Kategorie: Alle Artikel

  • Ist Frankreich nicht ausreichend auf das nukleare Risiko vorbereitet?

    Ist Frankreich nicht ausreichend auf das nukleare Risiko vorbereitet?

    Das jedenfalls ist das Ergebnis der jüngsten Untersuchung von Anccli, der Vereinigung der lokalen Informationskommissionen der Atomstandorte. Zum Beispiel haben 75% der Bewohner in der Nähe eines Kraftwerkes ihre Jodtabletten nicht abgeholt.

    Frankreich ist das am stärksten nuklearisierte Land der Welt. Das Bewusstsein des nuklearen Risikos ist bei den Franzosen jedoch nicht ausreichend entwickelt. Dies ist die Feststellung, die in einer heute veröffentlichten Untersuchung gemacht wurde. Derzeit leben alle Franzosen weniger als 200 km von einem Atomstandort entfernt, und laut einer Umfrage wissen 78% der Befragten nicht, was sie im Falle einer Industrie- oder Naturkatastrophe tun sollen.

    Es muss gesagt werden, dass Krisenübungen und Informationskampagnen darüber, was zu tun ist, nur etwas mehr als zwei Millionen Einwohner betreffen, die in einem Radius von 20 km um die Kraftwerke leben. Aber auch dort mangelt es an Vorbereitung. Als Beweis zeigt die Anccli in dieser Studie, dass nur ein Viertel der in diesen Gebieten lebenden Einwohner ihre Jodtabletten während der letzten Verteilungskampagne abgeholt hat. Dies ist eine Feststellung, die die Behörde für nukleare Sicherheit, ASN, bereits bei anderen Kampagnen gemacht hat.

    Die Jodtabletten müssen im Falle eines Atomunfalls sofort eingenommen werden. Es ist eine Möglichkeit, die Schilddrüse der Bewohner mit stabilem Jod zu sättigen, damit sich das eingeatmete oder aufgenommene radioaktive Jod nicht auf ihren Organen ablagert. Es ist ein Medikament, das nur auf Anweisung der Behörden eingenommen werden darf. Dies ist eine Lehre, die aus der Tschernobyl-Katastrophe vor 35 Jahren gezogen wurde, denn eine ihrer Folgen war die explosionsartige Zunahme von Schilddrüsenkrebsfällen in der Ukraine und Weißrussland.

    Seit 1997 werden regelmäßig Kampagnen zur Verteilung von Jodtabletten durchgeführt, damit Schulen, Altenheime, Unternehmen und Anwohner jederzeit über diese verfügen können. Aber 75% der betroffenen Einwohner sind während der letzten Kampagne nicht in die Apotheke gegangen, um sie zu holen. Eine Kampagne, die den Betreiber EDF immerhin 5 Millionen Euro gekostet hat – ohne die gewünschte Wirkung zu erzielen.

    Die Anccli will das Bewusstsein für das Risiko schärfen
    Wenn die Bewohner die Jodpastillen nicht abgeholt haben, liegt es laut Anccli auch daran, dass die Adressen nicht aktuell oder schlecht aufbereitet waren. Es fehlt aber offensichtlich manchmal auch an der Motivation der Bewohner, sich auf eine Krise vorzubereiten. Zum Beispiel stiegen 2011 in der Nähe des Kraftwerks Gravelines viele Menschen nicht in die Busse, um eine Evakuierung der Nachbarschaft zu simulieren. Oft versorgen die Gemeindeverwaltungen die Bürger selten mit Informationen darüber, wie man sich im Falle eines Unfalls verhalten sollte!

    Heute wenden sich die Autoren der Anccli-Untersuchung an den Staat, um ihn um regelmäßigere Übungen zu bitten, um die Einbeziehung der Rathäuser in die Verteilung von Jod, wie sie es in er Covid-Krise mit den Masken und den Impfstoffen tun.

    Für den Präsidenten der Anccli: Jean-Claude Delalonde, „sollte das nukleare Risiko kein Tabu sein. Anders als beim Coronavirus können wir nicht sagen, dass wir nicht vorher wussten, was zu tun ist„.

