Kategorie: Alle Artikel

  • Eine Nacht, die zählt: Wie Paris den Unsichtbaren ein Gesicht gibt

    Eine Nacht, die zählt: Wie Paris den Unsichtbaren ein Gesicht gibt

    Es ist eine dieser Nächte, in denen die Stadt anders klingt. Gedämpfter, leiser, konzentrierter. Während Paris sonst auch nach Mitternacht pulsiert, ziehen an diesem Donnerstag Tausende Freiwillige durch Straßen, Unterführungen, Bahnhöfe und Parks. Nicht aus Neugier, nicht aus Sensationslust, sondern mit Klemmbrettern, Thermoskannen und offenen Ohren. Die „Nuit de la Solidarité“ geht in ihre neunte Runde, organisiert von der Ville de Paris, und sie ist mehr als eine statistische Übung. Sie ist ein gesellschaftlicher Spiegel. Seit 2018 wird diese Nacht sorgfältig vorbereitet und koordiniert. Rund 2.000 Menschen, darunter Sozialarbeiterinnen, Ehrenamtliche, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und ganz normale Bürgerinnen, laufen eine Nacht lang festgelegte Routen ab. Sie sprechen Menschen an, die auf der Straße leben, zählen sie, hören zu, stellen Fragen. In Metrostationen, an Bahnhöfen, in Tunneln, an den Rändern der Stadt. Paris, die funkelnde Metropole, zeigt dabei ihre raue Rückseite…

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  • Bretagne unter Wetterstress – Orange Warnstufen für Regen, Flut und Brandung

    Bretagne unter Wetterstress – Orange Warnstufen für Regen, Flut und Brandung

    Die Bretagne erlebt einen jener Wintertage, an denen selbst alteingesessene Küstenbewohner kurz innehalten. Seit der Nacht auf Freitag, den 23. Januar 2026, stehen die Départements Finistère und Morbihan unter orangefarbener Wetterwarnung. Es geht um Regen, Hochwasser und um eine See, die sich nicht zähmen lässt. Ein Dreiklang, der in der Region leider vertraut klingt – und doch jedes Mal neue Sorgen auslöst.

    Auslöser der angespannten Lage ist das Tiefdruckgebiet Ingrid. Es zieht gemächlich vom Atlantik Richtung britische Inseln und schaufelt dabei feuchte Luftmassen nach Westen Frankreichs. Die Folge: anhaltende, teils kräftige Niederschläge, die auf Böden treffen, die längst nichts mehr aufnehmen. Flüsse reagieren träge, dann plötzlich. Bäche schwellen an, Wasser sucht sich Wege, die sonst trocken bleiben. Wer in Senken oder Flussnähe wohnt, kennt dieses leise Unbehagen, wenn der Regen nicht mehr aufhört.

    Parallel dazu richtet sich der Blick an die Küste. Hohe Wellen treffen auf kräftige Atlantikhoule und fallen zeitlich mit erhöhten Tiden zusammen. Im Finistère greift die Warnung vor Wellenüberflutung bereits am Freitagmorgen, im Morbihan etwas später. Das Meer drückt dann nicht nur gegen Kaimauern und Deiche, es schwappt über sie hinweg. Spaziergänge am Hafen? Heute besser nicht. Das ist kein Tag für Selfies am Wasser, sondern für Abstand und Respekt.

    Noch angespannter präsentiert sich die Lage im Département Ille-et-Vilaine. Dort bleibt die Warnstufe Orange wegen anhaltender Hochwasser bestehen. Besonders die Vilaine und ihre Nebenflüsse stehen unter Beobachtung. Die Pegel sind hoch, neue Regenfälle verschärfen die Situation. Straßen entlang der Flüsse geraten unter Druck, Keller füllen sich, Umleitungen gehören zum Alltag. Nichts Dramatisches auf den ersten Blick – und genau darin liegt die Gefahr.

    Denn diese Episode fällt nicht vom Himmel. Die vergangenen Tage brachten bereits ausgiebige Niederschläge, die Einzugsgebiete gesättigt haben. In Orten wie Quimperlé traten Gewässer schon über die Ufer, Straßen wurden gesperrt, das öffentliche Leben lief im Schongang. Wer hier lebt, weiß: Solche Lagen addieren sich. Jeder weitere Regentag zählt doppelt.

    Behörden und Rettungsdienste mahnen zur Vorsicht. Überflutete Straßen bleiben tabu, auch wenn das Wasser harmlos aussieht. Informationen von Météo-France und den Hochwasserdiensten sollten regelmäßig geprüft werden. Kommunale Hinweise verdienen Aufmerksamkeit, selbst wenn sie unbequem wirken.

