Kategorie: Frankreich

  • Hérault: Die Flotte der französischen Löschflugzeuge wird vergrössert

    Hérault: Die Flotte der französischen Löschflugzeuge wird vergrössert

    Bei der Bekämpfung von  grossen Bränden ist die Hilfe von Löschflugzeugen und Hubschraubern von entscheidender Bedeutung. Im Departement Hérault wurde eine neue Basis für die Brandbekämpfung aus der Luft eingerichtet.

    Dash, Canadairs, Hubschrauber… Ohne diese Löschflugzeuge, die Wasser und Brandschutzmittel auf die Brände und umliegende Gebiete abwerfen, ist es unmöglich, die immer häufiger auftretenden Riesen-Feuer zu stoppen. Im Departement Hérault ergänzt eine neue Einsatzbasis mit ungewöhnlichen Flugzeugen jetzt die französische Brandbekämpfungsflotte: Leichtflugzeuge, die bislang landwirtschaftlichen Einsätzen gewidmet waren. „Es handelt sich um ein recht einfaches Flugzeug, das aber gut geeignet ist, weil es in niedriger Höhe sehr wendig ist“, erklärt Laurent Michelet, Chefpilot bei Aria Firefighting.

    Laut der privaten Firma, die die Flieger an das Departement vermietet, sind die drei Flugzeuge einfach zu bedienen. Nur zwei Minuten seien nötig, um Wasser zu tanken und einzugreifen. Sie sollen auch günstiger im Betrieb sein: weniger als 1.000 Euro pro Flugstunde im Vergleich zu 16.000 Euro für einen Canadair. Für das Departement Hérault bedeutet das auch die Möglichkeit, jederzeit reagieren zu können. „Es ist möglich, dass die nationale Canadair-Flotte auf Korsika, im Bordeaux (Gironde) oder in den Alpes-Maritimes eingesetzt werden, so dass wir sie nicht für Brände in unserer Region abrufen können. Für uns ist eine erhöhte Sicherheit, eine eigene Luftflotte im Departement zu haben“, erklärt General Eric Florès, Direktor des Zivilschutzes (SDIS) des Departements Hérault.

  • Frankreichs Schulen beginnen das neue Schuljahr mit 4.000 unbesetzten Lehrerstellens

    Frankreichs Schulen beginnen das neue Schuljahr mit 4.000 unbesetzten Lehrerstellens

    In einer guten Woche werden Schüler und Lehrer Anfang September wieder zur Schule gehen – und immer noch sind fast 4.000 Lehrerstellen trotz aller Bemühungen der Schulbehörden noch unbesetzt. Weniger als zwei Monate, nachdem er öffentlich versprochen hatte, dass „in allen Schulen Frankreichs vor jed…

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  • Politik: Diese brennenden Probleme warten auf Emmanuel Macron

    Politik: Diese brennenden Probleme warten auf Emmanuel Macron

    Nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub am Dienstag, dem 23. August, muss Emmanuel Macron sofort mehrere heiße Eisen anpacken.  Emmanuel Macron ist am Dienstag, dem 23. August, nach Paris zurückgekehrt. Die brennenden Dossiers häufen sich auf dem Schreibtisch desPräsidenten der Republik. Bereits am vergangenen Freitag gab Emmanuel Macron in Bormes-les-Mimosas die Richtung an, als er die Franzosen dazu aufrief, ‚zu akzeptieren, einen Preis für die Freiheit zu zahlen‘. Der Herbst wird schwierig für die französische Regierung – so sieht es die Korrespondentin des Senders France 2. Mit Élisabeth Borne die vorrangigen Dossiers festlegenNeben der Inflation, die im Juli 2022 im Jahresvergleich um 6,1 % gestiegen ist, sowie den Unsicherheiten der Bevölkerung in Bezug auf die Kaufkraft und die Energiepreise wird die Regierung im Herbst daran arbeiten müssen, ihre verschiedenen Reformen ohne absolute Mehrheit im Parlament umzusetzen. Heute Abend soll Emmanuel Macron mit seiner Premierministerin…

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  • Lyon: Zwei minderjährige Tretrollerfahrer von Krankenwagen überfahren

    Lyon: Zwei minderjährige Tretrollerfahrer von Krankenwagen überfahren

    Die Kinder „fuhren auf einer Busspur und der Krankenwagen, der sie erfasste, war auf dem Weg zu einem Einsatz“, sagte ein Verantwortlicher der Feuerwehr des Departements Rhône.