  • Airways College in Konkurs: ein Alptraum für Pilotenschüler und Lehrer

    Airways College in Konkurs: ein Alptraum für Pilotenschüler und Lehrer

    Das Leben von Hunderten von Studenten, die davon träumten, Airline-Piloten zu werden, ist zu einem Albtraum geworden. Sie gaben Zehntausende von Euro aus, um in die Privatschule Airways College aufgenommen zu werden, die in mehreren französischen Städten Standorte hat und nun in Konkurs gegangen ist.

    Das Airways College, eine renommierte private Flugpilotenschule, befindet sich in der Zwangsverwaltung. Die Ausbildung von Hunderten von Studenten ist zum Stillstand gekommen, und damit auch ihr Traum vom Fliegen. Die Eltern von Alecksandra Doan haben einen Kredit von 100.000 Euro aufgenommen, den sie über 12 Jahre zurückzahlen müssen. Dieser hohe Preis ist bei dieser Art von Training üblich. 217 Studenten befinden sich in der gleichen Situation.

    Wirtschaftsbedingte Entlassungen
    Nur der Flugsimulator funktioniert noch. Die Lehrer werden nicht mehr bezahlt. „Wir werden alle entlassen, Leute, die Kredite haben, Leute, die Familien haben, das ist wirklich dramatisch“, erklärt Philippe Blot, Leiter der Basis Paris-Villaroche gegenüber France 3. Das Unternehmen hat 17 Millionen Euro an Verlusten angehäuft. Nach Aussage der Mitarbeiter gönnte sich der Chef der Schule trotz hoher Schulden einen hohen Lebensstil. Er wollte vor der Kamera von France 3 nicht sprechen.

  • Alpen: Eine Serie tödlicher Lawinen im Ecrins-Massiv

    Alpen: Eine Serie tödlicher Lawinen im Ecrins-Massiv

    Am Montag, dem 3. Mai, wurden die alpinen Departements wegen Lawinengefahr in erhöhten Alarmzustand versetzt. Die Schneedecke war instabil: Sie gab mehrmals nach, sowohl in Isère als auch in den Hautes-Alpes.

    Eine Tragödie ereignete sich am Montag, 3. Mai, an einem Hang des Ecrins-Massivs, das in den Hautes-Alpes und der Isère liegt. Eine Gruppe von Skifahrern brachte ein Schneebrett ins Rutschen. Das Schneebrett riss mehrere Bergsteiger mit sich. „Wir wussten nicht, dass es Leute gab, die unter dem Schnee begraben wurden. Wir hatten keine Sicht auf diese Leute“, erklärt Baptiste Leprince, ein Amateurkletterer, gegenüber France 3. Die Bilanz war schwer: zwei Tote, ein Verletzter und eine vierte Person, die dank des schnellen Eingreifens der Rettungskräfte unverletzt blieb. Nur ein paar Kilometer entfernt stürzte kurz darauf eine zweite Lawine ins Tal.

    Zwei Untersuchungen eingeleitet
    Zwei Untersuchungen wurden eingeleitet und werden von den Rettern der Hochgebirgsgendarmerie, die auch Beamte der Kriminalpolizei sind, durchgeführt, „wie es systematisch bei dieser Art von Unfällen der Fall ist“, erklärt France Televisions Journalist Denis Sébastien aus Saint-Christophe-en-Oisans (Isère). Die Ermittler sollen versuchen, die Ursachen für den Abgang der Lawinen zu ermitteln.

  • Ab dem 19. Mai sind Hochzeitsfeiern wieder erlaubt – mit strengen Vorschriften

    Ab dem 19. Mai sind Hochzeitsfeiern wieder erlaubt – mit strengen Vorschriften

    Ab Mittwoch, 19. Mai, sind Trauungen im Innen- und Außenbereich wieder möglich. Wie viele Gäste werden an der Party teilnehmen können? Darf das Hochzeitsessen im Haus stattfinden? Hier das neue Protokoll, das am Montag veröffentlicht wurde. Im Jahr 2020 haben viele Paare ihre Hochzeiten auf 2021 verschoben. Die Veranstaltungsbranche, die seit Beginn der Epidemie zum Erliegen gekommen ist, steht für fast drei Milliarden Euro und mehrere zehntausend Arbeitsplätze. Im Jahr 2020 mussten 40.000 Hochzeiten abgesagt werden. Doch in diesem Jahr werden die Brautpaare tatsächlich wieder mit Gästen feiern und schlemmen können. Um ohne Einschränkungen zu feiern, muss man allerdings bis zum 30. Juni warten Nach Informationen von Le Parisien können Lokalitäten für Empfänge, wie Schlösser und Festsäle, ab dem 19. Mai wieder öffnen. Gute Nachrichten! Und das Beste daran: Die Brautleute brauchen sich nicht auf sechs Gäste zu beschränken… die Anzahl der Gäste kann bis zu 35% der Raumkapazität betragen…

