Kategorie: Umwelt

  • Ende der Hitzewellen: Die Temperaturen sinken – Urlauber atmen auf

    Ende der Hitzewellen: Die Temperaturen sinken – Urlauber atmen auf

    Nach mehreren Wochen außergewöhnlicher Hitze mit örtlich über 40 Grad Celsius kann Frankreich endlich aufatmen. Die Hitzewelle, die in der ersten Augusthälfte zahlreiche Temperaturrekorde gebrochen hat, verliert spürbar an Intensität. Eine kühlere Luftmasse vom Atlantik breitet sich schrittweise über das Land aus und verschafft sowohl der Bevölkerung als auch den Millionen Urlaubern an den Küsten, in den Bergen und auf dem Land eine lang ersehnte Verschnaufpause.

    Rückkehr zu sommerlichen Normalwerten

    In weiten Teilen West- und Nordfrankreichs bewegen sich die Temperaturen inzwischen wieder im Bereich der jahreszeitlichen Durchschnittswerte. Tagsüber werden meist 24 bis 28 Grad erreicht, während die Nächte nach zahlreichen Tropennächten mit Temperaturen über 20 Grad endlich wieder angenehm kühl verlaufen.

    Der Wetterumschwung kommt für viele Feriengäste genau zum richtigen Zeitpunkt. Aktivitäten im Freien sind wieder deutlich angenehmer möglich, ohne ständig Schattenplätze oder klimatisierte Räume aufsuchen zu müssen.

    Tourismus profitiert von milderen Temperaturen

    An den Stränden des Ärmelkanals, in der Bretagne und entlang der Atlantikküste füllen sich Cafés und Restaurantterrassen bereits ab dem späten Vormittag. Familien unternehmen wieder Radtouren, Wanderungen oder Ausflüge in historische Dörfer – Aktivitäten, die während der extremen Hitze vielerorts nur eingeschränkt möglich waren.

    Auch Tourismusbetriebe stellen fest, dass das angenehmere Wetter die Aufenthaltsdauer der Gäste verlängert. Urlauber verbringen mehr Zeit im Freien, besuchen häufiger Geschäfte und nutzen verstärkt gastronomische Angebote.

    Entlastung auch in den Städten

    Nicht nur Ferienregionen profitieren vom Temperatursturz. Auch in den großen Städten sorgt die Abkühlung für eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität. Nachdem sich die Hitze tagelang in den dicht bebauten Innenstädten gestaut hatte, werden Parks und Grünanlagen wieder stärker besucht. Die Abendstunden laden erneut dazu ein, auf Caféterrassen oder öffentlichen Plätzen Zeit im Freien zu verbringen.

    Der Sommer ist noch nicht vorbei

    Die Wetterberuhigung bedeutet allerdings keineswegs das Ende des Sommers. Meteorologen erwarten weiterhin warme Tage, insbesondere im Südosten Frankreichs, wo die Temperaturen vorübergehend über den langjährigen Durchschnittswerten liegen könnten.

    Nach den aktuellen Prognosen zeichnet sich jedoch keine neue Hitzewelle ab, die mit der außergewöhnlichen Belastung der vergangenen Wochen vergleichbar wäre. Für die zweite Augusthälfte sprechen die Modelle vielmehr für eine Rückkehr zu einem klassischen, sommerlichen Wetterverlauf.

    Ein außergewöhnlicher Sommer mit Signalwirkung

    Die Hitzewelle des Augusts 2026 wird dennoch einen festen Platz in den meteorologischen Statistiken einnehmen. Zahlreiche Temperaturrekorde wurden übertroffen, und mehrere Tage gehörten zu den heißesten, die landesweit jemals gemessen wurden.

    Die Entwicklung bestätigt einen langfristigen Trend: Hitzewellen treten häufiger auf, dauern länger an und reichen zunehmend bis weit in den Spätsommer hinein. Damit verändern sich nicht nur klimatische Rahmenbedingungen, sondern auch das Reiseverhalten vieler Menschen.

    Urlauber setzen verstärkt auf angenehmes Klima

    Für die Tourismusbranche zeichnet sich bereits ein Wandel ab. Reiseziele mit gemäßigteren Temperaturen gewinnen zunehmend an Attraktivität. Der thermische Komfort entwickelt sich immer stärker zu einem entscheidenden Auswahlkriterium – neben der Nähe zum Meer oder der Qualität touristischer Infrastruktur.

    Diese Entwicklung könnte die französische Tourismuslandschaft langfristig verändern. Regionen mit milderem Sommerklima dürften künftig stärker profitieren, während besonders hitzeanfällige Gebiete ihre Angebote an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen müssen.

    Nach den extremen Belastungen der vergangenen Wochen genießen viele Urlauber nun vor allem die Rückkehr zu angenehmen Sommertemperaturen. Die Strände bleiben gut besucht, Wanderwege füllen sich wieder mit Ausflüglern, und laue Sommerabende lassen sich endlich ohne drückende Hitze verbringen. Die aktuelle Wetterlage zeigt eindrucksvoll, dass gelungene Ferien nicht von Rekordtemperaturen abhängen, sondern von einem ausgewogenen Sommerklima, das Erholung und Aktivitäten gleichermaßen ermöglicht.

    Daniel Ivers

    Après de longues semaines caniculaires, les températures baissent quelque peu. À La Rochelle (Charente-Maritime), les dix degrés de moins en une semaine se font ressentir, pour le plus grand plaisir des touristes.Après de longues semaines caniculaires, les températures baissent quelque peu. À La Rochelle (Charente-Maritime), les dix degrés de moins en une semaine se font ressentir, pour le plus grand plaisir des touristes.

