Kategorie: Paris, Ile de France

  • Fast-Fashion-Gesetz: Protest vor dem Senat – zehn Tonnen Textilmüll abgeladen

    Fast-Fashion-Gesetz: Protest vor dem Senat – zehn Tonnen Textilmüll abgeladen

    Seit einem Jahr wartet das französische Fast-Fashion-Gesetz darauf, im Senat behandelt zu werden – doch bislang ohne Erfolg. Um auf die Untätigkeit der Politik aufmerksam zu machen, hat das Kollektiv Stop Fast-Fashion am 14. März eine spektakuläre Protestaktion organisiert: Zehn Tonnen alter Kleidung wurden vor den Toren des Senats abgeladen. Zwischen den schwarzen und gelben Müllsäcken ragte eine Schaufensterpuppe hervor – bekleidet mit Billigmode und einer unmissverständlichen Botschaft: „Nein zur Fast-Fashion“. Ein Gesetz gegen Wegwerfmode – und eine verschleppte Debatte Bereits im März 2024 hatte die Nationalversammlung das Gesetz einstimmig verabschiedet. Doch anstatt es weiterzubearbeiten, hat der Senat das Thema einfach von seiner Tagesordnung gestrichen. Das Kollektiv, das unter anderem von Organisationen wie Max Havelaar, Amis de la Terre, Emmaüs und ZeroWaste unterstützt wird, spricht von „politischer Trägheit“ – und fordert, dass die Gesetzesvorlage endlich behandelt wird. D…

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  • Paris stärkt die Hip-Hop-Kultur mit 100.000 Euro

    Paris stärkt die Hip-Hop-Kultur mit 100.000 Euro

    Hinter den glänzenden Erfolgen der großen Rap-Stars steckt eine Realität, die oft übersehen wird: Viele Hip-Hop-Künstler kämpfen um finanzielle Unterstützung. Nun setzt die Stadt Paris ein starkes Zeichen und stellt 100.000 Euro bereit, um Musiker, Tänzer und bildende Künstler aus dieser Szene gezie…

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  • Paris wird grün – Realität oder Wunschdenken?

    Paris wird grün – Realität oder Wunschdenken?

    Paris – eine Stadt der Steinwüsten. Wer an die französische Hauptstadt denkt, hat oft breite Boulevards, historische Gebäude und wenig Grün vor Augen. Doch genau das soll sich ändern. Die Stadtverwaltung will Paris in den kommenden 20 Jahren um 300 Hektar Grünflächen erweitern. Klingt nach einer guten Idee, oder?

    Doch das Vorhaben spaltet die Stadt.

    Eine Stadt kämpft gegen den Klimawandel

    Paris ist heute stark versiegelt – Beton, Asphalt und kaum Platz für Natur. Das ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch eine Gefahr: Die Sommer werden heißer, Hitzewellen sind keine Seltenheit mehr. Prognosen zeigen, dass das Pariser Klima bis 2050 dem von Sevilla ähneln wird. Wer schon mal in Andalusien war, weiß, was das bedeutet – sengende Hitze, bei der das Leben in einer Betonwüste unerträglich werden kann.

    Der neue Plan Local d’Urbanisme (PLU) soll Abhilfe schaffen. Die Stadt will versiegelte Flächen aufbrechen, den Boden durchlässiger machen und mehr Bäume pflanzen. Ein begrüntes Paris soll für kühlere Temperaturen sorgen und das Leben in der Metropole erträglicher machen.

    Schöne Bilder, harte Realität

    Um die Pariser für das Projekt zu begeistern, hat die Stadtverwaltung eindrucksvolle Visualisierungen erstellt. Grüne Fassaden, schattige Plätze, Bäume, die Straßen säumen – fast ein bisschen zu idyllisch, um wahr zu sein.

    Kritiker werfen der Stadt vor, nur mit schönen Bildern zu werben, aber nicht ausreichend konkrete Pläne zu liefern. Wo genau soll das zusätzliche Grün entstehen? Wie werden Baustellen, Denkmalschutz und der ohnehin knappe Platz in der Stadt in Einklang gebracht? Und vor allem: Wer soll das bezahlen?

