Autor: Nachrichten

  • Nachhaltiger Tourismus: Ein Balanceakt zwischen Entdecken und Bewahren

    Nachhaltiger Tourismus: Ein Balanceakt zwischen Entdecken und Bewahren

    Am 17. Februar wird weltweit der Globale Tag der Nachhaltigkeit im Tourismus begangen – ein Datum, das viele Menschen vielleicht noch nicht auf dem Schirm haben, das aber angesichts der Herausforderungen unserer Zeit immer wichtiger wird. Reisen erweitert den Horizont, verbindet Kulturen und stärkt die Wirtschaft. Doch gleichzeitig hinterlässt der Tourismus oft tiefe Spuren: Umweltzerstörung, überfüllte Sehenswürdigkeiten und sozial unverträgliche Entwicklungen sind nur einige der Schattenseiten.

    Aber wie kann Reisen nachhaltiger gestaltet werden, ohne den Zauber des Entdeckens zu verlieren?

    Die Kehrseite des Massentourismus

    Ob Venedig, Barcelona oder die thailändische Insel Koh Phi Phi – weltweit kämpfen beliebte Reiseziele mit den Folgen des Massentourismus. Ströme von Touristen bevölkern historische Innenstädte, Kreuzfahrtschiffe pumpen Schadstoffe in die Luft und Korallenriffe sterben durch unachtsame Taucher ab. Die traurige Wahrheit: Viele paradiesische Orte stehen kurz vor dem ökologischen Kollaps.

    Ein Beispiel: In Thailand wurde 2018 die berühmte Maya Bay für mehrere Jahre geschlossen. Die atemberaubende Bucht, bekannt aus dem Film The Beach, war so überrannt, dass ihre Korallenriffe stark geschädigt wurden. Seit ihrer Wiedereröffnung dürfen nur noch begrenzte Besucherzahlen eintreten – eine Maßnahme, die in Zukunft vielleicht auch andere Destinationen ergreifen müssen.

    Nachhaltiger Tourismus – was bedeutet das konkret?

    Nachhaltigkeit im Tourismus bedeutet, dass Reisen so gestaltet wird, dass Umwelt, Kultur und die einheimische Bevölkerung nicht darunter leiden. Klingt logisch, oder? Doch in der Realität ist das oft komplizierter.

    Ökologisch nachhaltig bedeutet, dass Transport, Unterkünfte und Aktivitäten möglichst ressourcenschonend sind. Das fängt schon bei der Wahl des Verkehrsmittels an: Muss es wirklich der Kurzstreckenflug sein oder gibt es eine klimafreundlichere Alternative wie die Bahn? Hotels mit Solaranlagen, Regenwassernutzung und regionaler Küche sind weitere Beispiele für umweltbewusstes Reisen.

    Sozial nachhaltig heißt, dass die lokale Bevölkerung vom Tourismus profitiert, anstatt ausgebeutet zu werden. Ein typischer Fehler: Viele Reisende buchen große Hotelketten und essen in internationalen Restaurantketten, während kleine, familiengeführte Betriebe ums Überleben kämpfen. Wer wirklich nachhaltig unterwegs sein möchte, setzt auf lokale Anbieter, faire Löhne und respektvollen Umgang mit den Menschen vor Ort.

    Kulturelle Nachhaltigkeit schließlich bedeutet, dass Reisende die Traditionen und Bräuche eines Landes respektieren. Es mag für manche Touristen ein Spaß sein, auf Bali für ein Selfie in einen Tempel zu hüpfen oder in Japan lautstark in der U-Bahn zu telefonieren – für die Einheimischen ist es oft respektlos. Ein wenig kulturelles Feingefühl kann hier einen großen Unterschied machen.

    Kleine Schritte mit großer Wirkung

    Viele denken: Was kann ich als Einzelner schon tun? Tatsächlich eine ganze Menge. Denn nachhaltiges Reisen beginnt mit bewussten Entscheidungen.