  • Brandrauch: Unsichtbare Gefahr für die Gesundheit

    Brandrauch: Unsichtbare Gefahr für die Gesundheit

    Rauch von Wald- und Vegetationsbränden riecht nicht nur unangenehm – er stellt ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko dar. Wie stark der Körper belastet wird, hängt von der Konzentration der Schadstoffe, der Dauer der Belastung und der individuellen Verfassung ab. Doch selbst gesunde Menschen spüren die Folgen, wenn die Rauchbelastung besonders hoch ausfällt. Die größte Gefahr geht von den sogenannten Feinstaubpartikeln PM2,5 aus. Diese winzigen Partikel besitzen einen Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern und entstehen bei der Verbrennung von Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen. Aufgrund ihrer geringen Größe dringen sie tief in die Lunge ein, überwinden die natürliche Schutzbarriere der Atemwege und gelangen schließlich in den Blutkreislauf. Neben Feinstaub enthält Brandrauch außerdem Kohlenmonoxid, Stickoxide, flüchtige organische Verbindungen sowie weitere reizende Schadstoffe. Schon nach wenigen Minuten oder Stunden in stark verrauchter Luft treten bei vielen Menschen e…

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  • „Ich schlafe nachts nicht mehr“: Wie die Dauerhitze den Menschen im Var die Kraft raubt

    „Ich schlafe nachts nicht mehr“: Wie die Dauerhitze den Menschen im Var die Kraft raubt

    „Es ist einfach viel zu heiß.“ Kaum ein Satz fällt im Département Var derzeit häufiger. Was zunächst wie die typische Klage über einen besonders warmen Sommer klingt, beschreibt längst eine Realität, die viele Menschen an ihre Grenzen bringt. Seit Tagen klettern die Temperaturen auf 37 bis 39 Grad, an der Küste bleibt das Thermometer ebenfalls deutlich über der 35-Grad-Marke. Noch belastender als die glühenden Nachmittage sind jedoch die Nächte. Sie bringen kaum noch Abkühlung – und genau das macht die Hitzewelle zu einer echten Belastungsprobe.

    Während der August weiter unter der Canicule leidet, speichern Häuser, Straßen und Plätze die Wärme wie riesige Heizkörper. Selbst nach Sonnenuntergang strahlen Mauern und Asphalt die Hitze zurück. Wer am Abend die Fenster öffnet, hofft auf eine frische Brise – stattdessen strömt oft nur warme Luft in die Wohnung.

    Besonders problematisch sind die sogenannten tropischen Nächte. Von ihnen sprechen Meteorologen, wenn die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken. Im Var lagen die nächtlichen Werte in diesem Sommer mehrfach deutlich darüber. An vielen Küstenorten herrschten selbst mitten in der Nacht noch 24 bis 26 Grad. Für den Körper bedeutet das Dauerstress.

    Der Mensch benötigt kühlere Temperaturen, damit die Körperkerntemperatur leicht absinkt und er in einen erholsamen Schlaf findet. Bleibt die Umgebung zu warm, fällt das Einschlafen schwer, die Schlafphasen verkürzen sich und viele wachen immer wieder auf. Am nächsten Morgen beginnt der Tag mit einem Schlafdefizit, das sich von Nacht zu Nacht weiter aufbaut. Viele Bewohner berichten inzwischen, sie fühlten sich schon beim Frühstück erschöpft.

    Diese Müdigkeit bleibt nicht ohne Folgen. Konzentration fällt schwerer, die Geduld schwindet schneller und selbst kleine Alltagsprobleme wirken plötzlich deutlich größer. Wer tagelang schlecht schläft und anschließend erneut stundenlang der Hitze ausgesetzt ist, merkt schnell, dass die Belastung nicht nur körperlich, sondern auch seelisch zunimmt. Die sprichwörtliche Gelassenheit des Südens bekommt unter diesen Bedingungen spürbare Risse.

    Der Alltag im Var hat sich längst den Temperaturen angepasst. Frühmorgens herrscht reges Treiben auf den Wochenmärkten, während viele Straßen zur Mittagszeit nahezu menschenleer wirken. Einkäufe, Arztbesuche oder Gartenarbeiten finden möglichst in den frühen Morgenstunden statt. Zwischen Mittag und dem späten Nachmittag ziehen sich viele Menschen in ihre Wohnungen zurück – sofern diese überhaupt etwas Kühlung bieten.

    Auch die Städte reagieren. In Hyères wurden während der jüngsten Hitzewarnung klimatisierte öffentliche Räume geöffnet, damit besonders gefährdete Menschen der größten Hitze entkommen können. Gleichzeitig kümmern sich soziale Dienste verstärkt um ältere oder alleinlebende Einwohner. Solche Maßnahmen zeigen, dass extreme Hitze längst nicht mehr nur als Wetterereignis betrachtet wird. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer gesellschaftlichen Herausforderung.

    Besonders hart trifft die Hitzewelle jene, die ihr beruflich kaum entkommen können. Bauarbeiter, Lieferfahrer, Beschäftigte in der Gastronomie, Pflegekräfte oder Marktverkäufer verbringen viele Stunden im Freien oder in schlecht gekühlten Arbeitsbereichen. Während Urlauber im Meer Abkühlung suchen oder in klimatisierte Geschäfte flüchten, bleibt die Hitze für sie Teil des Arbeitsalltags. Jeder zusätzliche Tag mit Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke verlangt enorme körperliche Reserven.

    Auch ältere Menschen, kleine Kinder und chronisch Kranke gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen. Doch selbst gesunde Erwachsene spüren inzwischen die Auswirkungen. Wer über Wochen kaum noch tief schläft, verliert einen Teil seiner Regenerationsfähigkeit. Müdigkeit begleitet den gesamten Tag, körperliche Leistungsfähigkeit sinkt und viele berichten von einer anhaltenden Gereiztheit.

