Kategorie: Vermischtes

  • Korsika: 140 Kilometer Küste unbewacht – Seenotretter im Streik wegen fehlendem Rettungsboot

    Korsika: 140 Kilometer Küste unbewacht – Seenotretter im Streik wegen fehlendem Rettungsboot

    Seit fast einem Monat bleibt ein großer Teil der korsischen Küste ohne Überwachung. Genauer gesagt: 140 Kilometer Küstenlinie im Norden der Insel sind ungeschützt, weil die freiwilligen Seenotretter der SNSM-Station in Calvi streiken. Der Grund? Sie weigern sich, mit einem maroden 38 Jahre alten Rettungsboot aufs Meer zu fahren – zu gefährlich, sowohl für sie selbst als auch für die Menschen, die sie retten sollen.

    Die Lage spitzt sich zu, denn mit dem Frühling beginnt auch die Zeit, in der immer mehr Menschen aufs Wasser hinausfahren.

    Ein alter Kahn als Rettungsboot

    Das derzeitige Boot der Station Calvi ist das älteste in der gesamten SNSM-Flotte Frankreichs – und es macht immer wieder Probleme.

    Paul Allard, der Präsident der Station, beschreibt die letzten Pannen: „Wir hatten einen Brand im Maschinenraum wegen eines elektrischen Defekts. Unser Abschlepphaken wurde herausgerissen.“ Es ist offensichtlich: Das Boot ist nicht mehr einsatzfähig.

    Unter diesen Bedingungen will und kann kein Retter mehr riskieren, in einen Einsatz zu gehen.

    Ein neues Boot – aber kein Geld, um es zu bezahlen

    Dabei gibt es längst eine Lösung. Ein neues, modernes und voll ausgestattetes Rettungsboot wurde bereits gebaut und steht zur Abholung bereit. Doch es gibt ein Problem: Der Hersteller wartet noch auf knapp eine Million Euro.

    Die Finanzierung des Bootes sollte von der Collectivité de Corse übernommen werden. Doch Anne-Laure Santucci, die für das Vereinswesen zuständige Beraterin der korsischen Exekutive, erklärt, dass das Budget nicht ausreicht. „Es gab Pannen bei der Planung. Wir haben diese Ausgabe nicht rechtzeitig berücksichtigt“, gibt sie zu. Dabei wurde die Vereinbarung zum Kauf des Bootes bereits 2021 unterzeichnet.

    Ein ungewöhnlicher Streik mit drastischen Folgen

    Da keine Lösung in Sicht ist, haben die 35 Freiwilligen der SNSM-Station Calvi eine drastische Entscheidung getroffen: kein Einsatz mehr, solange das neue Boot nicht bereitsteht. Ein beispielloser Streik in einem Bereich, in dem ehrenamtliches Engagement normalerweise an erster Stelle steht.

    Doch die Folgen sind gravierend. Kommt es zu einem Unfall, müssen Retter aus anderen, weit entfernten Stationen anreisen – das kann Stunden dauern. Eine gefährliche Situation, die sich mit dem Beginn der Touristensaison noch weiter zuspitzen könnte.

    Lösung in Sicht?

    Nächste Woche ist ein Treffen zwischen der korsischen Regierung und dem SNSM-Präsidenten von Calvi geplant. Die Zeit drängt: Im Sommer steigt die Zahl der Notfälle drastisch an.

    Doch woher soll das fehlende Geld kommen? Eine Budgeterhöhung? Staatliche Unterstützung? Spenden? Bisher gibt es keine klare Antwort.

    Eines ist jedoch sicher: 140 Kilometer Küste ohne Seenotrettung sind ein unhaltbarer Zustand.

