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  • Frauen und Mädchen im Hitzestress: Wie extreme Temperaturen in Südsudan Ungleichheiten verschärfen

    Frauen und Mädchen im Hitzestress: Wie extreme Temperaturen in Südsudan Ungleichheiten verschärfen

    Hitze – unsichtbar, doch gnadenlos. In Südsudan hat die jüngste Hitzewelle nicht nur den Alltag erschwert, sondern auch bestehende Ungleichheiten verstärkt. Besonders Frauen und Mädchen trifft die extreme Hitze mit voller Wucht.

    Ein Land im Ausnahmezustand

    Seit Mitte Februar leidet Ostafrika unter einer massiven Hitzewelle, und Südsudan gehört zu den am stärksten betroffenen Regionen. Rekordtemperaturen haben das Leben dort zur Qual gemacht, vor allem für jene, die im Freien arbeiten oder in einfachen Blechhütten ohne Kühlung wohnen. Und das ist – fast die gesamte Bevölkerung.

    Der Hitzeschock zeigte sich drastisch: Als in Juba Dutzende Kinder mit Hitzschlag zusammenbrachen, wurden ab dem 20. Februar landesweit alle Schulen für zwei Wochen geschlossen. Die Regierung rief dazu auf, drinnen zu bleiben und viel zu trinken – doch für viele ist das schlicht unmöglich. Häuser mit Wellblechdächern heizen sich wie Backöfen auf, viele Haushalte haben weder Strom noch fließendes Wasser. Ein Drittel der Menschen in Juba hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Und Schatten? Gerade einmal ein Prozent der Stadtfläche bietet Grünflächen, wo Menschen sich vor der gnadenlosen Sonne schützen könnten.

    Hitzewellen sind in vielen Fällen tödlicher als andere Extremwetterereignisse – und das oft unbemerkt. Die Zahl der Hitzetoten bleibt meist unbekannt, da Todesfälle nicht systematisch erfasst werden. Doch die Auswirkungen reichen weit über Todesfälle hinaus: Krankheiten, Ernteausfälle, Infrastrukturschäden und wirtschaftliche Verluste hinterlassen tiefe Spuren.

    Frauen und Mädchen tragen die Hauptlast

    Die bereits bestehenden Geschlechterungleichheiten verschärfen sich durch die extreme Hitze weiter. Frauen und Mädchen in Südsudan haben ohnehin schlechtere Bildungschancen, weniger ökonomische Möglichkeiten und ein höheres Risiko gesundheitlicher Probleme. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

    • Die Müttersterblichkeit liegt bei erschreckenden 1.223 Todesfällen pro 100.000 Geburten.
    • Nur 29 % der Frauen können lesen und schreiben – im Vergleich zu 40 % der Männer.
    • Frauen halten nur 32 % der Sitze im nationalen Parlament.
    • 95 % der berufstätigen Frauen arbeiten im informellen Sektor, meist ohne soziale Absicherung.

    Besonders betroffen sind Frauen in der Landwirtschaft und im Straßenhandel – Berufe, die mit massiver Hitzeexposition einhergehen. Dazu kommt die Doppelbelastung durch unbezahlte Care-Arbeit: Wasser holen, Kochen in überhitzten Räumen, Kinder betreuen. 60 % ihrer Zeit verbringen Frauen mit diesen Tätigkeiten, oft unter extremen Bedingungen. Kein Wunder also, dass sie häufiger an Hitzeerschöpfung, Kreislaufproblemen und Nierenschäden leiden.

    Bildung und Hitze: Ein Teufelskreis

    Als die Schulen schlossen, standen viele Mädchen vor einer schweren Entscheidung. Denn je länger sie dem Unterricht fernbleiben, desto größer die Gefahr, dass sie nie zurückkehren. Oft erwartet die Familie, dass sie während der Schulschließung mehr im Haushalt helfen oder früh verheiratet werden.

    Bildungsexperten schlagen einfache, aber wirksame Lösungen vor: Der Unterricht könnte so umgestaltet werden, dass er die heißesten Stunden des Tages meidet. Auch bauliche Maßnahmen helfen – etwa weiße Dächer, die die Hitze reflektieren, oder mehr Schatten spendende Bäume auf dem Schulgelände. Und: Lehrer sollten geschult werden, um Anzeichen von Hitzestress frühzeitig zu erkennen und erste Hilfe zu leisten.

    Hunger, Flucht und Gewalt – der Teufelskreis der Hitze

    Schon jetzt leiden 860.000 Kinder unter fünf Jahren in Südsudan an Mangelernährung. Die extreme Hitze verschärft das Problem: Ernteausfälle treiben die Lebensmittelpreise in die Höhe, und wer ohnehin schon geschwächt ist, kann Hitze schlechter verkraften. Besonders hart trifft es Haushalte, die von Frauen geführt werden. Ohne geregeltes Einkommen bleibt oft nicht genug Geld für Nahrung und medizinische Versorgung.

    Auch die Flüchtlingssituation macht alles noch schlimmer. Über 1,1 Millionen Menschen leben aufgrund von Konflikten in überfüllten Notunterkünften. Dort fehlt es an Wasser, Kühlung und medizinischer Versorgung – eine lebensbedrohliche Kombination. Und dann ist da noch ein anderes Problem: In den Flüchtlingslagern sind Frauen besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden.