    Gerade darin liegt die eigentliche Besonderheit dieser Hitzewelle. Nicht einzelne Spitzenwerte machen den Sommer außergewöhnlich, sondern die Dauer. Ein heißer Tag lässt sich verkraften. Mehrere Wochen mit fast ununterbrochen hohen Temperaturen und warmen Nächten verändern dagegen den gesamten Lebensrhythmus. Der Körper erhält kaum Gelegenheit, sich vollständig zu erholen.

    Dabei wirkt der Kontrast beinahe paradox. Die Côte d’Azur gilt weltweit als Synonym für unbeschwerte Sommertage, lange Abende auf den Terrassen und mediterrane Lebensfreude. Doch wenn selbst nach Sonnenuntergang keine angenehme Kühle mehr einsetzt, verliert dieser Sommer einen Teil seines Zaubers. Viele Bewohner sprechen inzwischen weniger vom Genießen als vom Durchhalten.

    Der August 2026 macht deutlich, dass extreme Hitze weit mehr bedeutet als beeindruckende Zahlen auf dem Thermometer. Sie beeinflusst Schlaf, Gesundheit, Arbeitsleben und Stimmung gleichermaßen. Die Folgen schleichen sich langsam in den Alltag ein und summieren sich von Tag zu Tag.

    Vielleicht beschreiben deshalb gerade die einfachen Sätze die Lage am treffendsten. „Ich schlafe nachts nicht mehr.“ „Ich bin ständig müde.“ „Es ist einfach zu heiß.“ Hinter diesen Worten verbirgt sich weit mehr als eine beiläufige Beschwerde über das Wetter. Sie erzählen von einer Region, deren Bewohner unter einer Dauerbelastung leben – und von einem Sommer, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

    Von C. Hatty

    Après près de trois semaines de canicule, les effets se font lourdement sentir chez les habitants de Flayosc, petite commune du Var. Ils sont à bout, fatigués et irritables. Tous réfléchissent à s’adapter pour les années qui viennent.Après près de trois semaines de canicule, les effets se font lourdement sentir chez les habitants de Flayosc, petite commune du Var. Ils sont à bout, fatigués et irritables. Tous réfléchissent à s’adapter pour les années qui viennent.

  • Frankreichs Landwirtschaft in der Klimafalle: Dürre, Hitze und Brände verschärfen die Krise

    Frankreichs Landwirtschaft in der Klimafalle: Dürre, Hitze und Brände verschärfen die Krise

    Die französische Landwirtschaft erlebt einen der schwierigsten Sommer der vergangenen Jahrzehnte. Dürre, außergewöhnliche Hitzewellen und zahlreiche Waldbrände setzen nahezu allen landwirtschaftlichen Regionen des Landes gleichzeitig zu. Landwirtschaftsministerin Annie Genevard spricht von einer „tiefen Krise“ und warnt vor langfristigen Folgen für die Ernährungssicherheit, die Einkommen der Landwirte und die Versorgung der Verbraucher. Die aktuelle Lage gilt längst nicht mehr als außergewöhnliches Wetterereignis, sondern als Ausdruck eines strukturellen Wandels, auf den Landwirtschaft und Politik gleichermaßen reagieren müssen. Ein „verheerendes Trio“ belastet die Landwirtschaft „Dürre, Hitzewellen und Waldbrände bilden ein verheerendes Trio für unsere Landwirtschaft“, erklärte Landwirtschaftsministerin Annie Genevard am Dienstag im Sender France Info. Mit dieser Formulierung bringt sie die außergewöhnliche Gleichzeitigkeit mehrerer Extremereignisse auf den Punkt, die Frankreich in di…

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  • Vorher/Nachher: Ein historischer Sommer lässt Nordfrankreich verdorren

    Vorher/Nachher: Ein historischer Sommer lässt Nordfrankreich verdorren

    Noch im Frühjahr leuchteten die Felder in sattem Grün, Wiesen wirkten saftig, Wälder dicht und lebendig. Wer heute durch weite Teile Nord- und Ostfrankreichs fährt oder aktuelle Satellitenaufnahmen mit Bildern aus dem Mai vergleicht, erkennt dieselben Landschaften kaum wieder. Gelbe Wiesen, braune Äcker und ausgedörrte Vegetation prägen inzwischen das Bild. Der historische Sommer 2026 hinterlässt sichtbare Spuren – und zwar längst nicht mehr nur im traditionell heißen Süden des Landes.

    Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Wandel auf Vorher-Nachher-Aufnahmen. Regionen, die normalerweise selbst im Hochsommer noch vergleichsweise grün erscheinen, wirken Mitte August stellenweise fast wie ausgetrocknet. Die Farbpalette reicht vielerorts nur noch von Ocker über Gelb bis Braun. Was bislang eher mit der Provence oder dem Languedoc verbunden wurde, reicht inzwischen bis an den Ärmelkanal.

    Diese Veränderung ist weit mehr als ein optischer Eindruck. Sie spiegelt die außergewöhnlichen Wetterbedingungen der vergangenen Monate wider. Nach Auswertungen des Europäischen Dürreobservatoriums waren im Juli rund 95 Prozent des französischen Mutterlandes von Trockenheit betroffen – ein Wert, der seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2012 beispiellos ist. Kaum eine Region blieb verschont.

    Verantwortlich für diese Entwicklung ist das Zusammenspiel zweier Faktoren: außergewöhnlich hohe Temperaturen und ausbleibende Niederschläge. Der Juli 2026 zählt zu den heißesten und trockensten Monaten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Durchschnittstemperaturen lagen deutlich über dem langjährigen Mittel, gleichzeitig fiel vielerorts über Wochen kaum Regen. Die Sonne brannte nahezu ununterbrochen auf Böden, Felder und Wälder, während Flüsse, Teiche und kleine Wasserläufe immer weiter an Wasser verloren.

