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  • Künstliche Intelligenz: Der unsichtbare Helfer im Kampf gegen Steuerbetrug

    Künstliche Intelligenz: Der unsichtbare Helfer im Kampf gegen Steuerbetrug

    In den Alpen-Maritimes hat die Zukunft der Steuerprüfung längst begonnen – dank künstlicher Intelligenz (KI). Rund die Hälfte aller Steuerprüfungen in der Region geht mittlerweile auf diese Technologie zurück. Doch wie funktioniert das eigentlich? Und was bedeutet das für Steuerzahler?

    KI im Steuerwesen: Präzision und Effizienz Die Zeiten, in denen Steuerprüfungen rein von Menschenhand durchgeführt wurden, sind vorbei. KI-Systeme analysieren heute große Datenmengen, um Ungereimtheiten in Steuererklärungen aufzudecken. Ein Beispiel: Luftaufnahmen können genutzt werden, um nicht deklarierte Pools oder Gartenhäuser zu entdecken. „Wir vergleichen Immobilienvermögen mit den angegebenen Einkünften und prüfen, ob alles zusammenpasst“, erklärt Jean-Paul Catanese, Leiter der Finanzbehörde der Alpes-Maritimes. Diese Technologie ermöglicht es, effizienter zu arbeiten und gezielt dort anzusetzen, wo Auffälligkeiten auftreten – sei es bei nicht gemeldeten Einkünften, Schenkungen oder Immobilien.

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  • Bruce Dickinson: Der Iron-Maiden-Frontmann und seine Liebe zum Fechten

    Bruce Dickinson: Der Iron-Maiden-Frontmann und seine Liebe zum Fechten

    Wer denkt, dass Rockstars nur auf der Bühne glänzen, kennt Bruce Dickinson nicht. Der Sänger der legendären Heavy-Metal-Band Iron Maiden hat am 19. Januar in Faches-Thumesnil (Nordfrankreich) an einem Fechtwettbewerb teilgenommen – und das in aller Bescheidenheit.

    Ein Rockstar im Fechtsport Bruce D…

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  • Bordeaux setzt auf Klimaschutz: Parken wird für schwere Fahrzeuge teurer

    Bordeaux setzt auf Klimaschutz: Parken wird für schwere Fahrzeuge teurer

    Ab dem 2. Mai wird das Parken in Bordeaux teurer – und zwar für Fahrzeuge, die ordentlich Gewicht auf die Waage bringen. Besonders betroffen sind schwere Verbrenner und große Elektroautos. Was steckt hinter dieser Entscheidung, und was bedeutet das für die Autofahrer?


    Warum das Gewicht eine Rolle spielt

    In Bordeaux nehmen große Fahrzeuge wie SUVs oder Kombis nicht nur viel Platz ein, sie bringen auch mehr Umweltprobleme mit sich. Laut Didier Jeanjean, dem Stadtrat für nachhaltige Stadtentwicklung, führen schwerere Fahrzeuge zu deutlich mehr Feinstaubbelastung durch Bremsabrieb – und stoßen bis zu 20 % mehr Treibhausgase aus als leichtere Autos. Kein Wunder also, dass die Stadt Bordeaux hier ansetzen möchte.

    Das Ziel? Mehr Platz, mehr Sicherheit und weniger Belastung für Umwelt und Straßenverkehr.


    Wer zahlt mehr?

    Die neuen Regelungen betreffen:

    • Verbrenner mit mehr als 1,6 Tonnen
    • Elektroautos mit mehr als 1,9 Tonnen

    Für diese Fahrzeuge erhöht sich der Parkpreis um satte 30 %. Die Maßnahme wurde nach einer Bürgerkonferenz beschlossen und soll den Verkehr flüssiger machen sowie das Stadtklima verbessern.


    SUV-Boom in Frankreich

    Die Herausforderung ist groß, denn SUVs sind weiterhin die Lieblingsautos der Franzosen. Fast die Hälfte aller Neuwagenverkäufe entfallen auf diese Fahrzeugklasse – Tendenz steigend. Obwohl sie bei vielen Fahrern beliebt sind, stoßen sie bei Umweltschützern und Radfahrern auf Widerstand.

    Man könnte fast sagen, SUVs sind der Elefant im Raum, wenn es um Stadtverkehr und Umweltfragen geht.


    Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit?

    Bordeaux folgt mit dieser Maßnahme einem wachsenden Trend: Städte in Europa setzen verstärkt auf Regelungen, die den Fahrzeugbestand umweltfreundlicher machen sollen. Besonders große, schwere Fahrzeuge stehen dabei im Fokus. Doch wird das reichen, um den Verkehr langfristig zu entschärfen?

    Die Stadtverwaltung hofft auf ein Umdenken. Es geht darum, Anreize zu schaffen, kleinere, leichtere Fahrzeuge oder umweltfreundliche Alternativen zu wählen – sei es das Fahrrad, den öffentlichen Nahverkehr oder Carsharing-Optionen.


    Ein gerechter Ansatz?