    • Transport klug wählen: Wer innerhalb Europas reist, sollte Bahn oder Fernbus dem Flugzeug vorziehen. Falls ein Flug unvermeidbar ist, gibt es CO₂-Kompensationen, um den Fußabdruck zu verringern.
    • Sanfter Tourismus statt Hotspots: Statt sich mit Tausenden durch die Straßen von Paris zu drängen – warum nicht mal kleinere Städte wie Nantes oder Lyon erkunden? Oft sind es gerade die weniger bekannten Orte, die das authentischste Reiseerlebnis bieten.
    • Unterkunft mit Bedacht wählen: Eco-Lodges, nachhaltige Hotels oder Unterkünfte bei Einheimischen sorgen für eine geringere Umweltbelastung und eine direkte Unterstützung der lokalen Bevölkerung.
    • Müll vermeiden: Plastikflaschen, Coffee-to-go-Becher, Einwegbesteck – auf Reisen sammelt sich oft mehr Müll an als gedacht. Eine eigene Trinkflasche, Stoffbeutel und wiederverwendbares Besteck helfen, Abfall zu reduzieren.
    • Respekt zeigen: Andere Länder, andere Sitten. Wer sich informiert und lokale Gepflogenheiten achtet, wird nicht nur respektvoller reisen, sondern oft auch herzlicher empfangen.

    Verantwortung der Reiseindustrie

    Doch nicht nur Reisende stehen in der Verantwortung – auch die Tourismusbranche muss umdenken. Große Reiseveranstalter werben immer öfter mit nachhaltigen Angeboten, doch nicht überall steckt auch echte Nachhaltigkeit dahinter. Oft handelt es sich um „Greenwashing“ – also Marketingstrategien, die Umweltschutz nur vortäuschen.

    Hier sind strengere Richtlinien und unabhängige Kontrollen gefragt. Zertifizierungen wie das TourCert-Siegel oder das Green Key-Zertifikat helfen dabei, wirklich nachhaltige Anbieter zu erkennen.

    Wohin geht die Reise?

    Klar ist: Die Art und Weise, wie wir reisen, muss sich ändern. Wer nachhaltiger unterwegs ist, sorgt dafür, dass auch zukünftige Generationen noch die Schönheit dieser Welt entdecken können. Ist das nicht eine Verantwortung, die wir alle tragen sollten?

    Egal, ob ein Wochenende im Harz oder eine Fernreise nach Neuseeland – jeder Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zählt. Der Globale Tag der Nachhaltigkeit im Tourismus erinnert uns daran, dass wir unser Reiseverhalten überdenken müssen. Denn die Welt ist kein Freizeitpark – sie ist unser Zuhause.

    Von C. Hatty

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Paris ehrt Alexej Navalny mit eigener Avenue

    Paris ehrt Alexej Navalny mit eigener Avenue

    Die Stadt Paris hat beschlossen, eine Straße nach dem russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny zu benennen – und das direkt in der Nähe der russischen Botschaft.

    Eine symbolträchtige Entscheidung

    Die zukünftige „Avenue Alexeï-Navalny“ wird sich im 16. Arrondissement befinden, auf der ungeraden Seite der bisherigen Avenue de Pologne. Der Stadtrat von Paris stimmte am 12. Februar einstimmig für diese Umbenennung. Eine feierliche Einweihung wurde noch nicht terminiert, doch das Votum erfolgte bewusst vor dem Jahrestag von Nawalnys Tod am 16. Februar 2024 in einer Strafkolonie in der Arktis.

    Der Standort wurde nicht zufällig gewählt: Das 16. Arrondissement war historisch ein Zentrum der russischen Diaspora in Paris – und dort befindet sich auch die russische Botschaft. Die Stadt Paris setzt damit ein klares politisches Zeichen.

