Kategorie: Frankreich

  • Erdbeer-Tartelette mit Basilikumcreme

    Erdbeer-Tartelette mit Basilikumcreme

    Französische Pâtisserie zwischen Eleganz und Frische Die Erdbeer-Tartelette mit Basilikumcreme verbindet klassische französische Pâtisserie mit moderner Aromatik. Knuspriger Mürbeteig, eine feine Mandelcreme, frische Erdbeeren und eine überraschend elegante Basilikumcreme ergeben ein Dessert, das le…

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  • Straßburg zwischen Fachwerk und Kaiserpalast

    Straßburg zwischen Fachwerk und Kaiserpalast

    Ein Stadtrundgang durch Straßburg führt über mittelalterliche Gassen, imposante Kirchen, deutsche Kaiserarchitektur und hin zu kulinarischen Hochgenüssen – von Notre-Dame bis zu versteckten Winstubs im Viertel Petite France.

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  • Die stille Bedrohung aus Hormus: Wie die Blockade von Düngemitteln die globale Ernährungssicherheit gefährdet

    Die stille Bedrohung aus Hormus: Wie die Blockade von Düngemitteln die globale Ernährungssicherheit gefährdet

    Die Straße von Hormus gilt seit Jahrzehnten als neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft. Fast täglich passieren Tanker mit Erdöl und Flüssiggas die schmale Meerenge zwischen Iran und Oman. Weniger bekannt ist jedoch ihre zentrale Bedeutung für die globale Landwirtschaft. Seit der iranischen Blockade infolge des eskalierenden Nahostkriegs geraten nun nicht nur Energiemärkte unter Druck, sondern auch die Versorgung mit Düngemitteln – mit potenziell dramatischen Folgen für Milliarden Menschen.

    Internationale Organisationen warnen inzwischen vor einer Entwicklung, die weit über steigende Agrarpreise hinausgehen könnte. Denn moderne Landwirtschaft ist in hohem Maße abhängig von Stickstoff-, Phosphat- und Kalidüngern. Fällt ein erheblicher Teil dieser Lieferketten aus, drohen sinkende Erträge bei Grundnahrungsmitteln wie Reis, Weizen oder Mais – besonders in ohnehin fragilen Regionen Afrikas und Asiens.

    Der Golf als Zentrum der globalen Düngemittelindustrie

    Die Staaten am Persischen Golf gehören zu den wichtigsten Produzenten von stickstoffbasierten Düngemitteln weltweit. Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Iran verfügen über große Erdgasreserven, die als zentrale Grundlage für die Herstellung von Ammoniak und Harnstoff dienen. Gerade Harnstoff ist der weltweit meistverwendete Stickstoffdünger.

    Schätzungen zufolge stammen rund ein Drittel des globalen Seehandels mit Düngemitteln aus der Region. Besonders gravierend ist der Anteil bei Harnstoffexporten, der zwischen 30 und 35 Prozent liegt. Auch beim Ammoniakhandel spielt der Golf eine Schlüsselrolle.

    Mit der seit Monaten andauernden Blockade der Straße von Hormus wird diese Infrastruktur nun massiv gestört. Zahlreiche Frachtschiffe sitzen fest oder meiden die Region aus Sicherheitsgründen. Gleichzeitig wurden Produktionsstätten durch Luftangriffe beschädigt. Besonders die katarische Industrieanlage Ras Laffan gilt als empfindlich getroffen.

    Mehrere Staaten der Region haben ihre Produktion reduziert oder zeitweise eingestellt. Damit fällt nicht nur Exportkapazität weg – auch Vorprodukte für andere Düngemittelhersteller fehlen auf dem Weltmarkt.

    Warum Düngemittel keine strategischen Reserven haben

    Anders als beim Erdöl existieren für Düngemittel kaum koordinierte internationale Notfallreserven. Die globale Landwirtschaft arbeitet mit engen Zeitfenstern: Aussaat- und Düngezyklen lassen sich nur begrenzt verschieben. Kommt Dünger zu spät, sinken die Erträge oft unumkehrbar.

    Zudem ist die Produktion energieintensiv. Erdgas dient nicht nur als Energiequelle, sondern zugleich als chemischer Grundstoff bei der Ammoniaksynthese. Steigende Gaspreise treffen daher unmittelbar die gesamte Lieferkette.

