Kategorie: Alle Artikel

  • Kabeljau-Confit mit Lauchfondue und Kartoffel-Brandade

    Kabeljau-Confit mit Lauchfondue und Kartoffel-Brandade

    Ein elegantes Wintergericht, das mit zarten Texturen, subtilen Aromen und französischer Finesse glänzt.

    🧑‍🍳 Was ist das überhaupt?

    Kabeljau-Confit: Sanft in Olivenöl gegarter Fisch – unglaublich saftig und aromatisch. Lauchfondue: Butterweich geschmorter Lauch, fast wie ein Gemüsesamt. Kartoffel-B…

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  • Jakobsmuscheln auf Blumenkohlcrème mit Safranöl

    Jakobsmuscheln auf Blumenkohlcrème mit Safranöl

    Eine moderne französische Vorspeise voller Eleganz 🧾 Zutaten für 4 Personen Für die Jakobsmuscheln:

    8 Jakobsmuscheln (frisch oder gut aufgetaut, ohne Corail) 1 EL Butter 1 EL Olivenöl Salz & frisch gemahlener weißer Pfeffer 1 Spritzer Zitronensaft

    Für die Blumenkohlcrème:

    1 kleiner Blumenkohl…

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  • Wendepunkte und Weltbühnen – Was der 9. Januar über die Jahrhunderte bedeutete

    Wendepunkte und Weltbühnen – Was der 9. Januar über die Jahrhunderte bedeutete

    Der 9. Januar zieht sich wie ein stiller Faden durch die Weltgeschichte. Kein Datum, das sofort als großer Gedenktag ins Auge fällt – und doch birgt es Ereignisse, die ganze Staaten ins Wanken brachten, neue Ären einläuteten oder als Paukenschläge in Politik und Technologie die Weichen neu stellten.

    In Frankreich wie weltweit hinterließ dieser Tag Spuren, die bis heute nachwirken. Tauchen wir ein.

    Ein König, der sich selbst zum Gesetz machte

    Frankreich im frühen 14. Jahrhundert – das Land steht an der Schwelle politischer Unsicherheit. Am 9. Januar 1317 wird Philipp V. in Reims zum König gekrönt. Die Umstände? Hochbrisant. Er übernimmt den Thron nach dem Tod seines Bruders Ludwig X., obwohl dessen Tochter theoretisch Anspruch hätte. Doch Philipp lässt sie kurzerhand außen vor und legt damit ein Fundament für die spätere Festlegung der sogenannten „salischen Gesetzgebung“ – Frauen haben fortan keinen Anspruch mehr auf den Thron.

    Ein Präzedenzfall? Und ob. Die Thronfolgekrise, die sich aus diesem Manöver entwickelt, trägt später zur Eskalation des Hundertjährigen Kriegs bei. Dass ein Tag wie dieser – eine Krönung unter fragwürdigen Bedingungen – ein ganzes Jahrhundert des Krieges mit beeinflussen kann, ist ein Paradebeispiel dafür, wie Geschichte oft an scheinbar kleinen Weichenstellungen kippt.

    1871: Der deutsch-französische Albtraum

    Knapp fünfeinhalb Jahrhunderte später, wieder ein 9. Januar – dieses Mal im Winter 1871. Frankreich blutet. Der Deutsch-Französische Krieg neigt sich dem Ende zu. An diesem Tag fällt die Festung Péronne im Norden Frankreichs. Der Verlust gilt nicht nur als militärisches Desaster, sondern trifft das französische Selbstverständnis mitten ins Herz.

    Zwei Wochen später wird im Spiegelsaal von Versailles das Deutsche Kaiserreich ausgerufen – ein Akt tiefer Demütigung für die französische Nation. Und ja, genau diese Demütigung brennt sich ins kollektive Gedächtnis ein, sie wird später zu einem der emotionalen Treibstoffe der Revanchegedanken, die Frankreich bis ins 20. Jahrhundert verfolgen.

