Kategorie: Paris, Ile de France

  • Zigarettenschmuggel am Flughafen: Französische Senatorin mit 110 Kartons erwischt

    Zigarettenschmuggel am Flughafen: Französische Senatorin mit 110 Kartons erwischt

    Ein Zwischenfall, der Fragen aufwirft – und das nicht nur juristischer Natur. Am 4. Mai 2025 wurde Annick Petrus, Senatorin der Partei „Les Républicains“ aus dem französischen Überseegebiet Saint-Martin, am Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle von der Zollbehörde mit 110 nicht deklarierten Zigarettenkartons in ihrem Gepäck kontrolliert. Der Warenwert: rund 14.250 Euro. Die Folge: Beschlagnahmung der Ware und ein Bußgeld in Höhe von 4.900 Euro. „Ich wusste nicht, was drin war“ – eine Ausrede oder Realität? Die Senatorin zeigte sich im Nachhinein einsichtig. Laut mehreren übereinstimmenden Medienberichten gab sie die Zollverletzung zu. Sie erklärte, sie habe die Koffer „für eine Bekannte“ transportiert – ein Verhalten, das laut ihrer Aussage in den Antillen nicht unüblich sei. Und genau da liegt das Problem: Was im Alltag vieler Menschen als Gefälligkeit durchgeht, kann an europäischen Flughäfen schnell zur Straftat werden. Ihr Eingeständnis, den Inhalt des Koffers nicht gekannt zu haben, …

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  • Ende der Umweltzonen? Warum Paris gegen den nationalen Rückschritt kämpft

    Ende der Umweltzonen? Warum Paris gegen den nationalen Rückschritt kämpft

    Ein politischer Hammerschlag ging diese Woche durch Frankreich: Die Assemblée nationale (Nationalversammlung) hat am 28. Mai 2025 die sogenannten Zonen à Faibles Émissions (ZFE) gekippt – Umweltzonen, die eigentlich den Schutz der Bevölkerung vor Luftverschmutzung sichern sollten. Die Reaktion der Stadt Paris? Empört, wütend und kämpferisch. Denn für die Hauptstadt ist das mehr als nur ein Rückschlag – es ist eine handfeste Gefahr für die Gesundheit aller. Die Abschaffung dieser Umweltzonen wurde im Rahmen eines Gesetzes zur Vereinfachung durchgesetzt. Unterstützt wurde das Ganze von einer ungewöhnlichen Allianz aus Abgeordneten des Rassemblement National, Les Républicains, La France Insoumise und Teilen der Präsidentenmehrheit. Ein buntes Bündnis mit einem gemeinsamen Nenner: Kritik an den Umweltzonen. Doch was steckt wirklich hinter diesem Aufschrei? Saubere Luft ade? Die ZFE wurden 2019 eingeführt und sollten dafür sorgen, dass besonders schadstoffreiche Fahrzeuge – etwa mit der Pla…

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  • Paris verliert Einwohner – und das nicht zu knapp

    Paris verliert Einwohner – und das nicht zu knapp

    Paris, die Stadt der Liebe, verliert ihren Glanz – zumindest demografisch. Laut den aktuellen Prognosen des französischen Statistikamts Insee wird die Einwohnerzahl der Hauptstadt bis 2040 stetig sinken. Dann sollen nur noch rund 2,064 Millionen Menschen in Paris leben – 82.000 weniger als 2020. Und das ist kein kurzfristiger Trend, sondern Teil einer anhaltenden Entwicklung, deren Ursachen tief verwurzelt sind. Warum kehren die Menschen Paris den Rücken? Die Gründe für den Bevölkerungsrückgang sind vielfältig. Einer der Haupttreiber ist das negative Wanderungssaldo – mehr Menschen verlassen Paris, als neu hinziehen. Aber warum eigentlich? Da ist zunächst die Wohnungskrise. Viele Wohnungen werden inzwischen lieber an Touristen vermietet oder als Zweitwohnsitze genutzt – ein Albtraum für Familien oder Alleinstehende auf Wohnungssuche. Der Wohnraum, der bleibt, ist meist klein und teuer. Vor allem Familien flüchten ins Umland, weil Paris schlicht nicht genug Platz bietet – oder besser ge…

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  • Zwischen Verzweiflung und Hoffnung: Der einsame Kampf einer französischen Großmutter um ihre Familie in Gaza

    Zwischen Verzweiflung und Hoffnung: Der einsame Kampf einer französischen Großmutter um ihre Familie in Gaza

    Wie weit geht eine Großmutter für ihre Enkel? Fatima Kollab kennt die Antwort – sie kämpft seit über eineinhalb Jahren unermüdlich für das Leben ihrer Liebsten, festgehalten in einem der gefährlichsten Gebiete der Welt: dem Gazastreifen. Ihr Fall steht sinnbildlich für das menschliche Drama, das sich tagtäglich im Schatten globaler Politik abspielt.


