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  • Diesel über zwei Euro: Neue Belastungsprobe für Frankreichs Autofahrer

    Diesel über zwei Euro: Neue Belastungsprobe für Frankreichs Autofahrer

    Die Marke von zwei Euro pro Liter ist in Frankreich erneut überschritten worden – und sorgt für neue Sorgen um die Kaufkraft vieler Haushalte. Nach Berechnungen auf Basis von rund 9.400 Tankstellen liegt der durchschnittliche Dieselpreis derzeit bei etwa 2,001 Euro pro Liter. Damit erreicht der Preis ein Niveau, das zuletzt im Sommer 2022 beobachtet wurde. Besonders auffällig ist die Geschwindigkeit der Entwicklung: Seit Ende Februar ist der Preis um rund 28 Cent pro Liter gestiegen, was einem Anstieg von etwa 16 Prozent innerhalb weniger Tage entspricht. Für viele Autofahrer bedeutet dies eine spürbare Mehrbelastung im Alltag – und für die Politik eine neue Debatte über Energiepreise und soziale Stabilität. Ein Preissprung in kurzer Zeit Der aktuelle Anstieg trifft einen empfindlichen Punkt. Diesel bleibt trotz zunehmender Elektrifizierung der Mobilität weiterhin der meistgenutzte Kraftstoff in Frankreich. Millionen Pendler, Handwerker und Beschäftigte im ländlichen Raum sind auf ihr …

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  • Schulbus im Graben – Unfall in der Bretagne erschüttert Eltern und Gemeinden

    Schulbus im Graben – Unfall in der Bretagne erschüttert Eltern und Gemeinden

    Ein gewöhnlicher Morgen auf einer Landstraße in der Bretagne – und plötzlich gerät der Alltag aus den Fugen. Im Département Côtes-d’Armor ist ein Schulbus mit rund zwanzig Schülerinnen und Schülern von der Fahrbahn abgekommen und in einem Straßengraben gelandet. Vier Kinder mussten anschließend in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Ärzte stuften ihren Zustand als „urgence relative“ ein – Verletzungen also, die medizinische Behandlung erfordern, jedoch keine akute Lebensgefahr darstellen. Der Unfall ereignete sich am frühen Vormittag auf einer typischen bretonischen Départementstraße. Schmale Fahrbahnen, Hecken, leichte Kurven – solche Strecken prägen das ländliche Straßennetz der Region. Aus bislang ungeklärten Gründen verlor der Fahrer die Kontrolle über den Bus, der daraufhin von der Straße abkam und schließlich im Graben zum Stillstand kam. Warum genau es dazu kam, bleibt derzeit offen. Ermittler prüfen mehrere mögliche Ursachen: ein Fahrfehler, schwierige Straßenverhältnisse oder…

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  • Feuerinferno in der Industriezone von Nizza-Carros: Mehr als 200 Menschen müssen fluchtartig ihre Arbeitsplätze verlassen

    Feuerinferno in der Industriezone von Nizza-Carros: Mehr als 200 Menschen müssen fluchtartig ihre Arbeitsplätze verlassen

    Dienstagmittag, irgendwo nördlich von Nizza. Die Sonne steht über den Hügeln der Alpes-Maritimes, der Alltag in der Industriezone von Carros läuft routiniert. Lieferwagen rollen über das Gelände, Paletten werden verladen, Telefone klingeln in Büros. Dann – plötzlich – steigt eine schwarze Rauchsäule in den Himmel. Und innerhalb weniger Minuten verändert sich die Szenerie komplett. Ein gewaltiger Brand bricht am 10. März in einem Lagergebäude in der weitläufigen Industriezone von Carros aus, einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte im Hinterland von Nizza. Was zunächst wie ein lokaler Zwischenfall wirkt, entwickelt sich rasch zu einem spektakulären Feuer, das weit über das Tal hinaus sichtbar ist. Wer an diesem Tag in der Umgebung unterwegs war, konnte den Rauch kaum übersehen. Eine dichte, tiefschwarze Wolke steigt aus dem Gebäude auf und zieht über mehrere Kilometer durch den Himmel. Autofahrer auf den umliegenden Straßen bremsen irritiert ab, Angestellte treten aus Werkhallen und B…

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  • Ölpreis unter Kriegsdruck – Wie der Konflikt mit Iran Frankreichs Energiepolitik ins Wanken bringt