    Klimawandel als Brandbeschleuniger

    Eigentlich sind die höchsten Temperaturen in Südsudan erst später im Jahr zu erwarten. Doch der Klimawandel hat die Spielregeln geändert.

    Die globale Durchschnittstemperatur ist bereits um 1,3 Grad Celsius gestiegen – und das macht sich bemerkbar. Die jüngste Hitzewelle wäre in einer um 1,3 Grad kühleren Welt extrem unwahrscheinlich gewesen. Stattdessen sind solche Ereignisse heute zehnmal wahrscheinlicher und um mindestens 2 Grad heißer als in der Vergangenheit. Klimamodelle zeigen sogar, dass die Realität oft noch schlimmer ist, als vorhergesagt.

    Und die Zukunft? Wenn sich die Erde um 2,6 Grad erwärmt – ein Szenario, auf das wir derzeit zusteuern – werden solche Hitzewellen noch häufiger und intensiver auftreten.

    Was hilft – und was nicht?

    Groß angelegte Anpassungsmaßnahmen sind eine Herausforderung, aber es gibt Wege, die Hitze erträglicher zu machen. Praktische Lösungen könnten sein:

    • Mehr Zugang zu sauberem Wasser: Trinkwasser ist überlebenswichtig, doch vielerorts Mangelware.
    • Mehr Schatten und Kühlräume: Besonders in Flüchtlingscamps und Slums müssen mehr kühle Zufluchtsorte geschaffen werden.
    • Bessere Unterkünfte: Im Ajuong-Thok-Flüchtlingslager, wo über 40.000 Menschen – vor allem Frauen – leben, zeigen neue Baukonzepte, dass klimafreundliche Unterkünfte einen Unterschied machen.
    • Unterstützung für Frauen in der Landwirtschaft: Hitzeresistente Anbaumethoden helfen, Ernteverluste zu minimieren.
    • Bessere Arbeitsrechte für Freiluftarbeiterinnen: Ohne Schutzmaßnahmen werden viele Frauen durch die Hitze dauerhaft gesundheitlich geschädigt.

    Und nicht zu vergessen: Frühwarnsysteme für Hitzewellen. Die regionale Organisation IGAD entwickelt bereits Warnmechanismen – doch sie müssen auch wirklich die Menschen erreichen, die sich schützen müssen.

    Fazit? Keine Zeit zu verlieren!

    Die Hitzewelle in Südsudan ist mehr als nur eine Wetterkapriole – sie ist ein Symptom der Klimakrise und ein Brennglas für soziale Ungleichheiten. Frauen und Mädchen stehen dabei an vorderster Front, mit geringeren Ressourcen, aber der größten Belastung.

    Die Wissenschaft zeigt klar: Der Klimawandel ist die treibende Kraft hinter diesen Extremen. Doch statt zu resignieren, müssen wir handeln. Anpassung ist möglich – und notwendig. Denn Hitze wird bleiben. Die Frage ist nur: Lassen wir sie uns einfach überrollen oder gestalten wir eine widerstandsfähigere Zukunft?

    Von Andreas M. B.

    Lesen Sie dazu: https://www.worldweatherattribution.org/women-and-girls-continue-to-bear-disproportionate-impacts-of-heatwaves-in-south-sudan-that-have-become-a-constant-threat/ (englisch)

  • Mehrheit der Franzosen für die Rückkehr des Wehrdienstes – doch die Jugend zögert

    Mehrheit der Franzosen für die Rückkehr des Wehrdienstes – doch die Jugend zögert

    Eine Wiedereinführung des Wehrdienstes? Sechs von zehn Franzosen (61 %) sprechen sich laut einer aktuellen Umfrage des Thinktanks Destin commun dafür aus – auch wenn die Regierung dieses Thema derzeit nicht aufgreift. Die Zustimmung variiert jedoch stark nach Alter und politischer Ausrichtung.

    Klare Unterstützung von rechts und älteren Generationen

    Besonders Wähler der Republikaner (72 %) und des Rassemblement National (77 %) befürworten eine Rückkehr zur Wehrpflicht. Die linke Opposition zeigt sich dagegen deutlich zurückhaltender – nur 35 % der Anhänger von La France Insoumise (LFI) unterstützen die Idee.

    Auch das Alter beeinflusst die Meinung erheblich. Je älter die Befragten, desto höher die Zustimmung:

    • 72 % der über 65-Jährigen wären für einen verpflichtenden Dienst,
    • aber nur 43 % der 18- bis 24-Jährigen.

    Eine Generationenfrage also? Es scheint so – viele junge Menschen haben den Wehrdienst nie erlebt und stehen ihm skeptisch gegenüber.

    Ein europäischer Blick auf Sicherheit

    Die Umfrage zeigt nicht nur die Haltung der Franzosen, sondern auch Meinungen in Deutschland, Großbritannien und Polen. Sie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Sicherheitslage in Europa angespannt ist: Die Ukraine kämpft gegen Russland, während die USA unter Donald Trump ihre Militärhilfe für Kiew auf Eis gelegt haben. Als Reaktion darauf diskutieren europäische Länder verstärkt über eine eigenständige Verteidigung.

    In diesem Zusammenhang zeigen sich die Befragten auch kritisch gegenüber Trump. 59 % der Franzosen und Deutschen halten ihn für einen „Diktator“ – selbst 50 % der RN-Anhänger teilen diese Einschätzung. In Großbritannien (56 %) und Polen (47 %) ist das Bild ähnlich.