    Regelbruch aus besonderem Anlass

    Normalerweise muss eine verstorbene Person fünf Jahre lang tot sein, bevor eine Straße nach ihr benannt werden kann. Doch der Stadtrat machte eine Ausnahme – als Anerkennung für Nawalnys Kampf für Demokratie und gegen das Regime von Wladimir Putin.

    Der Oppositionsführer verbrachte seine letzten Jahre im Gefängnis und verbüßte eine 19-jährige Strafe wegen „Extremismus“. Seine Familie und Verbündeten sind überzeugt: Er wurde auf Befehl des Kremls ermordet.

    Mit dieser Umbenennung setzt Paris nicht nur ein Denkmal für Nawalny, sondern sendet auch eine klare Botschaft nach Moskau.

    Von C. Hatty

  • Gastronomische Wiederentdeckungen: Farci Poitevin – Die vergessene Köstlichkeit aus Poitou-Charentes

    Gastronomische Wiederentdeckungen: Farci Poitevin – Die vergessene Köstlichkeit aus Poitou-Charentes

    Die französische Küche ist weltberühmt für ihre raffinierten Aromen und traditionellen Rezepte, die oft von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Doch während Croissants, Boeuf Bourguignon und Coq au Vin überall bekannt sind, gibt es zahlreiche regionale Spezialitäten, die außerhalb ihrer H…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Europa ausgeschlossen: Drinlichkeitsgipfel zu Ukraine-Gesprächen – und andere Word-News

    Europa ausgeschlossen: Drinlichkeitsgipfel zu Ukraine-Gesprächen – und andere Word-News

    Während sich US-Beamte diese Woche mit Russland über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs beraten, treffen sich europäische Staats- und Regierungschefs heute in Paris zu einem Dringlichkeitsgipfel. Ihr Ziel: eine gemeinsame Antwort auf die Verhandlungen von Donald Trump mit Moskau zu finden – Gespräche, die offenbar weder Europa noch die Ukraine selbst einbeziehen.

    Sorge um ein drohendes Abkommen

    Am Vorabend des Treffens bot der britische Premierminister Keir Starmer an, britische Truppen zur Sicherung der Ukraine zu entsenden. Damit wolle man Russlands Präsident Wladimir Putin abschrecken. Die Angst in Europa wächst, dass Trump eine Einigung anstrebt, die Russland langfristig in eine dominante Position bringen könnte. Manche befürchten, dass Putin nicht nur ein Fünftel der Ukraine kontrollieren, sondern den Rest des Landes in wenigen Jahren einnehmen könnte. Sein übergeordnetes Ziel? Die Zerschlagung der NATO.

    Sicherheitsbedenken: Wendet sich die USA von Europa ab?

    Besorgnis erregen auch jüngste Äußerungen von US-Vizepräsident JD Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth, die andeuten, dass sich die USA stärker von Europa abwenden und Moskau annähern könnten. Experten warnen: Ein solches Szenario wäre ein historischer Sieg für Putin, weit größer als jeder militärische Erfolg in der Ukraine.

    Keine Einigung ohne Kiew

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte am Wochenende unmissverständlich klar, dass sein Land niemals ein zwischen den USA und Russland ausgehandeltes Abkommen akzeptieren werde, wenn Kiew nicht direkt daran beteiligt ist. Er lehnte zudem einen Vorschlag Trumps ab, wonach die Ukraine die Hälfte ihrer Rohstoffvorkommen im Gegenzug für US-Unterstützung abtreten solle.


    Terroranschlag in Österreich: Verbindung zu ISIS

    Ein syrischer Asylbewerber hat am Samstag in Villach, Österreich, einen Teenager mit einem Messer getötet und fünf weitere Menschen verletzt. Laut den Behörden ließ sich der Täter von der Terrororganisation Islamischer Staat (ISIS) inspirieren.

    Der Verdächtige ist ein 23-jähriger Mann, der 2020 aus Syrien nach Österreich kam und später Asyl erhielt. Die Polizei geht davon aus, dass die Opfer willkürlich ausgewählt wurden.

