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  • Schüsse in der Nacht: Angriff auf Gendarmerie in Sartène erschüttert Südkorsika

    Schüsse in der Nacht: Angriff auf Gendarmerie in Sartène erschüttert Südkorsika

    Kurz vor Mitternacht, in der Nacht vom 14. auf den 15. August 2025, hallten in der korsischen Kleinstadt Sartène Schüsse durch die warme Sommernacht. Gegen 23.35 Uhr registrierten Anwohner mehrere laute Knalle – wenig später entdeckten Beamte einen Einschuss in der Fassade der örtlichen Gendarmerie. Glück im Unglück: Niemand wurde verletzt. Der Schock in der Gemeinde sitzt dennoch tief. Denn hier geht es nicht um eine zufällige Sachbeschädigung – die Ermittler gehen von einem gezielten Angriff auf eine staatliche Institution aus. Das bestätigt auch die juristische Einschätzung: Die Staatsanwaltschaft in Ajaccio eröffnete ein Verfahren wegen „Schädigung des Eigentums mittels einer für Menschen gefährlichen Methode, begangen aufgrund der Eigenschaft des Eigentümers oder Nutzers als Amtsträger“. Zusätzlich wird wegen „unerlaubten Besitzes und Transports einer Waffe der Kategorie B“ ermittelt. Die Brigade de recherches von Sartène hat den Fall übernommen. Ihre Aufgabe: Spuren sichern, mögl…

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  • Frankreich: Hitzewelle erfasst das ganze Land und erreicht sogar die Bretagne

    Frankreich: Hitzewelle erfasst das ganze Land und erreicht sogar die Bretagne

    Frankreich erlebt Mitte August 2025 eine Hitzewelle, wie sie selbst in einem Hochsommer nicht vorkommen sollte. Acht Tage in Folge klettern die Temperaturen auf Werte, die selbst sonnenverwöhnte Regionen ins Schwitzen bringen – und nun auch Landstriche treffen, die sich sonst eher mit einer kühlen Brise rühmen.Am heutigen Freitag, 15. August, stehen 70 Départements unter Vigilance orange, der zweithöchsten Warnstufe von Météo-France. Sogar die Bretagne, Symbol für gemäßigtes Klima, schwitzt bei Temperaturen um die 35 Grad.

    Die Hitze kennt kein Halten mehr Eine sehr kurze Atempause hatte es zwar gegeben – Gewitter zogen durch, brachten Regen und ließen das Thermometer für ein paar wenige Stunden sinken. Doch die Erleichterung war trügerisch.Jetzt steigen die Werte erneut: 40 Grad im Südwesten, an der Mittelmeerküste flimmert die Luft, und im Westen des Landes, wo Atlantikwinde sonst für Abkühlung sorgen, herrscht drückende Schwüle.Auf der Karte von Météo-France leuchtet fast ganz Frank…

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  • Blitzschlag legt Nîmes lahm – Stromausfall trifft 130.000 Haushalte

    Blitzschlag legt Nîmes lahm – Stromausfall trifft 130.000 Haushalte

    Donnerstagabend, kurz vor halb elf – in Nîmes und weiten Teilen der Region Occitanie geht plötzlich das Licht aus. Kein flackerndes Vorwarnsignal, kein technischer Defekt, sondern ein einziger, gezielter Blitzschlag auf eine Hochspannungsleitung reichte aus, um rund 130.000 Haushalte in Dunkelheit zu tauchen. Was wie die Szene aus einem Katastrophenfilm klingt, war für zehntausende Menschen in Südfrankreich für etwa eine halbe Stunde Realität. Ein lauter Knall – dann Dunkelheit Es war gegen 22:20 Uhr, als die Stromversorgung schlagartig zusammenbrach. Besonders betroffen: die Stadt Nîmes im Département Gard sowie Teile der Metropolregion und der Großraum Occitanie. Zur Primetime, mitten im aufziehenden Gewitter, sorgte der Ausfall für Chaos – und für blitzartige Reaktionen der Einsatzkräfte. Rund 30 Minuten lang blieb es stockfinster. Erst gegen 22:50 Uhr flackerte das Licht wieder auf – für viele ein Zeichen der Erleichterung, für andere ein später Anlass zur Sorge. Feuerwehr im Dauer…

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  • Kommentar: Kein Vertrag über Plastik – und ein Verrat an der Zukunft

    Kommentar: Kein Vertrag über Plastik – und ein Verrat an der Zukunft

    Ich bin wütend.
    Enttäuscht.
    Erschüttert.

