Kategorie: Alle Artikel

  • Berlin kritisiert Putins Taktik nach erneuten russischen Angriffen

    Berlin kritisiert Putins Taktik nach erneuten russischen Angriffen

    Die diplomatischen Bemühungen um eine Deeskalation des Ukraine-Krieges haben einen neuen Rückschlag erlitten. Trotz einer von den USA und Russland vereinbarten 30-tägigen Pause der Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur setzte Moskau seine militärischen Operationen fort. Ziel der jüngsten Angriffe waren erneut zivile Einrichtungen, darunter ein Krankenhaus in Sumy sowie mehrere Stadtteile von Kiew. Die Ukraine sieht in diesen Angriffen den Beweis, dass Russland nicht ernsthaft an einem Waffenstillstand interessiert ist.

    Die Reaktion aus Deutschland folgte prompt. Verteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete die fortgesetzten Angriffe als Beleg für das taktische Spiel Russlands, das lediglich den Anschein diplomatischer Fortschritte erwecken wolle. Es sei offensichtlich, dass Moskau nicht bereit sei, von seiner aggressiven Haltung abzurücken. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz forderte einen umfassenden Waffenstillstand und betonte, dass eine nachhaltige Friedenslösung nur unter direkter Einbeziehung der Ukraine gefunden werden könne.

    Die USA hatten zuvor einen begrenzten Waffenstillstand mit Russland verhandelt, der sich auf Angriffe gegen Energieinfrastrukturen beschränkte. Washington drängt nun darauf, dass die Vereinbarung auch auf andere zivile Einrichtungen ausgeweitet wird. In diesem Zusammenhang sind für das kommende Wochenende neue Verhandlungen in Saudi-Arabien angesetzt. Die USA werden durch hochrangige Vertreter aus dem Außenministerium und dem Nationalen Sicherheitsrat vertreten sein, während die russische Delegation bislang nicht offiziell benannt wurde.

    Die anhaltenden Angriffe lassen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der russischen Zusagen aufkommen. Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte in einer ersten Reaktion, dass Wladimir Putin den Vorschlag eines vollständigen Waffenstillstands explizit abgelehnt habe. Dies untergrabe die Hoffnungen auf eine baldige Deeskalation und verstärke den Druck auf die westlichen Staaten, ihre militärische und wirtschaftliche Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten.

    Berlin sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, seinen Einfluss innerhalb der EU zu nutzen, um eine kohärente Reaktion auf die Entwicklungen in der Ukraine zu koordinieren. Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten als einer der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Unterstützer der Ukraine positioniert und drängt auf eine einheitliche europäische Haltung. Die Forderungen nach weiteren Sanktionen gegen Russland und einer verstärkten militärischen Hilfe für die Ukraine dürften nun erneut an Gewicht gewinnen.

    Die bevorstehenden Gespräche in Jeddah könnten entscheidend dafür sein, ob ein weitergehender Waffenstillstand realistisch erscheint oder ob sich die Fronten weiter verhärten. Dabei bleibt die Frage offen, inwieweit Russland tatsächlich bereit ist, über substanzielle Friedensvereinbarungen zu verhandeln oder ob es lediglich Zeit gewinnen will, um seine militärischen Ziele weiterzuverfolgen. Der internationale Druck auf Moskau nimmt zu, doch eine nachhaltige Lösung scheint nach den jüngsten Angriffen in weiter Ferne.

    Autor: P.T.

  • Korruptionsermittlung in Nizza: Durchsuchungen im Rathaus und bei Bildhauer Orlinski

    Korruptionsermittlung in Nizza: Durchsuchungen im Rathaus und bei Bildhauer Orlinski

    Die Korruptionsaffäre um die Skulpturen von Richard Orlinski zieht weitere Kreise. Neue Durchsuchungen fanden am Dienstag, dem 18. März, in mehreren Unternehmen des Künstlers sowie in den Räumlichkeiten der Stadtverwaltung von Nizza und der Region Nizza statt. Im Zentrum der Ermittlungen: mutmaßliche Bestechung und Begünstigung, die auch den amtierenden Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, betreffen könnten.

