Kategorie: Blick in die Welt

Neuigkeiten, Einschätzungen und Meinungen zu Ereignissen, die die Welt bewegen.

  • Trumps Handelsstrategie: Mehr als nur Zölle – und weitere World-News

    Trumps Handelsstrategie: Mehr als nur Zölle – und weitere World-News

    Während Dutzende Länder in einem Wettlauf versuchen, noch vor Ablauf einer Frist am Donnerstag Handelsabkommen mit den USA zu schließen, verfolgt Präsident Trump eine Strategie, die über den klassischen Fokus auf Märkte und Handelsdefizite hinausgeht: Er fordert milliardenschwere Investitionen in die Vereinigten Staaten.

    Die Taktik des Präsidenten erinnert an seinen „Art of the Deal“-Ansatz. Mit wirtschaftlichem Druck zwingt er seine Handelspartner de facto dazu, finanzielle Zusagen zu machen – oder andernfalls mit drastischen Zöllen zu rechnen.

    Für viele Handelsexperten stellt sich dabei die Frage, ob Trump noch mit Partnern oder bereits mit Geiseln verhandelt. Einige Beispiele verdeutlichen den Charakter dieser Abkommen:

    • Südkorea sicherte sich einen niedrigeren Zollsatz, indem es Investitionen in Höhe von 350 Milliarden Dollar in den USA sowie Käufe von Flüssigerdgas im Wert von 100 Milliarden Dollar zusagte.
    • Die Europäische Union kündigte an, amerikanische Energie im Umfang von 750 Milliarden Dollar zu kaufen und Investitionen von mindestens 600 Milliarden Dollar durch europäische Unternehmen zu tätigen.
    • Japan kündigte einen Fonds über 550 Milliarden Dollar für Investitionen in den Vereinigten Staaten an.

    Handelsexperten warnen jedoch davor, diese spektakulären Zahlen überzubewerten. Im Gegensatz zu Zöllen sind Investitions- und Kaufverpflichtungen schwerer durchzusetzen, und ihre oft vage Formulierung deutet darauf hin, dass manche Länder auf kreative Wege hoffen, um Trumps Zollforderungen zu umgehen. Einige Versprechen erscheinen zudem unrealistisch und bleiben inhaltlich unscharf.

    Weitere Entwicklungen zu den US-Zöllen:

    • Indien bezeichnete Trumps Androhung zusätzlicher Zölle als „unbegründet und unangemessen“ und kündigte an, „alle notwendigen Maßnahmen“ zum Schutz der eigenen Interessen zu ergreifen.
    • Malaysia: Die dortige Solarindustrie, die bereits unter der Biden-Regierung massiv unter Zöllen gelitten hatte, dient nun als warnendes Beispiel für die Region.
    • Die Schweiz zeigte sich überrascht von der Verhängung eines 39-prozentigen Strafzolls und kündigte an, Trump ein „attraktiveres Angebot“ zu unterbreiten, um die Abgabe zu senken.

    Musk erhält Aktienpaket im Wert von 29 Milliarden Dollar

    Tesla hat bekanntgegeben, dass dem CEO Elon Musk ein neues Aktienpaket im Wert von rund 29 Milliarden Dollar zugesprochen wurde. Ziel ist es, den umstrittenen Milliardär langfristig an das Unternehmen zu binden, nachdem ein Gericht zuvor ein früheres, milliardenschweres Vergütungspaket aufgehoben hatte.

    Das neue Paket kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sowohl Umsatz als auch Gewinn von Tesla rückläufig sind. Der Konzern verliert Marktanteile – auch aufgrund von Musks politischem Engagement aufseiten der US-amerikanischen Rechten, das insbesondere bei liberalen Kunden für Unmut sorgt.

    Details: Musk kann das neue Aktienpaket nach zwei Jahren abrufen. Damit würde sein Anteil an Tesla auf knapp 16 Prozent steigen – bei aktuellem Börsenkurs ein Vermögen von über 150 Milliarden Dollar.


    Mehr als 140 Tote bei Bootsunglück vor Jemen befürchtet

    Mindestens 74 afrikanische Migranten galten gestern nach dem Kentern eines Bootes vor der Küste Jemens weiterhin als vermisst. Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen mit. Die laufenden Such- und Rettungsaktionen nähren jedoch die Befürchtung, dass insgesamt über 140 Menschen ums Leben gekommen sein könnten.

    Das Unglück ereignete sich auf einer stark frequentierten, jedoch gefährlichen Route, die viele Afrikaner auf dem Weg in die Golfstaaten nutzen, um dort Arbeit zu finden. Überfüllung und fehlende Sicherheitsausrüstung gelten als Hauptursachen des Unglücks.


    Weitere wichtige Nachrichten:

    • Israel: Eine große Gruppe ehemaliger Sicherheitschefs reiht sich in die wachsende Zahl israelischer Stimmen ein, die ein Ende des Kriegs in Gaza fordern.
    • Rüstung: Russland erklärte, sich künftig nicht mehr an den INF-Vertrag zum Verbot von Mittelstreckenraketen gebunden zu fühlen. Die USA hatten Moskau bereits zuvor Vertragsverstöße vorgeworfen.
    • Libanon: Nach dem jüngsten Krieg mit Israel weigert sich die Hisbollah, ihre verbliebenen Waffen abzugeben.
    • Weltraum: Die kommissarische Leiterin der NASA ordnete eine beschleunigte Entwicklung eines Kernreaktors für den Einsatz auf dem Mond an.
    • Russland: Satellitenaufnahmen zeigen, dass das Erdbeben der vergangenen Woche auch einen russischen Atom-U-Boot-Stützpunkt beschädigt hat.
    • Automobilindustrie: Der Fahrdienstleister Lyft plant, ab kommendem Jahr chinesische, selbstfahrende Elektrofahrzeuge in Deutschland und Großbritannien einzusetzen.
    • Ukraine: Trumps Sondergesandter für Friedensmissionen, Steve Witkoff, erwägt eine Reise nach Russland, um eine Einigung mit dem Kreml zu sondieren.
    • El Salvador: Das Parlament hat eine Verfassungsänderung gebilligt, die Präsident Nayib Bukele eine unbegrenzte Amtszeit ermöglicht.
    • Neuseeland: Eine Frau wurde festgenommen, nachdem ein Kleinkind lebend in einem Koffer im Gepäckraum eines Reisebusses gefunden worden war.

    Autor: P. Tiko

  • USA und Israel setzen auf „Alles-oder-nichts“-Abkommen für Gaza – und andere World-News

    USA und Israel setzen auf „Alles-oder-nichts“-Abkommen für Gaza – und andere World-News

    Nach monatelangen, ins Stocken geratenen Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln im Gazastreifen haben US-amerikanische und israelische Regierungsvertreter signalisiert, dass sie künftig auf ein umfassendes Abkommen zur Beendigung des Kriegs drängen wollen.