    Von C. Hatty

  • Doppelmord in Isère: 17-jähriger Valentin zu 12 Jahren Haft verurteilt

    Doppelmord in Isère: 17-jähriger Valentin zu 12 Jahren Haft verurteilt

    Ein erschütterndes Familiendrama endete mit einer hohen Strafe: Valentin, ein 17-jähriger Jugendlicher, wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt, weil er im November 2023 seine Eltern ermordet hatte. Das Urteil fiel am Donnerstag, dem 13. März, vor dem Jugendgericht in Bourgoin-Jallieu (Isère) nach einem dreitägigen Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

    Ein geplanter Mord inmitten psychischer Qualen

    In der Nacht vom 26. auf den 27. November 2023 tötete Valentin, damals 15 Jahre alt, seine Eltern mit einem Gewehr. Anschließend legte er Feuer in der Familienwohnung in Châteauvilain (Isère) und floh mit dem Auto seiner Eltern. Sechs Tage später wurde er in Montpellier gefasst – er hatte versucht, nach Spanien zu fliehen.

    Während des Prozesses sprach der Jugendliche über seine psychischen Leiden. „Er bewertete seine Qual mit 9 von 10 auf einer Skala“, berichtete sein Onkel über dessen Anwalt Dominique Arcadio. Gutachter stellten bei ihm eine Autismus-Spektrum-Störung fest, die mit einer schweren Depression und psychotischen Symptomen einherging. Dieser Befund spielte eine entscheidende Rolle im Verfahren.

    Ein Urteil mit Rücksicht auf den Geisteszustand

    Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft gefordert – die Höchststrafe unter Berücksichtigung seiner eingeschränkten Schuldfähigkeit. Das Gericht entschied sich schließlich für eine etwas mildere Strafe: zwölf Jahre Gefängnis plus sieben Jahre sozial-psychiatrische Betreuung.

    Die Familie der Opfer – darunter Valentins Bruder, zwei Halbschwestern, ein Onkel und die Großmutter mütterlicherseits – nahm als Nebenkläger am Prozess teil.

    Ein Leben geprägt von Krankheit und Isolation

    Neben seinen psychischen Problemen litt Valentin – wie seine Mutter – an gesundheitlichen Beschwerden durch Borreliose. Zudem war er nicht mehr in der Schule, was seine soziale Isolation verstärkte.

    Diese Tragödie wirft erneut die Frage auf, ob psychisch belastete Jugendliche mit neurologischen Störungen besser betreut werden müssten. Hätte eine intensivere Unterstützung diesen Doppelmord verhindert? Eine Antwort darauf wird es wohl nie geben.

    Von C. Hatty

  • Täuschung auf Social Media: Fast jeder zweite Influencer verstößt gegen Regeln

    Täuschung auf Social Media: Fast jeder zweite Influencer verstößt gegen Regeln

    Die Welt der Influencer ist längst kein rechtsfreier Raum mehr – zumindest nicht in Frankreich. Seit einer Gesetzesänderung im Juni 2023 nimmt die DGCCRF (Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung) Social-Media-Stars genauer unter die Lupe. Das Ergebnis? Von den 287 überprüften Influencern im Jahr 2024 wiesen fast die Hälfte (46 %) Verstöße in ihren Veröffentlichungen auf.

    Versteckte Werbung und fragwürdige Finanzprodukte

    Ein Klassiker unter den Vergehen: Schleichwerbung. Manche Influencer bewerben Produkte, ohne darauf hinzuweisen, dass es sich um bezahlte Partnerschaften handelt. Ein scheinbar harmloser Beauty-Tipp oder eine persönliche Empfehlung entpuppt sich dann als geschickt getarnte Werbung – ein klarer Gesetzesverstoß.

    Besonders problematisch wird es, wenn es um riskante Finanzprodukte geht. Sarah Lacoche, die Generaldirektorin der DGCCRF, warnt: „Manche Influencer behaupten, Investitionen seien sicher und einfach – doch in Wirklichkeit haben einige ihrer Follower Hunderttausende Euro verloren.“ Ein perfides Spiel mit der Gutgläubigkeit der Zuschauer.