    Kunst oder Korruption?

    Die Geschichte beginnt 2023 mit einer Ausstellung von Richard Orlinskis Skulpturen in Nizza – organisiert von der Stadt selbst. Was zunächst wie eine gewöhnliche Kunstausstellung aussah, entwickelte sich rasch zu einem Politikum. Laut Recherchen von Mediapart soll Orlinski hochrangigen Politikern Geschenke gemacht haben. Ein klassischer Fall von Kunstsponsoring oder doch ein gezielter Versuch, Einfluss zu nehmen?

    Jean-Christophe Picard, Stadtrat der Grünen in Nizza, hatte bereits im März 2024 den Staatsanwalt eingeschaltet. Seine Forderung: Eine Untersuchung, die klären soll, unter welchen Bedingungen die Werke des Künstlers im öffentlichen Raum aufgestellt wurden.

    Ermittlungen ausgeweitet

    Ursprünglich lag der Fall bei der Staatsanwaltschaft von Nizza. Doch angesichts der möglichen Dimensionen des Skandals gab diese das Verfahren im April 2024 an die nationale Finanzstaatsanwaltschaft weiter. Dort wurde im September 2024 offiziell ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption und Begünstigung eingeleitet. Zuständig ist das Office central de lutte contre la corruption et les infractions financières et fiscales – Frankreichs zentrale Behörde zur Bekämpfung von Korruption und Finanzdelikten.

    Die Durchsuchungen vom 18. März waren ein weiterer Schritt zur Aufklärung. Neben Orlinskis Unternehmen standen besonders die Büros der Stadtverwaltung im Fokus. Ziel der Razzien war es, Beweise für mögliche unrechtmäßige Absprachen zwischen dem Künstler und den Behörden zu sichern.

    Reaktionen: Gelassenheit oder Strategie?

    Christian Estrosi, der langjährige Bürgermeister von Nizza, sieht dem Verfahren offenbar entspannt entgegen. Sein Anwalt Mathias Chicheportiche erklärte gegenüber ici Azur: „Eine Durchsuchung ist ein völlig normales Mittel in einer solchen Ermittlung. Mein Mandant hat freiwillig alle relevanten Unterlagen übergeben.“ Er betonte zudem, dass Estrosi weiterhin uneingeschränkt mit der Justiz kooperiere.

    Doch was bedeutet das für die politische Karriere des Bürgermeisters? Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte der Fall weitreichende Konsequenzen haben – nicht nur für Estrosi, sondern für das gesamte politische Gefüge von Nizza.

    Die große Frage: Zufall oder System?

    Orlinski ist kein Unbekannter in der Kunstwelt. Seine Skulpturen, oft große, farbenfrohe Darstellungen von Tieren oder Pop-Art-Ikonen, sind weltweit gefragt. Dass seine Werke in Nizza ausgestellt wurden, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Doch wenn dabei fragwürdige Gefälligkeiten im Spiel waren, könnte sich der Künstler in einem Netz aus politischen und juristischen Problemen verfangen haben.

    Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich der Verdacht erhärtet oder ob es sich um einen Sturm im Wasserglas handelt. Eines ist jedoch sicher: Die Verbindung von Kunst, Politik und Geld sorgt immer wieder für Zündstoff – und Nizza ist keine Ausnahme.

    Von C. Hatty

  • Port-Grimaud – Das kleine Venedig an der Côte d’Azur

    Port-Grimaud – Das kleine Venedig an der Côte d’Azur

    Ein malerisches Hafenstädtchen mit bunten Häusern, schmalen Kanälen und einer entspannten Atmosphäre – das ist Port-Grimaud. Wer durch die kleinen Gassen schlendert oder auf einem Boot durch das Wasserlabyrinth gleitet, fühlt sich fast wie in Italien. Doch dieses Juwel liegt nicht in der Lagunenstadt Venedig, sondern in Südfrankreich, mitten im Golf von Saint-Tropez. Wie kam […]

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  • Krise: Immer längere Wartezeiten in französischen Notaufnahmen

    Krise: Immer längere Wartezeiten in französischen Notaufnahmen

    Der Besuch einer Notaufnahme bedeutet in Frankreich mittlerweile vor allem eines: Warten. Eine neue Studie des französischen Gesundheitsministeriums zeigt, dass sich die durchschnittliche Verweildauer in den Notaufnahmen in den letzten zehn Jahren deutlich verlängert hat. Besonders ältere Patienten und große Kliniken sind von dieser Entwicklung betroffen – und eine Besserung ist nicht in Sicht.