    Nicht, weil die Verhandlungen in Genf schwierig waren – das war zu erwarten. Sondern weil sie entlarvend waren. Entlarvend für ein System, das vorgibt, die Menschheit zu retten, während es still und leise ihrer Zerstörung zustimmt.

    Am 15. August 2025 ist in Genf nicht nur ein Vertrag gescheitert. Es ist ein politisches Armutszeugnis ausgestellt worden – schwarz auf weiß. Kein Wort zu Produktionsgrenzen. Kein Schutz vor giftigen Plastikchemikalien. Kein Cent für ärmere Länder, die im Müll der Reichen ersticken.

    Und warum?

    Weil eine Handvoll Staaten – angeführt von Saudi-Arabien, den USA und Russland – sich weigern, das Plastikproblem an der Wurzel zu packen. Weil sie ihre schmutzigen Geschäftsmodelle über das Überleben von Millionen stellen. Weil ihre Macht auf Öl, Gas, und billigem Kunststoff basiert – und sie nichts aufgeben wollen.

    Sagen wir es, wie es ist:
    Diese Blockadepolitik ist kein politischer Kompromiss.
    Sie ist eine Kapitulation vor Konzerninteressen.
    Eine Bankrotterklärung gegenüber der Wissenschaft.
    Ein schallender Schlag ins Gesicht aller Kinder, die in einer vermüllten Welt aufwachsen.

    Ich habe Kinder. Und ich habe keine Lust mehr auf Lippenbekenntnisse.

    Was sind das eigentlich für Verhandler, die wissen, dass Mikroplastik im Blutkreislauf zirkuliert – und trotzdem alles beim Alten lassen? Die hören, dass Plastik die Fruchtbarkeit senkt, das Krebsrisiko erhöht, das Ökosystem zerstört – und dann „Abfallmanagement“ vorschlagen, als reiche das aus?

    Was kommt als Nächstes? Müllsortierung auf dem Meeresgrund?

    Die Wahrheit ist: Wir wissen, wie man Plastikproduktion reduziert. Wir wissen, wie man gefährliche Chemikalien ersetzt. Und wir wissen, wie viel Zeit uns bleibt. (Spoiler: Nicht viel.)

    Aber wir leben in einer Welt, in der Petrochemie-Vertreter sich in UN-Verhandlungen setzen dürfen, als wären sie Teil der Lösung – und nicht das Kernproblem. In der ihre „roten Linien“ mehr zählen als die wissenschaftlich bewiesene Notwendigkeit zu handeln. In der Demokratien vor Lobbyismus einknicken.

    Ich frage mich: Wann haben wir eigentlich akzeptiert, dass Wirtschaftsinteressen nicht verhandelbar sind – Menschenleben dagegen schon?

    Der Entwurf von Genf ist eine moralische Bankrotterklärung. Eine Plastikhülle, durchsichtig, leer, gefährlich. Symbolisch – und zugleich symptomatisch für das Versagen unserer Zeit.

    Wollt ihr wissen, wie sich Ohnmacht anfühlt?
    Wenn man mit Dutzenden Wissenschaftler:innen jahrelang Daten zusammenträgt, Studien schreibt, Aufklärung betreibt – und am Ende steht ein Vertrag, in dem das Wort „Produktion“ nicht mal mehr vorkommt?

    Dann fühlt man: Das ist nicht mehr nur ein Scheitern.
    Das ist ein Verrat.

    Ein Verrat an der Wissenschaft.
    Ein Verrat an der Gerechtigkeit.
    Ein Verrat an der Zukunft.

    Und ja, das macht mich mehr als nur wütend.
    Es macht mich radikal. Im Denken. Im Fordern.

    Wenn internationale Verhandlungen versagen, müssen wir handeln – von unten, lokal, zivilgesellschaftlich, politisch unbequem. Wir müssen die Namen der Blockierer nennen. Ihre Argumente sezieren, entlarven. Die Profiteure isolieren.

