Autor: Nachrichten

  • Trump setzt Zölle durch, die den Welthandel auf den Kopf stellen könnten – und andere World-News

    Trump setzt Zölle durch, die den Welthandel auf den Kopf stellen könnten – und andere World-News

    US-Präsident Donald Trump hat seine Berater angewiesen, neue „reziproke“ Zölle zu berechnen, die nahezu jedes Land der Welt treffen könnten. Besonders hart dürften es Indien, Japan und die EU treffen.

    Die neuen Zölle, die ab dem 2. April in Kraft treten könnten, sollen die Handelsbedingungen anderer Länder widerspiegeln – darunter bestehende Zölle, Steuern, Subventionen und andere Maßnahmen, die den Handel mit den USA beeinflussen. Trump machte deutlich, dass sein Hauptziel darin besteht, Unternehmen dazu zu zwingen, ihre Produktion in die Vereinigten Staaten (zurück) zu verlagern.

    „Wenn ihr hier produziert, gibt es überhaupt keine Zölle“, erklärte Trump im Oval Office.

    Nur wenige Stunden später traf sich Trump mit dem indischen Premierminister Narendra Modi. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz verkündete Trump, dass die USA die militärischen Verkäufe an Indien um „viele Milliarden“ Dollar steigern wollen. Modi kündigte eine engere Zusammenarbeit mit den USA in den Bereichen Verteidigung, Halbleiterproduktion, Quanten-Technologie und Künstliche Intelligenz an.

    Hintergrund:

    Seit Jahrzehnten wurden die Zollsätze der USA in Verhandlungen mit internationalen Organisationen wie der Welthandelsorganisation (WTO) festgelegt. Trump will dieses System nun über Bord werfen und stattdessen eine einseitige, von den USA bestimmte Regelung durchsetzen.


    Trump: Ukraine von Friedensgesprächen ausgeschlossen?

    Nach widersprüchlichen Aussagen stellte Trump klar, dass die Ukraine in mögliche Verhandlungen zur Beendigung des Krieges mit Russland einbezogen werde. Seine vorherigen Äußerungen hatten Zweifel daran aufkommen lassen und führten zu Forderungen europäischer Staatschefs, dass die Ukraine eine Rolle in den Gesprächen spielen müsse.

    „Sie sind ein Teil davon“, erklärte Trump gegenüber einem Reporter. „Wir werden die Ukraine, Russland und auch andere Beteiligte dabei haben.“

    Am Mittwoch hatte Trump nach einem Gespräch mit Wladimir Putin angedeutet, dass die Grenzen der Ukraine neu gezogen und eine NATO-Mitgliedschaft des Landes verhindert werden könnten. Dies löste in Europa Besorgnis aus.

    Es gibt in Europa große Unzufriedenheit darüber, dass Putin Zugeständnisse gemacht wurden, ohne dass es bisher überhaupt Verhandlungen oder Gegenleistungen gibt.

    Auch Amerikas engste Verbündete – darunter Großbritannien und Deutschland – versuchen, eine Rolle im Friedensprozess zu spielen. Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte nach einem NATO-Treffen, dass Europa „direkt mit den Konsequenzen“ eines solchen Deals leben müsse und möglicherweise „eine zentrale oder sogar die führende Rolle in der Friedensordnung spielen“ werde.

    Was als Nächstes kommt:

    Trump deutete an, dass ein Treffen mit Putin in Saudi-Arabien möglich sei. Für Putin wäre das Gespräch mit Trump ein Wendepunkt im dreijährigen Krieg. In der Ukraine reagierte die Bevölkerung mit gemischten Gefühlen – zwischen Hoffnung auf Frieden und Angst vor möglichen Kompromissen auf Kosten des Landes.