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  • 5 Millionen Zugtickets für unter 39 € nachdem Frankreich Reisebeschränkungen aufhebt

    5 Millionen Zugtickets für unter 39 € nachdem Frankreich Reisebeschränkungen aufhebt

    Sofort als in Frankreich die Regeln zur Beschränkung von Reisen für Freizeit und Tourismus fielen, gab die nationale Bahngesellschaft SNCF 5 Millionen Bahntickets zu Preisen von unter 39 € frei.

    Die SNCF hat am Montag ihre Sommer-Verkaufskampagne gestartet, die darauf abzielt, die Zugbuchungen anzukurbeln, da Frankreichs 10-Kilometer-Regel, die das Reisen einschränkte, nun endlich abgeschafft wird.

    Der Chef der Bahngesellschaft, Christophe Fanichet, sagte der französischen Tageszeitung Le Parisien, dass das Ziel sei, „auf die Erwartungen der Menschen in Frankreich zu reagieren, die jetzt wegfahren wollen.“

    Das Angebot umfasst laut Fanichet insgesamt 5 Millionen Fahrkarten mit einem Höchstpreis von 39 € für die Hochgeschwindigkeitszüge TGV Inoui, die preiswerten Ouigo-Züge und die regionalen Intercité-Züge, die während der Sommerferien 3.000 Ziele abdecken.

    Die Reisen können bis zum 29. August angetreten werden. Aber Achtung, der Sonderpreis gilt nur für Käufe bis zum 19. Mai, dem Datum, an dem Frankreich in die zweite Lockerungsphase eintritt, sofern es die gesundheitliche Situation erlaubt. Darüber hinaus bietet die Bahngesellschaft ein spezielles Angebot für Kinder unter 12 Jahren an. Zwischen dem 4. und 15. Mai können für die Kleinen Sommerferientickets für 8 € gekauft werden.

    Alle diese Fahrkarten sind bis drei Tage vor der Abfahrt umtauschbar und voll erstattungsfähig, so wie es in den Sommerferien üblich ist.

    Die SNCF kündigte ausserdem an, in den kommenden Monaten die Anzahl der Züge zu erhöhen und eine Auslastung der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge von 80 Prozent zu erreichen, verglichen mit den derzeitigen 40 Prozent.

    Der dritte Lockdown brachte die Bahngesellschaft SNCF in arge Bedrängnis. Die Regel, die Fahrten über 10 km auf notwendige Besorgungen beschränkt, ließ die Zugbuchungen in den Keller sinken, und nur 5 Prozent der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge waren laut Le Parisien im April ausgebucht.

    Reisende, die aus anderen EU-Ländern nach Frankreich kommen, müssen einen negativen PCR-Covid-Test mitbringen, der weniger als 72 Stunden vor der Abreise durchgeführt wurde.

  • Prozess gegen Nordahl Lelandais: Für wieviele Morde ist er noch verantwortlich?

    Prozess gegen Nordahl Lelandais: Für wieviele Morde ist er noch verantwortlich?

    Zahlreiche „kalte Fälle“ wurden wieder aufgerollt, um eine mögliche Verbindung zu dem ehemaligen Soldaten zu finden.

    Was verbirgt Nordahl Lelandais noch? Seit seiner Anklage wegen des Mordes an Maëlys, am 30. November 2017, und dann an Corporal Arthur Noyer, am 20. Dezember desselben Jahres, wird der Name dieses 38-jährigen ehemaligen Hundeführers weiterhin in Zusammenhang mit vielen Cold Cases untersucht.

    So wurde im Januar 2018 innerhalb des Zentraldienstes für kriminalpolizeiliche Aufklärung der Gendarmerie eine Spezialeinheit mit dem Namen Ariane geschaffen, die einen Abgleich zwischen 900 ungeklärten Fällen (Verschwinden oder verdächtige Todesfälle) und den entsprechenden Aufenthaltsorten des mutmaßlichen Mörders vornahm.