    Eine Familienbande, die nicht bricht

    Fatima Kollab, eine gebürtige Französin mit algerischen Wurzeln, lebt im französischen Département Essonne. Ihr Herz jedoch hängt an vier ihrer Enkel und deren Mutter – sie sind in Gaza gestrandet, heimatlos, hungrig, verletzt. Eine von Bomben zerschlagene Welt ist ihr einziger Rückzugsort. Der jüngste Enkel, nur noch Haut und Knochen, kämpft mit dem Tod. Ein anderer, schwer krank, wurde zur Behandlung in die Westbank gebracht – allein, ohne Familie, ohne Hilfe.

    Fatima, einst Französischlehrerin in Gaza, kennt das Leben dort – aber nie hätte sie sich vorstellen können, dass sie eines Tages aus der Ferne hilflos zusehen muss, wie ihre Familie ums Überleben ringt. Und dass ihr eigenes Land dabei nur zögerlich reagiert.


    Behörden-Wirrwarr statt Mitgefühl

    Seit Beginn der israelischen Offensive im Oktober 2023 hat Fatima Briefe geschrieben, Petitionen gestartet, gekämpft. An das französische Außenministerium, an Präsident Macron – sie hat alles versucht. Sogar die Justiz hat sie eingeschaltet. Ihr Anwalt, Maître Julien Martin, reichte Klage ein. Eine Antwort kam tatsächlich vom Präsidenten – er bat um die Namen der betroffenen Personen. Danach: Stille.

    Im Mai 2025 folgte der nächste Schlag ins Gesicht: Der französische Staatsrat wies ihren Antrag auf Reisedokumente ab. Die Begründung? Die betroffenen Familienangehörigen seien nicht „besonders“ gefährdet – als ob es im Inferno von Gaza überhaupt noch irgendeinen Schutz gäbe. Fatimas Reaktion: „Sie sagen, das sind nicht meine direkten Kinder – aber ihr Vater ist tot, ihre Großväter auch. Es gibt nur noch ihre Mutter und mich.“

    Was soll man darauf noch sagen?


    Wenn Hilfe Glückssache ist

    Seit dem 1. November 2023 konnten über 260 Menschen Gaza verlassen – französische Staatsbürger, ihre Familien, Mitarbeiter französischer Organisationen. Gut so. Doch es bleibt ein fader Beigeschmack: Warum klappt das bei einigen – und bei anderen nicht?

    Die Antwort scheint in den Details zu liegen: Staatsbürgerschaft, direkte Verwandtschaft, bürokratische Definitionen. Fatimas Enkel passen offenbar nicht ins Raster.

    Ein bisschen wirkt es wie eine Lotterie: Wer hat das Glück, rechtzeitig auf der Liste zu stehen?


    In Frankreich angekommen – aber nicht wirklich sicher

    Die, die es geschafft haben, sind oft noch lange nicht gut versorgt. Organisationen wie France Horizon bemühen sich, Unterkünfte bereitzustellen. Doch Berichte über schimmelnde Wohnungen und verdorbene Lebensmittel werfen ein düsteres Licht auf die Realität. Und viele der Evakuierten harren im ägyptischen Kairo aus – ohne Visum, ohne Perspektive.

    Wie fühlt es sich an, wenn man endlich aus Gaza raus ist – nur um dann in einem anderen bürokratischen Labyrinth steckenzubleiben?


    Der Alltag im Ausnahmezustand

    Währenddessen verschärft sich die Lage in Gaza. Krankenhäuser gibt es kaum noch, Nahrungsmittel sind Mangelware, Bomben fallen weiterhin. Selbst Kinder, die für Behandlungen ins Ausland gebracht wurden, mussten zurück – bevor sie genesen waren. Die Angst ist ständiger Begleiter, der Tod sitzt in jeder Ecke.