    Drei Stunden Wartezeit sind die Norm

    Wer in Frankreich eine Notaufnahme aufsucht, muss immer mehr Geduld mitbringen. Eine aktuelle Erhebung der Statistikabteilung des Gesundheitsministeriums (Drees) hat ergeben, dass die Hälfte der Patienten mehr als drei Stunden zwischen der Anmeldung und der Entlassung in den Notaufnahmen der Krankenhäuser verbringt. Im Vergleich zu 2013 hat sich die Wartezeit um 45 Minuten verlängert.

    Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange: Ein Viertel der Patienten wartet inzwischen mehr als 5 Stunden und 30 Minuten, während 15 % sogar über acht Stunden in der Notaufnahme verbringen. Vor zehn Jahren waren es nur 9 %.

    Diese Zahlen stammen aus einer Studie, die am 13. Juni 2023 in 719 Notaufnahmen Frankreichs durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 58.500 Patienten erfasst – eine Momentaufnahme, die das alltägliche Chaos in französischen Notaufnahmen widerspiegelt.

    Längere Wartezeiten für alle – aber mit Unterschieden

    Zwar sind die Wartezeiten generell gestiegen, doch nicht alle Patienten sind gleichermaßen betroffen. Wer nach der Behandlung wieder nach Hause kann, verbringt im Schnitt 2 Stunden und 30 Minuten in der Notaufnahme. Patienten, die stationär aufgenommen werden, warten hingegen über fünf Stunden. Besonders dramatisch ist die Situation für Menschen, die zunächst in eine spezielle Kurzzeitbeobachtungsstation verlegt werden: Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt mittlerweile fast 15 Stunden.

    Ein weiterer Faktor ist die Größe der Klinik. Kleinere Notaufnahmen mit rund 40 Patienten täglich kommen auf eine mittlere Wartezeit von zwei Stunden. Große Notaufnahmen mit über 120 Patienten pro Tag lassen ihre Patienten fast vier Stunden warten.

    Und auch das Alter spielt eine Rolle: 36 % der über 75-Jährigen müssen mehr als acht Stunden in der Notaufnahme verbringen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2013 (24 %). Der Grund? Ältere Patienten benötigen oft aufwendigere Untersuchungen und verbringen mehr Zeit in Kurzzeitbeobachtungseinheiten.

    Überfüllte Notaufnahmen – ein Problem mit vielen Ursachen

    Warum dauert alles so lange? Eine zentrale Ursache ist die Überlastung des gesamten Gesundheitssystems. Im Jahr 2022 zählten die 694 französischen Notaufnahmen insgesamt 20,9 Millionen Besuche – eine Zahl, die seit Jahrzehnten stetig wächst. Ein erheblicher Anteil der Patienten kommt allerdings nicht wegen lebensbedrohlicher Notfälle, sondern weil sie anderswo keine medizinische Versorgung finden.

    21 % der Befragten gaben an, dass sie in der Notaufnahme gelandet sind, weil sie keinen Termin bei einem Allgemeinmediziner bekommen konnten. Zum Vergleich: 2013 waren es erst 14 %. Der Mangel an Hausärzten treibt also immer mehr Menschen in die Notaufnahmen – mit fatalen Folgen für das gesamte System.

    Gleichzeitig fehlt es in den Notaufnahmen selbst an Personal. Zwischen März und Juni 2023 mussten 8 % der Notaufnahmen in Frankreich mindestens einmal vorübergehend schließen, weil nicht genug Ärzte und Pflegekräfte verfügbar waren. 23 % der Notaufnahmen führten eine Art Zugangsbeschränkung ein, um die Patientenströme zu regulieren.