    Ein Jahr später, im Februar 2019, gaben die Ermittler bekannt, dass „etwa vierzig“ Fälle ausgewählt worden seien, in denen die Verwicklung des Nordahl Lelandais noch eingehender untersucht werden sollte. Die Spezialeinheit wurde inzwischen geschlossen und die Akten an die zuständigen Ermittlungsrichter übergeben.

    Die Fälle, in denen gegen ihn ermittelt wird
    Der Tod von Maëlys De Araujo. Das achtjährige Mädchen verschwand am 27. August 2017 gegen 3 Uhr morgens während einer Hochzeit im Dorfsaal von Pont-de-Beauvoisin (Isère). Schnell verdächtigt, wird Nordahl Lelandais, damals 34 Jahre alt, am 3. September wegen „Entführung“ angeklagt. Eine DNA-Spur von Maëlys wird in seinem Auto entdeckt. Am 30. November 2017 zeigen Fotos von einer Überwachungskamera, wie der Verdächtige die Hochzeit mit dem Kind verlässt und ohne sie zurückkehrt. Er wird in diesem Fall wegen Mordes angeklagt.

    Am 14. Februar 2018, nach der Entdeckung eines Blutflecks in seinem Auto, gibt er zu, Maëlys getötet zu haben, laut ihm „unfreiwillig“, und führt die Ermittler zu ihrer Leiche, in Domessin (Savoie), in der Nähe des Hauses ihrer Eltern. Ende 2018 wird der Akte die Aussage eines Mitgefangenen hinzugefügt, wonach der ehemalige Soldat ihm anvertraut hätte, das Mädchen vergewaltigt zu haben, bevor er sie tötete. Die Ermittlungen sind seit dem 18. Februar 2021 offiziell abgeschlossen und ebnen den Weg für einen Prozess, der Anfang 2022 stattfinden könnte.

    Das Verschwinden von Arthur Noyer. Im Dezember 2017 ergab die Untersuchung der Bewegungen des Telefons von Nordahl Lelandais im Rahmen der Ermittlungen zum Verschwinden von Maëlys, dass er mit einem jungen Bergjäger, Korporal Arthur Noyer, 23, unterwegs war, als dieser in der Nacht vom 11. auf den 12. April 2017 in der Nähe von Chambéry verschwand. Nach zwei Tagen in Polizeigewahrsam wurde Nordahl Lelandais am 20. Dezember auch in diesem Fall wegen Mordes angeklagt. Der Verdächtige gibt daraufhin zu, den damals vermissten Arthur Noyer mitgenommen zu haben, bestreitet aber jede Beteiligung an seinem Tod.

    Im März 2018 führen die Ermittler Nordahl Lelandais an den Fundort eines Schädels, der dem vermissten Mann zugeschrieben wird, etwa zwanzig Kilometer von Chambéry entfernt. Dort gibt der Verdächtige zu, Korporal Noyer getötet zu haben und beschreibt einen Kampf, der zu einem tödlichen Sturz geführt hätte. Im Februar 2020 klagt ihn der Staatsanwalt von Chambéry wegen Mordes ohne Vorsatz an. Dieser Prozess beginnt am 3. Mai.

    Sexuelle Übergriffe auf drei Cousinen. Im Zusammenhang mit dem Fall Maëlys ergibt die Analyse der Telefone von Nordahl Lelandais im Juni 2018 den Verdacht eines sexuellen Übergriffs auf eine kleine sechsjährige Cousine. Die Tat hätte sich eine Woche vor dem Mord an Maëlys De Araujo ereignet. Ein Video zeigt, wie das kleine Mädchen von einer Hand berührt wird, die dem ehemaligen Militär gehören könnte. Im Juli 2018 wird er deshalb wegen sexueller Nötigung angeklagt.

    Fünf Monate später wird Nordahl Lelandais erneut des sexuellen Übergriffs auf eine zum Tatzeitpunkt vierjährigen Cousine zweiten Grades beschuldigt. Der Übergriff, den er auch filmte, soll im Sommer 2017 begangen worden sein. Nordahl Lelandais erkennt diese beiden sexuellen Übergriffe an.