    Kritiker der Maßnahme argumentieren, dass schwere Elektroautos oft von Familien genutzt werden, die auf ein geräumiges Fahrzeug angewiesen sind. Diese könnten sich durch die höheren Kosten ungerecht behandelt fühlen. Andererseits steht der ökologische Fußabdruck solcher Fahrzeuge außer Frage. Es bleibt die Herausforderung, einen Mittelweg zu finden, der sowohl soziale als auch ökologische Aspekte berücksichtigt.


    Was bedeutet das für Bordeaux?

    Ab Mai wird in Bordeaux jeder Parkplatzbesitzer mit schwerem Fahrzeug tiefer in die Tasche greifen müssen. Gleichzeitig sendet die Stadt ein klares Signal: Der Kampf gegen Umweltbelastung und Verkehrsdichte ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Ob andere Städte nachziehen und ähnliche Maßnahmen einführen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass das Thema Gewicht von Fahrzeugen zunehmend an Bedeutung gewinnt – nicht nur in Bordeaux.

  • Die verschwundenen Frauen von Pontcharra: Ein Geständnis, ein Justizskandal und die Frage der Verjährung

    Die verschwundenen Frauen von Pontcharra: Ein Geständnis, ein Justizskandal und die Frage der Verjährung

    Ein Mord, ein Geständnis – und trotzdem keine Strafe? Diese schockierende Frage beschäftigt seit Jahrzehnten die kleine Gemeinde Pontcharra in der französischen Region Isère. Es geht um das Schicksal von Marie-Thérèse Bonfanti, die 1986 spurlos verschwand. Erst 36 Jahre später wurde die Wahrheit ans Licht gebracht – und dennoch könnte der Täter ungeschoren davonkommen. Wie ist das möglich?

    Ein Geständnis nach 36 Jahren Im Jahr 2022 nahm die Polizei Yves Chatain fest, den Mann, der seit langem im Verdacht stand, Marie-Thérèse Bonfanti ermordet zu haben. Unter dem Druck der Beweise gestand er schließlich, sie am 22. Mai 1986 erwürgt zu haben. Sein Geständnis führte die Ermittler schließlich auch zu den Überresten der damals 25-jährigen Frau. Für die Familie Bonfanti war dies nach Jahrzehnten der Ungewissheit ein trauriger, aber bedeutender Schritt: Endlich konnten sie Abschied nehmen. Doch mit diesem Geständnis kam auch der Schock – der Mord sei nach französischem Recht verjährt. Ein Ve…

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  • Trump erklärt: „Amerikas Niedergang ist vorbei“ – und weitere World-News

    Trump erklärt: „Amerikas Niedergang ist vorbei“ – und weitere World-News

    Donald Trump hat gestern sein bemerkenswertes Comeback vollendet, als er als 47. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde.

    „Das goldene Zeitalter Amerikas beginnt genau jetzt“, verkündete Trump in seiner Antrittsrede, die er kurz nach seiner Vereidigung im Kapitol hielt. Wie schon in seiner ersten Amtszeit zeichnete Trump ein düsteres Bild eines Landes in der Krise, das nur er retten könne.

    „Von diesem Moment an ist Amerikas Niedergang vorbei“, erklärte er.

    In seiner Rede versprach Trump, sofort den Notstand an der Grenze zu Mexiko auszurufen und das Militär zur Sicherung einzusetzen. Zudem kündigte er an, Regierungsprogramme zur Förderung von Vielfalt zu beenden.

    Er kündigte außerdem an, er werde den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umbenennen und den Panamakanal beschlagnahmen.


    Ein Tag voller Premieren

    Mit 78 Jahren ist Trump der älteste Präsident, der je in den USA ins Amt eingeführt wurde, und übertrifft damit Joe Biden, der bei seinem Amtsantritt vor vier Jahren fünf Monate jünger war. Trump ist außerdem erst der zweite Präsident in der Geschichte der USA, der nach einer Wahlniederlage ins Weiße Haus zurückgekehrt ist – nach Grover Cleveland. Zudem ist er der erste verurteilte Straftäter im höchsten Amt des Landes.


    Trumps erste Maßnahme: Durchgreifen bei der Einwanderung

    Präsident Trump handelte schnell und schloss ein Programm der Biden-Regierung, das Migranten die Nutzung einer App ermöglicht hatte, um Termine für die Einreise in die USA zu vereinbaren.

    Migranten waren schockiert, als auf ihren Handys die Nachricht erschien: „Bestehende Termine wurden abgesagt.“ Trump versprach in seiner Antrittsrede, umgehend Millionen von Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis aus dem Land abzuschieben. Sein Team kündigte an, dass er 10 Dekrete zur Verschärfung der Einwanderungspolitik unterzeichnen werde.


    Klima

    Trump unterzeichnete ein Dekret, um die USA aus dem Pariser Abkommen zurückzuziehen – dem Pakt, den fast alle Nationen zur Bekämpfung des Klimawandels geschlossen haben.


    Handel

    Trump erklärte, er plane ab dem 1. Februar einen Zoll von 25 Prozent auf Produkte aus Kanada und Mexiko und erwäge, Abgaben auf die meisten amerikanischen Importe zu erheben.


