Kategorie: Frankreich

  • Astérix & Obélix kehren zurück – in 3D und mit dem Humor von Alain Chabat

    Astérix & Obélix kehren zurück – in 3D und mit dem Humor von Alain Chabat

    Ein Hinkelstein trifft Panoramix – und plötzlich geht im gallischen Dorf alles drunter und drüber: So beginnt Astérix & Obélix: Le Combat des chefs, die neue 3D-Animationsserie, mit der Alain Chabat seine ganz eigene, moderne Hommage an die berühmten Gallier auf Netflix abliefert. Ab dem 30. Apr…

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  • Prozess gegen Gérard Depardieu: Zwischen juristischem Schlagabtausch und feministischem Aufschrei

    Prozess gegen Gérard Depardieu: Zwischen juristischem Schlagabtausch und feministischem Aufschrei

    Der erste Prozesstag im Fall Gérard Depardieu hat kaum begonnen – da herrscht bereits eine hochgespannte Atmosphäre im Pariser Justizpalast. Vor dem Gebäude: wütende Proteste, feministische Parolen und Plakate. Drinnen: juristisches Feuergefecht. Der berühmte Schauspieler, 76 Jahre alt, steht wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe im Anklagestand. Zwei Frauen werfen ihm vor, sie 2021 während der Dreharbeiten zum Film Les Volets verts sexuell belästigt zu haben. Eine Verteidigung auf Angriffskurs Gleich zu Beginn macht sein Anwalt Jérémie Assous klar: Dieser Prozess wird kein Spaziergang – und erst recht keine Selbstverständlichkeit. In seinem fast zweistündigen Eingangsplädoyer beantragt er die vollständige Annullierung des Verfahrens. Der Grund? Laut Assous gäbe es gravierende Mängel im Ermittlungsverlauf: Fehlerhafte Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft, ein verfrühter Gewahrsam ohne gründliche Prüfung – und insgesamt eine „Verletzung des strafprozessualen Widerspruchsprinzips“. Da…

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  • Verhängnisvolle Gewalt vor Schulgebäude: 17-Jähriger in Yerres erstochen

    Verhängnisvolle Gewalt vor Schulgebäude: 17-Jähriger in Yerres erstochen

    Am späten Montagnachmittag ist ein 17-jähriger Jugendlicher vor dem Lycée des Métiers Louis-Armand in Yerres (Essonne) tödlich verletzt worden. Ein gezielter Messerstich in die Brust – mitten auf offener Straße, vor einem Berufslyzeum, das der junge Mann selbst nicht besuchte. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Noch am selben Abend nahm die Polizei sechs Verdächtige fest. Der Tatvorwurf: vorsätzliche Tötung und gemeinschaftliche Gewalt.

    Der tragische Vorfall ereignete sich gegen 17 Uhr. Das Opfer, ein Jugendlicher aus dem benachbarten Stadtteil Hautes-Mardelles in Brunoy, wurde in einem Umfeld attackiert, das Ermittler mit einem eskalierenden Konflikt zwischen zwei Vierteln in Verbindung bringen. Es ist nicht das erste Mal, dass Rivalitäten unter Jugendlichen aus angrenzenden Städten im Département Essonne in brutale Auseinandersetzungen münden. Doch dieses Mal endete das Ganze tödlich.

    Was treibt junge Menschen dazu, zu Waffen zu greifen? Diese Frage stellen sich nicht nur die Ermittler, sondern auch viele Anwohnerinnen und Anwohner. Die Gegend rund um Yerres ist eigentlich eher bekannt für ihre ruhigen Wohnviertel, grüne Alleen und bürgerlichen Vororte. Doch gerade in den Randzonen toben immer wieder Spannungen – wie ein unter der Oberfläche brodelnder Vulkan.

    Die Polizei agierte schnell: Nur wenige Stunden nach der Tat klickten die Handschellen bei sechs mutmaßlichen Beteiligten. Sie befinden sich nun in Gewahrsam. Noch ist unklar, welche Rollen die Einzelnen bei dem Angriff spielten. War es ein geplanter Übergriff oder eine spontane Eskalation?

    Der leitende Staatsanwalt betonte gegenüber der Presse, dass der Jugendliche gezielt und brutal attackiert wurde. Laut bisherigen Erkenntnissen geschah der Angriff im Zusammenhang mit einer laufenden Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen zweier benachbarter Wohnviertel. Derartige Revierstreitigkeiten, oft aufgeladen mit jugendlichem Machogehabe, sind keine Seltenheit – aber sie nehmen zu. Und sie werden härter.