    Im Februar 2020 folgt eine neue Anklage gegen den ehemaligen Soldaten: Ihm werden sexuelle Übergriffe auf eine Cousine dritten Grades vorgeworfen. Die Tat soll im März 2017 begangen worden, als das Mädchen 14 Jahre alt war. In einem Video, das von BFMTV ausgestrahlt wurde, gab das Opfer an, dass sie am Tag der Beerdigung ihres Vaters von Nordahl Lelandais sexuell belästigt wurde.

    Untersuchungen, bei denen eine Verbindung zu folgenden Fällen erwartet wird
    Der Tod von Thomas Rauschkolb. Der 18-jährige Teenager wird am 28. Dezember 2015 tot am Rande eines Flusses gefunden, nachdem er den Abend in einer Diskothek von Grésy-sur-Aix (Savoie) verbracht hatte. Die Untersuchung schließt, im Oktober 2017, zunächst auf einen unfallbedingten Sturz. Aber es ist tatsächlich Nordahl Lelandais, der auch diesmal ins Visier der Ermittler gerät.

    Am 9. März beschloss ein Untersuchungsrichter in Chambéry, die Leiche des jungen Mannes für eine Autopsie exhumieren zu lassen, deren Ergebnisse heute noch nicht bekannt sind. Auch ein Foto, das der Vater von Thomas Rauschkolb auf Facebook erhalten hat, untermauert den verdacht: Darauf sieht man Nordahl Lelandais drei Jahre vor der Tat in eben dieser Diskothek von Grésy-sur-Aix.

    Und auch im Fall zweier Vermisster: Jean-Christophe Morin und Ahmed Hamadou verschwanden im Abstand von einem Jahr während des Musikfestivals von Fort de Tamié (Savoie). Der erste wird zum letzten Mal in der Nacht vom 9. auf den 10. September 2011, gegen 3 Uhr morgens, beim Verlassen des Festivals gesehen. Laut France 3 Auvergne-Rhône-Alpes war er offenbar besorgt, als er die Party verließ: „Jemand ist hinter mir her“, sagte er. Drei Tage später melden ihn seine Freundin und seine ältere Schwester als vermisst. Eine Suche wurde organisiert, sie blieb vergeblich. Nur sein Rucksack wurde Ende September in der Nähe des Forts gefunden. Ein Jahr später, am 8. September 2012, ging seine Familie zum Festival und stellte ein Zelt mit Fahndungsaushängen auf dem Parkplatz des Festivals auf. An diesem Tag verschwand ein weiterer Mann: der 45-jährige Ahmed Hamadou.

    Die Ermittlungen zu diesen beiden verschwundenen Personen zeigen, dass das Fort von Tamié, nur etwa 80 km von Domessin entfernt ist, wo Nordahl Lelandais vor seiner Verhaftung mit seinen Eltern wohnte. „Dieser Ort (das Fort von Tamié) ist bekannt als Drogenumschlagsplatz. Es besteht eine gute Chance, dass Lelandais dort vorbeikam“, vermuten die Anwälte der Familien, Didier Seban und Corinne Herrmann, in einer Tageszeitung. Ahmed Hamadou wohnte in Pont-de-Beauvoisin, wo Nordahl Lelandais Maëlys entführte und tötete. Und laut seinem Cousin, der von France 3 interviewt wurde, kannten sich die beiden Männer „vom Sehen“. Der Anwalt Didier Seban gibt gegenüber Franceinfo an, dass „mehrere Leute dachten, sie hätten Lelandais gesehen. Die Möglichkeit, dass er an den Abenden, als die jungen Männer verschwanden, dort gewesen sein könnte, bleibt also. Wir warten darauf, dass die Ermittler das überprüfen.“ Im Oktober 2020 wurde ein Schädel von einem Spaziergänger in der Nähe von Fort Tamié gefunden. Es könnte der von Ahmed Hamadou sein.

    Zwei „cold cases“ in der Drôme. Eines Abends im August 2011 verließ Nelly Balmain, 29, mit ihrem Motorroller das Haus ihrer Eltern in Saint-Jean-en-Royans. Am nächsten Tag alarmierten die Eltern die Polizei, die daraufhin eine Suchaktion startete. Doch die Indizien sind dünn: Die junge Frau ist ohne Handy und ohne Zahlungsmittel verschwunden. Untersuchungen werden gestartet und die Eltern unterstützen die Bemühungen der Polizei. Vergeblich. Weder von der jungen Frau noch von ihrem Roller wird eine Spur gefunden. Aus Mangel an Beweisen wird der Fall im Jahr 2015 eingestellt.