    Zwei Minderjährige, ein Junge und ein Mädchen, die in Lyon auf einem Tretroller unterwegs waren, starben am Montagabend, dem 22. August, nachdem sie von einem privaten Krankenwagen gerammt worden waren, wie die Feuerwehr des Departements Rhône mitteilte. „Wir wurden um 18.20 Uhr zu einem Unfall mit einem Tretroller gerufen, der von einem privaten Krankenwagen gerammt wurde (…) Als wir am Unfallort eintrafen, waren die beiden Personen, die zum Zeitpunkt des Unfalls auf demselben Tretroller fuhren, bereits verstorben“, erklärte ein Verantwortlicher der Feuerwehr des Departements gegenüber der Nachrichtenagentur AFP und bestätigte damit eine Meldung der Regionalzeitung Le Progrès.

    „Sie sind schnell gestorben“, sagte ein Beamter und bestätigte, dass es sich um einen minderjährigen Jungen und ein minderjähriges Mädchen handelte, deren Alter nicht angegeben wurde. Der Unfall ereignete sich am 5 Quai du Maréchal Joffre im zweiten Arrondissement von Lyon. Die Opfer „fuhren auf einer Busspur und der Krankenwagen, der sie erfasste, war auf dem Weg zu einem Einsatz“, erklärte der Sprecher der Feuerwehr. Der Fahrer des Krankenwagens und sein Kollege wurden mit einem Schock ins Krankenhaus Édouard Herriot gebracht.

    Der Unfallort in Lyon
  • Bouches-du-Rhône: Gefährlicher Feuerausbruch in den Alpilles – 600 Feuerwehrleute mobilisiert

    Bouches-du-Rhône: Gefährlicher Feuerausbruch in den Alpilles – 600 Feuerwehrleute mobilisiert

    Das Feuer brach am Montag gegen 16 Uhr zwischen Aureille und Eyguières aus. Bisher sind keine Wohnhäuser gefährdet.

    Das Feuer, das am Montag, dem 22. August, sehr schnell 125 Hektar Busch- und Strauchland im Herzen des Alpilles-Massivs verbrannte, entwickelt sich inzwischen „günstig“, auch wenn es noch nicht vollständig unter Kontrolle ist, wie die Feuerwehr des Departements Bouches-du-Rhône auf dem Sender France Bleu Provence mitteilt. 600 Feuerwehrleute und 200 Löschfahrzeuge sind im Einsatz: Nach Angaben der Feuerwehr wurden auch Kräfte aus den benachbarten Departements Var, Vaucluse und Hérault zur Verstärkung herangezogen. Auch aus der Luft werden umfangreiche Mittel eingesetzt: acht Canadair-, drei Dash-Löschflugzeuge und mehrere Wasserbombenhubschrauber.

    Das Feuer brach gegen am Montag, 22. August, gegen 16 Uhr zwischen Aureille und Eyguières aus. Bisher sind keine Wohnhäuser gefährdet. Die Flammen wurden von heftigem Wind mit Böen von 90 km/h angefacht, wie die Feuerwehr berichtet. Das Alpilles-Massiv wurde erst am Montag, dem 22. August, wegen der hohen Brandgefahr aufgrund der Trockenheit und des Mistrals auf Warnstufe Rot gesetzt.

  • Tod von Darja Dugina: Wladimir Putin verurteilt Attentat als „schändliches Verbrechen“

    Tod von Darja Dugina: Wladimir Putin verurteilt Attentat als „schändliches Verbrechen“

    Die junge Frau und Tochter des Putin-Vertrauten Alexander Dugin wurde laut dem russischen Ermittlungskomitee am Samstagabend etwa 40 Kilometer südwestlich von Moskau bei meiner Explosion getötet.

