Kategorie: Frankreich

  • Velouté de Topinambour & Trüffelöl – Ein samtiger Wintergruß aus der modernen französischen Küche

    Velouté de Topinambour & Trüffelöl – Ein samtiger Wintergruß aus der modernen französischen Küche

    Wenn die Tage kürzer werden und der Winter sich in der Landschaft spiegelt, beginnt in der französischen Küche die Hochsaison der Wurzeln. Sellerie, Pastinake, Schwarzwurzel – aber ein Gemüse erlebt in den letzten Jahren eine kleine Renaissance: die Topinambur. In der klassischen französischen Küche…

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  • Foie Gras auf Pain d’Épices mit Feigen-Chutney

    Foie Gras auf Pain d’Épices mit Feigen-Chutney

    Ein festlicher Klassiker im modernen Gewand – Adventsgenuss à la française

    Die Adventszeit in Frankreich ist eine geschmackliche Reise durch wärmende Gewürze, aromatische Früchte und opulente Zutaten. Während in deutschen Küchen Zimtsterne und Lebkuchen dominieren, entfaltet sich in französischen H…

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  • „Choose France“ richtet den Blick nach innen – Ein Strategiewechsel mit Signalwirkung

    „Choose France“ richtet den Blick nach innen – Ein Strategiewechsel mit Signalwirkung

    Am 17. November 2025 hat in Paris eine Premiere stattgefunden, die sich weniger durch die Form als durch ihren Inhalt von früheren Ausgaben abhob: Das bislang als internationales Werbeformat für Frankreichs Standortattraktivität bekannte Gipfeltreffen „Choose France“ wurde erstmals ausschließlich französischen Unternehmen gewidmet. Rund 200 Akteure – von Großkonzernen bis zu Start-ups – versammelten sich in der Maison de la Chimie im 7. Arrondissement der Hauptstadt, um sich mit Regierungsmitgliedern über die künftige Rolle des „Made in France“ auszutauschen. Was nach einem Formatwechsel klingt, ist in Wirklichkeit Teil einer tiefgreifenden wirtschaftspolitischen Neuausrichtung.

    Vom Werbeforum zur industriepolitischen Bühne Seit seiner Gründung im Jahr 2018 diente der Gipfel „Choose France“ vorrangig als Bühne für Investitionsankündigungen aus dem Ausland. In Anwesenheit des Präsidenten und zahlreicher Minister wurden regel…

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  • Frankreichs Wohnungsdebatte: Das Ende des sozialen Wohnens „auf Lebenszeit“?

    Frankreichs Wohnungsdebatte: Das Ende des sozialen Wohnens „auf Lebenszeit“?

    Vincent Jeanbrun, Frankreichs Minister für Stadt und Wohnen, hat eine politische Debatte losgetreten, die das Grundverständnis des sozialen Wohnens im Land erschüttern könnte. In einem Interview mit dem Journal du Dimanche am 16. November 2025 erklärte er unmissverständlich: Die Ära des „Wohnens auf Lebenszeit“ im HLM-System solle enden. Sein Ziel? Mehr Rotation, mehr Gerechtigkeit – und letztlich ein „Frankreich der Eigentümer“. Ein ambitionierter Vorstoß, der nun zwischen Idealismus, Realismus und Kritik oszilliert. Wohnen ist kein Dauerrecht – sondern ein Übergang Das Herzstück seiner Reformidee: ein neues Mietmodell, das soziale Mietverträge auf drei, sechs oder neun Jahre begrenzen soll – angepasst an Lebenslage, Haushaltsgröße oder Berufssituation. Jeanbrun spricht von einem „dynamischen Sozialmodell“, das nicht auf Stillstand, sondern auf Mobilität setzt. Nur so könne der drastisch niedrige Rotationswert von unter acht Prozent im sozialen Wohnungsbau aufgebrochen werden. Denn: R…

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  • Aligot-Rekord in Toulouse: Drei Tonnen Püree und ein Stück Rugby-Hoffnung

    Aligot-Rekord in Toulouse: Drei Tonnen Püree und ein Stück Rugby-Hoffnung

    Toulouse, die rosarote Stadt im Südwesten Frankreichs, ist bekannt für ihre Liebe zur Kultur, zur Wissenschaft – und zum guten Essen. Doch an diesem Novemberwochenende wurde die Stadt zur Bühne für ein kulinarisches Spektakel der Superlative: das erste Aligofest – mit einem ehrgeizigen Ziel. Drei Tonnen Aligot, 700 Kilo Saucisse de Toulouse, 25.000 hungrige Besucher und ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Was nach Volksfest klingt, hat einen ernsten Kern – und jede Menge geschmolzenen Käse. Kartoffelpüree mit Charakter Aligot ist weit mehr als nur eine regionale Spezialität aus dem Aveyron. Es ist ein Gericht, das Herz, Bauch und Seele wärmt – eine elastische, cremige Verbindung aus Kartoffeln, Tomme fraîche aus dem Aubrac, Knoblauch und Butter, traditionell serviert mit gegrillter Wurst. In seiner Heimat gilt das Gericht fast als sakral. Kein Wunder also, dass die Premiere des Aligofests in Toulouse nicht einfach irgendein Fest war – es war eine emotionale Hommage an südfranzös…