    Ölpreis unter Kriegsdruck – Wie der Konflikt mit Iran Frankreichs Energiepolitik ins Wanken bringt

    Die steigenden Kraftstoffpreise sind in Frankreich erneut zu einem politischen Brennpunkt geworden. Doch anders als in früheren Debatten über Energiepreise ist der aktuelle Preisdruck nicht allein eine Folge gewöhnlicher Marktmechanismen. Die militärische Eskalation rund um Iran und die zunehmenden Spannungen im Persischen Golf haben die globalen Energiemärkte in kurzer Zeit destabilisiert. Für europäische Volkswirtschaften – und insbesondere für Frankreich – sind die Folgen unmittelbar spürbar. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen haben sich die Rohölpreise deutlich erhöht. Für ein Land, das einen Großteil seines Erdöls importiert, bedeutet dies steigende Preise an den Tankstellen, wachsenden Inflationsdruck und eine politisch heikle Situation. Die Debatte über Benzinpreise ist damit erneut zu einer sozialen und wirtschaftspolitischen Schlüssel­frage geworden. Der Nahostkonflikt als globaler Energieschock Konflikte im Nahen Osten haben traditionell einen besonders starke…

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  • Mit Polizeiuniform und falschen Papieren: Die filmreife Flucht aus dem Gefängnis von Villepinte

    Mit Polizeiuniform und falschen Papieren: Die filmreife Flucht aus dem Gefängnis von Villepinte

    Es klingt wie eine Szene aus einem Kriminalfilm – doch sie spielte sich tatsächlich in einer Pariser Haftanstalt ab. In der Nacht des Wochenendes vom 7. März 2026 verschwand ein als besonders gefährlich eingestufter Häftling aus der Untersuchungshaftanstalt von Villepinte im Département Seine-Saint-Denis. Kein Tunnel, kein Hubschrauber, kein Schusswechsel. Stattdessen eine Flucht, die fast schon unverschämt simpel wirkt: Der Gefangene ging schlicht durch das Haupttor. Der Mann heißt Ilyas Kherbouch, 21 Jahre alt, in Polizeikreisen unter dem Spitznamen „Ganito“ bekannt. Ermittler gehen davon aus, dass Komplizen des Häftlings sich als Polizisten verkleideten und ihn „offiziell“ aus dem Gefängnis abholten. Eine Inszenierung, so präzise vorbereitet, dass sie zunächst niemandem verdächtig erschien. Die Geschichte sorgt inzwischen für heftige Diskussionen in Justiz, Politik und bei den Gewerkschaften der Gefängnisbediensteten. Der Plan selbst wirkt fast banal – gerade darin lag seine Stärke….

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  • 11. März – Ein Datum voller Wendepunkte

    11. März – Ein Datum voller Wendepunkte

    Der 11. März taucht in den Geschichtsbüchern häufiger auf, als man zunächst denkt. Revolutionen, Katastrophen, politische Umbrüche und wissenschaftliche Entwicklungen verdichten sich an diesem Datum zu einem erstaunlichen Panorama der Weltgeschichte.

    Manchmal dramatisch.

    Manchmal überraschend.

    Und gelegentlich fragt man sich wirklich: Wie viele entscheidende Momente passen eigentlich in einen einzigen Tag?

    Katastrophen, die die Welt erschütterten

    Ein Ereignis prägt den 11. März besonders stark im kollektiven Gedächtnis der Gegenwart.

    2011 erschüttert ein gewaltiges Erdbeben der Stärke 9,0 den Nordosten Japans. Kurz darauf rollt ein Tsunami über die Küste. Ganze Städte verschwinden unter Wasser, Infrastruktur zerbricht, zehntausende Menschen sterben oder gelten als vermisst.

    Das Beben löst außerdem eine Nuklearkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima aus. Reaktoren fallen aus, Kühlungssysteme versagen, radioaktive Stoffe gelangen in die Umwelt.

    Die Folgen reichen weit über Japan hinaus.

    Viele Staaten überdenken ihre Energiepolitik. Deutschland beschleunigt den Atomausstieg. Sicherheitsstandards für Kernkraftwerke geraten weltweit auf den Prüfstand. Ein Naturereignis verändert plötzlich politische Entscheidungen auf mehreren Kontinenten.

    Ein anderes dunkles Kapitel des 11. März spielt sich 2004 in Europa ab.