    „Wir glauben, dass wir diese Verhandlungen auf ein ‚Alles oder nichts‘-Format umstellen müssen – alle kommen nach Hause“, sagte Steve Witkoff, Nahost-Gesandter unter der Trump-Regierung, in einer Audioaufnahme eines Treffens mit Angehörigen von Geiseln am vergangenen Wochenende.

    Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump arbeiten dem Vernehmen nach an einem Vorschlag, der die Hamas vor ein Ultimatum stellen würde: Entweder sie lässt alle verbliebenen Geiseln frei und stimmt Bedingungen zur Entwaffnung der Organisation zu – oder Israels Militäreinsatz wird fortgesetzt.

    Die Aussicht auf ein rasches Vorankommen bei einem solchen Abkommen erscheint derzeit jedoch gering. Mahmoud Mardawi, ein Hamas-Vertreter, erklärte, seine Organisation habe bisher keinen Vorschlag für ein Gesamtpaket erhalten. Zwar unterstütze die Hamas eine umfassende Vereinbarung grundsätzlich, jedoch werde man sich nicht entwaffnen lassen.

    Der Wandel im Tonfall erfolgt in einem Moment zunehmender internationaler Kritik an der humanitären Lage im Gazastreifen – insbesondere an der drohenden Hungersnot – sowie wachsendem innenpolitischen Druck auf die israelische Regierung, die verbleibenden Geiseln freizubekommen. Am Freitag veröffentlichte die Hamas ein Video, das den abgemagerten Evyatar David, einen der mutmaßlich noch lebenden zwanzig Geiseln, in einem unterirdischen Tunnel zeigt.


    Trumps Zollpolitik stürzt Lesotho ins Chaos

    Als die Trump-Regierung vergangene Woche ihre neuen Importzölle finalisierte, schien das kleine südafrikanische Königreich Lesotho glimpflich davonzukommen: Statt der ursprünglich im April angekündigten 50 Prozent sollte das Land nur mit einem Zollsatz von 15 Prozent belegt werden. Doch der eigentliche Schaden war da bereits angerichtet.

    Analysten berichten über dramatische Folgen für Lesotho. Die Textilindustrie, die 90 Prozent der industriellen Arbeitsplätze im Land stellt, geriet durch die angedrohten Strafzölle ins Wanken. Zahlreiche US-Firmen stornierten ihre Bestellungen. Einige Fabriken mussten ihre Produktion ganz oder teilweise einstellen – tausende Arbeitsplätze gingen verloren.

    Seit über zwanzig Jahren exportiert Lesotho Textilien zollfrei in die USA – ermöglicht durch ein entsprechendes Handelsgesetz. Doch Trumps 50-Prozent-Drohung führte zu einem abrupten Vertrauensverlust der amerikanischen Auftraggeber.


    Putin verschärft Kontrolle über russisches Internet

    Präsident Wladimir Putin hat vergangene Woche neue Gesetze unterzeichnet, die gezielt gegen Umgehungsmethoden vorgehen, mit denen russische Bürger bislang auf ausländische Apps und gesperrte Inhalte zugreifen konnten.

    Die Kreml-Strategie zielt darauf ab, das russische Internet vollständig unter staatliche Kontrolle zu bringen. Dafür werden westliche Technologieprodukte zunehmend durch russische Alternativen ersetzt, die leichter überwachbar und zensierbar sind. Ein Beispiel ist der neue staatlich genehmigte Messenger-Dienst „MAX“, der ab kommendem Monat auf allen in Russland verkauften Smartphones vorinstalliert sein muss.

    Zudem weitet Moskau seine Bemühungen aus, sogenannte VPN-Dienste zu blockieren und deren Nutzung durch Privatpersonen zu unterbinden – ein Schritt, der auch wirtschaftliche und bildungspolitische Folgen haben dürfte.


    Weitere wichtige Meldungen

    Russland: Ein ruhender Vulkan auf der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten des Landes ist erstmals seit 400 Jahren wiede ausgebrochen.

    Ukraine: Die Behörden nahmen mehrere Beamte fest. Ihnen wird Beteiligung an einem Korruptionsskandal bei Rüstungsbeschaffungen vorgeworfen.

    Migration: Über 60 Migranten sind ums Leben gekommen, als ihr überladenes Boot auf dem Weg nach Jemen kenterte.

    Öl: Acht OPEC-Plus-Staaten, angeführt von Saudi-Arabien, kündigten an, ihre Fördermengen trotz sinkender Nachfrageprognosen weiter zu erhöhen.

    Indien: Die Regierung erklärte, weiterhin günstiges Öl aus Russland zu kaufen – trotz Sanktionsdrohungen durch US-Präsident Trump.

    Trump: Gegen Jack Smith, den ehemaligen Sonderermittler im Fall Trump, wurde ein Verfahren eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, möglicherweise gegen das Neutralitätsgesetz für Bundesangestellte verstoßen zu haben.

    China: Staatsbedienstete wurden angewiesen, ihre Reisepässe abzugeben. Die Behörden wollen Auslandsreisen und Kontakte ins Ausland einschränken.

    Chile: Retter entdeckten die Leichen dreier vermisster Bergleute nach einem Grubenunglück in einer großen Kupfermine. Zwei weitere werden noch vermisst.

    Haiti: Ein Team amerikanischer Söldner, das gegen Banden in Haiti eingesetzt werden sollte, musste vorzeitig abziehen. Zwei seiner Mitglieder gelten als vermisst und vermutlich tot.

    Autor: P. Tiko

  • Arabische Staaten fordern erstmals Entwaffnung der Hamas – und andere World-News

    Arabische Staaten fordern erstmals Entwaffnung der Hamas – und andere World-News

    Erstmals haben sich die arabischen Staaten einhellig hinter die Forderung gestellt, dass die Hamas ihre Waffen niederlegen, alle Geiseln freilassen und ihre Herrschaft über den Gazastreifen beenden solle – Bedingungen, die nach Ansicht dieser Staaten den Weg zur Gründung eines palästinensischen Staates ebnen könnten.

    Die 22 Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga verurteilten zudem die Angriffe der Hamas vom 7. Oktober auf Israel, die den verheerenden Gaza-Krieg ausgelöst hatten. Die überraschende Erklärung, die auf einer UN-Konferenz in New York abgegeben wurde, ruft auch zur Entsendung einer „temporären internationalen Stabilisierungsmission“ auf, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde eingeladen werden solle.

    Außerdem: Steve Witkoff, Nahost-Gesandter von Donald Trump, traf sich gestern in Jerusalem zu Gesprächen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu.


