Autor: Nachrichten

  • Mörder unbekannt – das Rätsel um Karen Carter

    Mörder unbekannt – das Rätsel um Karen Carter

    Sie war gerade aus dem Auto gestiegen, ihr kleiner weißer Hund auf dem Arm. Ein Moment der Gewohnheit – und zugleich der letzte ihres Lebens. Karen Carter, 65, wurde am Abend des 29. April 2025 vor ihrem Haus in Trémolat, einem winzigen Dorf mit kaum 600 Seelen in der Dordogne, brutal erstochen. Sie starb, wo sie lebte – mitten in ihrer neuen Heimat, in einem Leben, das eigentlich erst angefangen hatte. Sieben Monate später: Die Ermittlungen stocken, der Täter bleibt unbekannt. Am Mittwoch, 26. November, kurz nach 17 Uhr, gibt die Polizei bekannt, dass nun ein öffentlicher Zeugenaufruf geplant sei. Ein letzter Versuch, Licht in diese erschütternde Dunkelheit zu bringen. Denn trotz monatelanger Ermittlungsarbeit – in Frankreich, England und Südafrika – ist der Fall noch immer ungelöst. Die Tat war schnell, brutal, präzise. Ein „scharfer Gegenstand“, so heißt es im Untersuchungsbericht, habe Karen tödlich getroffen. Am helllichten Tag, vor ihrem eigenen Haus, direkt nach ihrer Rückkehr v…

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  • Rückzieher mit Ansage: Warum Frankreichs Regierung die Pläne für die Grundsteuer auf Eis legt

    Rückzieher mit Ansage: Warum Frankreichs Regierung die Pläne für die Grundsteuer auf Eis legt

    Frankreichs Regierung hat eine geplante Reform der Grundsteuer, die Millionen von Haushalten betroffen hätte, vorerst ausgesetzt. Der Schritt ist eine Reaktion auf den breiten Protest von Bürgern, Kommunalpolitikern und Interessenverbänden – und offenbart zugleich ein strukturelles Dilemma im französischen Steuer- und Kommunalfinanzsystem.

    Ein Reformprojekt mit Sprengkraft Geplant war eine automatische Aktualisierung der Berechnungsgrundlage für die taxe foncière ab dem Jahr 2026. Konkret sollten moderne Ausstattungsmerkmale wie fließendes Wasser, Heizung, Klimaanlage oder sanitäre Einrichtungen in die Bewertung der Immobilie einfließen – ohne dass Eigentümer dies selbst angeben müssten. Rund 7,4 Millionen Immobilien wären von der Maßnahme betroffen gewesen. Die durchschnittliche Mehrbelastung hätte laut Regierungsangaben bei 63 Euro pro Jahr gelegen. Ursprünglich war die Reform als Teil einer breiter angelegten Neubewertung der sogenannten valeurs locatives cadastrales gedacht – jene…

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  • Macarons de Noël: Ein Hauch Luxus mit Glühweingelee und Zimtganache

    Macarons de Noël: Ein Hauch Luxus mit Glühweingelee und Zimtganache

    In der Adventszeit hat die französische Patisserie Hochsaison – es wird geschichtet, gefüllt, flambiert und glasiert, was das Backblech hergibt. Wer den Wunsch verspürt, nicht nur Butterplätzchen und Vanillekipferl zu servieren, sondern seine Gäste mit einem echten Hingucker zu überraschen, sollte s…

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  • Winterliches Dessert mit französischer Seele: Mousse aus Kastaniencreme mit Orangenblütenwasser und Haselnusskrokant

    Winterliches Dessert mit französischer Seele: Mousse aus Kastaniencreme mit Orangenblütenwasser und Haselnusskrokant

    Wenn sich der Advent wie ein weiches Wolltuch über Frankreich legt, ist die Zeit für raffinierte Desserts gekommen. Während draußen Kälte und frühe Dunkelheit herrschen, zieht in den Küchen der Duft von Gewürzen, gerösteten Nüssen und kandierten Früchten ein. In dieser Jahreszeit feiert auch eine fr…