    Die Welt rückt zusammen – oder auch nicht

    Springen wir ins 20. Jahrhundert. Am 9. Januar 1951 nimmt das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York offiziell seinen Betrieb auf. Symbolträchtig, modern, zukunftsgewandt – ein Gegenentwurf zur Gewalt der beiden Weltkriege. Die UN will Weltpolitik neu denken, Konflikte diplomatisch lösen. Ein idealistischer Entwurf, ohne Frage.

    Und dennoch: Auch heute, 75 Jahre später, stehen viele der Grundfragen, die man damals zu lösen hoffte, noch immer im Raum. Kann eine solche Institution wirklich weltweite Gerechtigkeit herstellen – oder bleibt sie oft Spielball geopolitischer Interessen?

    Ein kleines Gerät, das die Welt umkrempelt

    Ebenfalls am 9. Januar, aber im Jahr 2007, hebt ein Mann auf einer Bühne in San Francisco ein kleines, schwarzes Gerät in die Luft – das erste iPhone. Steve Jobs nennt es damals ein „Revolutionäres Telefon, ein Breitbild-iPod und ein Internet-Kommunikator“. Das Publikum johlt – wohl ahnend, dass gerade ein Meilenstein geboren wird.

    Was dieses Datum bedeutet? Einen echten Schnittpunkt. Das iPhone markiert den Übergang in das Zeitalter der ständigen Erreichbarkeit, der mobilen Kommunikation und der sozialen Netzwerke. Wer hätte gedacht, dass ein 9. Januar einmal zur Geburtsstunde einer komplett neuen Lebensweise wird?

    Ein Referendum für die Freiheit

    2011 – der Südsudan stimmt ab. Es ist das vielleicht hoffnungsvollste Ereignis, das je an einem 9. Januar stattfand. Jahrzehntelang war die Region Schauplatz blutiger Bürgerkriege, geprägt von ethnischen Spannungen, Ölinteressen und Machtspielen. Doch an diesem Tag stimmen fast 99 Prozent der Menschen im Süden des Landes für die Unabhängigkeit vom Sudan.

    Die Euphorie ist groß, Tränen fließen, Gesänge erfüllen die Luft. Und doch – zehn Jahre später steckt der junge Staat erneut in einer tiefen Krise. Korruption, interne Machtkämpfe, wirtschaftliche Instabilität. Freiheit ist eben nur ein Anfang, keine Garantie.

    Ein bisschen Nostalgie, ein bisschen Skandal

    Ein Sprung zurück nach Europa, Anfang der 2000er. Am 9. Januar 2001 erschüttert die sogenannte BSE-Krise Deutschland und große Teile Europas. Rinderwahnsinn, gesundheitliche Unsicherheit, politische Rücktritte. Frankreich? Auch dort brodelt es, denn Vertrauen in Lebensmittel ist ein europäisches Thema. Supermärkte leeren ihre Regale, Metzgereien geraten in den Verdacht, „vergiftetes Fleisch“ zu verkaufen. Was bleibt, ist eine tiefgreifende Veränderung im Verbraucherverhalten – und der Aufstieg der Biobewegung.

    Ein Datum, das vibriert

    Der 9. Januar ist kein Tag für große Feierlichkeiten, kein nationaler Feiertag, kein weltweit bejubelter Jahrestag. Und doch – wer genauer hinschaut, erkennt das Zittern unter der Oberfläche. Hier ein König, der sich gegen geltende Regeln stellt. Dort eine Festung, deren Fall den Beginn des Endes markiert. Ein Gebäude in New York, das neue Hoffnung bringen soll. Ein kleines Gerät, das unser Leben auf den Kopf stellt.

    Geschichte passiert nicht immer mit Paukenschlag. Manchmal reicht ein stiller Tag im Januar, um die Welt in Bewegung zu setzen.

  • Orkan Goretti fegt über Frankreich – Böen von über 210 km/h gemessen

    Orkan Goretti fegt über Frankreich – Böen von über 210 km/h gemessen

    Frankreich erlebt einen dieser Wintertage, an denen selbst eingefleischte Atlantikbewohner kurz innehalten. Die Tempête Goretti ist da. Und sie kommt mit einer Wucht, die nicht nur die Wetterkarten dominiert, sondern den Alltag ganzer Regionen aushebelt.