    Russland bombardiert Kiew auch nach US-Sanktionsdrohung

    Russland hat Kiew gestern erneut mit Raketen und Drohnen attackiert. Mehr als zwei Dutzend Einschläge wurden in der ukrainischen Hauptstadt registriert, mindestens 16 Menschen kamen ums Leben. Über 150 weitere wurden verletzt. Die Angriffe begannen um Mitternacht mit Schwärmen explosiver Drohnen, gefolgt von Raketenangriffen in den frühen Morgenstunden.

    Die Attacke erfolgte kurz nachdem Donald Trump Russland nochmals mit neuen Sanktionen gedroht hatte, sollte Präsident Wladimir Putin die Kämpfe nicht binnen zehn Tagen beenden. Russische Offizielle wiesen dies zurück.


    Weitere wichtige Meldungen

    Myanmar: Die Militärregierung hat den vier Jahre andauernden Ausnahmezustand aufgehoben – wenige Monate vor den im Dezember geplanten Wahlen, die von Oppositionsgruppen boykottiert werden sollen.

    Pazifik: Nach einem schweren Erdbeben wurden Teile des Nordpazifiks, insbesondere vor der russischen Fernostküste, von heftigen Nachbeben erschüttert.

    USA: Die Familie von Virginia Giuffre, die Jeffrey Epstein beschuldigte, sie als Jugendliche sexuell missbraucht zu haben, zeigte sich empört über jüngste Äußerungen Donald Trumps über sie.

    Gesundheit: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ein neues Implantat zur Behandlung von rheumatoider Arthritis zugelassen, das den Vagusnerv im Hals stimuliert.

    Technologie: Tech-Giganten aus dem Silicon Valley wie Meta werben A.I.-Talente inzwischen mit Verträgen im Wert von bis zu 250 Millionen Dollar an.

    Kalifornien: Nachdem Kamala Harris nicht für das Amt der Gouverneurin kandidieren wird, rücken nun mögliche Nachfolgekandidaten in den Fokus.

  • Trump verhängt 50-Prozent-Zölle gegen Brasilien – und andere World-News

    Trump verhängt 50-Prozent-Zölle gegen Brasilien – und andere World-News

    Die USA haben gestern Strafzölle in Höhe von 50 Prozent auf Importe aus Brasilien verhängt – der bislang höchste Zollsatz, den Präsident Donald Trump in seiner aktuellen Amtszeit gegen ein anderes Land erlassen hat.

    Zudem belegte Washington einen Richter des brasilianischen Obersten Gerichtshofs mit Sanktionen. Der betroffene Richter ist für das Strafverfahren gegen Ex-Präsident Jair Bolsonaro zuständig – einem Verbündeten Trumps, der beschuldigt wird, nach seiner Wahlniederlage 2022 einen Umsturzversuch organisiert zu haben.

    Diese Schritte markieren eine drastische Verschärfung der diplomatischen Krise zwischen der US-Regierung und Brasilien, dem größten Land Lateinamerikas. Sie gelten als deutliche Missbilligung des amtierenden Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, der sich seit Wochen öffentlich Trumps Forderungen widersetzt.

    Trump hatte Brasilien zuvor mit 50-Prozent-Zöllen gedroht, sollte das Land die Anklage gegen Bolsonaro nicht fallenlassen. Anstatt bis zur angekündigten Frist am Freitag zu warten, unterzeichnete Trump jedoch bereits gestern eine entsprechende Exekutivanordnung.

    In einem Interview mit der New York Times, das kurz vor der offiziellen Bekanntgabe der neuen Zölle geführt wurde, zeigte sich Lula empört. Er warf Trump vor, Brasilien „herumkommandieren“ zu wollen und ernst gemeinte Gesprächsangebote ignoriert zu haben.

    „Wir sehen das mit größtem Ernst“, sagte Lula. „Aber Ernsthaftigkeit verlangt keine Unterwürfigkeit.“


    Auch Indien droht ein Handelskonflikt mit den USA

    Trump kündigte gestern an, dass ab Freitag ein Einfuhrzoll von 25 Prozent auf indische Produkte in Kraft treten werde – die Frist, die er für den Abschluss neuer Handelsabkommen mit den USA gesetzt hat.

    Zugleich kritisierte er Indiens hohe Handelsbarrieren und dessen anhaltende Käufe von Energie und Rüstungsgütern aus Russland scharf. Die Ankündigung erhöht den Druck auf Neu-Delhi, sich auf ein Abkommen einzulassen. Der angekündigte Zollsatz liegt nur einen Prozentpunkt unter dem, den Trump Indien bereits im April angedroht hatte. Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern fällt die Maßnahme besonders hart aus: Für Indonesien, die Philippinen, Vietnam und Japan lagen die Zollsätze jeweils bei 20 Prozent oder weniger.

    Indien ist derzeit der zwölftgrößte Handelspartner der Vereinigten Staaten. Nach anfänglichen Hoffnungen auf ein baldiges Abkommen scheint sich der Verhandlungsprozess zuletzt festgefahren zu haben. Das indische Handelsministerium erklärte in einer Mitteilung, man halte weiterhin an dem Ziel eines fairen bilateralen Abkommens fest.


    Kanada will Palästinenserstaat unter Bedingungen anerkennen

    Kanada schloss sich Großbritannien und Frankreich an und erklärte, im Rahmen der UN-Generalversammlung im September die palästinensische Staatlichkeit anerkennen zu wollen. Wie London knüpft auch Ottawa diese Anerkennung an bestimmte Bedingungen, wie Premierminister Mark Carney betonte.

    Demnach müsse die Palästinensische Autonomiebehörde die Terrororganisation Hamas aus einer künftigen Regierung ausschließen, israelische Geiseln freilassen und im kommenden Jahr – zum ersten Mal seit 2006 – Wahlen abhalten. Carney sagte, er habe diese Forderungen in einem Telefonat mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas erörtert.


    Weitere wichtige Meldungen

    • Tsunami-Gefahr: Ein Erdbeben der Stärke 8,8 – eines der stärksten jemals gemessenen – ereignete sich vor der russischen Pazifikküste und löste weitreichende Flutwellen aus.
    • Flugverkehr: Zwei der größten Flughäfen Londons – Heathrow und Gatwick – mussten gestern aufgrund eines Radarausfalls den Startbetrieb zeitweise einstellen.
    • Handelsabkommen: Trump verkündete ein neues Abkommen mit Südkorea, das 15 Prozent Zölle auf südkoreanische Produkte vorsieht – deutlich weniger als die zunächst angedrohten 25 Prozent.
    • Afrika: Acht Tote wurden gemeldet, nachdem ugandische Soldaten in Südsudan auf einst verbündete Truppen trafen und ein Gefecht ausbrach.
    • Kanada: Die Gesundheitsbehörden verzeichnen mehr als 4.200 Masernfälle in diesem Jahr – deutlich mehr als in den meisten westlichen Ländern.
    • Taiwan: Die US-Regierung, derzeit auf heikle Gespräche mit China fokussiert, forderte Präsident Lai Ching-te auf, einen geplanten Zwischenstopp in New York abzusagen.
    • Prominenz: Ein gemeinsames Abendessen von Katy Perry und Justin Trudeau in Montreal sorgte für Gesprächsstoff in den USA und Kanada.