    Hamas kündigt weitere Geisel-Freilassungen an

    Die Hamas erklärte, dass sie bereit sei, an diesem Wochenende weitere israelische Geiseln freizulassen – unter der Bedingung, dass Israel sich an das Waffenstillstandsabkommen hält. Anfang der Woche hatte die militante Gruppe die Freilassung vorerst ausgesetzt und Israel Verstöße gegen die Vereinbarung vorgeworfen. Von israelischer Seite gab es dazu bislang keine Stellungnahme.

    Hintergrund:

    In den ersten sechs Wochen der Waffenruhe hatte die Hamas zugesagt, mindestens 33 Geiseln im Austausch für über 1.500 in Israel inhaftierte Palästinenser freizulassen. Seit Inkrafttreten des Abkommens Ende Januar wurden 21 Geiseln und 766 palästinensische Gefangene freigelassen.


    Weitere Top-Nachrichten

    Deutschland: Zwischen russischer Einflussnahme und Desinformation auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) stehen Wähler vor einer massiven Welle an Fehlinformationen vor der Bundestagswahl in diesem Monat.

    Wirtschaft: Honda und Nissan haben ihre geplante 50-Milliarden-Dollar-Fusion abgesagt, wollen aber weiterhin bei Software und Elektrofahrzeugen zusammenarbeiten.

    Taiwan: In der Stadt Taichung kamen bei einer mutmaßlichen Gasexplosion im Food-Court eines Einkaufszentrums mindestens vier Menschen ums Leben.

    Belgien: Zehntausende Demonstranten protestierten in Brüssel gegen geplante Kürzungen im öffentlichen Sektor.

    Großbritannien: Die Wirtschaft des Landes wuchs zum Jahresende 2024 minimal – ein kleiner Lichtblick für die angeschlagene Regierung.

    Technologie: Elon Musk erklärte in einer gerichtlichen Einreichung, dass er sein 97,4-Milliarden-Dollar-Angebot zur Übernahme von OpenAI zurückziehen werde, falls das Unternehmen seinen Non-Profit-Status beibehält.

    Raumfahrt: Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, entlässt rund zehn Prozent seiner Belegschaft.

    Kryptowährungen: Ein britischer Mann bietet Millionen für eine Mülldeponie in Wales – in der Hoffnung, eine verlorene Bitcoin-Festplatte wiederzufinden, die angeblich 800 Millionen Dollar wert ist.

    Von C. Hatty

  • Vermisst seit über sechs Monaten: Familie von David Hunot gibt die Hoffnung nicht auf

    Vermisst seit über sechs Monaten: Familie von David Hunot gibt die Hoffnung nicht auf

    Seit über sechs Monaten fehlt von David Hunot jede Spur. Der 50-Jährige aus Champagnole (Jura) verschwand im vergangenen September spurlos. Trotz intensiver Suche durch seine Familie und die Gendarmerie gibt es keine Hinweise auf seinen Verbleib. Seine Tochter Coralyne Hunot kämpft weiter und will nicht aufgeben.

    Ein Mann verschwindet – und niemand weiß, warum

    David Hunot verließ sein Zuhause irgendwann im Herbst 2024. Wann genau, lässt sich nicht mehr genau sagen – doch seit dem 6. September gilt er offiziell als vermisst. Die Gendarmerie des Jura machte seinen Fall öffentlich, doch seitdem ist es erschreckend still geblieben.

    Seine Tochter Coralyne und seine Schwester Maud Charlier tun alles, um ihn zu finden. Doch die Suche gestaltet sich schwierig. „Die Ermittlungen laufen noch“, heißt es von offizieller Seite. Für Coralyne fühlt es sich jedoch anders an: „Man hat das Gefühl, dass es einfach niemanden interessiert.“

    „Er passt nicht ins Raster“ – eine verzweifelte Familie kämpft weiter

    Die Angehörigen sind frustriert. Es gibt keine Spur, keine neuen Erkenntnisse – und, so der Vorwurf, auch nicht genug Engagement. „Es war nur ein einziger Gendarm mit der Suche beauftragt“, erklärt Coralyne Hunot. „Es war von Anfang an zu ruhig.“

    Tochter und Schwester ließen sich davon nicht entmutigen. Sie durchsuchten auf eigene Faust verlassene Häuser, Wälder, Flussufer – doch ohne Erfolg.