    Und was ist mit der Unterstützung für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj? Immerhin 35 % der Franzosen haben nach seinem aufsehenerregenden Treffen mit Trump im Februar mehr Sympathie für ihn entwickelt – nur 9 % gaben an, weniger für ihn zu empfinden.

    Die Frage nach einer starken Verteidigung

    Der mögliche Wiedereinstieg in den Wehrdienst bleibt ein sensibles Thema. Während viele ältere Generationen ihn als wertvolle Erfahrung ansehen, stehen junge Menschen ihm eher distanziert gegenüber. Doch in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten könnte sich die Debatte weiter zuspitzen.

    Könnte es am Ende doch zu einer Rückkehr des Wehrdienstes kommen? Der gesellschaftliche Rückhalt wäre jedenfalls da – zumindest bei einem Großteil der Franzosen.

    Von C. Hatty

  • Heute in der Geschichte: Der 9. März – Wendepunkte der Weltgeschichte

    Heute in der Geschichte: Der 9. März – Wendepunkte der Weltgeschichte

    Der 9. März ist ein Datum, das auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar wirkt – doch ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass an diesem Tag bedeutende Ereignisse stattfanden. Revolutionen nahmen ihren Lauf, berühmte Persönlichkeiten wurden geboren, und politische Weichen wurden gestellt. Sowohl weltweit als auch in Frankreich markierte dieser Tag Wendepunkte, die bis heute nachwirken.

    Weltweite Ereignisse am 9. März

    1842: Die erste Narkose mit Äther

    Die moderne Medizin verdankt dem 9. März 1842 einen entscheidenden Fortschritt: Der US-amerikanische Arzt Crawford Williamson Long führte erstmals eine Operation unter Äthernarkose durch. Er entfernte einem Patienten einen Tumor – und dieser spürte nichts! Diese bahnbrechende Entdeckung revolutionierte die Chirurgie und legte den Grundstein für die Anästhesie, wie wir sie heute kennen.

    1959: Die Geburt der Barbie-Puppe

    Kaum eine Puppe hat die Kindheit von Generationen so geprägt wie Barbie. Am 9. März 1959 stellte die amerikanische Firma Mattel das Spielzeug erstmals auf der New Yorker Spielwarenmesse vor. Die Schöpferin, Ruth Handler, ließ sich von einer deutschen Puppe namens „Bild-Lilli“ inspirieren und schuf mit Barbie eine der erfolgreichsten Spielzeugfiguren der Geschichte.

    1961: Sputnik 9 – Ein Hund im All

    Am 9. März 1961 startete die Sowjetunion den Raumflug Sputnik 9. An Bord: Ein Hund namens Tscherjuschka, ein Meerschweinchen, einige Mäuse und ein Versuchsmannikin. Ziel des Experiments war es, die Auswirkungen der Schwerelosigkeit zu testen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ersten bemannten Raumfahrt, die nur einen Monat später mit Juri Gagarin folgte.

    1990: Litauen erklärt seine Unabhängigkeit

    Nach Jahrzehnten sowjetischer Herrschaft erklärte Litauen am 9. März 1990 als erste der Sowjetrepubliken seine Unabhängigkeit von der UdSSR. Die Moskauer Führung unter Michail Gorbatschow versuchte, den Schritt rückgängig zu machen, doch die Litauer blieben standhaft. Diese Unabhängigkeitserklärung war ein Signal für die anderen baltischen Staaten und beschleunigte letztlich den Zerfall der Sowjetunion.

    2011: Der Beginn des syrischen Bürgerkriegs

    Anfang März 2011 kam es in der Stadt Daraa zu Protesten gegen das Regime von Baschar al-Assad. Am 9. März eskalierte die Lage weiter, nachdem Sicherheitskräfte brutal gegen Demonstranten vorgingen. Was als Protestbewegung begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem blutigen Bürgerkrieg, der bis heute andauert und Millionen von Menschen zur Flucht zwang.


    Frankreich und der 9. März: Ein Tag der politischen Umbrüche

    1765: Geburt von Joseph Nicéphore Niépce – dem Pionier der Fotografie

    Joseph Nicéphore Niépce, geboren am 9. März 1765 in Chalon-sur-Saône, gilt als einer der Erfinder der Fotografie. Ihm gelang es in den 1820er-Jahren, mithilfe der Heliografie das erste beständige Bild aufzunehmen. Seine Erfindung war eine Revolution – heute wäre unsere Welt ohne Fotografie kaum vorstellbar!

    1796: Napoleon Bonaparte heiratet Joséphine de Beauharnais

    Am 9. März 1796 gab sich Napoleon Bonaparte mit Joséphine de Beauharnais das Ja-Wort. Ihre Beziehung war leidenschaftlich, aber nicht unkompliziert. Obwohl Napoleon Joséphine liebte, ließ er sich 1809 von ihr scheiden – weil sie ihm keinen Thronfolger schenken konnte.

    1815: Napoleon kehrt während der „Herrschaft der Hundert Tage“ nach Paris zurück

    Nach seiner Flucht von der Insel Elba landete Napoleon am 1. März 1815 in Südfrankreich. Sein Marsch Richtung Paris war ein Spektakel: Überall schlossen sich ihm Soldaten an, und am 9. März wurde er von immer mehr Unterstützern gefeiert. König Ludwig XVIII. sah die Gefahr – er befahl den Truppen, Napoleon aufzuhalten. Doch anstatt ihn zu verhaften, liefen sie zu ihrem alten Befehlshaber über. Napoleon war zurück – seine Herrschaft würde allerdings nur 100 Tage andauern.