    Schon Anfang Juli zeichnete sich ab, dass dieser Sommer außergewöhnlich verlaufen würde. Die zweite Hitzewelle des Jahres hielt mehr als zwei Wochen an und gehörte zu den längsten, die Frankreich bislang erlebt hat. Die anhaltende Hitze entzog den Böden immer mehr Feuchtigkeit. Pflanzen konnten ihren Wasserbedarf kaum noch decken, Wiesen verbrannten regelrecht unter der Sommersonne.

    Besonders bemerkenswert ist, dass nun auch Regionen betroffen sind, die bislang als vergleichsweise feucht galten. In der Bretagne, der Normandie, den Hauts-de-France, der Île-de-France, im Grand Est oder im Elsass zeigt sich dieselbe Entwicklung. Dort, wo Urlauber sonst selbst im August grüne Landschaften erwarten, dominieren inzwischen verdorrte Flächen. Viele Landwirte sprechen von einem Sommer, wie sie ihn in dieser Intensität noch nie erlebt haben.

    Auch an der Kanalküste verschärfte sich die Lage erheblich. In den Départements Nord und Pas-de-Calais führten die anhaltenden Niederschlagsdefizite bereits Ende Juli zu Einschränkungen beim Wasserverbrauch. Behörden riefen zum sparsamen Umgang mit Wasser auf, um die verfügbaren Reserven zu schützen. Im Elsass gilt in Teilen des Bas-Rhin inzwischen sogar die höchste Dürrewarnstufe. Das verdeutlicht, dass die Trockenheit längst kein regionales Problem mehr ist, sondern nahezu das gesamte Land erfasst hat.

    Besonders kritisch entwickelt sich die Situation unter der Erdoberfläche. Während ein kräftiger Regenschauer ausgetrocknete Wiesen kurzfristig wieder grün erscheinen lassen kann, reagieren Grundwasserreserven deutlich träger. Bereits Anfang Juli meldeten Fachleute, dass der überwiegende Teil der beobachteten Grundwasserstände weiter zurückgeht. Mehr als die Hälfte der Messstellen lag unter dem für diese Jahreszeit üblichen Niveau. Ergiebige Niederschläge über einen längeren Zeitraum sind nötig, um diese Speicher wieder aufzufüllen. Ein paar Sommergewitter reichen dafür längst nicht aus.

    Mit der Trockenheit wächst zugleich eine weitere Gefahr. Ausgedörrte Wiesen, Büsche und Wälder verwandeln sich in leicht entflammbares Material. Schon ein kleiner Funke genügt unter solchen Bedingungen, damit sich ein Feuer rasch ausbreitet. Waldbrände galten früher vor allem als Problem des Mittelmeerraums oder Korsikas. Inzwischen entstehen ähnliche Risiken auch in deutlich nördlicher gelegenen Regionen. Damit verändert sich die Landkarte der Waldbrandgefahr spürbar.

    Gerade deshalb entfalten die Vorher-Nachher-Bilder eine so große Wirkung. Zahlen über Niederschlagsdefizite oder Temperaturabweichungen bleiben für viele Menschen abstrakt. Wer dagegen dieselbe Landschaft im Mai und wenige Monate später im August betrachtet, erkennt den Wandel sofort. Aus sattem Grün ist innerhalb kurzer Zeit eine nahezu ausgeblichene Landschaft geworden. Die Folgen außergewöhnlicher Wetterlagen erhalten dadurch ein Gesicht.

    Natürlich bedeutet eine braune Sommerlandschaft allein noch keinen endgültigen Beweis für langfristige klimatische Veränderungen. Pflanzen reagieren unmittelbar auf Wetterextreme und können sich nach ergiebigen Niederschlägen oft erstaunlich schnell erholen. Dennoch passt die Häufung intensiver Hitze- und Trockenperioden zu den Entwicklungen, auf die Klimaforsscher seit Jahren hinweisen. Längere Hitzephasen, häufigere Dürreperioden und steigende Waldbrandrisiken gelten inzwischen als wahrscheinliche Folgen eines sich wandelnden Klimas.

    Der Sommer 2026 könnte deshalb als Wendepunkt in Erinnerung bleiben. Nicht allein wegen neuer Temperaturrekorde oder außergewöhnlicher Dürrezahlen, sondern weil sich die Veränderungen erstmals für jedermann sichtbar in der Landschaft widerspiegeln. Frankreich wirkt in diesen Wochen vielerorts ungewohnt. Selbst Regionen, die lange als grüne Oasen galten, tragen nun die Farben eines ausgedörrten Sommers.

    Autor: C.H.

  • Wenn der Rhein austrocknet: Warum Containerschiffe den Straßburger Hafen immer häufiger meiden

    Wenn der Rhein austrocknet: Warum Containerschiffe den Straßburger Hafen immer häufiger meiden

    Der Rhein zählt zu den wichtigsten Verkehrsadern Europas. Tag für Tag transportieren Schiffe Rohstoffe, Container und Industrieprodukte zwischen den großen Seehäfen Rotterdam und Antwerpen sowie den Wirtschaftsregionen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Doch dieses eingespielte System gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Wiederkehrende Trockenperioden und anhaltendes Niedrigwasser verändern den Schiffsverkehr nachhaltig – mit spürbaren Folgen für den Straßburger Rheinhafen.

    Besonders betroffen sind moderne Containerschiffe. Sie benötigen einen vergleichsweise großen Tiefgang, um ihre Ladung sicher transportieren zu können. Sinkt der Wasserstand des Rheins deutlich, stoßen sie schnell an ihre Grenzen. Vor allem die Engstelle bei Kaub in Deutschland entwickelt sich in solchen Phasen zum Nadelöhr der europäischen Binnenschifffahrt. Reicht die Wassertiefe nicht mehr aus, dürfen die Schiffe ihre maximale Ladung nicht aufnehmen oder müssen ihre Fahrten ganz einstellen.