    Und mittendrin: Fatimas Familie. Ihre Stimme aus Frankreich wird lauter, verzweifelter – aber sie verhallt scheinbar ungehört.


    Zeit für ein bisschen Menschlichkeit

    Die Geschichte von Fatima Kollab ist mehr als ein persönliches Drama. Sie zeigt auf, wie gnadenlos eine Verwaltung sein kann, wenn sie nur in Akten denkt. Es geht nicht um Zahlen, Pässe oder Paragrafen – es geht um Menschen. Um Großmütter, Mütter, Kinder.

    Muss erst etwas Unwiderrufliches passieren, bevor gehandelt wird?

    Frankreich rühmt sich seiner humanitären Traditionen. Doch diese Tradition verlangt auch, dass man nicht wegschaut – vor allem dann nicht, wenn es unbequem wird.

    Fatima will nichts Unmögliches. Sie will nur ihre Familie in Sicherheit wissen. Und mit ihr hoffen viele andere.

    Von Andreas M. Brucker

  • Weniger Lärm, flüssiger Verkehr: Wie die neue Spur mit der Raute den Pariser Périphérique verändert

    Weniger Lärm, flüssiger Verkehr: Wie die neue Spur mit der Raute den Pariser Périphérique verändert

    Seit März 2025 weht ein frischer Wind über den Pariser Périphérique. Eine simple Maßnahme sorgt für spürbare Veränderungen – die Einführung einer Covoiturage-Spur, exklusiv reserviert für Fahrzeuge mit mindestens zwei Insassen, öffentliche Verkehrsmittel, Taxis, Rettungsfahrzeuge und Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

    Und siehe da: Die ersten Resultate lassen aufhorchen.

    Ein neues Kapitel für den Stadtverkehr

    Wer täglich über den Périphérique pendelt, kennt das Szenario: Stop-and-go, Hupkonzerte und ein konstanter Geräuschpegel. Doch seit dem 3. März 2025 hat sich das Bild zumindest in den Stoßzeiten verändert. Zwischen 7:00 und 10:30 Uhr sowie zwischen 16:00 und 20:00 Uhr ist die linke Spur nun ausschließlich bestimmten Fahrzeugen vorbehalten – und das zeigt Wirkung.

    Eine aktuelle Untersuchung des Atelier parisien d’urbanisme (Apur) offenbart: 16 Prozent weniger Staus und ein Rückgang der Lärmbelastung um 2 Dezibel. Was auf dem Papier nach wenig klingt, bedeutet in der Realität: deutlich spürbare Entlastung für Anwohner und Fahrer.

    Vom Olympiaprojekt zur Dauereinrichtung?

    Ursprünglich als Maßnahme im Rahmen der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele gedacht, entpuppt sich die neue Spur als echter Hoffnungsträger. Das Ziel ist klar: den Individualverkehr zu reduzieren und Fahrgemeinschaften sowie öffentliche Verkehrsmittel zu fördern. Eine Art sanfter Zwang, der das Verkehrsverhalten der Pariserinnen und Pariser in neue Bahnen lenken soll.

    Dabei spielt auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h, eingeführt im Oktober 2024, eine entscheidende Rolle. Weniger Tempo bedeutet nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch flüssigeren Verkehr – eine Art „kollektives Durchatmen“ für alle, die sich täglich durch den urbanen Verkehrsdschungel kämpfen.

    Skepsis auf dem Fahrersitz

    Natürlich sind nicht alle begeistert. Manche Autofahrer, befragt von dem TV-Sender BFM Paris Île-de-France, fühlen sich trotz der Maßnahmen weiter im Dauerstau gefangen. Besonders Berufspendler mit festen Fahrzeiten beklagen Einschränkungen. Andere wiederum loben die Umweltvorteile, kritisieren jedoch die unzureichende Kommunikation über die Regelungen.

    Ein klassisches Dilemma: Veränderung braucht Zeit – und Geduld. Doch ist es nicht oft so, dass echte Fortschritte erst dann spürbar werden, wenn der erste Widerstand überwunden ist?