    Seit Donnerstagabend rollt der Sturm über den Nordwesten des Landes. Besonders betroffen ist die Normandie, wo Böen von bis zu 160 km/h angekündigt waren, lokal darüber hinaus. Messstationen registrierten allerdings in exponierten Lagen Spitzenwerte jenseits der 210 km/h. Das Meer zeigt sich entsprechend aufgebracht. Wellen von bis zu zehn Metern Höhe gehören dazu, vor allem entlang der Küste des Ärmelkanals. In der Manche gilt die Lage als besonders kritisch.

    Dort, wo sonst Spaziergänger dem Wind und den Wellen zuschauen, haben Kommunen schweres Gerät aufgefahren. In Küstenorten wie Surtainville blockieren massive Betonquader die Strandzugänge. Keine kosmetische Maßnahme, sondern ein Versuch, die aufgewühlte See davon abzuhalten, in Wohnhäuser vorzudringen, die nur wenige Dutzend Meter vom Wasser entfernt stehen. Man spürt: Hier wird nicht dramatisiert, hier wird reagiert.

    Die Behörden ziehen klare Linien. In der Manche bleiben am Freitag alle Schulen geschlossen. Die Präfektur ruft die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben und sich auf einen längeren Ausnahmezustand einzustellen. Ein Notfallpaket für 72 Stunden – Wasser, Lebensmittel, Batterien – gehört plötzlich wieder zum Wortschatz des Alltags. Mehr als 350.000 Haushalte waren oder sind landesweit ohne Strom. Und das ist erst der Anfang, sagen die Einsatzkräfte.

    Auch der Verkehr kommt ins Stolpern. In der Normandie verkehren bis zum frühen Nachmittag keine Regionalzüge, in den Hauts-de-France sogar den ganzen Tag nicht. Weitere Einschränkungen quer durchs Land sind angekündigt. Auf den Straßen herrscht Stillstand für Schwerlastverkehr. Lkw dürfen nicht fahren, Brücken und Viadukte werden vorsorglich gesperrt. Fünf große Brücken im Westen Frankreichs sind seit Donnerstagabend dicht.

    Ein Fernfahrer bringt es mit einem trockenen Lächeln auf den Punkt. Er wird die Nacht im Führerhaus verbringen. „Das fühlt sich an wie auf See“, sagt er. Kein Spruch, eher eine nüchterne Bestandsaufnahme.

    Goretti erinnert daran, wie schmal der Grat zwischen Routine und Ausnahmezustand ist. Und daran, dass Natur sich nicht beeindrucken lässt – weder von Kalendern noch von Fahrplänen.

    Autor: Daniel Ivers

  • Ein regelarmes Zeitalter? Warum die internationale Ordnung unter Druck steht – und was daraus folgt

    Ein regelarmes Zeitalter? Warum die internationale Ordnung unter Druck steht – und was daraus folgt

    Die Frage, ob die heutigen Dynamiken der Weltpolitik ein „Zeitalter ohne Regeln“ hervorbringen, ist von ebenso grundsätzlicher wie aktueller Bedeutung. Gemeint ist damit nicht nur ein moralischer Befund, sondern die Beobachtung, dass zentrale Prinzipien des internationalen Systems – wie Gewaltverzicht, multilaterale Kooperation oder das Völkerrecht – zunehmend unter Druck geraten. Was hier zur Debatte steht, ist das Fundament der globalen Ordnung, wie es sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs herausgebildet hat.

    In den Jahrzehnten nach 1945 entwickelte sich schrittweise ein System internationaler Beziehungen, das auf Regeln, Institutionen und Konsens beruhte. Die Gründung der Vereinten Nationen, der Aufbau internationaler Gerichtsbarkeiten und die Etablierung multilateraler Verträge schufen eine Architektur, deren Ziel es war, das Verhalten von Staaten vorhersehbar zu machen – selbst in einer Welt ohne zentrale Steuerungsinstanz. Dieses System, das sich historisch auf das westfälische Staatensystem von 1648 zurückführen lässt, beruhte auf der Vorstellung, dass selbst unter Bedingungen globaler Anarchie durch gemeinsame Normen Stabilität erreicht werden kann.