    Die Situation erinnert in Teilen an die Nahrungsmittelkrisen der Jahre 2007/08 sowie an die Verwerfungen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022. Schon damals stiegen Düngemittelpreise binnen weniger Monate drastisch an. Viele Entwicklungsländer mussten Subventionen ausweiten oder ihre Importe reduzieren.

    Heute ist die Lage in einigen Regionen noch prekärer. Viele Staaten verfügen über hohe Staatsverschuldung, schwache Währungen und geringe fiskalische Spielräume. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung weiter stark.

    Afrika besonders verwundbar

    Am härtesten könnte die Krise zahlreiche afrikanische Staaten treffen. Viele Länder südlich der Sahara importieren einen erheblichen Teil ihrer Düngemittel aus den Golfstaaten. Besonders betroffen sind Sudan, Tansania, Somalia, Kenia oder Mosambik.

    Das strukturelle Problem liegt in der Organisation der Landwirtschaft selbst. Große Teile der afrikanischen Agrarproduktion beruhen auf kleinbäuerlichen Betrieben mit minimalen Rücklagen. Steigende Kosten für Betriebsmittel können dort kaum abgefedert werden.

    Bereits moderate Preissteigerungen führen dazu, dass Bauern weniger Dünger einsetzen. Kurzfristig senkt dies zwar die Produktionskosten, langfristig aber sinken die Erträge teils massiv. Gerade Mais- und Getreideanbau reagieren empfindlich auf Unterversorgung mit Stickstoff.

    Für Länder wie Malawi ist die Situation besonders heikel. Dort hängt die Landwirtschaft fast vollständig von importierten Düngemitteln ab. Gleichzeitig stellt die Landwirtschaft den wichtigsten Wirtschaftssektor und die Grundlage der Ernährungssicherung dar.

    Die Vereinten Nationen warnen deshalb vor einer möglichen Ausweitung von Hungerkrisen. Millionen zusätzliche Menschen könnten in akute Ernährungsunsicherheit geraten.

    Asiens Risiko: Hohe Bevölkerungsdichte und intensive Landwirtschaft

    Noch komplexer ist die Lage in Asien. Staaten wie Indien, Pakistan, Bangladesch oder Sri Lanka zählen zu den größten Düngemittelverbrauchern der Welt. Die dortige Landwirtschaft ist hochintensiv und auf regelmäßige Stickstoffgaben angewiesen.

    Insbesondere Reisproduktion benötigt erhebliche Mengen an Harnstoff. Verzögerungen oder Preissteigerungen wirken sich deshalb unmittelbar auf Erträge und Lebensmittelpreise aus.

    Indien versucht seit Jahrzehnten, über milliardenschwere Subventionsprogramme stabile Preise für Landwirte zu garantieren. Doch selbst Neu-Delhi stößt inzwischen an fiskalische Grenzen. Die Regierung von Narendra Modi wirbt daher verstärkt für effizienteren Düngemitteleinsatz und alternative Anbaumethoden.

    Pakistan wiederum leidet zusätzlich unter Energieengpässen. Dort mussten mehrere Düngemittelfabriken ihre Produktion wegen eingeschränkter Gasversorgung zurückfahren.

    Für dicht besiedelte Länder Asiens ist die Gefahr besonders groß, weil Reis, Weizen und Mais die zentrale Grundlage der Ernährung bilden. Schon kleinere Produktionsrückgänge können erhebliche soziale und politische Spannungen erzeugen.

    Brasilien und die globalen Agrarmärkte

    Auch Lateinamerika bleibt von der Krise nicht verschont. Brasilien, einer der wichtigsten Exporteure von Soja, Zucker und Mais, importiert etwa ein Fünftel seiner Düngemittel aus der Golfregion.

    Die Bedeutung Brasiliens reicht weit über die eigene Versorgung hinaus. Das Land zählt zu den zentralen Lieferanten für Tierfutter und Agrarrohstoffe weltweit. Sinkende brasilianische Ernten würden daher globale Preissteigerungen zusätzlich verstärken.

    Schon jetzt steigen die internationalen Düngemittelpreise deutlich an. Experten rechnen im laufenden Halbjahr mit Preisniveaus, die 15 bis 20 Prozent über dem Vorjahreswert liegen könnten. Hinzu kommen steigende Transport- und Energiekosten.