    1905: Das Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat wird diskutiert

    Frankreich ist bekannt für seinen strikten Laizismus – die Trennung von Kirche und Staat. Ein entscheidender Moment in dieser Entwicklung war die Debatte am 9. März 1905, die schließlich zum berühmten Gesetz von Dezember 1905 führte. Dieses Gesetz schuf die Grundlage für die strikte Neutralität des Staates in religiösen Fragen.

    1945: Die Japaner besetzen Französisch-Indochina

    Während des Zweiten Weltkriegs stand Französisch-Indochina unter der Kontrolle des Vichy-Regimes, einer von Deutschland abhängigen Marionettenregierung. Am 9. März 1945 setzten die Japaner das französische Kolonialregime ab und übernahmen direkt die Herrschaft. Dieser Schritt beschleunigte später die Unabhängigkeitsbestrebungen in Vietnam, die schließlich zum Indochinakrieg führten.

    1974: Die letzten französischen Truppen verlassen den Südpazifik nach dem Ende der Atomtests

    Frankreich führte seit den 1960er-Jahren Atomtests in Polynesien durch – sehr zum Ärger der lokalen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft. Nach jahrelangen Protesten und Druck aus dem Ausland gab die französische Regierung schließlich nach. Am 9. März 1974 wurde der Rückzug der letzten militärischen Einheiten aus Mururoa und Fangataufa beschlossen.


    Fazit: Der 9. März als Spiegel der Geschichte

    Was für ein Tag! Von revolutionären Erfindungen über politische Umbrüche bis hin zu weltbewegenden Kriegen – der 9. März ist ein Datum, das viele historische Epochen berührt.

    Ob in Frankreich mit Napoleons Rückkehr oder weltweit mit Litauens Unabhängigkeit – dieser Tag zeigt, wie Geschichte sich immer wieder neu schreibt. Wer weiß, welches zukünftige Ereignis eines Tages den 9. März in den Geschichtsbüchern erweitern wird?

  • Feuersbrunst im Roya-Tal: Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich

    Feuersbrunst im Roya-Tal: Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich

    In der malerischen, aber schwer zugänglichen Region des Roya-Tals lodern weiterhin Flammen. Drei Brandherde sind zwar unter Kontrolle, doch die Gefahr bleibt bestehen. Für die 150 Feuerwehrleute, die sich seit Tagen gegen das Feuer stemmen, ist es ein harter Kampf – vor allem in den abgelegenen Gebieten, die nur aus der Luft erreicht werden können.

    Hunderte Hektar in Flammen

    Die Bilanz ist verheerend: Über 200 Hektar Wald und Vegetation sind in Breil-sur-Roya (Alpes-Maritimes) den Flammen zum Opfer gefallen. Zwei Feuer, die zunächst getrennt wüteten, vereinigten sich zu einem Großbrand, der erst am Samstagabend, dem 8. März, eingedämmt werden konnte. Auch in Sospel, wo bereits 100 Hektar verbrannten, ist das Feuer inzwischen unter Kontrolle.

    Der massive Einsatz von Löschflugzeugen – insbesondere der Canadair-Maschinen – sowie eines Wasserwerfer-Helikopters war entscheidend. „Unsere Fahrzeuge kommen nicht direkt an die Brandherde heran. Wir sind auf die Luftunterstützung angewiesen – sie ist von unschätzbarem Wert“, betont Oberst Patrick Lebouchard, stellvertretender Direktor der Feuerwehr SDIS 06.

    Feuerwehr im Dauereinsatz

    In Breil-sur-Roya kämpfen die Feuerwehrleute nun seit drei Tagen gegen die Flammen. 60 Einsatzkräfte halten sich bereit, um jegliches Aufflackern sofort zu ersticken. Insgesamt wurden in der Region vier Brände registriert – ein ungewöhnlich hoher Wert.

    Der Schaden ist beträchtlich: Fast 350 Hektar verbrannten, zwei Wohnhäuser wurden zerstört. Die betroffenen Bewohner stehen vor dem Nichts.

    Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung

    Die Behörden haben keine Zweifel mehr: Die Feuer scheinen kein Zufall zu sein. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Sachbeschädigung durch Brandstiftung“ ein.

    Auch für den Bürgermeister von Breil ist die Lage klar: „Es spricht alles für Brandstiftung.“ Doch wer steckt dahinter? Und warum?

    Ein bekanntes Problem in der Region

    Leider sind absichtlich gelegte Brände in Südfrankreich keine Seltenheit. Manche Feuer werden aus kriminellen Motiven gelegt, andere aus Fahrlässigkeit. Einige Brandstifter spekulieren sogar darauf, dass das Land nach dem Feuer für Bauprojekte freigegeben wird.

    Die Polizei hofft nun auf Zeugenaussagen oder Spuren am Tatort, die zur Identifizierung der Täter führen könnten.

    Wie geht es weiter?

    Die Feuerwehr bleibt weiterhin in höchster Alarmbereitschaft. Auch wenn die Flammen unter Kontrolle sind, genügt ein starker Windstoß, um sie erneut aufleben zu lassen.