    Kosmetikprodukte und andere Risiken

    Aber nicht nur in der Finanzwelt lauern Gefahren. Auch im Bereich Kosmetik gibt es fragwürdige Praktiken. Produkte, die in Frankreich gar nicht zugelassen sind, werden in den Himmel gelobt – mit teils dramatischen Folgen. Allergien, Hautausschläge oder andere gesundheitliche Beschwerden können die Konsequenz sein.

    Wie kann das passieren? Influencer erhalten oft Produkte von Unternehmen, ohne sie selbst zu testen oder deren Inhaltsstoffe zu überprüfen. Die Folge: Verbraucher vertrauen auf Empfehlungen, die sich als gefährlich herausstellen können.

    Strafen und eine neue Strategie

    Die DGCCRF bleibt jedoch nicht untätig. Bei Verstößen können hohe Geldstrafen verhängt werden. In manchen Fällen müssen die betroffenen Influencer sogar eine Video-Warnung an ihre Community richten, um auf die Risiken hinzuweisen – eine Art digitale Wiedergutmachung.

    Um besonders junge Menschen besser zu erreichen, geht die Behörde neue Wege: Sie plant eine Zusammenarbeit mit der renommierten Pariser Hochschule „Les Gobelins“, die auf digitale Medien spezialisiert ist. Ziel ist es, junge Konsumenten zu sensibilisieren und sie für unseriöse Praktiken auf Social Media zu wappnen.

    Mehr als 91.000 Kontrollen im Jahr 2024

    Nicht nur Influencer stehen im Fokus der Behörde. Insgesamt führte die DGCCRF im vergangenen Jahr über 91.000 Kontrollen durch – im Schnitt fast 250 pro Tag. Ein beachtliches Pensum, das zeigt, wie ernst die Behörden die Bekämpfung von Betrug und Verbrauchertäuschung nehmen.

    Doch bleibt die Frage: Werden sich die Influencer anpassen und transparenter arbeiten? Oder wird die Jagd auf unseriöse Praktiken in den sozialen Medien weitergehen? Fest steht: Die Behörden lassen nicht locker – und die Community wird immer wachsamer.

    Catherine H.

  • Paris wird grün – Realität oder Wunschdenken?

    Paris wird grün – Realität oder Wunschdenken?

    Paris – eine Stadt der Steinwüsten. Wer an die französische Hauptstadt denkt, hat oft breite Boulevards, historische Gebäude und wenig Grün vor Augen. Doch genau das soll sich ändern. Die Stadtverwaltung will Paris in den kommenden 20 Jahren um 300 Hektar Grünflächen erweitern. Klingt nach einer guten Idee, oder?

    Doch das Vorhaben spaltet die Stadt.

    Eine Stadt kämpft gegen den Klimawandel

    Paris ist heute stark versiegelt – Beton, Asphalt und kaum Platz für Natur. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch eine Gefahr: Die Sommer werden heißer, Hitzewellen sind keine Seltenheit mehr. Prognosen zeigen, dass das Pariser Klima bis 2050 dem von Sevilla ähneln wird. Wer schon mal in Andalusien war, weiß, was das bedeutet – sengende Hitze, bei der das Leben in einer Betonwüste unerträglich werden kann.

    Der neue Plan Local d’Urbanisme (PLU) soll Abhilfe schaffen. Die Stadt will versiegelte Flächen aufbrechen, den Boden durchlässiger machen und mehr Bäume pflanzen. Ein begrüntes Paris soll für kühlere Temperaturen sorgen und das Leben in der Metropole erträglicher machen.

    Schöne Bilder, harte Realität

    Um die Pariser für das Projekt zu begeistern, hat die Stadtverwaltung eindrucksvolle Visualisierungen erstellt. Grüne Fassaden, schattige Plätze, Bäume, die Straßen säumen – fast ein bisschen zu idyllisch, um wahr zu sein.