    6. Januar

    Trump begnadigte fast alle der 1.600 Randalierer, die am 6. Januar 2021 das Kapitol gestürmt hatten.


    Gazastreifen: Rückkehr in Trümmer, während der Waffenstillstand hält

    Palästinenser begannen, die Schäden an ihren Häusern zu begutachten und zu retten, was sie aus den Trümmern bergen konnten, während Israelis auf Nachrichten über die Gesundheit von drei kürzlich freigelassenen Geiseln warteten.

    Der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas, der am Sonntag in Kraft trat, hält weiterhin an. Mehr als 630 Hilfslieferungen erreichten am ersten Tag den Gazastreifen, so die Vereinten Nationen. Es war die größte Lieferung seit Beginn des Krieges vor mehr als 15 Monaten.


    WEITERE TOP-MELDUNGEN

    Großbritannien: Ein 18-jähriger Mann bekannte sich schuldig, drei Mädchen getötet und versucht zu haben, zehn weitere während eines Messerangriffs bei einer Tanzklasse im Stil von Taylor Swift im Juli 2024 zu ermorden.

    Kolumbien: Zusammenstöße zwischen bewaffneten Gruppen in der nordöstlichen Region Catatumbo haben mindestens 80 Menschen das Leben gekostet und mehr als 11.000 Menschen in die Flucht getrieben.

    Davos: Die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums sind dieselben wie zuvor, doch die Gesprächsthemen haben sich geändert.

    Syrien: Die Mutter von Austin Tice, einem amerikanischen Journalisten, der in Syrien entführt wurde, traf den neuen Führer des Landes in Damaskus.

    USA: Khalid Scheich Mohammed stimmte zu, dass die Staatsanwaltschaft sein Geständnis zur Rolle bei den Anschlägen vom 11. September 2001 verwenden dürfe, falls sein Verfahren mit einer lebenslangen Haftstrafe abgeschlossen werde.

  • Donald Trump: Das „Goldene Zeitalter Amerikas“ beginnt unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

    Donald Trump: Das „Goldene Zeitalter Amerikas“ beginnt unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

    Donald Trump wurde offiziell als 47. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Mit einem emotionalen und provokanten Auftaktdiskurs versprach er nichts Geringeres als das Ende des „amerikanischen Niedergangs“ und den Beginn eines „Goldenen Zeitalters“. Doch hinter diesen ambitionierten Worten steht ein polarisierendes Programm, das schon vor der Amtseinführung für Spannungen gesorgt hat – begleitet von einer beispiellosen Sicherheitsoperation.


    Ein polarisierender Start ins Amt

    In seiner rund 30-minütigen Rede griff Trump die Amtszeit seines Vorgängers Joe Biden scharf an. Er bezeichnete die vergangenen vier Jahre als „verlorene Zeit“, die er nun umkehren wolle. Sein Ziel: Amerika wieder an die Spitze der Welt zu bringen. Trump kündigte an, direkt nach Amtsantritt mit der Unterzeichnung von Dekreten zu beginnen, um zentrale Wahlversprechen umzusetzen. Im Mittelpunkt seiner Pläne steht eine „nationale Notlage“ an der Grenze zu Mexiko – ein klares Signal, dass seine harte Einwanderungspolitik eine Priorität bleiben wird.

    „Millionen und Abermillionen von Kriminellen werden wir dorthin zurückschicken, woher sie gekommen sind“, verkündete er und unterstrich damit seinen strikten Kurs gegenüber Migranten. Diese Rhetorik spaltet weiterhin das Land, in dem die Diskussion um Einwanderung eine der kontroversesten Fragen der letzten Jahrzehnte darstellt.


    Ein Abschied mit Paukenschlag: Bidens präventive Gnadenakte

    Kurz vor der Übergabe der Macht sorgte der scheidende Präsident Joe Biden für Aufsehen, indem er mehrere Mitglieder seiner eigenen Familie präventiv begnadigte. Drei seiner Geschwister und zwei ihrer Ehepartner wurden durch diese ungewöhnliche Entscheidung geschützt. Biden begründete den Schritt mit der Behauptung, dass seine Familie wiederholt Ziel „politisch motivierter Angriffe“ gewesen sei. Beobachter sehen darin ein bemerkenswertes Zeichen des Misstrauens gegenüber der kommenden Administration und der politisch aufgeheizten Atmosphäre.


    Prominenz und Extreme bei der Amtseinführung

    Die Gästeliste der Veranstaltung unterstrich die Brisanz dieses Moments: Neben führenden Tech-Milliardären wie Elon Musk, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg nahmen auch international bekannte Persönlichkeiten aus dem rechten politischen Spektrum teil. Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni, die französischen Politiker Marion Maréchal und Éric Zemmour sowie der AfD-Politiker Tino Chrupalla waren unter den Anwesenden. Diese Kombination aus wirtschaftlicher und politischer Macht deutet darauf hin, dass Trumps Regierung sowohl im Inland als auch international auf klare ideologische Signale setzt.