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  • Verdeckter Kriegseinsatz? Was hinter dem neuen französischen Militärdekret wirklich steckt

    Verdeckter Kriegseinsatz? Was hinter dem neuen französischen Militärdekret wirklich steckt

    Frankreich rüstet sich – nicht für den Krieg, sondern für die Kooperation. Doch ein neues Dekret des französischen Verteidigungsministeriums sorgt für Aufregung, Missverständnisse und wilde Spekulationen. Die Rede ist von „Privatmilizen“, die angeblich in den Ukrainekrieg geschickt werden sollen. Die Wahrheit? Weniger dramatisch – und mehr Verwaltung als Verschwörung. Der Stein des Anstoßes: Ein Dekret, das am 1. November im französischen Amtsblatt erschien. Es trägt den spröden Titel „Verordnung über die Referenzbetreiber des Verteidigungsministeriums im Rahmen der internationalen militärischen Zusammenarbeit“ – klingt harmlos, ruft aber reflexhafte Empörung hervor. Vor allem in souveränistischen und prorussischen Kreisen, wo man sofort den nächsten Schritt Richtung Kriegseintritt wittert. Nicolas Dupont-Aignan etwa, Ex-Abgeordneter und Chef der Kleinstpartei „Debout la France“, sah in dem Erlass nicht weniger als die Legalisierung bewaffneter privater Gruppen – „nichts anderes als Sö…

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  • Wenn Gitterstäbe keine Sicherheit mehr bieten: Was die spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis von Dijon über den Zustand des Strafvollzugs in Frankreich verrät

    Wenn Gitterstäbe keine Sicherheit mehr bieten: Was die spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis von Dijon über den Zustand des Strafvollzugs in Frankreich verrät

    Mitten in der Nacht, während ganz Dijon schlief, nutzten zwei Männer die Dunkelheit für einen Akt, der so einfach wie erschütternd war: Sie sägten die Gitter ihrer Zellen auf, knoteten Bettlaken zu einem Seil zusammen – und entkamen aus einem der vermeintlich sichersten Bereiche der Maison d’arrêt de Dijon. Was wie ein Drehbuch aus einem alten Gefängnisfilm klingt, ist Realität. Eine Realität, die nicht nur zwei mutmaßlich gefährliche Männer auf die Flucht schickte, sondern ein ganzes System ins Wanken bringt. Der eine ist 19, der andere 32 Jahre alt. Beide waren in Untersuchungshaft, also noch ohne Urteil. Der eine wegen versuchten Mordes, der andere wegen einer schweren Gewalttat. Sie saßen im sogenannten Sicherheitsbereich, teils isoliert – theoretisch unter besonderer Beobachtung. Praktisch aber offenbar unter dem Radar der Überwachung. Alte Mauern, marode Technik – ein System unter Druck Die Justizvollzugsanstalt in Dijon stammt aus dem 19. Jahrhundert. Und sie wirkt auch so. Was …

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  • Ein Tag zwischen Schicksal, Visionen und Selbstzerstörung: Der 27. November in der Geschichte

    Ein Tag zwischen Schicksal, Visionen und Selbstzerstörung: Der 27. November in der Geschichte

    Manche Daten scheinen wie zufällig aufgeladen – doch wer genauer hinschaut, erkennt Linien, Brüche und Wiederholungen. Der 27. November ist so ein Tag. Ein Datum, das politische Dramen, wissenschaftliche Pionierleistungen und tiefe menschliche Geschichten miteinander verwebt. In Frankreich, aber auch weit darüber hinaus.

    Beginnen wir mit einem Moment, der die Welt veränderte – auch wenn das an jenem Abend in Paris vermutlich kaum jemand ahnte.

    Der letzte Wille des Dynamit-Erfinders

    1895 saß Alfred Nobel in einem Pariser Hotelzimmer und setzte sein Testament auf. Kein gewöhnlicher Akt, sondern ein stiller Startschuss für eine weltumspannende Idee. Nobel, der durch die Erfindung des Dynamits zu Reichtum gekommen war, verfügte, dass sein Vermögen nach seinem Tod für Preise verwendet werden solle – für Menschen, die „der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hätten.