    Anschlag auch in Deutschland

    Nur wenige Tage zuvor kam es in Deutschland zu einem ähnlichen Angriff: Ein afghanischer Staatsbürger, der als Kind nach Deutschland geflüchtet war, raste mit einem Auto in eine Menschenmenge bei einer Gewerkschaftsdemonstration in München – etwa 150 Kilometer von Villach entfernt. Dabei wurden zwei Menschen getötet und fast 40 verletzt.


    Weitere Top-Meldungen

    • Mali: Mindestens 43 Menschen, überwiegend Frauen, kamen ums Leben, als eine unregulierte Goldmine einstürzte.
    • Islamischer Staat: Amateur-Ermittler versuchen, Jesidinnen zu finden, die von der Terrorgruppe entführt und versklavt wurden.
    • Osttimor: Experten loben das Land als Vorbild für junge Nationen nach Konflikten.
    • Demokratische Republik Kongo: Rebellen nahmen Bukavu, ein wichtiges Handelszentrum, ohne größeren Widerstand ein.
    • USA: Mindestens neun Tote nach heftigen Regenfällen, die im Süden des Landes Überschwemmungen und Stromausfälle verursachten.
    • Iran: Ein britisches Ehepaar, das eine Motorradreise um die Welt machte, wurde im Iran festgenommen.
    • Slowakei: Eine pro-ukrainische Aktivistin wird vom Premierminister beschuldigt, einen Putsch zu planen.
    • BAFTAs: Überraschungssieger: Der Film „Conclave“ gewann vier Preise, darunter bester Film.

    Von C. Hatty

  • Nordfrankreich: Polizeischüler rast in Barterrasse – mehrere Verletzte

    Nordfrankreich: Polizeischüler rast in Barterrasse – mehrere Verletzte

    Ein schwerer Zwischenfall in der Stadt Wasquehal (Hauts-de-France) sorgt für Aufsehen: Ein Polizeischüler soll – offenbar aus Wut über einen verweigerten Zutritt – mit seinem Auto gezielt in die Terrasse einer Bar gerast sein.

    Überwachungskameras halten das Chaos fest

    Es sind schockierende Bilder: Aufnahmen der Videoüberwachung zeigen, wie sich mehrere Gäste vor dem Lokal versammeln, als plötzlich ein Auto mit voller Wucht in die Gruppe fährt. Menschen werden erfasst, das Fahrzeug kommt erst an einer Barriere zum Stehen. Sofort stürzen sich die Umstehenden auf die Insassen, um sie am Weiterfahren zu hindern.

    Die Bilanz ist erschreckend: Vier Verletzte, darunter eine Frau, die schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde.

    Der Fahrer: Ein Polizeischüler aus Roubaix

    Am Steuer saß ein Polizeischüler der Polizeischule in Roubaix, begleitet von zwei weiteren Schülern und einem Ausbilder. Die vier Männer waren gegen Mitternacht an der Bar erschienen – doch der Türsteher ließ sie nicht hinein. Grund: Sie waren stark alkoholisiert.

    Kurz darauf dann die Eskalation. Laut ersten Ermittlungen könnte die Ablehnung an der Tür der Auslöser für die Tat gewesen sein.

    Ermittlungen gegen die Beteiligten

    Die französische Polizei verurteilt den Vorfall scharf. Die Polizeiführung sprach von einem inakzeptablen Verhalten und kündigte sowohl disziplinarische als auch strafrechtliche Maßnahmen an. Gegen den Fahrer wurde ein gerichtliches Verfahren eingeleitet, er steht unter richterlicher Aufsicht.

    Der Fall wirft brisante Fragen auf: Wie kann es sein, dass angehende Polizisten – in Anwesenheit eines Ausbilders – derart außer Kontrolle geraten?

