Kategorie: Alle Artikel

  • Cyberhetze gegen Brigitte Macron: Wenn Worte strafbar werden

    Cyberhetze gegen Brigitte Macron: Wenn Worte strafbar werden

    Zwölf Monate – auf Bewährung. So lautete die härteste Forderung der Staatsanwaltschaft im Pariser Prozess um eine der perfidesten Fake-News-Kampagnen der letzten Jahre. Zielscheibe: Brigitte Macron. Der Vorwurf: Transfeindliches Cybermobbing – angeheizt durch eine Verschwörungserzählung, die so bizarr wie gefährlich war. Im Zentrum: eine Lüge. Brigitte Macron sei eine trans Frau, lebe also unter falscher Identität – so lautete das Gerücht, das ab 2021 seinen Weg durch die sozialen Netzwerke nahm, multipliziert, ausgeschmückt, instrumentalisiert. Aus einem absurden Gerücht wurde ein systematischer Rufmord. Jetzt wird abgerechnet. Zwölf Monate auf Bewährung und Social-Media-Sperre: Die härteste Forderung Im Fokus des Prozesses: Aurélien Poirson-Atlan. Im Netz bekannt unter dem Alias „Zoé Sagan“. Laut Anklage einer der Hauptverantwortlichen für die gezielte Verbreitung der Falschinformation. Der Mann, der das Ganze „intellektuell verbrämte“, Texte publizierte, Analysen vortäuschte, manipu…

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  • Rote Hände, kalter Krieg – Wie Russland im Herzen von Paris provoziert

    Rote Hände, kalter Krieg – Wie Russland im Herzen von Paris provoziert

    Es ist ein Bild, das sich einbrennt: rote Handabdrücke auf dem Pariser Holocaust-Mahnmal. Wie blutige Schatten auf der Erinnerung – und auf der französischen Republik. Im Mai 2024 tauchten in Paris insgesamt 35 solcher Schmierereien auf. Ziel: jüdische Gedenkorte. Symbolik: verstörend. Wirkung: ein politisches und gesellschaftliches Erdbeben. Nun, ein halbes Jahr später, rückt ein Prozess in den Fokus, der weit über Vandalismus hinausgeht. Vier bulgarische Staatsbürger stehen am 29. Oktober nun vor Gericht – beschuldigt, auf Geheiß Russlands gehandelt zu haben. Der Vorwurf: gezielte Destabilisierung Frankreichs mit einem perfiden Mix aus Antisemitismus, Provokation und Propaganda. Tatort: Das Herz der Erinnerung Die rote Farbe war kaum getrocknet, da kochte die öffentliche Empörung hoch. Besonders der Angriff auf die Mauer der „Justes“, jener Gerechten, die Juden vor den Nazis retteten, traf einen empfindlichen Nerv. Paris – Stadt der Lichter, Stadt der Freiheit – wurde Schauplatz eine…

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  • Brutale Überfälle: Wenn das eigene Zuhause zur Falle wird

    Brutale Überfälle: Wenn das eigene Zuhause zur Falle wird

    Ein gewaltsamer Überfall erschüttert Marseille – nicht wegen seiner Brutalität allein, sondern wegen der Zielscheibe: ein hochbetagtes Ehepaar, beide über 90 Jahre alt, ehemals als Juweliere tätig, wird im eigenen Zuhause Opfer eines perfiden Home-Jackings. Die Tat wirft nicht nur ein Schlaglicht auf eine zunehmend brutale Form der Kriminalität, sondern auch auf die gesellschaftliche Frage, wie wir mit den Schwächsten in unserer Mitte umgehen. Es ist Freitag, der 24. Oktober, als zwei Männer an der Tür eines gepflegten Apartments in der Avenue du Prado klingeln. Sie geben sich als Mitglieder eines jüdischen Hilfsdienstes aus, angeblich spezialisiert auf die Unterstützung älterer Menschen. Der 94-jährige Mann öffnet arglos – und wird im nächsten Moment brutal überrumpelt. Zu Boden gedrückt, an den Haaren durch die Wohnung gezerrt. Seine Frau, bettlägerig und an Alzheimer erkrankt, wird physisch nicht angegriffen – doch das macht die Szene nicht weniger verstörend. Was folgt, ist ein gez…

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  • Affäre Ben Barka: Der Schatten eines Verbrechens, das bis heute nachwirkt

