Kategorie: Paris, Ile de France

  • 14. Juli: Viele Städte sagen das traditionelle Feuerwerk ab

    14. Juli: Viele Städte sagen das traditionelle Feuerwerk ab

    Zwei Wochen nach den gewalttätigen Ausschreitungen nach dem Tod des 17-jährigen Nahel häufen sich die Absagen der traditionellen Feuerwerke zum französischen Nationalfeiertag. Viele Städte wollen große Menschenansammlungen vermeiden. Zerbrochene Fensterscheiben und ein teilweise abgebrannter Festsaal: Das ist die Bilanz zwei Wochen nach den Unruhen in Mons-en-Barœul (Nordfrankreich). Der Bürgermeister traf jetzt die radikale Entscheidung, das Feuerwerk zum 14. Juli in der Gemeinde abzusagen. „Die Feuerwerkskörper waren eines der verheerenden Instrumente dieser Unruhen, also werden wir auf dieses Feuerwerk verzichten. Wir haben auch die Befürchtung, dass einige die Gelegenheit nutzen könnten, um am Abend des 13. Juli erneut zu zündeln“, so Rudy Elegeest, Bürgermeister von Mons-en-Barœul. Eine Entscheidung, die von den Einwohnern getragen wird Die Entscheidung wird von den Einwohnern verstanden und getragen. „Wir verstehen das Rathaus, da so viel Schaden angerichtet wurde“, sagt ein Anwo…

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  • Demonstration gegen Polizeigewalt am Samstag in Paris wurde verboten

    Demonstration gegen Polizeigewalt am Samstag in Paris wurde verboten

    Alle anderen „Demonstrationen, die in direktem Zusammenhang mit den Unruhen stehen“, sind ebenfalls bis einschliesslich Samstag verboten, gab der französische Innenminister Darmanin bekannt. Die für Samstag, den 15. Juli, in Paris geplante Demonstration gegen Polizeigewalt wird verboten, wie Gérald Darmanin am Mittwoch ankündigte. „Jede Demonstration, die in direktem Zusammenhang mit den Unruhen steht, ist bis einschliesslich Samstag verboten und muss zu anderen späteren Terminen durchgeführt werden“, erklärte der Innenminister auf einer Pressekonferenz. „Aus Gründen der Ausgewogenheit“ wurde auch eine Demonstration von Polizisten zur Unterstützung ihres Kollegen aus Nanterre verboten, gegen den nach dem Tod ds 17-jährigen Nahel wegen „vorsätzlicher Tötung“ ermittelt wird. Die als links eingestuften Verbände, Gewerkschaften und politischen Parteien (darunter LFI, EELV, CGT und Solidaires), die die „Bürgermärsche“ gegen Polizeigewalt initiiert haben, riefen dennoch für Samstag zu einer „breiten Mobilisierung“ gegen Polizeigewalt auf dem Place de la République in Paris auf. Trotz eines Verbots der Polizeipräfektur versammelten sich am 8. Juli rund 2.000 Menschen zum Gedenken an Adama Traoré, der kurz nach seiner Festnahme durch Gendarmen im Juli 2016 gestorben war. Die Versammlung war von der gewaltsamen Festnahme von Youssouf, dem Bruder von Adama Traoré, geprägt, den die Polizei beschuldigt, einer Kommissarin „einen Schlag versetzt“ zu haben.
  • Tod des Schriftstellers Milan Kundera, Autor von „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“

    Tod des Schriftstellers Milan Kundera, Autor von „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“

    Der tschechisch-französische Autor Milan Kundera bekam 2001 den großen Literaturpreis der Académie française für sein Gesamtwerk. Ein heiliges Monster der Literatur ist tot. Der französisch-tschechische Autor Milan Kundera starb im Alter von 94 Jahren, wie am Mittwoch, dem 12. Juli, bekannt wurde. E…

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  • Polizei verhaftet Betrunkenen – er ist ein gesuchter Mordverdächtiger

    Polizei verhaftet Betrunkenen – er ist ein gesuchter Mordverdächtiger

    Der am Montagmorgen im Norden von Paris festgenommene Mann wurde bei seiner Ankunft auf der Polizeiwache als ein zur Fahndung ausgeschriebener Täter erkannt, der im März in Paris einen Mord begangen haben soll.

    Ein Mann, der am Sonntag wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen worden war, wurde bei seiner Ankunft auf der Polizeiwache als gesuchter Täter eines im März in Paris begangenen Mordes erkannt, wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag, dem 10. Juli, aus polizeilichen Quellen erfuhr.