    Erosion des regelbasierten Ordnungsmodells

    Heute mehren sich die Anzeichen dafür, dass dieses regelbasierte Modell ins Wanken geraten ist. Der französische Präsident Emmanuel Macron sprach von einem „entgleisenden Weltsystem“, in dem selbst langjährige Ordnungsmächte wie die USA internationale Regeln missachten würden, die sie einst selbst mitgeprägt haben. Besonders die außenpolitische Linie unter der Präsidentschaft Donald Trumps – geprägt von Unilateralismus, Vertragsaustritten und wirtschaftlichem Protektionismus – hat diesen Eindruck verstärkt.

    Auch im Vereinigten Königreich war jüngst von einer „Desintegration“ der regelbasierten Weltordnung die Rede, nachdem militärische Interventionen ohne Mandat internationale Kritik auf sich zogen. Diese Stimmen bleiben nicht isoliert. In einem aktuellen Bericht des Thinktanks CIDOB ist von einer „zunehmenden Kühnheit“ internationaler Akteure die Rede, die bewusst Normen unterlaufen oder bestehende Regeln ignorieren – mit potenziell weitreichenden Folgen für die globale Sicherheitsarchitektur.

    Zwischen Normenpluralismus und Machtpolitik

    Doch von einem völligen Regelverzicht kann nicht die Rede sein. Vielmehr scheint sich das internationale System von einem universellen Regelkanon in Richtung eines normativen Pluralismus zu entwickeln. Das bislang dominante westlich-liberale Ordnungsmodell – getragen von OECD-Staaten und westlich geprägten Institutionen – wird zunehmend infrage gestellt. Neue Akteure, allen voran China, Indien und Russland, treten mit eigenen normativen Vorstellungen auf den Plan. Parallel gewinnen nicht-staatliche Akteure wie Technologieunternehmen oder transnationale Netzwerke an Einfluss.

    In einem multipolaren System streben unterschiedliche Machtzentren danach, ihre Interessen auch durch die Definition neuer Regeln abzusichern. Der Begriff der „regelbasierten Ordnung“ wird dabei selbst zum Streitpunkt – denn was als Regel gilt, entscheidet zunehmend die politische Position des Sprechers. Das führt nicht zur Abwesenheit von Normen, wohl aber zu ihrer Fragmentierung: Es entstehen konkurrierende Rechtsräume und institutionelle Parallelstrukturen.

    Ein Beispiel ist die Gruppe der BRICS-Staaten, die – zuletzt durch neue Mitglieder wie Saudi-Arabien oder Ägypten erweitert – gezielt alternative multilaterale Formate aufbauen. Ziel ist nicht nur wirtschaftliche Kooperation, sondern auch die Schaffung eines Gegenmodells zu westlich dominierten Strukturen wie IWF oder Weltbank. In einer Analyse der Carnegie-Stiftung ist von einem „entstehenden Nebensystem“ die Rede, das langfristig mit eigenen Regeln operieren könnte.

    Die Lücke zwischen Recht und Realität

    Neben dem Wettbewerb um Normen verschärft sich ein zweites Problem: der wachsende Unterschied zwischen formeller Existenz von Regeln und ihrer tatsächlichen Befolgung. Verträge bleiben bestehen – doch wenn Staaten sich nicht mehr an sie gebunden fühlen oder selektiv auslegen, verliert das Regelwerk seine regulierende Kraft. Besonders in neuen, technologisch geprägten Politikfeldern wie Cybersicherheit, KI oder globalen Lieferketten zeigt sich diese Diskrepanz.

    Historisch ist das Phänomen nicht neu. Schon im Kalten Krieg gab es eine Koexistenz von Normen und ihrer systematischen Verletzung. Neu ist jedoch die Geschwindigkeit, mit der sich Normenkonflikte verschärfen, sowie die Vielzahl an Souveränitätskonflikten, Handelsstreitigkeiten und hybriden Auseinandersetzungen, die nicht mehr durch klassische Völkerrechtsmechanismen eingehegt werden können. Die regelbasierte Ordnung verkommt so zu einer Fassade, hinter der sich pragmatische Interessenspolitik durchsetzt.