    Zwischen Vision und Machbarkeit

    Dass Paris dringend mehr Grünflächen braucht, ist unbestritten. Doch Stadtumbau ist ein Mammutprojekt, das Zeit, Geld und Durchhaltevermögen erfordert. Wird es die Stadtverwaltung schaffen, das ehrgeizige Ziel von 300 Hektar neuer Grünflächen umzusetzen? Oder bleibt Paris auch in 20 Jahren eine Stadt der Hitze und des Betons?

    Von Andreas M. B.

  • Spionageverdacht: Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums in Paris unter Anklage

    Spionageverdacht: Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums in Paris unter Anklage

    Ein brisanter Fall erschüttert das französische Wirtschaftsministerium: Ein dort beschäftigter Beamter wurde in Paris unter dem Verdacht des Spionierens für Algerien angeklagt. Er soll sensible Informationen über Regimegegner weitergegeben haben, die in Frankreich Asyl gesucht haben. Geheime Kontakte zum algerischen Konsulat Der Mann steht im Verdacht, über einen längeren Zeitraum hinweg in engem Austausch mit einem Mitarbeiter des algerischen Konsulats in Créteil gestanden zu haben. Dabei soll er diesem vertrauliche Daten über Oppositionelle übermittelt haben – darunter Informationen zu deren Aufenthaltsstatus und Asylanträgen. Die Anklage wiegt schwer: „Geheime Zusammenarbeit mit einer ausländischen Macht“, „Weitergabe von Informationen, die für die nationale Sicherheit von fundamentaler Bedeutung sind“, „Spionage zugunsten einer fremden Nation“ – die Liste der Vorwürfe lässt keinen Zweifel daran, dass der Fall weitreichende Konsequenzen haben könnte. Ein Opfer oder ein Täter? Der An…

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  • Europäische Staaten beraten über Sicherheitsgarantien für die Ukraine

    Europäische Staaten beraten über Sicherheitsgarantien für die Ukraine

    In Paris trafen sich am Dienstag die Generalstabschefs von 36 Ländern, um über die Schaffung einer internationalen Sicherheitstruppe für die Ukraine zu beraten. Dieses von Frankreich und Großbritannien initiierte Treffen zielte darauf ab, mögliche Maßnahmen zur Abschreckung zukünftiger russischer Aggressionen zu diskutieren und die Sicherheit der Ukraine im Falle eines Waffenstillstands zu gewährleisten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte die Notwendigkeit, von konzeptionellen Überlegungen zu konkreten Planungen überzugehen. Er unterstrich, dass glaubwürdige Sicherheitsgarantien im Einklang mit den Fähigkeiten der NATO stehen sollten. Zusammensetzung und Aufgaben der vorgeschlagenen Truppe Der vertrauliche Verteidigungsplan sieht vor, dass mehrere tausend Soldaten an strategisch wichtigen Orten wie Kiew, Odessa und Lwiw stationiert werden könnten, jedoch fernab der Frontlinie. Ziel ist es, eine Flugverbotszone zu sichern und Seegebiete zu überwachen, ohne direkt in Kampfhand…

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  • Schockierender Fehler: Familie steht vor falschem Leichnam in der Leichenhalle

    Schockierender Fehler: Familie steht vor falschem Leichnam in der Leichenhalle

    Ein unfassbarer Vorfall erschüttert eine Familie aus Frankreich: Als sie sich auf die Beerdigung ihres verstorbenen Vaters vorbereiteten, mussten sie feststellen, dass sein Leichnam spurlos verschwunden war. Stattdessen wurde ein Fremder für die Totenwaschung vorbereitet. Der Grund? Eine fatale Verwechslung in der Leichenhalle – mit weitreichenden Konsequenzen.

    Ein letzter Abschied, der zum Albtraum wird

    Ibrahima Traoré, 67 Jahre alt, verstarb am 2. März im Centre hospitalier sud francilien in Corbeil-Essonnes. Seine Familie wollte ihn in seinem Heimatland Mali beisetzen lassen. Alles war organisiert: Am 10. März sollte die traditionelle rituelle Waschung stattfinden, einen Tag später sollte der Leichnam nach Bamako überführt werden.