    Die Bretagne zeigt sich an diesem Freitag von ihrer rauen Seite. Wind, Regen und Wasser bestimmen den Rhythmus. Wer hinschaut, erkennt darin keinen Ausnahmezustand, sondern einen ernstzunehmenden Wintermoment – einen, der Umsicht verlangt und Gelassenheit belohnt.

    Von Daniel Ivers

  • Der Schattenmann im Élysée – Wer ist Paul Soler, Macrons diskreter Mann im Hintergrund?

    Der Schattenmann im Élysée – Wer ist Paul Soler, Macrons diskreter Mann im Hintergrund?

    Er kennt die Krisenherde dieser Welt nicht nur aus Briefings, sondern vom eigenen Einsatz im Feld: Paul Soler, ehemaliger Offizier der französischen Spezialkräfte, ist eine der einflussreichsten, zugleich aber öffentlich unsichtbarsten Figuren im engsten Kreis von Präsident Emmanuel Macron. Während Minister wechseln und diplomatische Ränge rotieren, hält sich Soler seit dem Beginn der ersten Amtszeit an der Seite des Staatschefs – als diskreter Vertrauter, als inoffizieller Emissär, als Problemlöser jenseits klassischer Kanäle. Doch wer ist dieser Mann, der in keiner offiziellen Struktur auftaucht und doch regelmäßig direkt mit den mächtigsten Akteuren der Welt verkehrt? Ein Agent ohne Mandat – Die Rolle hinter der Fassade Paul Soler trägt keinen Botschaftertitel, leitet kein Referat, gibt keine Interviews. Seine Funktion ist schwer fassbar – offiziell firmiert er zeitweise als „Sondergesandter für Libyen“, doch dieser Titel wird seinem tatsächlichen Aufgabenprofil kaum gerecht. Vielme…

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  • Hochwasser in der Bretagne – Orange Warnstufe bleibt, die Nervosität steigt

    Hochwasser in der Bretagne – Orange Warnstufe bleibt, die Nervosität steigt

    Die Bretagne kommt nicht zur Ruhe. Auch an diesem Donnerstag hält der Kampf gegen ungewöhnlich hohe Wasserstände an. Météo-France hat die Warnstufe Orange wegen Hochwassers für die Départements Finistère und Morbihan verlängert. Eine Entscheidung, die kaum überrascht – und dennoch für angespannte Gesichter sorgt.

    Seit Tagen prasselt Regen auf Böden, die längst nichts mehr aufnehmen. Flüsse reagieren prompt, Pegel steigen schneller als erhofft wieder fallen können. Die Meteorologen sprechen von einer instabilen Wetterlage, von immer neuen Störungen, die aus dem Atlantik heranziehen. Für die Menschen vor Ort klingt das nüchterner Fachjargon, fühlt sich aber nach einer endlosen Warteschleife an.

    Besonders aufmerksam verfolgen die Behörden die Daten von Vigicrues. Mehrere Wasserläufe liegen weiterhin über den üblichen Schwellen. Genannt werden die Laïta, die Vilaine, der Blavet und der Oust – Namen, die in der Region vertraut sind, derzeit aber einen unangenehmen Beiklang haben.

    In Quimperlé wurde die Lage bereits am Mittwoch greifbar. Die Laïta übersprang die Marke von 4,4 Metern, überschwemmte Kais, drückte sich über verstärkte Deiche. Anwohner retteten sich in obere Stockwerke, die Feuerwehr half bei Evakuierungen. Kein Drama mit Sirenen und Blaulichtorgien, eher dieses leise, beunruhigende Vorrücken des Wassers. Man schaut aus dem Fenster und denkt: Das ist jetzt echt.

    Zwar rechnen die Wetterdienste am Donnerstag mit etwas weniger Regen. Entwarnung klingt anders. Gesättigte Böden wirken wie eine versiegelte Fläche, jeder zusätzliche Schauer landet direkt in den Flüssen. Zudem drohen die hohen Tiden, die Entspannung zu bremsen. Für Freitag steht bereits die nächste Unsicherheit im Raum: eine mögliche neue Störung, kombiniert mit der Gefahr von „Wellen-Überflutung“ an der Küste.