    Autor: P. Tiko

  • Großbritannien will Palästina als Staat anerkennen – wenn kein Waffenstillstand kommt. World-News

    Großbritannien will Palästina als Staat anerkennen – wenn kein Waffenstillstand kommt. World-News

    Der britische Premierminister Keir Starmer kündigte am gestrigen Tag an, dass sein Land den Staat Palästina im September anerkennen werde, falls Israel keiner Waffenruhe mit der Hamas zustimme und den Krieg nicht beende, der in Gaza zu massenhafter Hungersnot geführt hat. Die Erklärung folgt auf eine ähnliche Ankündigung Frankreichs in der vergangenen Woche.

    Neben einem Waffenstillstand forderte Starmer von der israelischen Regierung die verbindliche Zusage, auf eine Annexion des besetzten Westjordanlands zu verzichten und sich auf einen Friedensprozess einzulassen, der in einem souveränen palästinensischen Staat münden soll. Dass Israel diesen Forderungen nachkommt, gilt als äußerst unwahrscheinlich.

    Starmer steht innenpolitisch unter Druck, nachdem in der britischen Öffentlichkeit massive Empörung über Bilder hungernder Kinder in Gaza aufgekommen ist. „Die Lage ist einfach untragbar“, erklärte der Premierminister.

    Die Verzweiflung vor Ort ist inzwischen sogar aus dem Weltraum sichtbar: Ein Satellitenbild zeigt Hunderte Menschen, die sich um einen Hilfskonvoi in Khan Younis drängen.

    Weitere Entwicklungen in Gaza:

    – Eine von den Vereinten Nationen unterstützte Gruppe zur Ernährungssicherheit erklärte, dass sich in Gaza das „Worst-Case-Szenario einer Hungersnot“ verwirkliche.
    – Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte mit, dass die Zahl der Todesopfer infolge des Krieges inzwischen 60.000 überschritten habe.
    – Bezalel Smotrich, Israels rechtsradikaler Finanzminister, sagte, das Land sei „so nah wie nie zuvor“ daran, Siedlungen im Gazastreifen wiederaufzubauen.
    – Die republikanische US-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, Unterstützerin des MAGA-Flügels, sprach von einem „Völkermord“ in Gaza, eine markante Abweichung von der Parteilinie und ein Anzeichen wachsender Skepsis gegenüber Israels Vorgehen innerhalb der amerikanischen Rechten.

    Erdbeben löst Tsunami-Warnungen weltweit aus

    Ein Erdbeben der Stärke 8,8 – möglicherweise das sechststärkste jemals gemessene – hat heute Nacht vor der Küste Russlands den Meeresboden erschüttert. Tsunamiwarnungen wurden für Hawaii, Alaska, Kalifornien und Japan ausgegeben. Millionen Menschen verfolgen gespannt die Entwicklungen, da in einzelnen Regionen Wellen von bis zu drei Metern erwartet werden.

    Die gesamte US-Westküste steht unter Beobachtung. In Hawaii riefen Behörden die Bevölkerung auf, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben. Aufnahmen aus Russland nahe dem Epizentrum zeigen stark schwankende Gebäude und überflutete Küstengebiete.

    Kontext: Tsunamis können sich mit über 800 km/h durch tiefes Wasser bewegen und binnen weniger Stunden ganze Ozeane durchqueren. Anders als im Film sind sie keine gewaltigen Wellenberge, sondern treten eher als plötzliche Überflutungen in mehreren, sich steigernden Wellen auf.

    Russische Angriffe töten mindestens 22 Menschen in der Ukraine

    Wenige Stunden nachdem Donald Trump dem Kreml ein neues Ultimatum zur Beendigung des Ukrainekriegs gesetzt hatte, startete Russland eine Angriffswelle, bei der mindestens 22 Menschen getötet wurden – so die ukrainische Regierung.

    In Saporischschja starben mindestens 16 Menschen bei einem nächtlichen Angriff auf ein Gefängnis. Ein weiteres Ziel war ein Krankenhaus mit Geburtsstation in der Region Dnipro. Insgesamt sollen 73 Städte und Dörfer getroffen worden sein.

    In Moskau wurden Trumps Drohungen mit neuen Sanktionen weitgehend ignoriert. Trump erklärte gegenüber Journalisten, dass Strafmaßnahmen womöglich nicht wirken werden, da Präsident Wladimir Putin „offenbar den Krieg fortsetzen will“.

    WEITERE MELDUNGEN:

    China: Heftige Regenfälle in Peking und umliegenden Regionen führten zum Tod von mindestens 38 Menschen.
    Handel: US-amerikanische und chinesische Spitzenbeamte erklärten, dass noch keine Einigung zur Vermeidung eines Handelskriegs erzielt wurde, man jedoch weiterverhandeln wolle.
    Indien: Der Innenminister gab bekannt, dass Sicherheitskräfte drei pakistanische Staatsbürger getötet hätten, die für einen tödlichen Anschlag in Kaschmir im April verantwortlich gemacht werden.
    New York City: Ein bewaffneter Täter, der vier Menschen in einem Bürogebäude in Manhattan erschoss, hatte möglicherweise die NFL im Visier.
    USA: Der oberste Impfstoff- und Gentherapieexperte der FDA ist Berichten zufolge zurückgetreten, nachdem eine rechte Aktivistin eine öffentliche Kampagne gegen ihn geführt hatte.
    Börse: Die Aktien des dänischen Pharmaunternehmens Novo Nordisk stürzten um über 20 Prozent ab, nachdem eine Gewinnwarnung veröffentlicht wurde.
    Diplomatie: Nordkorea signalisierte Gesprächsbereitschaft gegenüber der Trump-Regierung – jedoch ohne Verzicht auf das eigene Atomwaffenarsenal.

  • Trump über Gaza: „Wir müssen die Kinder ernähren“ – und andere World-News

    Trump über Gaza: „Wir müssen die Kinder ernähren“ – und andere World-News

    US-Präsident Donald Trump sprach gestern von einer „echten Hungersnot“ im Gazastreifen und widersprach damit einer Aussage des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, wonach in dem Gebiet genügend Nahrungsmittel vorhanden seien.