    Zeremonie im Zeichen der Kälte – und der Sicherheit

    Aufgrund eisiger Temperaturen fand die Zeremonie ausnahmsweise in der Capital One Arena in Washington statt, die Platz für rund 20.000 Menschen bietet. Dort wurden sowohl die Vereidigung als auch der traditionelle Umzug abgehalten, an dem ursprünglich 7.500 Teilnehmer angekündigt waren. Trump versprach, sich dem Publikum nach seiner Rede anzuschließen – eine Geste, die seine Verbundenheit mit seiner Basis unterstreichen sollte.

    Doch nicht nur die Kälte prägte diesen historischen Tag: Mit einem Sicherheitsaufgebot von 25.000 Beamten und Soldaten, kilometerlangen Absperrungen und High-Tech-Überwachung war die Amtseinführung ein wahres Fort Knox der Demokratie. Das Umfeld rechtfertigte diese Maßnahmen: Während seiner Kampagne war Trump mehrfach Ziel von Attentatsversuchen geworden, bei denen er einmal sogar leicht verletzt wurde. Die Behörden sprachen von einer „bedrohlicheren Lage“ als bei früheren Zeremonien.


    Eine gespannte Zukunft

    Trumps Auftakt lässt keinen Zweifel daran, dass seine Präsidentschaft erneut polarisieren wird. Die Versprechen vom „Goldenen Zeitalter“ stehen im krassen Gegensatz zur Realität einer gespaltenen Nation, die vor tiefen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen steht. Doch eine Frage bleibt offen: Kann Trump die Wogen glätten und gleichzeitig seine ehrgeizigen Pläne umsetzen, oder wird seine Regierung die Spannungen weiter verschärfen? Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob Amerika wirklich am Beginn eines neuen Zeitalters steht – oder ob die Spaltung des Landes weiter voranschreitet.

  • Geburtsrechtliche US-Staatsbürgerschaft in Gefahr? Trumps umstrittener Plan und seine Folgen

    Geburtsrechtliche US-Staatsbürgerschaft in Gefahr? Trumps umstrittener Plan und seine Folgen

    Donald Trump, bekannt für seine polarisierenden Ansichten zur Einwanderungspolitik, plant einen radikalen Schritt: Mit einer Durchführungsverordnung möchte er das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft für Kinder abschaffen, die in den Vereinigten Staaten von Eltern ohne legalen Aufenthaltsstatus geboren werden. Diese Ankündigung, eine von insgesamt zehn geplanten Verordnungen zur Reform der Einwanderungspolitik, hat bereits im Vorfeld massive Kritik ausgelöst. Rechtsexperten und Verfassungsschützer sprechen von einem klaren Bruch mit der US-Verfassung.

    Doch was steckt hinter diesem Vorstoß, welche Auswirkungen hätte ein solches Vorgehen – und ist es überhaupt rechtlich haltbar?


    Geburtsrechtliche Staatsbürgerschaft: Ein Grundpfeiler des US-Rechts

    Die Grundlage für das sogenannte Geburtsortsprinzip („jus soli“) in den USA ist der 14. Verfassungszusatz, ratifiziert im Jahr 1868. Dort heißt es eindeutig: „Alle Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren oder eingebürgert sind und ihrer Jurisdiktion unterstehen, sind Bürger der Vereinigten Staaten und des Staates, in dem sie leben.“ Dieses Prinzip, ein Erbe der Nachkriegszeit und ein Meilenstein in der Bekämpfung von Diskriminierung, sollte allen in den USA geborenen Personen – unabhängig von der Herkunft ihrer Eltern – den Zugang zur Staatsbürgerschaft garantieren.

    Trumps geplante Maßnahme, Kinder von Migranten ohne Aufenthaltsstatus von diesem Recht auszuschließen, würde diese lange Tradition infrage stellen. Rechtsexperten sind sich einig: Ohne eine Verfassungsänderung wäre eine solche Verordnung schlichtweg illegal.


    Die rechtliche Perspektive: Kann eine Durchführungsverordnung Verfassungsrecht brechen?

    Eine der zentralen Fragen lautet, ob Trump durch eine sogenannte „Executive Order“ – also eine Anordnung des Präsidenten – den 14. Verfassungszusatz außer Kraft setzen könnte. Die Antwort der meisten Verfassungsrechtler ist eindeutig: Nein.

    Der 14. Zusatzartikel lässt keinen Interpretationsspielraum für Durchführungsverordnungen. Er stellt klar, dass jeder, der auf US-amerikanischem Boden geboren wird, automatisch Staatsbürger ist. Selbst das Oberste Gericht der USA hat dieses Prinzip in mehreren Entscheidungen bestätigt. Die Argumentation, dass „illegal aufhältige“ Eltern diese Regelung umgehen könnten, wird von führenden Rechtsexperten als verfassungswidrig abgelehnt. Jede Änderung des Geburtsrechts müsste durch einen aufwendigen Verfassungsänderungsprozess erfolgen – ein Szenario, das angesichts der politischen Spaltung in den USA höchst unwahrscheinlich ist.


    Politische Motive: Warum setzt Trump auf diesen Vorschlag?