    Der im Morgengrauen im Norden der Hauptstadt festgenommene Mann, der wegen Beleidigung und Fahrens ohne Führerschein angeklagt werden sollte, wurde laut einer Polizeiquelle zunächst den ganzen Vormittag über medizinisch untersucht, um festzustellen, ob sein Gesundheitszustand mit einem Polizeigewahrsam vereinbar war.

    „Ich war es, der den kleinen Samir auf dem Parkplatz getötet hat“.
    Als er am Mittag nach der Untersuchung in die Polizeistation des 18. Arrondissements von Paris zurückkehrte, erkannte ihn der Polizist am Empfang als einen wegen Mordes gesuchten Mann namens Kamel, eine andere Identität als die, die der Mann zunächst der Kriminalpolizei angegeben hatte. Bevor der Verdächtige in seine Zelle gesperrt wurde, soll er einem anderen Polizisten gesagt haben: „Ich bin derjenige, der den kleinen Samir auf dem Parkplatz getötet hat…. Sie haben gut daran getan, mich zu schnappen, ich hatte die Nase voll“.

    Der Mann bezog sich dabei auf einen Totschlag, der sich im März 2023 in einer Tiefgarage in Goutte-d’Or, einem beliebten Viertel im 18. Arrondissement von Paris, ereignet hatte. Der Schädel des Opfers (Samir) war „mit einem Helm“ zertrümmert worden.

    Die Ermittlungen der Pariser Kriminalpolizei führten auf die Spur von zwei Brüdern. Der ältere Bruder stellte sich bereits am 17. April, gab seine Beteiligung an dem Totschlag zu und wurde angeklagt und anschließend in Untersuchungshaft genommen. Die Tat war möglicherweise Rache für die Beteiligung des Opfers an einem Einbruch in das Haus der Eltern der Täter vor mehreren Jahren, ohne dass dies jedoch in diesem Stadium von den Ermittlern bestätigt werden konnte.

  • Frankreich: Frau kehrt aus dem Urlaub zurück und entdeckt in ihrer Küche eine eingemauerte Leiche

    Frankreich: Frau kehrt aus dem Urlaub zurück und entdeckt in ihrer Küche eine eingemauerte Leiche

    Eine Frau machte eine grausige Entdeckung, als sie nach mehreren Monaten Abwesenheit nach Hause zurückkehrte.

    Als eine Frau am Sonntagmittag in ihre Wohnung in Livry-Gargan im Département Seine-Saint-Denis zurückkehrte, stellte sie fest, dass in ihrer Abwesenheit eine neue Mauer in ihrer Küche errichtet worden war. Der französische Fernsehsender BFMTV berichtet, dass zahlreiche Fliegen um die Mauer schwirrten und ein starker Bleichmittelgeruch herrschte.

    Die Frau alarmierte daraufhin die Polizei, die dann vor Ort die Mauer öffnete. Die Polizisten entdeckten eine große Anzahl Insekten und eine mit einer Decke bedeckte Gestalt. Als die Mauer komplett niedergerissen war, kam die Leiche eines Mannes in Fötusstellung zum Vorschein.

    Die Kriminalpolizei von Seine-Saint-Denis hat Ermittlungen aufgenommen. Eine Autopsie soll durchgeführt werden, um den Mann zu identifizieren und die Todesursache zu klären. Die Ermittler versuchen außerdem, das Paar ausfindig zu machen, das während der Abwesenheit der Besitzerin den Wohnungsschlüssel hatte.

    Der Sender BFMTV berichtet, dass die Besitzerin der Wohnung mehrere Monate abwesend war. Sie war nach Algerien gereist und hatte einem Ehepaar die Schlüssel zu ihrer Wohnung anvertraut. Der Ehemann, ein Maurer, sollte dort Reparaturarbeiten durchführen.

  • Trockenheit des Bodens: Häuser in der Île-de-France bekommen immer häufiger Risse

    Trockenheit des Bodens: Häuser in der Île-de-France bekommen immer häufiger Risse

    Aufgrund der Trockenheit der Böden sind die Häuser in der Île-de-France zunehmend anfällig für Risse. Schuld daran ist die Bewegung der Erde unter den Häusern. 