    Für die Bewohner der Roya-Tal ist dies eine Katastrophe – nicht nur wegen der zerstörten Natur, sondern auch wegen der Unsicherheit. Wird es der letzte Brand in dieser Saison sein?

    Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Ermittlungen schnell vorankommen und ob die Feuerwehr das Schlimmste verhindern kann.

    Von C. Hatty

  • Frankreichs Militärhilfe für die Ukraine: 195 Millionen Euro aus eingefrorenen russischen Vermögen

    Frankreichs Militärhilfe für die Ukraine: 195 Millionen Euro aus eingefrorenen russischen Vermögen

    Frankreich hat beschlossen, eine neue Tranche von 195 Millionen Euro bereitzustellen, um die Ukraine militärisch zu unterstützen. Diese Mittel stammen aus den Zinserträgen eingefrorener russischer Vermögenswerte. Mit dieser Summe sollen unter anderem 155-mm-Artilleriegranaten sowie AASM-Präzisionsbomben geliefert werden, die für die ukrainischen Mirage-2000-Kampfflugzeuge bestimmt sind. Finanzierung durch eingefrorene russische Vermögenswerte Seit Beginn des Ukraine-Konflikts haben westliche Länder, darunter Frankreich, umfangreiche Sanktionen gegen Russland verhängt, die zur Einfrierung russischer Vermögenswerte führten. Die Zinserträge dieser eingefrorenen Gelder werden nun genutzt, um die ukrainischen Streitkräfte zu unterstützen. Die eingefrorenen russischen Vermögenswerte innerhalb der Europäischen Union belaufen sich auf rund 260 Milliarden Euro. Die daraus resultierenden Zinserträge sollen in die Stärkung der ukrainischen Verteidigungsfähigkeit sowie in den Wiederaufbau des Land…

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  • Trump stoppt US-Unterstützung für globale Klimafonds

    Trump stoppt US-Unterstützung für globale Klimafonds

    Die Vereinigten Staaten ziehen sich unter Präsident Donald Trump aus zwei internationalen Klimaschutzprogrammen zurück – mit gravierenden Folgen für ärmere Länder.

    Die US-Regierung kündigte in einem Brief an, sich aus einem Fonds zur Unterstützung von Ländern bei Klimakatastrophen zurückzuziehen. Zudem beendet sie ihre Beteiligung an einem globalen Finanzierungsprogramm zur Energiewende in Entwicklungsländern.

    „America First“ statt globaler Klimahilfe

    Ein Sprecher des US-Finanzministeriums begründete die Entscheidung mit Trumps Strategie, internationale Umweltabkommen aus einer „America First“-Perspektive zu bewerten. Die USA wollen zwar weiterhin mit Partnerländern über Energie und Investitionen sprechen, sich aber nicht mehr finanziell an globalen Klimafonds beteiligen.

    Für Länder, die auf diese Mittel angewiesen sind, ist das ein harter Schlag. Richard Sherman, Co-Vorsitzender des „Loss and Damage“-Fonds, betonte, dass der Rückzug der USA enorme Auswirkungen auf Entwicklungsländer habe.

    Diese Entscheidung überrascht nicht: Trump hatte bereits drastische Kürzungen bei Klimaschutzprogrammen vorgenommen, den Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen eingeleitet und Wissenschaftlern die Teilnahme an internationalen Klimakonferenzen untersagt.

    Die USA überlassen die Last den anderen

    Das „Loss and Damage“-Programm soll Länder unterstützen, die von Überschwemmungen, Dürren und anderen Klimakatastrophen betroffen sind. Schon zuvor hatten die USA nur geringe Summen beigesteuert – zuletzt lediglich 17,5 Millionen Dollar. Doch mit ihrem Rückzug verlieren sie nun auch die Möglichkeit, Einfluss auf die Verwendung der Mittel zu nehmen.

    Kenias Klimabeauftragter Ali Mohamed zeigte sich enttäuscht: „Gerade jetzt brauchen wir eine gemeinsame globale Anstrengung gegen die Folgen des Klimawandels.“

    Auch der Ausstieg aus der „Just Energy Transition Partnership“ (JETP) hinterlässt Lücken. Diese 2021 ins Leben gerufene Initiative unterstützt Schwellenländer bei der Abkehr von fossilen Energien – insbesondere von Kohle. Die USA waren Mitbegründer, zusammen mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

    Milliarden für die Energiewende fehlen

    Die JETP-Partnerschaft hat bisher Milliarden für den Umbau der Energiewirtschaft in Ländern wie Südafrika, Indonesien und Vietnam bereitgestellt. Doch nun ziehen die USA eine Milliarde Dollar aus dem Programm zurück – ein herber Rückschlag.

    Joanne Yawitch, Leiterin der südafrikanischen JETP-Initiative, betonte, dass ihr Land weiterhin an der Energiewende festhalte. Auch in Indonesien befürchtet man Einschnitte, da einige Studien aufgrund der US-Entscheidung gestoppt werden müssen.

    Vertrauenskrise zwischen Nord und Süd

    Die Finanzierung des globalen Klimaschutzes bleibt eine der größten Streitfragen zwischen reichen und armen Ländern. Während wohlhabende Nationen sich verpflichtet haben, bis 2035 jährlich 300 Milliarden Dollar für Klimahilfen zu mobilisieren, reicht diese Summe nach Ansicht vieler Experten bei Weitem nicht aus.