    Vision für ein neues Miteinander auf der Straße

    Die Stadt Paris denkt bereits einen Schritt weiter. Der Périphérique soll langfristig nicht nur eine Straße sein, sondern ein „urbaner Boulevard“ – ein Lebensraum mit reduzierter Autodichte, mehr Platz für Radfahrer, Fußgänger und öffentlichen Nahverkehr. Das klingt ambitioniert, vielleicht sogar utopisch. Aber ist nicht gerade in solchen Visionen die Kraft für echten Wandel zu finden?

    Die neue Covoiturage-Spur ist dabei mehr als ein symbolischer Anfang. Sie ist ein Testfeld – für eine Stadt, die sich langsam aber sicher von der Dominanz des Autos verabschieden will. Eine Stadt, die verstanden hat, dass Mobilität mehr bedeutet als Blech auf Asphalt.

    Kleine Umstellungen, große Wirkung

    Dass Veränderungen im Mobilitätsverhalten möglich sind, zeigt dieses Projekt eindrucksvoll. Mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen wurde ein Prozess in Gang gesetzt, der langfristig zu einer deutlich höheren Lebensqualität führen könnte. Weniger Lärm, bessere Luft, weniger Stress – klingt doch fast zu schön, um wahr zu sein?

    Und dennoch: Die Zahlen sprechen für sich. Wenn die Akzeptanz steigt und die Kommunikation verbessert wird, könnte die Pariser Lösung bald Vorbild für andere Metropolen werden.

    Was bleibt?

    Verkehrspolitik ist oft ein Minenfeld voller Kompromisse und gegensätzlicher Interessen. Doch gerade im Fall der Covoiturage-Spur zeigt sich: Es gibt Mittel und Wege, den urbanen Verkehr gerechter, leiser und effizienter zu gestalten.

    Klar, ganz ohne Reibung geht das nicht. Doch die ersten Schritte sind gemacht – und sie führen in eine Richtung, die den Périphérique vielleicht eines Tages zu einem Ort macht, an dem nicht nur Autos, sondern auch Ideen von morgen rollen.

    Von Andreas M. B.

  • Der letzte Patriarch der Pariser Rechten – Jean Tiberi ist tot

    Der letzte Patriarch der Pariser Rechten – Jean Tiberi ist tot

    Jean Tiberi, ehemaliger Bürgermeister von Paris und Symbolfigur der konservativen Hauptstadtpolitik, ist am 27. Mai 2025 im Alter von 90 Jahren gestorben. Mit ihm endet ein Kapitel der Pariser Geschichte – eines, das von ehrgeizigen städtebaulichen Visionen, langjähriger Macht und nicht zuletzt von dunklen Schatten geprägt war. Geboren am 30. Januar 1935 in Paris, mit korsischen Wurzeln, hat Tiberi über ein halbes Jahrhundert lang die politische Bühne der französischen Hauptstadt mitgestaltet. Eine Ära, die vielen bis heute in Erinnerung geblieben ist – aus den unterschiedlichsten Gründen. Der Aufstieg eines Urgesteins Alles beginnt 1965. Damals betritt der junge Jean Tiberi das Pariser Rathaus als Mitglied des Gemeinderats. Schon drei Jahre später wird er Abgeordneter – ein Mandat, das er unglaubliche 44 Jahre lang hält. Kaum jemand kennt sich mit den politischen Mechanismen des Landes so gut aus wie er. Enge Verbindungen zum späteren Staatspräsidenten Jacques Chirac ebnen Tiberi schl…

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  • Taxi-Streik droht Roland-Garros zu lähmen – Tennis trifft auf Protest

    Taxi-Streik droht Roland-Garros zu lähmen – Tennis trifft auf Protest

    Gerade wenn die Bälle in Roland-Garros wieder über den Sandplatz fliegen sollen, braut sich in Paris ein ganz anderes Duell zusammen – nicht auf dem Court, sondern davor. Seit Tagen streiken französische Taxifahrer. Jetzt rückt das berühmte Tennisturnier ins Visier des Protests. Die Stimmung? Angespannt. Die Botschaft? Unmissverständlich. Worum geht’s überhaupt? Am 19. Mai begann der Streik – leise, fast unauffällig. Doch innerhalb weniger Tage hat sich daraus ein lautstarker Aufschrei entwickelt, der nun nicht nur Paris, sondern auch Städte wie Marseille und Perpignan erfasst hat. Der Auslöser: eine geplante Reform des Transportsystems für Patienten. Ab Oktober soll eine neue Tarifregelung in Kraft treten, bei der die Krankenkasse nur noch eine Pauschale von 13 Euro übernimmt, zuzüglich eines Kilometerpreises. Für viele Taxiunternehmen bedeutet das: rote Zahlen. Denn von den insgesamt 6,74 Milliarden Euro, die 2024 für Krankentransporte ausgegeben wurden, entfielen mehr als 3 Milliard…