    Das ungelöste Problem: Zu wenig Personal, zu viele Patienten

    Die Lage ist nicht nur angespannt, sondern auch gefährlich. Bereits im November 2023 warnte der französische Rechnungshof vor einer zunehmenden „Verschlechterung der Versorgungsqualität“ in den Notaufnahmen. Längere Wartezeiten bedeuten oft schlechtere Behandlung – und erhöhen in manchen Fällen sogar das Sterberisiko.

    Ein weiterer besorgniserregender Trend ist der sogenannte „Patientenkorridor“-Effekt: Weil Betten fehlen, müssen Patienten immer häufiger auf Fluren oder in improvisierten Bereichen untergebracht werden. Ein Zustand, den einige Mediziner bereits als „strukturelle Misshandlung“ bezeichnen.

    Dabei waren die Versprechen groß: Präsident Emmanuel Macron kündigte noch 2022 an, die Notaufnahmen bis Ende 2024 zu entlasten. Doch von diesem Ziel ist Frankreich weit entfernt. Statt Verbesserungen gibt es weiterhin geschlossene Abteilungen, überfüllte Wartebereiche und frustriertes medizinisches Personal.

    Fazit: Eine Krise ohne schnelle Lösung

    Die französischen Notaufnahmen sind chronisch überlastet, und Besserung ist nicht in Sicht. Die steigenden Patientenzahlen, der Mangel an Hausärzten und der Personalmangel in den Kliniken lassen kaum Spielraum für schnelle Lösungen. Während die Politik nach Antworten sucht, bleibt den Patienten nur eines: Warten. Und das oft stundenlang.

    Autor: C. Hatty

  • Heute in der Geschichte: Der 19. März

    Heute in der Geschichte: Der 19. März

    Der 19. März ist ein Datum, das sich tief in die Geschichtsbücher eingeprägt hat. An diesem Tag fanden weltweit bedeutende Ereignisse statt – von politischen Umbrüchen über wissenschaftliche Entdeckungen bis hin zu militärischen Konflikten. Besonders in Frankreich spielte der 19. März mehrfach eine Schlüsselrolle. Doch fangen wir von vorne an.

    Historische Ereignisse weltweit

    1279: Ende der Song-Dynastie in China

    Am 19. März 1279 besiegelte die Schlacht von Yamen das Ende der südlichen Song-Dynastie. Die Mongolen unter Kublai Khan siegten über die chinesischen Streitkräfte – ein Wendepunkt, der zur Gründung der Yuan-Dynastie führte. Der letzte Song-Kaiser, Zhao Bing, war erst acht Jahre alt, als er sich mit seinen Beratern ins Meer stürzte, um der Gefangenschaft zu entgehen.

    1687: Entdeckung von La Salle’s Mord in Texas

    Der französische Entdecker René-Robert Cavelier de La Salle, bekannt für seine Expeditionen in Nordamerika, wurde am 19. März 1687 von seinen eigenen Männern ermordet. Seine Mission, eine französische Kolonie an der Mündung des Mississippi zu errichten, war gescheitert. Enttäuscht und geschwächt gerieten seine Leute in Streit – und La Salle bezahlte mit seinem Leben.

    1911: Der erste Internationale Frauentag

    Obwohl der Internationale Frauentag heute am 8. März gefeiert wird, fand der allererste am 19. März 1911 statt. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dänemark gingen an diesem Tag zehntausende Frauen auf die Straße, um für Gleichberechtigung, Wahlrecht und bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren.

    2003: Beginn des Irakkriegs

    Ein dramatisches Kapitel der jüngeren Geschichte: Am 19. März 2003 begann die US-geführte Koalition ihre Militäroperation gegen den Irak. Der Vorwand: Der irakische Diktator Saddam Hussein soll Massenvernichtungswaffen besessen haben – eine Behauptung, die sich später als falsch herausstellte. Der Krieg führte zum Sturz Husseins, brachte aber auch Jahre der Instabilität und Gewalt.