    Terroristen zünden mehrere Bomben in Madrider Vorortzügen während des morgendlichen Berufsverkehrs. 191 Menschen verlieren ihr Leben, fast zweitausend erleiden Verletzungen.

    Der Schock sitzt tief.

    Europa reagiert mit verstärkter Zusammenarbeit im Kampf gegen Terrorismus und mit neuen Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Verkehr. Seitdem gilt der 11. März in vielen Ländern als europäischer Gedenktag für Terroropfer.

    Politische Entscheidungen mit globalen Folgen

    Der 11. März taucht auch an wichtigen politischen Weggabelungen auf.

    1990 erklärt Litauen seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Nach Jahrzehnten der sowjetischen Kontrolle wagt das kleine baltische Land einen mutigen Schritt.

    Dieser Moment wirkt wie ein Dominostein.

    Estland und Lettland folgen wenig später. Nationalbewegungen gewinnen im gesamten Ostblock an Stärke. Innerhalb kurzer Zeit zerfällt das sowjetische Machtgefüge, das Europa über vier Jahrzehnte geprägt hat.

    Nur fünf Jahre zuvor – ebenfalls am 11. März – tritt eine andere Figur auf die große Bühne der Geschichte.

    1985 übernimmt Michail Gorbatschow die Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Mit Reformprogrammen wie Glasnost und Perestroika versucht er, das erstarrte System zu modernisieren.

    Doch Reformen setzen Kräfte frei, die sich nicht mehr kontrollieren lassen.

    Die Sowjetunion bricht wenige Jahre später auseinander. Der Kalte Krieg endet. Die geopolitische Landkarte Europas verändert sich grundlegend.

    Und ja – das klingt fast wie ein Drehbuch aus einem Politthriller.

    Frankreich und der 11. März

    Auch die französische Geschichte hinterlässt Spuren an diesem Datum.

    1649 endet mit dem Frieden von Rueil eine Phase der sogenannten Fronde-Aufstände. Adlige und Pariser Parlamentarier stellen sich gegen die Macht der Krone. Frankreich erlebt politische Unruhe, wirtschaftliche Probleme und militärische Konflikte.

    Die junge Monarchie reagiert mit einem klaren Ziel: mehr Kontrolle.

    Der spätere König Ludwig XIV. zieht aus diesen Erfahrungen seine eigenen Schlüsse. Er stärkt die königliche Autorität massiv und baut den absolutistischen Staat aus. Versailles entsteht als politisches Zentrum, der Adel wird enger an den Hof gebunden.

    Die politische Kultur Frankreichs trägt diese zentralistische Tradition bis heute.

    Ein weiteres Ereignis zeigt die wissenschaftliche Seite des Landes.

    1794 entsteht in Paris eine neue technische Hochschule: die École polytechnique. Die Schule bildet Ingenieure, Militärs und Verwaltungsbeamte aus, die später Industrie, Infrastruktur und staatliche Institutionen prägen.

    Viele Absolventen tauchen später in führenden Positionen der französischen Wirtschaft auf.

    Frankreich investiert damit früh in wissenschaftliche Ausbildung und technisches Wissen – ein Fundament, das bis heute die Innovationskraft des Landes unterstützt.

    Wissenschaft, Kultur und kleine historische Überraschungen

    Der 11. März besitzt noch viele andere historische Facetten.

    1879 entsteht ein Meilenstein der Naturwissenschaften: Albert Einstein kommt in Ulm zur Welt. Seine späteren Theorien über Raum, Zeit und Gravitation revolutionieren das Verständnis des Universums.

    Relativitätstheorie – klingt erstmal kompliziert, oder?

    Doch ohne Einsteins Ideen gäbe es viele moderne Technologien nicht. GPS-Systeme etwa benötigen relativistische Korrekturen, damit sie präzise funktionieren.

    Ein weiteres kulturelles Ereignis folgt 1978.

    Der berühmte Küstenabschnitt „Torrey Pines State Reserve“ in Kalifornien erhält offiziellen Schutzstatus. Diese Entscheidung gehört zu einer breiteren Umweltbewegung, die seit den 1970er-Jahren weltweit an Bedeutung gewinnt. Naturschutz entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Thema.

    Heute sprechen Regierungen über Klimaziele, erneuerbare Energien und nachhaltige Wirtschaft. Die Wurzeln dieser Debatten reichen oft Jahrzehnte zurück.