    Fünf Jahre später, im September 2016, verschwand Eric Foray, 47, während er einkaufen war, etwa dreißig Kilometer vom Haus der Balmains entfernt. Der ehemalige Weinvertreter ist auf den Überwachungskameras eines Supermarktes und dann einer Bäckerei zu sehen, bevor er verschwindet. Die Gendarmen starteten eine Suchaktion und auch seine Angehörigen machten wochenlang mobil. „Ich kann nicht glauben, dass er aus freiem Willen gegangen ist. Er hatte nur 60 Euro in der Tasche, und seit seinem Verschwinden gab es keine Bankbewegung auf dem Konto“, vertraute sein Lebensgefährte, Régis Pique, France Bleu Drôme zwei Wochen nach seinem Verschwinden an.

    Im April 2018 nahm die Staatsanwaltschaft von Valence die Ermittlungen zu den beiden Vermisstenfällen wieder auf, um der Spur Nordahl Lelandais nachzugehen.

    Das Verschwinden von Malik Boutvillain. Am Morgen des 6. Mai 2012 verließ Malik Boutvillain, 31, sein Haus in Echirolles (Isère) ohne Geld, Mobiltelefon oder Ausweispapiere und ging joggen. Auch dieser Fall wurde zunächst im Jahr 2014 eingestellt. Anfang 2018 wird jedoch von dem Anwalt der Familie eine Klage gegen X eingereicht, wodurch die Ermittlungen wieder aufgenommen werden und mittlerweile wird eine Verbindung zu Nordahl Lelandais nicht mehr ausgeschlossen.

    Das Verschwinden von Adrien Fiorello. Am 6. Oktober 2010 brach der 22-jährige Student zum Jurastudium in Saint-Etienne (Loire) auf, 15 km von seinem Wohnort entfernt. Aber er kehrte nie zurück. Sein Fall ist Gegenstand der „besonderen Aufmerksamkeit“ der Polizei der Spezialeinheit Ariane, so Le Parisien. Denn Adrien Fiorello „hätte Etablissements frequentiert, die bei der homosexuellen Gemeinschaft beliebt sind, was die Ermittler interessiert, da Lelandais auch Beziehungen zu Männern hatte“, schreibt die Tageszeitung, die angibt, dass das Telefon des Opfers „auch in Chambéry geortet wurde, einer Stadt, in der der Verdächtige Lelandais in diesem Jahr lebte“.

    Das Verschwinden von Nicolas Suppo. Der 30-Jährige verließ am 15. September während seiner Mittagspause seine Firma in Echirolles (Isère). Seine Kollegen haben ihn nie wieder gesehen. Er ging ohne seine Ausweispapiere, ohne Kreditkarte, ohne Geld. Seitdem hat es sich sein Vater zur Gewohnheit gemacht, mit seinem Wohnmobil kreuz und quer durch die Region zu fahren, um nach dem kleinsten Hinweis zu suchen. Nach einem ersten Verfahren ohne Anklage und einer Einstellung im Jahr 2014 wurde der Fall 2018 nach einer Klage seiner Eltern wieder aufgenommen. Domessin, der Wohnort von Lelandais, ist nur etwa 50 Kilometer von Echirolles entfernt.

    Das Verschwinden von Stéphane Chemin. Am 24. September 2012 verschwand Stéphane Chemin, 33, in Bourg-d’Oisans. Dieser Fall findet sich auf der Liste der Spezialeinheit Ariane als zu untersuchender Verdachtsfall.

    Das Verschwinden von Georgette Bonnet. Die 79-jährige Rentnerin war im Belledonne-Massiv unterwegs, als sie verschwand. Wie France 3 erklärt, „war die bevorzugte Hypothese bisher der Bergunfall, aber der mutmaßliche Ort des Verschwindens der Neunundsiebzigjährigen liegt nicht weit vom damaligen Aufenthaltsort von Nordahl Lelandais entfernt“. Dieser Fall ist einer der vier Ermittlungen, die im Februar 2018 von der Staatsanwaltschaft Grenoble wieder aufgenommen wurden.