    Besonders bitter: David Hunot galt als Randfigur der Gesellschaft, ein Mann, der nicht im Mittelpunkt stand. „Vielleicht ist das der Grund, warum sich niemand für ihn interessiert“, mutmaßt Coralyne. „Aber das ist doch nicht fair! Er ist mein Vater – ich kann nicht einfach aufhören zu suchen.“

    Neue Hoffnung: Geplante Suchaktionen in den Winterferien

    Coralyne lebt in der Creuse – weit weg von Champagnole. Sie kann nicht jeden Tag nach ihrem Vater suchen. Ihr Alltag mit Job und Familie macht es schwer. Aber eines ist für sie klar: „In den Schulferien werde ich da sein. Sobald ich kann, werde ich vor Ort suchen. Ich kann nicht aufgeben.“

    Wer hat David Hunot gesehen?

    David Hunot ist 1,67 Meter groß, von mittlerer Statur, hat kurze graue Haare und einen mittellangen grauen Bart. Auffällig sind seine Tätowierungen: die Namen „Coralie“ und „Alan“ zieren seine Waden.

    Zum Zeitpunkt seines Verschwindens trug er blaue Jeans oder Shorts, ein T-Shirt und Sneakers in Schwarz, Rot und Weiß.

    Jede noch so kleine Information könnte entscheidend sein. Wer etwas weiß, wird gebeten, sich unter der Nummer 03.84.52.02.07 oder direkt bei der Gendarmerie unter 17 (rund um die Uhr erreichbar) zu melden.

    Von C. Hatty

  • Klimastress als versteckter Motor sozialer und politischer Instabilität

    Klimastress als versteckter Motor sozialer und politischer Instabilität

    Die Geschichte hinterlässt Spuren – selbst in den Jahresringen von Bäumen. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in Nature, zeigt, dass Trockenperioden auf dem tibetischen Hochland oft mit Zeiten politischer Unruhen in China zusammenfielen.

    Forscher analysierten die Jahresringe von Juniperus przewalskii (Przewalski-Wacholder) und rekonstruierten anhand von Isotopenanalysen der Kohlenstoff- und Sauerstoffzusammensetzung die Niederschlagsmuster der letzten 3.476 Jahre. Das Ergebnis: Phasen der Trockenheit korrelierten auffallend oft mit dem Niedergang chinesischer Dynastien.

    Wenn das Klima das Schicksal von Imperien besiegelt

    Die Studie beschreibt, dass der Aufstieg und Fall mehrerer Dynastien eng mit langfristigen Veränderungen hin zu trockeneren Bedingungen verbunden war. Zu Beginn jeder Dynastie herrschte meist ein feuchteres Klima, das mit Zeiten des Wohlstands einherging. Doch mit dem Übergang zu trockeneren Perioden gerieten diese Reiche ins Wanken – bis hin zu ihrem endgültigen Zerfall.

    Das ist mehr als nur ein historisches Phänomen. Die aktuelle Klimakrise stellt uns vor ähnliche Herausforderungen. 2024 war das weltweit heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Extreme Wetterereignisse, ausgelöst durch die Erderwärmung, verursachten Schäden in Höhe von 310 Milliarden Dollar – allein in China.

    Der Klimawandel als Katalysator für gesellschaftliche Spannungen

    Seit dem 19. Jahrhundert ist die globale Durchschnittstemperatur um 1,1°C gestiegen, hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Energieträger. Die Folgen sind weitreichend: steigende Meeresspiegel, zunehmende Wetterextreme – und gesellschaftliche Spannungen.