    Die Folgen sind im Alltag spürbar. Nebenstraßen verschwinden unter Wasser, Umleitungen kosten Zeit und Nerven. Manche Ortsteile sind nur eingeschränkt erreichbar. Hinzu kommen Sorgen um die Infrastruktur: lokale Stromausfälle, geschwächte Deiche, sensible Wasserbauwerke. Die Einsatzkräfte bleiben in erhöhter Alarmbereitschaft, kommunale Krisenstäbe tagen routiniert, aber angespannt.

    Die Bretagne kennt solche Winterlagen. Regen, Flüsse, Gezeiten – das Zusammenspiel gehört zur regionalen DNA. Und doch wirkt dieser Winter hartnäckiger als gewöhnlich. Die Abfolge der Ereignisse lässt wenig Raum zum Durchatmen. „Man ist vorbereitet, aber nicht abgestumpft“, sagt ein Gemeindemitarbeiter am Rande einer Einsatzbesprechung. Klingt nach Understatement, ist aber ziemlich treffend.

    Für die kommenden Tage gilt weiterhin: Vorsicht vor überfluteten Bereichen, kein Risiko auf überdeckten Straßen, Anweisungen der Behörden ernst nehmen. Es sind die einfachen Regeln, die in solchen Momenten zählen. Denn während der Atlantik draußen weiter sein eigenes Programm fährt, bleibt den Menschen hier vor allem eines – wachsam bleiben.

    Von C. Hatty

  • Hinter den Kulissen des Vatikans: Was die Gerüchte um Papst Leo XIV. und Emmanuel Macron wirklich bedeuten

    Hinter den Kulissen des Vatikans: Was die Gerüchte um Papst Leo XIV. und Emmanuel Macron wirklich bedeuten

    Ein scheinbar harmloser diplomatischer Vorgang hat sich binnen Tagen zur medialen Kontroverse entwickelt: Der französische Präsident Emmanuel Macron sei vom neuen Papst Leo XIV. «kaltgestellt» worden – so jedenfalls behaupten es kursierende Beiträge in sozialen Netzwerken. Doch eine genaue Analyse zeigt: Die Behauptung ist nicht nur falsch, sondern offenbart tiefere Missverständnisse über die Funktionsweise vatikanischer Diplomatie und die komplexe Beziehung zwischen Paris und dem Heiligen Stuhl. Der Ursprung einer Falschmeldung Seit Anfang Januar 2026 kursieren in sozialen Netzwerken wie X (ehemals Twitter) zahlreiche Behauptungen, Papst Leo XIV. habe eine geplante Audienz mit Emmanuel Macron aus politischen oder kulturellen Gründen explizit verweigert. Als Beleg dienten angebliche Aussagen vatikanischer Kreise über Unmut in Bezug auf französische Entscheidungen wie die umstrittene Gestaltung der neuen Glasfenster in der Kathedrale Notre-Dame de Paris oder die Debatte um ein neues Ges…

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  • Emmental – warum Frankreichs meistgegessener Käse mehr als nur Löcher hat

    Emmental – warum Frankreichs meistgegessener Käse mehr als nur Löcher hat

    Der Winter riecht nach geschmolzenem Käse. Nach Holz, Wein und diesem warmen Versprechen, das aus dem Topf aufsteigt und alle an einen Tisch zieht. Fonduezeit. Und mitten in diesem dampfenden Ritual sitzt ein alter Bekannter, der in Frankreich längst ein Star des Alltags ist: der Emmentaler. Kein Luxusprodukt, kein Snobkäse – sondern der meistgegessene Käse des Landes. Wie kommt das eigentlich?

    Ein Blick hinter die Theke, hinter die Stalltüren und tief hinein in eine Branche, die erstaunlich gut gelaunt wirkt, während anderswo Traktoren protestierend durch die Städte rollen.


    Käseglück in unruhigen Zeiten

    Frankreich diskutiert über das Mercosur Abkommen, Landwirte blockieren Straßen, der Ton wird rauer. Und doch existiert diese andere Realität. Still, fast unauffällig. Eine Branche, die läuft. Die Emmentaler Branche.

    Das berichtete jüngst das France 2 im Journal Télévisé. Während viele Agrarsektoren kämpfen, lächeln hier manche Bauern vorsichtig. Nicht aus Übermut – eher aus Erleichterung.

    Warum? Weil Emmentaler auf nahezu jedem Tisch landet.


    Fondue, bitte. Und zwar richtig.

    Im Restaurant „Le Chalet de l’Esplanade“ in Bourgoin-Jallieu, irgendwo zwischen Alpenvorland und Alltag, steht Küchenchef Maxence Alcaraz am Herd. Seine Fondue Rezeptur wirkt wie ein Glaubensbekenntnis:

    Ein Drittel Emmentaler.
    Ein Drittel Beaufort.
    Ein Drittel Comté.