    Ein Datum, viele Geschichten

    Der 11. März zeigt, wie unterschiedlich Geschichte verlaufen kann.

    Hier Naturgewalt.

    Dort politische Revolution.

    Zwischendrin wissenschaftliche Durchbrüche, gesellschaftliche Reformen und kulturelle Entwicklungen.

    Manche Ereignisse wirken unmittelbar dramatisch, andere entfalten ihre Bedeutung erst Jahre später. Ein politischer Beschluss, eine wissenschaftliche Idee oder eine Katastrophe – all das kann langfristige Veränderungen auslösen.

    Geschichte verläuft eben selten geradlinig. Sie gleicht eher einem Netz aus Momenten, Entscheidungen und Zufällen.

    Oder anders gesagt: Jeder Kalendertag trägt seine eigenen Geschichten.

    Auch der 11. März.

    Und wer weiß – vielleicht fügt die Zukunft diesem Datum noch weitere Kapitel hinzu.

  • Kommentar: Die strahlende Versuchung – oder: Wie man ein Risiko einfach „Zukunft“ nennt

    Kommentar: Die strahlende Versuchung – oder: Wie man ein Risiko einfach „Zukunft“ nennt

    Es ist wieder so weit.

    Der alte Zaubertrick der Energiepolitik kehrt zurück – geschniegelt, geschniegelt und geschniegelt noch einmal. Die Atomkraft, einst das Schreckgespenst europäischer Debatten, steht plötzlich geschniegelt im Konferenzsaal, geschniegelt in Hochglanzbroschüren, geschniegelt im Ton staatstragender Reden. Und alle tun so, als sei nichts gewesen.

    Tschernobyl? Fukushima? Ach, alte Geschichten. Staub auf vergilbten Zeitungsausschnitten.

    Die Zukunft, so wird uns nun versichert, strahlt wieder. Im wahrsten Sinne des Wortes.

    Paris, die Stadt der Lichter, hat jüngst auch das Licht der Atomreaktoren wieder heller gestellt. 27 Staaten versammelten sich dort am gestrigen Dienstag, um der Welt mitzuteilen, dass der Weg in eine klimaneutrale Zukunft offenbar über die gleiche Technologie führt, die uns seit Jahrzehnten mit einem Problem zurücklässt, das länger strahlt als jede Regierung hält.

    Radioaktiver Müll.

    Ein paar hunderttausend Jahre Halbwertszeit – Kleinigkeiten, wirklich.

    Man muss nur lange genug warten.

    Und genau hier beginnt die politische Alchemie unserer Zeit. Ein Risiko wird zum Fortschritt erklärt, eine ungelöste Frage zum Investitionsprojekt.

    Was gestern noch als Gefahr galt, gilt heute als Chance.

    Man nennt das Fortschritt.

    Oder, je nach Blickwinkel, kollektive Amnesie.

    Die Argumentation klingt vertraut und beruhigend zugleich. Atomkraft sei klimafreundlich. Atomkraft sichere Energieunabhängigkeit. Atomkraft schaffe Arbeitsplätze.

    Und überhaupt: Die Welt sei unsicher geworden – Kriege, Energiekrisen, geopolitische Spannungen. Da brauche es stabile Stromquellen.

    Ein bisschen Uran im Keller der Zivilisation könne da nicht schaden.

    So klingt das.

    Fast schon gemütlich.

    Doch hinter dieser beruhigenden Erzählung lauert eine Wirklichkeit, die sich nicht so leicht in Pressemitteilungen pressen lässt. Atomkraftwerke gehören zu den teuersten Bauprojekten moderner Industriegesellschaften. Ihre Bauzeiten messen sich nicht in Jahren, sondern in politischen Generationen. Ihre Kosten explodieren regelmäßig schneller als jedes Haushaltsdefizit.

    Und ihr Abfall – nun ja.

    Der bleibt.

    Immer.

    Es gibt in Europa kein einziges Endlager, das tatsächlich betrieben wird. Nicht eines. Jahrzehnte Forschung, Milliardeninvestitionen, zahllose Kommissionen – und doch liegt der Müll weiterhin in Zwischenlagern, als hätte jemand beschlossen, die Zukunft möge sich bitte selbst darum kümmern.

    Eine bemerkenswerte Strategie.

    Man könnte sie auch „Zeitverschiebung politischer Verantwortung“ nennen.