    Wladimir Putin sprach am Montag, dem 22. August, von einem „schändlichen Verbrechen“, nachdem die Tochter seines Vertrauten und National-Ideologen Aölexander Dugin bei der Explosion ihres Autos in der Nähe von Moskau ums Leben gekommen war. Für das Attentat macht Putin Kiew verantwortlich. „Ein schändliches, grausames Verbrechen hat das Leben von Daria Dugina, einer brillanten und talentierten Person mit einem wahrhaft russischen Herzen, vorzeitig beendet“, meinte der russische Präsident in einer vom Kreml veröffentlichten Beileidsbekundung, die an die Angehörigen der jungen Frau gerichtet war.

    Der Anschlag ereignete sich am Samstagabend, dem 20. August, etwa 40 km südwestlich von Moskau, wie das russische Ermittlungskomitee berichtete. Russland beschuldigt die Ukraine, die Tochter des National-Ideologen Alexander Dugin, der als kremlnah gilt, getötet zu haben.

    Der „Mord“ an Daria Dugina, der Tochter von Alexander Dugin, „wurde von ukrainischen Spezialdiensten vorbereitet und begangen“, hatte der russische Geheimdienst FSB in einer von russischen Agenturen zitierten Erklärung veröffentlicht. Laut FSB sei die Person, die Daria Duginas Auto mit einer Sprengfalle versehen hat, anschließend nach Estland geflohen.

  • Saône-et-Loire: Festival für Liebhaber des mythischen Volkswagen-Bullis

    Saône-et-Loire: Festival für Liebhaber des mythischen Volkswagen-Bullis

    Der VW-Bus ist ein Mythos der 60er und 70er Jahre. Er ist viel mehr als nur ein Auto, er ist eine Geisteshaltung. In einem winzigen Dorf im Departement Saône-et-Loire in der Nähe von Cluny fand ein Bulli-Treffen statt, zu dem Fans aus ganz Europa angereist waren.

    Zurück in die Vergangenheit, willkommen in den Sechzigern. Der legendäre Volkswagen-Bulli, mit richtigem Namen „Transporter“, ist das Symbol der 60er und 70er schlechthin. Vor fünf Jahren wurde Vincent mit dem VW-Bus-Virus infiziert und kaufte ein Modell aus dem Jahr 1981. „Wenn wir mit dem Bulli fahren, drehen sich die Leute nach uns um und lächeln“, sagt er vor der Kamera von France 3. Der Zimmermann hat das Innere und das Äußere komplett selbst renoviert. Minimaler Komfort für maximale Freiheit. Insgesamt waren es mehr als 1.500 VW-Bus-Besitzer, die sich in Chérizet (Saône-et-Loire) zu einem Festival zusammengefunden haben, das diesem Fahrzeug gewidmet ist.

    Ein Look, eine Linie, ein Lebensstil
    Teilen, tauschen, schöne Maschinen bewundern: Die Stimmung ist festlich, aber auch geschäftlich. Tomy ist Rumäne und fährt seit jeher mit einem VW-Bus. Er möchte seinen Bus aus dem Jahr 1974 verkaufen, für die stolze Summe von 38.000 Euro, dem derzeitigen Marktpreis für ein gut erhaltenes Fahrzeug dieses Alters. „Man muss sehen, wie viel die Restaurierung kostet. Man muss nach Deutschland, manchmal sogar nach England fahren, um nach Originalteilen zu suchen“, sagt er. Ein Look, eine Linie, ein Lebensstil: Das Fahrzeug der berühmten deutschen Marke zieht auch heute noch immer mehr Menschen in seinen Bann. Im Jahr 2019 zählte das Festival 10.000 Besucher. In diesem Jahr lag die Messlatte bei 25.000.