    Ein Akt, fast wie ein Versuch der Wiedergutmachung. Denn seine Erfindung war nicht nur im Tunnelbau ein Fortschritt – sie hatte auch das Gesicht der Kriegsführung verändert. Genau das wurde ihm bewusst, als ein französisches Blatt fälschlich seinen Tod meldete und titelte: „Der Tod des Kaufmanns des Todes“. Diese bittere Schlagzeile soll ihn wachgerüttelt haben.

    Was folgte, ist Geschichte: Die Nobelpreise entwickelten sich zu einer der höchsten Auszeichnungen für Wissenschaft, Frieden und Kultur weltweit. Heute noch werden sie jährlich in Stockholm und Oslo verliehen – und erinnern an jenes Testament, geschrieben an einem Novembertag in Paris.

    Toulon 1942: Die stolze Flotte geht unter – von eigener Hand

    Ein ganz anderes Kapitel schlug Frankreich am 27. November 1942 auf – und es war eines der dunkelsten.

    Mitten im Zweiten Weltkrieg rückte die deutsche Wehrmacht in die sogenannte „freie Zone“ Frankreichs ein, die bislang von Vichy-Frankreich kontrolliert worden war. Ihr Ziel: die französische Mittelmeerflotte in Toulon. Ein gewaltiges Bollwerk aus Kreuzern, Zerstörern, U-Booten – sie hätte das Kräfteverhältnis auf dem Meer verschieben können.

    Doch was geschah? Die Franzosen versenkten ihre eigene Flotte. 77 Schiffe wurden in den Hafenbecken gesprengt oder versenkt. Es war ein Akt der Verzweiflung, aber auch des Stolzes – um den Zugriff der Nazis auf das Flottenmaterial zu verhindern. Der Rauch über Toulon wurde zum Symbol für ein Land, das innerlich zerrissen war zwischen Kollaboration, Widerstand und Kapitulation.

    War es ein militärisches Desaster oder eine letzte heroische Tat? Historiker streiten bis heute darüber. Aber eines ist sicher: Frankreich verlor in diesen Stunden einen Großteil seiner Seemacht – nicht durch den Feind, sondern durch eigene Hand.

    Ein Gesicht, das die Medizin veränderte

    Springen wir in die jüngere Geschichte. Der 27. November 2005 markiert einen medizinischen Durchbruch, der nicht weniger bewegend ist – wenn auch auf andere Weise.

    In Amiens gelingt einem französischen Ärzteteam die erste erfolgreiche Teil-Gesichtstransplantation weltweit. Die Patientin war schwer verletzt, ihr Gesicht verstümmelt. Was bislang undenkbar schien, wurde durch moderne Chirurgie und immunsuppressive Therapien Wirklichkeit: Die Übertragung von Haut, Muskeln, Nerven, Gewebe – alles fein säuberlich verbunden.

    Es war ein Balanceakt zwischen Ethik, Technik und Hoffnung. Der Eingriff öffnete neue Türen für Menschen mit schwersten Verletzungen, etwa durch Tierbisse, Verbrennungen oder Unfälle. Zugleich begann eine gesellschaftliche Diskussion: Was macht Identität aus? Ist das neue Gesicht noch das eigene?

    Ein medizinischer Meilenstein – geboren aus Not, getragen von Mut und Können. Und wieder war es Frankreich, das an einem 27. November Weltgeschichte schrieb.

    Himmlische Visionen in Paris

    Auch auf geistiger Ebene hat dieses Datum Spuren hinterlassen. 1830 berichtet die junge Ordensfrau Catherine Labouré in Paris von einer Marienerscheinung. In ihrer Vision erhält sie das Bild einer Medaille, die später als „Wundertätige Medaille“ bekannt wird – ein rundes Schmuckstück, das Millionen Gläubige in aller Welt tragen.

    Ein religiöses Symbol, entstanden in einer Zeit des Umbruchs, der politischen Restauration und des sozialen Wandels. Es war eine Zeit, in der viele Menschen Trost und Halt in spirituellen Zeichen suchten – und genau das bot ihnen diese einfache Medaille.