    Denn wenn Wasser knapp wird, Ernten ausfallen und Ressourcen schwinden, wächst das Konfliktpotenzial. Historische Beispiele zeigen, dass Klimastress nicht nur ökologische, sondern auch politische und soziale Auswirkungen hat. Doch es gibt Wege aus der Krise: Erneuerbare Energien, nachhaltige Lebensstile und eine drastische Reduktion fossiler Brennstoffe könnten verhindern, dass sich die Fehler der Vergangenheit wiederholen.

    Die Frage ist nicht, ob der Klimawandel unsere Gesellschaften verändert – sondern wie wir darauf reagieren.

    Von Andreas M. B.

  • Montpellier verbietet Wildtiere bei Film- und Serienproduktionen

    Montpellier verbietet Wildtiere bei Film- und Serienproduktionen

    In Montpellier wird der Tierschutz großgeschrieben. Ab sofort sind Dreharbeiten mit Wildtieren auf städtischem Boden verboten. Grund für diese Entscheidung sind Berichte über schwere Misshandlungen, die in der Filmindustrie vorkommen sollen. Grausame Praktiken ans Licht gebracht Der Stadtrat von Montpellier stimmte einstimmig für die neue Regelung, die künftig in die Drehgenehmigungen der Stadt aufgenommen wird. Auslöser waren alarmierende Berichte von Brancheninsidern. „Es gab Fälle, in denen Tiere während der Dreharbeiten ums Leben kamen“, erklärt Eddine Ariztegui, Stadtrat der Tierschutzpartei. So wurde etwa der Kadaver einer Eule als Marionette genutzt, um sie „fliegen“ zu lassen. Doch das ist nicht der schlimmste Vorfall. Ein besonders schockierendes Beispiel: Ein junger Bär soll während eines Drehs so lange geschlagen und getreten worden sein, bis er bewusstlos wurde. „Wildtiere sind keine Schauspieler“ Für Ariztegui ist klar: „Das ist inakzeptabel. Wildtiere sind keine Schauspie…

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  • Angriff in Grenoble: Wachsende Gewalt versetzt die Stadt in Angst

    Angriff in Grenoble: Wachsende Gewalt versetzt die Stadt in Angst

    Die Einwohner von Grenoble sind entsetzt – doch viele sind auch resigniert. Ein Angriff mit einer Granate hat am Abend des 12. Februar das Stadtviertel Village Olympique erschüttert. 15 Menschen wurden verletzt, einige schwer. Die Explosion ereignete sich in einem Barverein, der für seine offene, durchmischte Atmosphäre bekannt war. Nun wächst die Wut in der Bevölkerung: Wie konnte es so weit kommen? Schock und Fassungslosigkeit Die Szenen nach der Explosion waren verstörend: Menschen mit blutenden Wunden, zerfetzte Kleidung, überall Scherben und Rauch. Das Krankenhaus von Grenoble musste seinen Plan blanc auslösen – eine Notfallmaßnahme, um den plötzlichen Anstieg von Verletzten zu bewältigen. Unter den Betroffenen war auch der Bruder einer jungen Frau, die vor den Kameras ihre Verzweiflung schilderte: „Er saß einfach nur da, mit dem Rücken zur Tür – dann ist die Granate explodiert. Er hat Splitter tief in der Haut.“ Viele der Opfer haben nichts mit kriminellen Machenschaften zu tun, …

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  • Sind Jugendliche heute gewalttätiger als 1945?

    Sind Jugendliche heute gewalttätiger als 1945?