    Lehrer und Schüler des Lycée des Métiers Louis-Armand stehen unter Schock. Zwar besuchte der getötete Jugendliche das Berufsgymnasium nicht, doch viele kannten ihn aus dem Viertel oder durch gemeinsame Bekannte. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt, psychologische Hilfe steht bereit. Ein Gefühl der Unsicherheit schleicht sich ein – nicht zum ersten Mal.

    In den sozialen Netzwerken ist die Anteilnahme groß. Freunde, Bekannte, Nachbarn – viele drücken ihre Trauer aus, teilen Erinnerungen und Fotos. Gleichzeitig brodelt es dort weiter. Beschuldigungen, Wut und Gerüchte mischen sich unter die Kondolenzen. Ein gefährliches Gemisch in einem ohnehin aufgeladenen Klima.

    Inzwischen übernimmt die Kriminalpolizei die weiteren Ermittlungen. Es wird geprüft, ob es in den Tagen zuvor Anzeichen für eine bevorstehende Konfrontation gab. Hinweise auf eine mögliche Verabredung zur Rache stehen im Raum. Die Ermittler versuchen nun, das Puzzle aus Zeugenaussagen, Videoaufnahmen und sichergestellten Beweismitteln zusammenzusetzen.

    Wie geht man um mit einer Jugend, die immer öfter in Gewalt abrutscht? Eltern, Schulen, Sozialarbeit – alle stehen in der Verantwortung. Doch trotz aller Prävention scheint das Gewaltpotenzial unter jungen Männern in manchen Gegenden bedrohlich zuzunehmen. Besonders in Vierteln, in denen Perspektivlosigkeit und Frust die Oberhand gewinnen.

    Ein Todesfall wie dieser ist nicht nur ein Verbrechen. Er ist ein Alarmsignal. Für ein System, das es nicht schafft, Jugendlichen echte Alternativen zur Straße zu bieten. Für eine Gesellschaft, in der Grenzen zu oft mit Fäusten oder Messern gezogen werden. Und für Schulen, die zur Arena werden, wenn der Druck von draußen nach innen drängt.

    In Yerres herrscht nun Trauer, aber auch Unruhe. Der nächste Tag am Lycée wird anders sein – leiser, nachdenklicher. Viele Jugendliche werden sich fragen, wie es so weit kommen konnte. Und ob es sie vielleicht als Nächste trifft.

    Von C. Hatty.

  • Gabriel Attal warnt vor „reaktionärem Rollkommando“ – Demokratietreffen in Paris als politisches Signal

    Gabriel Attal warnt vor „reaktionärem Rollkommando“ – Demokratietreffen in Paris als politisches Signal

    Ein Jahr nach den Europawahlen und angesichts des wachsenden Einflusses rechter Bewegungen in Europa schlägt Gabriel Attal, ehemaliger Premierminister Frankreichs und heutiger Generalsekretär der Partei Renaissance, deutliche Töne an. „Wir sehen, dass eine Art reaktionärer Dampfwalze am Werk ist“, sagte er am Montag, dem 24. März, im Interview mit France Inter. Es sei höchste Zeit, sich zu organisieren. In diesem Geist versammelte Attal in Paris rund 60 europäische Parteien zu einem sogenannten „Gipfel für Demokratie und Freiheiten“. Ein Treffen, das mehr sein soll als nur Symbolpolitik – es ist als Weckruf gedacht. Drei Pfeiler für ein vereintes Europa Die Agenda des Gipfels lässt keinen Zweifel an der politischen Stoßrichtung:

    Unterstützung für die Ukraine: Europa müsse sich besser koordinieren, um der Ukraine gezielter zu helfen. Attal fordert unter anderem die Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte – ein Vorschlag, der europaweit kontrovers diskutiert wird. Stärkung der europäi…

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  • Zehn Jahre danach: Gedenken an die Opfer des Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen

    Zehn Jahre danach: Gedenken an die Opfer des Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen

    Der 24. März 2015 hat sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt – als Tag einer der erschütterndsten Tragödien in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Zehn Jahre später kamen etwa 400 Menschen in der kleinen Gemeinde Le Vernet in den französischen Alpen zusammen, um an die 150 Opfer des Germanwings-Absturzes zu erinnern. Es war eine stille, bewegende Zeremonie – getragen von Schmerz, Erinnerung und einem gemeinsamen Wunsch: dass so etwas nie wieder passiert.