  • Luftfahrt: Die Linke will Privatjets verbieten – die Regierung denkt über eine Regulierung nach

    Luftfahrt: Die Linke will Privatjets verbieten – die Regierung denkt über eine Regulierung nach

    Die Frage nach der Nutzung von Privatjets stellt sich in Frankreich mit zunehmender Dringlichkeit. Während grüne Abgeordnete ein Verbot anstreben, denkt Verkehrsminister Clément Beaune über eine Regulierung ihrer Nutzung nach. Die Sängerin Taylor Swift, der Filmemacher Steven Spielberg und die Milliardäre Bernard Arnault und Vincent Bolloré wurden diesen Sommer in den sozialen Netzwerken wegen ihrer zahlreichen Reisen in Privatjets an den Pranger gestellt. Nun zeigt auch der Verkehrsminister Clément Beaune mit dem Finger auf diese Flüge und denkt darüber nach, sie „für mehr Fairness“ zu regulieren. „Ich denke, wir müssen handeln und die Flüge mit Privatjets regulieren. Sie sind das Symbol einer Zweiklassengesellschaft“, sagte er in der Zeitung Le Parisien. Fünf Flüge an einem Tag für Vincent Bolloré.Drei Möglichkeiten könnten zur Debatte stehen: die Besitzer in die Verantwortung nehmen und sie auffordern, ihre Reisen zu mäßigen, sie zu mehr Transparenz zwingen, indem sie ihre Flugstrec…

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  • Wetter: Hitze, Gewitter… Was uns diese Woche in Frankreich erwartet

    Wetter: Hitze, Gewitter… Was uns diese Woche in Frankreich erwartet

    Für diese Woche wird wieder große Hitze erwartet: Das Thermometer wird am Mittwoch und Donnerstag auf über 30°C steigen, im Südwesten sogar auf bis zu 35°C. Für das Wochenende sind Gewitter mit Starkregen vorhergesagt.

    Nach den Gewittern und der Rückkehr des Regens in der vergangenen Woche wurde für Frankreich eine neue Hitzewelle vorausgesagt. Das wird aber keine so starke Hitzewelle mehr werden, wie Frankreich sie in den vergangenen Monaten mehrfach erlebt hat  Zwar wird der Südwesten hohe Temperaturen verzeichnen, aber sie werden nicht so heiß sein, wie es die Wettermodelle ursprünglich vermuten ließen. Am kommenden Wochenende werden dann auch wieder der Starkregen und die Gewitter zurückkehren. 

    Montag, 22. August
    Météo France erwartet einen bedeckten Himmel auf der Westseite des Landes. Von der Bretagne bis zum Baskenland und südlich der Garonne wird es am Montag regnerisch sein. Wolken werden den Himmel über dem Hexagon durchziehen und sich am Nachmittag in Richtung Nordosten Frankreichs bewegen. Auf der Mittelmeerseite, von der Küste bis zu den Alpen, wird der Himmel hingegen klar bleiben.

    Wetterkarte
    Météo France – Montag, 22.08.2022

    Die Temperaturen steigen am Mittelmeer auf bis zu 31°C. Im Rest des Landes werden zwischen 20°C und 27°C erwartet.

    Dienstag, 23. August
    Die Westseite des Landes wird am Vormittag unter zum Teil dichten Wolken bleiben. Der Osten des Landes wird von der Sonne verwöhnt. An der Küste im Finistère wird zu einzelnen Regenfällen kommen. Im Laufe des Tages werden sich die Wolken auflösen und die Temperaturen könnten allgemein steigen.

    Météo France – Dienstag, 23.08.2022

    Laut Météo France werden „ab Dienstag südlich der Loire die Temperaturen bei sonnigem Wetter steigen“. So könnten in Perpignan (Pyrénées-Orientales) und Montpellier (Hérault) am Nachmittag etwa 32°C erreicht werden. Andernorts wird das Thermometer voraussichtlich nicht über 30°C steigen.

    Mittwoch, 24. August
    Wenig oder keine Wolken am Mittwoch im ganzen Land, außer vormittags an der baskischen Küste. Die Sonne wird in weiten Teilen des Landes scheinen. Im Westen wird der Himmel leicht bewölkt sein, aber im Großen und Ganzen werden die Temperaturen am Mittwoch stetig ansteigen.