    Zwischen Reform und Fragmentierung

    Vor diesem Hintergrund zeichnet sich ein ambivalentes Bild: Die internationale Ordnung ist weder vollständig kollabiert, noch funktioniert sie reibungslos. Vielmehr steht sie an einem Scheideweg. Zwei Szenarien sind denkbar: Entweder gelingt es, die bestehenden Institutionen zu reformieren und neue, global anschlussfähige Regelwerke zu etablieren. Oder aber die Welt driftet in eine neue Form geopolitischer Segmentierung ab, in der unterschiedliche Normencluster nebeneinander bestehen – ohne verbindliche Schiedsinstanzen.

    Ein solches Szenario wäre nicht anarchisch, wohl aber instabil. Regionale Ordnungen könnten temporär funktionieren, doch globale Herausforderungen – etwa Pandemien, Klimawandel oder Finanzkrisen – lassen sich schwer in fragmentierten Strukturen bewältigen. Der Preis eines normativen Rückzugs wäre ein Anstieg transnationaler Unsicherheiten, wirtschaftlicher Entkopplungen und wachsender Systemkonkurrenz.

    Die gegenwärtige Situation markiert somit keine Rückkehr zum „Naturzustand“ internationaler Anarchie, sondern eine Übergangsphase. Im Zentrum steht nicht die Frage, ob es künftig Regeln geben wird, sondern welche Regeln gelten – und wer über sie bestimmt. Die Antwort darauf dürfte den Charakter des 21. Jahrhunderts entscheidend prägen.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Tödlicher Brand in Lothringen: Sechs Festnahmen nach Feuerdrama von Neuves-Maisons

    Tödlicher Brand in Lothringen: Sechs Festnahmen nach Feuerdrama von Neuves-Maisons

    Es war eine dieser Nächte, nach denen eine Stadt nicht mehr dieselbe ist. In den frühen Morgenstunden des 30. November stand in Neuves-Maisons, südlich von Nancy, ein Wohnhaus in Flammen. Fünf Menschen starben. Wochen später rücken nun die Hintergründe dieses Verbrechens scharf ins Licht. Wie die Staatsanwaltschaft von Nancy mitteilte, wurden im Zuge der Ermittlungen inzwischen sechs Personen festgenommen, darunter drei Minderjährige. Der Vorwurf wiegt schwer: vorsätzliche Brandstiftung mit Todesfolge. Ein Delikt, das im französischen Strafrecht mit lebenslanger Haft bedroht ist. Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen die Verdächtigen einen bezahlten Auftrag angenommen haben, das Haus in Brand zu setzen. Ziel des Anschlags war offenbar ein 22-jähriger Mann, der als einziger Bewohner überlebte, weil er sich zum Zeitpunkt des Feuers nicht in der Wohnung aufhielt. Er war kurz zuvor aus der Haft entlassen worden und soll Schulden im Drogenmilieu gehabt haben. Ein Motiv, das kalt klingt un…

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  • Sturm Goretti fegt über Frankreich – Rekordböen, Stromausfälle und ein Moment der Unachtsamkeit

    Sturm Goretti fegt über Frankreich – Rekordböen, Stromausfälle und ein Moment der Unachtsamkeit

    Der Wind kam nicht schleichend. Er war da, mit einem Mal, laut, unerbittlich, mit einer Kraft, die Türen aufspringen ließ und Dächer zittern machte. Sturm Goretti hat Frankreich in den frühen Stunden dieses Freitags fest im Griff gehalten und Spuren hinterlassen, die sich nicht allein in umgestürzten Bäumen oder abgedeckten Dächern messen lassen. Ein junger Mann im Norden des Landes liegt schwer verletzt im Krankenhaus, Hunderttausende Haushalte saßen stundenlang im Dunkeln, und an der Küste der Ärmelkanalregion wurden Windgeschwindigkeiten gemessen, die selbst erfahrene Meteorologen kurz innehalten ließen.