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  • Die „Opa-Gangster“ und der Millionenraub – Kim Kardashians Aggressoren verurteilt

    Die „Opa-Gangster“ und der Millionenraub – Kim Kardashians Aggressoren verurteilt

    Fast ein Jahrzehnt nach dem spektakulären Überfall auf Kim Kardashian in einem Pariser Luxusapartment ist nun dieses Kapitel vor Gericht zu Ende gegangen. Acht von zehn Angeklagten wurden schuldig gesprochen – doch ins Gefängnis muss keiner von ihnen zurück. Was wie ein Krimi aus einem Hollywood-Drehbuch klingt, wirft tiefgehende Fragen über unser Rechtssystem auf.

    Rückblick auf einen Schockmoment

    Der 3. Oktober 2016. Paris, Fashion Week. Kim Kardashian, eine der bekanntesten Frauen der Welt, wird in ihrer Residenz Opfer eines Raubüberfalls. Die Täter: maskiert, bewaffnet, als Polizisten verkleidet. Sie dringen ins Gebäude ein, fesseln Kardashian und rauben Schmuck im Wert von rund 9 Millionen Euro. Bis heute fehlt von der Beute fast jede Spur.

    Was bleibt, sind tiefe seelische Narben. Kardashian selbst nennt es die schrecklichste Erfahrung ihres Lebens. Und wer will es ihr verdenken?

    Urteil mit Fragezeichen

    Jetzt, neun Jahre später, hat ein Pariser Gericht das Urteil gesprochen. Die acht Verurteilten – allesamt im Rentenalter, gesundheitlich angeschlagen und teils schwer erkrankt – erhielten Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren. Doch aufgrund der langen Untersuchungshaft und medizinischer Gründe müssen sie nicht zurück ins Gefängnis. Für viele klingt das wie ein schlechter Witz.

    Aomar Aït Khedache, der mutmaßliche Drahtzieher, bekommt acht Jahre – davon fünf auf Bewährung. Auch seine Mitstreiter, darunter Yunice Abbas (72, Parkinson, Herz-OP) und Didier Dubreucq (69, Lungenkrebs), bleiben frei.

    Gerechtigkeit oder Gnade?

    Die Urteilsbegründung ist ein Balanceakt zwischen Recht und Menschlichkeit. Die Richter berücksichtigten Alter, Gesundheitszustand und Reue. Aber ist das gerecht gegenüber dem Opfer? Kardashian zeigte sich öffentlich zufrieden mit dem Ausgang – vielleicht aus Erleichterung, endlich einen Abschluss zu finden. Aber in vielen Köpfen bleibt ein bitterer Nachgeschmack.

    Müssen Straftäter einfach nur alt genug werden, um einer wirklichen Strafe zu entgehen?

    Die „Opa-Gangster“ und der Wandel der Kriminalität

    Die Medien tauften die Gruppe schnell als „Opa-Gangster“. Ein kurioses Bild: Senioren, die ein perfekt organisiertes Verbrechen durchziehen. Doch dahinter steckt mehr als nur ein skurriler Spitzname. Die Täter wussten genau, was sie taten. Der Überfall war minutiös geplant, das Ziel bewusst gewählt – Kim Kardashian, Symbol des modernen Reichtums, mit Millionenwerten an Schmuck öffentlich zur Schau gestellt.

    Ein Symbol für das goldene Zeitalter der Promi-Exzesse, aber auch für deren Verwundbarkeit.

    Nachwirkungen – auch im Netz

    Nach dem Überfall änderte sich vieles für Kardashian. Sie zog sich zeitweise aus der Öffentlichkeit zurück, zeigte weniger Privates, reduzierte ihre Social-Media-Aktivitäten. Ein Weckruf – nicht nur für sie, sondern für eine ganze Branche, die vom Teilen lebt.

    Denn was man teilt, kann auch Ziel werden.