    Keine Diskussion.

    „Man erkennt ihn sofort“, sagt er. „Die großen Löcher, die Farbe. Und wenn er schmilzt – supercremig.“
    Er grinst. Man merkt: Das hier meint er ernst.

    Der Emmentaler bringt die Balance. Er verbindet. Ohne ihn wird das Fondue entweder zu streng oder zu brav. So einfach.


    Die Löcher – Zufall oder Kunst?

    Viele denken: Löcher entstehen einfach so. Ein bisschen Luft, ein bisschen Reife, fertig. Pustekuchen.

    In einer Käserei der Savoie erklärt Samuel Moutault geduldig den Prozess. Kupferkessel. Rohmilch. Natürliche Fermente. Dann Ruhe. Und Zeit.

    Die Laibe reifen 75 Tage. Erst kühl, dann temperiert, dann warm. Drei Höhlen, drei Klimata. Die Bakterien entwickeln Gase, diese drücken kleine Hohlräume in die Masse. Zu viele Löcher gelten als Fehler. Zu wenige auch.

    Ein Tanz auf Messers Schneide.


    Savoie, Kühe und ein Roboter

    Romain Bachet lebt in den Alpen. Hochsavoyen. Grün. Steil. Kühe mit Aussicht.

    Er produziert Milch für Emmentaler mit geschützter Herkunft – IGP Savoie. Mindestens 150 Tage Weidegang. Futter aus der Region. Strenge Regeln. Mehr Aufwand.

    Doch der Preis stimmt. 65 Cent pro Liter. Rund ein Viertel mehr als im konventionellen Markt.

    „Wir zahlen uns 2.000 Euro im Monat aus“, sagt er. Kein Jammern. Kein Prahlen. Nur ein nüchternes Lächeln. In diesen Zeiten fast schon ein Luxus.

    Und ja, da steht auch ein Melkroboter im Stall. Hightech trifft Heugeruch. Klingt komisch – funktioniert aber.


    Nur ein Prozent – und trotzdem prägend

    Der IGP Emmentaler aus der Savoie kostet rund 19 Euro pro Kilo. Qualität, Handwerk, Regionalität.

    Doch er bildet nur etwa ein Prozent des gesamten Emmentaler Marktes in Frankreich.

    Der Rest? Industrie. Gerieben. In Beuteln. In Aufläufen, Gratins, Quiches. Schnell. Praktisch. Allgegenwärtig.

    Eine Kundin im Supermarkt sagt: „Ich kaufe ihn für die Kinder. Mit Käse essen sie sogar Brokkoli.“
    Eltern wissen, wovon sie spricht.

    Ist das schlecht? Oder einfach realistisch?


    Käse als Alltagsheld

    Emmentaler polarisiert kaum. Genau darin liegt seine Stärke. Er drängt sich nicht auf. Er passt sich an.

    Pizza? Klar.
    Pasta? Immer.
    Croque Monsieur? Ohne Diskussion.

    Er begleitet. Er trägt. Er verbindet Zutaten, Generationen, Geschmäcker.

    Vielleicht lieben ihn deshalb so viele.


    Die Macht der Genossenschaft

    Ein großer Teil des industriellen Emmentalers stammt aus genossenschaftlicher Hand. Ein Name fällt immer wieder: Sodiaal.

    9.000 Mitarbeiter. Tausende Landwirte. Und ein besonderes Modell: Die Bauern besitzen die Marke.

    Jean Michel Javelle, Milchbauer und Präsident der Genossenschaft, bringt es auf den Punkt: „Wir arbeiten für uns selbst. Wir tragen Entscheidungen gemeinsam – inklusive der Risiken.“

    Wer diese Produkte kauft, so sagt er, unterstützt ein solidarisches System. Ein stiller Akt des Engagements. Kein Transparent. Kein Slogan. Einfach Käse im Einkaufswagen.


    Importmilch – eine wachsende Sorge

    Der Markt wächst. Plus drei Prozent in zwei Jahren. Klingt gut.

    Doch mit dem Wachstum steigt der Druck. Importierte Milch aus dem Ausland droht, die Preise zu drücken. Herkunft verschwimmt. Verpackungen erzählen nicht immer die ganze Geschichte.

    Viele Akteure fordern deshalb ein klares Label: 100 Prozent Frankreich. Von der Kuh bis zur Folie.