    Météo France – Mittwoch, 24.08.2022

    Météo France spricht von einer „Hitzespitze“, d. h. das Thermometer wird in vielen Orten die 30°C-Marke überschreiten. Im Südwesten werden Spitzenwerte von 35°C erwartet.

    Donnerstag, 25. August
    Donnerstag ist der Tag der eintreffenden Gewitter. Am Vormittag wird es einige Schauer im Baskenland und im Norden des Landes geben. Auch am Donnerstag wird der Himmel im Osten klar sein. Im Laufe des Tages werden sich starke Gewitter von der Atlantikküste bis in den westlichen Süden ausbreiten. Auch in der Nordhälfte Frankreichs ist mit Regen zu rechnen.

    Météo France – Donnerstag, 25.08.2022

    In ganz Frankreich werden trotz der Gewitter schwül warme Temperaturen gemessen werden. Bis zu 30°C etwa werden in Perpignan erwartet. In der Provence werden 31°C erwarten, dort wird die Sonne den ganzen Tag über scheinen.

    Freitag, 26. August
    Der Regen wird sich über ganz Frankreich durchsetzen. Am Morgen wird die Diagonale Südwest / Nordost bis nach Lille unter Regenwolken liegen. In Region der PACA wird es hingegen weiterhin sonnig sein. Am Nachmittag dann wird sich der Regen bis in den Süden des Landes ausbreiten.

    Météo France – Freitag, 26.08.2022

    Die Temperaturen werden auch am Freitag relativ stabil bleiben: Bis zu 31°C werden in Perpignan erwartet. Im restlichen Frankreich wird es zwischen 21°C und 28°C warm werden.

  • Abwasser, Meerwasser, Regenwasser – was kann gegen die Dürre helfen

    Abwasser, Meerwasser, Regenwasser – was kann gegen die Dürre helfen

    Seit Ende Juli ist Frankreich mit einer historischen Dürre konfrontiert, die in weiten Teilen des Landes zu hoher Wasserknappheit geführt hat. Da sich dieses Szenario aufgrund des Klimawandels wahrscheinlich in den kommenden Jahren wiederholen wird, suchen Wissenschaftler nach neuen Ressourcen. Sie lassen sich von Pionieren im Ausland, insbesondere in Wüstenländern, inspirieren und experimentieren mit verschiedenen Techniken.

    In rund 100 französischen Gemeinden sind die öffentlichen Leitungen abgestellt und es fließt kein Wasser mehr aus den Hähnen. Die außergewöhnliche Trockenheit, die das Land seit Ende Juli heimsucht – die schwerste seit 1959 – hat Flüsse und Grundwasser austrocknen lassen. Die Regierung, die Kommunalverwaltungen haben strenge Beschränkungen einführen müssen und müssen zum Teil das Trinkwasser in Tankwagen heran holen oder in Flaschen verteilten.

    Gleichzeitig fangen Experten und Wissenschaftler an, nach neuen Wegen suchen, um Wasser bereitzustellen und zu nutzen. In einigen Ländern sind einige dieser Ideen bereits weit verbreitet, doch in Frankreich haben sie noch Schwierigkeiten, sich durchzusetzen, was oft auf strenge Vorschriften und Umweltbedenken zurückzuführen ist.

    Wiederverwendung von Abwasser
    „Frankreich und die Europäische Union müssen die Wiederverwendung von Abwasser modernisieren“, eird Julie Mendret, Forscherin am Institut für Membranen der Universität Montpellier, von France 24 zitiert. „Heute werden in Frankreich weniger als 1% des Brauchwassers aufbereitet und wiederverwendet. In Italien sind es 8% und in Spanien 14%“, erläutert sie. „Wir sind weit entfernt von einigen Ländern, in denen dies völlig normal ist, insbesondere in Golfstaaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Katar. In Israel, das in diesem Bereich Pionierarbeit leistet, liegt der Anteil bei 80%.“

    In Europa wird das Wasser, das in unseren Wasserhähnen landet, aus dem Grundwasser gewonnen und dann in Trinkwasseraufbereitungsanlagen gereinigt. Nach dem Verbrauch wird es in Kläranlagen gereinigt, bevor es wieder in Flüsse geleitet wird. Würde es entsprechend bearbeitet, könnte es wieder in die Wasserleitungen zurückgeführt werden.