    Der 19. März in der französischen Geschichte

    1563: Das Edikt von Amboise beendet den Ersten Hugenottenkrieg

    Frankreich war im 16. Jahrhundert ein Pulverfass religiöser Konflikte. Katholiken und Protestanten (Hugenotten) lieferten sich blutige Auseinandersetzungen. Am 19. März 1563 wurde mit dem Edikt von Amboise der Erste Hugenottenkrieg beendet. Es gewährte den Protestanten begrenzte religiöse Freiheiten – ein fragiler Frieden, der nicht lange hielt.

    1808: Gründung der Ehrenlegion-Schulen

    Napoleon Bonaparte ließ am 19. März 1808 die ersten „Maisons d’éducation de la Légion d’honneur“ gründen. Diese Eliteschulen sollten die Töchter von Offizieren und Soldaten auszeichnen, die sich im Dienst des Kaiserreichs verdient gemacht hatten. Bis heute existieren diese Institutionen in Frankreich.

    1962: Waffenstillstand im Algerienkrieg

    Ein besonders prägendes Ereignis für Frankreich fand am 19. März 1962 statt: Die Unterzeichnung des Waffenstillstands von Évian beendete offiziell den Algerienkrieg. Nach fast acht Jahren bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen französischen Truppen und algerischen Unabhängigkeitskämpfern war der Weg für die Unabhängigkeit Algeriens geebnet. Doch der Konflikt hinterließ tiefe Wunden, sowohl in Algerien als auch in Frankreich.

    Ein Tag mit vielen Facetten

    Der 19. März war ein Tag des Krieges, des Friedens, der Entdeckung und des Wandels. Vom Untergang eines chinesischen Kaisers über Napoleons Bildungspolitik bis hin zum Beginn des Irakkriegs – die Ereignisse dieses Datums sind so vielfältig wie die Geschichte selbst. Welches dieser Ereignisse überrascht dich am meisten?

  • Erdbeben nahe Nizza: Keine Schäden, aber viele spürten die Erschütterung

    Erdbeben nahe Nizza: Keine Schäden, aber viele spürten die Erschütterung

    Am Dienstagabend bebte in den französischen Alpen-Maritimes die Erde. Ein Erdbeben der Stärke 4 erschütterte gegen 18:45 Uhr die Region nahe Berre-les-Alpes, nördlich von Nizza. Glücklicherweise gibt es bisher keine Berichte über Verletzte oder Schäden.

    Die Erde bewegt sich – spürbar für viele

    Das Epizentrum des Bebens lag auf etwa 700 Metern Höhe nahe Berre-les-Alpes, aber die Erschütterungen waren weit über diesen Punkt hinaus spürbar. Die Zivilschutzbehörde der Alpes-Maritimes bestätigte, dass sie zahlreiche Meldungen über das Beben erhalten habe.

    Auch die Stadt Nizza wandte sich an die Öffentlichkeit: „Haben Sie heute Abend die Erde beben gespürt?“, hieß es auf dem sozialen Netzwerk X. Dort wurde das Epizentrum etwa sechs Kilometer nordöstlich von Carros verortet.

    Nachbeben und Entwarnung für die Küste

    Wenige Minuten nach der Haupterschütterung registrierten Experten ein Nachbeben der Stärke 2,1. Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi versicherte auf X, dass die städtischen Risikomanagement-Teams die Lage genau im Auge behalten.

    Eine weitere Sorge konnte die Präfektur der Alpes-Maritimes schnell ausräumen: Es bestehe keinerlei Tsunami-Gefahr. Das unabhängige seismologische Netzwerk Sismoazur verortete das Epizentrum zwischen Berre-les-Alpes und Coaraze, ebenfalls nördlich von Nizza.

    Mehr Schreck als Schaden

    Auch wenn das Beben keine Schäden verursacht hat – das Gefühl, wenn die Erde plötzlich wackelt, bleibt für viele unheimlich. Die Feuerwehr erhielt zahlreiche Anrufe besorgter Bürger, und der lokale Sender „Ici Azur“ (ehemals France Bleu) stellte sein Telefon für Erfahrungsberichte der Hörer offen.