    Die Folge zeigt sich inzwischen auch im Hafen von Straßburg. Die größten Containerschiffe verschwinden zeitweise vollständig aus dem Hafenbild. Stattdessen übernehmen kleinere Schiffe oder nur teilweise beladene Frachter den Transport. Das sorgt zwar dafür, dass der Warenverkehr nicht völlig zum Erliegen kommt, schmälert jedoch die Leistungsfähigkeit des gesamten Logistiksystems erheblich.

    Für den zweitgrößten Binnenhafen Frankreichs bringt diese Entwicklung zahlreiche Herausforderungen mit sich. Weniger Container erreichen den Hafen, gleichzeitig steigen die Transportkosten deutlich an. Unternehmen sehen sich gezwungen, einen Teil ihrer Waren auf die Schiene oder den Lkw zu verlagern. Dadurch verlängern sich Lieferzeiten, während zusätzliche Kosten entlang der gesamten Lieferkette entstehen. Besonders für Industriebetriebe, die auf eine zuverlässige und pünktliche Versorgung mit Rohstoffen angewiesen sind, wächst der Druck.

    Ganz neu ist diese Entwicklung allerdings nicht. Bereits im Jahr 2018 erlebte der Rhein eine außergewöhnliche Niedrigwasserperiode. Damals konnten große Containerschiffe fast zwei Monate lang kaum noch verkehren. Der Straßburger Hafen verzeichnete in der Folge den niedrigsten Warenumschlag seit rund fünfzig Jahren. Was damals als außergewöhnliches Naturereignis galt, entwickelt sich inzwischen immer stärker zur neuen Realität.

    Nach Einschätzung der Hafenverantwortlichen handelt es sich längst nicht mehr um eine vorübergehende Krise. Vielmehr verändert der Klimawandel die Rahmenbedingungen dauerhaft. Die Logistikbranche muss ihre bisherigen Konzepte überdenken und sich auf deutlich stärkere Schwankungen der Wasserstände einstellen. Ein Rhein, der das ganze Jahr über zuverlässig schiffbar bleibt, lässt sich immer weniger als selbstverständlich betrachten.

    Die Unternehmen reagieren bereits auf diese Entwicklung. Reedereien investieren verstärkt in Schiffe mit geringerem Tiefgang, die auch bei niedrigeren Wasserständen einsatzfähig bleiben. Gleichzeitig gewinnt der Schienengüterverkehr an Bedeutung. Viele Firmen suchen zudem nach alternativen Transportwegen, um ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten. Doch all diese Maßnahmen verursachen erhebliche Investitionen und gleichen die geringere Transportkapazität auf dem Wasser nur teilweise aus.

    Die Auswirkungen reichen weit über Straßburg hinaus. Der Rhein verbindet einige der bedeutendsten Industrieregionen Europas miteinander. Chemieunternehmen, Stahlwerke, Baustoffhersteller oder Getreidehändler sind in hohem Maße auf den Fluss angewiesen. Fällt der Wasserstand über längere Zeit zu niedrig aus, steigen die Frachtraten oft erheblich. In einzelnen Fällen müssen Betriebe ihre Produktion sogar anpassen, weil Rohstoffe nicht rechtzeitig per Schiff eintreffen.

    Dennoch bedeutet diese Entwicklung keineswegs das Ende des Straßburger Hafens. Die vorhandene Infrastruktur bleibt ein bedeutender Standortvorteil für die Region. Allerdings verändert sich die Rolle des Hafens. Flexibilität, moderne Logistik und eine engere Verzahnung verschiedener Verkehrsträger gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der Hafen entwickelt sich von einem ausschließlich wassergebundenen Umschlagplatz zu einem vielseitigen Logistikzentrum, das auf unterschiedliche Transportwege setzt.

    Der langsame Rückgang der Containerschifffahrt steht somit sinnbildlich für eine tiefgreifende Veränderung. Nicht die Hafenanlagen verschwinden, sondern die Gewissheit, dass der Rhein jederzeit ausreichend Wasser führt. Mit jeder längeren Trockenperiode wächst die Erkenntnis, dass der Klimawandel längst nicht mehr nur ein ökologisches Thema ist. Er verändert Schritt für Schritt auch die wirtschaftlichen Grundlagen Europas – und macht selbst einen der bedeutendsten Flüsse des Kontinents zunehmend unberechenbar.

    Autor: Andreas M. Brucker

    Le Rhin est à un niveau historiquement bas. Dans le port fluvial de Strasbourg, une seule barge de conteneurs transite chaque semaine, contre 20 barges habituellement.Le Rhin est à un niveau historiquement bas. Dans le port fluvial de Strasbourg, une seule barge de conteneurs transite chaque semaine, contre 20 barges habituellement.

  • Dünkirchen erlebt historische Trockenheit: Fast sieben Wochen ohne Regen

    Dünkirchen erlebt historische Trockenheit: Fast sieben Wochen ohne Regen

    Dünkirchen verbindet man gewöhnlich mit Wind, Wolken und häufigen Regenschauern. Umso erstaunlicher wirkt die aktuelle Wetterlage an der französischen Kanalküste. Die Stadt hat 47 aufeinanderfolgende Tage ohne messbaren Niederschlag verzeichnet – eine Serie, wie sie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Anfang der 1960er-Jahre nicht beobachtet wurde.

    In einigen Teilen der französischen Küstenregion Flandern setzte sich die Trockenperiode sogar noch länger fort. Dort fiel an mehr als 50 Tagen kein nennenswerter Regen. Als bedeutend gilt dabei eine Niederschlagsmenge von mindestens einem Millimeter. Alles darunter reicht kaum aus, um Böden oder Pflanzen nachhaltig mit Feuchtigkeit zu versorgen.