    Trumps Vorstoß ist weniger ein rechtliches als ein politisches Manöver. Das Thema Einwanderung war schon während seiner ersten Amtszeit eines seiner Kernthemen. Mit Maßnahmen wie dem Bau einer Grenzmauer oder dem sogenannten „Muslim Ban“ hatte er sich als harter Verfechter restriktiver Einwanderungspolitik inszeniert.

    Die Abschaffung des Geburtsortsprinzips richtet sich nicht nur gegen Migranten, sondern zielt auch darauf ab, die Debatte über „amerikanische Werte“ und nationale Identität anzuheizen. Kritiker werfen ihm vor, diese Themen zu instrumentalisieren, um seine politische Basis zu mobilisieren. Die konservativen Anhänger Trumps sehen in einer solchen Maßnahme einen Schritt, um das „Missbrauchspotenzial“ des Geburtsrechts einzudämmen. Für sie sind Kinder von Eltern ohne Aufenthaltsstatus „Ankerbabys“, die den Familien den Weg zu einem dauerhaften Aufenthalt ebnen.


    Gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen

    Die Abschaffung des Geburtsrechts würde nicht nur rechtliche und moralische Fragen aufwerfen, sondern hätte auch tiefgreifende Auswirkungen auf die US-Gesellschaft.

    Ohne das Geburtsrecht würden Millionen von Kindern in eine rechtliche Grauzone fallen. Sie wären de facto staatenlos – eine Situation, die nicht nur gegen internationale Standards verstößt, sondern auch massive soziale Probleme schafft. Bildung, medizinische Versorgung und Arbeitsplatzchancen wären für diese Kinder stark eingeschränkt. Gleichzeitig könnte dies die Kluft zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen in den USA weiter vertiefen.

    Auch wirtschaftlich wäre der Schritt ein Eigentor. Einwanderer, ob legal oder nicht, tragen erheblich zur Wirtschaft der USA bei. Ihre Kinder, die durch das Geburtsrecht US-Bürger sind, spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der zukünftigen Arbeitskraft. Diese künstliche Begrenzung der Staatsbürgerschaft würde langfristig die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten schwächen.


    Widerstand auf vielen Ebenen

    Es überrascht nicht, dass der Vorschlag auf massiven Widerstand stößt. Menschenrechtsorganisationen, Bürgerrechtsbewegungen und zahlreiche Politiker haben bereits angekündigt, gegen eine solche Durchführungsverordnung rechtlich vorzugehen. Auch Gerichte dürften den Vorschlag kritisch prüfen – ein Grund, warum viele Experten den Plan als kaum umsetzbar betrachten.

    Sogar innerhalb der Republikanischen Partei gibt es Stimmen, die vor den Folgen einer solchen Politik warnen. Sie befürchten, dass der Fokus auf radikale Maßnahmen wie diese die Partei weiter spalten könnte.


    Eine tiefere Frage: Was bedeutet es, Amerikaner zu sein?

    Trumps Vorstoß wirft letztlich eine grundlegende Frage auf: Was macht eine Nation aus? Geht es um gemeinsame Werte wie Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit – oder wird die Zugehörigkeit allein durch Abstammung und Aufenthaltsstatus definiert?

    Diese Debatte ist nicht neu, aber sie spitzt sich durch Maßnahmen wie diese zu. Die Vereinigten Staaten, ein Land, das sich traditionell als „Nation der Einwanderer“ versteht, stehen vor einer entscheidenden Weichenstellung: Werden sie sich weiterhin als ein offenes, auf Inklusion basierendes Land definieren – oder gewinnen exklusive, nationalistische Tendenzen die Oberhand?


    Fazit: Ein gefährliches Spiel

    Die Abschaffung des Geburtsrechts wäre nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern auch ein Angriff auf die Identität der Vereinigten Staaten. Trumps Plan, eine solch fundamentale Säule des amerikanischen Rechtssystems per Dekret zu ändern, ist mehr als ein rechtliches Experiment – es ist ein Test für die demokratischen Institutionen des Landes.

    Ob dieser Vorstoß scheitert, wird nicht nur von Gerichten entschieden, sondern auch von der Gesellschaft selbst. Denn letztlich liegt es an den Amerikanern, die Werte ihrer Verfassung zu verteidigen und sich der Frage zu stellen: Wollen wir eine Zukunft, die auf Ausschluss basiert – oder eine, die auf Integration setzt?

  • Europa im Schatten der USA? François Bayrou warnt vor Trumpismus

    Europa im Schatten der USA? François Bayrou warnt vor Trumpismus

    Der französische Premierminister François Bayrou hat deutliche Worte gefunden: Frankreich und Europa könnten „dominiert, erdrückt, marginalisiert“ werden, wenn sie der angekündigten Politik des damaligen US-Präsidenten Donald Trump nicht entschlossen entgegentreten. Diese eindringliche Warnung äußerte Bayrou am 20. Januar, dem Tag von Trumps Amtseinführung, während einer Ansprache in Pau, seiner Heimatstadt. Seine Botschaft ist klar – jetzt ist Handeln gefragt, um das Kräfteverhältnis zwischen Europa und den USA zu wahren. Eine dominierende US-Politik Bayrou kritisierte die Vereinigten Staaten scharf und bezeichnete deren Kurs als „unglaublich dominierend“. Dieser äußere sich vor allem durch die Stärke des Dollars, aggressive industriepolitische Maßnahmen sowie die monopolartige Kontrolle über Forschung und Investitionen. „Franzosen und Europäer“ müssten sich dringend besinnen und einen „Neustart“ wagen, so der Premierminister. Doch was genau bedeutet das? Europa steht vor der Herausfo…