    Oder, weniger freundlich: Weiterreichen der Rechnung an Menschen, die noch gar nicht geboren sind.

    Die eigentliche Ironie dieser Renaissance der Atomkraft liegt jedoch woanders.

    Sie liegt im Ton der Debatte.

    Da wird plötzlich so getan, als sei das alles eine rein technische Frage. Ein bisschen Reaktorbau hier, ein paar Milliarden dort, vielleicht noch ein paar neue Mini-Reaktoren – sogenannte SMR – die angeblich kleiner, billiger und schneller gebaut werden können.

    Die Wundertechnologie der Zukunft.

    Oder, realistischer gesagt: eine Hoffnung, die bislang vor allem auf PowerPoint-Folien existiert.

    Aber Hoffnung verkauft sich gut.

    Vor allem dann, wenn sie teuer ist.

    Und so sitzen Politiker, Banker und Industrievertreter in Konferenzsälen, sprechen über Investitionen, über Märkte, über Kapitalflüsse – und übersehen dabei die eine Frage, die sich nicht wegmoderieren lässt:

    Was passiert, wenn etwas schiefgeht?

    Die Geschichte der Atomenergie kennt darauf eine klare Antwort.

    Dann wird es teuer.

    Unfassbar teuer.

    Und gefährlich.

    Unfassbar gefährlich.

    Die Reaktoren von Tschernobyl und Fukushima haben mehr geleistet als jede politische Kampagne: Sie haben gezeigt, dass Hochtechnologie nicht unfehlbar ist. Dass menschliche Systeme Fehler produzieren. Dass Naturkatastrophen sich nicht an Sicherheitskonzepte halten.

    Und doch scheint diese Lektion langsam zu verblassen.

    Vielleicht liegt das daran, dass Katastrophen im Gedächtnis der Politik eine erstaunlich kurze Halbwertszeit besitzen.

    Sehr viel kürzer als die der radioaktiven Abfälle.

    Man muss das einmal nüchtern betrachten: Wir diskutieren über eine Technologie, deren gefährliche Hinterlassenschaften länger existieren werden als jede Nation, jede Regierung und vermutlich jede Sprache, in der diese Debatte geführt wird.

    Eine Technologie, deren Müll zukünftige Zivilisationen noch beschäftigen wird.

    Und trotzdem wird sie in politischen Reden präsentiert wie ein besonders cleveres Start-up der Energiewende.

    Das ist, gelinde gesagt, bemerkenswert.

    Oder – um es etwas direkter zu formulieren – ziemlich absurd.

    Natürlich hat die Atomkraft einen Vorteil: Sie produziert Strom ohne CO₂. Das stimmt. In Zeiten der Klimakrise wirkt dieses Argument verführerisch.

    Aber eine Wahrheit bleibt bestehen: Eine Technologie, deren schlimmster Fehler ganze Regionen unbewohnbar macht, verdient zumindest eine gewisse Skepsis.

    Und Skepsis ist kein Fortschrittsfeind.

    Sie ist schlicht gesunder Menschenverstand.

    Doch in der aktuellen Debatte scheint genau dieser gesunde Menschenverstand unter Verdacht zu geraten. Wer Zweifel äußert, gilt schnell als rückwärtsgewandt. Als jemand, der die Energiewende blockiert. Als jemand, der die Realität der geopolitischen Lage nicht verstanden hat.

    Dabei ist es doch gerade realistisch, Fragen zu stellen.

    Sehr viele Fragen.

    Wer bezahlt die Milliarden?
    Wer garantiert die Sicherheit?
    Wer lagert den Müll?
    Und vor allem: Wer trägt die Verantwortung in hunderttausend Jahren?

    Das sind keine ideologischen Fragen.

    Das sind Fragen der Vernunft.

    Und vielleicht ist genau das das eigentliche Problem dieser neuen Atom-Euphorie: Sie liebt große Visionen, aber sie meidet die langen Schatten der Konsequenzen.

    Der Reaktor glänzt.

    Der Müll verschwindet aus dem Blick.

    Zumindest für eine Weile.

    Und so endet diese Renaissance der Atomkraft vorerst dort, wo sie begonnen hat – in politischen Versprechen, wirtschaftlichen Hoffnungen und technologischen Träumen.

    Vielleicht funktioniert das alles ja tatsächlich.

    Vielleicht lösen neue Reaktoren die alten Probleme.

    Vielleicht.