    „Das ist wirklicher Hunger, das sieht man, und das kann man nicht vortäuschen“, sagte Trump bei einem Auftritt mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in Schottland. „Wir müssen die Kinder ernähren.“

    Trumps Äußerungen markieren eine bemerkenswerte Wende in seiner Haltung gegenüber Gaza. Er kritisierte das derzeitige System der Hilfsgüterverteilung als ineffektiv und kündigte an, mehr Lebensmittelausgabestellen einrichten zu wollen – mit Unterstützung Großbritanniens.

    Internationale Hilfsorganisationen, Experten und Mediziner berichten seit Monaten von einer sich ausbreitenden Hungersnot im Gazastreifen, die durch die strengen Einschränkungen der israelischen Regierung bei der Hilfslieferung verschärft werde. Bislang hatte sich Trump mit direkter amerikanischer Hilfe für die Palästinenser zurückgehalten und vor allem die Hamas dafür verantwortlich gemacht, Hilfsgüter zu unterschlagen. Noch am Sonntag sagte er, die Krise sei „kein Problem der USA, sondern ein internationales Problem“.


    Ist das US-EU-Handelsabkommen gut für Europa?

    Viele Details des neuen Handelsabkommens zwischen den USA und der EU sind noch nicht finalisiert, doch die Reaktionen reichen von verhalten positiv bis scharf ablehnend. Deutschlands Kanzler äußerte vorsichtige Zustimmung, während Frankreichs Premierminister das Abkommen als „dunklen Tag“ bezeichnete.

    Das Abkommen wird von großer Tragweite sein: Der Waren- und Dienstleistungsaustausch zwischen den USA und der EU beläuft sich auf fast zwei Billionen Dollar jährlich. Dennoch ist es noch zu früh, um die tatsächlichen Auswirkungen zu beurteilen. Einzelheiten – etwa die Liste der EU-Produkte, die von den 15-prozentigen US-Zöllen ausgenommen werden – sind noch unklar. Besonders betroffen könnten europäische Pharmakonzerne sein, die Medikamente wie Botox oder das Abnehmmittel Ozempic produzieren – ein Milliardengeschäft, das nun unter Druck geraten könnte. Für amerikanische Verbraucher könnte das steigende Medikamentenpreise und höhere Versicherungsbeiträge bedeuten.

    Auch wenn das Abkommen Europas Wirtschaft kaum zugutekommt, bindet es Trump möglicherweise stärker in außenpolitische Themen ein, die für viele europäische Staats- und Regierungschefs von zentraler Bedeutung sind – etwa der Krieg in der Ukraine.


    Tödliche Schießerei in Midtown Manhattan

    Ein Polizist und drei weitere Menschen wurden gestern getötet, als ein Mann mit einem Sturmgewehr vom Typ AR-15 in einem Hochhaus in Midtown Manhattan das Feuer eröffnete – kurz vor Feierabend. Ein fünftes Opfer wurde lebensgefährlich verletzt, wie die Behörden mitteilten.

    Der Schütze erschoss sich anschließend selbst. Die Polizei geht davon aus, dass er allein handelte. Die Ermittlungen dauern an.


    Weitere Schlagzeilen

    Russland: Trump kündigte an, er würde Wladimir Putin nun nur noch 10 bis 12 Tage geben, um den Krieg in der Ukraine zu beenden – andernfalls drohten neue Sanktionen.

    Thailand: Die Regierungschefs von Thailand und Kambodscha einigten sich auf einen Waffenstillstand, um die Grenzgefechte zu beenden, bei denen bislang mindestens 38 Menschen ums Leben kamen.

    USA: Harvard signalisiert offenbar die Bereitschaft, bis zu 500 Millionen Dollar auszugeben, um einem Streit mit der Trump-Regierung ein Ende zu setzen.

    Medizin: Leberkrebs fordert jährlich über 700.000 Todesopfer – laut einer neuen Studie könnten drei von fünf Fällen verhindert werden, wenn Hauptursachen wie Alkoholkonsum und Fettleibigkeit bekämpft würden.

    China: Der berühmte Abt des Shaolin-Tempels, Shi Yongxin, steht unter dem Verdacht der Veruntreuung und „unangemessener Beziehungen“ zu Frauen.

    Gesundheit: Eine neue Studie zeigt, dass eine Kombination gesunder Lebensgewohnheiten – darunter Bewegung, gesunde Ernährung, Denksport und soziale Aktivitäten – die kognitive Leistung bei Demenzrisikopatienten verbessern kann.

    Iran: Nach fünf Jahren Dürre droht Teheran in wenigen Wochen das Wasser auszugehen.

  • 28. Juli: Wenn Geschichte Tag macht – weltweit und in Frankreich

    28. Juli: Wenn Geschichte Tag macht – weltweit und in Frankreich

    Der 28. Juli trägt nicht zufällig das Flair des Bedeutenden. Er ist ein Datum, das in der Geschichte immer wieder seine Fingerabdrücke hinterlässt – sei es durch Revolution, Katastrophe oder Wandel. Ob Frankreich, China oder die USA: Wer diesen Tag durch die Jahrhunderte betrachtet, stößt auf einen Flickenteppich aus Tragik, Aufbruch und politischer Sprengkraft.


    Der Weltenbrand beginnt

    1. Der erste Weltkrieg nimmt offiziell seinen Anfang. Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg – ein Akt, der wie ein Dominostein das fragile europäische Bündnissystem zum Einsturz bringt. Die Folge: Ein Krieg, wie ihn die Welt bis dahin nicht kannte. Innerhalb weniger Tage stehen fast alle europäischen Großmächte im Krieg. Die Schlachten von Verdun, die Marne und der Stellungskrieg in Flandern – sie alle wurzeln in diesem 28. Juli.

    Kaum ein Tag lässt so greifbar spüren, wie aus diplomatischem Kalkül apokalyptische Realität wird. Und heute? Der 28. Juli erinnert an die Gefahr nationaler Überheblichkeit – eine Mahnung im Zeitalter globaler Unsicherheiten.


    Feuer, Tod und Stahl: Die dunkle Seite der Moderne

    Am selben Tag im Jahr 1943 trifft eine britische Bombardierung Hamburg. Was folgt, ist ein Feuersturm – nicht bloß ein Angriff, sondern ein Inferno, das Zehntausende Leben fordert. Die Stadt wird zum Flammenmeer, der Himmel färbt sich rot, der Asphalt schmilzt. Die moderne Kriegsführung zeigt ihre grausamste Fratze. Der Feuersturm ist ein Wendepunkt in der Luftkriegsstrategie – und eines der erschütterndsten Kapitel im kollektiven Gedächtnis Norddeutschlands.