    Affäre Ben Barka: Der Schatten eines Verbrechens, das bis heute nachwirkt

    Am 29. Oktober 1965 verschwand Mehdi Ben Barka – ein prominenter marokkanischer Oppositioneller – mitten in Paris spurlos. Sechs Jahrzehnte später erschüttert eine neue journalistische Untersuchung die politische Erinnerungskultur Frankreichs, Marokkos – und darüber hinaus. Mit bisher unbekanntem Ar…

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  • Wenn Hass digital wird: Wie das Netz Brigitte Macrons Leben veränderte

    Wenn Hass digital wird: Wie das Netz Brigitte Macrons Leben veränderte

    Sie war nie gewählt. Nie Teil eines politischen Amtes. Und doch steht sie im Zentrum einer digitalen Hetzkampagne, die längst das Maß des Erträglichen gesprengt hat. Brigitte Macron, Frankreichs First Lady, ist nicht nur Ehefrau des Präsidenten – sondern seit Jahren Zielscheibe absurder Verschwörungstheorien und wüster Verleumdungen. Jetzt steht der Fall vor Gericht. Und ihre Tochter hat gesprochen. Eine Tochter, eine Zeugin, eine Anklage ohne Worte Tiphaine Auzière, Juristin, Mutter und die jüngste Tochter von Brigitte Macron, trat am Dienstag vor das Pariser Strafgericht. Ihre Stimme: ruhig, aber fest. Ihre Worte: eindringlich. Es sei nicht nur die Würde ihrer Mutter, die verletzt werde, sondern auch ihre Gesundheit – und ihr Alltag. Sie erzählt von jemandem, der unter ständiger Beobachtung lebt. Und das ist nicht übertrieben. Seit rund vier Jahren kursieren online immer wieder dieselben infamen Behauptungen: Brigitte Macron sei in Wahrheit ein transidenter Mann, der unter dem Namen …

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  • Herbstferien in Frankreich – Sonne im Süden, Schauer im Westen

    Herbstferien in Frankreich – Sonne im Süden, Schauer im Westen

    Während sich die einen am Strand von Sète den Herbstwind durch die Haare wehen lassen, kauern sich andere in La Rochelle unter den letzten freien Café-Schirm. Der französische Spätherbst zeigt sich in den Vacances de la Toussaint mal wieder von zwei ganz verschiedenen Seiten – von golden bis grau, von mild bis matschig.

    Und das alles am selben Tag.

    In Sète, an der Mittelmeerküste, scheint die Sonne. Eine Familie aus dem Elsass strahlt fast genauso freudig wie der Himmel. Die Tochter stellt trocken fest: „Mehr Wind, aber wärmer.“ Und so ist es: Hier unten lässt sich der Oktober beinahe wie ein Nachsommer feiern. Bootstouren laufen, Restaurants sind gut besucht – selbst in der Nebensaison ist noch was los. Man spürt es: Die Wärme des Sommers klebt noch in den Steinen, das Meer glitzert verführerisch. Und die Urlauber? Die genießen es, dass der große Andrang vorbei ist.

    Einige Kilometer nordwestlich, in La Rochelle, wirkt die Szene ganz anders. Nieselregen, mal kurz ein Lichtblick – dann wieder Tropfen auf dem Kopf. Auf der Terrasse eines örtlichen Restaurants: Leere. Ein Gastronom bringt es auf den Punkt: „Gerade jetzt, wo wir sprechen, kommt ein Sonnenstrahl. Aber es ist Herbst – Regen, Sonne, Regen, Sonne. Die Leute überlegen es sich zweimal, ob sie draußen essen wollen.“

    Ein Satz wie ein Wetterbericht.

    Der Vergleich zwischen beiden Regionen könnte kaum deutlicher sein. Während der Süden noch spätsommerliche Nachmittage bietet, ist der Atlantik bereits im Oktober-Modus: wechselhaft, windig, feucht. Und doch – beide Orte ziehen Touristen an. Die einen wegen des Wetters. Die anderen trotz des Wetters.

    Was viele überrascht: Die Herbstferien – offiziell „Vacances de la Toussaint“ – sind für viele Franzosen eine beliebte Reisezeit. Nicht zuletzt, weil die Preise sinken und die Strände leerer sind. Wer klug bucht, kann echte Erholung finden – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

    Aber genau da liegt die Krux.