    Im Département Nord endete der Versuch, einen verrutschten Dachziegel wieder zu befestigen, dramatisch. Ein 26-Jähriger stürzte vom Dach seines Hauses und zog sich schwere Verletzungen zu. Die Präfektur sprach von einem Moment, der exemplarisch für die Gefährlichkeit solcher Stürme steht: eine scheinbar kleine Reparatur, ein falscher Augenblick, eine Böe zu viel. Neben diesem schweren Unfall registrierten die Behörden landesweit mindestens 28 weitere, leichtere Verletzungen. Meist handelte es sich um Stürze, herumfliegende Gegenstände oder unglückliche Begegnungen mit der Gewalt des Windes.

    Währenddessen blieb für viele Französinnen und Franzosen der Morgen ungewöhnlich still. Kein Summen des Kühlschranks, kein Lichtschalter, der reagierte. Nach Angaben des Netzbetreibers Enedis waren gegen späten Vormittag noch rund 380.000 Haushalte ohne Strom. Besonders hart traf es die Normandie, wo mehr als 266.000 Anschlüsse ausgefallen waren. Auch in den Hauts-de-France, in der Bretagne, in der Picardie und sogar im Großraum Paris blieben zahlreiche Wohnungen und Häuser vorübergehend dunkel. Mehr als 2.000 Techniker und externe Kräfte stehen bereit, um Leitungen zu reparieren, Masten aufzurichten und die Versorgung Schritt für Schritt wiederherzustellen. Ein mühsames Geschäft, bei dem jede Hand zählt.

    Die eigentliche Wucht von Goretti zeigte sich jedoch an der Küste. In der Manche, wo sich der Sturm ungebremst aufbaute, wurden Böen von über 200 Kilometern pro Stunde gemessen. Im Val-de-Saire erreichte der Wind 216 km/h, in Gatteville 213 km/h – Werte, die selbst für diese sturmgewohnte Region außergewöhnlich sind. In Barneville peitschten Böen mit 182 km/h über die Messgeräte, in Fécamp wurden 157 km/h registriert. Sogar hoch oben auf dem Eiffelturm zeigte sich die Kraft des Sturms: 148 km/h meldeten die Sensoren dort. Zahlen, die nüchtern klingen, aber an der Küste ein ohrenbetäubendes Dröhnen bedeuten, Gischt, die wie feiner Staub durch die Luft getragen wird, und ein Meer, das keine Grenzen mehr kennt.

    An Orten wie Le Conquet im Finistère schlugen die Wellen mit solcher Wucht gegen die Hafenmolen, dass selbst Einheimische staunend stehen blieben. Wer dort aufgewachsen ist, kennt Stürme, kennt das Schauspiel des Winters. Doch Goretti hatte eine andere Qualität, roher, schneller, aggressiver. „So etwas sieht man nicht jedes Jahr“, hörte man am Kai, während die Gischt über die Absperrungen flog. Ein Satz, halb Staunen, halb Respekt.

    Die Behörden reagierten entsprechend. In den südwestlichen Départements Pyrénées-Atlantiques und Landes blieb die Warnstufe Orange für heftige Winde bestehen. Im Pas-de-Calais appellierte die Präfektur eindringlich an die Bevölkerung, keinerlei Risiken einzugehen, zu Hause zu bleiben und lose Gegenstände zu sichern. Ein Appell, der simpel klingt, aber in solchen Momenten Leben schützen kann. Denn Goretti ist kein Sturm, der verhandelt. Er nimmt, was ihm im Weg steht.

    Auch der Verkehr spürte die Folgen. Der Bahnverkehr ist in weiten Teilen des Landes massiv eingeschränkt. In Nordfrankreich bleibt der regionale Zugverkehr vollständig eingestellt, lediglich die Verbindung zwischen Paris und Lille wurde aufrechterhalten – ohne Halt in Arras. In der Normandie kündigte die SNCF eine nur sehr langsame Wiederaufnahme des Betriebs am Nachmittag an, in der Bretagne mussten Reisende ebenfalls mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Für Pendler bedeutete das Warten, Improvisieren, manchmal auch ein Schulterzucken. Tja, Sturm halt.