    Einige Schäden sind schon vor 20 Jahren aufgetreten. Andere erst vor wenigen Monaten. Aurélien Simonot, ein Bewohner von Pré-Saint-Gervais (Seine-Saint-Denis), hat zwar versucht, die Risse abzudichten, aber sie haben sich wieder geöffnet. Eine beunruhigende Situation für den Bewohner, der um die Stabilität seines Hauses fürchtet. „Ich habe einen Ingenieur kommen lassen, der uns versichert hat, dass das Haus nicht einsturzgefährdet ist“, sagt der Hausbesitzer auf dem Sender France 2. Sein Haus wurde auf einem lehmhaltigen Boden gebaut und ist Opfer des Schwund- und Quellphänomens.

    1,15 Millionen Häuser betroffen
    Während der Trockenperioden ziehen sich die Böden zusammen. Bei Regen quellen sie dann auf und verursachen Risse in den Gebäuden. Einer aktuellen Studie zufolge sind in der Region Île-de-France etwa 1,15 Millionen Häuser betroffen. In sechs Gemeinden, darunter Le Pré-Saint-Gervais, sind 100 % der Einfamilienhäuser gefährdet. Mit der globalen Erwärmung werden immer mehr Bewohner betroffen sein und oft zu kostspieligen Reparaturarbeiten gezwungen werden. Um den Untergrund zu verfestigen, bietet eine Firma Injektionen von Harz unter die Bodenplatte des Hauses an. In der Region Paris sind mehr als drei Viertel der Böden vom diesem Risiko des der trockenheitsbedingten Bodenbewegungen betroffen, landesweit betrifft es immerhin die Hälfte der Böden.

  • Tod von Nahel: Anwalt der Familie prangert erneut Lügen des Polizisten an

    Tod von Nahel: Anwalt der Familie prangert erneut Lügen des Polizisten an

    Nach Nahels Tod wurde auf einem Polizeieinsatzformular vermerkt, dass das Opfer versucht habe, einen Polizisten zu rammen, während gleichzeitig ein Video diese Version widerlegte. Wenn der Beamte „notiert, dass ein Fahrzeug versucht hat, einen Polizisten zu töten, ist diese Information meiner Meinung nach wichtig genug, um sich nicht irren zu dürfen“, betont der Anwalt von Nahels Familie am Donnerstag.

    Rechtsanwalt Yassine Bouzrou, Anwalt der Familie von Nahel, prangerte am Donnerstag, dem 6. Juli, auf dem Sender Franceinfo erneut einen Einsatzbericht der Polizei an, „der wahrheitswidrig angibt, dass Nahel am Dienstag, dem 27. Juni, in Nanterre im Departement Hauts-de-Seine versucht hat, einen Polizisten zu rammen, indem er auf ihn zugefahren ist“. Die Familie reichte Klage wegen Urkundenfälschung ein. Ein Amateurvideo, das kurz nach der Tat in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, scheint das Gegenteil zu beweisen. „Wenn es kein Video gegeben hätte, um dieses Dokument zu widerlegen, hätte der Staatsanwalt entschieden, dass der Schuss des Polizisten vorschriftsmäßig war und somit hätte es nicht einmal eine Untersuchung gegeben“, erklärte der Anwalt.

    Es gibt ein von einem Polizisten verfasstes Dokument, in dem offenbar wahrheitswidrig angegeben wird, dass der 17-jährige Nahel versucht habe, einen Polizisten zu rammen, indem er auf ihn zufuhr. Diese Information wird in einem Dokument festgestellt, das in von einem Polizisten unterzeichnet wurde. Deshalb geht der Anwalt von Nahels Familie davon aus, dass dieses Dokument eine Fälschung darstellt, da die darin enthaltenen Informationen schlichtweg gelogen seien. Auf der Grundlage der falschen Information hatte der Staatsanwalt der Stadt Nanterre zunächst beschlossen, Ermittlungen gegen den inzwischen verstorbene Nahel wegen versuchten Mordes an einem Polizisten einzuleiten. Nach Aussage des Anwalts war es ein anderer, unbeteiligter Polizist, der den Einsatzbericht verfasst hatte – auf der Grundlage von Informationen, die ihm von den Polizisten gegeben wurden, die tatsächlich an der fatalen Verkehrskontrolle beteiligt waren.