    In Frankreich werden täglich 19.000 m3 Abwasser wiederverwendet, um landwirtschaftliche Kulturen zu bewässern und Golfplätze zu bewässern. „Man könnte diese Verwendungszwecke durchaus ausweiten, um Straßen zu reinigen oder Grünflächen zu bewässern“, versichert Julie Mendret. „Und warum nicht noch einen Schritt weiter gehen und aus diesem recycelten Wasser wieder Trinkwasser reproduzieren?“

    In der Vendée wird das Jourdain-Projekt demnächst mit einer solchen Lösung experimentieren. Anstatt ins Meer geleitet zu werden, soll ein Teil des Wassers aus der Kläranlage der Gemeinde Les Sables-d’Olonne ausgeleitet und aufbereitet werden, bevor es wieder in die Trinkwasserkreisläufe eingespeist wird. Das wäre eine europäische Premiere, wird aber zum Beispiel in Singapur und sogar im afrikanischen Namibia bereits umgesetzt.

    Ihrer Meinung nach wird Frankreich durch „zu anspruchsvolle Vorschriften“ und Schwierigkeiten bei der Akzeptanz solcher Projekte auf lokaler Ebene gebremst. Im März hat die Regierung jedoch die Verwendungsmöglichkeiten für wiederaufbereitetes Wasser ausgeweitet, um das Grundwasser aufzufüllen oder Brände zu bekämpfen. Auf europäischer Ebene riefen die Mitgliedsländer am 3. August dazu auf, solche Projekte schneller voranzutreiben.

    Klar ist allerdings auch, dass nicht alles Wasser wiederverwertet werden kann. Nicht selten ist es unerlässlich, das geklärte Wasser wieder in Flüsse einzuleiten, um die Fließgeschwindigkeit aufrechtzuerhalten und die Artenvielfalt zu schützen. Aber solche Optionen bleiben vor allem für Küstengebiete, in denen Abwasser oft ins Meer geleitet wird, sehr interessant. Ins Meer abgeleitetes geklärtes Brauchwasser ist verlorenes Süßwasser.

    Nutzung von Regenwasser
    Experten und Expertinnen rufen dazu auf, die Nutzung von Regenwasser, das a priori nicht trinkbar ist, in Privathaushalten zu einzuführen. In Frankreich ist das gesamte Wasser, das für die verschiedensten Anwendungen verbraucht wird, wertvolles Trinkwasser. Bisher darf man in Frankreich Regenwasser nur zum Gießen des Gartens verwenden. In Belgien oder Deutschland funktionieren viele Häuser bereits schon seit einige Zeit mit Zweikreissystemen: Das Trinkwasser kommt nur in die Wasserhähne, um es zu trinken und zu duschen. Der Rest, Toilettenspülungen etc., wird mit Regenwasser gespeist, das in individuellen Tanks gelagert wird.

    Mit entsprechenden Systemen könnte man dieses nicht trinkbares Wasser sogar mehrfach verwenden. Einige L$änder recyceln es drei- oder viermal. In Israel sind es fünf oder sechs Kreisläufe, die diese „graue“ Wasser durchläuft.

    Meerwasser entsalzen
    Auf Korsika und in der Bretagne, in den kleinen Gemeinden Rogliano und auf der Insel Groix, wollten die Bürgermeister angesichts der Dürre eine andere Lösung ausprobieren: die Entsalzung von Meerwasser.

    Wie das Recycling von Abwasser wird auch diese Technik im Ausland bereits häufig eingesetzt. Die Internationale Vereinigung für Entsalzung, ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Industrieunternehmen und NGOs, zählt weltweit über 17.000 solcher Anlagen. Insgesamt sind mehr als 300 Millionen Menschen für ihren Wasserbedarf darauf angewiesen. Die größten Nutzer von Entsalzungsanlagen sind Saudi-Arabien und Israel. Auch die nordafrikanischen Maghreb-Staaten haben in den letzten Jahren massiv in diese Technik investiert. In Jordanien etwa soll bis 2026 eine Anlage am Roten Meer errichtet werden, die nach Angaben der Behörden 250 bis 300 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr produzieren soll, was etwa 750 Millionen Litern Wasser pro Tag entspricht.