    Eine Katastrophe mit menschlichem Gesicht

    Damals lenkte der 27-jährige Co-Pilot Andreas Lubitz ein Airbus A320 absichtlich gegen eine Felswand im Massif des Trois-Évêchés. Die Maschine befand sich auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf. An Bord: 144 Passagiere und sechs Crewmitglieder. Niemand überlebte.

    Die Opfer stammten aus 19 verschiedenen Ländern – die meisten aus Deutschland (72) und Spanien (50). Darunter auch eine Schulklasse aus Haltern am See, deren Verlust eine ganze Stadt ins Herz traf.

    Ein Dorf im Zeichen der Erinnerung

    Le Vernet, ein abgelegenes Bergdorf in den Alpes-de-Haute-Provence, wurde damals zum Zentrum der internationalen Anteilnahme. Und auch zehn Jahre später ist es wieder ein Ort des Gedenkens geworden. Angehörige aus Deutschland und Spanien reisten an, um sich in einem eigens errichteten Zelt zu versammeln. Um Punkt 10:41 Uhr – dem exakten Zeitpunkt des Absturzes – senkten sich die Köpfe zur Schweigeminute.

    Anschließend fand eine private Zeremonie statt, organisiert von der Lufthansa, Muttergesellschaft von Germanwings. Kein großes Aufheben, keine Presse – nur stille Trauer und Verbundenheit.

    Worte der Verantwortung

    Zuvor legten Vertreter Frankreichs, Deutschlands und Spaniens sowie Lufthansa-Chef Carsten Spohr Kränze auf dem Friedhof von Le Vernet nieder. Dort befinden sich die sterblichen Überreste derjenigen Opfer, die nie identifiziert werden konnten.

    Spohr betonte, das Unternehmen trage die Verantwortung für das, was geschehen sei – auch nach einer Dekade. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden der Opfer, deren Schmerz und Trauer auch nach zehn Jahren noch tief sind“, sagte er.

    Marc Chappuis, Präfekt der Region, wurde noch deutlicher: „Dieses Datum verpflichtet uns alle, aus dem Geschehenen zu lernen und die Sicherheitsstandards im Luftverkehr kontinuierlich zu verbessern.“

    Ein tragisches Einzelschicksal – und seine Konsequenzen

    Das französische Justizsystem hatte die Ermittlungen 2022 offiziell abgeschlossen – ohne Anklage. Der Absturz wurde als „unvorhersehbarer Suizid“ des Co-Piloten eingestuft. Die Tat selbst war so selten wie erschütternd: Der Gedanke, dass ein Pilot absichtlich ein Flugzeug in den Tod steuert, sprengt das Vorstellungsvermögen.

    Und doch war es nicht der einzige Fall dieser Art. Im März 2022 starben in China 132 Menschen beim mutmaßlich absichtlich herbeigeführten Absturz einer Boeing 737-800. Auch dieser Fall hallte nach – wenn auch weniger öffentlichkeitswirksam.

    Was bleibt – außer der Trauer?

    Die Katastrophe von 2015 veränderte den Luftverkehr. Sie führte unter anderem zur Einführung der „Zwei-Personen-Regel“ im Cockpit – eine Maßnahme, die verhindern soll, dass ein Pilot sich alleine im Cockpit aufhält. Doch viele Airlines schafften diese Regel wieder ab, nachdem sie sich als unpraktikabel erwies. Sicherheitsfragen wurden überarbeitet, psychologische Tests verschärft. Aber reicht das?

    Die zentrale Frage bleibt: Wie lässt sich ein so extremes, so einsames Verzweiflungshandeln verhindern? Kann man in die Psyche eines Menschen blicken – ganz gleich, wie viele Checklisten und Verfahren existieren?

    Ein Denkmal der Menschlichkeit

    In Le Vernet steht heute ein schlichtes Denkmal mit den Namen aller Opfer. Kein prunkvolles Monument, sondern ein stilles Zeichen des Erinnerns – und des Trostes. Für die Familien ist dieser Ort zu einem Pilgerziel geworden, einem Ort, der verbindet, was der Himmel damals zerriss.

    Es gibt Momente, da werden alle Unterschiede bedeutungslos. Da sind es nicht mehr Deutsche, Spanier oder Franzosen – sondern einfach Menschen, vereint im Leid. Und vielleicht liegt genau darin eine Art von Hoffnung.