    Der Ausstieg der USA verstärkt das Misstrauen zwischen globalem Süden und Norden. Entwicklungsländer erwarten von den größten historischen Umweltverschmutzern Verantwortung – stattdessen ziehen sich diese zurück.

    Trump setzt seine Umweltpolitik der Blockaden und Kürzungen unbeirrt fort. Doch welche langfristigen Folgen wird das für die USA haben, wenn sie als Klimabremser dastehen?

    Von C. Hatty

  • Historische Demonstration: 3.000 Menschen protestieren in Korsika gegen die Mafia

    Historische Demonstration: 3.000 Menschen protestieren in Korsika gegen die Mafia

    In Ajaccio versammelten sich Tausende, um ein starkes Zeichen gegen das organisierte Verbrechen auf der Insel zu setzen.

    Zum ersten Mal in der Geschichte Korsikas gingen am 8. März rund 3.000 Menschen auf die Straße, um offen gegen die Mafia zu protestieren. Unter dem Slogan „Assassins, Mafieux, Dehors“ („Mörder, Mafiosi, raus“) zogen sie durch die Straßen von Ajaccio – ein mutiger Schritt auf einer Insel, die lange von der Omertà, dem Schweigen aus Angst, geprägt war.

    „Die Mafia beim Namen nennen“

    Léa, eine Demonstrantin, hielt ein Schild mit der Aufschrift „Mafieux, fossoyeurs de notre peuple“ („Mafiosi, Totengräber unseres Volkes“). Für sie ist es bereits ein Akt des Widerstands, das Wort „Mafia“ überhaupt laut auszusprechen. „Auf Korsika wurde das lange vermieden, aber das ändert sich jetzt“, sagte sie.

    Viele Menschen teilten ihre Überraschung über die Mobilisierung. „Ich lebe seit 48 Jahren hier, und das ist das erste Mal, dass sich so viele Menschen gegen die Mafia engagieren“, erzählte eine ältere Passantin.

    Vor der Präfektur betonten Mitglieder der Protestbewegung ihr Engagement für die Opfer der Mafia und forderten stärkere Gesetze. „Die berüchtigte Omertà, die Angst, ist nicht unsere“, rief Josette, eine Aktivistin.

    Ein unerwartetes Zeichen der Unterstützung

    Dann geschah etwas Außergewöhnliches: Der Präfekt von Korsika, Jérôme Filippini, griff selbst zum Megafon. „Es kommt nicht oft vor, dass ein Präfekt auf einen LKW steigt, um zu sprechen“, begann er. „Aber dieser Protest hat meine volle Unterstützung. Wir müssen die Mafia beim Namen nennen und aufhören, um den heißen Brei herumzureden.“

    Diese Worte sorgten für Erstaunen und Hoffnung. „Ich kämpfe seit 35 Jahren für den Schutz der Küste, ich habe alle Präfekten der Republik kennengelernt – aber noch nie hat einer so gesprochen“, sagte ein langjähriger Umweltaktivist.

    Der Beginn einer Bewegung?

    Die Organisatoren der Demonstration, darunter die Kollektive „Massimu Susini“ und „Maffia nò“, kündigten an, ihren Kampf fortzusetzen und noch mehr Menschen zu mobilisieren. Für viele ist dieser Protest ein historischer Wendepunkt – der erste Schritt in Richtung eines Korsikas, das sich offen gegen das organisierte Verbrechen stellt.

    Von C. Hatty

  • Französischer Senator kritisiert die US-Politik: Claude Malhuret vergleicht Donald Trump mit Kaiser Nero

    Französischer Senator kritisiert die US-Politik: Claude Malhuret vergleicht Donald Trump mit Kaiser Nero

    In einer bemerkenswerten Rede vor dem französischen Senat am 4. März 2025 zog Senator Claude Malhuret Parallelen zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem römischen Kaiser Nero. Diese Rede erlangte internationale Aufmerksamkeit und wurde in den Vereinigten Staaten vielfach diskutiert. Malhuret, Vorsitzender der zentristischen Fraktion „Les Indépendants“ und ehemaliger Bürgermeister von Vichy, nutzte die Debatte über die Unterstützung der Ukraine, um die amerikanische Außenpolitik unter Trump scharf zu kritisieren. Er beschrieb Washington als „Hof von Nero: ein zündelnder Kaiser, unterwürfige Höflinge und ein Hofnarr auf Ketamin, der mit der Säuberung des öffentlichen Dienstes beauftragt ist.“ Diese Metapher zielte darauf ab, die wahrgenommene Instabilität und Unberechenbarkeit der US-Regierung unter Trump hervorzuheben. Malhuret argumentierte, dass Trumps Politik die traditionellen Allianzen der USA untergrabe und autoritäre Führer wie Wladimir Putin und Xi Jinping stärke. Er be…

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  • USA: Gewalt gegen Tesla eskaliert – Brandsätze und Schüsse auf Autohäuser

    USA: Gewalt gegen Tesla eskaliert – Brandsätze und Schüsse auf Autohäuser

    Die Wut auf Elon Musk entlädt sich in Angriffen auf Tesla – mit Molotowcocktails, Schüssen und Vandalismus.

    In den USA häufen sich gewaltsame Angriffe auf Tesla-Standorte, Ladesäulen und Fahrzeuge. Die Täter werfen Brandsätze, beschmieren Autohäuser mit Hassbotschaften oder eröffnen das Feuer. Analysten sehen darin eine weitere Eskalation der ohnehin angespannten Lage des Unternehmens.