    Besonders problematisch ist dabei die Dynamik der Märkte: Viele Importeure haben Bestellungen zunächst aufgeschoben – aus Hoffnung auf eine Entspannung. Kommt es nun zu panikartigen Nachkäufen, drohen weitere Preisschübe.

    Mehr als nur eine Düngemittelkrise

    Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie eng Energie-, Sicherheits- und Ernährungspolitik miteinander verflochten sind. Die Landwirtschaft hängt nicht nur von Düngern ab, sondern auch von funktionierenden Transportwegen, Treibstoffversorgung und stabilen Rohstoffmärkten.

    Hinzu kommt eine weitere Unsicherheit: Meteorologen beobachten mit Sorge die mögliche Rückkehr eines starken El-Niño-Phänomens gegen Jahresende. Bereits in früheren Jahren führte El Niño zu Dürren, Ernteausfällen und extremen Wetterlagen in zahlreichen Agrarregionen.

    Treffen klimatische Belastungen und geopolitische Krisen gleichzeitig aufeinander, entstehen Kettenreaktionen mit globaler Wirkung. Besonders fragile Staaten verfügen kaum über Mittel, solche Schocks abzufedern.

    Selbst wenn die Blockade der Straße von Hormus kurzfristig aufgehoben würde, blieben die Folgen noch Monate spürbar. Produktionsausfälle lassen sich nicht sofort kompensieren. Zudem fehlen weltweit ausreichende Transportkapazitäten, um aufgestaute Lieferungen rasch abzuwickeln.

    Die gegenwärtige Krise verdeutlicht daher eine strukturelle Schwäche der globalisierten Landwirtschaft: Die Ernährung von Milliarden Menschen hängt von wenigen geopolitischen Knotenpunkten ab. Wird einer davon destabilisiert, geraten ganze Versorgungssysteme ins Wanken.

    Von Andreas Brucker

  • Wenn der Augenarzt zum Luxus wird

    Wenn der Augenarzt zum Luxus wird

    Wer im französischen Département Gers einen Termin beim Augenarzt braucht, benötigt vor allem eines: Geduld. Fünf Monate Wartezeit – in manchen Gemeinden sogar mehr – sind dort längst keine Ausnahme mehr. Für viele klingt das zunächst nach einem Problem der Provinz, nach einem jener kleinen Missgeschicke des ländlichen Lebens. Doch der Blick hinter die Zahlen erzählt eine andere Geschichte. Eine Geschichte über ein Gesundheitssystem, das zwar allen gehören soll, aber immer häufiger vom Wohnort abhängt. Der Begriff „désert médical“ fällt in Frankreich seit Jahren. Medizinische Wüste. Das klingt drastisch, fast wie eine Übertreibung. Im Gers wirkt das Wort allerdings erschreckend präzise. Denn es fehlt nicht bloß an Ärzten. Es fehlt an erreichbaren Ärzten, an Zeitfenstern, an Wegen, die ältere Menschen überhaupt noch bewältigen können. Und genau dort beginnt das eigentliche Problem. Eine neue Brille später abzuholen – geschenkt. Doch Augenkrankheiten halten sich nicht an Wartelisten. Ein…

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  • Frankreichs unsichtbare Vergiftung

    Frankreichs unsichtbare Vergiftung

    Es gibt Umweltkatastrophen, die Bilder erzeugen. Tankerunglücke. Brennende Raffinerien. Schwarze Rauchwolken über Industriestädten. Und es gibt Umweltkrisen wie jene der PFAS — lautlos, geruchlos, unsichtbar. Gerade deshalb sind sie womöglich gefährlicher. Denn sie untergraben nicht nur die Umwelt, sondern das Vertrauen in die moderne Industriegesellschaft selbst.

    Im Elsass, jener traditionsreichen Region zwischen Rhein, Chemieindustrie und europäischer Grenzwirtschaft, wird diese neue Form der Umweltangst nun konkret. Gemeinden investieren Millionenbeträge in Filteranlagen, analysieren Trinkwasser beinahe im Wochentakt und versuchen hektisch, eine Belastung einzudämmen, die möglicherweise seit Jahrzehnten existiert. Frankreich entdeckt dabei eine unbequeme Wahrheit: Der technische Fortschritt der Nachkriegszeit hat Nebenwirkungen hinterlassen, deren tatsächliches Ausmaß womöglich erst beginnt sichtbar zu werden.