    Doch als die Söhne von Ibrahima an jenem Morgen den Raum betraten, traf sie der Schock. Der Körper auf der Bahre war nicht der ihres Vaters. „Sie waren traumatisiert, weil sie einen Fremden vor sich sahen“, erzählt Awa, die Tochter des Verstorbenen.

    Während die Familie noch fassungslos war, suchte das Personal nach Antworten. Kurz darauf die erschütternde Nachricht: Ibrahima war bereits am Freitag nach Dakar, Senegal, überführt und dort beerdigt worden – irrtümlicherweise.

    „Sie haben Papa in Dakar begraben“

    Awa war gerade auf dem Weg zur Leichenhalle des Krankenhauses, als ihre Brüder sie anriefen. „Sie sagten: ‚Sie haben Papa in Dakar begraben. Sie haben den falschen Körper geschickt.‘ Ich habe geschrien und wäre fast mit dem Auto verunglückt.“

    Doch es kam noch schlimmer. Die Familie konnte nicht fassen, dass dieser Irrtum nicht einmal durch einfache Identitätskontrollen aufgefallen war. „Sie haben sich einfach zwischen zwei Schwarzen vertan. Hätten sie bei zwei Männern namens Dupont auch so nachlässig gehandelt?“, fragt Awa fassungslos. „Mein Vater war groß und kahl, der andere Mann war klein und hatte viele Haare. Wie konnte das niemand bemerken?“

    Die muslimischen Bestatter, die die rituelle Waschung durchführen sollten, bestätigen: Der Leichnam trug nicht einmal ein Identifikationsband. Nordine Ghilli, der Leiter der zuständigen Bestattungsfirma, ist empört: „Es gibt Sicherheitsmechanismen, um so etwas zu verhindern. Normalerweise muss ein Angehöriger den Verstorbenen vor der Einbettung identifizieren. Dass es trotzdem passiert ist, ist unfassbar.“

    Krankenhaus gesteht Fehler ein – aber bleibt vage

    Das Krankenhaus hat die Verwechslung mittlerweile eingeräumt. In einer Stellungnahme vom 10. März erklärte die Klinikleitung, dass sie „die volle Verantwortung übernimmt“ und „alles daransetzt, den Vorfall so schnell wie möglich zu korrigieren“. Eine interne Untersuchung sei eingeleitet worden.

    Was jedoch nicht beantwortet wurde: Wie konnte die Familie des anderen Verstorbenen den Irrtum nicht bemerken? War niemand von ihnen bei der Beerdigung dabei? Gab es keine behördliche Kontrolle beim Verschließen des Sarges?

    Die offenen Fragen lassen die Traorés nicht zur Ruhe kommen.

    „Er verdient seinen Frieden“

    Jetzt steht für die Familie nur noch eines im Vordergrund: den Leichnam von Ibrahima zurückzuholen. Eine Exhumierung in Dakar ist unausweichlich. „Der Gedanke bricht mir das Herz, aber wir haben keine Wahl“, sagt Awa unter Tränen. „Meine Mutter muss sich verabschieden können.“

    Doch der emotionale Schmerz wird von einer tiefen Wut begleitet. Die Familie erwägt rechtliche Schritte. „Wir können das nicht einfach hinnehmen. Unser Vater hat sein Leben lang hart gearbeitet, 23 Jahre lang in Rungis im Fleischviertel, nachts, bei Kälte, bis sein Herz versagte. Und jetzt kann er nicht einmal in Frieden ruhen?“

    Ein letzter Abschied sollte eine tröstende Zeremonie sein – doch für die Familie Traoré wurde er zum Albtraum. Jetzt kämpfen sie nicht nur um die Rückkehr ihres geliebten Vaters, sondern auch um Gerechtigkeit.

    Catherine H.

  • Seine-Saint-Denis: Schüsse auf das Haus einer Kommunalpolitikerin – Verkehrsstreitigkeit eskaliert

    Seine-Saint-Denis: Schüsse auf das Haus einer Kommunalpolitikerin – Verkehrsstreitigkeit eskaliert

    Ein banaler Streit auf der Straße hat in Seine-Saint-Denis zu einer beispiellosen Eskalation geführt: Eine Gruppe bewaffneter Männer feuerte über zwanzig Schüsse auf das Haus einer Kommunalpolitikerin.