    Meteorologisch betrachtet ist Goretti ein klassischer Wintersturm, gespeist von starken Temperaturgegensätzen über dem Atlantik. Doch die gemessenen Spitzenwerte zeigen, wie sensibel das System reagiert. Jedes zusätzliche Grad, jede veränderte Strömung kann die Dynamik verschärfen. Das spüren nicht nur die Messstationen, sondern auch die Menschen, deren Alltag plötzlich aus den Fugen gerät.

    Am Ende bleibt ein Bild, das sich durch diesen Freitag zieht: das eines Landes, das dem Sturm standhält, mit professioneller Hilfe, mit Erfahrung, aber auch mit Momenten menschlicher Verletzlichkeit. Ein Mann auf einem Dach, der Wind, der stärker ist. Ein dunkles Wohnzimmer, in dem Kerzen angezündet werden. Eine Küste, an der das Meer zeigt, wer hier die Regeln macht. Goretti wird weiterziehen, wie alle Stürme. Die Erinnerung an seine Kraft jedoch bleibt, noch eine Weile, im Rauschen der Bäume und im Gespräch der Menschen.

    Von C. Hatty

  • Agrarproteste und politisches Kalkül: Warum Jordan Bardella den Bruch mit der Regierung sucht

    Agrarproteste und politisches Kalkül: Warum Jordan Bardella den Bruch mit der Regierung sucht

    Die Proteste französischer Landwirte gegen Freihandel und Umweltauflagen bringen neue Dynamik in die politische Landschaft Frankreichs – und der Rassemblement National (RN) nutzt die Gunst der Stunde. Parteichef Jordan Bardella kündigte am Donnerstag überraschend eine Motion de censure (Misstrauensvotum) gegen die Regierung unter Premierminister Sébastien Lecornu an. Im Fokus: das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten, das Frankreich nun in letzter Minute doch ablehnen will. Für Bardella ein „inszenierter Rückzieher“ und eine „späte Heuchelei“ Emmanuel Macrons – mit weitreichenden politischen Implikationen. Symbolischer Widerstand in Brüssel – und innenpolitische Eskalation in Paris Frankreich will gegen das seit Jahren verhandelte Handelsabkommen mit dem Mercosur stimmen. Am Freitag soll in Brüssel eine Abstimmung dazu stattfinden. Laut Informationen von France Inter fiel der Entschluss im Élysée offenbar kurzfristig – offiziell aus Sorge um die Souverä…

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  • Skurrile Ortsnamen in Lothringen – Auf Entdeckungstour zu La Baffe, Froidcul & Bibiche

    Skurrile Ortsnamen in Lothringen – Auf Entdeckungstour zu La Baffe, Froidcul & Bibiche

    Kennst du das, wenn ein Ortsname dich einfach zum Schmunzeln bringt?Wenn du an einer Ortstafel vorbeifährst und denkst: „Das kann doch nicht wahr sein!“Dann bist du in Lothringen genau richtig – dieser französischen Region voller überraschender und uriger Ortsnamen, die Touristen und Einheimische gleichermaßen faszinieren. In diesem Artikel nehme ich dich mit auf eine lebhafte […]

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  • Frankreich gegen Mercosur – Macrons protektionistisches Stoppsignal

    Frankreich gegen Mercosur – Macrons protektionistisches Stoppsignal

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, dass sein Land das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur ablehnen wird. Die Entscheidung erfolgt wenige Stunden vor der Abstimmung im EU-Rat und markiert eine politische Zäsur – nicht nur für die europäische Handelspolitik, sondern auch für das Selbstverständnis Frankreichs in der EU. Trotz erheblicher Zugeständnisse aus Brüssel und wachsender Zustimmung anderer Mitgliedstaaten setzt sich Macron an die Spitze einer ablehnenden Bewegung, deren Wurzeln vor allem innenpolitischer Natur sind. Die Entscheidung könnte langfristige Folgen für Europas globale Handelsstrategie und die Rolle Frankreichs in der EU nach sich ziehen.

    Agrarproteste und parteiübergreifender Widerstand Der unmittelbare Anlass für Macrons Absage liegt im massiven Widerstand innerhalb Frankreichs. In den letzten Tagen blockierten landesweit Bauern mit Traktoren Zufahrtsstraßen zu Paris und protestierten gegen das Ab…

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