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  • Trump im Weißen Haus: Donald Trump wird als 47. Präsident der USA vereidigt

    Trump im Weißen Haus: Donald Trump wird als 47. Präsident der USA vereidigt

    Es ist der 20. Januar 2025, und alle Augen sind auf Washington D.C. gerichtet. Im Kapitol wird Donald J. Trump, 78 Jahre alt, erneut zum Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt – und schreibt damit Geschichte. Nach einer turbulenten politischen Karriere kehrt er nach vier Jahren Pause ins Weiße Haus zurück. Doch was bedeutet diese Rückkehr, nicht nur für die Vereinigten Staaten, sondern auch für die Welt? Und wie hängt sie mit der außergewöhnlichen Geschichte der Trump-Familie zusammen, die vor über 140 Jahren in einem kleinen deutschen Dorf begann?


    Die Trump-Dynastie: Von Friedrich Trump bis ins Weiße Haus

    Um die Bedeutung dieses Moments zu verstehen, muss man in die Vergangenheit blicken – genauer gesagt, ins Jahr 1885. Damals wanderte ein junger Mann namens Friedrich Trump aus Kallstadt in der Pfalz in die Vereinigten Staaten aus. Er war auf der Suche nach einem besseren Leben und baute sich seinen Erfolg in der Ära des Goldrauschs auf, indem er in Alaska Restaurants und Hotels eröffnete. Obwohl er nach Deutschland zurückkehrte, wurde ihm die Wiedereinbürgerung verweigert, und er ließ sich endgültig in den USA nieder. Friedrichs Enkel Donald Trump sollte später den Namen der Familie weltweit bekannt machen.

    Doch wie kam es dazu, dass aus einem Barbier und Gastronomen eine politische Dynastie hervorging? Die Antwort liegt in der Geschichte der USA selbst. Amerika war immer ein Land der Möglichkeiten, in dem der Glaube an den individuellen Erfolg tief verankert ist. Donald Trump verstand es wie kaum ein anderer, dieses Narrativ zu verkörpern – erst als Immobilien-Tycoon, dann als Reality-TV-Star und schließlich als Politiker.


    Donald Trump: Ein Präsident spaltet und vereint zugleich

    Als Donald Trump 2016 zum 45. Präsidenten gewählt wurde, löste er eine beispiellose Welle der Polarisierung aus. Seine Anhänger sahen in ihm einen Mann, der für den „kleinen Mann“ kämpfte, der das Establishment aufrüttelte und Amerika wieder groß machen wollte – ganz nach seinem berühmten Slogan „Make America Great Again“. Seine Gegner hingegen warfen ihm vor, die Demokratie zu untergraben, Lügen zu verbreiten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gefährden.

    In seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hinterließ Trump ein politisches und kulturelles Erdbeben. Mit seiner unkonventionellen Art zu regieren, seiner Nähe zu den sozialen Medien – vor allem Twitter – und seiner kontroversen Politik setzte er neue Maßstäbe, die die amerikanische Gesellschaft nachhaltig veränderten. Steuerreformen, ein harter Kurs in der Einwanderungspolitik, das Verlassen internationaler Abkommen und die Ernennung konservativer Richter waren nur einige seiner Maßnahmen, die sowohl gefeiert als auch heftig kritisiert wurden.

    Nach seiner Wahlniederlage 2020 gegen Joe Biden zog sich Trump jedoch nicht zurück. Stattdessen baute er seine Position innerhalb der Republikanischen Partei aus und blieb eine dominante Figur, die weiterhin die politische Agenda bestimmte. Seine Rückkehr ins Weiße Haus nach den Wahlen 2024 zeigt, dass er nach wie vor eine enorme Unterstützung in weiten Teilen der Bevölkerung genießt.


    Die langfristigen Auswirkungen der Trump-Ära

    Mit Trumps erneuter Präsidentschaft wird deutlich, dass die politischen und gesellschaftlichen Gräben, die in den letzten Jahren entstanden sind, sich nicht so schnell schließen lassen. Aber was bedeutet diese zweite Amtszeit langfristig für die USA? Die Antwort darauf ist komplex.

    Auf der politischen Ebene dürfte sich die Polarisierung weiter verschärfen. Trump ist ein Meister darin, Themen zuzuspitzen und seine Gegner zu provozieren – ein Ansatz, der in der Vergangenheit zwar seine Basis stärkte, aber auch die politische Landschaft vergiftete. Seine Politik der Abschottung und des „America First“-Gedankens könnte die Rolle der USA auf der Weltbühne weiter schwächen, während innenpolitisch Themen wie Einwanderung, Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit weiterhin große Konfliktfelder bleiben.