    Zwei Jahre später, am 28. Juli 1945, durchschlägt ein amerikanischer Bomber bei Nebel das Empire State Building. Kein Angriff, sondern ein Unfall – doch er steht sinnbildlich für das Spannungsverhältnis von Technologie und Sicherheit. Es zeigt sich: Selbst das Symbol des Fortschritts kann innerhalb von Sekunden zur Todesfalle werden.


    Natur gegen Mensch

    China, 1976: Tangshan bebt. Das Erdbeben der Stärke 7,8 verwüstet die Stadt nahezu vollständig. Über 240.000 Menschen sterben. Es ist eine der tödlichsten Naturkatastrophen der Menschheitsgeschichte – und ein stiller Meilenstein für Chinas Katastrophenschutz. Tangshan wird zum Symbol für Wiederaufbau – und für ein Regime, das anfangs schwieg und verdrängte. Erst viel später wurde offen über die Tragweite gesprochen.

    Heute gilt das Beben als Wendepunkt im Umgang der chinesischen Führung mit Krisenkommunikation. Die Parallelen zur Covid-Zeit? Nicht zu übersehen.


    Der Tag, an dem Frankreichs Geschichte kippte

    1. Der 10. Thermidor des Jahres II – nach damaligem Revolutionskalender – markiert den Sturz Robespierres. Der einstige Vorkämpfer der Revolution, selbst zum Architekten der Guillotine geworden, wird nun ihr Opfer. Innerhalb eines Tages kippt das Machtgefüge – das Schreckensregime endet abrupt. Der 28. Juli 1794 wird zum Symbol dafür, wie radikale Systeme in sich zusammenbrechen, wenn ihre Führer die Kontrolle verlieren. Und gleichzeitig: Ein Beweis, wie instabil Macht auf Angst gebaut ist.

    Wenige Jahrzehnte später, 1830: Die Julirevolution in Frankreich erreicht ihren dramatischen Höhepunkt. Die Hauptstadt Paris steht Kopf. Am 28. Juli liefern sich Bürger und königliche Truppen erbitterte Gefechte. Barrikaden werden errichtet, das Volk kämpft gegen die Politik der Restauration. Am Ende muss Charles X. abdanken. An diesem Tag entscheidet sich: Frankreich will keine rückwärtsgewandte Monarchie mehr.

    Aus diesem Funken entzündet sich der Ruf nach Bürgerrechten – nicht nur in Frankreich, sondern europaweit.


    Attentat in der Julisonne

    Ein weiteres, oft übersehenes Ereignis: 1835 feuert ein politischer Attentäter namens Giuseppe Fieschi mit einer selbstgebauten „höllischen Maschine“ auf König Louis-Philippe. Er verfehlt sein Ziel, doch das Gerät tötet 18 Menschen – unter ihnen hohe Offiziere. Was folgt, ist eine Welle der Repression. Pressefreiheit wird eingeschränkt, Demonstrationen verboten. Der 28. Juli 1835 steht exemplarisch für eine politische Zäsur – Angst vor Umsturz führt zur Kontrolle des öffentlichen Raumes.

    Ein Thema, das uns bis heute begleitet. Wie viel Sicherheit verträgt die Freiheit?


    Menschen, die Spuren hinterlassen

    Es ist auch ein Tag großer Geburten. Der französische Künstler Marcel Duchamp, einer der Begründer des Dadaismus und Vordenker der Konzeptkunst, kommt am 28. Juli 1887 zur Welt. Er revolutioniert den Kunstbegriff – nicht durch Farbe, sondern durch Denken. Seine „Ready-mades“ stoßen Debatten an, die noch heute in Galerien und Museen nachhallen.

    Auch Jacqueline Kennedy, spätere First Lady der USA, wird am 28. Juli geboren – im Jahr 1929. Stil-Ikone, politische Figur, kulturelles Aushängeschild. Ihr Einfluss reichte weit über Mode und Glamour hinaus – sie prägte ein neues Selbstverständnis politischer Frauenfiguren.


    Und heute?

    Was sagt uns dieser Tag heute? Ganz einfach: Geschichte ist keine Ansammlung toter Daten. Der 28. Juli zeigt, wie tiefgreifend ein einzelner Tag wirken kann. Er war Kulisse für Kriegsanfänge und politische Umstürze, für Kulturrevolutionen und Naturkatastrophen.

    Und er zeigt, dass die Menschheit – trotz aller Technik, trotz aller Machtspiele – nie ganz Herr über das ist, was kommt.

    Es ist ein Tag, der mahnt. Aber auch ein Tag, der inspiriert. Und manchmal – man glaubt es kaum – macht er neugierig darauf, was wohl am nächsten 28. Juli passiert.

  • Warum Ukrainer mitten im Krieg protestieren – und andere World-News

    Warum Ukrainer mitten im Krieg protestieren – und andere World-News

    Tausende Menschen gingen in der vergangenen Woche auf die Straße, um gegen Versuche der ukrainischen Regierung zu protestieren, zwei unabhängige Antikorruptionsbehörden zu entmachten. Präsident Wolodymyr Selenskyj sah sich gezwungen, zurückzurudern und die Unabhängigkeit der Institutionen wiederherzustellen. Die Protestierenden haben – vorerst – gewonnen.

    Diese öffentliche Unmutsbekundung durchbrach ein Tabu, das seit Beginn der russischen Invasion galt: Kritik an der Regierung und Gefährdung der inneren Einheit in Kriegszeiten. Doch sehen die Demonstrierenden den Kampf für den Erhalt demokratischer Institutionen als so grundlegend, dass er nicht bis zum Ende des Krieges warten kann. Denn eben diese Institutionen sind es, die den Kern des ukrainischen Widerstands gegen Russland bilden.

    Die Ukraine kämpft an zwei Fronten – gegen Russland und gegen die Korruption. Doch in gewisser Weise handelt es sich um denselben Kampf: einen für die Demokratie.

    Ein Teil der Wut speist sich aus dem Gefühl, Selenskyj habe einen Verrat begangen. Er wurde 2019 mit einem dezidierten Antikorruptionsprogramm gewählt. In der vergangenen Woche unterzeichnete er jedoch ein Gesetz, das die beiden bislang unabhängigen Antikorruptionsbehörden unter staatliche Kontrolle stellen sollte – just in dem Moment, in dem diese Ermittlungen gegen Abgeordnete seiner Partei und Mitglieder seines Kabinetts führen. (Gegen Selenskyj selbst wird nicht ermittelt.)

    Die Empörung erklärt sich auch aus der politischen Sprengkraft des Themas Korruption. Für viele Ukrainerinnen und Ukrainer ist es eng verknüpft mit der Geschichte und der künftigen Ausrichtung ihres Landes.