    Wir brauchen endlich eine Bewegung, die sagt: „Genug. Kein Milligramm mehr.“

    Denn es geht nicht um Plastik. Es geht um Macht über unsere Gesundheit – unser Leben.
    Und darum, wem wir sie überlassen.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Plastikpakt geplatzt? Warum der globale Vertrag gegen Plastikverschmutzung feststeckt – und was das für Mensch und Umwelt bedeutet

    Plastikpakt geplatzt? Warum der globale Vertrag gegen Plastikverschmutzung feststeckt – und was das für Mensch und Umwelt bedeutet

    10 Tage, fast 1.500 Klammern im Vertragstext – und kein einziger gemeinsamer Beschluss. Die Verhandlungen über das erste weltweite Abkommen gegen Plastikverschmutzung drohen zu scheitern. Warum? Eine Analyse zwischen Hoffnung, Blockade und der Frage: Wie viel Einfluss haben Öl-, Gas- und Chemiekonzerne auf die Weltpolitik?

    Das große Versprechen – und sein Zusammenbruch

    Als die UN 2022 den Startschuss für ein globales Plastikabkommen gaben, war die Aufbruchsstimmung spürbar: Endlich ein multilateraler Vertrag gegen die Plastikflut, die Strände, Meere, Flüsse und zunehmend auch unsere Körper überschwemmt. Endlich ein verbindliches Regelwerk, das das Problem an der Wurzel packt – bei der Produktion.

    Doch jetzt, drei Jahre später, droht dieser historische Moment zu verpuffen. Nach der vermeintlich letzten Verhandlungsrunde in Nairobi steht fest: Es gibt keine einzige Einigung im Vertragstext. Kein Artikel ist konsensfähig. Keine Regel zur Begrenzung der Plastikproduktion. Keine Vorgaben zu giftigen Zusatzstoffen. Kein Finanzierungsmechanismus für den globalen Süden.

    Statt Fortschritt: Frust.

    Plastikpakt ohne Biss – Genfer Verhandlungen scheitern an alten Fronten

    Am 15. August 2025 endete die letzte offizielle Verhandlungsrunde in Genf – ohne Ergebnis. Kein globales Plastikabkommen, keine Einigung, keine verbindlichen Regeln.

    Stattdessen: verhärtete Fronten.

    Auf der einen Seite eine breite High-Ambition-Koalition aus mehr als 80 Staaten, die sich für ambitionierte Maßnahmen starkmachte – darunter verbindliche Produktionsgrenzen, ein Ausstieg aus gefährlichen Chemikalien und Finanzhilfen für ärmere Länder. Auf der anderen Seite: ein harter Block petrochemischer Produzenten, allen voran Saudi-Arabien, Russland und die USA. Ihr Gegenvorschlag? Mehr Abfallmanagement. Weniger Regulierung.

    Die Bilanz: ein Vertragsentwurf ohne Zähne. Keine Obergrenzen für die Plastikproduktion. Kein Verbot gefährlicher Zusatzstoffe. Keine klaren Verpflichtungen.

    Ein Symbolpapier – weiter nichts.

    Ob und wann die Gespräche fortgesetzt werden, ist offen. Der politische Wille zur Einigung? Schwer zu greifen. Klar ist nur: Der Handlungsdruck steigt mit jedem verlorenen Tag. Plastikmüll vermehrt sich exponentiell, Mikroplastik sickert in Blut, Böden und Meere – doch zwischen Umweltschutz und wirtschaftlichen Interessen klafft ein Abgrund.

    Einer, der sich nicht länger überbrücken lässt. Sondern konfrontiert werden muss. Mit Mut. Mit Klartext. Mit echten Regeln.

    Konsens – oder Koma?

    Verhandelt wird im UN-Stil: per Konsens. Das heißt, jeder der rund 175 teilnehmenden Staaten hat ein Vetorecht. Und das nutzen insbesondere die großen Plastik- und Petrochemie-Produzenten schamlos aus. Saudi-Arabien, Russland, China, die USA – sie stellen sich quer, sobald von „Produktionsbegrenzung“ die Rede ist.

    Der Entwurf des Vertrags, den das Sekretariat zur Halbzeit der Verhandlungen vorlegte, war ein Schlag ins Gesicht für alle ambitionierten Staaten. Keine Rede mehr von Produktionsdeckeln. Keine Maßnahmen gegen toxische Chemikalien. Keine verbindlichen Verpflichtungen. „Der Vertrag hat sein Ziel verloren“, sagte Kenias Verhandlungsführerin Deborah Barasa. Und Juan Carlos Monterray Gomez aus Panama wurde noch deutlicher: „Das ist einfach widerlich.“


    Die Zahlen sprechen eine andere Sprache

    Dabei liegen die Fakten auf dem Tisch – in erschreckender Klarheit.