    Von C. Hatty

  • Proteste in Paris: Unterstützung für jugendliche Migranten in besetztem Theater

    Proteste in Paris: Unterstützung für jugendliche Migranten in besetztem Theater

    Seit über zwei Monaten haben rund 400 junge Migranten das Pariser Kulturzentrum Gaîté Lyrique besetzt. Eine Gerichtsentscheidung verlangt nun die Räumung – doch Unterstützer fordern stattdessen eine langfristige Unterbringung.

    Demonstration für Unterkunft und Bildung

    Am Samstag versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Theater, um für die Rechte der geflüchteten Jugendlichen einzutreten. Mit Transparenten und Sprechchören machten sie ihrem Unmut Luft: „Schande über diese Regierung, die gegen Minderjährige kämpft!“ war eine der Parolen, die durch die Straßen hallten.

    Im Mittelpunkt der Forderungen stehen zwei Dinge: eine feste Unterkunft und der Zugang zu Bildung. „Wir kämpfen weiter für gleiche Rechte“, betonte Abdoul, einer der Sprecher der Besetzer. Ohne eine Lösung würden sie das Gebäude nicht freiwillig verlassen.

    Vom Kulturort zur Notunterkunft

    Ursprünglich zogen etwa 200 Jugendliche am 10. Dezember 2024 in die Gaîté Lyrique ein. Inzwischen sind es doppelt so viele. Viele von ihnen wurden als Volljährige eingestuft – eine Entscheidung, gegen die sie rechtlich vorgehen, doch solche Verfahren ziehen sich oft über Monate.

    Die Stadt Paris als Eigentümerin des Gebäudes hat eine Räumungsklage eingereicht. Am vergangenen Donnerstag entschied ein Richter, dass die Besetzer innerhalb eines Monats gehen müssen. Allerdings will die Stadtverwaltung keine Polizeigewalt anwenden, sondern die französische Regierung zum Handeln zwingen.

    Wer trägt die Verantwortung?

    Hier liegt der Kern des Konflikts: Zuständig für Notunterkünfte ist eigentlich der Staat – doch der schiebt die Verantwortung ab. „Paris hat Millionen von Einwohnern, Milliarden im Haushalt und Tausende leerstehende Wohnungen. Und uns wird gesagt, dass nicht einmal 1.000 Minderjährige untergebracht werden können? Wer soll das glauben?“, kritisierte Mathieu Pastor von der Organisation Marche des solidarités.

    Auch das Team der Gaîté Lyrique fordert dringend eine Lösung. Es sei „undenkbar“, über 400 junge Menschen auf die Straße zu setzen, ohne eine Alternative anzubieten.

    Wie es weitergeht? Das bleibt offen. Doch die Besetzer und ihre Unterstützer scheinen entschlossen, den Kampf nicht aufzugeben.

    Von Catherine H.

  • Schüsse in Avignon: Vier Verletzte nach nächtlichen Angriffen

    Schüsse in Avignon: Vier Verletzte nach nächtlichen Angriffen

    In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es in Avignon zu zwei Schusswechseln in verschiedenen Stadtteilen. Vier junge Männer wurden verletzt, und die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen versuchten Mordes in organisierter Bande eingeleitet.

    Zwei Schießereien in einer Nacht

    Die erste Schießerei ereignete sich in einem Viertel von Avignon, wenig später folgte die zweite in einem anderen Stadtteil. Noch ist unklar, ob beide Vorfälle miteinander in Verbindung stehen. Doch eines ist sicher: Die Gewalt eskaliert.

    Laut Berichten kamen bei den Angriffen eine Kalaschnikow sowie eine Neun-Millimeter-Pistole zum Einsatz – Waffen, die auf ein kriminelles Umfeld hinweisen. Die Ermittlungen wurden an die Abteilung für organisierte Kriminalität der Nationalpolizei übergeben.

    Drogenhandel als möglicher Hintergrund

    Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei von einem möglichen Racheakt im Zusammenhang mit Drogenhandel aus. Avignon ist – wie viele andere Städte in Frankreich – seit Jahren mit wachsender Bandenkriminalität konfrontiert. Konkurrenzkämpfe zwischen rivalisierenden Gruppen enden nicht selten in blutigen Auseinandersetzungen.