    Kritiker werfen der Stadt vor, nur mit schönen Bildern zu werben, aber nicht ausreichend konkrete Pläne zu liefern. Wo genau soll das zusätzliche Grün entstehen? Wie werden Baustellen, Denkmalschutz und der ohnehin knappe Platz in der Stadt in Einklang gebracht? Und vor allem: Wer soll das bezahlen?

    Zwischen Vision und Machbarkeit

    Dass Paris dringend mehr Grünflächen braucht, ist unbestritten. Doch Stadtumbau ist ein Mammutprojekt, das Zeit, Geld und Durchhaltevermögen erfordert. Wird es die Stadtverwaltung schaffen, das ehrgeizige Ziel von 300 Hektar neuer Grünflächen umzusetzen? Oder bleibt Paris auch in 20 Jahren eine Stadt der Hitze und des Betons?

    Von Andreas M. B.

  • Alarmierende Zunahme von Meningokokken-Infektionen in Frankreich – Gesundheitsbehörden raten zur Impfung

    Alarmierende Zunahme von Meningokokken-Infektionen in Frankreich – Gesundheitsbehörden raten zur Impfung

    Die Zahl der invasiven Meningokokken-Infektionen ist in Frankreich zu Jahresbeginn stark gestiegen. Die Gesundheitsbehörde Santé publique France schlägt Alarm: Im Januar und Februar 2025 wurden außergewöhnlich viele Fälle gemeldet. Zwei Infektionscluster geben besonders Anlass zur Sorge.

    Steiler Anstieg der Fälle zu Jahresbeginn

    Meningokokken-Infektionen sind selten, können aber lebensbedrohlich sein – sie verursachen unter anderem Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis).

    Laut Santé publique France wurden bereits im Januar 95 Fälle registriert, im Februar kamen weitere 89 hinzu. Diese Zahlen liegen weit über dem Durchschnitt der letzten Jahre für denselben Zeitraum.

    Ein besonders besorgniserregender Faktor: Die Entstehung sogenannter „Cluster“, also lokaler Infektionsherde. Einer davon wurde unter Studierenden in Lyon entdeckt, ein anderer in Rennes, wo zwischen Dezember 2024 und Februar 2025 sechs Personen aus unterschiedlichem sozialen Umfeld erkrankten.

    Impfung – der beste Schutz gegen Meningokokken

    Die Behörden reagieren mit gezielten Impfkampagnen. In Rennes bietet die Agence régionale de santé de Bretagne eine Impfung gegen Meningokokken des Serotyps B für alle 15- bis 24-Jährigen an – unabhängig davon, ob sie dort wohnen, arbeiten oder studieren.

    Seit dem 1. Januar 2025 ist die Impfung gegen Meningokokken B sowie die Serotypen ACWY für Säuglinge in Frankreich verpflichtend. Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren sollten ebenfalls gegen ACWY geimpft werden, mit einer Nachholoption bis zum 24. Lebensjahr. Ziel ist nicht nur der individuelle Schutz, sondern auch die Eindämmung der Krankheitsverbreitung innerhalb der Bevölkerung.

    Meningokokken-Infektionen verlaufen oft dramatisch – doch sie lassen sich durch Impfungen effektiv verhindern. Angesichts der steigenden Fallzahlen könnte jetzt der richtige Moment sein, den eigenen Impfstatus zu überprüfen.

    Autor: C.H.

  • Wintereinbruch im März: Autofahrer zwischen Burgund und Vogesen kalt erwischt

    Wintereinbruch im März: Autofahrer zwischen Burgund und Vogesen kalt erwischt

    Am Donnerstag, den 13. März, sorgte ein plötzlicher Wintereinbruch im Nordosten Frankreichs für chaotische Zustände auf den Straßen. Zwischen Burgund und Lothringen fiel in kurzer Zeit so viel Schnee, dass es zu zahlreichen Unfällen kam.