    Auslöser dieser außergewöhnlichen Entwicklung ist ein stabiles Hochdruckgebiet, das sich seit Ende Juni über Westeuropa festgesetzt hat. Es blockiert die üblichen Tiefdruckgebiete vom Atlantik und verhindert, dass Regenfronten den Norden Frankreichs erreichen. Statt wechselhaften Wetters dominieren seit Wochen Sonne, Trockenheit und ungewöhnlich beständige Wetterverhältnisse.

    Die Folgen zeigen sich inzwischen deutlich in der Landschaft. Die Böden sind vielerorts stark ausgetrocknet und verlieren zunehmend ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern. Besonders Landwirte geraten dadurch unter Druck. Kulturen wie Zuckerrüben, Kartoffeln oder verschiedene Gemüsesorten leiden unter dem fehlenden Niederschlag. Selbst dort, wo Bewässerung möglich ist, steigen Aufwand und Kosten spürbar an.

    Auch Flüsse, Bäche und Grundwasservorräte reagieren auf die lang anhaltende Trockenheit. Die Wasserstände sinken kontinuierlich, während sich die natürlichen Reserven nur noch langsam erneuern. Gerade in Regionen, die normalerweise regelmäßig Regen erhalten, fällt ein solcher Rückgang besonders ins Gewicht.

    Bemerkenswert erscheint außerdem das erhöhte Risiko von Vegetationsbränden. An der nordfranzösischen Kanalküste zählen größere Flächenbrände traditionell zu den seltenen Ereignissen. Die ausgetrocknete Vegetation verändert diese Einschätzung jedoch deutlich. Bereits ein kleiner Funke kann ausreichen, um Feuer zu entfachen, weshalb die Behörden die Lage aufmerksam beobachten.

    Meteorologen stufen diese Entwicklung als außergewöhnlich ein. Die Küste am Ärmelkanal gehört üblicherweise zu den Regionen Frankreichs mit vergleichsweise gleichmäßig verteilten Niederschlägen über das gesamte Jahr. Dass ausgerechnet Dünkirchen fast sieben Wochen nahezu vollständig ohne Regen auskommen musste, widerspricht dem langjährigen Wetterbild der Region.

    Zugleich reiht sich das Ereignis in eine Entwicklung ein, die Fachleute seit einigen Jahren beobachten. Wetterlagen mit blockierenden Hochdruckgebieten treten in Teilen Europas häufiger und oft auch länger auf als früher. Solche sogenannten Blockadelagen können sowohl lang anhaltende Hitze als auch ausgeprägte Trockenphasen verursachen. Während andere Regionen gleichzeitig von Starkregen oder Unwettern betroffen sind, bleibt der Regen in den blockierten Gebieten über Wochen aus.

    Noch ist offen, wann sich die Wetterlage nachhaltig verändert. Erst kräftige und flächendeckende Niederschläge könnten die ausgetrockneten Böden wieder durchfeuchten und die Wasserreserven schrittweise auffüllen. Einzelne Schauer reichen dafür kaum aus, da trockene Böden große Wassermengen zunächst nur unzureichend aufnehmen.

    Die Rekordserie in Dünkirchen zeigt eindrucksvoll, wie ungewöhnlich sich das Wetter inzwischen entwickeln kann – selbst in Regionen, die jahrzehntelang als verlässlich feucht galten. Für Landwirtschaft, Natur und Wasserwirtschaft bleibt die Hoffnung auf eine Rückkehr zu regelmäßigen Niederschlägen inzwischen größer denn je.

    Daniel Ivers

    Une grande partie du département est touchée par ce déficit de pluie et cette sécheresse qui provoquent un „retard impossible à rattraper“, selon un météorologue auprès d’ICI Nord.Une grande partie du département est touchée par ce déficit de pluie et cette sécheresse qui provoquent un „retard impossible à rattraper“, selon un météorologue auprès d’ICI Nord.

  • Rauch aus Belgien sorgt in der Mosel für Luftalarm

    Rauch aus Belgien sorgt in der Mosel für Luftalarm

    Dichter Rauch aus Belgien hat am Sonntag in Teilen des französischen Départements Moselle eine Luftverschmutzungswarnung ausgelöst. Ursache ist der gewaltige Wald- und Moorbrand in den belgischen Hohen Venn, dessen Rauchwolke durch die vorherrschenden Winde bis nach Frankreich, Luxemburg und in den Westen Deutschlands getragen wurde. Die Behörden reagierten umgehend und aktivierten die vorgeschriebenen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung.

    Messungen des Luftüberwachungsverbands ATMO Grand Est registrierten einen deutlichen Anstieg der Luftbelastung. Dabei handelt es sich um einen sogenannten „Verbrennungs-Peak“, der vor allem durch erhöhte Konzentrationen von Feinstaub sowie Stickoxiden gekennzeichnet ist. Beide Schadstoffe entstehen in großen Mengen bei Bränden und können insbesondere für empfindliche Menschen gesundheitliche Folgen haben.

    Der Präfekt des Départements Moselle setzte deshalb die geltenden Vorschriften für Luftverschmutzung in Kraft. Dazu zählt das Verbot, Grünabfälle im Freien zu verbrennen. Ausgenommen bleiben lediglich Fälle, in denen dies aus Gründen der öffentlichen Sicherheit unvermeidbar ist. Auch landwirtschaftliche Feuer zur Beseitigung von Pflanzenresten müssen bis auf Weiteres eingestellt bleiben.

    Zusätzlich gelten Auflagen für Baustellen, auf denen größere Mengen Staub entstehen. Vor allem bei Abrissarbeiten ist eine regelmäßige Bewässerung vorgeschrieben, damit möglichst wenige Staubpartikel in die Luft gelangen. Ebenfalls untersagt sind während der gesamten Dauer der Warnstufe Feuerwerke, um zusätzliche Emissionen zu vermeiden.