    Noch gibt es keine offiziellen Angaben über den Gesundheitszustand der Opfer. Fest steht jedoch, dass die Gewaltbereitschaft in den Straßen von Avignon eine neue Stufe erreicht hat. Wie lange kann das noch so weitergehen?

    Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um die Täter ausfindig zu machen und Klarheit über die Hintergründe zu gewinnen. Die Polizei verstärkt ihre Präsenz in den betroffenen Vierteln, um weitere Eskalationen zu verhindern.

    Von C. Hatty

  • Cauterets: Zwischen Gämsen und Steinböcken

    Cauterets: Zwischen Gämsen und Steinböcken

    Cauterets – ein kleines Juwel in den französischen Hautes-Pyrénées. Ein Ort, der sich anfühlt wie eine Reise ins 19. Jahrhundert, eingebettet in eine beeindruckende Bergwelt. Hier trifft nostalgischer Charme auf wilde Natur. Warum also nicht Wanderschuhe schnüren und zwischen alten Thermalbädern und süßen Köstlichkeiten die Pyrenäen entdecken? Eine Stadt mit Geschichte und heißem Wasser Cauterets […]

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Heftige Debatte: Sollte eine Ehe mit Menschen ohne Gültigen Aufenthaltsstatus verboten werden?

    Heftige Debatte: Sollte eine Ehe mit Menschen ohne Gültigen Aufenthaltsstatus verboten werden?

    Frankreichs Innenminister Bruno Retailleau befürwortet ein Gesetz, das die Ehe zwischen einem französischen Staatsbürger und einer Person ohne legalen Aufenthaltsstatus verbieten soll. Diese kontroverse Initiative sorgt für hitzige Diskussionen – sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft. Ein Gesetz mit weitreichenden Konsequenzen Die vorgeschlagene Regelung wird am Donnerstag im Senat diskutiert und stammt vom zentristischen Senator Stéphane Demilly. Ihr Ziel: verhindern, dass Menschen, die sich illegal in Frankreich aufhalten, durch eine Eheschließung eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Retailleau erklärte am 16. Februar, er unterstütze die Initiative und halte es für notwendig, das Gesetz anzupassen. „Jeder weiß, dass eine Heirat in vielen Fällen zur Legalisierung des Aufenthalts führt“, sagte er in einem Interview mit mehreren Medien. Auch Justizminister Gérald Darmanin hatte sich bereits für eine Gesetzesänderung ausgesprochen, um Bürgermeistern die Möglichkeit zu geben…

    [wtr-time]

    Der weitere Text ist unseren Abonnenten vorbehalten.


    Warum ein Abo? Weil guter Journalismus seinen Preis hat.

    Information mag frei zugänglich sein – aber Journalismus ist kein Selbstläufer. Recherchen, Interviews, Faktenchecks und Einordnungen erfordern Zeit, Expertise und Verantwortung.

    Wer unabhängige, fundierte Berichterstattung will, muss sie ermöglichen. Werbefinanzierung allein reicht nicht – sonst entscheiden Klickzahlen über Inhalte.

    Ein Abonnement ist kein Eintrittsgeld, sondern ein Bekenntnis: zur Qualität, zur Unabhängigkeit und zu einer informierten Öffentlichkeit.

    Information ist frei. Journalismus kostet. Und genau deshalb lohnt sich ein Abo.


    Abo-Light – das Monatsabonnement zum schlanken Preis

    Alle Artikel für 0,50 € pro Woche. Das Abo wird monatlich mit 2 € abgerechnet und ist monatlich kündbar.

    Monatsabonnement buchen…


    Premium-Abo – das Jahresabonnement mit wertvollen Add-Ons

    Alle Artikel für 0,38 € pro Woche. Das Abo wird jährlich mit 20 € abgerechnet und ist jährlich kündbar.