    Aber vielleicht erleben wir auch gerade den ältesten Trick der Energiepolitik:

    Man nennt ein Risiko einfach „Zukunft“.

    Klingt gleich viel besser.

    Ein Kommentar von Andreas M. Brucker

  • Luxus unter Beobachtung: Einbruch in einem der exklusivsten Pariser Paläste

    Luxus unter Beobachtung: Einbruch in einem der exklusivsten Pariser Paläste

    Mitten im eleganten achten Arrondissement, nur wenige Schritte von der Avenue des Champs-Élysées entfernt, steht eines der berühmtesten Luxushotels der französischen Hauptstadt. Das Royal Monceau – Raffles Paris gilt als Ort, an dem internationale Stars, Unternehmer und wohlhabende Reisende ein und aus gehen. Doch selbst hinter Marmorfassaden, Kunstgalerien und diskretem Concierge-Service herrscht nicht immer absolute Sicherheit. In diesen Tagen sorgt ein Einbruch in einer der Suiten des Hauses für Aufsehen. Die Tat spielte sich diskret ab – fast lautlos, so scheint es. Während der Gast offenbar außer Haus war, verschafften sich Unbekannte Zugang zu dem Zimmer. Als der Bewohner zurückkehrte, fehlten mehrere Luxusgegenstände. Schmuck, hochwertige Accessoires und Bargeld verschwanden spurlos. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, ein leerer Flur, vielleicht eine Tür, die für Sekunden offen stand – mehr braucht es in solchen Fällen oft nicht. Das Royal Monceau besitzt eine lange Geschichte…

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  • Wenn der Tresor im Smartphone liegt: Ein Überfall der neuen Generation

    Wenn der Tresor im Smartphone liegt: Ein Überfall der neuen Generation

    Ein ruhiges Wohnviertel im Westen von Paris, saubere Gehwege, gepflegte Hecken, kaum Verkehr. Orte wie Le Chesnay-Rocquencourt gelten als Inbegriff bürgerlicher Gelassenheit. Genau dort, hinter einer unscheinbaren Haustür, spielte sich Anfang März eine Szene ab, die eher nach Thriller als nach Provinzalltag klingt. Kurz nach acht Uhr morgens klingelt es. Drei Männer stehen vor der Tür und geben sich als Polizisten aus. Ein Routinebesuch, vielleicht eine Nachbarschaftsbefragung – solche Dinge passieren. Die 59-jährige Hausbesitzerin öffnet einen Spalt breit. Ein Augenblick der Unachtsamkeit, der alles verändert. Die Männer drängen ins Haus, maskiert, mit Handschuhen. Die Frau stürzt zu Boden, während zwei der Täter die Treppe hinaufrennen. Oben befindet sich ihr Partner, 58 Jahre alt. In der Küche greifen sie ein Messer. Dann kommt die Forderung. Kein Schmuck. Kein Bargeld. Bitcoin. Unter Drohungen gegen seine Partnerin öffnet der Mann sein digitales Wallet und überweist umgehend Krypto…

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  • Digitale Schatten über der Kommunalwahl: Frankreich ringt mit neuer Form politischer Einflussnahme

    Digitale Schatten über der Kommunalwahl: Frankreich ringt mit neuer Form politischer Einflussnahme

    Wenige Tage vor dem ersten Wahlgang der französischen Kommunalwahlen sorgt eine mutmaßliche digitale Manipulationskampagne für politische Unruhe. Zwei Kandidaten der linksgerichteten Bewegung La France insoumise (LFI) sehen sich Ziel koordinierter Online-Angriffe, die nach ersten Hinweisen möglicherweise aus dem Ausland gesteuert wurden. Der Vorfall rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das westliche Demokratien seit Jahren beschäftigt: die wachsende Verwundbarkeit politischer Prozesse gegenüber digitaler Desinformation und gezielten Einflussoperationen. Die Ereignisse in Marseille und Toulouse zeigen, dass diese Problematik längst nicht mehr nur nationale Wahlen betrifft. Auch lokale Abstimmungen geraten zunehmend ins Visier jener Akteure, die politische Debatten im digitalen Raum manipulieren wollen. Zwei Kandidaten im Zentrum einer Onlinekampagne Im Zentrum der aktuellen Affäre stehen zwei Parlamentsabgeordnete und Kandidaten für wichtige französische Städte: Sébastien Delogu in Marse…

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