    Denn so charmant eine herbstliche Meeresbrise auch klingt – sie kann eben auch Regen bringen. In Sète geht man damit entspannter um: Ein bisschen Wind? Macht den Spaziergang nur interessanter. In La Rochelle hingegen sind Schirme kein Accessoire, sondern Pflicht. Und während an der Mittelmeerküste die Cafés draußen servieren, zieht man an der Atlantikküste lieber ins Trockene um.

    Trotzdem – oder gerade deswegen – hat diese Zeit ihren Reiz. Die Luft ist klar, die Natur bunt, die Städte ruhiger. Wer also nicht auf 35 Grad und überfüllte Promenaden besteht, erlebt Frankreich jetzt von seiner entschleunigten Seite.

    Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sich immer mehr Reisende bewusst für die „arrière-saison“ entscheiden. Keine Warteschlangen, kein Gedränge – dafür echter Kontakt mit Land und Leuten. Ein bisschen Regen? Geschenkt. Dafür gibt’s eine freie Tischwahl mit Meerblick.

    Oder wie es ein Tourist in Sète sagte, während er sich demonstrativ die Sonnenbrille aufsetzte: „Herbstferien? Wenn das hier der Herbst ist – gerne öfter!“

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Trumps „Frieden mit Rückfahrkarte“: Was der Ex-Präsident zum Gaza-Waffenstillstand sagt

    Trumps „Frieden mit Rückfahrkarte“: Was der Ex-Präsident zum Gaza-Waffenstillstand sagt

    Donald Trump spricht von Frieden – aber unter Vorbehalt.

    Am 29. Oktober 2025 stellte der ehemalige US-Präsident klar: Der aktuelle Waffenstillstand im Gaza-Konflikt „hält“. Und nichts, so seine Worte, „wird diesen Waffenstillstand gefährden“. Eine klare Botschaft, scheinbar. Doch sie hat einen Haken.

    Denn in demselben Atemzug machte Trump deutlich, was für ihn unter „Frieden“ fällt – und was nicht. Sollte Israel während dieser Waffenruhe angegriffen werden, so sei es völlig legitim, zurückzuschlagen. Seine Worte: „Wenn das geschieht, dann sollten sie zurückschlagen.“

    Ein Waffenstillstand mit eingebauter Verteidigungsklausel also. Oder anders gesagt: Ruhe ja – aber nur, solange sie nicht gestört wird.

    Zwei Botschaften – ein Ziel?

    Trump zeigt sich einmal mehr als politischer Drahtseilartist. Einerseits der staatsmännische Vermittler, der sich als Architekt eines historischen Waffenstillstands inszeniert. Andererseits der entschlossene Unterstützer Israels, der dem Land das uneingeschränkte Recht auf Selbstverteidigung zuspricht.

    Diese doppelte Rhetorik wirkt auf den ersten Blick pragmatisch – sie enthält aber auch Sprengstoff.

    Denn sie setzt Bedingungen, wo viele hoffen, endlich klare Friedenssignale zu sehen. Und sie sendet eine Botschaft an die Welt: Amerika unter Trump denkt Frieden neu – aber nicht naiv.

    Der Waffenstillstand: Mehr als nur eine Pause?

    Der Waffenstillstand wurde im Oktober 2025 zwischen Israel und der Hamas geschlossen – maßgeblich mit Unterstützung der USA. Es markiert einen wichtigen Moment: Zum ersten Mal seit Monaten schweigen – weitgehend – die Waffen.

    Trump hatte bereits im Vorfeld signalisiert, dass ein Ende der Angriffe auf Gaza möglich sei, wenn die Hamas im Gegenzug alle Geiseln – auch die getöteten – freigebe. Ein Deal, der ganz nach Trumps Art funktioniert: Geben und Nehmen, klarer Tauschhandel.

    Doch hinter dem historischen Moment lauern viele Fragezeichen. Wie geht es weiter mit Gaza? Wer soll dort künftig regieren? Wie kann Wiederaufbau gelingen – und wer verhindert ein Wiederaufflammen der Gewalt?

    Fragen, auf die auch Trump bislang keine konkreten Antworten gibt.