    Gesellschaftlich hat die Trump-Ära ein neues Bewusstsein für politische Identität geschaffen. Viele Amerikaner fühlen sich zum ersten Mal dazu ermutigt, ihre Meinung lautstark zu vertreten, sei es für oder gegen Trump. Gleichzeitig hat die Ära jedoch gezeigt, wie zerbrechlich demokratische Institutionen sein können, wenn sie unter Druck geraten. Der Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 bleibt ein warnendes Beispiel dafür, wie politische Rhetorik in Gewalt umschlagen kann.


    Die Rückkehr einer politischen Dynastie?

    Eine Frage drängt sich dabei immer wieder auf: Sind die USA bereit für eine dauerhafte politische Dynastie, die mit Friedrich Trump begann? Man könnte meinen, dass das Land, das sich einst von der britischen Monarchie losgesagt hat, wenig für Dynastien übrig hat. Doch die Geschichte zeigt das Gegenteil. Die Kennedys, die Bushs, die Clintons – viele einflussreiche Familien haben über Generationen hinweg die amerikanische Politik geprägt. Nun scheint es, als könnten die Trumps in diese Reihe treten.

    Mit Donald Trump zurück im Weißen Haus, seinen Kindern – allen voran Ivanka und Donald Jr. – in Schlüsselpositionen und einer treuen Anhängerschaft könnte die Trump-Familie zu einer festen Größe in der amerikanischen Politik werden. Die Gefahr dabei? Politische Macht, die über Generationen hinweg in einer Familie konzentriert bleibt, birgt das Risiko von Korruption und einer Schwächung demokratischer Prinzipien.


    Ein außergewöhnlicher Moment in der Geschichte

    Die heutige Vereidigung von Donald Trump markiert nicht nur ein politisches Comeback, sondern auch einen weiteren Höhepunkt in der außergewöhnlichen Geschichte der Trump-Familie. Sie begann vor über einem Jahrhundert mit Friedrich Trump, einem einfachen Auswanderer aus Deutschland, und führte zu einem Namen, der weltweit bekannt ist – ein Name, der für Erfolg, Kontroversen und Spaltung zugleich steht.

    Doch was bedeutet das alles für die Zukunft? Vielleicht ist die entscheidende Frage nicht, ob die USA bereit für eine Trump-Dynastie sind, sondern ob die amerikanische Demokratie robust genug ist, um auch weiterhin den Willen des Volkes zu repräsentieren – unabhängig davon, welcher Name auf dem Wahlzettel steht.


    Donald Trump steht heute im Kapitol, die Hand auf der Bibel, und legt seinen Amtseid ab. Seine Rückkehr ins Weiße Haus mag von vielen gefeiert und von anderen verurteilt werden. Eines jedoch ist sicher: Die Trump-Ära wird noch lange nachhallen – in der Politik, in der Gesellschaft und in den Geschichtsbüchern.

  • Der Weg zurück: Donald Trump und seine Kandidatur für die Präsidentschaft 2024

    Der Weg zurück: Donald Trump und seine Kandidatur für die Präsidentschaft 2024

    Donald Trump – der Mann, der die politische Bühne der USA in den letzten Jahren wie kaum ein anderer beherrschte – hat es wieder getan. Nachdem er 2020 gegen Joe Biden unterlag, kündigte er im November 2022 an, erneut für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. Sein Ziel: 2024 zurück ins Weiße Haus zu kehren. Doch was steckt hinter diesem erneuten Versuch, und wie steht es um seine Erfolgsaussichten?


    Ein Mann mit einer Mission – oder einem Kalkül?

    Donald Trumps erneute Kandidatur kam für viele Beobachter wenig überraschend. Wer Trump kennt, weiß: Aufgeben gehört nicht zu seinem Repertoire. Doch wie viel von seiner Entscheidung ist persönliche Motivation, und wie viel ist strategisches Kalkül? Trump präsentiert sich als Kämpfer gegen ein von ihm so bezeichnetes „korruptes System“, das, so seine Behauptung, ihm die Wahl 2020 gestohlen habe. Kritiker sehen darin vor allem eine Strategie, seine politische und wirtschaftliche Machtbasis zu sichern – ganz nach dem Motto: Im Scheinwerferlicht lässt es sich besser überleben.

    Aber ist das wirklich alles? Trump selbst spricht in seinen Reden von einer „Mission“, die er noch zu Ende führen müsse. Themen wie der Schutz der US-Grenzen, ein harter Kurs gegen China, die „America First“-Politik und die Rückkehr zu konservativen Werten bilden den Kern seiner Wahlkampagne. Seine Anhänger sehen in ihm keinen Politiker, sondern einen Retter – eine Symbolfigur, die angeblich für das „wahre Amerika“ steht.


    Herausforderungen und ein Feld voller Gegner

    Doch der Weg zurück ins Weiße Haus ist kein Spaziergang. Donald Trump sieht sich gleich mehreren Herausforderungen gegenüber. Innerhalb der Republikanischen Partei hat er zwar nach wie vor großen Einfluss, doch es regt sich zunehmend Widerstand. Mit Ron DeSantis, dem Gouverneur von Florida, hat sich ein ernstzunehmender Herausforderer positioniert. DeSantis gilt als Trumps härtester Konkurrent und bietet eine ähnliche konservative Agenda – nur ohne die persönliche Polarisierung, die Trump umgibt.