    Neben diesen verbindlichen Maßnahmen sprechen die Behörden mehrere Empfehlungen an die Bevölkerung aus. Wer Rauch oder Brandgeruch wahrnimmt, sollte Türen und Fenster geschlossen halten, damit möglichst wenig belastete Außenluft in Wohnräume gelangt. Auch Lüftungsanlagen, die Frischluft von außen ansaugen, sollten vorübergehend ausgeschaltet werden. Sportliche Aktivitäten im Freien gilt es möglichst einzuschränken, bis sich die Luftqualität wieder verbessert hat.

    Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf Menschen, die besonders empfindlich auf Luftschadstoffe reagieren. Dazu gehören Kinder, ältere Personen sowie Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bereits kurze Aufenthalte in stark belasteter Luft können bei ihnen Husten, Atembeschwerden oder Reizungen der Augen verursachen.

    Auslöser der außergewöhnlichen Situation ist einer der schwersten Brände, die Belgien bislang erlebt hat. Das Feuer in den Hohen Venn hat bereits rund 3.000 Hektar Moor- und Waldlandschaft zerstört. Die dichte Rauchwolke reicht weit über die Grenzen Belgiens hinaus und beeinträchtigt die Luftqualität in mehreren Nachbarregionen. Fachleute beobachten die Entwicklung kontinuierlich, da Windrichtung und Wetterlage entscheidend dafür sind, wie lange die Belastung anhält.

    Für die Bevölkerung in der Mosel bleibt die Lage vorerst angespannt. Solange die Rauchwolke anhält und die Messwerte erhöht bleiben, raten die Behörden dazu, die Vorsichtsmaßnahmen konsequent einzuhalten. So lassen sich gesundheitliche Risiken zumindest deutlich verringern.

    Daniel Ivers

  • Waldbrand in den Landes: Feuerwehr kämpft gegen die Flammen auf mehr als 1.300 Hektar

    Waldbrand in den Landes: Feuerwehr kämpft gegen die Flammen auf mehr als 1.300 Hektar

    Im Südwesten Frankreichs liefern sich Hunderte Einsatzkräfte derzeit einen dramatischen Kampf gegen einen der größten Waldbrände der vergangenen Wochen. In den Landes hat sich ein Feuer auf inzwischen mehr als 1.300 Hektar Vegetation ausgebreitet. Die Kombination aus großer Hitze, anhaltender Trockenheit und kräftigem Wind treibt die Flammen immer weiter voran und erschwert den Einsatz der Feuerwehr erheblich.

    Seit Beginn des Brandes stehen zahlreiche Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Unterstützt werden sie von Löschflugzeugen und Hubschraubern, die ununterbrochen Wasser und Löschmittel über den betroffenen Gebieten abwerfen – zumindest solange die Wetter- und Sichtverhältnisse dies zulassen. Gleichzeitig legen die Einsatzkräfte breite Brandschneisen an, um die Ausbreitung des Feuers zu verlangsamen und besonders gefährdete Bereiche zu schützen.

    Im Mittelpunkt der Löscharbeiten stehen derzeit die bewohnten Gebiete. Die Feuerwehr versucht mit aller Kraft zu verhindern, dass die Flammen auf Wohnhäuser, landwirtschaftliche Betriebe oder andere Gebäude übergreifen. Die Lage bleibt jedoch angespannt, da jeder Windstoß die Richtung des Feuers verändern und neue Brandherde entstehen lassen kann.

    Aus Sicherheitsgründen haben die Behörden mehrere gefährdete Ortschaften vorsorglich räumen lassen. Bewohner wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und den Anweisungen der Rettungskräfte uneingeschränkt Folge zu leisten. Zahlreiche Straßen in der Umgebung des Brandgebiets sind gesperrt, damit Einsatzfahrzeuge ungehindert arbeiten können und keine zusätzlichen Menschen in Gefahr geraten. Wer nicht unmittelbar betroffen ist, soll die Region möglichst meiden.

    Die Landes zählen zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten Europas und gelten während der Sommermonate als besonders brandgefährdet. Vor allem die ausgedehnten Bestände der See-Kiefer bieten bei großer Trockenheit reichlich Brennmaterial. Kommt starker Wind hinzu, breiten sich Brände oft in erstaunlicher Geschwindigkeit aus. Schon kleine Funken reichen unter solchen Bedingungen aus, um ein Feuer innerhalb kurzer Zeit auf große Flächen anwachsen zu lassen.

    Für die Einsatzkräfte bedeutet das Schwerstarbeit. Rund um die Uhr beobachten sie die Entwicklung des Brandes und passen ihre Strategie laufend an. Neben der direkten Brandbekämpfung konzentrieren sie sich darauf, die Ränder des Feuers zu sichern. Ziel ist es, ein erneutes Aufflammen bereits gelöschter Bereiche zu verhindern und die Ausbreitung dauerhaft einzudämmen. Gerade in den Abend- und Nachtstunden können sich versteckte Glutnester erneut entzünden und frische Feuer entfachen.

    Wie sich die Situation weiter entwickelt, hängt maßgeblich vom Wetter der kommenden Stunden ab. Bleiben Hitze und Wind bestehen, dürfte der Einsatz noch längere Zeit andauern. Sollten die Temperaturen sinken oder Niederschläge einsetzen, könnten sich die Chancen der Feuerwehr deutlich verbessern.

    Bis dahin bleibt der Waldbrand in den Landes eine Herausforderung, die den Einsatzkräften höchste Konzentration und Ausdauer abverlangt. Für die betroffenen Bewohner steht vor allem die Hoffnung im Vordergrund, dass die Flammen rechtzeitig gestoppt werden und größere Schäden an Häusern und Infrastruktur ausbleiben.

    Autor: C.H.