    Von C. Hatty.

  • Sensationelle Wendung: Rapper Koba LaD unter Verdacht der Mithilfe bei spektakulärer Gefängnisflucht

    Sensationelle Wendung: Rapper Koba LaD unter Verdacht der Mithilfe bei spektakulärer Gefängnisflucht

    Am Montag, dem 24. März 2025, nahm die französische Polizei 24 Personen fest, die verdächtigt werden, an der blutigen Flucht des Drogenhändlers Mohamed Amra im Mai 2024 beteiligt gewesen zu sein. Unter den Festgenommenen befindet sich auch der bekannte Rapper Koba LaD. Ein brutaler Ausbruch und seine Folgen Mohamed Amra, auch bekannt als „La Mouche“, gelang am 14. Mai 2024 eine spektakuläre Flucht, als ein bewaffnetes Kommando seinen Gefangenentransport am Mautstellenübergang von Incarville (Eure) überfiel. Bei diesem Angriff wurden zwei Justizvollzugsbeamte getötet und drei weitere verletzt. Nach neun Monaten auf der Flucht wurde Amra im Februar 2025 in Rumänien festgenommen und nach Frankreich zurückgebracht. Koba LaD: Vom Musikstar zum Verdächtigen Koba LaD, bürgerlich Marcel Loutarila und 24 Jahre alt, wurde am Montagmorgen direkt aus der Haft zur Vernehmung abgeholt. Die Ermittler verdächtigen ihn, Amra während seiner Flucht unterstützt zu haben. Interessanterweise teilten die be…

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  • Verhängnisvolle Nacht in der Dordogne: Femizid erschüttert kleines Dorf

    Verhängnisvolle Nacht in der Dordogne: Femizid erschüttert kleines Dorf

    Ein kleines Dorf nahe Périgueux im Herzen der Dordogne – sonst ein Ort der Ruhe und des beschaulichen Lebens – ist über Nacht zum Schauplatz einer schockierenden Tragödie geworden. In den frühen Morgenstunden des Montags fanden Einsatzkräfte die Leichen einer 38-jährigen Frau und ihrer 13-jährigen Tochter in ihrem Haus. Beide wurden mit einer Stichwaffe getötet.

    Der mutmaßliche Täter? Ein 41-jähriger Mann – der Ex-Partner der Frau. Er wählte selbst gegen vier Uhr morgens den Notruf und stellte sich den Behörden. Seitdem sitzt er in Polizeigewahrsam. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

    Solche Taten reißen nicht nur Familien auseinander – sie reißen auch alte Wunden in einer Gesellschaft auf, die immer wieder mit häuslicher Gewalt konfrontiert ist.

    96 Frauen – in nur einem Jahr

    Frankreich zählt zu den Ländern, in denen Gewalt gegen Frauen besonders häufig und drastisch in Erscheinung tritt. Im Jahr 2023 starben laut Innenministerium 96 Frauen durch die Hand ihres aktuellen oder ehemaligen Partners. Auch wenn diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gesunken ist – Grund zum Aufatmen liefert sie nicht. Wer würde angesichts solcher Zahlen ernsthaft behaupten, das Problem sei auf dem Rückzug?

    Ein Femizid ist nicht „nur“ ein Mord. Es ist der Ausdruck eines zutiefst gestörten Machtverhältnisses, eines Systems, das Gewalt in Beziehungen oft lange duldet oder übersieht, bevor es eskaliert.

    Ein Hilferuf, der oft ungehört bleibt

    Zu oft haben Betroffene im Vorfeld Warnsignale gesendet – stille, leise oder auch laute. Manchmal liegt die Tragödie nicht im Verbrechen selbst, sondern in der Ohnmacht davor: Die Angst, sich zu offenbaren. Die Scham. Die gesellschaftliche Stille, die wie ein Schleier über allem liegt.

    Und hier beginnt unsere gemeinsame Verantwortung.

    Opfer häuslicher Gewalt brauchen keine Almosen. Sie brauchen sichere Räume, Schutzmechanismen, Ansprechpartner. Sie brauchen eine Gesellschaft, die hinhört, statt wegzuschauen. Eine Gesellschaft, die sich nicht fragt, was das Opfer hätte tun können – sondern was der Täter nicht hätte tun dürfen.