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  • Bücher mit Botschaft: Wie die extreme Rechte in Frankreich die Bestsellerlisten erobern will

    Bücher mit Botschaft: Wie die extreme Rechte in Frankreich die Bestsellerlisten erobern will

    Da stehen sie. Ordentlich aufgestapelt, prominent platziert, mit klangvollen Namen auf dem Cover: Zemmour, Bardella, de Villiers. Wer in französischen Bahnhofs- oder Flughafenbuchhandlungen unterwegs ist, kommt kaum an ihnen vorbei. Titel, die polarisieren, provozieren – und sich verkaufen. Oder doc…

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  • Verdun: Messe für Pétain sorgt für politische Kontroverse und Proteste

    Verdun: Messe für Pétain sorgt für politische Kontroverse und Proteste

    Verdun, 15. November 2025 – Eine von der „Association pour défendre la mémoire du maréchal Pétain“ (ADMP) organisierte Gedenkmesse für Philippe Pétain hat am Samstag in Verdun zu Protesten und politischen Reaktionen geführt. Die Zeremonie fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Kirche Saint-…

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  • Kommentar: Habt ihr wirklich nichts aus der Geschichte gelernt?

    Kommentar: Habt ihr wirklich nichts aus der Geschichte gelernt?

    Es ist eine Szene, die einem den Atem raubt. In der Stadt Verdun – dem Symbol französischer Standhaftigkeit, millionenfachen Leidens und nationaler Erinnerung – findet eine Messe statt. Nicht irgendeine. Sondern eine für Philippe Pétain. Den Mann, der einst als Held des Ersten Weltkriegs gefeiert wurde – und der später, als Chef des Vichy-Regimes, aktiv an der Verfolgung und Deportation von Juden mitwirkte. Verurteilt als Verräter. Und jetzt? Jetzt wird für ihn gebetet. Mitten in Verdun. Ausgerechnet.

    Man reibt sich die Augen. Fragt sich: Wie kann das sein? Wie konnte es so weit kommen, dass ausgerechnet in dieser Stadt, die wie kaum ein anderer Ort für Opfer, Widerstand und das Nie‑Wieder steht, ein solcher Akt der Rehabilitierung stattfinden darf? Eine Handvoll Mitglieder eines dubiosen Vereins trifft sich hinter Kirchentüren, feiert eine Messe – geschützt von Polizei, abgeschirmt vor Protestierenden. Und draußen, vor der Tür, ruft eine wütende Menge: „Pas de fachos à Verdun!“ Kein Platz für Faschisten. Schon gar nicht hier.

    Doch das reicht offenbar nicht. Das Gericht kassiert das Verbot des Bürgermeisters. Der Staat bleibt still. Die Kirche betet – angeblich unpolitisch. Aber ist ein Gebet für einen verurteilten Kollaborateur wirklich neutral? Kann man für jemanden beten, ohne eine Botschaft zu senden? Ohne eine historische Verantwortung zu unterwandern?

    Wem nützt so ein Gebet?

    Die Veranstalter sagen: Es gehe um Gedenken. Um spirituelle Würde. Um das Gebet für einen Verstorbenen. Doch wer genau hinhört, merkt schnell: Es geht nicht um Trauer – es geht um Umdeutung. Um eine perfide Form der Geschichtskosmetik. Wenn ein Vereinspräsident behauptet, Pétain habe „mehr Juden gerettet als Hitler deportiert“, dann wird die Linie zur Geschichtsfälschung überschritten. Dann ist es keine Erinnerung mehr – sondern ein Angriff auf die Wahrheit.

    Und die Politik? Entsetzt, empört, entrüstet – aber ohne Konsequenzen. Als ob Empörung allein reiche, um den Schaden zu begrenzen. Als ob es nicht schon schlimm genug sei, dass solche Events überhaupt juristisch gedeckt sind. Dass der Rechtsstaat – so stolz wir ihn feiern – in diesem Fall das Falsche schützt: nämlich das Recht, die Vergangenheit zu verzerren.