    Transparenz statt Tarnung.


    Zwischen Protest und Produkt

    Während andernorts Landwirte gegen Handelsabkommen wie Mercosur protestieren, bleibt die Emmentaler Welt vergleichsweise ruhig. Noch.

    Doch auch hier gilt: Nichts bleibt ewig stabil. Der Erfolg bringt neue Begehrlichkeiten. Neue Abhängigkeiten.

    Die Frage lautet nicht, ob sich die Branche verändert – sondern wie.


    Ein Käse, viele Geschichten

    Emmentaler erzählt keine laute Geschichte. Er schreit nicht nach Aufmerksamkeit. Er liegt da. Im Kühlregal. Im Topf. Auf dem Teller.

    Und genau das macht ihn stark.

    Ist er sexy? Vielleicht nicht.
    Ist er ehrlich? Ziemlich sicher.

    Muss jeder Käse ein Charakterdarsteller sein – oder reicht manchmal ein verlässlicher Nebenheld?


    Sonntagabend, Fondue dampft

    Man sitzt zusammen. Brot. Wein. Lachen. Jemand verliert sein Stück im Topf. Gelächter. Ein Strafschluck.

    Der Emmentaler zieht Fäden. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

    Er verbindet Regionen, Menschen, Interessen. Vom Almbauern bis zur Supermarktkasse. Vom Kupferkessel bis zur Tiefkühlpizza.

    Und plötzlich wirkt dieser Käse gar nicht mehr banal.

    Eher wie ein stiller Erfolg – mit Löchern, aber Substanz.


    Ein Artikel von M. Legrand

  • Lachs aus der Fabrik – warum ein XXL-Projekt an der Gironde die Gemüter erhitzt

    Lachs aus der Fabrik – warum ein XXL-Projekt an der Gironde die Gemüter erhitzt

    Es klingt nach Fortschritt, nach Arbeitsplätzen, nach moderner Ernährungssicherung. Und doch sorgt das Projekt für erhitzte Stimmen, hochgezogene Augenbrauen und handfeste Proteste. An der Mündung der Gironde, unweit von Verdon-sur-Mer, soll möglicherweise die größte landbasierte Lachsfarm der Welt entstehen. Was für die einen nach Zukunft riecht, wirkt auf andere wie ein Fremdkörper im sensiblen Ökosystem eines der bedeutendsten Flussdeltas Europas. Rund 800 Menschen haben sich bereits öffentlich gegen das Vorhaben ausgesprochen. Transparente, hitzige Wortmeldungen, Schulterzucken bei jenen, die sich fragen, warum ausgerechnet hier. Die Gironde, dieses breite, kraftvolle Zusammenfließen von Dordogne und Garonne, gilt als ökologisch wertvoll, als Schutzraum für Vögel, Fische und Pflanzen, die anderswo längst verdrängt wurden. Genau dort, in unmittelbarer Nähe, plant das Unternehmen Pure Salmon eine Anlage, die ihresgleichen sucht. Auf einer ehemaligen Industriebrache von 14 Hektar soll…

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  • Licht ins Dunkel der Lohntüten: Frankreich wagt den Tabubruch beim Gehalt

    Licht ins Dunkel der Lohntüten: Frankreich wagt den Tabubruch beim Gehalt

    Lange war es in Frankreich eine unausgesprochene Regel: Über Geld spricht man nicht – erst recht nicht über das eigene Gehalt. Doch mit einem neuen Gesetz, das im Juni 2026 in Kraft tritt, könnte sich dieses gesellschaftliche Stillhalteabkommen dem Ende zuneigen. Künftig dürfen Beschäftigte Auskunft über das durchschnittliche Gehalt von Kolleginnen und Kollegen auf vergleichbarer Position verlangen. Ein Vorstoß, der nicht nur neue Transparenz verspricht, sondern auch tieferliegende soziale Dynamiken aufbrechen könnte – mit Chancen, aber auch Risiken. Vom Schweigen zur Forderung: Woher das Lohntabu kommt Frankreich ist kein Einzelfall: In vielen europäischen Ländern gilt das Gehalt als ein privates Thema, das man höchstens mit der Steuerberatung teilt. Der Ursprung dieses Schweigens ist historisch und kulturell bedingt. In Frankreich etwa war die Lohnfindung über Jahrzehnte stark gewerkschaftlich geprägt und orientierte sich an branchenspezifischen Tarifverträgen – ein kollektivierter R…

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  • Enten-Confit-Tacos mit Lavendelhonig und Rote-Bete-Slaw

    Enten-Confit-Tacos mit Lavendelhonig und Rote-Bete-Slaw

    Ein Rezept für ein festlich-verspieltes Fasnachtsgericht

    Portionen: 4 Personen (8 kleine Tacos)
    Zubereitungszeit: ca. 45 Min (bei vorgegartem Enten-Confit)
    Schwierigkeitsgrad: Mittel – aber so lohnenswert wie ein gewonnener Maskenball.