    Prävention fängt früher an

    Natürlich braucht es Gesetze. Natürlich braucht es staatliche Programme. Doch die Wurzel liegt tiefer – in der Erziehung, in der Art, wie wir über Beziehungen sprechen, über Rollenbilder, über Macht. Wie oft wird noch gesagt: „Das ist doch Privatsache“? Wie oft denken wir: „Das betrifft uns nicht“?

    Doch genau da beginnt der Wandel.

    Ein radikaler Perspektivwechsel ist nötig. Täterarbeit muss verstärkt werden – damit gefährdete Personen gar nicht erst zu Tätern werden. Schulen sollten mehr über gesunde Beziehungen sprechen. Ärzte, Lehrer:innen, Nachbarn: Alle, die in Kontakt mit Betroffenen kommen könnten, sollten sensibilisiert sein.

    Ein Dorf im Schockzustand

    Zurück in die Dordogne. Die Ermittlungen liegen nun in den Händen der Brigade de Recherche in Périgueux. Für die Angehörigen der Opfer beginnt eine Zeit, in der Antworten womöglich nie all das erklären können, was geschehen ist.

    Der Ort, der bisher kaum jemandem ein Begriff war, ist nun traurigerweise auf der Landkarte jener Gewalt, die immer wieder zuschlägt – still, erbarmungslos, mitten unter uns.

    Was bleibt zu tun?

    Man könnte meinen, mit jedem Fall würde die Gesellschaft wachsamer. Doch wie viele Mahnmale braucht es noch? Wie viele Namen müssen in Gedenklisten auftauchen, bevor wirklich etwas ins Rutschen gerät?

    Diese Tat ist nicht „ein Einzelfall“. Sie reiht sich ein in eine düstere Statistik, die nicht abstrakt bleibt – sondern Leben zerstört.

    Wer das Thema immer noch als Randnotiz sieht, verkennt seine Tragweite. Femizide sind nicht nur Gewalttaten. Sie sind ein Spiegel dessen, wie wir mit Schwäche, Macht und Menschlichkeit umgehen.

    Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich dieser Spiegel endlich dreht – nicht nur für Gesetze, sondern für ein Klima, in dem niemand mehr sagen muss: „Ich wusste nicht, wohin.“

    Von C. Hatty

  • Tanz der gekränkten Egos: Die jüngste Auseinandersetzung zwischen Élisabeth Borne und Gérald Darmanin

    Tanz der gekränkten Egos: Die jüngste Auseinandersetzung zwischen Élisabeth Borne und Gérald Darmanin

    In den Reihen der französischen Regierung ist ein neuer interner Konflikt entbrannt, der weit über persönliche Animositäten hinausweist. Im Zentrum steht ein offener Schlagabtausch zwischen Bildungsministerin Élisabeth Borne und Innenminister Gérald Darmanin, der exemplarisch für die zunehmenden Spannungen innerhalb des Kabinetts steht. Die Auseinandersetzung, geprägt von gegenseitigen Spitzen und politischen Grenzmarkierungen, offenbart nicht nur eine fragile Regierungsdynamik, sondern auch die vorzeitige Positionierung potenzieller Präsidentschaftsanwärter. Ausgangspunkt des jüngsten Disputs war eine Debatte über das Tragen religiöser Symbole – insbesondere des islamischen Hidschabs – im französischen Sport. Während internationale Sportverbände wie die FIFA das Tragen des Hidschabs auf dem Spielfeld erlauben, bleibt der französische Fußballverband bei seinem Verbot religiöser Zeichen. Diese Diskrepanz wurde rasch zur Projektionsfläche grundsätzlicher Differenzen über das Prinzip der …

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  • In vino veritas: Auf Spurensuche im Musée Vinéa Passion in Chablis

    In vino veritas: Auf Spurensuche im Musée Vinéa Passion in Chablis

    Chablis – ein Name wie ein Versprechen. Für viele klingt er nach feinen Weißweinen, nach kalkhaltiger Erde und französischer Lebensart. Wer allerdings nur an Chardonnay denkt, verpasst die stilleren Schätze dieser malerischen Kleinstadt im Burgund. Einer davon liegt etwas versteckt am Rande von Chablis: das Musée Vinéa Passion. Und genau dorthin führt unser heutiger Streifzug. […]

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  • Verkauf gegen Bitcoin: Wie Kryptowährungen langsam in französischen Einkaufszentren ankommen

    Verkauf gegen Bitcoin: Wie Kryptowährungen langsam in französischen Einkaufszentren ankommen

    Die Welt des digitalen Geldes verlässt das Internet – und macht es sich in Einkaufszentren bequem. Was vor wenigen Jahren noch wie ein Tech-Nerd-Traum klang, wird in Frankreich allmählich zur Realität: Mit Bitcoin, Ethereum und Tether kann man inzwischen nicht nur spekulieren, sondern auch shoppen gehen.