    Zwischen Sicherheitsversprechen und Symbolpolitik

    Trumps Botschaft richtet sich nicht nur an die Konfliktparteien im Nahen Osten – sondern auch ans heimische Publikum. Innenpolitisch inszeniert er sich als Macher, als Deal-Vermittler, als Garant für Amerikas Einfluss.

    Doch Kritiker werfen ihm vor, mehr an Schlagzeilen als an Substanz interessiert zu sein. Symbolpolitik statt nachhaltiger Lösung?

    Trump widerspricht dem natürlich. Doch sein Modell eines „bewaffneten Friedens“ bleibt interpretationsbedürftig. Denn was genau bedeutet „zurückschlagen“ im Rahmen eines Waffenstillstands? Und wer entscheidet, ob ein Angriff die Grenze dieses Stillstands wirklich überschreitet?

    Europas Rolle – Herausforderung oder Chance?

    Auch in Europa sorgt Trumps Linie für Unruhe. Vor allem Frankreich, das traditionell eine vermittelnde Rolle im Nahen Osten einnimmt, muss nun abwägen: Mitziehen? Dagegenhalten? Neu positionieren?

    Denn Trumps klare Parteinahme für Israel könnte die ohnehin fragile diplomatische Balance ins Wanken bringen. Während europäische Staaten auf Dialog und humanitäre Hilfe setzen, bringt Trump nun wieder ein Narrativ von Stärke und Gegenschlag ins Spiel.

    Doch der Gaza-Konflikt betrifft Europa direkt: durch Migrationsbewegungen, durch Sicherheitsfragen, durch die humanitäre Verantwortung, die mit jedem neuen Aufflammen des kriegerischen Konflikts wächst. Ein bloßer Waffenstillstand reicht da nicht – was es braucht, ist eine glaubhafte politische Strategie. Eine, die über Schweigen hinausgeht.

    Frieden zum Sondertarif?

    Trumps Verständnis von Waffenruhe ist pragmatisch – vielleicht sogar realistisch. Aber es wirft eine zentrale Frage auf:

    Was ist ein Friedensabkommen wert, das nur gilt, solange nicht geschossen wird?

    Denn ohne Perspektive für Gaza, ohne politische Lösung, ohne Garantien für die Rechte der Palästinenser bleibt der aktuelle Stillstand womöglich nicht mehr als ein kurzes Innehalten. Eine Pause zwischen zwei Gewaltrunden.

    Trump mag den ersten Schritt gemacht haben. Der nächste aber wird entscheiden, ob aus Waffenruhe ein echter Frieden wird – oder nur eine Verhandlung auf Zeit.

    Von C. Hatty

  • Wenn Diebe das Heiligste plündern – Kirchen im Visier jugendlicher Täter

    Wenn Diebe das Heiligste plündern – Kirchen im Visier jugendlicher Täter

    Sie kamen nicht mit Vorschlaghämmern oder Spitzhacken. Sie brauchten keine ausgeklügelten Pläne oder technisches Know-how. Ein Auto, ein Ziel und das Wissen, dass kaum jemand hinschaut – das reichte. Im Südwesten Frankreichs wurde eine Serie von Kircheneinbrüchen aufgedeckt, die tiefere Fragen aufwirft als nur die nach dem gestohlenen Gut. Am Gericht von Dax mussten sich nun drei junge Männer – 21, 27 und 32 Jahre alt – für über 40 Taten verantworten. Die Anklage: Diebstahl aus sakralen Gebäuden mit Sachbeschädigung. Das Strafmaß: bis zu zehn Jahre Haft. Das Urteil: schuldig. Doch was war wirklich geschehen? Heiliger Raum, offenes Ziel Seit Mai 2025 wurde eine besorgniserregende Einbruchsserie gemeldet: mindestens 27 Diebstähle in den Departements Landes und Pyrénées-Atlantiques. Die Vorgehensweise: simpel, aber effektiv. Tabernakel wurden aufgebrochen, wertvolle liturgische Gegenstände wie Kelche und Ciborien entwendet – meist aus Metall, manchmal aus Gold oder Silber, oft nur symboli…

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  • Hurrikan Melissa verwüstet die Karibik

    Hurrikan Melissa verwüstet die Karibik

    Hurrikan Melissa hat am gestrigen Tag eine nasse und zerstörerische Spur über Jamaika gezogen, nachdem er dort als einer der stärksten Wirbelstürme der Kategorie 5 aller Zeiten auf Land getroffen war. Der Sturm riss Dächer ab und knickte Strommasten auf der Insel um. Das volle Ausmaß der Schäden war zunächst unklar, doch das langsame Vorankommen des Sturms ließ Meteorologen und Behörden befürchten, dass die anhaltenden Regenfälle Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst haben könnten.