    Dass Erdbeben in dieser Region vorkommen, ist nicht ungewöhnlich, wenn auch meist in schwächerer Intensität. Die Nähe der Alpen und tektonische Verschiebungen sorgen immer wieder für kleinere seismische Aktivitäten.

    Doch am Ende bleibt die wichtigste Nachricht: Niemand wurde verletzt, und die Region kam mit einem Schrecken davon.

    Von Andreas M. B.

  • Putin will Waffenruhe für Energieziele akzeptieren – und weitere World-News

    Putin will Waffenruhe für Energieziele akzeptieren – und weitere World-News

    Während eines Telefonats mit US-Präsident Donald Trump erklärte der russische Präsident Wladimir Putin gestern, er sei bereit, Angriffe auf Energieinfrastruktur im Krieg gegen die Ukraine zu stoppen – unter der Bedingung, dass beide Seiten sich daran hielten. Dies teilte der Kreml mit. Allerdings lehnte Putin einen weitergehenden, von den USA und der Ukraine vorgeschlagenen 30-tägigen Waffenstillstand ab.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich offen für eine Aussetzung der Angriffe auf Energieziele, betonte jedoch, dass die Vereinbarung nicht einseitig sein dürfe. „Es kann nicht sein, dass Russland unsere Energieversorgung attackiert und wir schweigen“, sagte er. „Wir werden reagieren.“

    Putin erklärte Trump zudem, dass die „zentrale Voraussetzung“ für eine Lösung des Konflikts das Ende der westlichen militärischen und geheimdienstlichen Unterstützung für die Ukraine sei. Ein solcher Schritt, so Analysten, würde die Ukraine dauerhaft verwundbar gegenüber Russland machen.

    Das Weiße Haus wertete eine Unterbrechung der Angriffe auf Energieziele als einen ersten Schritt in Richtung Frieden. Dennoch fiel das Ergebnis des Gesprächs mit Putin weit hinter das zurück, was Trump als möglich dargestellt hatte.

    Analyse: Ein Stopp der Angriffe auf Energieinfrastruktur könnte beiden Ländern nutzen. Die Ukraine kämpft mit den wiederholten russischen Attacken auf ihr Stromnetz, während ukrainische Angriffe auf russische Öl- und Gasanlagen eine essenzielle Einnahmequelle Moskaus bedrohen.


    Israels Angriffe auf Gaza fordern über 400 Tote

    Israels Streitkräfte haben gestern massive Luftangriffe auf den Gazastreifen durchgeführt und damit eine seit Januar bestehende Feuerpause mit der Hamas beendet. Die Angriffe kosteten laut Gesundheitsministerium in Gaza mehr als 400 Menschen das Leben – darunter viele Kinder. Es war einer der blutigsten Tage seit Beginn des Krieges.

    Die Attacken folgten auf wochenlange gescheiterte Verhandlungen über eine Verlängerung des fragilen Waffenstillstands. Die erste Phase der Feuerpause lief bereits Anfang März aus, wurde jedoch weitgehend eingehalten, während Diplomaten versuchten, eine Verlängerung zu erreichen, um die verbliebenen israelischen Geiseln zu befreien. Von den 59 noch in Gaza vermuteten Geiseln sind wahrscheinlich weniger als die Hälfte noch am Leben.

    Premierminister Benjamin Netanjahu deutete an, dass Israel weitere Angriffe parallel zu laufenden Verhandlungen durchführen werde. „Das ist erst der Anfang“, sagte er. „Wir werden weiterkämpfen, bis alle Kriegsziele erreicht sind.“ Hamas-Offizielle warfen Israel vor, die Waffenruhe einseitig gebrochen zu haben, reagierten jedoch zunächst nicht militärisch.

    Analyse: Israel scheint den Krieg fortzusetzen, um die Kontrolle der Hamas über Gaza endgültig zu brechen, schreiben die Analysten Patrick Kingsley und Ronen Bergman.


    Oberster US-Richter widerspricht Trump

    Wenige Stunden nachdem Ex-Präsident Donald Trump die Amtsenthebung eines Richters gefordert hatte, der gegen seine Regierung entschieden hatte, äußerte sich der Oberste Richter der USA, John Roberts, mit einer seltenen öffentlichen Stellungnahme.