    Das klingt verrückt? Vielleicht. Aber es passiert wirklich.

    Immer mehr Geschäfte in Frankreich akzeptieren Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Besonders in Großstädten wie Paris, aber auch in kleineren Orten wie Talence nahe Bordeaux oder Cannes, wo einige Juweliere bereits mitziehen. Die ersten Zentren des Konsums haben sich geöffnet – wortwörtlich.

    Der Vorreiter unter den großen Namen ist das Kaufhaus Printemps. Seit Ende 2024 kann man dort mit Bitcoin bezahlen. Und laut Emmanuel Suissa, dem Partnerschaftsleiter des Unternehmens, läuft es blendend: „Wir hatten schon mehrere tausend Kunden, aus dem In- und Ausland.“

    Warum dieser Schritt?

    Nicht nur, um den Kunden den Einkauf zu erleichtern. Suissa bringt es auf den Punkt: Es geht auch um neue Zielgruppen. Menschen, die in Kryptowährungen investieren, sind oft technikaffin, jung, finanzstark – und bereit, ihr digitales Vermögen in der echten Welt auszugeben. Eine willkommene Gelegenheit für Händler, neue Kundenschichten zu erreichen.

    Denn Fakt ist: Über sechs Millionen Menschen in Frankreich besitzen bereits ein Kryptokonto. Und während viele ihre Coins als langfristige Anlage betrachten – ähnlich wie Gold – entdecken andere deren Potenzial im Alltag. Ein junger Nutzer erzählt: „Ich zahle damit für Apps und Abos – aber meistens halte ich sie zurück, um auf steigende Kurse zu hoffen.“

    Und da ist etwas dran. Der Bitcoin ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Innerhalb kurzer Zeit von 20 auf 100.000 Dollar – das sind keine Peanuts. Solche Entwicklungen ziehen Investoren magisch an. Und wenn dieser digitale Schatz nun auch noch für den Kaffee, das neue Paar Sneaker oder das Bahnticket genutzt werden kann? Warum nicht!

    Toulouse hat das erkannt. Die südfranzösische Stadt erlaubt seit Kurzem sogar die Bezahlung von Fahrkarten mit Kryptowährungen. Zwei Euro für ein Ticket, digital bezahlt – futuristisch und bequem.

    Doch nicht alles glänzt wie ein frisch geschürfter Coin.

    Ein Stolperstein bleibt: die französische Steuerpolitik. Claire Balva, Strategiechefin bei Deblock – einer neuen Online-Bank für Krypto-Enthusiasten – mahnt: Wer mit Kryptowährungen zahlt, muss diese Transaktionen ein Jahr später beim Finanzamt angeben. „Stellen Sie sich vor, Sie machen hundert solcher Käufe im Jahr – dann müssen Sie auch hundert Posten deklarieren. Das ist schon nervig.“

    Hinzu kommen oft Umrechnungsgebühren, meist zwischen einem und zwei Euro pro Transaktion. Für kleinere Käufe vielleicht abschreckend, aber für technikbegeisterte Nutzer kein unüberwindbares Hindernis.

    Und der Trend? Der zeigt eindeutig nach oben.

    Denn während die breite Masse noch skeptisch über Kryptos diskutiert, bauen findige Händler und Städte bereits die Infrastruktur dafür. Der Einstieg ist gemacht – der Rest wird kommen. Vielleicht nicht über Nacht, aber stetig.

    Was bleibt also von dieser kleinen Revolution in der Einkaufsstraße?

    Kryptowährungen mischen den Einzelhandel auf – leise, aber bestimmt. Noch sind es nur einige Geschäfte, einige Städte, einige mutige Kunden. Doch der Anfang ist gemacht. Die Technik steht bereit, das Interesse wächst und mit dem richtigen politischen Rahmen könnten Bitcoin & Co. bald so selbstverständlich sein wie die Kreditkarte.

    Wer hätte gedacht, dass digitales Geld einmal den Weg in die Brasserie um die Ecke findet?

    Von C. Hatty