    Eine Szene wie aus einem Gangsterfilm

    Die Fassade des Einfamilienhauses ist übersät mit Einschusslöchern – der nahezu gesamte Ladeinhalt eines Sturmgewehrs wurde in wenigen Sekunden abgefeuert.

    Zum Glück wurde niemand verletzt, obwohl sich mehrere Personen im Haus befanden. Doch die Anwohner sind fassungslos: „Das war eine richtige Kriegsszene“, so ein Zeuge.

    Wie konnte ein Streit im Straßenverkehr so eskalieren?

    Laut ersten Ermittlungen begann alles mit einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Ehemann der Politikerin, ihrem Sohn und den Insassen eines anderen Fahrzeugs.

    Doch damit war es nicht getan: Die unbekannten Männer folgten ihnen bis nach Hause. Der Vater der Familie schaffte es zunächst, sie zu vertreiben – doch einige Stunden später kamen sie maskiert und bewaffnet zurück.

    Noch einmal stellte sich der Vater ihnen entgegen – diesmal blieben sie nicht lange. Aber kurz vor 21 Uhr fiel dann die Entscheidung der Angreifer: Sie kehrten zurück und eröffneten das Feuer.

    Polizei nimmt ersten Verdächtigen fest

    Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Ein Tatverdächtiger wurde bereits in Gewahrsam genommen – er ist der Polizei bekannt wegen Drogenhandels.

    Ob es sich um einen gezielten Angriff auf die Kommunalpolitikerin handelt oder die Tat tatsächlich „nur“ auf einen Straßenstreit zurückzuführen ist, bleibt noch offen.

    Ein brutaler Vorfall, der zeigt, wie schnell eine alltägliche Auseinandersetzung in eine lebensbedrohliche Situation umschlagen kann.

    Von C. Hatty

  • Sexistische und sexuelle Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln: Sieben von zehn Frauen betroffen

    Sexistische und sexuelle Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln: Sieben von zehn Frauen betroffen

    Frauen fühlen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln oft unsicher – und das aus gutem Grund. Ein neuer Bericht des Observatoire national des violences faites aux femmes zeigt, dass sieben von zehn Frauen in der Region Paris im Laufe ihres Lebens bereits sexistische oder sexuelle Gewalt in Bussen, Bahnen oder Metros erlebt haben. Besonders junge Frauen sind betroffen.

    Ein alltägliches Problem mit erschreckenden Zahlen

    Blicke, die zu lange verweilen, anzügliche Bemerkungen, sexuelle Belästigung oder gar Übergriffe – viele Frauen empfinden den öffentlichen Nahverkehr als unsicheren Raum. Laut einer Untersuchung der RATP (Pariser Verkehrsbetriebe) aus dem Jahr 2022 haben 90 % der Frauen zwischen 19 und 25 Jahren bereits Übergriffe erlebt.

    Die Formen der Gewalt variieren:

    • 39 % berichten von sexistischen oder sexuellen Beleidigungen.
    • 19 % wurden sexuell belästigt.
    • 15 % wurden sexuell angegriffen.
    • 13 % waren Opfer von Exhibitionismus.
    • 6 % gaben an, dass sie eine Vergewaltigung oder einen Vergewaltigungsversuch erlebt haben.

    Warum gerade öffentliche Verkehrsmittel?

    „In überfüllten Zügen oder Bussen, wo Körper auf engstem Raum zusammengedrängt werden und Fluchtmöglichkeiten fehlen, fühlen sich Täter oft sicher“, erklärt Manon Marguerit, Forscherin für Stadtentwicklung. Besonders häufig treten dabei sogenannte „Frotteure“ und Exhibitionisten in Erscheinung. Doch auch ständige Blicke, sexistische Beleidigungen oder unerwünschte Berührungen hinterlassen tiefe Spuren.

    Kaum Anzeigen – warum schweigen die Opfer?

    Nur 7 % der betroffenen Frauen erstatten Anzeige. Eine Zahl, die zeigt, wie schwer es vielen fällt, sich gegen diese Art von Gewalt zu wehren. Die Gründe dafür sind vielfältig: Angst vor einer erneuten Konfrontation, mangelndes Vertrauen in die Justiz oder schlichtweg die Annahme, dass eine Anzeige ohnehin nichts bewirken würde.