    Die französische Nationalversammlung debattiert über eine Verschärfung des Jugendstrafrechts – initiiert von Ex-Premierminister Gabriel Attal. Seine Begründung: „Ein Jugendlicher von 2025 ist nicht mehr derselbe wie 1945.“ Doch was steckt hinter dieser Aussage? Sind junge Menschen tatsächlich gefährlicher als damals? Jugendkriminalität im Wandel der Zeit Statistiken zeigen: Die Zahl der verurteilten Jugendlichen hat sich seit 1945 verdoppelt. 1945 wurden 17.578 Minderjährige vor Gericht gestellt, 2023 waren es 48.389. Doch da die französische Bevölkerung seither stark gewachsen ist, muss man die Zahlen ins Verhältnis setzen. Berücksichtigt man die demografische Entwicklung, ergibt sich: 1945 kamen 15 jugendliche Straftäter auf 10.000 junge Menschen – 2023 waren es 32. Damit hat sich die Anzahl der strafrechtlich verfolgten Jugendlichen verdoppelt. Gewalt gegen Personen hat zugenommen Doch was ist mit der Art der Straftaten? 1952 richteten sich nur 12 % der jugendlichen Delikte gegen Pe…

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  • Ein Dorf kämpft für seinen Postboten

    Ein Dorf kämpft für seinen Postboten

    In Chambon-sur-Cisse (Loir-et-Cher) geht die Solidarität weit über den Alltag hinaus – denn die Dorfbewohner setzen sich geschlossen für ihren Briefträger Hervé ein. Nach 30 Jahren treuen Dienstes droht ihm eine einmonatige Suspendierung, weil er auf einer seiner Touren keinen Sicherheitsgurt getragen hat. Eine Strafe, die viele als völlig überzogen empfinden.

    Ein Postbote wie kein anderer

    Hervé ist mehr als nur ein Zusteller. Er kennt die 670 Einwohner beim Namen, hilft älteren Menschen und bringt nicht nur Briefe, sondern auch gute Laune. „Er ist immer hilfsbereit und freundlich“, erzählt eine Bewohnerin. Für viele ist er der letzte verbliebene soziale Kontakt, besonders für ältere Menschen.

    Doch Ende 2024 kam der Schock: Eine Vorladung bei der Post wegen eines vermeintlichen Regelverstoßes. Die Folge? Eine drohende Suspendierung.

    180 Unterschriften für mehr Menschlichkeit

    Das Dorf reagierte prompt: Eine Petition mit 180 Unterschriften wurde an die Post gesendet – mit der klaren Forderung, die Strafe zurückzunehmen. „Er ist eine echte Stütze für die Gemeinde, vor allem für die Senioren“, betont ein Unterstützer. Selbst der Bürgermeister von Chambon-sur-Cisse hat sich der Initiative angeschlossen und fordert, dass die Bedeutung öffentlicher Dienste in kleinen Dörfern nicht vergessen werden darf.

    Wird die Post nachgeben und den Menschen hinter der Uniform sehen? Die Dorfbewohner hoffen es – denn für sie ist Hervé unersetzlich.

    Autor: C.H.

  • Wird eine Lehrerin aus dem Elsass zur besten Lehrerin der Welt?

    Wird eine Lehrerin aus dem Elsass zur besten Lehrerin der Welt?

    Die Straßburgerin Céline Haller steht im Finale eines der renommiertesten Bildungspreise der Welt. Ihr innovatives Konzept? Gemeinsame Frühstücke im Klassenzimmer, organisiert von den Schülern – für die gesamte Schule.

    Ein Frühstück, das den Schulalltag verändert

    Was mit einer einfachen Beobachtung begann, hat den Unterricht an Hallers Grundschule revolutioniert. „Es gibt Kinder, die morgens keine Zeit zum Essen haben“, erklärt eine Schülerin. Vor über zehn Jahren hatte ihre Lehrerin dieselbe Erkenntnis – und machte daraus ein pädagogisches Projekt. Zwei Mal pro Woche bereiten Haller und ihre Klasse das Frühstück für die gesamte Schule zu.

    Das Ergebnis? Mehr Konzentration, bessere Leistungen und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Der Morgen beginnt nicht nur mit einer Mahlzeit, sondern auch mit Mathe, Naturwissenschaften und Sozialkompetenz – denn die Schüler berechnen Mengen, verteilen Aufgaben und übernehmen Verantwortung. „Das hat eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen und eine Interaktion zwischen mir und den Kindern ermöglicht, die ich vorher nicht kannte“, sagt Céline Haller.