    Das Verschwinden von Coralie Moussu. Die Leiche dieser im November 2009 in Vénéjan (Gard) vermissten Mutter wurde ein Jahr später in der Rhone gefunden. „Die Staatsanwaltschaft von Nimes schrieb Ende Januar an den für den Fall Lelandais zuständigen Ermittlungsrichter, um ihn zu bitten, seine mögliche Anwesenheit im Gard zum Zeitpunkt der Tat zu überprüfen“, so Patrick Gontard, der Anwalt der Familie, im Jahr 2018. „Es ist eine Spur, der man nachgehen muss, es gibt keine absolute Gewissheit, es geht darum, zu sehen, ob dies eine Möglichkeit ist, oder nicht.“

    Die fortschreitenden Ermittlungen und Entwicklungen des Falles des mutmasslichen Mörders Nordahl Lelandais halten Frankreich in Atem. Er könnte sich um als einer der aktivsten Serienmörder Frankreichs entpuppen…

  • Covid-19: Erste Stufe des Ausstiegs aus dem Lockdown

    Covid-19: Erste Stufe des Ausstiegs aus dem Lockdown

    Montag, 3. Mai, die Reisebeschränkungen werden aufgehoben. Gymnasiasten gehen wieder in die Schule. Es ist der Beginn der Lockerungen. Dies ist ein erster Schritt hin zu einem etwas normaleren Tagesablauf. Die Aufhebung der Reisebeschränkungen zur Bekämpfung von Covid-19 tritt am Montag, 3. Mai, in Kraft: Die 10-km-Beschränkung um den eigenen Wohnort ist vorbei, ebenso die Verbote, von einer Region in die andere zu reisen. Das bedeutet ein Ende der Bescheinigungen und Kontrollen, auch wenn die 19-Uhr-Ausgangssperre bestehen bleibt. Es ist immer noch nicht die totale Freiheit, aber es ist ein grosser Schritt in Richtung einer Normalität im Leben vieler Franzosen. 60 Millionen Selbsttests bis Ende JuniEs ist auch die Rückkehr zum Unterricht für sechs Millionen Gymnasiasten und Mittelschüler. „Ich werde meine Freunde und meine Lehrer wiedersehen“, vertraute ein Schüler aus Straßburg Franceinfo an. Die Rückkehr in die Schule ist für die Sechst- und Siebtklässler ganztägig, während die ande…

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  • Andorra, Spanien: Was ändert sich ab diesem Montag, um dorthin zu fahren?

    Andorra, Spanien: Was ändert sich ab diesem Montag, um dorthin zu fahren?

    Ändert sich durch das Ende der 10-km-Reisebeschränkung ab diesem Montag, 3. Mai, die Situation für Reisen nach Spanien oder ins Fürstentum Andorra? Mit dem Beginn des Monats Mai und der Aufhebung der 10-km-Reisebeschränkung können die Franzosen ab diesem Montag, dem 3. Mai, wieder frei kommen und gehen. Keine Limits mehr, keine Ausgangsbescheinigungen mehr. Die Ausgangssperre bleibt jedoch in ganz Frankreich zwischen 19 Uhr und 6 Uhr morgens in Kraft und in dieser Zeit bleibt die Bescheinigungspflicht bestehen. Ist es mit dieser neu gewonnenen Freiheit möglich, nach Andorra und Spanien zu reisen und unter welchen Bedingungen? Ja, ab diesem Montag, 3. Mai, ist es wieder möglich, nach Andorra zu reisen! Ein PCR- oder TMA-Test (Transcription Mediated Amplification), der in Andorra üblich ist, ist ab dem 11. Lebensjahr obligatorisch, um nach Frankreich zurückzukehren. Das Ergebnis kann auf Papier oder per Telefon präsentiert werden. Auch für Personen, die gegen Covid-19 geimpft worden sind…

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  • Auch ohne Lockdown gibt es noch eine Ausgangsbescheinigung …