    Das Premium-Jahres-Abo bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    Jahresabonnement buchen…


    Lebenslang – das Premium-Abo für immer

    Für eine einmalige Zahlung für nur 36 €. Unbegrenzter Zugriff – ein Leben lang.

    Das Premium-Abo-Lebenslang bietet unbegrenzten Zugriff auf unseren individuellen Reiseplaner.

    Und regelmässig wechselnde ausgewählte E-Books zum kostenlosen Download.


    „Abo-Lebenslang“ buchen…


     

     

  • Tragischer Irrtum: Junge Frau in Haute-Corse erschossen

    Tragischer Irrtum: Junge Frau in Haute-Corse erschossen

    In Haute-Corse wurde eine 19-jährige Studentin erschossen – offenbar Opfer einer tragischen Verwechslung. Sie saß allein in einem Auto, das normalerweise von ihrem Lebensgefährten genutzt wurde.

    Ein tödlicher Irrtum?

    Die junge Frau war Studentin an der Universität von Corte. Am Abend des 15. Februar fuhr sie durch das Dorf Ponte Leccia, als tödliche Schüsse auf ihr Fahrzeug abgefeuert wurden. Laut Staatsanwalt Jean-Philippe Navarre liegt die Vermutung nahe, dass sie nicht das eigentliche Ziel des Angriffs war. Vielmehr könnte sie Opfer eines Hinterhalts geworden sein, der in den Strukturen des organisierten Verbrechens wurzelt.

    „Es kann derzeit keine Hypothese vollständig ausgeschlossen oder bestätigt werden“, erklärte der Staatsanwalt. Doch alles deute darauf hin, dass nicht sie, sondern eine andere Person das eigentliche Ziel gewesen sei. Ein brennendes Autowrack wurde später im etwa 20 Kilometer entfernten Tralonca entdeckt – ob es einen Zusammenhang gibt, ist noch unklar.

    Die Ermittlungen laufen nun wegen vorsätzlichen Mordes in einer organisierten Bande.

    Erneute Eskalation der Gewalt

    Dieser Mord ist bereits das dritte Tötungsdelikt auf Korsika seit Jahresbeginn. Die Insel hat seit Jahrzehnten mit der Präsenz krimineller Netzwerke zu kämpfen, die sich durch Drogengeschäfte, Schutzgelderpressung und Waffenhandel finanzieren. Behörden und Politiker verurteilen die jüngste Bluttat mit deutlichen Worten.

    „Diese unentschuldbare Gewalt hat das Leben einer jungen Studentin gefordert“, erklärten die Präfekten von Korsika und Haute-Corse. Auch der Präsident des korsischen Exekutivrats, Gilles Simeoni, fand klare Worte: „Diese Tragödie lässt uns trauern. Doch wir müssen uns bald und mit Entschlossenheit gegen diese mafiösen Strukturen wehren – sie zerstören unsere Zukunft.“

    Ein Muster der Gewalt?

    Die Methode ist nicht neu: Autos werden aus dem Hinterhalt beschossen, anschließend wird das Fluchtfahrzeug in Brand gesteckt, um Spuren zu verwischen. Solche Szenarien kennt man aus den dunklen Kapiteln der korsischen Unterwelt. Doch in diesem Fall könnte ein furchtbarer Irrtum den Tod der jungen Frau bedeutet haben.

    Die Bevölkerung ist erschüttert. In den sozialen Medien häufen sich Forderungen nach einem härteren Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität. Doch wie kann man diese Schattennetzwerke effektiv bekämpfen? Die Behörden stehen vor einer Mammutaufgabe.

    Eines ist sicher: Die korsische Gesellschaft hat genug von der Gewalt. Doch ob dieser Mord eine Wende herbeiführt oder nur ein weiteres Kapitel in einer langen Geschichte der Kriminalität bleibt – das wird sich erst noch zeigen.

    Von C. Hatty