    Plötzlicher Schneefall sorgt für Verkehrschaos

    Innerhalb weniger Stunden war die Landschaft in ein weißes Kleid gehüllt – ein Anblick, mit dem viele nicht gerechnet hatten. Besonders betroffen waren die Vogesen, wo örtlich bis zu 15 Zentimeter Schnee fielen. In tieferen Lagen kamen immerhin bis zu fünf Zentimeter zusammen.

    Ein Schulbusfahrer musste blitzschnell reagieren, als ihm auf einer schneeglatten Straße ein anderer Bus entgegenkam. Um einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden, steuerte er sein Fahrzeug in den Straßengraben. Ein Schockmoment – doch glücklicherweise blieben die 14 mitfahrenden Schüler unverletzt. Der Bürgermeister von Bettegney-Saint-Brice, Jean-François Virion, zeigte sich erleichtert, betonte aber, wie überraschend schnell sich die Lage geändert hatte: „Innerhalb einer Stunde war plötzlich alles weiß.“

    Räumfahrzeuge im Dauereinsatz

    Nicht nur in den Vogesen, sondern auch im Département Côte-d’Or kam es zu spektakulären Unfällen. Viele Autofahrer wurden von der plötzlichen Glätte überrascht und verloren die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. Die Abschleppdienste hatten alle Hände voll zu tun, um liegengebliebene Autos aus Gräben und Böschungen zu ziehen.

    Auch die Straßenmeistereien mussten reagieren. Salzstreuer und Schneepflüge, die viele schon im Winterschlaf wähnten, wurden wieder auf die Straßen geschickt. „Während der Märzstürme gibt es immer mal wieder Schneefälle“, erklärte Clément Bouley, der für den Straßendienst in Côte-d’Or arbeitet. „Aber insgesamt gibt es heute weniger Schnee als früher.“

    Überraschender Schneefall – ein neues Phänomen?

    Diese plötzlichen Schneeschauer im März sind für viele überraschend, doch ungewöhnlich sind sie nicht. Besonders in den Mittelgebirgen kann es selbst im Frühling noch zu winterlichen Wetterlagen kommen. Was allerdings auffällt: Die Intensität der Schneefälle scheint sich zu verändern. Früher gab es in den Wintermonaten deutlich mehr Schnee, während er heute oft außerhalb der klassischen Winterzeit fällt.

    Bleibt also die Frage: Müssen sich Autofahrer in Zukunft auf noch unberechenbarere Wetterkapriolen einstellen? Sicher ist, dass der März weiterhin für Überraschungen gut ist – und Winterreifen auch im Frühling manchmal die beste Wahl sein können.

    Von C. Hatty

  • Feuerkatastrophe auf der Île Amsterdam: Über die Hälfte der Insel verbrannt

    Feuerkatastrophe auf der Île Amsterdam: Über die Hälfte der Insel verbrannt

    Seit dem 15. Januar wüten Flammen auf der Île Amsterdam – einer abgelegenen französischen Insel im südlichen Indischen Ozean. Fast zwei Monate später ist das Ausmaß der Zerstörung gewaltig: 55 % der Insel sind verbrannt, doch die Ursache bleibt rätselhaft.

    Eine Insel im Ausnahmezustand

    Die Île Amsterdam gehört zu den französischen Süd- und Antarktisgebieten (TAAF) und ist normalerweise ein ruhiger Außenposten für Wissenschaftler. Doch Mitte Januar änderte sich alles. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, und nur wenige Tage nach Ausbruch wurden alle Bewohner der Insel evakuiert.

    Ende Februar kehrte eine kleine Gruppe – vier Feuerwehrleute aus La Réunion und sieben Experten der TAAF – zur Lageeinschätzung zurück. Das Fazit: Drei Gebäude sind niedergebrannt, doch die wichtigste Forschungsstation, Martin-de-Viviès, blieb unversehrt.