    Der Polizist, der die Einsatzprotokolle schreibt, hört über Funk die Polizisten ab, die im Einsatz sind. Er verlässt sich dabei gänzlich auf die Meldungen der Polizisten, vor Ort. Diese wissen ganz genau, dass auf der Grundlage ihrer Informationen ein Protokoll ausgefüllt wird. Dieses Dokument ist anschließend von großer Bedeutung, denn es veranlasst nicht nur den Staatsanwalt, eine Untersuchung einzuleiten, sondern, vor allem im Fall Nahel hätten die Ermittlungen auf Grund des Protokolls den Polizisten, der geschossen hat, entlastet.

    Rechtsanwalt Yassine Bouzrou, Anwalt der Familie von Nahel, bekräftigt: „Der Beamte, der das Dokument ausfüllt, ist ein Profi. Wenn er notiert, dass ein Fahrzeug versucht hat, einen Polizisten zu rammen und zu töten, ist die Information meiner Meinung nach wichtig genug, um keinen Fehler zu machen.“

  • Unruhen in Frankreich: Emmanuel Macron will eventuell die sozialen Netzwerke „abschalten“

    Unruhen in Frankreich: Emmanuel Macron will eventuell die sozialen Netzwerke „abschalten“

    Vor den von den Unruhen betroffenen Bürgermeistern, mit denen der Staatschef am Dienstag, dem 4. Juli, im Elysée-Palast sprach, stellte Emmanuel Macron die Möglichkeit einer Schließung der sozialen Netzwerke in Aussicht, da diese in seinen Augen die Gewalttätigkeiten verstärkten. Werden sozialen Netzwerke, die von der französischen Regierung beschuldigt werden, die Spannungen im Zusammenhang mit dem Tod des jungen Nahel zu verstärken, bei Unruhen zeitweise „abgeschaltet“? Während die Idee die Linke bereits in Rage bringt, skizzierte Emmanuel Macron am Dienstag, dem 4. Juli, im Elysée-Palast in Anwesenheit von Bürgermeistern, die Opfer der Unruhen geworden waren, die Umrisse einer solchen Maßnahme. „Wir müssen über die Nutzung sozialer Netzwerke unter der Jugend nachdenken. […] Über Verbote, die wir aufstellen müssen. […] Und wenn die Dinge eskalieren, muss man sich vielleicht in die Lage versetzen, sie zu regulieren oder sogar abzuschalten. Das darf man aber auf keinen Fall im Eife…

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  • Unruhen in Freankreich: Macron kündigt Notstandsgesetz zur Beschleunigung des Wiederaufbaus an

    Unruhen in Freankreich: Macron kündigt Notstandsgesetz zur Beschleunigung des Wiederaufbaus an

    Bei seinem Treffen mit rund 250 Bürgermeistern der Städte, die in den letzten Tagen von den Unruhen betroffen waren, kündigte der Staatschef an, dass ein Notstandsgesetz eingebracht werden soll, um die Reparaturen der zerstörten Gebäude, Verkehrsmittel und Stadtmobiliar zu beschleunigen. Emmanuel Macron kündigte am Dienstag vor Bürgermeistern von Städten, die in der letzten Woche von den Unruhen betroffen waren, einen Entwurf für ein „Notstandsgesetz“ an, um die Reparaturen nach den Zerstörungen, die sich gegen Gebäude, Stadtmobiliar und Verkehrsmittel richteten, zu beschleunigen. „Wir haben ein Problem mit den Fristen. Wir werden ein Notstandsgesetz vorlegen, um die Fristen zu umgehen, ein beschleunigtes Verfahren zu haben, um schnell wieder aufbauen zu können“, sagte der Staatschef auf dem Treffen mit den Bürgermeistern. Der Präsident versprach auch eine Begleitung der Gebietskörperschaften, um die kaputten Videoüberwachungsgeräte „sehr schnell reparieren zu können“, sowie finanziell…

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  • Tod von Nahel: „Ein Verrückter, er hat geschossen“… die letzten Worte des Teenagers

    Tod von Nahel: „Ein Verrückter, er hat geschossen“… die letzten Worte des Teenagers

    Der Beifahrer, der sich im Fahrzeug des 17-jährigen Nahel befand, sprach jetzt über das schreckliche Drama, das sich am Dienstag, dem 27. Juni ereignet hat. Er beschreibt die letzten Momente des jungen Nahel.

    Am Montag, dem 3. Juli, berichtete der dritte Mitfahrer auf der Rückbank des gelben Mercedes, den der junge Nahel steuerte, über den Tod des 17-Jährigen am 27. Juni dieses Jahres. Der gerade 14 Jahre alt gewordene Beifahrer – mit Spitznamen Adam – wurde in Polizeigewahrsam genommen und von den Polizeikräften befragt.