    „Seit über zwei Jahrhunderten steht fest, dass eine Amtsenthebung nicht als Reaktion auf eine juristische Entscheidung angebracht ist“, erklärte Roberts. Der von Trump kritisierte Richter hatte zuvor eine Abschiebung hunderter Migranten nach El Salvador gestoppt.

    Hintergrund: Der Fall ist Teil einer größeren Debatte über die Machtbefugnisse des Präsidenten und die Rolle der Gerichte bei deren Kontrolle.


    WEITERE WICHTIGE NACHRICHTEN

    • Raumfahrt: Zwei NASA-Astronauten sind nach einem neun Monate längeren Aufenthalt als geplant sicher vor der Küste Floridas gelandet.
    • Technologie: Google übernimmt das Cybersecurity-Start-up Wiz für 32 Milliarden Dollar – der bislang größte Zukauf des Unternehmens.
    • Deutschland: Der Bundestag hat knapp für eine Lockerung der Schuldenbremse gestimmt, um mehr Geld für Verteidigung und Infrastruktur bereitzustellen.
    • Sudan: US-Kürzungen bei Auslandshilfen treffen lebenswichtige Ressourcen für Flüchtlinge aus Darfur.
    • Großbritannien: Die Mitte-Links-Regierung der Labour-Partei hat neue Pläne zur Begrenzung der steigenden Sozialausgaben vorgestellt.
    • Frankreich: Caroline Darian, Tochter von Gisèle Pelicot, klagt gegen ihren Vater wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs.
    • Südafrika: Trotz laufender Untersuchungen zu Übergriffen weigert sich das Land, Wissenschaftler aus einer Antarktis-Station abzuziehen.
    • Kriminalität: In Großbritannien fordern ehemalige Krankenhausmanager, die Ermittlungen gegen die verurteilte Mörderin Lucy Letby auszusetzen – neue Beweise deuten auf andere Todesursachen der Babys hin.
    • Nepal: Drohnen sollen künftig schwere und gefährliche Lasten auf den Mount Everest transportieren – eine Aufgabe, die bisher von Bergführern übernommen wurde.

    Von C. Hatty

  • Rennes: Mobile Impfteams schützen Schüler vor Meningokokken

    Rennes: Mobile Impfteams schützen Schüler vor Meningokokken

    Meningitis ist auf dem Vormarsch – auch in Frankreich. Um junge Menschen besser zu schützen, startet in der Metropolregion Rennes eine groß angelegte Impfkampagne direkt in den Schulen. Das Modell könnte schon bald landesweit ausgerollt werden.

    Impfung dort, wo die Jugendlichen sind

    Die Gesundheitsbehörden von Bretagne reagieren entschlossen auf die steigende Zahl von Meningokokken-Infektionen. In Zusammenarbeit mit der Region Bretagne und dem Département Ille-et-Vilaine setzt die Agence régionale de santé (ARS) mobile Impfteams in den Schulen ein. Seit dem 18. März besuchen sie 22 Internatsgymnasien in Rennes und Umgebung, um knapp 2 000 Schüler*innen gegen die gefährlichen Erreger zu impfen.

    Das Konzept? Einfach, aber effektiv. Mobile Teams impfen direkt vor Ort – sowohl in öffentlichen als auch in privaten und landwirtschaftlichen Gymnasien. Damit ergänzt das Angebot die bestehenden vier Impfzentren sowie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Pro Tag können so bis zu 60 Schüler geimpft werden.

    Ein Modell für ganz Frankreich?

    Die Kampagne folgt einem straffen Zeitplan: Bis zum 4. April erhalten die Jugendlichen ihre erste Dosis, nach den Osterferien geht es am 22. April mit der zweiten Runde weiter. Spätestens Ende Mai soll die Impfaktion abgeschlossen sein.