    🎭 Warum dieses Gericht perfekt zur Fasnacht passt:

    Dieses Gericht ist ein bunter Wirbelwind aus Texturen und Aromen: knuspriges Entenfleisch trifft auf florale Süße und erdige Frische. Es ist verspielter Luxus, charmant verpackt im Fingerfood-Format – ideal für ein närrisches Büffet oder ein stilvolles Fasnachts-Dinner.


    📝 Zutaten

    Für die Tacos:

    • 2 Keulen Enten-Confit (fertig gegart, z. B. aus dem Feinkosthandel oder selbst gemacht)
    • 8 kleine Maistortillas
    • 1 EL Entenfett (aus dem Confit oder Butter)
    • 2 EL Lavendelhonig (oder Akazienhonig + getrockneter Lavendel, siehe Tipp)
    • 1 TL frischer Thymian, fein gehackt
    • Meersalz & schwarzer Pfeffer

    Für den Rote-Bete-Slaw:

    • 2 kleine rote Beten, roh & fein geraspelt
    • 1 kleine Karotte, geraspelt
    • 1/4 Rotkohl, fein gehobelt
    • 2 EL weißer Balsamico
    • 1 TL Dijon-Senf
    • 3 EL Olivenöl
    • 1 TL Ahornsirup oder Honig
    • Salz & frisch gemahlener Pfeffer
    • Optional: 1 TL Mohn oder Sesam

    Zum Garnieren:

    • Frische Kresse, Schnittlauchröllchen oder essbare Blüten
    • Etwas Crème fraîche oder Ziegenfrischkäse (optional)

    👨‍🍳 Zubereitung

    1. Enten-Confit vorbereiten

    • Das Fleisch vorsichtig von den Keulen zupfen.
    • In einer heißen Pfanne mit etwas Entenfett (oder Butter) anbraten, bis es goldbraun und knusprig wird.
    • Mit Salz, Pfeffer und dem gehackten Thymian würzen.
    • Kurz vor Schluss den Lavendelhonig einrühren und das Fleisch damit glasieren.

    💡 Tipp: Wenn du keinen Lavendelhonig findest, erwärme normalen Honig mit einer Prise getrocknetem Lavendel, lasse ihn ziehen und siebe ihn anschließend ab.

    2. Rote-Bete-Slaw zubereiten

    • Rote Bete, Karotte und Rotkohl in eine Schüssel geben.
    • In einer kleinen Schale Balsamico, Dijon-Senf, Ahornsirup, Salz, Pfeffer und Olivenöl zu einem Dressing verrühren.
    • Über das Gemüse geben, gut durchmischen, 10 Minuten ziehen lassen.

    3. Tortillas erwärmen

    • Die Maistortillas in einer trockenen Pfanne leicht anrösten oder im Ofen bei 100 °C warm halten – sie sollen weich, aber formbar sein.

    4. Anrichten

    • Jeweils etwas Rote-Bete-Slaw in die Mitte der Tortillas geben.
    • Mit der glasierten Enten-Confit-Mischung toppen.
    • Nach Belieben mit Crème fraîche, Kresse oder essbaren Blüten garnieren.

    🍷 Weinempfehlung

    Ein eleganter Pinot Noir aus dem Burgund mit feiner Säure und erdiger Note unterstreicht die Aromen der Ente und der Bete. Wer es feierlich-perlend mag: ein Crémant de Loire Rosé ist eine fabelhafte Alternative.

  • Jakobsmuscheln auf Selleriepüree mit Zitronen-Kaviar und Champagnerschaum

    Jakobsmuscheln auf Selleriepüree mit Zitronen-Kaviar und Champagnerschaum

    Ein Festgericht für die Sinne zur Fasnachtszeit Wenn die Fasnacht durch die Gassen fegt, wenn Musik, Farben und Lebensfreude den Takt angeben, sehnt sich auch der Gaumen nach einem besonderen Erlebnis. Inmitten von Maskenbällen und festlich geschmückten Tafeln erhebt sich ein Gericht, das mit Elegan…

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