    PFAS — per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen — gehören zu den langlebigsten Industriechemikalien überhaupt. Sie widerstehen Hitze, Wasser und Fett. Gerade deshalb wurden sie zum perfekten Material einer konsumorientierten Moderne: in Pfannenbeschichtungen, Verpackungen, Outdoor-Textilien, Feuerlöschschäumen oder Industrieanlagen. Die Chemie der Bequemlichkeit wurde zur Chemie der Dauerhaftigkeit. Das Problem ist nur: Diese Stoffe verschwinden praktisch nie mehr.

    Die Krise der unsichtbaren Risiken

    Frankreich erlebt mit PFAS eine Umweltdebatte neuer Art. Frühere ökologische Konflikte waren meist sichtbar: verschmutzte Flüsse, tote Wälder, Smog über Großstädten. PFAS hingegen erzeugen keine dramatischen Bilder. Sie sickern langsam in Böden, Grundwasser und Nahrungsketten. Ihre Wirkung entfaltet sich statistisch, medizinisch und langfristig — über mögliche Zusammenhänge mit Krebs, Hormonstörungen, Fruchtbarkeitsproblemen oder Immunschwächen.

    Gerade diese Unsichtbarkeit verändert die politische Dynamik. Bürger erfahren plötzlich, dass ihr Trinkwasser möglicherweise seit Jahren belastet war, ohne dass jemand Alarm schlug. Gemeinden reagieren hektisch mit neuen Kontrollen. Behörden veröffentlichen Karten, Messwerte und Warnhinweise. Doch die zentrale Botschaft lautet unausgesprochen: Der Staat weiß selbst nicht genau, wie groß das Problem tatsächlich ist.

    Das ist politisch brisant. Frankreich versteht sich traditionell als hochgradig steuernde Republik. Der Staat reguliert Energieverbrauch, Tempolimits, Heizsysteme und Mülltrennung bis ins Detail. Doch ausgerechnet bei einer potenziell flächendeckenden chemischen Belastung wirkt derselbe Staat überraschend orientierungslos.

    Die Republik misst inzwischen jede CO₂-Emission — und entdeckt erst jetzt die Chemikalien im Wasserhahn.

    Die späte Rechnung des industriellen Fortschritts

    Besonders symbolträchtig ist dabei das Elsass. Kaum eine Region verkörpert die industrielle Geschichte Frankreichs so stark wie das Rheintal mit seinen Chemieparks, Pharmastandorten und grenzüberschreitenden Industrieclustern. Über Jahrzehnte galt diese industrielle Verdichtung als Ausdruck europäischen Wohlstands. Heute erscheinen dieselben Strukturen plötzlich auch als Quelle langfristiger Altlasten.

    Damit berührt die PFAS-Debatte einen tieferen französischen Grundkonflikt: das Verhältnis zwischen Industrie, Staat und Gesellschaft. Frankreich verteidigt seit Jahrzehnten ein Modell staatlich flankierter Industriesouveränität. Ob Kernenergie, Luftfahrt oder Chemie — technologische Stärke galt stets als Voraussetzung nationaler Unabhängigkeit. Die ökologische Dimension dieser Modernisierung wurde oft nachrangig behandelt, solange Wachstum, Beschäftigung und strategische Autonomie gesichert schienen.

    PFAS zeigen nun die Schattenseite dieses Denkens. Denn viele der heute problematischen Stoffe entstanden nicht durch kriminelle Nachlässigkeit, sondern im Rahmen vollkommen legaler Industrieproduktion. Die Moderne selbst wird damit zum Gegenstand des Misstrauens.

    Das erklärt auch die emotionale Wirkung des Themas. Es geht längst nicht mehr nur um einzelne Fabriken oder kontaminierte Brunnen. PFAS stehen symbolisch für eine Gesellschaft, die erkennt, dass technischer Fortschritt nicht nur Wohlstand produziert, sondern auch Risiken, deren Folgen sich erst Generationen später offenbaren.

    Der Staat zwischen Vorsorge und Kontrollverlust

    Für die französische Politik entsteht daraus ein Dilemma. Einerseits wächst der öffentliche Druck auf strengere Grenzwerte, umfassende Kontrollen und milliardenschwere Sanierungsprogramme. Andererseits würde eine vollständige Aufarbeitung enorme wirtschaftliche und politische Fragen aufwerfen.