    🔹 736 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr prognostiziert die OECD bis 2040, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
    🔹 Schon 2020 wurde weniger als 10 % des weltweiten Plastikmülls recycelt. Der Rest landete auf Deponien, in Müllöfen oder direkt in der Umwelt.
    🔹 Laut The Lancet verursacht Plastikverschmutzung jährlich 1,5 Billionen US-Dollar an Gesundheits- und Umweltschäden.

    Die Botschaft: Plastik ist kein bloßes Müllproblem – sondern ein globaler Krisenherd.


    Plastik macht krank – von der Wiege bis zum Grab

    Besonders alarmierend ist der medizinische Befund. In einem offenen Brief anlässlich der Verhandlungen warnten führende Gesundheitswissenschaftler in The Lancet vor der unterschätzten Gesundheitsgefahr durch Plastikchemikalien.

    Sie nennen es beim Namen:
    „Plastik verursacht Krankheiten und Tod – von der Geburt bis ins hohe Alter.“

    Expositionen gegenüber Weichmachern, Flammschutzmitteln, PFAS und anderen Additiven in Kunststoffen stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu mindern, Fehlgeburten und Missbildungen zu fördern, das Krebsrisiko zu erhöhen und Stoffwechsel- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen.

    Und jetzt stellen wir uns mal vor: Diese Stoffe finden sich inzwischen in der Muttermilch, im Blut von Neugeborenen, in der Plazenta.

    Wie viele rote Linien braucht es noch?


    Wer blockiert – und warum?

    Hinter den Kulissen wird klar: Der Widerstand gegen ein starkes Abkommen kommt nicht nur von Staaten. Auch die Industrie mischt kräftig mit.

    Ein Zitat, das im Gedächtnis bleibt, stammt von Rachel Radvany von der NGO CIEL:

    „Die Lobbyisten der fossilen Brennstoff- und Chemieindustrie ziehen nicht nur im Hintergrund die Fäden – sie nehmen das Mikrofon, sprechen im Plenum und treiben ihre Agenda ganz offen voran.“

    Einer dieser Sprecher: Gregory Skelton vom International Council of Chemical Associations. Seine Botschaft: Man wolle schon etwas gegen Plastikmüll tun – aber bitte ohne die Vorteile von Plastik infrage zu stellen.

    Klingt freundlich. Ist aber das Gegenteil von Transformation.


    Die “High Ambition Coalition” kämpft weiter

    Trotz allem gibt es Hoffnungsträger: Eine Allianz aus über 80 Staaten – angeführt von der Schweiz und Mexiko – fordert klare Regeln gegen toxische Chemikalien in Plastikprodukten. Auch die EU hat deutlich gemacht, dass der aktuelle Vertragsentwurf für sie nicht akzeptabel ist.

    Camila Zepeda, Mexikos Chefverhandlerin, sagte klar:

    „Dieses Abkommen muss auch helfen, die Gesundheit der Menschen zu schützen.“

    Ein Wunsch. Eine Forderung. Ein Menschenrecht.


    Und der globale Süden?

    Viele Länder des globalen Südens gehören paradoxerweise zu den ambitioniertesten Unterstützern eines starken Abkommens. Warum? Weil sie die Folgen der Plastikkrise am unmittelbarsten spüren – und am wenigsten Ressourcen haben, um damit umzugehen.

    Sie drängen nicht nur auf Produktionsbegrenzungen und Chemikalienregulierung, sondern auch auf ein solidarisches Finanzierungsmodell. Reiche Länder – viele davon große Müll-Exporteure – sollen beim Aufbau von Sammel-, Recycling- und Vermeidungsstrukturen helfen.

    Aber auch das: blockiert.


    UN-Konsensverfahren: Wenn ein Veto alles lahmlegt

    Es ist ein altbekanntes Dilemma: In einem Konsensverfahren kann eine kleine Minderheit den Fortschritt für alle blockieren. Bei Klimaverträgen, Biodiversitätsabkommen – und jetzt auch beim Plastikpakt.

    Die Frage liegt auf der Hand:
    Können wir uns das noch leisten?

    Oder braucht es künftig mutigere Formate – Koalitionen der Willigen, die vorangehen, auch wenn nicht alle mitziehen?