    Und was machte sie so besonders? Laut Überlieferung soll sie nicht nur Trost spenden, sondern sogar Wunder bewirken. Gläubige berichteten von unerklärlichen Heilungen, von Geborgenheit in schweren Momenten. Die Medaille wurde schnell zu einem weltweiten Phänomen – bis heute.

    Und sonst so? Ein kleiner Blick über Frankreich hinaus

    Noch ein paar Daten aus aller Welt:

    • Am 27. November 1971 erreicht die sowjetische Sonde Mars 2 als erstes menschengemachtes Objekt den Mars – auch wenn die Landung missglückt.
    • 2001 stirbt der Ex-Beatle George Harrison – Millionen Fans weltweit gedenken ihm und seiner Musik.
    • Und 1978 entführt die italienische Mafia den Industriellen Pietro Costa – ein weiterer Baustein im Mosaik der blutigen „bleiernen Jahre“ Italiens.

    Wer also denkt, der 27. November sei nur irgendein Tag zwischen Advent und Jahresendspurt, der irrt gewaltig.

    Ein unscheinbares Datum – mit Nachhall bis heute

    Ob im Testamentszimmer eines schwedischen Erfinders, im Hafenbecken von Toulon, im OP-Saal in Amiens oder im Gebetsraum eines Pariser Klosters: Der 27. November hat sich auf vielfältige Weise ins kollektive Gedächtnis eingebrannt.

    Warum faszinieren uns solche Tage? Vielleicht, weil sie uns zeigen, dass Geschichte kein abstraktes Lehrbuch ist – sondern lebendige Erinnerung, aufgeladen mit Emotion, Entscheidung und oft auch Tragik.

    Denn am Ende sind es nicht nur Jahreszahlen, die zählen – sondern das, was sie ausgelöst haben. Und manchmal genügt ein Datum, um eine ganze Kette von Entwicklungen auszulösen. Der 27. November ist ein solches Datum.

  • Tod in der Abenddämmerung – Marseille erschüttert von tödlichen Schüssen auf 18-Jährigen

    Tod in der Abenddämmerung – Marseille erschüttert von tödlichen Schüssen auf 18-Jährigen

    Es war kurz nach 18 Uhr, die Schatten des Tages lagen bereits über den Straßen von Marseille, als in der Cité Bel Horizon plötzlich Schüsse fielen. Vier Einschläge – Brust, Rücken, Arme, Gesäß. Gezielt. Tödlich. Wenige Minuten später stand fest: Ein junger Mann ist tot. Achtzehn Jahre alt. Ein weiteres Opfer in einer Stadt, die mit jeder Patrone ein Stück Unschuld verliert. Der Tatort liegt unweit der Gare Saint-Charles, mitten im 3. Arrondissement, einem Stadtviertel, das schon lange als Brennpunkt gilt. Hier mischen sich Altbauten mit trister Tristesse, Hoffnung mit Frustration, Alltag mit Ausnahmezustand. Es ist kein Ort, der zur Ruhe kommt – eher ein Brennspiegel urbaner Verwerfungen. Die alarmierten Einsatzkräfte der Marins-Pompiers, Marseilles maritimen Feuerwehr, trafen nur wenige Minuten nach den Schüssen ein. Doch da war es schon zu spät. Die Kugeln hatten ganze Arbeit geleistet. Der junge Mann lag in einem Innenhof, reglos. Keine Reaktion mehr. Kein Puls. Kein Atemzug. Trotz …

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  • Wenn der Winter nach Wald duftet: Trüffelsaison in Sainte-Alvère eröffnet

    Wenn der Winter nach Wald duftet: Trüffelsaison in Sainte-Alvère eröffnet

    In Sainte-Alvère, mitten in der hügeligen Landschaft der Dordogne, beginnt die Saison nicht mit Schneefall oder Weihnachtsliedern – sondern mit einem ganz eigenen Klang: dem Läuten einer Glocke auf dem Wochenmarkt. Sie kündigt an, was viele hier sehnsüchtig erwarten – den ersten offiziellen Verkauf der schwarzen Trüffel des Jahres. Diesmal war der Auftakt besonders üppig: […]