    Auch in den kommenden Tagen wird erwartet, dass der Hurrikan seine zerstörerische Kraft beibehält, während er über Kuba und weitere Teile der Karibik hinwegzieht.

    Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ist die Karibik die weltweit am stärksten von klimabedingten Naturkatastrophen gefährdete Region. Die betroffenen Länder haben internationale Unterstützung zur besseren Vorbereitung angefordert – erhalten haben sie bislang wenig.


    Netanjahu ordnet neue Luftschläge im Gazastreifen an

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Montag das israelische Militär zu neuen Luftangriffen im Gazastreifen angewiesen. Seine Regierung wirft der Terrororganisation Hamas vor, gegen das jüngste Waffenstillstandsabkommen verstoßen zu haben – unter anderem durch Beschuss israelischer Truppen sowie durch die unterlassene Rückführung der Leichen getöteter Geiseln.

    Israelische und arabische Medien berichteten über Angriffe im Gazastreifen, doch eine offizielle Bestätigung durch das israelische Militär lag zunächst nicht vor.

    Unabhängig davon teilte das Militär mit, drei militante Kämpfer im Westjordanland getötet zu haben – der erste israelische Luftangriff in dieser Region seit Monaten.


    Weitere Meldungen

    • Nordkorea hat Raketen getestet – nur einen Tag vor der Ankunft von Donald Trump in Südkorea, der dritten Station seiner sechstägigen Asienreise.
    • Bei einem Polizeieinsatz gegen Drogenhändler in Rio de Janeiro sind mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen, darunter vier Polizisten.
    • Das sudanesische Militär hat sich aus El Fasher zurückgezogen und damit den letzten wichtigen Stützpunkt in der Region Darfur an paramilitärische Gruppen übergeben.
    • Die USA haben im östlichen Pazifik vier Boote zerstört, die laut eigenen Angaben für Drogenschmuggel genutzt wurden – 14 Menschen kamen dabei ums Leben. Seit September beläuft sich die Zahl der Todesopfer bei ähnlichen US-Einsätzen auf 57.
    • In Paris stehen zehn Personen vor Gericht, denen vorgeworfen wird, Falschinformationen über Frankreichs First Lady Brigitte Macron im Internet verbreitet zu haben.
    • Großbritannien plant, Asylsuchende künftig auf zwei Militärbasen unterzubringen. Hintergrund ist die wachsende öffentliche Kritik an der Unterbringung von Migranten in Hotels.

    Autor: P. Tiko

  • Heute vor vielen Jahren: Der 28. Oktober im Spiegel der Geschichte

    Heute vor vielen Jahren: Der 28. Oktober im Spiegel der Geschichte

    Der 28. Oktober – auf den ersten Blick ein gewöhnlicher Herbsttag. Doch in Wahrheit steckt in diesem Datum eine ganze Fülle weltbewegender Momente. Große Gesten der Freundschaft, entschlossene Nein-Sager, technische Durchbrüche und politische Wenden – all das geschah an einem 28. Oktober. Wer also glaubt, Geschichte sei verstaubt, der täuscht sich gewaltig.


    Freiheit aus Kupfer und Hoffnung – die Einweihung der Freiheitsstatue (1886)

    Im Jahr 1886 erhob sich im Hafen von New York eine neue Dame: die Freiheitsstatue. Sie war ein Geschenk Frankreichs an die Vereinigten Staaten, geschaffen vom französischen Bildhauer Auguste Bartholdi. Der Ingenieur Gustave Eiffel – ja, genau der vom Eiffelturm – war für die innere Konstruktion verantwortlich.

    Diese Statue war weit mehr als ein hübsches Monument. Sie war eine Botschaft in Metall gegossen – ein Dank für die amerikanische Unterstützung in der französischen Revolution und zugleich ein Symbol für gemeinsame Werte: Freiheit, Demokratie und Hoffnung.

    Wie viele Menschen müssen wohl damals den Atem angehalten haben, als Lady Liberty ihre Flamme zum ersten Mal über den Atlantik erhob? Für Einwanderer, die auf Schiffen nach New York kamen, wurde sie zum ersten Zeichen eines Neuanfangs.