    Was wir verlieren, wenn wir nichts tun

    Jede Minute gelangt Plastik in die Ozeane. Mikroplastik findet sich im Regen über den Alpen, in Fischmägen, in menschlichem Lungengewebe. Ganze Inselstaaten kämpfen gegen Müllfluten. Und Kinder wachsen in einer Welt auf, in der selbst Sandstrände aus zerbröselten Verpackungen bestehen.

    Plastik ist zum Symptom einer kranken Wirtschaftslogik geworden – linear, billig, blind gegenüber den sozialen und ökologischen Kosten.

    Dabei gäbe es längst Alternativen: biobasierte Materialien, Mehrwegsysteme, intelligente Designansätze, Lieferketten ohne Einwegverpackung. Viele dieser Innovationen existieren – sie müssten nur skaliert werden. Politisch gefördert. Wirtschaftlich bevorzugt.

    Doch solange die Rohstoffriesen weiter am Hebel sitzen, bleibt die Realität oft genau andersherum: Wer Plastik vermeidet, zahlt drauf. Wer es produziert, macht Gewinn.


    Der Elefant im Raum: fossile Interessen

    Plastik besteht nicht aus Luft und Liebe. Sondern zu 99 % aus fossilen Rohstoffen. Öl, Gas, Naphtha. Für die Petroindustrie ist Kunststoff ein Rettungsanker – ein Wachstumsfeld, während der Energiesektor zunehmend unter Druck gerät.

    Ein Verbot oder auch nur eine Deckelung der Plastikproduktion wäre ein direkter Angriff auf dieses Geschäftsmodell. Genau deshalb ist der Widerstand so erbittert.

    Ein Verhandlungsteilnehmer aus Kolumbien brachte es resigniert auf den Punkt:

    „Wir können so nicht weitermachen.“


    Hoffnung? Ja. Aber sie braucht Rückgrat.

    Es ist frustrierend zu sehen, wie ein so dringendes Thema in diplomatischen Endlosschleifen feststeckt. Aber die globale Empörung wächst. NGOs, Wissenschaftler:innen, engagierte Staaten – sie alle fordern Nachbesserungen, Transparenz, Beteiligung.

    Die Wissenschaft ist eindeutig. Die Öffentlichkeit ist bereit. Jetzt braucht es nur noch eins: politischen Mut.

    Zwei Fragen bleiben offen:

    Wie viele vergiftete Generationen wollen wir noch tolerieren?

    Und wer hat wirklich das letzte Wort – die Demokratie oder die Plastiklobby?

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Clermont-Ferrand im Schatten der Gewalt – Wenn eine Stadt um ihre Sicherheit kämpft

    Clermont-Ferrand im Schatten der Gewalt – Wenn eine Stadt um ihre Sicherheit kämpft

    Clermont-Ferrand, einst als ruhige Hauptstadt der Auvergne geschätzt, erlebt derzeit eine unheilvolle Wandlung. Die Postkartenidylle aus Vulkanhügeln, romanischen Kirchen und gemütlichen Straßencafés wird überschattet von einer beunruhigenden Serie brutaler Gewalttaten. Seit Jahresbeginn 2025 häufen sich Vorfälle, die nicht nur die Polizeiberichte, sondern auch die Gemüter der Einwohner erschüttern.

    Die Nacht, die alles veränderte Am 13. August 2025 schlägt die Gewalt mit voller Härte zu. Im berüchtigten Stadtteil Croix-de-Neyrat finden Einsatzkräfte einen bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Körper in einem ausgebrannten Fahrzeug. Wenige Stunden zuvor war in derselben Gegend ein Mann durch Schüsse schwer verletzt worden. Zeitgleich lodern Flammen aus mehreren Wohnhäusern in den umliegenden Vierteln – mutmaßlich Brandstiftungen.Was wie eine düstere Filmszene klingt, ist für Clermont-Ferrand bittere Realität. Ermittler bringen die Taten mit dem Drogenmilieu in Verbindung, das sich seit …

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  • Feuer und Kontrolle – wie die Bouches-du-Rhône ihr Waldbrandproblem bekämpfen

    Feuer und Kontrolle – wie die Bouches-du-Rhône ihr Waldbrandproblem bekämpfen

    Der Sommer 2025 ist in Südfrankreich nicht nur heiß – er ist höchst brisant.In den Bouches-du-Rhône lodern die Flammen häufiger als sonst, angefacht von sengender Hitze, anhaltender Trockenheit und menschlicher Unachtsamkeit.Die Behörden reagieren mit einem Mix aus Prävention, Kontrollen und harten Strafen – und machen unmissverständlich klar: Wer mit Feuer spielt, landet im schlimmsten Fall hinter Gittern.