    Der junge Mann verfasste daraufhin einen Brief, der an die Zeitung Le Parisien gerichtet war. Es ist Adams Vater, der den Journalisten diesen Brief übergab. In diesem Schreiben berichtet der junge Beifahrer über die letzten Momente von Nahel, der bei einer Verkehrskontrolle in Nanterre, einem Vorort von Paris, von einem Polizisten aus nächster Nähe erschossen wurde. Der 14-jährige Junge erklärte, dass er an diesem Tag auf dem Weg zum Collège war, um eine Prüfung abzulegen. Auf dem Weg traf er Nahel, der einen gelben Mercedes fuhr: Dieser bot ihm an, ihn mit dem Auto zu seiner Prüfung zu fahren. „Mein Sohn wusste nicht, dass Nahel keinen Führerschein hatte und dass er noch minderjährig war“, erklärte Adams Vater gegenüber Le Parisien. Der Schüler setzte sich auf den Rücksitz des Fahrzeugs, da der Beifahrersitz von einem anderen Freund Nahels besetzt war.

    „Er ist ein Verrückter, er hat geschossen“
    Das Fahrzeug wird kurz darauf von Polizisten für eine Kontrolle angehalten. Zwei Polizisten, die der Abteilung öffentliche Ordnung und Verkehr (DOPC) angehören, forderten Nahel auf, den Motor des Fahrzeugs auszuschalten. „Nahel wollte nicht anhalten“, berichtet Adam in seinem Brief. Der gelbe Mercedes lieferte sich daraufhin eine Verfolgungsjagd durch die Straßen von Nanterre. Schließlich blieb das Fahrzeug in einem Verkehrsstau stehen. Die beiden Polizisten postierten sich auf Höhe der linken Vordertür neben dem Fenster von Nahel.

    „Die Polizisten […] richteten ihre Waffen auf Nahel“, berichtet Adam weiter. Laut dem 14-Jährigen erhielt Nahel „drei Schläge“ und versuchte, „seinen Kopf zu schützen“. Der Schüler behauptet, dass einer der Polizisten Nahel gewarnt habe, „dass er ihm eine Kugel in den Kopf schießen würde“. In seinem Schreiben erklärt Adam, dass Nahels Fuß „wahrscheinlich aus Panik die Bremse losgelassen hat, als er versuchte, sich zu schützen“. Das Auto mit Automatikgetriebe „fuhr von selbst weiter“. Laut Adam hat einer der Polizisten „seinem Kollegen gesagt, er solle schießen. Dann ging der Schuss los“. Der Junge schreibt, er habe in dem Moment nicht verstanden, dass sein Freund getroffen wurde: „Nahel, nachdem er die Kugel abbekommen hatte, sagte er: Das ist ein Verrückter, er hat geschossen“. Das Fahrzeug beschleunigte daraufhin „schlagartig“ und prallte gegen Straßenmobiliar. Nahel lag regungslos in seinem Sitz: „Es gab kein Blut, aber er war auf die Seite geneigt“, beschreibt Adam.

    Der Schüler versucht daraufhin, aus dem Fahrzeug auszusteigen. Er wird sofort von den beiden Polizisten festgenommen. Auf online verbreiteten Videos ist zu sehen, wie einer der Polizisten ihn zu Boden wirft: „Ich habe meine Hände gehoben, damit er nicht auf mich schießt. Ich lag auf dem Boden. Ich sagte (dem Polizisten), dass ich nichts getan habe, und er sagte: Halt die Klappe. Und er hat mir Handschellen angelegt“, berichtet Adam. Der Schüler wird von den Polizisten abgeführt. Gleichzeitig sieht er, dass sein Freund eine Herzmassage erhält. Der Junge hörte, wie einer der beiden Polizisten seinem Kollegen sagte, dass er „nicht hätte schießen sollen, weil sie weiter hinten eine Straßensperre errichten wollten“. Adam wurde schließlich in Polizeigewahrsam genommen. Am späten Nachmittag des 27. Juni wurde der Gewahrsam wieder aufgehoben. Adam ist von den Geschehnissen gezeichnet: „Ich weiß, dass er leidet. Er hat Aussetzer. Er schläft im Moment sehr schlecht“, sagt der Vater gegenüber der Zeitung Le Parisien.