    Auch ohne Lockdown gibt es noch eine Ausgangsbescheinigung …

    Ab diesem Montag, dem 3. Mai, beginnt in Frankreich die Lockerungsphase. Es wird nicht mehr notwendig sein, eine Bescheinigung vorzulegen, um seine Bewegungen während des Tages zu rechtfertigen. Die Ausgangssperre bleibt jedoch weiterhin in Kraft: Die Behörden haben ein neues Zertifikat online gestellt, das für Bewegungen zwischen 19 Uhr und 6 Uhr morgens notwendig ist. Es ist eine neue Etappe, die an diesem Montag, dem 3. Mai, in Frankreich beginnt, das seine inzwischen dritte Lockerungsphase beginnt. Ab diesem Montag werden, wie von Emmanuel Macron angekündigt, die Verkehrsbeschränkungen abgeschafft. Die Regeln von 10 und 30 Kilometern sind nicht mehr relevant und es wird nun wieder möglich, zwischen den Regionen zu reisen. Fazit: Die Bescheinigung für Tagesfahrten ist nicht mehr aktuell. Allerdings bleibt der Reiseverkehr von 19 Uhr bis 6 Uhr morgens eingeschränkt und das aus gutem Grund: Die Ausgangssperre bleibt bestehen. Es ist ab sofort möglich, das neue Formular auf der Seite …

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  • Zum ersten Mal im französischen Mittelmeer beobachtet: Ein verirrter Grauwal

    Zum ersten Mal im französischen Mittelmeer beobachtet: Ein verirrter Grauwal

    Ein Grauwal wurde im Mittelmeer gesichtet: Ungewöhnlich, da diese Wale normalerweise wärmere Gewässer bevorzugen. Nach Meinung mehrerer Experten hat sich das Tier verirrt.

    Ein Grauwal, der sich weit weg vom Pazifik verirrt hat, wurde in den letzten Tagen  an der französischen Mittelmeerküste beobachtet, wie das ‚Réseau national échouages de mammifères marins‘ am Sonntag mitteilte.

    Das etwa 15 Monate alte und 8 Meter lange Wal-Kalb war bereits Anfang März in Marokko und in den letzten Wochen in Italien in Neapel, Rom und Genua beobachtet worden. Höchstwahrscheinlich hat es sich ins Mittelmeer verirrt, aus dem es nun versucht, wieder in seinen natürlichen Lebensraum im Nordpazifik zurückzukehren. „Ein Exemplar wurde bereits 2010 zweimal im Mittelmeer beobachtet, allerdings in Israel und Spanien. Das ist eine Premiere für unsere französische Küste“, sagt Adrien Gannier, Tierarzt und Mitglied des Netzwerks, der den jungen Wal am Freitag vor Bormes-les-Mimosas (Südostfrankreich) selbst beobachtet hat.

    Ein ungewöhnlicher Besuch
    Die Anwesenheit dieser Walart in mediterranen Gewässern ist recht ungewöhnlich, da der größte Teil der Grauwal-Population zwischen Baja California im Winter und Alaska im Sommer lebt.

    „Es ist möglich, dass sich dieser wahrscheinlich in Kalifornien geborene Wal während seiner ersten Fütterungssaison in der Beaufortsee verirrt hat und dass er, anstatt in den Pazifik zurückzukehren, den Atlantik genommen hat, bevor er sich ins Mittelmeer verirrte“, erklärt Adrien Gannier, der auch Mitglied der Cetacean Research Group (Grec) ist, einer Vereinigung mit Sitz in Antibes.

    Am Donnerstag wurde das Tier zunächst in Antibes und in Mandelieu-La Napoule in den Alpes-Maritimes beobachtet. Am Freitag wurde es dann im Hafen von Bormes-les-Mimosas gesichtet, von wo aus es den Hafenbehörden gelang, es wieder aufs Meer hinaus zu bringen.

    „Wir haben den Jungwal dann auf seiner Reise nach Westen begleitet und ihn eine Seemeile vor Cap Bénat zurückgelassen“, sagt Adrien Gannier, der hofft, dass das Walkalb seine Reise in Richtung des Golfs von Lion und dann der spanischen Küste fortsetzt, bevor es bei Gibraltar aus dem Mittelmeer wieder in den Atlantik findet. „Das Kalb scheint bei recht guter Gesundheit zu sein, hat aber an Gewicht verloren, weil seine Fütterungsgewohnheiten nicht an das Mittelmeer angepasst sind“, erklärt der Tierarzt. Diese Walart ernährt sich von wirbellosen Tieren, die in schlammigen Sand am Meeresgrund leben, was im Mittelmeer eher selten ist.