    Laut Innenministerium entfallen rund 3 % aller registrierten sexuellen Übergriffe in Frankreich auf den öffentlichen Nahverkehr – eine Zahl, die seit 2016 konstant bleibt.

    Täter sind fast ausschließlich Männer

    Die Statistik ist eindeutig: 99 % der Verdächtigen sind Männer, während 91 % der Opfer Frauen sind. Besonders betroffen sind Frauen unter 30 Jahren, die 75 % der Opfer ausmachen, und minderjährige Mädchen, die mit 36 % ebenfalls einen alarmierenden Anteil darstellen.

    Die Vorstellung, dass Täter zwanghaft oder psychisch auffällig sein müssen, hält die Forscherin Marguerit für gefährlich:

    „Sexuelle Gewalt im öffentlichen Raum ist kein Ausbruch unkontrollierter Triebe, sondern eine Strategie. Die Täter wissen genau, wann und wo sie handeln können, um unentdeckt zu bleiben.“

    Tatsächlich zeigt die Analyse der gemeldeten Fälle, dass Täter oft bestimmte Uhrzeiten und Orte bevorzugen. 29 % der Angriffe finden nach 19 Uhr statt, aber auch tagsüber gibt es viele Vorfälle:

    • 28 % zwischen 12 und 17 Uhr
    • 20 % zwischen 7 und 12 Uhr
    • 19 % zwischen 17 und 19 Uhr

    Öffentliche Verkehrsmittel während der Stoßzeiten bieten ihnen den Vorteil der Anonymität – die dichte Menschenmenge erlaubt es ihnen, unauffällig zu agieren und schnell wieder zu verschwinden.

    Gewalt als Mittel der Machtdemonstration

    Sexuelle Belästigung ist nicht nur Ausdruck individueller Übergriffe, sondern auch ein Mittel, um Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten.

    „Es geht nicht nur darum, vermeintliche Triebe zu befriedigen – es geht darum, Frauen zu zeigen, dass dieser Raum Männern gehört“, erklärt Raphaël Adamczak, Sozialpsychologe.

    Strategien der Frauen: Unsichtbar bleiben, vermeiden, schützen

    Die ständige Angst vor Belästigung oder Übergriffen beeinflusst das Verhalten vieler Frauen nachhaltig:

    • 68 % kleiden sich in öffentlichen Verkehrsmitteln bewusst anders.
    • 60 % meiden bestimmte Transportmittel, wenn sie denken, dass ihre Kleidung „auffällig“ sein könnte.
    • 83 % stellen sich lieber mit dem Rücken zur Wand oder Tür, um ungewollten Kontakt zu vermeiden.
    • 93 % setzen sich gezielt neben andere Frauen oder Familien, um potenzielle Gefahrensituationen zu umgehen.

    Die psychologischen Folgen sind schwerwiegend:

    • 34 % der Betroffenen empfinden nach einem Vorfall Scham.
    • 26 % fühlen sich traurig oder depressiv.
    • 23 % ziehen sich aus Angst und Frust zurück.
    • 70 % sind wütend über das Erlebte.
    • 60 % wünschen sich dringend Veränderungen.

    Zunehmend Unterstützung durch Mitreisende

    Ein Lichtblick: Immer mehr Menschen schreiten ein, wenn sie Übergriffe beobachten. Während 2016 nur 10 % der Betroffenen Hilfe von Mitreisenden erhielten, waren es 2023 bereits 23 %.

    In den Pariser Verkehrsmitteln fühlen sich vier von fünf Frauen, die sich an das Personal wenden, gut betreut und ernst genommen. Auch die Zahl der offiziellen Meldungen ist um 86 % gestiegen.

    Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit

    Um Frauen besser zu schützen, haben die Verkehrsbetriebe verschiedene Sicherheitsmaßnahmen eingeführt:

    • Informationskampagnen gegen Belästigung und Gewalt
    • Schulungen für das Personal, um Übergriffe schneller zu erkennen
    • Flexiblere Haltemöglichkeiten bei Nacht – auf manchen Buslinien kann man nach 22 Uhr zwischen den regulären Haltestellen aussteigen
    • Anonyme Meldesysteme, um Vorfälle leichter zu dokumentieren
    • Sicherheitsbegehungen mit Fahrgästen, um Angsträume zu identifizieren und zu entschärfen

    Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die tief verwurzelten Probleme zu lösen? Noch ist die Angst für viele Frauen ein ständiger Begleiter in den öffentlichen Verkehrsmitteln – doch zumindest scheint das Bewusstsein für das Problem endlich zu wachsen.