    Depuis le jeudi 13 août, les pompiers luttent contre les flammes dans les Landes. Samedi, le feu n’est toujours pas fixé, mais les flammes ne progressent plus. 1 600 hectares ont déjà été détruits.Depuis le jeudi 13 août, les pompiers luttent contre les flammes dans les Landes. Samedi, le feu n’est toujours pas fixé, mais les flammes ne progressent plus. 1 600 hectares ont déjà été détruits.

  • Mont Blanc: Wenn Felsen so groß wie Autos vom Berg stürzen

    Mont Blanc: Wenn Felsen so groß wie Autos vom Berg stürzen

    Am Mont Blanc entscheidet derzeit nicht Kondition, Erfahrung oder eine besonders frühe Startzeit über eine erfolgreiche Gipfeltour. Der Berg selbst setzt die Grenzen. Und seine Botschaft fällt unmissverständlich aus: Bleibt weg.

    Auf der klassischen Route über den Goûter erreichen die Gefahren durch Steinschlag ein außergewöhnliches Ausmaß. Große Felsblöcke lösen sich aus den Flanken und donnern über jene Passagen, die Bergsteiger auf dem Weg zum höchsten Gipfel der Alpen passieren müssen. Augenzeugen berichten von Brocken „so groß wie Autos“.

    Das klingt dramatisch. Ist es auch.

    Besonders kritisch präsentiert sich das berüchtigte Goûter Couloir. Unter Alpinisten besitzt diese Querung ohnehin einen düsteren Ruf. Seit Jahrzehnten zählt sie zu den gefährlichsten Abschnitten des Normalwegs auf den Mont Blanc. Manche nennen sie schlicht den „Todeskorridor“.

    Nun zeigt der Berg dort noch deutlicher seine Zähne.

    Videos aus den vergangenen Tagen dokumentieren heftige Felsstürze. Steine springen über den Hang, größere Blöcke reißen weiteres Material mit sich. Wer sich in diesem Moment im Couloir befindet, findet kaum Schutz. Geschwindigkeit und Größe der herabstürzenden Felsen lassen wenig Raum für Reaktionen.

    Wer möchte unter solchen Bedingungen ernsthaft sein Glück herausfordern?

    Die Konsequenzen fallen entsprechend deutlich aus. Die Refuges de Tête Rousse und du Goûter wurden geschlossen. Bergführervereinigungen aus Chamonix und Saint Gervais setzten geführte Besteigungen aus. Auch erfahrene Alpinisten, die ohne Führer unterwegs sind, sollen ihren Gipfelversuch verschieben.

    Der Bürgermeister von Saint Gervais spricht sogar von einer „tödlichen Gefahr“.

    Diese Warnung richtet sich keineswegs nur an unerfahrene Urlauber, die sich mit neuen Steigeisen und reichlich Optimismus ins Hochgebirge wagen. Selbst jahrelange alpine Erfahrung schützt nicht vor einem tonnenschweren Felsblock, der plötzlich aus mehreren hundert Metern Höhe herabstürzt.

    Der Mont Blanc erinnert damit an eine alte Regel des Bergsteigens: Umkehren gehört manchmal zu den größten Leistungen einer Tour.

    Wenn dem Berg der natürliche Klebstoff fehlt

    Hinter der aktuellen Situation steckt ein Prozess, der die Alpen seit Jahren verändert.

    Die hohen Temperaturen setzen dem Permafrost zu. Dieses dauerhaft gefrorene Material in Felsspalten wirkt normalerweise wie eine Art natürlicher Zement. Taut das Eis, verliert das Gestein einen Teil seines Zusammenhalts. Spalten öffnen sich, Wasser dringt ein und ganze Felspartien geraten in Bewegung.

    Die derzeitige Hitze und Trockenheit verschärfen diese Entwicklung erheblich.

    Das Ergebnis lässt sich am Goûter Couloir gerade auf erschreckend anschauliche Weise beobachten. Es geht längst nicht mehr nur um kleine Steine, die über einen Hang kullern. Große Felsmassen brechen heraus – und genau das macht die Situation so unberechenbar.

    Für Bergsteiger entsteht ein Problem, das sich nicht mit besserer Ausrüstung lösen lässt. Ein Helm schützt vor kleineren Steinen. Gegen einen Felsblock von der Größe eines Autos hilft er ungefähr so viel wie ein Regenschirm gegen eine Lawine.

    Kurz gesagt: Da ist irgendwann Feierabend.

    Auch andere Alpengipfel geraten unter Druck

    Der Mont Blanc steht mit diesem Problem nicht allein da. Auch am Matterhorn führten instabile Felsen und ungünstige Verhältnisse zuletzt zu Einschränkungen bei geführten Touren auf den Normalrouten.

    Damit zeigt sich eine Entwicklung, die für den Alpinismus weit über einzelne heiße Sommertage hinausreicht. Klassische Routen, über Generationen hinweg im Sommer begangen, verändern ihren Charakter. Manche Passagen präsentieren sich früher in der Saison günstiger, andere geraten während längerer Hitzeperioden zunehmend außer Kontrolle.

    Wird der klassische Hochsommer für manche große Alpentour künftig sogar zur falschen Jahreszeit?

    Diese Frage dürfte Bergführer, Hüttenwirte, Gemeinden und Alpinisten noch lange beschäftigen.

    Für den Augenblick fällt die Antwort am Mont Blanc jedoch erstaunlich einfach aus: Der Gipfel läuft nicht davon.

    Eine Besteigung lässt sich verschieben. Das vielleicht ersehnte Gipfelfoto ebenfalls. Wer derzeit auf die Goûter Route verzichtet, beweist deshalb keine Schwäche, sondern genau jene alpine Vernunft, die im Hochgebirge seit jeher Leben rettet.

    Manchmal besteht die beste Bergtour eben darin, gar nicht erst aufzubrechen.

    Ein Artikel von M. Legrand