    357 Bußgelder in zweieinhalb Monaten Seit dem 1. Juni patrouillieren Polizei, Forstbeamte und Ranger des Nationalparks Calanques noch öfters durch die Wälder und Garrigue-Landschaften.Das Ergebnis: 357 Verstöße – allesamt dokumentiert, geahndet und meist mit einem satten Bußgeld versehen.Die Bandbreite reicht von 68 bis 135 Euro, doch bei schweren Fällen wird’s teuer – oder strafrechtlich brisant. Oft sind es vermeidbare Kleinigkeiten, die ein Inferno auslösen könnten:Rauchen in Waldnähe, illegales Campen, das Parken vor Wasserspeichern der Feuerwehren, verbotene Fahrten in gesperr…

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  • Marseille und das seltene Schauspiel der „Bonne Mère“ – wenn die Krone vom Himmel geholt wird

    Marseille und das seltene Schauspiel der „Bonne Mère“ – wenn die Krone vom Himmel geholt wird

    Seit 1870 thront sie dort oben, goldglänzend über den Dächern der Stadt, und schaut weit hinaus über Meer und Hafen.Die Krone der „Bonne Mère“, der berühmten Statue auf der Basilika Notre-Dame de la Garde, ist so etwas wie der unsichtbare Leuchtturm für alle, die nach Marseille kommen.Doch in diesem…

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  • Klimaanlagen – Helfer in der Hitze, Brandbeschleuniger fürs Klima

    Klimaanlagen – Helfer in der Hitze, Brandbeschleuniger fürs Klima

    Der Sommer drückt. Die Hitze flirrt über den Asphalt, in den Städten steht die Luft – und drinnen summt die Klimaanlage.Sie ist Segen und Fluch zugleich: ein technischer Lebensretter an Tagen, an denen die Temperaturen gefährlich hochklettern, aber auch ein stiller Mitverursacher jener Klimakrise, gegen die wir eigentlich ankämpfen. Stromfresser im Dauerbetrieb Rund zehn Prozent des weltweiten Stromverbrauchs gehen inzwischen auf das Konto von Klimaanlagen.Ein gewaltiger Brocken – und er wächst rasant. Besonders in aufstrebenden Ländern wie China oder Indien explodiert der Verbrauch, oft noch gespeist aus Kohle- und Gaskraftwerken.Frankreich und Deutschland stehen durch ihren hohen Anteil an CO₂-armer Stromerzeugung etwas besser da, doch auch hier belasten die sommerlichen Verbrauchsspitzen die Netze zunehmend. Und mal ehrlich: Wer einmal die wohltuende Kühle in einem von Hitzewellen geprägten Hochsommer erlebt hat, möchte nur ungern wieder darauf verzichten. Unsichtbare Klimakiller – …

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  • Zwischen Wind und Wellen: Die stille Überfahrt nach Groix

    Zwischen Wind und Wellen: Die stille Überfahrt nach Groix

    Es gibt Reisen, bei denen das Ziel fast zur Nebensache wird – weil schon der Weg dorthin ein kleines Abenteuer ist. Die Segelüberfahrt von Lorient zur Insel Groix in der Bretagne gehört genau in diese Kategorie. Wer an Bord des Katamarans Bag Hatoup geht, tauscht Motorlärm und Abgaswolken gegen Windrauschen und Meeresduft – und erlebt eine Form des Reisens, die so leise wie nachhaltig ist. Mit dem Wind nach Groix Vom Fischereihafen in Lorient dauert die Fahrt nach Port-Tudy rund anderthalb Stunden. Kein Brummen unter den Füßen, kein Dieselgeruch in der Nase – nur das sanfte Schaukeln des 48-Plätze-Katamarans, der allein vom Wind getragen wird. Hier beginnt die Entschleunigung schon vor dem Anlegen. Die Küste zieht gemächlich vorbei, Möwen segeln im Aufwind, und mit etwas Glück tauchen Delfine neben dem Rumpf auf. Wer möchte, lehnt sich einfach zurück und lauscht – dem Meer, den Vögeln, den eigenen Gedanken. Der direkte Vergleich: Schnell oder still? Natürlich gibt es die schnelle Varia…

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