    Diese Technik bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Entsalzungsanlagen sind sehr energieintensiv und daher für viele Gemeinden noch zu teuer. Vor allem aber produziert sie das Abfallprodukt Salzlauge, deren Entsorgung noch nicht zufriedenstellend geregelt ist. Laut einem UN-Bericht werden im Durchschnitt für jeden erzeugten Liter Süßwasser 1,5 Liter dieses salzhaltigen Schlamms wieder in den Ozean geleitet, was die Ökosysteme durcheinanderbringen kann.

    Nebel und Tau einfangen
    Anderswo auf der Welt gibt es eine Unzahl von Lösungen in kleinerem Maßstab. In Chile zum Beispiel wird Wasser aus dem Nebel gesammelt. Diese Technik, die es schon seit der präkolumbianischen Zeit gibt, ist sehr einfach: An nebligen Tagen werden engmaschige Netze aufgestellt. Die kleinen Wassertröpfchen bleiben darin hängen und rieseln dann in Container. Ein billiges, umweltfreundliches und natürliches Verfahren, das jedoch nur unter ganz bestimmten Wetterbedingungen funktioniert.

    Laurent Royon, Forscher am Interdisziplinären Laboratorium für Zukunftsenergien in Paris, untersucht die Möglichkeit, Tautropfen aufzufangen. „Diese Technik könnte überall eingesetzt werden, sogar in Wüsten, wo es nachts kalt ist“, wird der Wissenschaftler von France 24 zitiert. Experimente laufen bereits in Indien, Benin und Marokko. Die Ausbeute ist jedoch mit nur etwa 0,5 Litern pro Kubikmeter Luft und pro Nacht begrenzt.

    Eisberge bewegen, Regen fallen lassen…
    Während alle oben erwähnten Techniken bereits in mehr oder weniger großem Umfang weltweit eingesetzt werden, wollen andere Wissenschaftler noch einen Schritt weiter gehen und versuchen, bisher unerschlossene Wasserreservoirs anzuzapfen. In einer im Mai veröffentlichten Studie mit dem Titel „Unkonventionelle Wasserressourcen“ listen Forscher der Vereinten Nationen ein Dutzend solcher Möglichkeiten auf.

    Doch einige dieser Wege erweisen sich letztlich als kontraproduktiv. Ein Beispiel ist die „Wolkenimpfung“, mit der man Regen auf Kommando auslösen könnte. Die Idee, die seit den 1960er Jahren vor allem in China erforscht wird, besteht darin, das das in der Erdatmosphäre in den Wolken vorhandene Wasser zu nutzen. Nur 10-15% des in den Wolken enthaltenen Wassers fällt letztendlich als Regen. Forscher versuchen, die Niederschlagsmenge zu erhöhen, indem sie Aerosole beispielsweise durch kleine Raketen oder Feuerwerkskörper in die Wolken schiessen. Das Problem ist, dass nicht nur die Wirksamkeit dieser Technik umstritten ist, sondern dass eine Änderung des Wetters auch Kettenreaktionen in anderen Teilen der Welt auslösen könnte, die nur schwer vorhersehbar sind.

    Ebenso umstritten ist die Idee, Eisberge, die aus Süßwasser bestehen, zu bewegen. Fast vierzig Jahre lang beschäftigte dies den französischen Ingenieur Georges Mougin, der versuchte, riesigen Eisblöcke in Länder zu bewegen, die unter Dürre und Trockenheit leiden. Im Jahr 2010 kam man aber zu dem Schluss, dass es fünf Monate und 4.000 Tonnen Öl braucht, um einen Eisberg von Kanada auf die Kanarischen Inseln zu transportieren. Eine Idee also, die zu viele technologische, ökologische und finanzielle Probleme aufwirft.