    Verdun ist mehr als ein Ort. Es ist ein Mahnmal. Ein heiliges Gelände des Gedenkens. Und wer diesen Raum für revisionistische Rituale nutzt, der missbraucht die Geschichte. Er zerstört das, wofür Generationen gekämpft haben: die klare Trennung zwischen Widerstand und Kollaboration, zwischen Heldentum und Verrat, zwischen Republik und Unterwerfung.

    Dass man das heute noch sagen muss – ist das eigentlich nicht schon der größte Skandal?

    Es gibt Dinge, über die man nicht streitet. Dinge, die nicht relativierbar sind. Die Kollaboration mit den Nationalsozialisten gehört dazu. Die Deportation von Kindern gehört dazu. Die Verbeugung vor einer Diktatur gehört dazu. Dass ausgerechnet ein katholisches Gotteshaus – das doch ein Ort der Versöhnung und nicht der Verwirrung sein sollte – hier zum Schauplatz einer symbolischen Provokation wird, ist kaum zu fassen.

    Es geht nicht um Pétain. Es geht um uns.

    Um unser Verhältnis zur Geschichte. Um unsere Fähigkeit zur Unterscheidung. Um unsere Bereitschaft, aus der Vergangenheit Lehren zu ziehen – oder sie zu verraten. Wenn wir in Verdun Pétain gedenken, gedenken wir dann nicht auch dem, was er repräsentiert? Der Kapitulation? Der Ausgrenzung? Dem Antisemitismus? Oder wollen wir wirklich glauben, dass man all das abtrennen kann – und nur den „alten Soldaten“ ehren?

    Verdun ist nicht der Ort für solche Spielchen.

    Nicht der Ort für falsche Ausgewogenheit. Nicht der Ort für revisionistische Gesten im Talar. Wer hier Pétain feiert, verlässt den Konsens unserer Republik. Und wer das zulässt, macht sich mitschuldig – an der schleichenden Erosion unserer Erinnerungskultur.

    Denn am Ende geht es nicht um gestern. Es geht um morgen.

    Darum, ob wir aus der Geschichte wirklich etwas gelernt haben – oder ob wir bereit sind, sie erneut zu verraten.

    Ein Kommentar von Daniel Ivers

  • Der Mann, der nie auffiel – Wie ein pädokrimineller US-Flüchtiger jahrelang unbehelligt in Frankreich lebte

    Der Mann, der nie auffiel – Wie ein pädokrimineller US-Flüchtiger jahrelang unbehelligt in Frankreich lebte

    Er war der nette Nachbar. Der engagierte Unternehmer. Der stille Familienvater, der seine Kinder zur Schule brachte, im Biomarkt einkaufte und Pilze züchtete. Nichts an dem Mann wirkte verdächtig. Und doch lebte Michael Wiseman unter falschem Namen – als international gesuchter Sexualstraftäter, der in den USA zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Die französische Polizei setzte seiner Tarnung am 1. November 2025 ein Ende. In Kilstett, einem beschaulichen Ort nördlich von Straßburg, klickten die Handschellen. Ein Doppelleben zwischen Gewächshaus und Kinderschutz Wiseman hatte sich in der Gemeinde nicht nur eingelebt – er hatte sich regelrecht eingerichtet. Mit seiner Frau, die er in Vietnam kennengelernt hatte, adoptierte er zwei Kinder und betrieb ein Unternehmen für Bio-Champignons. Über ein Jahr lang führte er hier ein Leben wie aus dem Werbeprospekt für Landflucht und Familienidyll. Dass er tatsächlich wegen schwerster Sexualverbrechen gesucht wurde, ahnte niemand…

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  • „Frankreich handelt leise“ – Der Fall Camilo Castro und die stille Kunst der Diplomatie

    „Frankreich handelt leise“ – Der Fall Camilo Castro und die stille Kunst der Diplomatie

    Mit der Rückkehr des französisch-chilenischen Yoga-Lehrers Camilo Castro aus venezolanischer Haft endet ein Fall, der mehr ist als eine persönliche Tragödie: Er erzählt von den Grenzen internationaler Rechtsstaatlichkeit, der Rolle diskreter Diplomatie und den Risiken für Einzelpersonen in geopolitisch aufgeladenen Regionen. Dass Castro nun wieder in Frankreich ist, ist ein Erfolg der französischen Außenpolitik – aber auch ein Lehrstück über das Spannungsfeld zwischen Menschenrechten und realpolitischen Zwängen.

    Ein Grenzübertritt mit Folgen Camilo Castro lebt und arbeitet in Kolumbien, ein Land, das seit Jahren angespannt auf die Entwicklungen im benachbarten Venezuela blickt. Als Castro im Juni 2025 zur kolumbianisch-venezolanischen Grenze reiste, um seine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern, geriet er – so die wenigen verfügbaren Informationen – offenbar in ein grenzüberschreitendes Niemandsland, das nicht nur geographi…

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