    Hinzu kommen andere potenzielle Kandidaten wie Nikki Haley, die ehemalige UN-Botschafterin, und Mike Pence, Trumps früherer Vizepräsident, der sich mittlerweile deutlich von ihm distanziert hat. Die parteiinterne Rivalität ist ein Hindernis, das Trump überwinden muss, um überhaupt als offizieller Kandidat der Republikaner ins Rennen zu gehen.

    Doch nicht nur parteiintern steht Trump vor Herausforderungen. Auch juristische und finanzielle Probleme werfen Schatten auf seine Kampagne. Ermittlungen wegen seiner Rolle beim Sturm auf das Kapitol, mögliche Vergehen im Umgang mit vertraulichen Dokumenten und laufende Gerichtsverfahren wegen seiner Geschäftspraktiken könnten sein Image beschädigen – oder, paradoxerweise, seine Unterstützer noch mehr mobilisieren. Denn Trump versteht es meisterhaft, sich als Opfer einer „Hexenjagd“ darzustellen.


    Warum bleibt Trump so einflussreich?

    Die zentrale Frage bleibt: Warum ist Trump, trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner kontroversen Art so einflussreich? Es ist seine Fähigkeit, Emotionen zu wecken. Trump spricht die Sprache seiner Anhänger, oft direkt und ungeschönt. In einer politischen Landschaft, die viele als elitär und abgehoben empfinden, ist er der Außenseiter, der „gegen das Establishment“ kämpft.

    Seine Basis besteht vor allem aus weißen, konservativen Amerikanern, die sich durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen zunehmend entfremdet fühlen. Trump gibt ihnen das Gefühl, gehört zu werden. Begriffe wie „Fake News“, die er populär machte, und seine Attacken gegen „woke Ideologie“ sind für viele Anhänger mehr als nur Phrasen – sie sind ein Schlachtruf gegen eine Welt, die sie als fremd empfinden.

    Dabei spielt auch der Kult um seine Persönlichkeit eine entscheidende Rolle. Trump-Anhänger sehen ihn nicht einfach als Politiker, sondern als Bewegung. In diesem Kult ist Trump der einzige, der „das Land retten“ kann. Seine Rückkehr ins Weiße Haus wird fast schon wie eine Art Messias-Geschichte dargestellt: Der Held, der zurückkommt, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.


    Die Trump-Bewegung im Jahr 2024

    Seit seiner ersten Wahl 2016 hat die Trump-Bewegung eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Sie ist längst mehr als eine politische Basis – sie ist ein eigenes kulturelles Phänomen geworden. Von der ikonischen roten „Make America Great Again“-Kappe bis hin zu Veranstaltungen, die fast wie religiöse Versammlungen wirken, hat Trump eine unvergleichliche Bindung zu seinen Anhängern aufgebaut.

    Doch auch die Spaltung, die Trump verkörpert, ist tiefer denn je. Während seine Unterstützer ihn wie einen Helden feiern, sehen seine Gegner in ihm eine Gefahr für die Demokratie. Diese Polarisierung prägt die amerikanische Gesellschaft – und die Trump-Bewegung hat diese Dynamik weiter verstärkt.

    Ein bemerkenswerter Wandel in der Bewegung ist der zunehmende Fokus auf den „Kampf gegen den Staat“. Begriffe wie „Deep State“ oder „elitäre Korruption“ sind fester Bestandteil von Trumps Rhetorik. Seine Anhänger nehmen dies nicht nur wörtlich, sondern fühlen sich dadurch zu einer „Mission“ berufen. Dies hat in einigen Fällen sogar dazu geführt, dass extremistisches Verhalten innerhalb der Bewegung zugenommen hat.


    Was sagt das über die Zukunft der USA aus?

    Trumps Kandidatur sagt viel über die politische und gesellschaftliche Lage der USA aus. Die Tatsache, dass ein so umstrittener Kandidat erneut Chancen auf das höchste Amt hatte, zeigt, wie tief die Gräben im Land sind. Trump hat es geschafft, die Politik der USA auf eine Weise zu verändern, die noch lange nachwirken wird – selbst wenn er die Wahl verloren hätte.

    Seine Bewegung hat konservative Kräfte mobilisiert und sie in eine neue Richtung gelenkt. Gleichzeitig hat sie die Spannungen zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen verstärkt. Die Frage, ob die USA diesen Weg weitergehen oder sich irgendwann für eine weniger polarisierende Politik entscheiden, bleibt offen.


    Was macht einen Mann wie Donald Trump so faszinierend – oder so furchteinflößend? Vielleicht ist es genau dieser Widerspruch, der ihn zur zentralen Figur der amerikanischen Politik gemacht hat. Seine Kandidatur 2024 hat nicht nur über seine eigene Zukunft entschieden, sondern auch über die Richtung, die die USA in den kommenden Jahren einschlagen werden. Egal, wie seine 2. Amtszeit ausgeht: Trump wird tiefe Spuren hinterlassen – das ist gewiss.