – aber nicht im positiven Sinne. Sie stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.

    Trinkwasser wird knapp – das Militär hilft

    Neben der Stromversorgung ist auch das Trinkwasser ein großes Problem. Laut der Präfektur ist fast jeder zweite Bewohner von La Réunion von Wasserknappheit betroffen. Die Armee unterstützt seit dem 28. Februar die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern – eine logistische Herausforderung, denn viele Zufahrtsstraßen sind noch immer nicht passierbar.

    Wie lange dauert es, bis sich die Insel von diesem Schlag erholt? Sicher ist: Es wird Wochen, wenn nicht Monate brauchen, um die Schäden zu beseitigen. Und die Bewohner stehen vor einer harten Realität – mit jedem neuen Sturm steigt das Risiko, dass sich solche Katastrophen wiederholen.

    Von Andreas M. B.

  • Avignon: Angst und Unsicherheit nach neuerlicher Schießerei

    Avignon: Angst und Unsicherheit nach neuerlicher Schießerei

    Die südfranzösische Stadt Avignon erlebt eine Welle der Gewalt. Innerhalb von nur zehn Tagen kam es zu drei Schießereien – die letzte ereignete sich am Sonntagnachmittag, mitten im Stadtgebiet und in unmittelbarer Nähe eines fahrenden Straßenbahnzugs.

    Ein Moment des Schreckens

    Sonntag, 2. März, kurz nach 17 Uhr: Plötzlich tauchen bewaffnete Männer auf Motorrollern auf. Ohne Vorwarnung fallen Schüsse – mitten auf der Straße, wo Passanten unterwegs sind und ein Tramwagen gerade vorbeifährt. Mit Kalaschnikows liefern sich die Angreifer ein heftiges Feuergefecht. Drinnen in der Bahn bricht Panik aus. Menschen werfen sich zu Boden, suchen Schutz hinter den Sitzen. Draußen trifft eine Kugel den Lieferwagen eines Anwohners.

    Der Mann ist geschockt. „Wenn ich woanders etwas finde, ziehe ich um“, sagt er entschlossen. Diese Schießerei war die dritte innerhalb weniger Tage – mitten in einem Wohngebiet. Die Angst in Avignon wächst.

    Straßenbahn- und Busfahrer verweigern den Dienst

    Die Gewalteskalation bleibt nicht ohne Folgen. Die Fahrer der öffentlichen Verkehrsmittel haben genug – sie treten in den Streik. „Jeder hat Angst“, sagt Achraf Bouhou von der Gewerkschaft FO. Bereits am 17. Februar war eine Person bei einer anderen Schießerei ums Leben gekommen. Die Fahrer wollen nicht mehr arbeiten, solange die Gefahr so hoch ist.

    Wann sie ihren Dienst wieder aufnehmen, bleibt unklar. Für Montagnachmittag ist eine Krisensitzung mit der Leitung des Verkehrsbetriebs angesetzt. Ob das reicht, um das Vertrauen zurückzugewinnen?

    Avignon in der Gewaltspirale?

    Drei Schießereien in zehn Tagen – ein Zufall? Wohl kaum. Die Stadt scheint sich zunehmend in eine gefährliche Richtung zu entwickeln. Drogenhandel, Bandenkriminalität, Revierkämpfe? Noch gibt es keine offiziellen Aussagen zu den Hintergründen der Angriffe. Aber die Menschen in Avignon fühlen sich nicht mehr sicher.

    Autor: C.H.