    Catherine H.

  • Paris: Millionenbetrug durch falsche Warenrücksendungen – Sechs Personen angeklagt

    Paris: Millionenbetrug durch falsche Warenrücksendungen – Sechs Personen angeklagt

    Ein groß angelegter Betrug mit fingierten Warenrücksendungen hat in Frankreich zu mehreren Anklagen geführt. Der Schaden soll mehr als 15 Millionen Euro betragen.

    Ein ausgeklügeltes System falscher Rücksendungen

    Sechs Verdächtige wurden am 5. März in Paris wegen des Verdachts auf bandenmäßigen Betrug, Geldwäsche und den Betrieb einer illegalen Online-Plattform angeklagt. Bereits im Februar war eine erste Person in diesem Fall verhaftet worden. Drei der Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft, die anderen drei stehen unter richterlicher Aufsicht. Unter ihnen ist auch ein Pariser Anwalt.

    Der Schaden ist enorm: Allein die Baumarktkette Leroy Merlin soll mit 1,6 Millionen Euro betroffen sein, Amazon mit rund 254.000 Euro. Die genaue Schadenssumme wird noch ermittelt, doch laut Staatsanwaltschaft könnte sie weit über 15 Millionen Euro liegen.

    Ein Telegram-Netzwerk als Schaltzentrale

    Die Ermittlungen begannen mit einer Anzeige der französischen Post am 19. März 2024. Ein Postbote hatte offenbar gefälschte Rücksendungen für mehrere Kunden deklariert. Die Cyber-Sicherheitsabteilung der Post entdeckte daraufhin eine Telegram-Gruppe, die diesen Betrug als „Service“ anbot.

    Die Pariser Staatsanwaltschaft übertrug den Fall der Cybercrime-Abteilung der Polizei von Versailles. Im Februar 2025 wurde schließlich ein Hauptverdächtiger verhaftet, der als Administrator der Telegram-Gruppe galt. Sein Anwalt lehnte bisher jede Stellungnahme ab.

    Ein komplexer Fall mit weitreichenden Folgen

    Wie genau die Betrugsmasche funktionierte, welche weiteren Unternehmen betroffen sind und ob es noch mehr Beteiligte gibt, bleibt Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht: Der Fall „Zulon“, wie ihn die Ermittler nennen, zeigt einmal mehr, wie organisierte Kriminalität digitale Plattformen nutzt, um groß angelegte Betrügereien durchzuführen.

    Autor: C.H.

  • Nicolas Dupont-Aignan: Ein erneuter Anlauf für den Élysée-Palast

    Nicolas Dupont-Aignan: Ein erneuter Anlauf für den Élysée-Palast

    Am 8. März 2025, einen Tag nach seinem 64. Geburtstag, verkündete Nicolas Dupont-Aignan in Yerres (Essonne) seine erneute Kandidatur für das französische Präsidentenamt. Zum vierten Mal in Folge tritt der Vorsitzende von Debout la France (DLF) an – mit dem Versprechen, Frankreichs Unabhängigkeit gegenüber der Europäischen Union wiederherzustellen. Vor seinen Anhängern erklärte er, dass er sich als Kandidat der „Souveränität“, „Freiheit“ und „Frieden“ verstehe. Sein politisches Credo bleibt unverändert: Frankreich müsse wieder Herr über sein eigenes Schicksal werden. Dabei sieht er einen Austritt aus der Europäischen Union, den „Frexit“, lediglich als letztes Mittel. Diese Positionierung erlaubt es ihm, sich von anderen rechtspopulistischen Kräften abzugrenzen, ohne dabei seine Kernwählerschaft zu verlieren. Ein politischer Werdegang zwischen Gaullismus und Nationalismus Dupont-Aignan begann seine Karriere in der traditionellen gaullistischen Rechten. Er war Mitglied des Rassemblement p…

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