    Ein Grund, warum die jüngsten Proteste als so bedeutsam empfunden werden, liegt in ihrer historischen Parallele zu den Demonstrationen von 2014 – am selben Ort, dem Maidan-Platz in Kiew. Damals richtete sich der Protest unter anderem gegen die russlandfreundliche Haltung des damaligen Präsidenten Wiktor Janukowytsch, einem engen Vertrauten Putins, der eine Annäherung der Ukraine an Westeuropa blockierte.

    Auch 2014 ging es um Korruption. Janukowytschs unrechtmäßig erworbener Reichtum galt als Sinnbild für die weitverbreitete Kleptokratie im Land. Und ein Staat mit dem Ruf als korruptestes Land Europas hätte – unabhängig von der politischen Führung – niemals Aussicht auf einen EU-Beitritt gehabt.

    Die Maidan-Proteste führten nicht nur zum Sturz Janukowytschs, sondern auch zur Besetzung der Krim durch Russland im selben Jahr – und, wie viele Beobachter meinen, letztlich zur umfassenden Invasion im Jahr 2022. Mit anderen Worten: Der Kampf für gute Regierungsführung ist untrennbar mit dem heutigen Kriegsgeschehen verbunden.


    Weitere wichtige Nachrichten

    Handel:
    Vorläufige Einigung: Nach wochenlangen schwierigen Verhandlungen haben sich die USA und die EU auf einen Basiszoll von 15 Prozent für die meisten EU-Güter verständigt.
    US-Präsident Trump gab bekannt, die EU habe zugesagt, US-Energieprodukte im Wert von 750 Milliarden Dollar zu kaufen und ihre Investitionen in den USA um über 600 Milliarden Dollar zu erhöhen. Das Abkommen könnte zur Beruhigung der wirtschaftlichen Beziehungen beitragen und Sorgen vor einem eskalierenden Handelskonflikt dämpfen.

    Weitere Meldungen:

    • Gaza: In einem überraschenden Schritt erklärte Israel, es habe militärische Operationen in drei Teilen des Gazastreifens vorübergehend eingestellt, um mehr humanitäre Hilfe zu ermöglichen.
    • Hunger: Mindestens drei Krankenhäuser im Gazastreifen verfügen nicht mehr über die nötigen Nährlösungen zur Behandlung unterernährter Kinder und Erwachsener. Pflegepersonal berichtet von Ohnmachtsanfällen aufgrund von Hunger und Dehydration.
    • Südostasien: Die Regierungschefs von Thailand und Kambodscha wollen sich heute in Malaysia zu Gesprächen über eine Waffenruhe treffen.
    • Deutschland: Bei einem Zugunglück nahe Ulm entgleiste ein Personenzug. Laut Polizei kamen mindestens drei Menschen ums Leben, 41 Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

  • Flammendes Europa: Warum der Kontinent seine Wälder nicht mehr in den Griff bekommt

    Flammendes Europa: Warum der Kontinent seine Wälder nicht mehr in den Griff bekommt

    Die Rauchfahnen sind längst nicht mehr zu übersehen – weder am Himmel noch in der politischen Debatte. Europa steht in Flammen. Griechenland, die Türkei, Italien, Kroatien und selbst Deutschland ringen mit Wald- und Buschbränden von historischem Ausmaß. Es brennt nicht mehr nur punktuell, es brennt systematisch. Und das ist das eigentliche Alarmsignal.

    Denn was sich in diesem Sommer 2025 abspielt, ist kein Naturereignis im herkömmlichen Sinn – es ist eine Klimakrise auf dem Brennpunkt. In Griechenland mussten nördlich von Athen, auf Kreta und Thasos ganze Ortschaften evakuiert werden, Touristen suchten Schutz an Stränden, während der heiße Meltemi-Wind das Feuer wie ein Blasebalg anfachte. Die Bilder gleichen jenen aus den Jahren zuvor – nur dramatischer, zerstörerischer, dichter an den urbanen Randzonen. Die Nähe zur Hauptstadt macht deutlich: Die Brandgefahr ist keine ländliche Angelegenheit mehr, sondern eine urbane Realität.

    Ähnlich dramatisch zeigt sich die Lage in der Türkei. In den Provinzen Izmir, Bilecik und Aydın griffen die Flammen rasend schnell um sich. 50.000 Menschen wurden evakuiert, zwei Menschen starben. Und während der Rauch dichter wird, bleibt die politische Aufarbeitung diffus. Es herrscht Krisenmanagement, aber kein Krisenbewusstsein. Warum ist das so?

    Auch Deutschland war und ist betroffen – und das nicht zum ersten Mal. Brandenburg, mit seinen sandigen Kiefernwäldern längst ein Hotspot für Waldbrände, musste in der Gohrischheide Katastrophenalarm ausrufen. Die Grenze zu Sachsen wurde zur Brandgrenze. Mehrere Gemeinden räumten Häuser, während Löschflugzeuge über die Baumwipfel donnern. Es ist ein Szenario, das mittlerweile traurige Routine ist – und dennoch wirkt die nationale Koordination nach wie vor zögerlich, unentschlossen, unvorbereitet.

    Besonders bitter trifft es die Ferienregionen. An Kroatiens Adriaküste wüten die Brände unkontrolliert. Die Feuer nahe Split bedrohen nicht nur Wälder, sondern Hotels, Strände, Existenzen. Die Feuerwehr nennt die Lage „sehr ernst“ – ein Euphemismus, der wohl der touristischen Diplomatie geschuldet ist. Wenn die wirtschaftliche Lebensader des Landes Feuer fängt, ist das mehr als ein Umweltproblem. Es ist ein nationales Risiko.

    In Italien schließlich fordert die Kombination aus Hitze und Trockenheit nicht nur Brände, sondern bereits Todesopfer. Auch hier: Süden betroffen, Landwirtschaft gefährdet, Infrastruktur am Limit. Und währenddessen wird weiter diskutiert, ob die Mittelmeerregion wirklich schon „Dauerkrisenraum“ ist – als wäre das noch eine Frage.

    Die Europäische Union hat inzwischen reagiert – zumindest ansatzweise. 650 Feuerwehrleute aus 14 Mitgliedsstaaten sollen während der heißen Monate an neuralgischen Punkten stationiert werden. Frankreich, Griechenland, Portugal und Spanien gelten als Hotspots. Doch was bringen 650 Männer und Frauen, wenn tausende Hektar in Flammen stehen? Wenn Waldkonzepte nicht mehr greifen? Wenn die Koordination zu spät greift, die Mittel zu langsam fließen, die Strategien sich auf symbolpolitische Maßnahmen beschränken?