    Aber die Infrastruktur hat massiv gelitten. Das Stromnetz ist beschädigt, frische Lebensmittel verdorben, die Wasserversorgung instabil. Der Brandschutz? Komplett ausgefallen. Und als wäre das nicht genug, gibt es noch rund 20 Glutnester, die jederzeit neue Brände entfachen könnten.

    Wann können die Wissenschaftler zurückkehren?

    Die Rückkehr des wissenschaftlichen Personals steht unter strengen Bedingungen. Die Präfektin der TAAF hat vier klare Vorgaben:

    1. Keine akute Gefahr mehr durch die verbleibenden Glutnester.
    2. Ein funktionierendes Brandschutzsystem.
    3. Sichere Trinkwasserversorgung.
    4. Zusätzliche Brandschutzschneisen rund um die Forschungsstation.

    Erst wenn all das erfüllt ist, dürfen die Wissenschaftler zurückkehren.

    Und die große Frage bleibt: Was hat dieses Feuer ausgelöst? Noch gibt es keine Antwort. Doch klar ist – die Natur der Île Amsterdam hat einen verheerenden Schlag erlitten. Wie lange wird es dauern, bis sich dieses Ökosystem wieder erholt?

    Von Andreas M. B.

  • Historischer Tiefstand: Weniger Verkehrstote als je zuvor seit 1954

    Historischer Tiefstand: Weniger Verkehrstote als je zuvor seit 1954

    Gute Nachrichten von den französischen Straßen: Die Zahl der Verkehrstoten ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1954 gesunken. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Observatoire national interministériel de la sécurité routière (ONISR) hervor. Besonders bemerkenswert: Der Februar 2025 war der Monat mit den wenigsten Verkehrstoten aller Zeiten.

    Ein deutlicher Rückgang der Todesfälle

    Laut ONISR starben im Februar 2025 insgesamt 195 Menschen im Straßenverkehr – 32 weniger als im gleichen Monat des Vorjahres, was einem Rückgang von 14 % entspricht. Besonders erfreulich ist die sinkende Zahl der tödlichen Unfälle bei Fußgängern (-18), Autofahrern (-8) und Motorradfahrern (-5). Einzig die Zahl der getöteten Radfahrer blieb auf dem Niveau des Vorjahres.

    Dieser Trend ist keine Ausnahme: Die Statistik zeigt bereits den vierten Monat in Folge einen Rückgang der Verkehrstoten. Betrachtet man die vergangenen zwölf Monate, liegt die Zahl der Opfer um 2 % unter der des vorherigen Jahreszeitraums.

    Fortschritte dank Prävention und besserer Infrastruktur

    Die sinkenden Zahlen sind kein Zufall. Frankreich hat in den letzten Jahren verstärkt auf Präventionskampagnen, strengere Verkehrskontrollen und den Ausbau sicherer Infrastruktur gesetzt. Besonders innerstädtische Bereiche profitieren von Tempo-30-Zonen, besser sichtbaren Zebrastreifen und geschützten Radwegen.

    Doch bedeutet dieser Fortschritt, dass die Straßen jetzt sicher sind? Ganz sicher nicht. Solange es Verkehr gibt, bleibt auch das Unfallrisiko bestehen. Aber die Zahlen zeigen: Strenge Regeln und Sensibilisierung wirken – und retten Leben.

    Autor: C.H.

  • Grüne Energie zum Vorzugspreis: Wie eine Firma in Frankreich ihre Solarenergie mit den Mitarbeitenden teilt

    Grüne Energie zum Vorzugspreis: Wie eine Firma in Frankreich ihre Solarenergie mit den Mitarbeitenden teilt

    Strom ist teuer – und nachhaltige Lösungen sind gefragt. Eine Firma in Gorron (Mayenne) hat eine clevere Antwort gefunden: Sie teilt ihren Solarstrom mit den eigenen Mitarbeitenden und entlastet so nicht nur die Umwelt, sondern auch deren Geldbeutel.