    Denn wie weit reicht die Belastung tatsächlich? Welche Industrien tragen Verantwortung? Wer bezahlt die Reinigung von Böden und Wasser? Und wie erklärt man Bürgern, dass Stoffe, die jahrzehntelang zugelassen waren, plötzlich als Gesundheitsrisiko gelten?

    Die Erfahrung anderer Umweltkrisen zeigt zudem ein bekanntes Muster: Sobald flächendeckend gemessen wird, steigen auch die Zahlen problematischer Befunde. Aus einer lokalen Belastung kann so rasch eine nationale Vertrauenskrise werden.

    Genau das macht PFAS politisch gefährlicher als klassische Industrieunfälle. Ölkatastrophen lassen sich räumlich eingrenzen. „Ewige Chemikalien“ hingegen erzeugen den Eindruck permanenter Unsicherheit. Man weiß nie genau, wo sie sich befinden, wie hoch die Belastung ist oder welche Langzeitfolgen noch entdeckt werden.

    Der französische Staat reagiert deshalb zunehmend mit jener Mischung aus Transparenzoffensive und technokratischer Beruhigung, die für die Republik typisch ist: mehr Messungen, neue Karten, zusätzliche Grenzwerte, nationale Strategien. Doch die eigentliche Schwierigkeit liegt tiefer. Vertrauen lässt sich nicht allein durch Tabellen und Expertengremien wiederherstellen.

    Die ökologische Angst der Wohlstandsgesellschaft

    PFAS markieren womöglich den Übergang in eine neue Phase westlicher Umweltpolitik. Jahrzehntelang konzentrierte sich die ökologische Debatte auf sichtbare Emissionen: CO₂, Feinstaub, Plastikmüll. Nun rücken jene unsichtbaren Belastungen in den Vordergrund, die direkt mit dem Alltag moderner Konsumgesellschaften verbunden sind.

    Gerade darin liegt die philosophische Dimension der Debatte. PFAS sind kein Unfall außerhalb der Moderne — sie sind ein Produkt ihrer Logik. Sie entstanden aus dem Wunsch nach Effizienz, Komfort, Haltbarkeit und billiger Massenproduktion. Die moderne Gesellschaft wollte wasserfeste Kleidung, antihaftbeschichtete Pfannen und industrielle Hochleistungsmaterialien. Nun entdeckt sie die langfristigen Kosten dieser Bequemlichkeit.

    Das erklärt auch die eigentümliche Beklemmung, die das Thema auslöst. Wenn selbst Trinkwasser nicht mehr selbstverständlich sauber erscheint, verliert eine Gesellschaft einen Teil ihres Sicherheitsgefühls. Die Krise betrifft dann nicht nur Umweltpolitik, sondern das Verhältnis des Bürgers zu seiner materiellen Umgebung.

    Frankreich erlebt damit möglicherweise erst den Anfang einer viel größeren Debatte. Denn PFAS werfen letztlich eine Frage auf, die weit über das Elsass hinausweist: Wie viele unsichtbare Folgen industrieller Moderne werden westliche Gesellschaften in den kommenden Jahrzehnten noch entdecken?

    P.T.

  • Frankreichs neuer Sparkurs: Wie der Nahostkrieg die Staatsfinanzen erschüttert

    Frankreichs neuer Sparkurs: Wie der Nahostkrieg die Staatsfinanzen erschüttert

    Die französische Regierung bereitet sich auf eine neue Phase harter Haushaltsdisziplin vor. Auslöser ist nicht allein die strukturelle Schwäche der öffentlichen Finanzen, sondern zunehmend auch die wirtschaftliche Schockwirkung des Kriegs im Nahen Osten. In Paris wächst die Sorge, dass steigende Energiepreise, höhere Finanzierungskosten und eine schwächere Konjunktur den ohnehin angespannten Staatshaushalt zusätzlich destabilisieren könnten. Nach Informationen aus Regierungskreisen könnten bis zu sechs Milliarden Euro an zusätzlichen Einsparungen notwendig werden, um das Defizitziel für 2026 überhaupt noch zu erreichen. Damit wird eine geopolitische Krise zunehmend zu einer innenpolitischen Belastungsprobe für Frankreich – mit potenziell weitreichenden Folgen für Wachstum, Sozialstaat und politische Stabilität. Die Rückkehr der Energieangst Die französische Regierung hatte ihre Haushaltsplanung ursprünglich auf moderaten Energiepreisen und einer schrittweisen wirtschaftlichen Stabilisi…