    Doch Rennes könnte nur der Anfang sein. Gesundheitsminister Aurélien Rousseau erwägt eine landesweite Kampagne nach diesem Vorbild – noch vor dem Sommer. Besonders im Fokus: die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen. Und ab dem neuen Schuljahr sollen dann auch 11- bis 14-Jährige im Rahmen einer kombinierten Impfung gegen Meningokokken und HPV geschützt werden.

    Infektionszahlen steigen rasant

    Warum all diese Maßnahmen? Weil Meningokokken-Infektionen extrem gefährlich sind. Die Bakterien können eine Meningitis oder eine lebensbedrohliche Sepsis auslösen. In manchen Fällen treten Gelenkentzündungen oder Magen-Darm-Symptome auf. Unbehandelt verläuft die Krankheit oft tödlich – und das in kürzester Zeit.

    Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit dem Ende der Corona-Beschränkungen steigen die Infektionen rapide an. 2024 wurden bereits über 600 Fälle registriert – ein Höchststand seit 20 Jahren. Ein besorgniserregender Trend, dem die Behörden mit ihrer neuen Impfstrategie entgegentreten wollen.

    Könnte dieser Ansatz auch in anderen Ländern Schule machen? Angesichts der wachsenden Fallzahlen wäre das durchaus denkbar. Denn wenn die Impfung direkt in die Schulen kommt, sinkt die Hürde für junge Menschen erheblich. Und genau das könnte am Ende Leben retten.

    Von C. Hatty

  • Frankreich verstärkt seine Verteidigungsfähigkeit: Beschleunigte Beschaffung von Rafale-Kampfjets und Investitionen in die nukleare Abschreckung

    Frankreich verstärkt seine Verteidigungsfähigkeit: Beschleunigte Beschaffung von Rafale-Kampfjets und Investitionen in die nukleare Abschreckung

    In einer Zeit zunehmender globaler Unsicherheit hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am 18. März 2025 bedeutende Maßnahmen zur Stärkung der nationalen Verteidigungsfähigkeit angekündigt. Bei einem Besuch auf der Luftwaffenbasis 116 Luxeuil-Saint-Sauveur in Luxeuil-les-Bains (Haute-Saône) erklärte Macron, dass der Staat die Bestellungen des Kampfflugzeugs Rafale erhöhen und beschleunigen werde, um den aktuellen geopolitischen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Entscheidung, die Beschaffung der Rafale-Jets zu intensivieren, unterstreicht Frankreichs Bestreben, seine Luftstreitkräfte zu modernisieren und auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. Die Rafale, entwickelt von Dassault Aviation, gilt als eines der fortschrittlichsten Mehrzweckkampfflugzeuge weltweit und spielt eine zentrale Rolle in der französischen Verteidigungsstrategie. Neben der Aufstockung der Rafale-Flotte kündigte Macron an, dass die Basis in Luxeuil bis 2035 die neueste Version des Rafale sowie den hype…

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  • Maine-et-Loire: Wenn Versicherungen unerschwinglich werden

    Maine-et-Loire: Wenn Versicherungen unerschwinglich werden

    Versicherungen werden teurer – so teuer, dass immer mehr Kommunen sich diese schlicht nicht mehr leisten können. Im Département Maine-et-Loire hat man Konsequenzen gezogen: Bestimmte Gebäude sind nicht mehr versichert. Explodierende Kosten zwingen zum Umdenken Es klingt fast unglaublich: Innerhalb eines Jahres sind die Versicherungskosten für das Département Maine-et-Loire von 155.000 Euro auf 1,3 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht einer Erhöhung von über 800 Prozent. „Wer würde eine solche Steigerung akzeptieren – ob als öffentliche Einrichtung oder Privatperson?“, fragt die Präsidentin des Départements. Eine berechtigte Frage. Die Entscheidung, auf eine Versicherung zu verzichten, hat gravierende Folgen. Zwar bleibt der Schutz für Personenschäden bestehen, doch bei Bränden oder anderen Sachschäden müsste das Département die Kosten selbst tragen. Ein aktuelles Beispiel verdeutlicht das Dilemma: Während der Unruhen von 2023 wurde ein Gebäude der Verwaltung durch ein Feuer schwer …

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