    Ein Brandanschlag nach dem anderen

    In Colorado wurde die 31-jährige Lucy Grace Nelson verhaftet, nachdem sie laut Gerichtsunterlagen wiederholt ein Tesla-Autohaus attackiert hatte. Sie schleuderte mit Benzin gefüllte Smirnoff-Ice-Flaschen auf die Fahrzeuge, sprühte „Nazi“ auf das Eingangsschild und hinterließ eine eindeutige Botschaft: „F*** Musk.“

    Doch der Angriff war kein Einzelfall. In Massachusetts wurden Tesla-Schnellladestationen in Brand gesetzt. In Oregon griff ein Mann ein Autohaus mit Molotowcocktails an – und kehrte Wochen später mit einer Schusswaffe zurück, um auf Schaufenster und Fahrzeuge zu feuern.

    Musk als Hassfigur

    Elon Musk ist längst nicht mehr nur Tech-Unternehmer, sondern eine der umstrittensten Figuren der US-Politik. Seit er sich offen für Donald Trump und rechte Politiker in Europa starkmacht, wächst der Unmut. Demonstranten sehen in Tesla keine Marke für Umweltbewusstsein mehr, sondern ein Symbol für rechte Ideologie.

    Einige Tesla-Besitzer berichten bereits von Übergriffen. Adam Choi, ein Tesla-Fahrer aus Massachusetts, entdeckte nach dem Kirchgang einen Sticker auf seinem Auto, der Musk in einer umstrittenen Pose zeigte. Als er den mutmaßlichen Täter zur Rede stellte, bekam er eine knappe Antwort: „Das ist meine Meinungsfreiheit.“

    Absturz der Marke Tesla?

    Während Tesla mit diesen Angriffen kämpft, steckt das Unternehmen ohnehin in Schwierigkeiten. Die Aktie fiel seit Trumps Amtseinführung um 35 Prozent, die Verkaufszahlen in Deutschland brachen im Februar um 76 Prozent ein. Für viele potenzielle Kunden ist Tesla nicht mehr nur ein Auto – sondern ein politisches Statement.

    Tesla-Investor Ross Gerber glaubt, dass der Imageverlust langfristige Folgen haben könnte. „Viele Menschen möchten nicht mit Elon Musk in Verbindung gebracht werden – erst recht nicht, wenn das bedeutet, dass ihr Auto angegriffen wird.“

    Andere Analysten sehen dagegen Chancen für Tesla. Trumps Politik könnte dem Unternehmen regulatorische Vorteile bringen, vor allem im Bereich autonomes Fahren.

    Polizei warnt vor weiterer Eskalation

    Während Investoren über die Zukunft von Tesla spekulieren, warnen Sicherheitsbehörden vor weiteren Gewalttaten. „Ob man Musk mag oder nicht – das rechtfertigt keine Brandstiftung“, betont ein Polizeisprecher aus Massachusetts.

    Für Tesla-Fahrer wie Adam Choi bleibt die Frage: Ist es das Risiko wert? „Ich habe mir ein Elektroauto gekauft, weil es sinnvoll ist. Aber jetzt muss ich Angst haben, dass es abgefackelt wird?“

    Die kommenden Monate werden zeigen, ob Tesla das Imageproblem in den Griff bekommt – oder ob die Marke endgültig zum Politikum wird.

    Von C. Hatty

  • Donald Trump und der Angriff auf die Pressefreiheit

    Donald Trump und der Angriff auf die Pressefreiheit

    Donald Trump hat den freien Journalismus im Visier – und wenn niemand ihn aufhält, könnte er ihn weitgehend zerstören. Seine jüngsten Angriffe auf Medien sind Teil eines größeren Plans: die Einschränkung der Bürgerrechte für alle, die nicht mit ihm übereinstimmen.

    Die Presse aus dem Weißen Haus verbannt

    Ein beispielloses Beispiel für diese Entwicklung war kürzlich bei der Begegnung zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu beobachten. Während traditionsreiche Nachrichtenagenturen wie Associated Press und Reuters aus dem Oval Office ausgeschlossen wurden, durfte ein Korrespondent des russischen Staatsmediums Tass anwesend sein – wenn auch nur kurz.

    Stattdessen lud das Weiße Haus eigene, wohlgesinnte Medienvertreter ein, darunter Brian Glenn vom Trump-nahen Sender Real America’s Voice – zufällig auch der Lebensgefährte der republikanischen Abgeordneten Marjorie Taylor Greene. Seine erste Frage an Selenskyj? Warum er keinen Anzug trage.

    Ein weiterer Reporter aus dem Lager der Trump-treuen Medien, diesmal von One America News, lobte Trump für seinen „Mut“ und fragte ihn, was ihn dazu bewegt habe, Gespräche mit Wladimir Putin über den Ukraine-Krieg aufzunehmen – etwas, das vorherige Präsidenten angeblich „nicht die Überzeugung“ gehabt hätten zu tun. Trumps Antwort? „Ich liebe diesen Typen. One America News macht einen großartigen Job.“

    So sieht es aus, wenn eine Regierung entscheidet, welche Reporter Zugang zum Präsidenten bekommen: ein reines Schaulaufen für Propaganda.