    Es ist eine Frage der Perspektive. Denn solange Wald in Europa primär als Wirtschaftsfaktor gesehen wird – als Holzlieferant, CO₂-Senke, Erholungsfläche – wird man ihn nicht systemisch schützen können. Der Wald ist Lebensraum, Klimapuffer, Risikozone. Und er ist verletzlich. Er brennt nicht einfach so. Er brennt, weil er überhitzt, weil er ausgetrocknet ist, weil er nicht mehr gepflegt, sondern ausgebeutet wird. Und weil er sich gegen ein Klima wehren muss, das ihm den Atem nimmt.

    Wer nun wieder über „Prävention“ spricht, der sollte den Begriff neu denken. Es reicht nicht, Truppen zu schicken, wenn es schon brennt. Es braucht flächendeckende Entzerrung der Waldbestände, bessere Brandfrüherkennung, konsequente Reduzierung von Monokulturen. Und ja – es braucht endlich ein einheitliches europäisches Waldschutzkonzept, das nicht an nationalen Grenzen haltmacht.

    Denn der Wald denkt nicht in Nationalfarben.

    Was also tun? Auf Brüssel zeigen? Auf die Feuerwehr hoffen? Auf Regen warten? Oder vielleicht doch einmal ernsthaft an den Ursachen arbeiten?

    Es ist fünf nach zwölf. Und der Rauch wird dichter.

    Von C. Hatty

  • Frankreich will palästinensischen Staat anerkennen – und andere World-News

    Frankreich will palästinensischen Staat anerkennen – und andere World-News

    Präsident Emmanuel Macron kündigte gestern an, dass Frankreich einen palästinensischen Staat anerkennen werde – und wäre damit das erste Mitglied der G7-Staaten, das diesen Schritt geht.

    In einer überraschenden Mitteilung auf X erklärte Macron, dass er die formelle Ankündigung im September bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York machen werde. Der Schritt dürfte Präsident Trump verärgern, der seinerseits versucht, den Krieg im Gazastreifen zu beenden. Zwar erkennen die meisten Staaten weltweit einen palästinensischen Staat an, doch die USA und viele ihrer engsten Verbündeten tun dies bislang nicht.

    „Das Dringendste ist heute, dass der Krieg in Gaza aufhört und der Zivilbevölkerung geholfen wird“, sagte Macron.

    Nach 21 Monaten verheerenden Krieges ist die Versorgungslage in Gaza katastrophal – insbesondere für die Schwächsten: Kinder, ältere Menschen und Kranke. Das Welternährungsprogramm erklärte in dieser Woche, dass ein Drittel der Bevölkerung Gazas „mehrere Tage hintereinander nichts esse“.

    Die Krankenhäuser im Gazastreifen sind mit der Versorgung der durch israelische Luftangriffe und – zuletzt – durch gezielte Schüsse auf Menschenansammlungen bei Hilfskonvois verletzten Zivilisten überfordert. Inzwischen, so berichten Ärzte, sterben viele Menschen an Hunger – die Zahl der Todesfälle durch Mangelernährung sei in den letzten Tagen stark gestiegen.


    Thailand und Kambodscha liefern sich Gefechte an der Grenze

    Nach Angaben thailändischer Behörden kamen gestern mindestens elf Zivilisten und ein Soldat bei einem Schusswechsel an der umstrittenen Grenze zu Kambodscha ums Leben. Es handelt sich um die schwersten Kampfhandlungen zwischen beiden Ländern seit über einem Jahrzehnt.

    Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, das Feuer eröffnet zu haben. Das thailändische Militär erklärte, Kambodscha habe Raketen in zivile Gebiete von vier thailändischen Provinzen abgefeuert. Daraufhin habe Thailand die Evakuierung von Grenzregionen angeordnet und F-16-Kampfjets zur Bekämpfung kambodschanischer Ziele entsandt. Kambodschanische Vertreter hingegen erklärten, thailändische Soldaten hätten zuerst geschossen – in Prasat Ta Muen Thom, einem Tempel, den beide Länder für sich beanspruchen.

    Die Spannungen zwischen den beiden Nachbarn hatten bereits Ende Mai zugenommen, nachdem ein kambodschanischer Soldat bei einem Grenzzwischenfall ums Leben gekommen war. Am Mittwoch eskalierte der Streit weiter, als ein thailändischer Soldat durch eine Landmine ein Bein verlor.

    Umstrittenes Gebiet: Die Grenzregion um Surin – eine Provinz im Nordosten Thailands – ist seit Jahren umkämpft. Surin ist bekannt für Ruinen aus der Zeit des Khmer-Reichs, das zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte.


    Warum China gegenüber SpaceX zurückfällt

    2025 sollte eigentlich das Jahr sein, in dem China zu SpaceX aufschließt – doch die Realität bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Chinas zwei Satellitennetzwerke haben bislang etwa 120 Satelliten ins All gebracht, das sind weniger als 1 Prozent des ursprünglich geplanten Umfangs. Im Vergleich dazu hat Elon Musks Unternehmen SpaceX mit Starlink rund 8.000 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn befördert.


    Weitere wichtige Meldungen

    Europa: Die EU-Führung hofft auf ein Handelsabkommen mit den USA mit einem Zollsatz von 15 Prozent, machte aber klar, dass sie im Falle eines Scheiterns Gegenmaßnahmen ergreifen wird.
    Medien: Die US-Regulierungsbehörde FCC erlaubt die Fusion von Paramount mit dem Filmstudio Skydance – das letzte Hindernis für den Deal ist damit aus dem Weg geräumt.
    Epstein: Die US-Behörden haben Ghislaine Maxwell befragt, langjährige Vertraute von Jeffrey Epstein, die eine 20-jährige Haftstrafe wegen Menschenhandels verbüßt.
    Syrien: Saudi-Arabien kündigte Investitionen in Syrien in Höhe von 6,4 Milliarden Dollar an – darunter knapp 3 Milliarden für Infrastrukturprojekte und rund 1 Milliarde für den Telekommunikationssektor.
    Russland: Ein Passagierflugzeug stürzte in einer abgelegenen Region im russischen Fernen Osten ab. Alle 49 Insassen kamen ums Leben.
    Bangladesch: Zahlreiche Kinder sind in den Tagen nach dem Absturz eines Flugzeugs in eine Schule in Dhaka an schweren Brandverletzungen gestorben.
    China: Eine Grenzstadt hält mit ihren Lieferketten entscheidende Teile der russischen Wirtschaft am Laufen.
    Bildung: Die Columbia University und die University of Pennsylvania haben Vereinbarungen mit der Trump-Regierung geschlossen. Weitere Hochschulen könnten folgen.
    USA: Ex-Präsident Joe Biden schreibt Memoiren über seine Amtszeit im Weißen Haus. Der Verlag bezahlte dafür 10 Millionen Dollar.

    Autor: P. Tiko