    Ein Solarpark auf dem Firmenparkplatz

    Seit Oktober 2024 fangen 1.300 Solarpaneele auf dem Parkplatz der Firma Serap die Sonnenstrahlen ein und wandeln sie in Energie um. Serap stellt Tanks für die Milchindustrie her und investierte 500.000 Euro in die Anlage. Das Ergebnis? 650.000 Kilowattstunden pro Jahr – mehr als das Unternehmen selbst verbraucht.

    „Wenn die Sonne scheint, haben wir Überschuss. Und auch an Wochenenden, wenn die Maschinen stillstehen, bleibt Energie übrig. Die mussten wir irgendwie sinnvoll nutzen“, erklärt Arnaud Duchatelet, Finanz- und Personalchef von Serap.

    Strom für die Belegschaft – günstiger und umweltfreundlich

    Also kam Serap auf eine naheliegende Idee: Warum nicht den überschüssigen Strom den Mitarbeitenden zur Verfügung stellen? Jetzt wird die überschüssige Energie ins allgemeine Netz eingespeist – und Angestellte, die in der Nähe wohnen, können ihn zu einem reduzierten Preis nutzen. Rund 100 Mitarbeitende profitieren bereits von diesem Angebot.

    Eine Mitarbeiterin bringt es auf den Punkt: „Es ist günstiger für uns und gut für die Umwelt – also nur Vorteile!“

    Ein wachsender Trend in Frankreich

    Serap ist mit dieser Idee nicht allein. In Frankreich gibt es mittlerweile mehr als 700 lokale Energiegemeinschaften, die Solarstrom gemeinschaftlich nutzen. Diese Modelle fördern nicht nur die Energiewende, sondern stärken auch den Zusammenhalt innerhalb der Unternehmen.

    Und mal ehrlich: Wäre es nicht großartig, wenn mehr Firmen ihre Dächer und Parkplätze für Solarenergie nutzen würden?

    Von Andreas M. B.

  • Frühlingsernte im Gard: Die ersten Spargel sind da!

    Frühlingsernte im Gard: Die ersten Spargel sind da!

    Der Frühling klopft an – und mit ihm die ersten Spargel! In Aigues-Mortes, im südfranzösischen Département Gard, sind die edlen Stangen bereits auf den Marktständen zu finden. Dieses Jahr ein wenig früher als sonst, dank der milden Temperaturen der letzten Wochen.

    Die ersten Stangen – heiß begehrt

    Nach Monaten des Wartens war es am 12. März endlich so weit: Die ersten weißen und grünen Spargel wurden auf dem Markt von Aigues-Mortes angeboten. Kundinnen und Kunden ließen sich nicht lange bitten. „Die sehen toll aus, ich freue mich!“, sagt eine begeisterte Käuferin. Kein Wunder – die Spargel stammen direkt aus der Region, geerntet nur wenige Kilometer vom Markt entfernt.

    Gutes Wetter, gute Ernte

    Auf den Feldern herrscht geschäftiges Treiben. Rund zehn Saisonarbeiterinnen und -arbeiter sind bereits dabei, die Spargel vorsichtig aus der Erde zu holen. Die letzten Wochen waren regnerisch – für die Ernte ein Segen. „Spargel besteht zu einem Großteil aus Wasser. In trockenen Jahren ist das eine echte Herausforderung, weil die Stangen dann klein bleiben. Aber dieses Jahr passt es: Die Spargel haben eine gute Größe!“, erklärt Serge Amoureux, ein erfahrener Produzent.

    Noch sind die edlen Stangen rar, und das spiegelt sich im Preis wider. Auf dem Hof von Amoureux kostet ein Kilo weißer Spargel aktuell bis zu 14 Euro. Doch das schreckt Feinschmecker kaum ab – schließlich gibt es kaum ein besseres Zeichen für den Frühlingsbeginn als den ersten Spargel auf dem Teller!

    Von Andreas M. B.