    Ein Frontalangriff auf den Ersten Verfassungszusatz

    Die US-Verfassung ist unmissverständlich: „Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das die Meinungs- oder Pressefreiheit einschränkt.“

    Trump sieht das offenbar anders. „Vielleicht schaffen wir ein schönes, NEUES GESETZ!!!“, schrieb er kürzlich auf seiner Plattform Truth Social und schlug vor, es Journalisten zu verbieten, anonyme oder „off the record“ Quellen zu nutzen – ein wesentlicher Bestandteil der investigativen Berichterstattung. Diese Quellen seien „erfundene, verleumderische Fiktion“ und sollten „teuer bezahlt“ werden, so Trump.

    Thomas Jefferson sagte einst: „Unsere Freiheit hängt von der Pressefreiheit ab – und wenn diese eingeschränkt wird, ist sie verloren.“ Doch genau das versucht Trump mit einer Vielzahl von Maßnahmen:

    • Sein handverlesener FCC-Vorsitzender (die US-Medienaufsicht) hat Ermittlungen gegen ABC, NBC, CBS, PBS, NPR und weitere Sender eingeleitet oder angedroht.
    • Die US-Staatsanwaltschaft in Washington, D.C. hat angedeutet, dass sie Journalisten verfolgen könnte, die die Arbeit von Elon Musk und seinen Regierungskontakten „behindern“.
    • Trump selbst überzieht Medienhäuser wie ABC, CBS oder die Des Moines Register mit Klagen – häufig haltlos, aber kostspielig.
    • Pro-demokratische Medienprojekte in Ländern wie Kuba, Iran und der Ukraine wurden finanziell ausgehungert.
    • Regierungsbehörden mussten ihre Abonnements bei kritischen Medien wie die New York Times und Politico kündigen.
    • Trump nennt NBC und MSNBC eine „illegale Propagandaorganisation der Demokraten“ und fordert drakonische Geldstrafen für deren Berichterstattung.

    Selbst Elon Musk trägt seinen Teil bei: Er forderte lange Haftstrafen für 60 Minutes-Journalisten, weil sie ein Interview mit Kamala Harris veröffentlicht hatten, und verlangte die Entlassung eines Wall Street Journal-Reporters, der rassistische Äußerungen eines Musk-Mitarbeiters enthüllt hatte.

    Eine Regierung, die die Presse nach Gutdünken besetzt

    Trumps Eingriffe gehen noch weiter. Er hat die Kontrolle über den sogenannten „Press Pool“ übernommen – die kleine Gruppe von Reportern, die direkten Zugang zum Präsidenten hat. Normalerweise entscheiden Journalistenverbände, wer dazugehört, doch Trump hat diese Praxis umgestoßen. Das Ergebnis? Regierungsnahe Medien erhalten privilegierten Zugang, während kritische Journalisten ausgeschlossen werden.

    Die Associated Press wurde aus dem Weißen Haus und von Air Force One verbannt – offiziell, weil sie sich weigerte, den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umzubenennen. Eine absurde Maßnahme, doch im Weißen Haus feierte man es mit Postern, auf denen „SIEG über die AP“ stand.

    Trump hat auch die Kontrolle über Voice of America übernommen und mit Kari Lake eine stramme Anhängerin zur Chefin des Senders gemacht. In einem ersten Schritt wurde ein erfahrener Reporter suspendiert, weil er auf Twitter eine Aussage postete, die Trump nicht passte.

    Pressefreiheit ist nicht selbstverständlich

    Während Trump sein Vorgehen eskaliert, geben einige Medienhäuser unter dem Druck nach. Disney zahlte im Dezember 15 Millionen Dollar an Trump, um eine Verleumdungsklage zu vermeiden. Meta überwies im Januar 25 Millionen Dollar, um einen Streit über Trumps frühere Facebook-Sperre beizulegen. CBS befindet sich in Vergleichsverhandlungen, weil Trump die Bearbeitung eines 60 Minutes-Interviews als unfair empfindet.

    Gleichzeitig führt die Trump-Regierung Überprüfungen von Nachrichtenorganisationen durch, um sie unter Druck zu setzen. Der neue FCC-Vorsitzende Brendan Carr untersucht gezielt NBC, NPR und PBS – während konservative Medien verschont bleiben.

    Ein weiteres alarmierendes Signal: Trumps Regierung arbeitet daran, die rechtlichen Schutzmechanismen für Journalisten abzuschaffen. Laut Projekt 2025 – einem Strategiepapier für seine zweite Amtszeit – sollen Staatsanwälte künftig die Befugnis haben, Journalisten wegen geheimer Quellen oder Leaks zu verfolgen. Das könnte bedeuten, dass investigative Reporter unter dem Espionage Act von 1917 strafrechtlich belangt werden – ein direkter Angriff auf den Journalismus.

    Kampf für eine freie Presse

    In diesem zunehmend feindlichen Klima stehen Journalisten, Medienhäuser und Leser vor einer entscheidenden Herausforderung: Trump will eine Medienlandschaft schaffen, die nur noch seine Sicht der Dinge wiedergibt.

    Rechtsprofessorin Rebecca Hamilton sieht nur einen Weg, diesen Trend aufzuhalten: Medienhäuser müssen strategisch klagen, Journalisten müssen weiterhin mutig berichten, und die Öffentlichkeit muss begreifen, dass Pressefreiheit ein Grundpfeiler der Demokratie ist.

    Das mag viel verlangt sein – aber ohne diesen Kampf könnte eine unabhängige Presse in den USA bald Geschichte sein.

    Catherine H.