    Gesellschaftliche Debatte: Wie gehen wir mit kranken Straftätern um?

    Das Urteil regt zu einer grundsätzlichen Debatte an: Wie viel Milde verträgt ein Rechtsstaat? Wo liegt die Grenze zwischen Gnade und Konsequenz? Die Antwort ist nicht einfach. Gerade im Fall von älteren oder kranken Tätern steht das Rechtssystem vor einem Dilemma – menschlich bleiben oder Gerechtigkeit durchsetzen?

    Ein Patentrezept gibt es nicht. Doch eines ist klar: Solche Urteile werfen Schatten auf das Vertrauen in den Rechtsstaat.

    Und was wurde aus der Beute?

    Die Krönung dieser absurden Geschichte: Der größte Teil der Beute – weg. Spurlos verschwunden. Ein Millionenraub, der wie aus einem Heist-Movie wirkt, bleibt also nicht nur juristisch, sondern auch materiell unvollendet. Die Täter sind verurteilt, doch das Geld – es bleibt irgendwo da draußen.

    Der Fall Kardashian in Paris ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich unser Umgang mit Verbrechen, Prominenz und öffentlicher Wahrnehmung verändert hat. Er zeigt, dass Gerechtigkeit nicht immer bedeutet, dass jemand hinter Gitter muss. Und dass ein Trauma noch Jahre später nachhallen kann – ganz gleich, wie glamourös das Leben auf Instagram erscheint.

    Von Daniel Ivers

  • „Papys braqueurs“ vor Gericht – Spektakulärer Raub bei Kim Kardashian lässt hohe Haftstrafen erwarten

    „Papys braqueurs“ vor Gericht – Spektakulärer Raub bei Kim Kardashian lässt hohe Haftstrafen erwarten

    Der Prozess rund um den legendären Überfall auf Kim Kardashian in einem Pariser Luxushotel hat einen Höhepunkt erreicht: Am Mittwoch, den 21. Mai 2025, forderte die Staatsanwaltschaft harte Strafen für die mutmaßlichen Drahtzieher – allen voran Aomar Aït Khedache, 69 Jahre alt, angeblich der Kopf hinter dem spektakulären Coup. Ein Überfall wie aus einem Hollywood-Streifen Es war die Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2016 – Paris im Glanz der Fashion Week. Inmitten der Glitzerwelt: Fünf bewaffnete Männer mit Masken drangen in die Hotelsuite von Kim Kardashian ein, fesselten sie und raubten Schmuck im Wert von rund 9 Millionen Euro. Darunter eine Verlobungsring im Wert von 3,5 Millionen – ein glitzerndes Symbol, das über Nacht verschwand. Die Täter wussten genau, was sie taten. Sie hatten Insiderinformationen, kannten die Wege von Kardashian, ihre Routine. Ein klar geplanter Coup – nicht etwa ein spontaner Einbruch. „Omar der Alte“ – ein Routinier unter Verdacht Im Zentrum des Prozesses st…

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  • Skandal um Ausländer-Liste in Seine-Saint-Denis – Gericht stoppt umstrittene Anweisung

    Skandal um Ausländer-Liste in Seine-Saint-Denis – Gericht stoppt umstrittene Anweisung

    Ein kleiner Paragraf, eine große Welle: Am 20. Mai 2025 hat das Verwaltungsgericht Montreuil eine aufsehenerregende Entscheidung getroffen. Es setzte in einem Eilverfahren eine Anweisung der Präfektur des Departements Seine-Saint-Denis außer Kraft – eine Anweisung, die nichts Geringeres vorsah als die systematische Meldung von Ausländern mit rechtmäßigem Aufenthaltsstatus, wenn sie sich in Polizeigewahrsam befinden. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Menschenrechtsorganisationen wie die Ligue des droits de l’homme hatten Alarm geschlagen – mit Erfolg. Ein rechtlicher Dämpfer für die Präfektur Die richterliche Entscheidung basiert auf ernsthaften Zweifeln an der Legalität der Anordnung. Besonders heikel: Die Anweisung könnte die Zuständigkeiten des Pariser Polizeipräfekten verletzen. Doch nicht nur die Zuständigkeiten standen zur Debatte – auch die Grundrechte. In der Entscheidung ordnete das Gericht an, dass bereits durchgeführte Meldungen unter Verschluss genommen werd…

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