    Und heute? Da ist sie immer noch da – ein stiller Zeuge menschlicher Sehnsucht nach Freiheit. In Zeiten, in denen Grenzen und Zugehörigkeiten wieder hitzig diskutiert werden, erinnert sie uns daran, dass Freiheit kein Zustand, sondern eine fortlaufende Aufgabe ist.


    Der Tag des „Nein“ – Griechenlands mutiger Widerstand (1940)

    Springen wir einige Jahrzehnte weiter. Am 28. Oktober 1940 forderte der italienische Diktator Mussolini Griechenland auf, den italienischen Truppen freien Durchmarsch zu gewähren. Die Antwort des griechischen Ministerpräsidenten Ioannis Metaxas war kurz und deutlich: „Ochi!“ – „Nein!“

    Dieses eine Wort reichte aus, um Geschichte zu schreiben. Griechenland trat in den Zweiten Weltkrieg ein, nicht aus Expansionsdrang, sondern aus dem Willen, sich nicht zu beugen. Dieses Nein wurde später zum Symbol des nationalen Widerstands – bis heute feiern die Griechen den sogenannten „Ochi-Tag“ mit Paraden, Musik und Stolz.

    Das Echo dieses Moments hallt weit über Griechenlands Grenzen hinaus. Er zeigt, wie ein einziges Wort – gesprochen mit Überzeugung – das Schicksal eines Landes verändern kann. Wer hätte gedacht, dass aus einem schlichten „Nein“ ein Nationalfeiertag werden würde?


    Frankreich 1958 – Die Geburt der Fünften Republik

    Auch Frankreich selbst schrieb an diesem Datum ein bedeutendes Kapitel seiner Geschichte. Am 28. Oktober 1958 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum über eine neue Verfassung ab. Die Vierte Republik war politisch instabil geworden, die Algerienkrise hatte das Land gespalten, und General Charles de Gaulle drängte auf Reformen.

    Das Ergebnis: eine überwältigende Zustimmung. Damit war die Fünfte Republik geboren – ein System mit einem starken Präsidenten an der Spitze. De Gaulle übernahm wenige Wochen später das Amt und legte den Grundstein für das moderne Frankreich, wie wir es heute kennen.

    Ohne diesen Schritt wäre die französische Politik vermutlich ein anderes Kapitel geworden – fragmentierter, anfälliger für Krisen. Stattdessen entwickelte sich Frankreich zu einer stabilen Demokratie mit klarer Machtverteilung. Dass dieses Modell bis heute Bestand hat, ist keine Selbstverständlichkeit.


    Ein kleiner Blick ins All – und auf die Gegenwart

    Der 28. Oktober hat noch mehr zu bieten. 1962 endete an diesem Tag die Kubakrise, die die Welt an den Rand eines Atomkriegs geführt hatte. Nach tagelangen Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion wurde eine friedliche Lösung erzielt. Die Menschheit atmete kollektiv auf – ein Moment, der zeigt, dass Vernunft manchmal lauter sprechen kann als Drohungen.

    Und dann, ein Sprung in die Zukunft: Am 28. Oktober 2009 startete das erste Testsignal des Galileo-Navigationssystems der Europäischen Union. Es war der Beginn einer neuen Ära europäischer Unabhängigkeit im All. Heute nutzen Millionen Smartphones dieses System – oft ohne zu wissen, dass der Grundstein an einem 28. Oktober gelegt wurde.


    Die Linien der Geschichte

    Wenn man den 28. Oktober durch die Jahrhunderte betrachtet, erkennt man ein erstaunliches Muster: Mut, Freiheit, Erneuerung. Ob Bartholdis Statue in Amerika, Metaxas’ Nein in Athen oder de Gaulles neue Republik in Paris – alle diese Momente sind Ausdruck derselben Idee: Menschen und Völker, die selbst über ihr Schicksal bestimmen wollen.

    Und vielleicht ist das die schönste Lehre dieses Datums: Geschichte ist kein Archiv alter Taten, sondern ein Spiegel menschlicher Entscheidungen.

    Wer weiß, welche Entscheidungen gerade heute – an einem weiteren 28. Oktober – getroffen werden, die eines Tages in den Geschichtsbüchern stehen?