    Im Rennen um den „Nobelpreis der Bildung“

    Mit ihrer unkonventionellen Lehrmethode steht sie nun im Finale des Global Teacher Prize – einer Auszeichnung, die weltweit außergewöhnliche Pädagogen ehrt. Sollte sie gewinnen, wäre sie die erste Französin, die den Titel „Beste Lehrerin der Welt“ trägt.

    Ein Frühstück als Schlüssel zu besserem Lernen? Céline Haller zeigt, dass Bildung manchmal genau dort beginnt – am gemeinsamen Tisch.

    Von C. Hatty

  • Nestlé unter Druck: Justiz ermittelt wegen illegal behandeltem Mineralwasser

    Nestlé unter Druck: Justiz ermittelt wegen illegal behandeltem Mineralwasser

    Nestlé steht im Zentrum eines neuen Skandals: Die französische Justiz hat eine offizielle Untersuchung gegen den Konzern eingeleitet. Der Vorwurf? Das Unternehmen soll kontaminiertes Wasser illegal behandelt und als „natürliches Mineralwasser“ verkauft haben.

    Richter eröffnet Verfahren gegen Nestlé

    Am Donnerstag, dem 13. Februar, wurde eine gerichtliche Untersuchung gegen Nestlé vom Gesundheitsgericht des Pariser Tribunals eröffnet. Dies geschah nach der Ernennung eines Untersuchungsrichters, wie franceinfo und Le Monde aus Justizkreisen erfuhren.

    Hintergrund ist eine Enthüllung über das aggressive Lobbying von Nestlé auf höchster politischer Ebene. Trotz Warnungen der Gesundheitsbehörden soll der Konzern seine Mineralwassermarken – darunter Perrier, Vittel, Hépar und Contrex – weiterhin verkauft haben, obwohl Zweifel an der Reinheit bestanden.

    Verbraucherschützer schlagen Alarm

    Die Untersuchung folgt einer Anzeige der Verbraucherorganisation Foodwatch, die im September eine Klage wegen „Täuschung“ gegen Unbekannt („X“) eingereicht hatte. Ziel war es, Licht in die Vorwürfe zu bringen, dass Nestlé gesetzeswidrige Methoden zur Wasseraufbereitung einsetzte, um verunreinigte Quellen weiter zu nutzen.

    Obwohl die Pariser Staatsanwaltschaft zunächst versuchte, die örtliche Zuständigkeit anzuzweifeln, entschied sich der Richter, das Verfahren dennoch in Paris zu eröffnen – ein Zeichen dafür, dass die Vorwürfe als ernst eingestuft werden.

    Nestlé muss sich verantworten

    Nun steht der Lebensmittelriese unter Druck, seine Praktiken offenzulegen. Die zentrale Frage bleibt: Hat Nestlé bewusst gegen Vorschriften verstoßen, um seine Marktstellung zu halten? Sollte sich dies bestätigen, könnte der Fall erhebliche Konsequenzen haben – nicht nur für Nestlé, sondern für die gesamte Branche der Mineralwasseranbieter.

    Die kommenden Monate dürften entscheidend sein. Wird der Konzern die Vorwürfe entkräften können? Oder stehen wir vor einem der größten Verbraucherschutzskandale der letzten Jahre?

    Von C. Hatty

  • Inflation bleibt Trumps größte wirtschaftliche Herausforderung

    Inflation bleibt Trumps größte wirtschaftliche Herausforderung

    Als Kandidat versprach Donald Trump, er werde die Inflation schnell in den Griff bekommen. Doch der neueste Verbraucherpreisindex zeigt: Die Preise steigen weiter – und Trumps wirtschaftliche Ambitionen treffen auf die Realität des Marktes.

    Inflation steigt trotz Trumps Versprechen

    Seit der Wahl im November ist die jährliche Inflationsrate auf 3 % gestiegen. Besonders bemerkbar macht sich dies an den Benzinpreisen, die entgegen Trumps Ankündigungen weiter klettern. Dabei hatte er versprochen, mit mehr Ölproduktion die Energiepreise zu senken.