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  • Verunreinigte Säuglingsmilch: Wie eine neue Krise das Vertrauen der Eltern erschüttert

    Verunreinigte Säuglingsmilch: Wie eine neue Krise das Vertrauen der Eltern erschüttert

    Ein Fläschchen Milch gilt für viele Eltern als Symbol von Sicherheit. Gerade in den ersten Lebensmonaten vertrauen Familien darauf, dass Babynahrung streng kontrolliert, sauber produziert und gesundheitlich unbedenklich ist. Umso heftiger trifft die aktuelle Affäre um verunreinigte Säuglingsmilch Frankreich. Der jüngste Bericht einer parlamentarischen Untersuchungskommission zeichnet ein Bild, das alarmiert: mangelhafte Kontrollen, schleppende Reaktionen und eine Informationspolitik, die bei vielen Eltern blankes Entsetzen ausgelöst hat. Ausgelöst hatte die Krise Ende 2025 ein groß angelegter Rückruf von Nestlé. In zahlreichen Ländern mussten Chargen von Säuglingsmilch aus dem Handel genommen werden, nachdem Spuren der gefährlichen Toxinsubstanz Cereulid festgestellt worden waren. Das Gift kann heftiges Erbrechen auslösen – für Erwachsene unangenehm, für wenige Monate alte Babys potenziell lebensgefährlich. Doch dabei blieb es nicht. Kurz darauf gerieten auch andere große Hersteller wi…

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  • Lammrücken sous-vide mit Kräuterkruste, jungen Erbsen und Lavendel-Jus

    Lammrücken sous-vide mit Kräuterkruste, jungen Erbsen und Lavendel-Jus

    Die moderne französische Küche lebt von Präzision, Leichtigkeit und dem respektvollen Umgang mit hochwertigen Produkten. Kaum ein Gericht verkörpert diese Philosophie besser als ein rosa gegarter Lammrücken, der durch sanftes Sous-vide-Garen seine außergewöhnliche Zartheit behält. In Kombination mit…

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  • Gebratener weißer Spargel mit Estragon-Beurre-blanc und confiertem Eigelb

    Gebratener weißer Spargel mit Estragon-Beurre-blanc und confiertem Eigelb

    Moderne französische Frühlingsküche zu Pfingsten Wenn die ersten warmen Tage des Jahres die Märkte füllen und die Spargelsaison ihren Höhepunkt erreicht, beginnt in der französisch inspirierten Frühlingsküche eine besonders elegante Zeit. Weißer Spargel gilt seit Jahrhunderten als Delikatesse der ge…

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  • Cannes, Bolloré und die kulturelle Frontenbildung in Frankreich

    Cannes, Bolloré und die kulturelle Frontenbildung in Frankreich

    Der Streit um Vincent Bolloré, Canal+ und die französische Filmbranche entwickelt sich zu weit mehr als einer üblichen Kontroverse des Kulturbetriebs. Was während der Filmfestspiele von Cannes mit einer politischen Tribüne begann, hat sich innerhalb weniger Tage zu einem Symbolkonflikt über Macht, Einfluss und ideologische Kontrolle im französischen Kulturleben ausgeweitet. Dass nun ausgerechnet der Rassemblement national zur Deeskalation aufruft, zeigt, wie tief die Auseinandersetzung inzwischen in die politische Sphäre vorgedrungen ist. Der Vizepräsident des RN, Sébastien Chenu, appellierte an die Akteure der Filmindustrie und an Canal+, „wieder an einen Tisch zurückzukehren“, um den Konflikt „würdig“ zu lösen. Seine Intervention erfolgte nach den scharf kritisierten Aussagen des Canal+-Chefs Maxime Saada, der angekündigt hatte, künftig nicht mehr mit Unterzeichnern einer anti-Bolloré-Tribüne zusammenarbeiten zu wollen. Damit erreichte der Streit eine neue Eskalationsstufe: Aus einer…

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