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  • Kampf gegen den Felssturz: Wie die Alpen-Maritimes mit moderner Technik gegen die Natur ankämpfen

    Kampf gegen den Felssturz: Wie die Alpen-Maritimes mit moderner Technik gegen die Natur ankämpfen

    Ein schmaler Weg, drei Stunden täglich für den Verkehr geöffnet – und dahinter: der Kampf gegen die Zeit, gegen das Gestein, gegen die Unberechenbarkeit der Berge.

    In den südfranzösischen Alpen, genauer gesagt im Département Alpes-Maritimes, führt ein Felssturz zu erheblichen Einschränkungen im Straßenverkehr. Doch während sich Autofahrer in Geduld üben und mit Umleitungen arrangieren, arbeiten Spezialisten fieberhaft daran, die Strecke dauerhaft zu sichern. Es geht um mehr als nur Asphalt. Es geht um Vertrauen in die Technik – und ein bisschen auch ums Prinzip.


    Colette wartet. Eine Stunde früher als nötig steht sie da, vor der Sperre der Bergstraße, die nun nur noch dreimal täglich für jeweils eine Stunde freigegeben wird. „Lieber so, als dass mir ein Brocken aufs Auto fällt“, sagt sie trocken. Ein Satz, der in dieser Region nicht übertrieben klingt.

    Denn was sich kürzlich hier ereignete, hätte schlimmer enden können: Ein Felssturz donnerte in den sogenannten „Couloir d’avalanches“ – ein Abschnitt, der seit Jahrzehnten als Risikozone bekannt ist. Doch diesmal hielten die Schutzvorrichtungen stand. Ein wichtiger Moment für ein paar Stahlseile, Maschendraht und gut platzierte Dissipatoren.


    „Da sieht man es – der Pfosten ist komplett verbogen, die Dämpfer sind zerrissen, aber sie haben gehalten“, sagt Denis Huber, Chef des Unternehmens Garelli CUT. Seit zwanzig Jahren seien diese Netze dort installiert – und jetzt hätten sie ihre Feuertaufe bestanden.

    Doch auf diesem Erfolg will man sich nicht ausruhen. Im Gegenteil: Während Autofahrer mit Wartezeiten kämpfen, rollen Bagger an. Eine neue Fahrspur entsteht, um die Baustelle zu entlasten. „Die alte Trasse ist nicht mehr tragbar. Wir schaffen gerade eine neue, die fast fertig ist“, erklärt Pierre Mario von der Firma Valtinée. Ein Kraftakt im alpinen Gelände – aber einer, der sich lohnt.


    Die Natur hat ihre eigenen Pläne. Und der Mensch? Der lernt, sich anzupassen.

    Bis zu sechs Monate sollen die Arbeiten noch dauern. So lange wird der Hang weiter analysiert, werden neue Netze geplant, Winkel vermessen, Einschlagkräfte berechnet. Alles mit dem Ziel, das Risiko künftiger Felsstürze zu minimieren. Ein Drahtseilakt zwischen Vorsorge und Wiederherstellung.

    Für Berufstätige wie Cécile sind die Bauzeiten ein Balanceakt. „16 oder 17 Uhr – das ist einfach unpraktisch, wenn man arbeitet“, klagt sie. Doch wie so oft in den Bergen bleibt wenig Spielraum für Alternativen. Die Natur lässt nicht mit sich verhandeln – sie diktiert.


    Schon Ende nächster Woche soll die Straße wieder regulär befahrbar sein – zumindest vorübergehend. Ein kleiner Lichtblick für alle, die täglich pendeln, arbeiten, leben müssen – trotz der gewaltigen Kulisse, die nicht nur Postkartenmotive liefert, sondern mitunter auch tonnenschwere Probleme.

    Der Winter steht vor der Tür. Doch diesmal geht man vorbereitet in die kalte Jahreszeit. Dank Technik – und neuer Wege.

    Andreas M. Brucker