    Doch Inflation folgt nicht einfach politischen Willenserklärungen. Ökonomen warnen, dass starke Konsumausgaben, solide Jobzuwächse und eine niedrige Arbeitslosigkeit die Inflation erneut anheizen könnten. Vor allem wohlhabendere Verbraucher halten die Nachfrage hoch, was Unternehmen Spielraum gibt, Preise weiter anzuheben.

    Trumps Handelspolitik könnte Inflation verschärfen

    Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind Trumps Handelspolitik und neue Zölle. Er hat bereits einen 10 %-Tarif auf China verhängt, zudem die Zollausnahmen für Stahl- und Aluminiumimporte aus dem Jahr 2018 aufgehoben. Auch höhere Zölle auf Kanada und Mexiko stehen im Raum.

    Das Problem? Höhere Importzölle bedeuten höhere Kosten für Unternehmen – und letztlich höhere Preise für Verbraucher. Waren wie Spielzeug und Autoteile sind bereits teurer geworden, bevor die neuen Tarife überhaupt in Kraft getreten sind.

    Laut Wirtschaftsexperte Joseph Brusuelas könnte das das Ende der „Disinflation“ bedeuten. „Wir könnten langfristig eine höhere Inflation sehen als in den 20 Jahren vor der Pandemie“, sagt er.

    Trump vs. Powell: Zinspolitik als Streitpunkt

    Trump fordert nun Zinssenkungen – doch das bringt ihn in direkten Konflikt mit der US-Notenbank. Fed-Chef Jerome Powell machte am Mittwoch klar, dass Zinssenkungen nicht einfach auf Wunsch erfolgen: „Wenn die Inflation steigt, werden wir unsere Werkzeuge nutzen, um sie wieder auf 2 % zu bringen.“

    Die Märkte reagierten prompt auf den Inflationsbericht: Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen sprang auf 4,62 % – ein Zeichen dafür, dass Investoren mit höheren Zinsen und steigender Inflation rechnen.

    Auch die Verbraucher sind skeptisch. Laut einer Umfrage der University of Michigan erwarten sie für das kommende Jahr eine Inflation von 4,3 % – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 3,3 % des Vormonats.

    Elon Musk schlägt massive Kürzungen vor

    Ein neuer Akteur mischt sich nun in die Debatte ein: Elon Musk, Trumps „Minister für Regierungseffizienz“. Der Tech-Milliardär schlug am Dienstag im Oval Office vor, das US-Budget um eine Billion Dollar zu kürzen – also jeden siebten Dollar der Regierungsausgaben zu streichen.

    Seine Begründung: „Wenn man das Haushaltsdefizit um eine Billion Dollar senkt, gibt es keine Inflation mehr.“ Weniger Staatsverschuldung bedeute niedrigere Zinsen, was wiederum Hypotheken, Autokredite und Kreditkartenzahlungen für die Amerikaner verbilligen würde.

    Doch Ökonomen warnen vor drastischen Folgen. Eine so massive Kürzung würde einen Rückgang des BIP um 4 % bedeuten – und könnte eine sofortige Rezession auslösen. „Es wäre ein wirtschaftlicher Schock, der das Wachstum abwürgen würde“, erklärt der Wirtschaftsforscher Michael Linden.

    Trump unter Zugzwang

    Noch gibt es keine klare Strategie, wie Trump seine Versprechen zur Inflationsbekämpfung umsetzen will. Während seine Regierung weiterhin die Schuld bei Biden sucht, tickt die Uhr: Verbraucher spüren die hohen Preise, und die Finanzmärkte reagieren nervös.

    Ob Trump seine Versprechen hält oder an den gleichen wirtschaftlichen Realitäten scheitert wie sein Vorgänger – das wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

    Von C. Hatty